Lutherbibel 2017 (LU17)
21

Warnung vor Sünden

211Mein Kind,

21,1
Joh 8,11
hast du gesündigt? Tu es nicht wieder und bitte, dass dir die früheren Sünden vergeben werden. 2
21,2
1. Mose 39,7-12
Flieh vor der Sünde wie vor einer Schlange; denn wenn du ihr zu nahe kommst, beißt sie dich. 3 Ihre Zähne sind wie die Zähne der Löwen; sie rauben den Menschen das Leben. 3 Wie ein zweischneidiges Schwert ist jede Übertretung des Gesetzes; für die Wunde, die es schlägt, gibt es keine Heilung.

4

21,4
Hiob 20,10
Gewalt und Hochmut werden den Reichtum vernichten; so wird das Haus des Hoffärtigen zerstört. 5
21,5
Ps 34,7
Die Bitte aus dem Mund eines Bettlers kommt Gott zu Ohren, und sein Urteil folgt auf dem Fuße. 6 Wer Tadel hasst, der ist schon auf dem
21,6
Ps 1,6
Weg des Sünders; und wer den Herrn fürchtet, der wird im Herzen umkehren. 7 Wer zu reden versteht, ist weithin bekannt, und ein Kluger merkt, wo er fehlgeht.

8 Wer sein Haus baut mit fremdem Hab und Gut, gleicht einem, der Steine für sein Grab sammelt.

9 Die Schar der Gottlosen ist wie

21,9
Jes 1,31
Werg, das vom Feuer verzehrt wird. 10 Die Sünder gehen auf einem gepflasterten Weg, aber an seinem Ende ist der Abgrund der Hölle.
21,10
Mt 7,13

Weise und Narren

11 Wer das Gesetz hält, der

21,11
Kap
beherrscht seine Gedanken, 13 und Vollendung der Furcht des Herrn ist Weisheit.
21,11
Hiob 28,28
12 Wer nicht klug ist, der lässt sich nicht erziehen;
21,12
Kap
15 es gibt aber eine Klugheit, die viel Bitterkeit schafft.
21,12
Kap
13 Die Erkenntnis eines Weisen wächst wie eine Flut, und wie
21,13
Spr 18,4
Ps 36,10
eine Quelle des Lebens ist sein Rat. 14 Das Innere des Narren ist wie ein Topf mit einem Sprung und kann keine Erkenntnis behalten. 15 Wenn ein Vernünftiger eine kluge Lehre hört, lobt er sie und fügt noch mehr hinzu; hört sie aber einer, der im Überfluss lebt, missfällt sie ihm, und er kehrt ihr den Rücken. 16 Die Rede des Narren
21,16
Kap
drückt wie eine Last beim Gehen; aber wenn ein Verständiger redet, hört man gern zu. 17 In der Gemeinde bittet man den Einsichtigen zu reden; und seine Worte bedenkt man im Herzen. 18 Weisheit ist für den Narren wie ein verfallenes Haus; und die Erkenntnis des Unverständigen hält der Prüfung nicht stand. 19 Erziehung ist für den Narren wie eine Fessel an den Füßen und an der rechten Hand. 20 Ein Narr lacht überlaut; ein kluger Mann lächelt ein wenig. 21 Für den Einsichtigen ist Erziehung wie goldener Schmuck und wie Geschmeide am rechten Arm.
21,21
Kap

22 Ein Narr läuft einfach ins Haus; aber ein erfahrener Mann scheut sich davor. 23 Ein Narr schaut einfach zum Fenster hinein; aber ein Wohlerzogener bleibt draußen stehen. 24 Es ist ungezogen, an der Tür zu horchen; für den Vernünftigen wäre das eine große Schmach. 25 Die Fremden werden davon erzählen, die Einsichtigen aber

21,25
Kap
halten ihre Worte im Zaum. 26 Die Narren tragen ihr Herz auf der Zunge, aber die Weisen haben ihren Mund im Herzen.
21,26
Spr 13,3

27 Wenn der Gottlose dem Satan flucht, so flucht er sich selbst. 28 Wer übel nachredet, befleckt seine eigene Seele, und in der Nachbarschaft wird er gehasst.

21,28
Kap

22

Ungeratene Kinder

221Ein fauler Mensch ist wie ein schmutziger Stein, und jeder zischt ihn aus wegen seiner Schande. 2Ein fauler Mensch ist wie ein Mistklumpen; wer ihn aufhebt, muss sich die Hände abwischen.

3

22,3
Spr 17,25
Unerzogene Kinder sind eine Schande für den Vater, und eine missratene Tochter bringt ihm Schaden. 4Eine vernünftige Tochter wird einen Mann bekommen; aber eine Tochter, die sich schändlich aufführt, macht ihrem Vater Kummer. 5Eine freche Tochter ist für den Vater wie für den Mann eine Schande und wird von beiden verachtet.

6Eine Rede zur Unzeit ist wie fröhliches Saitenspiel in der Zeit der Trauer. Doch Schläge und Zucht sind allezeit weise. 7[Kinder, die ein gutes Leben und ihr Auskommen haben, werden die niedrige Herkunft ihrer Eltern verheimlichen. 8Kinder, die verächtlich und unerzogen prahlen, beflecken ihre gute Herkunft.]

Vom Umgang mit Narren

9 Wer einen Narren lehrt, der leimt Scherben zusammen oder handelt wie einer, der jemanden aus tiefem Schlaf weckt. 10 Wer mit einem Narren redet, der redet mit einem Schlafenden, 9 der am Ende fragt: Was ist denn?

11 Über einen Toten soll man trauern, denn das Licht ist ihm erloschen; und über einen Narren soll man trauern, denn der Verstand ist ihm erloschen. 11 Doch soll man über einen Toten nicht zu sehr trauern; denn er ist zur Ruhe gekommen; 12 aber das Leben des Narren ist schlimmer als der Tod.

22,11
Kap
12
22,12
1. Mose 50,10
Sieben Tage trauert man über einen Toten, aber über Narren und Gottlose ihr Leben lang.

13 Rede nicht viel mit einem Narren; und geh nicht zu einem Unverständigen. [Denn er wird dich nicht verstehen und alles verachten, was dich angeht.] 15 Hüte dich vor ihm, dass du nicht Mühe durch ihn hast und durch das befleckt wirst, was er ausspeit. 16 Weiche ihm aus, so findest du Ruhe und kommst nicht in Angst und Not durch seine Torheit. 14 Was ist schwerer als Blei? Wie kann man ihn anders nennen als »Narr«? 15 Sand, Salz und Eisen sind leichter zu tragen als ein unverständiger Mensch.

22,15
Spr 27,3

Das furchtlose Herz

16 Wie

22,16
Mt 7,24-25
ein Haus, das Holzbalken in seinen Mauern hat, beim Erdbeben nicht einstürzt, so ist auch ein Herz, das auf klugen Rat baut: Es fürchtet sich zu keiner Zeit. 17 Wie schöner Stuck an einer glatten Wand, so ist ein Herz, das festhält an verständiger Erkenntnis. 18 Wie kleine Steine auf der Höhe dem Wind nicht standhalten, 22 so hält ein zaghaftes Herz, das Törichtes vorhat, keinem Schrecken stand.

Freundschaft und Vergebung

19 Wer ins Auge trifft, treibt Tränen hervor; 24 wer ins Herz trifft, löst Kummer aus. 20 Wer einen Stein unter die Vögel wirft, der scheucht sie weg; wer seinen Freund schmäht, der zerstört die Freundschaft.

21

22,21
Kap
Selbst wenn du gegen deinen Freund das Schwert gezückt hast, gib die Hoffnung nicht auf; denn es gibt einen Weg zurück. 22 Hast du gegen deinen Freund den Mund aufgetan, so sei ohne Sorge, denn ihr könnt euch wieder versöhnen; nur Schmähung, Missachtung, Verrat von Geheimnissen und hinterlistige Nachrede: Das verjagt jeden Freund.

23

22,23
Kap
Bleib deinem Nächsten treu, wenn er arm wird, damit du dich mit ihm freuen kannst, wenn’s ihm wieder gut geht. 29 Halte zu ihm, wenn’s ihm schlecht geht, damit du auch sein Glück mit ihm teilen kannst. [Denn niemals darf man nach dem Äußeren urteilen, und ein Reicher ohne Verstand ist nicht der Bewunderung wert.] 24 Rauch und Qualm im Ofen gehen dem Feuer voraus; so kommt vor dem Blutvergießen das Schmähen.
22,24
Kap

25 Ich schäme mich nicht, den Freund zu schützen, und ziehe mich nicht von ihm zurück. 26 Widerfährt mir aber etwas Böses von ihm, dann wird sich jeder vor ihm hüten, der davon hört.

Bitte um Bewahrung vor Gottlosigkeit

27 Wer legt

22,27
Kap
ein Schloss vor meinen Mund und drückt ein Siegel fest auf meine Lippen, dass ich nicht zu Fall komme und meine Zunge mich nicht verdirbt?

23

231Herr,

23,1
Ps 89,27
Vater und Herrscher über mein Leben, verlass mich nicht, wenn meine Zunge mich verführen will, und lass mich durch sie nicht zu Fall kommen. 2Wer gibt mir eine Geißel für meine Gedanken und eine Zuchtrute zur Weisheit für mein Herz, dass ich nicht geschont werde, wenn ich falsch handle, und meine Sünden nicht unbestraft bleiben, 3dass meine Torheiten nicht mehr werden und meine Sünden nicht zunehmen, damit ich nicht zu Fall komme vor meinen Feinden und ihnen zum Spott werde? [Vergebens hoffen sie auf dein Erbarmen!] 4Herr,
23,4
Ps 89,27
Vater und Gott meines Lebens, 5 behüte mich vor
23,4
Hiob 31,1
hochmütigem Blick 5und wende Begierde von mir ab! 6Lass mich nicht in Schlemmerei und Unkeuschheit geraten und behüte mich vor Schamlosigkeit!

Erziehung zur rechten Rede

7

23,7
Spr 10,1419
Ihr Kinder, hört die Unterweisung zur rechten Rede; denn wer ihr folgt, der wird sich in seinen Worten nicht so vergreifen, 8wie der Sünder sich verfängt und Lästerer und Hochmütige durch sie zu Fall kommen.

9Gewöhne deinen Mund nicht ans

23,9
Mt 5,33-37
Schwören und nicht daran, ständig
23,9
2. Mose 20,7
den Namen des Heiligen zu nennen. 10Denn wie ein Knecht, der beim Verhör oft geschlagen wird, nicht ohne Striemen ist, 11 so kann auch der nicht rein von Sünde bleiben, der oft schwört und Gottes Namen ständig nennt. 11 Wer oft schwört, der sündigt oft, und die Plage wird seinem Hause nicht fernbleiben. 13 Schwört er
23,11
3. Mose 5,4-6
unbedacht, so sündigt er dennoch; hält er’s nicht, so sündigt er zweifach; 14 schwört er aber ohne Grund, so wird er nicht gerecht gesprochen. So oder so: Sein Haus wird hart bestraft.

12 Es gibt eine Art zu reden, die dem Tod gleicht; dies sei ferne vom Haus Jakob! 16 Die Gottesfürchtigen sollen all dies meiden und sich nicht in solche Sünden verstricken. 13 Gewöhne deinen Mund nicht an ungehörige und schmutzige Rede; denn sie ist die Sprache der Sünde.

14 Denk an deinen Vater und deine Mutter, wenn du unter vornehmen Leuten sitzt, 19 damit du dich nicht vor ihnen vergisst und nicht durch dein Benehmen zum Narren wirst, sonst wünschst du schließlich, du wärst nie geboren, und verfluchst

23,14
Jer 20,14
den Tag deiner Geburt. 15 Wer sich daran gewöhnt, schändlich zu reden, der nimmt sich sein Leben lang nicht in Zucht.

Warnung vor Unzucht

16 Zwei Arten von Menschen begehen viele Sünden, und die dritte bringt Strafe über sich: 22 Ein hitziges Gemüt ist wie ein brennendes Feuer; es hört nicht auf, bis es sich selbst verzehrt hat. 23 Der Leib eines unzüchtigen Menschen findet keine Ruhe, bis das Feuer ausgebrannt ist. 17 Einem unzüchtigen Menschen scheint alle Speise süß, und er lässt nicht ab bis zum Ende.

18 Ein Mann bricht seine Ehe und denkt bei sich:

23,18
Hiob 24,15
Wer sieht mich schon? 26 Es ist finster um mich, und die Wände verbergen mich, sodass mich niemand sieht; was soll ich scheuen? Der Höchste achtet auf meine Sünden nicht. 19 Solch einer scheut nur die Augen der Menschen 28 und bedenkt nicht, dass die Augen des Herrn vieltausendmal heller sind als die Sonne und
23,19
Kap
alles sehen, was die Menschen tun, und auch in die verborgenen Winkel schauen; 20 alle Dinge sind ihm bekannt, ehe sie geschaffen werden, und ebenso, wenn sie vollbracht sind. 21
23,21
2. Mose 20,14
5. Mose 22,22
Dieser Mann wird öffentlich in der Stadt bestraft werden, 31 und er wird ergriffen, wenn er sich’s am wenigsten versieht.

22 Ebenso wird’s auch einer Frau ergehen, die ihren Mann betrügt und einen Erben von einem andern bekommt. 23 Erstens ist sie dem Gebot des Höchsten ungehorsam, zum andern versündigt sie sich an ihrem Mann, und zum Dritten bekommt sie durch ihre Unzucht Kinder von einem andern. 24 Eine solche Frau wird man der Gemeinde vorführen, und ihre Kinder müssen’s büßen. 25 Ihre Kinder werden nicht zur Wurzel eines Stammes, und ihre Zweige bringen keine Frucht.

23,25
Kap
26 Wenn man sich an sie erinnert, flucht man ihr, und ihre Schande wird niemals ausgetilgt.
23,26
Weish 10,8
27 Daran lernen die Nachkommen, dass nichts besser ist, als den Herrn zu fürchten, und nichts
23,27
Ps 119,103
süßer, als auf die Gebote des Herrn zu achten. 28[Gott zu folgen, bringt großen Ruhm. Und ein langes Leben bedeutet: Er nimmt dich an.]