Lutherbibel 2017 (LU17)
21

211Des Königs Herz ist in der Hand des Herrn wie Wasserbäche;

21,1
Ps 33,15
er lenkt es, wohin er will.

2Einen jeglichen dünkt sein Weg recht; aber der Herr prüft die Herzen.

3Recht und Gerechtigkeit tun ist dem Herrn lieber als Opfer.

21,3
1. Sam 15,22
Hos 6,6

4Hoffärtige Augen und stolzer Sinn, die Leuchte der Gottlosen, ist Sünde.

5Das Planen eines Emsigen bringt Überfluss; wer aber hastet, dem wird’s mangeln.

6Wer Schätze sammelt mit Lügen, der ist ein flüchtiger Hauch unter denen, die den Tod suchen.

7Der Frevler Gewalt rafft sie selber weg; denn sie wollen nicht tun, was recht ist.

8Wer mit Schuld beladen ist, geht krumme Wege; wer aber rein ist, dessen Tun ist gerade.

9Besser im Winkel auf dem Dach wohnen als mit einer zänkischen Frau zusammen in einem Hause.

10Die Seele des Frevlers gelüstet nach Bösem und erbarmt sich nicht seines Nächsten.

11Wenn der Spötter gestraft wird, so werden die Unverständigen weise, und wenn man einen Weisen belehrt, so nimmt er Erkenntnis an.

21,11
Kap

12Der Gerechte handelt weise an des Frevlers Haus, er stürzt die Frevler ins Verderben.

13Wer seine Ohren verstopft vor dem Schreien des Armen, der wird einst auch rufen und nicht erhört werden.

14Eine heimliche Gabe stillt den Zorn und ein Geschenk im Verborgenen den heftigen Grimm.

21,14
1. Sam 25,18-35

15Dem Gerechten ist es eine Freude, zu tun, was recht ist, aber den Übeltätern ist es ein Schrecken.

16Ein Mensch, der vom Wege der Klugheit abirrt, wird weilen in der Schar der Toten.

17Wer gern in Freuden lebt, wird Mangel haben; und

21,17
Kap
wer Wein und Salböl liebt, wird nicht reich.

18Der Frevler wird als Lösegeld gegeben für den Gerechten und der Verächter für die Frommen.

19Besser in der Wüste wohnen als bei einem zänkischen und zornigen Weibe.

20Im Hause des Weisen ist ein kostbarer Schatz an Öl; aber ein Tor vergeudet ihn.

21Wer der Gerechtigkeit und Güte nachjagt, der findet Leben, Gerechtigkeit und Ehre.

22Ein Weiser ersteigt die Stadt der Starken und stürzt ihre Macht, auf die sie sich verlässt.

23Wer Mund und Zunge bewahrt, der bewahrt sein Leben vor Not.

21,23
Kap

24Wer stolz und vermessen ist, heißt ein Spötter; er treibt frechen Übermut.

25Der

21,25
Kap
Faule stirbt über seinem Wünschen; denn seine Hände wollen nichts tun.

26Den ganzen Tag begehrt die Gier; aber der Gerechte gibt und versagt nichts.

27

21,27
Kap
Der Frevler Opfer ist ein Gräuel, wie viel mehr, wenn man’s darbringt für eine Schandtat.

28Ein

21,28
Kap
lügenhafter Zeuge wird umkommen; doch wer zu hören versteht, dessen Wort bleibt.

29Der Gottlose macht ein freches Gesicht; aber wer fromm ist, macht seine Wege fest.

30Keine Weisheit, kein Verstand,

21,30
Ps 33,10-11
kein Rat besteht vor dem Herrn.

31

21,31
Ps 33,17
Rosse werden gerüstet zum Tage der Schlacht; aber der Sieg kommt vom Herrn.

22

221Ein

22,1
Pred 7,1
guter Ruf ist köstlicher als großer Reichtum und Ansehen besser als Silber und Gold.

2Reiche und Arme begegnen einander; der Herr hat sie alle gemacht.

22,2
Kap

3Der Kluge sieht das Unglück kommen und verbirgt sich; die Unverständigen laufen weiter und müssen büßen.

22,3
Kap

4Der Lohn der Demut und der Furcht des Herrn ist Reichtum, Ehre und Leben.

22,4
Kap

5Stacheln und Stricke sind auf dem Wege des Verkehrten; wer sich aber davon fernhält, bewahrt sein Leben.

6Gewöhne einen Knaben an seinen Weg, so lässt er auch nicht davon, wenn er alt wird.

22,6
Kap

7Der Reiche herrscht über die Armen; und wer borgt, ist des Gläubigers Knecht.

8Wer

22,8
Hiob 4,8
Unrecht sät, der wird Unglück ernten, und die Rute seines Übermuts wird ein Ende haben.

9Wer ein gütiges Auge hat, wird gesegnet; denn

22,9
Kap
er gibt von seinem Brot den Armen.

10Treibe den Spötter hinaus, so geht der Zank weg, und Hader und Schmähung hören auf.

22,10
Kap

11Wer ein reines Herz und

22,11
Kol 4,6
liebliche Rede hat, dessen Freund ist der König.
22,11
Ps 101,6

12Die Augen des Herrn behüten die Erkenntnis; aber die Worte des Verächters bringt er zu Fall.

13Der Faule spricht:

22,13
Kap
»Es ist ein Löwe draußen; ich könnte getötet werden auf der Gasse.«

14

22,14
Kap
Der Mund fremder Frauen ist eine tiefe Grube; wem der Herr zürnt, der fällt hinein.

15Torheit steckt dem Knaben im Herzen; aber

22,15
Kap
die Rute der Zucht treibt sie ihm aus.

16

22,16
Kap
Wer dem Armen Unrecht tut, mehrt die Habe; wer dem Reichen gibt, schafft nur Mangel.

Worte der Weisen

17Neige dein Ohr und höre die

22,17
Kap
Worte der Weisen und nimm zu Herzen meine Lehre. 18Denn lieblich ist’s, wenn du sie im Sinne behältst; lass sie miteinander auf deinen Lippen bleiben. 19Damit deine Hoffnung sich gründe auf den Herrn, erinnere ich daran heute gerade dich. 20Hab ich dir nicht dreißig Sprüche22,20 Anspielung auf die ägyptische Weisheitslehre des Amenemope. aufgeschrieben als Rat und Erkenntnis, 21um dir kundzutun zuverlässige Worte der Wahrheit, damit du rechte Antwort bringen kannst denen, die dich senden?

22

22,22
2. Mose 23,6
Beraube den Armen nicht, weil er arm ist, und unterdrücke den Elenden nicht im Tor; 23denn der Herr wird ihre Sache führen und wird denen, die sie berauben, das Leben rauben.

24Geselle dich nicht zum

22,24
Kap
Zornigen und halt dich nicht zu einem wütenden Mann; 25du könntest auf seinen Weg geraten und dich selbst zu Fall bringen.

26Sei nicht einer von denen, die mit Handschlag haften und für Schulden

22,26
Kap
Bürge werden; 27denn wenn du nicht bezahlen kannst, so wird man dir dein Bett unter dir wegnehmen.

28

22,28
Kap
Verrücke nicht die uralten Grenzen, die deine Väter gemacht haben.

29Siehst du einen Mann, behände in seinem Geschäft, der wird Königen dienen; Unedlen wird er nicht dienen.

23

231Wenn du zu Tische sitzt mit einem hohen Herrn, so achte nur auf das, was du vor dir hast, 2und setze ein Messer an deine Kehle, wenn du gierig bist; 3wünsche dir nichts von seinen feinen Speisen; denn es ist trügerisches Brot.

4Bemühe dich nicht, reich zu werden; da spare deine Klugheit!

23,4
Kap
5Du richtest deine Augen auf Reichtum, und er ist nicht mehr da; denn er macht sich Flügel wie ein Adler und fliegt gen Himmel.

6Iss nicht das Brot eines Missgünstigen und wünsche dir von seinen feinen Speisen nichts; 7denn in seinem Herzen ist er berechnend; er spricht zu dir: Iss und trink!, und sein Herz ist doch nicht mit dir. 8Den Bissen, den du gegessen hast, musst du ausspeien, und deine freundlichen Worte sind vergeudet.

9Rede nicht vor des Unverständigen Ohren; denn er verachtet die Klugheit deiner Rede.

10

23,10
Kap
Verrücke nicht uralte Grenzen und vergreife dich nicht an dem Acker der Waisen, 11denn ihr Helfer ist mächtig; der wird ihre Sache gegen dich führen.

12Wende dein Herz hin zur Zucht und deine Ohren zu vernünftiger Rede.

13

23,13
Kap
Lass nicht ab, den Knaben zu züchtigen; denn wenn du ihn mit der Rute schlägst, so wird er nicht sterben; 14du schlägst ihn mit der Rute, aber du errettest ihn vom Tode.

15Mein Sohn, wenn dein Herz weise ist, so freut sich auch mein Herz, 16und meine Seele23,16 Wörtlich: »Nieren«; siehe Sach- und Worterklärungen zu »Nieren«. ist froh, wenn deine Lippen reden, was recht ist.

17Dein Herz sei nicht neidisch auf den Sünder, sondern trachte täglich nach der Furcht des Herrn; 18denn das Ende kommt noch und dann wird deine Hoffnung nicht zuschanden.

19Höre, mein Sohn, und sei weise und richte dein Herz auf den rechten Weg. 20Sei nicht unter den Säufern und Schlemmern; 21denn die

23,21
Kap
Säufer und Schlemmer verarmen, und ein Schläfer muss zerrissene Kleider tragen.

22Gehorche deinem Vater, der dich gezeugt hat, und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt wird.

23Kaufe Wahrheit und verkaufe sie nicht, die Weisheit, die Zucht und die Einsicht.

24

23,24
Kap
Der Vater eines Gerechten freut sich, und wer einen Weisen gezeugt hat, ist fröhlich über ihn. 25Lass deinen Vater und deine Mutter sich freuen, und fröhlich sein, die dich geboren hat.

26Gib mir, mein Sohn, dein Herz und lass deinen Augen meine Wege wohlgefallen. 27

23,27
Kap
Denn die Hure ist eine tiefe Grube, und die fremde Frau ist ein enger Brunnen. 28Auch lauert sie wie ein Räuber und mehrt die Treulosen unter den Menschen.

29

23,29
Kap
Wer hat Weh? Wer hat Leid? Wer hat Zank? Wer hat Klagen? Wer hat Wunden ohne Grund? Wer hat trübe Augen? 30Die bis in die Nacht beim Wein sitzen und kommen, gemischten Wein zu kosten. 31Sieh den Wein nicht an, wie er so rot ist und im Glase so schön steht: Er geht glatt ein, 32aber danach beißt er wie eine Schlange und sticht wie eine Otter. 33Da werden deine Augen seltsame Dinge sehen, und dein Herz wird Verkehrtes reden, 34und du wirst sein wie einer, der mitten im Meer schläft, und wie einer schläft oben im Mastkorb. 35»Sie schlugen mich, aber es tat mir nicht weh; sie prügelten mich, aber ich fühlte es nicht. Wann werde ich aufwachen? Dann will ich’s wieder so treiben.«