Lutherbibel 2017 (LU17)
58

Gott, der gerechte Richter

581Ein güldenes Kleinod Davids, vorzusingen, nach der Weise »Vertilge nicht«.

2

58,2
Ps 82,2-4
Sprecht ihr in Wahrheit Recht, ihr Mächtigen?

Richtet ihr in Gerechtigkeit die Menschenkinder?

3Nein, mutwillig tut ihr Unrecht im Lande,

und eure Hände treiben Frevel.

4Die Frevler sind abtrünnig vom Mutterschoß an,

die Lügner gehen irre von Mutterleib an.

5Sie sind voller Gift wie eine giftige Schlange,

wie eine taube Otter, die ihr Ohr verschließt,

6dass sie nicht höre die Stimme des Zauberers,

des Beschwörers, der gut beschwören kann.

7Gott, zerbrich ihnen die Zähne im Maul,

zerschlage, Herr, das Gebiss der jungen Löwen!

8Sie werden vergehen wie Wasser, das verrinnt.

Zielen sie mit ihren Pfeilen, so werden sie ihnen zerbrechen.

9Sie vergehen, wie eine Schnecke verschmachtet,

wie eine Fehlgeburt sehen sie die Sonne nicht.

10Ehe eure Töpfe das Dornfeuer spüren,

reißt alles der brennende Zorn hinweg.

11Der Gerechte wird sich freuen, wenn er solche Vergeltung sieht,

und wird seine Füße baden in des Frevlers Blut;

12und die Leute werden sagen: /

Ja, der Gerechte empfängt seine Frucht,

ja, Gott ist noch Richter auf Erden.

59

Gebet mitten unter den Feinden

591Ein güldenes Kleinod Davids, vorzusingen, nach der Weise »Vertilge nicht«,

59,1
1. Sam 19,11
als Saul hinsandte und sein Haus bewachen ließ, um ihn zu töten.

2Errette mich, mein Gott, von meinen Feinden

und schütze mich vor meinen Widersachern.

3Errette mich von den Übeltätern

und hilf mir von den Blutgierigen!

4Denn siehe, Herr, sie lauern mir auf;

Starke rotten sich wider mich zusammen ohne meine Schuld und Missetat.

5Ich habe nichts verschuldet; /

sie aber laufen herzu und machen sich bereit.

Erwache, komm herbei und sieh darein!

6Du, Herr, Gott Zebaoth, Gott Israels,

wache auf und suche heim alle Völker!

Sei keinem von ihnen gnädig,

die so verwegene Übeltäter sind. SELA.

7Des Abends kommen sie wieder,

heulen wie die Hunde und laufen in der Stadt umher.

8Siehe, sie geifern mit ihrem Maul;

Schwerter sind auf ihren Lippen: »Wer sollte es hören?«

9Aber du, Herr, wirst ihrer lachen

und aller Völker spotten.

10Meine Stärke, zu dir will ich mich halten;

denn

59,10
Ps 9,10-11
Gott ist mein Schutz.

11Gott erzeigt mir reichlich seine Güte,

Gott lässt mich herabsehen auf meine Feinde.

12Bringe sie nicht um,

dass es mein Volk nicht vergesse;

zerstreue sie aber mit deiner Macht, Herr, unser Schild,

und stoß sie hinunter!

13Das Wort ihrer Lippen ist nichts als Sünde;

darum sollen sie sich fangen in ihrer Hoffart mit all ihren Flüchen und Lügen.

14Vertilge sie ohne alle Gnade, vertilge sie,

dass sie nicht mehr sind!

Lass sie innewerden, dass Gott Herrscher ist in Jakob,

bis an die Enden der Erde. SELA.

15Des Abends kommen sie wieder,

heulen wie die Hunde und laufen in der Stadt umher.

16Sie laufen hin und her nach Speise

und murren, wenn sie nicht satt werden.

17Ich aber will von deiner Macht singen /

und des Morgens rühmen deine Güte;

denn du bist mir Schutz und Zuflucht in meiner Not.

18Meine Stärke, dir will ich lobsingen;

denn Gott ist mein Schutz, mein gnädiger Gott.

60

Gebet des verstoßenen Volkes

601Ein güldenes Kleinod Davids, vorzusingen, nach der Weise »Lilie des Zeugnisses«, zur Belehrung, 2als er mit den Aramäern von Mesopotamien und mit den Aramäern von Zoba Krieg führte; als Joab umkehrte und die Edomiter im Salztal schlug, zwölftausend Mann.

60,2
2. Sam 8,313
10,1318

3Gott, der du uns verstoßen und zerstreut hast

und zornig warst, tröste uns wieder;

4der du die Erde erschüttert und zerrissen hast,

heile ihre Risse; denn sie wankt.

5Du ließest deinem Volk Hartes widerfahren,

60,5
Ps 75,9
du gabst uns einen Wein zu trinken, dass wir taumelten.

6Du hast doch ein

60,6
2. Mose 17,15
Zeichen gegeben denen, die dich fürchten,

damit sie fliehen können vor dem Bogen. SELA.

7

60,7
Ps 108,7-14
Dass deine Freunde errettet werden,

dazu hilf mit deiner Rechten und erhöre uns!

8Gott hat in seinem Heiligtum geredet:

Ich will frohlocken;

ich will Sichem verteilen

und ausmessen das Tal Sukkot;

9Gilead ist mein, mein ist Manasse, /

Ephraim ist der Schutz meines Hauptes,

60,9
1. Mose 49,10
Juda ist mein Zepter.

10Moab ist mein Waschbecken, /

meinen Schuh werfe ich auf Edom,

Philisterland, jauchze mir zu!

11Wer wird mich führen in die feste Stadt?

Wer geleitet mich nach Edom?

12Wirst du es nicht tun, Gott, der du uns verstoßen hast,

und ziehst nicht aus, Gott, mit unserm Heer?

13Schaff uns Beistand in der Not;

denn Menschenhilfe ist nichts nütze.

14Mit Gott wollen wir Taten tun.

Er wird unsre Feinde zertreten.