Lutherbibel 2017 (LU17)
41

Gedalja wird ermordet

(vgl. 2. Kön 25,25)

411Aber im siebenten Monat kam

41,1
Kap
Jischmael, der Sohn Netanjas, des Sohnes Elischamas, aus königlichem Geschlecht und zehn Männer mit ihm zu Gedalja, dem Sohn Ahikams, nach Mizpa und sie aßen dort in Mizpa miteinander. 2Und Jischmael, der Sohn Netanjas, erhob sich samt den zehn Männern, die bei ihm waren, und sie erschlugen
41,2
Kap
Gedalja, den Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans, mit dem Schwert, weil ihn der König von Babel über das Land gesetzt hatte. 3Auch alle Judäer, die bei Gedalja waren in Mizpa, und die Chaldäer, die sich dort fanden, sämtliche Kriegsleute, erschlug Jischmael.

4Am andern Tage, nachdem Gedalja erschlagen war und es noch niemand wusste, 5kamen achtzig Männer von Sichem, von Silo und von Samaria und hatten die Bärte abgeschoren und ihre Kleider zerrissen und

41,5
Kap
sich wund geritzt und trugen Speisopfer und Weihrauch mit, um es zum Hause des Herrn zu bringen. 6Und Jischmael, der Sohn Netanjas, ging heraus von Mizpa ihnen entgegen, ging und weinte. Als er nun an sie herankam, sprach er zu ihnen: Ihr sollt zu Gedalja, dem Sohn Ahikams, kommen. 7Als sie aber mitten in die Stadt kamen, ermordete sie Jischmael, der Sohn Netanjas, er und die Männer, die bei ihm waren, und warfen sie in die Zisterne. 8Aber es waren zehn Männer darunter, die sprachen zu Jischmael: Töte uns nicht; wir haben Vorrat im Acker verborgen liegen an Weizen, Gerste, Öl und Honig. Da ließ er ab und tötete sie nicht mit den andern.

9Die Zisterne aber, in die Jischmael die Leichname der Männer warf, die er erschlagen hatte, war eine große Zisterne, welche der König

41,9
1. Kön 15,16-24
Asa hatte anlegen lassen im Krieg gegen Bascha, den König von Israel. Die füllte Jischmael, der Sohn Netanjas, mit den Erschlagenen. 10Und Jischmael, der Sohn Netanjas, führte das Volk, das in Mizpa übrig geblieben war, gefangen weg: die Königstöchter samt allem Volk, über das Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, Gedalja, den Sohn Ahikams, gesetzt hatte; und er zog hin und wollte hinüber zu den Ammonitern.

11Als aber

41,11
Kap
Johanan, der Sohn Kareachs, und alle Hauptleute des Heeres, die bei ihm waren, von all dem Bösen erfuhren, das Jischmael, der Sohn Netanjas, begangen hatte, 12nahmen sie zu sich alle Männer und zogen hin, um mit Jischmael, dem Sohn Netanjas, zu kämpfen, und trafen auf ihn an dem
41,12
2. Sam 2,13
großen Wasser bei Gibeon. 13Als nun alles Volk, das bei Jischmael war, den Johanan, den Sohn Kareachs, erblickte samt allen Hauptleuten des Heeres, die bei ihm waren, da wurde es froh. 14Und das ganze Volk, das Jischmael von Mizpa weggeführt hatte, wandte sich von ihm ab und ging zu Johanan, dem Sohn Kareachs, über. 15Aber Jischmael, der Sohn Netanjas, entrann mit acht Männern dem Johanan und zog zu den Ammonitern.

16Und Johanan, der Sohn Kareachs, samt allen Hauptleuten des Heeres, die bei ihm waren, nahm zu sich das übrig gebliebene Volk, das Jischmael, der Sohn Netanjas, aus Mizpa weggeführt hatte, nachdem er Gedalja, den Sohn Ahikams, erschlagen hatte, nämlich die Kriegsleute, die Frauen und Kinder und Hofleute, die er aus Gibeon zurückgebracht hatte. 17Und sie zogen hin und kehrten ein in der Herberge

41,17
2. Sam 19,38
Kimhams bei Bethlehem, um von dort
41,17
Kap
nach Ägypten zu ziehen 18aus Furcht vor den Chaldäern. Denn sie fürchteten sich vor ihnen, weil Jischmael, der Sohn Netanjas, Gedalja, den Sohn Ahikams, erschlagen hatte, den der König von Babel über das Land gesetzt hatte.

42

Jeremia warnt vor der Auswanderung nach Ägypten

421Da traten herzu alle Hauptleute des Heeres und Johanan, der Sohn Kareachs, und Asarja, der Sohn Hoschajas, samt dem ganzen Volk, Klein und Groß, 2und sprachen zum Propheten Jeremia: Lass doch unsere Bitte vor dir gelten und

42,2
Kap
bete für uns zum Herrn, deinem Gott, für alle diese Übriggebliebenen – denn leider sind wir von vielen nur wenige übrig geblieben, wie du mit eigenen Augen siehst –, 3dass der Herr, dein Gott, uns kundtun wolle, wohin wir ziehen und was wir tun sollen. 4Und der Prophet Jeremia sprach zu ihnen: Wohlan, ich will gehorchen. Siehe, ich will zum Herrn, eurem Gott, beten, wie ihr gesagt habt, und alles, was euch der Herr antworten wird, das will ich euch kundtun und will euch nichts vorenthalten. 5Und sie sprachen zu Jeremia: Der Herr sei ein zuverlässiger und wahrhaftiger Zeuge wider uns, wenn wir nicht alles tun werden, was uns der Herr, dein Gott, durch dich befehlen wird. 6Es sei Gutes oder Böses, so wollen wir gehorchen der Stimme des Herrn, unseres Gottes, zu dem wir dich senden, auf dass es uns wohlgehe, wenn wir der Stimme des Herrn, unseres Gottes, gehorchen.

7Und nach zehn Tagen geschah des Herrn Wort zu Jeremia. 8Da rief er Johanan, den Sohn Kareachs, und alle Hauptleute des Heeres, die bei ihm waren, und alles Volk, Klein und Groß, 9und sprach zu ihnen: So spricht der Herr, der Gott Israels, zu dem ihr mich gesandt habt, dass ich euer Gebet vor ihn bringen sollte: 10Werdet ihr in diesem Lande bleiben, so will ich euch

42,10
Kap
bauen und nicht einreißen; ich will euch pflanzen und nicht ausreißen; denn es hat mich
42,10
Kap
gereut das Unheil, das ich euch angetan habe. 11
42,11
Kap
Fürchtet euch nicht vor dem König von Babel, vor dem ihr euch fürchtet! Fürchtet euch nicht vor ihm, spricht der Herr; denn
42,11
Kap
ich will bei euch sein, dass ich euch helfe und von seiner Hand errette. 12Ich will euch Barmherzigkeit erweisen und mich über euch erbarmen und euch wieder in euer Land bringen.

13

42,13
Kap
Werdet ihr aber sagen: »Wir wollen nicht in diesem Lande bleiben«, und so der Stimme des Herrn, eures Gottes, nicht gehorchen 14und werdet ihr sagen: »Nein, wir wollen nach Ägyptenland ziehen, wo wir weder Krieg sehen noch den Schall der Posaune hören noch Hunger nach Brot leiden müssen; dort wollen wir bleiben« –, 15nun, so höret des Herrn Wort, ihr Übriggebliebenen von Juda! So spricht der Herr Zebaoth, der Gott Israels: Werdet ihr euer Angesicht nach Ägyptenland richten, um dorthin zu ziehen und dort zu wohnen, 16so soll euch das Schwert, vor dem ihr euch fürchtet, in Ägyptenland treffen, und der Hunger, vor dem ihr euch sorgt, soll stets hinter euch her sein in Ägypten, und ihr sollt dort sterben. 17Denn sie seien, wer sie wollen: Wer sein Angesicht nach Ägypten richtet, um dorthin zu ziehen und dort zu wohnen, der soll sterben durch Schwert, Hunger und Pest, und es soll keiner übrig bleiben noch dem Unheil entrinnen, das ich über sie kommen lassen will.

18Denn so spricht der Herr Zebaoth, der Gott Israels:

42,18
Kap
Gleichwie sich mein Zorn und Grimm über die Einwohner Jerusalems ergossen hat, so soll er sich auch über euch ergießen, wenn ihr nach Ägypten zieht;
42,18
Kap
ihr sollt zum Fluch, zum Entsetzen, zur Verwünschung und zur Schande werden und diese Stätte nicht mehr sehen. 19Der Herr hat zu euch gesprochen, die ihr übrig geblieben seid von Juda: Zieht nicht nach Ägypten! So wisset, dass ich euch heute gewarnt habe. 20Ihr setzt euer Leben aufs Spiel, weil ihr mich gesandt habt zum Herrn, eurem Gott, und gesagt: Bete zum Herrn, unserm Gott, für uns, und alles, was der Herr, unser Gott, sagen wird, tu uns kund, so wollen wir danach tun. 21Das habe ich euch heute kundgetan; aber ihr wollt der Stimme des Herrn, eures Gottes, nicht gehorchen noch allem, womit er mich zu euch gesandt hat. 22So sollt ihr nun wissen, dass ihr durch Schwert, Hunger und Pest sterben müsst an dem Ort, wohin ihr zu ziehen gedenkt, um dort zu wohnen.

43

Der Zug nach Ägypten

431Als Jeremia dem ganzen Volk alle Worte des Herrn, ihres Gottes, ausgerichtet hatte, wie ihm der Herr, ihr Gott, alle diese Worte an sie befohlen hatte, 2sprachen Asarja, der Sohn Hoschajas, und Johanan, der Sohn Kareachs, und alle aufsässigen Männer zu Jeremia: Du lügst! Der Herr, unser Gott, hat dich nicht zu uns gesandt und gesagt: »Ihr sollt nicht nach Ägypten ziehen, um dort zu wohnen«, 3sondern

43,3
Kap
Baruch, der Sohn Nerijas, hetzt dich gegen uns auf, damit wir den Chaldäern übergeben werden und sie uns töten oder nach Babel wegführen.

4Da gehorchten Johanan, der Sohn Kareachs, und alle Hauptleute des Heeres samt dem ganzen Volk der Stimme des Herrn nicht, dass sie im Lande Juda geblieben wären, 5sondern Johanan, der Sohn Kareachs, und alle Hauptleute des Heeres nahmen zu sich alle Übriggebliebenen von Juda, die von allen Völkern, wohin sie geflohen, zurückgekommen waren, um im Lande Juda zu wohnen, 6nämlich Männer, Frauen und Kinder, dazu die Königstöchter und alle Übrigen, die Nebusaradan, der Oberste der Leibwache, bei Gedalja, dem Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans, gelassen hatte, und auch den Propheten Jeremia und Baruch, den Sohn Nerijas. 7Und sie

43,7
Kap
zogen nach Ägyptenland, denn sie wollten der Stimme des Herrn nicht gehorchen, und kamen nach Tachpanhes.

Die Heimsuchung Ägyptens

8Aber des Herrn Wort geschah zu Jeremia in Tachpanhes: 9Nimm große Steine und füge sie mit Lehm in das Ziegelpflaster am Eingang des Hauses des Pharao in Tachpanhes, sodass die Männer aus Juda es sehen, 10und sprich zu ihnen: So spricht der Herr Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will hinsenden und

43,10
Kap
meinen Knecht Nebukadnezar, den König von Babel, holen lassen und will seinen Thron oben auf diese Steine setzen, die ich einfügen ließ; und er soll seinen Thronhimmel darüber ausspannen. 11Er soll kommen und Ägyptenland schlagen und
43,11
Kap
töten, wen es trifft, gefangen führen, wen es trifft, mit dem Schwert erschlagen, wen es trifft. 12Und er wird
43,12
Kap
die Tempel Ägyptens in Brand stecken und niederbrennen und ihre Götter wegführen. Und er soll Ägyptenland lausen, wie ein Hirt sein Kleid laust, und mit Frieden von dannen ziehen. 13Er soll die Steinmale von Bet-Schemesch in Ägyptenland zerbrechen und die Tempel der Götter Ägyptens mit Feuer verbrennen.