Lutherbibel 2017 (LU17)
14

141Wohl dem,

14,1
Kap
der sich nicht mit Reden vergeht und davon ein böses Gewissen hat! 2Wohl dem, der kein böses Gewissen hat und der seine Zuversicht nicht verloren hat!

3Einem Knauser steht es nicht wohl an, reich zu sein; und was soll Geld und Gut einem Geizkragen? 4Wer nur sammelt und sich selber nichts Gutes gönnt, der sammelt’s für andere, und andere werden’s verprassen.

14,4
Pred 2,21
5Wer sich selber nichts Gutes gönnt, was sollte der andern Gutes tun? Er wird niemals Freude an seinem Eigentum haben. 6Es ist nichts schlimmer, als wenn einer sich selbst herabsetzt; und das ist die rechte Strafe für seine Bosheit. 7Tut er etwas Gutes, so tut er’s aus Versehen; zuletzt kommt doch wieder seine Bosheit zum Vorschein. 8Der ist ein böser Mensch, der andere mit Blicken herabsetzt, sein Angesicht abwendet und über Menschen hinwegsieht. 9Ein habgieriger Mensch hat nie genug an dem, was ihm beschieden ist, und kann vor lauter Geiz nicht gedeihen. 10Ein Neidhammel missgönnt den andern das Brot, und es tut ihm weh, wenn er auftischen muss.
14,10
Spr 23,6-7

11Mein Kind, tu dir selbst so viel Gutes, wie du kannst, und gib dem Herrn die Opfer, die ihm gebühren. 12Bedenke, dass der Tod nicht auf sich warten lässt und dass du nicht weißt, was in der Unterwelt über dich

14,12
Jes 28,15
Weish 1,16
beschlossen ist. 13Tu dem Freund Gutes noch vor deinem Ende und gib dem Armen nach deinen Kräften. 14Versäume keinen fröhlichen Tag und lass dir die Freuden nicht entgehen, die dir beschieden sind.
14,14
Pred 2,24
7,14
15Musst du nicht alles, was du sauer erworben hast, andern hinterlassen und den Ertrag deiner Arbeit den Erben geben?
14,15
Ps 49,11
16Schenke und lass dich beschenken, und gönne dir etwas; 17 denn in der Unterwelt lässt sich nicht schwelgen.

17 Alles Fleisch verschleißt wie ein Kleid, denn es gilt der ewige Beschluss: Du musst sterben! 18 Wie mit den

14,18
Jes 40,6
grünen Blättern auf einem schönen Baum – die einen fallen ab, andere wiederum wachsen –, so geht’s mit dem Menschengeschlecht auch:
14,18
Pred 1,4
Die einen sterben, andere werden geboren. 19 Alles vergängliche Werk muss ein Ende nehmen; 21 und wer es vollbracht hat, fährt mit ihm dahin.

Weisheit und Gottesfurcht

20

14,20
Spr 8,34
Wohl dem, der über die Weisheit nachsinnt und sie aufnimmt in sein ganzes Denken, 21 der ihre Wege von Herzen betrachtet und ihren Geheimnissen immer weiter
14,21
Kap
nachforscht, 22ihr wie ein Späher nachschleicht und auf ihren Wegen auf sie wartet 23 und guckt zu ihrem Fenster hinein und horcht an ihrer Tür, 24 sucht Herberge nahe bei ihrem Hause und schlägt seine Pflöcke bei ihren Mauern ein 25und richtet an ihrer Wand sein Zelt auf, sodass er eine gute Herberge hat. 26
14,26
Jes 25,4
Der bringt auch seine Kinder unter ihr Dach und bleibt unter ihren Zweigen; 27da wird er vor Hitze beschirmt und wird in ihrem Glanz wohnen.

15

151Das alles tut nur, wer den Herrn fürchtet; und wer sich an das Gesetz hält, der findet die Weisheit.

15,1
Kap
2Und sie wird ihm begegnen wie eine Mutter und
15,2
Weish 8,29
wird ihn empfangen wie eine junge Braut. 3Sie reicht ihm die Speise der Einsicht und den Trank der Weisheit.
15,3
Kap
4Er wird sich auf sie stützen, dass er nicht fällt, und sich an sie halten, dass er nicht zuschanden wird. 5Sie wird ihn erhöhen über seine Nächsten und ihm den Mund auftun in der Gemeinde.
15,5
Weish 8,10
6Sie wird ihn
15,6
Kap
krönen mit Freude und Wonne und ihm einen
15,6
Kap
ewigen Namen verleihen.

7Aber die Narren finden die Weisheit nicht, und die Sünder können sie nicht entdecken. 8Fern ist sie den Hoffärtigen, und die Heuchler wollen nichts von ihr wissen.

9Wertlos ist das Lob aus dem Mund eines Sünders; denn es kommt nicht vom Herrn. 10Denn in Weisheit wird Lob gesprochen, und der Herr lässt’s gelingen.

Die Wahl zwischen Gut und Böse

11Du darfst nicht sagen: »Bin ich abtrünnig geworden, so hat’s der Herr getan.« Denn was Gott hasst, das tut er nicht.

15,11
Jak 1,13-14
12Du darfst nicht sagen: »Er selbst hat mich verführt.« Denn er braucht keinen Frevler. 13Der Herr
15,13
Kap
hasst alles, was ein Gräuel ist; und wer ihn fürchtet, der scheut sich davor.

14Er hat im Anfang

15,14
1. Mose 2,7
den Menschen geschaffen und
15,14
1. Mose 2,16-17
ihm die Wahl gelassen: 15Wenn du willst, so
15,15
1. Joh 5,3
kannst du die Gebote halten und in rechter Treue tun, was ihm gefällt. 16Er hat dich vor Feuer und Wasser gestellt: Wähle, was du willst! 17Der Mensch
15,17
Jer 21,8
hat vor sich Leben und Tod; was er wählt, wird ihm gegeben werden.

18Denn die Weisheit des Herrn ist groß, er ist stark und mächtig 19 und

15,18
Kap
sieht alles: 19
15,19
Kap
Seine Augen sehen auf die, die ihn fürchten, und er kennt jedes Menschen Werk. 20 Er hat niemandem geboten,
15,20
Ps 5,5
gottlos zu sein, und keinem erlaubt zu sündigen.

16

Gottlosigkeit und Gottes Gericht

161Wünsche dir nicht viele Kinder, wenn sie dann missraten, und freue dich nicht über Söhne, 2wenn sie dann gottlos werden; und freue dich nicht darüber, dass du viele Kinder hast, wenn sie nicht den Herrn fürchten.

16,2
Spr 17,21
Weish 4,13
3Verlass dich nicht darauf, dass sie am Leben bleiben, und vertraue nicht auf ihre große Zahl. [In früher Trauer wirst du seufzen, und plötzlich wirst du ihr Ende erleben.] 3 Denn besser ein frommes Kind als tausend gottlose, 4 und besser kinderlos sterben als gottlose Kinder haben. 4 Ein einziger kluger Mann kann einer Stadt zur Blüte verhelfen, aber wie zahlreich die Frevler auch sind, so wird ihre Stadt doch veröden.
16,4
Spr 2,21-22

5 Das hat mein Auge oft gesehen, und noch Schlimmeres hat mein Ohr gehört: 6 Feuer bricht aus in der Versammlung der Sünder, und über das ungehorsame Volk

16,6
4. Mose 16,35
entbrannte Gottes Zorn. 7 Er verschonte die
16,7
1. Mose 6,4-7
Bar 3,26-28
Giganten16,7 Siehe Sach- und Worterklärungen. der Vorzeit nicht, die auf ihre Stärke vertrauten und abtrünnig wurden. 8 Er schonte auch die nicht, bei denen Lot als Fremdling lebte, sondern verdammte sie um ihres Übermuts willen.
16,8
1. Mose 19,1-28
9 Und er erbarmte sich nicht über das Volk, das er dem Untergang geweiht hatte, sondern trieb sie aus ihrem Lande um ihrer Sünde willen. [Dies alles tat er den hartherzigen Völkern an und ließ sich nicht von der großen Anzahl seiner Heiligen umstimmen.]
16,9
5. Mose 7,1-2
10 So hat er auch die
16,10
Kap
sechshunderttausend hinweggerafft, die sich in ihrer Hartherzigkeit zusammengerottet hatten. [Der Herr geißelte und erbarmte sich, er schlug und heilte. So bewahrte er sie ständig in Erbarmen und Zucht.] 11Und gäbe es auch nur einen einzigen Halsstarrigen, so wäre es ein Wunder, wenn er unbestraft bliebe.

12

16,11
Kap
Erbarmen und Zorn sind bei ihm; er ist der Herr der Versöhnung und gießt auch Zorn aus. 12So groß wie seine Barmherzigkeit ist auch seine Zurechtweisung; und er
16,12
Jer 17,10
richtet jeden nach seinen Werken. 13 Der Sünder wird mit seinem Raub nicht entkommen, doch was der Fromme erhofft, wird nicht ausbleiben. 14 Jede Wohltat wird ihre Stätte finden, und
16,14
Hiob 34,11
jeder wird Lohn empfangen nach seinen Werken. 15[Der Herr verstockte den Pharao, sodass der ihn nicht erkannte. So wurden Gottes Großtaten unter dem Himmel bekannt. 16Der ganzen Schöpfung ist sein Erbarmen offenbar; sein Licht, aber auch die Finsternis teilte er Adam zu.]

Warnung vor dem Zweifel an Gottes Gericht

17

16,17
Kap
Sage nicht: Der Herr sieht nicht nach mir; wer fragt nach mir im Himmel? 16 In der Menge bemerkt er mich nicht; was bin ich angesichts der unermesslichen Schöpfung? 18 Denn siehe, der ganze Himmel, das Meer und die Erde erbeben, wenn er sie heimsucht; [die ganze Welt ist entstanden und entsteht nach seinem Willen.] 19 Die Berge und die Grundfesten der Erde beben, wenn er sie ansieht.
16,19
Ps 104,32
20 Doch was er tun will, das sieht niemand, und wer könnte seine Wege ermessen? 21Er ist wie ein Sturmwind, den kein Mensch sieht; 20 die meisten seiner Taten geschehen im Verborgenen. 22Die Werke der Gerechtigkeit, wer macht sie bekannt? 21 Und wer bleibt bestehen? Fern ist der Bund [und die Prüfung für alle am Ende].
16,22
Mal 3,1416
23 Solches meinen nur Leute, denen es an Verstand fehlt, und nur ein beschränkter Mensch denkt so Törichtes.

Leben, wie es Gott gefällt

24 Höre mir zu, mein Kind, lerne Weisheit und beherzige meine Worte! 25 Ich will dir eine zuverlässige Lehre geben und dich mit Sorgfalt unterrichten: 26 Als der Herr im Anfang seine Werke erschuf 26 und von ihrem Ursprung an ihnen ihre Bestimmung gab, 27

16,27
1. Mose 1,16-18
Ps 19,5-7
Jes 40,26
da hat er für immer geordnet, was sie tun, und für alle Zeit, wie weit ihre Herrschaft reichen sollte, dass sie nicht müde noch matt werden noch ihren Dienst versäumen 28und keins das andere behindern, sondern dass alle immer seinem Befehl gehorsam sein sollten. 29Danach hat der Herr auf die Erde geblickt und sie mit seinen Gütern erfüllt; 30mit
16,30
1. Mose 1,20-25
lebendigen Wesen hat er sie bevölkert, die
16,30
Pred 3,19-20
wieder zur Erde zurückkehren.