Lutherbibel 2017 (LU17)
10

101Ein weiser Regent erzieht sein Volk, und wo eine verständige Regierung ist, da geht es wohlgeordnet zu.

10,1
Weish 6,24
Spr 28,12
2
10,2
Spr 29,12
Wie der Regent ist, so sind auch seine Amtleute, wie der Stadtfürst, so sind auch die Bürger. 3Ein König ohne Zucht richtet Land und Leute zugrunde; wenn aber die Mächtigen klug sind, so gedeiht die Stadt.

4

10,4
Spr 8,15
Jer 27,5
Dan 2,21
Alle Herrschaft auf Erden liegt in des Herrn Hand, und zur rechten Zeit schickt er den rechten Mann. 5Es
10,5
1. Chr 29,12
liegt in des Herrn Hand, ob ein Mann Erfolg hat, und vor
10,5
Röm 13,4
dem Gelehrten begründet er seinen Ruhm.

Warnung vor Überheblichkeit

6

10,6
Mt 18,21-22
Rechne deinem Nächsten seine Missetat nicht an, und behandle ihn niemals von oben herab! 7Den
10,7
Jes 13,11
Hoffärtigen sind Gott und die Welt feind; denn das Unrecht ist beiden verhasst. 8
10,8
Weish 5,23
Durch Unrecht, Hochmut und Geld geht die Königsherrschaft von einem Volk aufs andre über. [Niemand ist gesetzloser als der Habgierige. Denn er verkauft sogar seine eigene Seele.]

9Was überhebt sich der Mensch, der nur

10,9
1. Mose 18,27
Erde und Asche ist? 10 Ich habe doch seinen Leib schon zu Lebzeiten verworfen. 10 Lang ist die Krankheit, und der Arzt spottet: 12 »Heute König, morgen tot!« 11 Und wenn der Mensch tot ist, so fressen ihn Schlangen, wilde Tiere und
10,11
Hiob 17,14
Jes 14,11
Würmer.

12

10,12
Kap
Daher kommt aller Hochmut: wenn ein Mensch vom Herrn abfällt und
10,12
5. Mose 8,14
sein Herz von seinem Schöpfer weicht. 13 Denn Hochmut kommt aus der Sünde, und wer an ihr festhält, der richtet viel Gräuel an. 16 Darum hat der Herr den Hochmütigen furchtbare Plagen geschickt und sie am Ende gestürzt. 14 Der Herr stürzt den Thron der Gewaltigen und setzt die Demütigen an ihre Stelle.
10,14
Kap
15 Der Herr hat Heiden mit der Wurzel ausgerissen und an ihrer Stelle Demütige eingepflanzt. 16 Der Herr hat Länder der Heiden verheert und bis zu den Grundfesten der Erde verwüstet. 17 Er hat sie ausgerottet und vernichtet und
10,17
Ps 9,6-7
ihr Gedächtnis von der Erde getilgt. 18 Dass die Menschen hoffärtig sind und die vom Weibe Geborenen zornig, das ist von Gott nicht geschaffen.
10,18
Pred 7,29

Gottesfurcht und Ruhm

19 Ein ehrenhaftes Geschlecht – welches ist es? Das Geschlecht des Menschen. Ein ehrenhaftes Geschlecht – welches ist es? Die den Herrn fürchten. Ein ehrloses Geschlecht – welches ist es? Das Geschlecht des Menschen. Ein ehrloses Geschlecht – welches ist es? Die seine Gebote übertreten. 20 Unter Brüdern steht der älteste in Ehren,

10,20
1. Sam 16,7
der Herr aber sieht die an, die ihn fürchten. 21[Der Herr nimmt die an, die ihn fürchten, und verstößt, die harten und hochmütigen Herzens sind.] 22 Zum Herrn Bekehrte, Fremde und Arme –
10,22
Jer 9,22-23
ihr Ruhm ist die Furcht des Herrn.

23 Es ist nicht recht, dass man

10,23
Pred 9,16
einen verständigen Armen verachtet und einen sündigen Menschen ehrt. 24 Fürsten, Richter und Regenten stehen in hohem Ansehen; aber
10,24
Kap
so groß sind sie doch nicht wie der, der den Herrn fürchtet. 25
10,25
Spr 17,2
Einem klugen Knecht werden auch Freie dienen, und ein Verständiger wird darüber nicht murren.

26 Spiele nicht den Klugen bei deiner Arbeit, und spiele nicht den Starken, wenn du nicht weiterweißt. 27 Besser, einer arbeitet und hat an allem genug, als dass er sich ehren lässt und nichts zu essen hat.

10,27
Spr 12,9

28 Mein Kind, in Demut ehre dich selbst, und achte dich so, wie es dir zukommt. 29 Wer wird dem sein Recht geben, der an sich selbst sündigt, und wer wird dem Ehre geben, der sich selbst verachtet?

30 Der Arme wird geehrt um seiner Klugheit willen und der Reiche um seiner Güter willen. 31 Wer schon in Armut geehrt wird, wird er’s im Reichtum nicht umso mehr? Und wer ehrlos ist im Reichtum, ist er’s in Armut nicht noch mehr?

11

111Die Weisheit des Geringen bringt ihn zu Ehren und setzt ihn mitten unter die Fürsten.

11,1
1. Mose 41,37-46
Dan 2,48

2Du sollst niemand rühmen um seiner Schönheit willen noch jemand verachten, weil er hässlich aussieht. 3Denn die Biene ist klein unter allem, was Flügel hat, und bringt doch die allersüßeste Frucht.

4

11,4
Apg 12,21-23
Rühme dich nicht wegen deiner herrlichen Kleider, und wenn du in Ehren stehst, überhebe dich nicht; denn wunderbar sind allein die Werke des Herrn, und den Menschen sind sie verborgen. 5Viele Tyrannen saßen am Ende im Staub, aber die Krone trug der, an den man nicht gedacht hätte.
11,5
Kap
6Viele Herrscher wurden entehrt und angesehene Männer an andere ausgeliefert.

Warnung vor falschem Richten

7Verdamme niemanden, ehe du die Sache untersucht hast; denke erst nach und tadle dann. 8Du sollst nicht urteilen, ehe du die Sache gehört hast, und lass die Leute erst ausreden. 9Misch dich nicht in eine fremde Sache, und sitze nicht zusammen mit Sündern zu Gericht.

Vom Reichtum

10Mein Kind, verliere dich nicht in viele Geschäfte: Wenn du dir zu viel vornimmst, bleibt das nicht ungestraft. Wenn du es noch so sehr verfolgst, erreichst du doch nichts; wenn du aber davor fliehst, so kannst du nicht entkommen. 11Mancher lässt sich’s sauer werden, müht sich und rennt dem Reichtum nach und fällt doch immer mehr zurück.

11,11
Spr 10,22
12Mancher ist langsam und hat Hilfe nötig, ist arm an Kraft und reich an Schwäche: 13 Den sieht der Herr in Gnaden an und hilft ihm aus seinem Elend 13und bringt ihn zu Ehren, sodass sich viele über ihn wundern.

14 Gutes und Böses, Leben und Tod, Armut und Reichtum kommen vom Herrn.

11,14
Hiob 1,21
2,10
Spr 22,2
Klgl 3,37-38
15[Weisheit und Einsicht und Erkenntnis des Gesetzes kommen vom Herrn, Liebe und gute Werke stammen von ihm. 16Irrtum und Finsternis sind mit den Sündern erschaffen, und die Schlechtigkeit wird alt mit denen, die sich ihrer rühmen.] 17 Was der Herr gibt, wird den Frommen bleiben; 16 und was er plant, hat Bestand in Ewigkeit.

18

11,18
Pred 2,21
Mancher kargt und spart und wird dadurch reich. 18 Und sein Lohn ist, 19 dass er sagt: »Nun will ich mir ein gutes Leben machen, will essen und trinken von dem, was ich habe.« Doch er weiß nicht, dass sein Ende nahe ist und dass er alles anderen lassen und sterben muss.
11,19
Lk 12,16-21

20

11,20
Ps 37,3
Bleibe bei dem, was dir anvertraut ist, und übe dich darin, und bis ins Alter bleibe bei deinem Tun. 21
11,21
Ps 49,17
Lass dich nicht davon beirren, wie die Gottlosen zu Geld kommen, 21 sondern vertraue dem Herrn und halte aus in deinen Mühen; 22 denn dem Herrn ist es ein Leichtes, einen Armen plötzlich reich zu machen.
11,21
Kap
22 Der Segen des Herrn ist der Lohn des Frommen, und schon bald erblüht sein Glück.

23 Sage nicht: Wie viel fehlt mir noch und was werde ich künftig besitzen? 24 Sage aber auch nicht:

11,24
Kap
Ich habe genug, was kann mir künftig zustoßen? 25 Wenn dir’s gut geht, so bedenke, dass dir’s wieder schlecht gehen kann; und wenn dir’s schlecht geht, so bedenke, dass dir’s wieder gut gehen kann.
11,25
Kap
26 Denn der Herr kann jedem im Tod leicht
11,26
Kap
vergelten, wie er’s verdient hat. 27 Eine böse Stunde lässt alle Freude vergessen; und
11,27
1. Tim 5,24-25
wenn der Mensch stirbt, werden seine Werke offenbar. 28 Rühme niemand vor seinem Ende. An seinen Kindern erkennt man den Mann.

Warnung vor Fremden

29 Nimm nicht jeden bei dir auf; denn die Welt ist voller List und Tücke. 30 Ein Rebhuhn als Lockvogel im Korb – so ist das Herz des Hochmütigen, er

11,30
Lk 11,53-54
lauert wie ein Späher auf deinen Untergang. 31 Denn was er Gutes sieht, deutet er aufs Schlimmste, und den Allerbesten sagt er das Schändlichste nach.
11,31
Jes 5,20
32 Aus einem Funken macht er ein großes Feuer, und der Frevler lässt nicht ab, bis Blut fließt. 33 Hüte dich vor dem
11,33
Spr 1,10
Übeltäter – er hat nichts Gutes im Sinn –, dass er dir nicht ewige Schande anhänge. 34 Nimmst du einen Fremden bei dir auf, so wird er dir Unruhe bringen und dich in deinem eignen Haus zum Fremden machen.

12

Über die Wohltätigkeit

121Willst du Gutes tun, so sieh zu, wem du es tust; dann verdienst du Dank damit. 2Tu dem Frommen Gutes, so wird dir’s reichlich vergolten, wenn nicht von ihm, so doch gewiss vom Höchsten.

12,2
Lk 14,12-14
3Es gibt nichts Gutes für den, der beharrlich Böses tut und nicht gern Almosen gibt. 4Gib dem Frommen, doch des Frevlers nimm dich nicht an. 5Tu Gutes dem Demütigen, aber dem Gottlosen gib nichts.
12,5
Spr 25,21-22
Verweigere ihm dein Brot und gib ihm nichts, damit er dadurch nicht stärker wird als du: 6 Denn du wirst doppelt so viel Schlechtes empfangen, wie du ihm Gutes getan hast. 6Denn auch der Höchste ist den Sündern feind und wird die Gottlosen bestrafen. [Doch er bewahrt sie bis zum Tag ihrer Strafe.] 7Gib dem Guten, doch des Frevlers nimm dich nicht an.

Warnung vor falschen Freunden

8

12,8
Kap
Wenn’s einem wohl geht, erkennt man den wahren Freund nicht, wenn’s einem aber schlecht geht, bleibt der Feind nicht verborgen. 9 Denn wenn’s einem wohl geht, verdrießt das den Feind;
12,9
Spr 19,4
wenn’s einem aber schlecht geht, so ziehen auch die Freunde sich zurück.

10

12,10
Spr 26,24-25
Trau niemals deinem Feinde; 10 denn wie Eisen stets rostet, so geht es mit seiner Bosheit. 11Und wenn er sich auch verneigt und verbeugt, so halte dich dennoch zurück und hüte dich vor ihm. Und sei zu ihm wie einer, der einen Spiegel poliert. Bedenke, dass er immer wieder Rost ansetzt. 12Stelle ihn nicht neben dich, dass er dich nicht wegstoße und an deinen Platz trete. Setze ihn auch nicht neben dich, dass er nicht nach deinem Stuhl trachte und du zuletzt an meine Worte denken musst und meine Rede dich dann betrübt.
12,12
Kap

13Wer hat Mitleid mit einem Schlangenbeschwörer, der gebissen wird, oder mit all jenen, die sich wilden Tieren nähern? 14So geht’s auch dem, der sich mit dem Frevler einlässt und sich in seine Sünden verstrickt. 15 Er bleibt wohl eine Weile bei dir; aber wenn du strauchelst, harrt er nicht aus bei dir.

16 Der Feind hat süße Worte auf den Lippen, doch im Herzen plant er, dich in die Grube zu stürzen. 16 Er füllt seine Augen mit Tränen, doch wenn er Gelegenheit findet, bekommt er nicht genug von deinem Blut.

12,16
Jer 9,7
41,6-7
17 Wenn dir Unheil widerfährt, so ist er als Erster zur Stelle, 18 und als wollte er helfen, bringt er dich hinterrücks zu Fall. 18 Mit dem Kopf nickt er Beifall und klatscht in die Hände; er wird tuscheln und dann sein wahres Gesicht zeigen.
12,18
Kap