Lutherbibel 2017 (LU17)
54

Hilferuf eines Bedrängten

541Eine Unterweisung Davids, vorzusingen, beim Saitenspiel, 2

54,2
1. Sam 23,19
26,1
als die Leute von Sif kamen und zu Saul sprachen: David hält sich bei uns verborgen.

3Hilf mir, Gott, durch deinen Namen

und schaffe mir Recht durch deine Kraft.

4Gott, erhöre mein Gebet,

vernimm die Rede meines Mundes.

5Denn Stolze erheben sich gegen mich, /

und Gewalttäter trachten mir nach dem Leben;

sie haben Gott nicht vor Augen. SELA.

6Siehe, Gott steht mir bei,

der Herr erhält mein Leben.

7Er wird die Bosheit meinen Feinden vergelten.

Vertilge sie um deiner Treue willen!

8Mit Freuden will ich dir Opfer bringen

und deinem Namen, Herr, danken, dass er so tröstlich ist.

9Denn du errettest mich aus aller meiner Not,

dass mein Auge auf meine Feinde herabsieht.

55

Klage über treulose Freunde

551Eine Unterweisung Davids, vorzusingen, beim Saitenspiel.

2Gott, höre mein Gebet

und verbirg dich nicht vor meinem Flehen.

3Merke auf mich und erhöre mich,

wie ich so ruhelos klage und heule,

4dass der Feind so schreit

und der Frevler mich bedrängt;

denn sie wollen Unheil über mich bringen

und sind mir heftig gram.

5Mein Herz ängstet sich in meinem Leibe,

und Todesfurcht ist auf mich gefallen.

6Furcht und Zittern ist über mich gekommen,

und Grauen hat mich überfallen.

7Ich sprach: O hätte ich Flügel wie Tauben,

dass ich wegflöge und Ruhe fände!

8Siehe, so wollte ich in die Ferne fliehen

und in der Wüste bleiben. SELA.

9Ich wollte eilen, dass ich entrinne

vor dem Sturmwind und Wetter.

10Entzweie sie, Herr, verwirre ihre Sprache;

denn ich sehe Frevel und Hader in der Stadt.

11Sie umkreisen die Stadt Tag und Nacht auf ihren Mauern,

und Mühsal und Unheil ist drinnen.

12Verderbnis regiert darin,

Lügen und Trügen weicht nicht aus ihren Gassen.

13

55,13
Ps 41,10
Denn nicht mein Feind schmäht mich,

das würde ich ertragen;

keiner, der mich hasst, tut groß wider mich,

vor ihm könnte ich mich verbergen;

14sondern du bist es, mein Gefährte,

mein Freund und mein Vertrauter,

15die wir freundlich miteinander waren,

die wir in Gottes Haus gingen inmitten der Menge!

16Der Tod übereile sie, dass sie

55,16
4. Mose 16,31-33
lebendig zu den Toten fahren;

denn es ist lauter Bosheit bei ihnen.

17Ich aber will zu Gott rufen

und der Herr wird mir helfen.

18Des Abends, morgens und mittags will ich klagen und heulen;

so wird er meine Stimme hören.

19Er erlöst mich von denen, die an mich wollen,

und schafft mir Ruhe; denn ihrer sind viele wider mich.

20Gott wird hören und sie demütigen,

55,20
Ps 102,27-28
der allewege bleibt. SELA.

Denn sie werden nicht anders

und fürchten Gott nicht.

21Der Feind legt seine Hände an seine Freunde

und entheiligt seinen Bund.

22Sein Mund ist glatter als Butter,

und doch hat er Krieg im Sinn;

seine Worte sind linder als Öl

und sind doch gezückte Schwerter.

55,22
Jer 9,7

23Wirf dein Anliegen auf den Herrn; /

55,23
1. Petr 5,7
der wird dich versorgen

und wird den Gerechten in Ewigkeit nicht wanken lassen.

24Und du, Gott, wirst sie hinunterstoßen in die tiefe Grube. /

Die Blutgierigen und Falschen werden ihr Leben nicht

55,24
Ps 102,25
bis zur Hälfte bringen.

Ich aber hoffe auf dich.

56

Getrostes Vertrauen in schwerer Not

561Ein güldenes Kleinod Davids, vorzusingen, nach der Weise »Die stumme Taube unter den Fremden«,

56,1
1. Sam 21,11-16
als ihn die Philister in Gat ergriffen hatten.

2Gott, sei mir gnädig, denn Menschen stellen mir nach;

täglich bekämpfen und bedrängen sie mich.

3Meine Feinde stellen mir täglich nach;

denn viele kämpfen gegen mich voll Hochmut.

4Wenn ich mich fürchte,

so hoffe ich auf dich.

5Ich will Gottes Wort rühmen; /

auf Gott will ich hoffen und

56,5
Ps 27,1
118,6
Jes 12,2
51,12
Mt 10,28
mich nicht fürchten.

Was können mir Menschen tun?

6Täglich fechten sie meine Sache an;

alle ihre Gedanken suchen mir Böses zu tun.

7Sie rotten sich zusammen, sie lauern /

und heften sich an meine Fersen;

so trachten sie mir nach dem Leben.

8Sollten sie mit ihrer Bosheit entrinnen?

Gott, stoß diese Leute ohne alle Gnade hinunter!

9Zähle die Tage meiner Flucht, /

sammle meine Tränen in deinen Krug;

ohne Zweifel, du zählst sie.

10Dann werden meine Feinde zurückweichen, /

wenn ich dich anrufe.

Das weiß ich, dass du mein Gott bist.

11Ich will rühmen Gottes Wort;

ich will rühmen des Herrn Wort.

12Auf Gott hoffe ich und fürchte mich nicht;

was können mir Menschen tun?

13Ich habe dir, Gott, gelobt,

dass ich dir danken will.

14Denn

56,14
Hiob 33,30
du hast meine Seele vom Tode errettet,

meine Füße vom Gleiten,

dass ich wandeln kann vor Gott

im Licht der Lebendigen.