Lutherbibel 2017 (LU17)
41

411Siehe, jede Hoffnung wird an ihm zuschanden; schon wenn einer ihn sieht, stürzt er zu Boden. 2Niemand ist so kühn, dass er ihn zu reizen wagt. – Wer ist denn, der vor mir bestehen könnte? 3Wer kann mir entgegentreten und ich lasse ihn unversehrt? Alles unter dem Himmel ist mein!

4Ich will nicht schweigen von seinen Gliedern, wie groß, wie mächtig und wohlgeschaffen er ist. 5Wer kann ihm den Panzer ausziehen, und wer darf es wagen, ihm zwischen die Zähne zu greifen? 6Wer kann die Tore seines Rachens auftun? Um seine Zähne herum herrscht Schrecken. 7Sein Rücken ist eine Reihe von Schilden, wie mit festem Siegel verschlossen. 8Einer reiht sich an den andern, dass nicht ein Lufthauch hindurchgeht. 9Es haftet einer am andern, sie schließen sich zusammen und lassen sich nicht trennen. 10Sein Niesen lässt Licht aufleuchten; seine Augen sind wie die Wimpern der Morgenröte. 11Aus seinem Rachen fahren Fackeln, und feurige Funken schießen heraus. 12Aus seinen Nüstern fährt Rauch wie von einem siedenden Kessel und Binsenfeuer. 13Sein Odem ist wie lichte Lohe, und aus seinem Rachen schlagen Flammen. 14Auf seinem Nacken nächtigt die Stärke, und vor ihm her tanzt die Angst. 15Die Wampen seines Fleisches haften an ihm, fest angegossen, ohne sich zu bewegen. 16Sein Herz ist so hart wie ein Stein und so fest wie der untere Mühlstein.

17Wenn er sich erhebt, so entsetzen sich die Starken, und wenn er hervorbricht, weichen sie zurück. 18Trifft man ihn mit dem Schwert, so richtet es nichts aus, auch nicht Spieß, Geschoss und Speer. 19Er achtet Eisen wie Stroh und Erz wie faules Holz. 20Kein Pfeil wird ihn verjagen; die Schleudersteine sind ihm wie Spreu. 21Die Keule achtet er wie Stoppeln; er spottet der bebenden Lanze. 22Unter seinem Bauch sind scharfe Spitzen; er fährt wie ein Dreschschlitten über den Schlamm. 23Er macht, dass die Tiefe brodelt wie ein Topf, und rührt das Meer um, wie man Salbe mischt. 24Er lässt hinter sich eine leuchtende Bahn; man denkt, die Flut sei Silberhaar. 25Auf Erden ist nicht seinesgleichen; er ist ein Geschöpf ohne Furcht. 26Er sieht allem ins Auge, was hoch ist; er ist König über alle Stolzen.

42

Hiobs letzte Antwort an den Herrn

421Und Hiob antwortete dem HERRN und sprach:

2Ich erkenne, dass du alles vermagst, und nichts, das du dir vorgenommen, ist dir zu schwer. 3»Wer ist der, der den Ratschluss verhüllt mit Worten ohne Verstand?«

42,3
Kap
Darum hab ich ohne Einsicht geredet, was mir zu hoch ist und ich nicht verstehe. 4»So höre nun, lass mich reden;
42,4
Kap
ich will dich fragen, lehre mich!« 5Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber
42,5
Kap
nun hat mein Auge dich gesehen. 6Darum gebe ich auf und bereue in Staub und Asche.

Gott rechtfertigt Hiob

7Als nun der HERR diese Worte mit Hiob geredet hatte, sprach er zu Elifas von Teman: Mein Zorn ist entbrannt über dich und über deine beiden Freunde; denn ihr habt nicht recht von mir geredet wie mein Knecht Hiob. 8So nehmt euch nun

42,8
1. Chr 15,26
sieben junge Stiere und sieben Widder und geht hin zu meinem Knecht Hiob und opfert Brandopfer für euch; aber mein Knecht Hiob soll für euch bitten; denn
42,8
Hes 14,14
ihn will ich erhören, dass ich euch nichts Schlimmes antue. Denn ihr habt nicht recht von mir geredet wie mein Knecht Hiob.

9Da gingen hin Elifas von Teman, Bildad von Schuach und Zofar von Naama und taten, wie der HERR ihnen gesagt hatte. Und der HERR erhörte Hiob.

10Und der HERR wandte das Geschick Hiobs, als er für seine Freunde bat. Und

42,10
Kap
der HERR gab Hiob doppelt so viel, wie er gehabt hatte. 11Und
42,11
Kap
es kamen zu ihm alle seine Brüder und alle seine Schwestern und alle, die ihn früher gekannt hatten, und aßen mit ihm in seinem Hause und sprachen ihm zu und trösteten ihn über alles Unglück, das der HERR über ihn hatte kommen lassen. Und ein jeder gab ihm ein Goldstück und einen goldenen Ring.

12Und der HERR segnete Hiob fortan mehr als zuvor, er besaß vierzehntausend Schafe und sechstausend Kamele und tausend Joch Rinder und tausend Eselinnen. 13Und er bekam sieben Söhne und drei Töchter

42,13
Kap
14und nannte die erste Jemima, die zweite Kezia und die dritte Keren-Happuch42,14 Die Namen bedeuten »Täubchen«, »Zimtblüte« und »Salbhörnchen«.. 15Und es fanden sich so schöne Frauen wie die Töchter Hiobs im ganzen Land nicht. Und ihr Vater
42,15
4. Mose 27,8-11
gab ihnen Erbteil unter ihren Brüdern.

16Und Hiob lebte danach

42,16
Ps 90,10
hundertvierzig Jahre und sah seine Kinder und Kindeskinder bis in das vierte Glied. 17Und Hiob starb
42,17
1. Mose 25,8
35,29
1. Chr 29,28
alt und lebenssatt.

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