Lutherbibel 2017 (LU17)
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Das Weltreich Nebukadnezars

Kapitel 1,1–3,10

Nebukadnezar führt Krieg gegen Arphaxad

11Es geschah im zwölften Jahr des Königs Nebukadnezar, der über die Assyrer herrschte in der großen Stadt Ninive, und in den Tagen Arphaxads, der über die Meder herrschte in Ekbatana. 2Arphaxad hatte rings um Ekbatana eine Mauer aus Quadersteinen gebaut, drei Ellen breit und sechs Ellen lang, und er hatte die Mauer siebzig Ellen hoch und fünfzig Ellen breit gemacht. 3Ihre Türme hatte er über ihren Toren errichtet, hundert Ellen hoch, gegründet auf sechzig Ellen im Geviert. 4Und er hatte Tore gemacht, die siebzig Ellen in die Höhe ragten, vierzig Ellen breit, damit seine Streitmacht und die Schlachtreihen seiner Fußtruppen ausrücken konnten. 5In jenen Tagen führte der König Nebukadnezar Krieg gegen den König Arphaxad in der großen Ebene, das ist die Ebene in dem Gebiet von Ragau. 6Und zu Arphaxad stießen alle Bewohner des Gebirges und alle, die am Euphrat und am Tigris, am Hydaspes und in der Ebene Ariochs, des Königs der Elymäer, wohnten. Und viele andere Völker schlossen sich dem Heer der Söhne Chelëuds an.

Nebukadnezar beschließt einen Feldzug gegen die unbotmäßigen Völker

7Da sandte Nebukadnezar, der König der Assyrer, Boten zu allen, die in Persien und nach Westen hin wohnten, den Bewohnern von Kilikien und Damaskus, zu denen, die auf dem Libanon und dem Antilibanon wohnten, und zu allen am Meer, 8zu den Völkern am Karmel und in Gilead, nach Obergaliläa und in die große Ebene Jesreel, 9zu allen in Samarien und seinen Städten, zu denen jenseits des Jordans bis hin nach Jerusalem und Betane, Chelus, Kadesch und dem Strom Ägyptens, nach Tachpanhes und Ramses und dem ganzen Land Goschen, 10über Zoan und Memphis hinaus zu allen, die in Ägypten wohnten, bis an die Grenzen Äthiopiens. 11Doch die Bewohner aller dieser Länder missachteten das Wort Nebukadnezars, des Königs der Assyrer. Sie kamen ihm nicht zu Hilfe, denn sie fürchteten ihn nicht, da er ihnen vorkam wie einer, der keine Macht hat. So sandten sie seine Boten wieder zurück, unverrichteter Dinge und entehrt. 12Da wurde Nebukadnezar sehr zornig über alle diese Länder. Und er schwor bei seinem Thron und bei seiner Königsherrschaft, dass er sich rächen werde an dem ganzen Gebiet von Kilikien, Damaskus und Syrien und dass er mit dem Schwert töten werde alle Bewohner des Landes Moab und die Ammoniter und ganz Judäa und alle in Ägypten, bis zum Gebiet der beiden Meere.

13Und er trat mit seiner Streitmacht an gegen den König Arphaxad im siebzehnten Jahr und überwand ihn im Kampf. Die ganze Streitmacht Arphaxads schlug er in die Flucht, seine Reiterei und alle Streitwagen. 14Er nahm seine Städte in Besitz und drang vor bis Ekbatana, bemächtigte sich ihrer Türme, plünderte ihre Straßen und zerstörte ihre Pracht. 15Den König Arphaxad aber ergriff er in den Bergen von Ragau, durchbohrte ihn mit seinen Speeren und vernichtete ihn ein für alle Mal. 16Danach kehrte er heim mit seiner ganzen Heerschar, einer gewaltigen Menge von Kriegern. Hundertzwanzig Tage lang feierte und tafelte er mit seiner Streitmacht.

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Nebukadnezar sinnt auf Rache

21Im achtzehnten Jahr, am zweiundzwanzigsten Tag des Monats, wurde im Hause Nebukadnezars, des Königs der Assyrer, befohlen, an allen Ländern Rache zu nehmen, wie er es angekündigt hatte. 2Und er rief sein ganzes Gefolge und alle seine Würdenträger zusammen und beriet sich mit ihnen im Geheimen. Mit seiner Rede beschwor er großes Unheil über die ganze Erde herauf: 3Sie beschlossen, alle zu vernichten, die seinem Befehl nicht gehorcht hatten. 4Und als er die Ratsversammlung beendet hatte, rief Nebukadnezar, der König der Assyrer, Holofernes herbei, den Feldhauptmann seiner Streitmacht, den Zweiten nach ihm, und sagte zu ihm: 5So spricht der Großkönig, der Herr der ganzen Erde: Siehe, du sollst von hier aus aufbrechen und Männer mit dir nehmen, die auf ihre Kraft vertrauen, etwa hundertzwanzigtausend Mann zu Fuß und ein Aufgebot von zwölftausend Pferden mit Reitern. 6Zieh aus zum Kampf gegen alle Länder, die nach Westen hin liegen; denn sie haben meinem Befehl nicht gehorcht. 7Du sollst sie auffordern, sich zu unterwerfen, denn ich werde in meinem Zorn über sie kommen. Ich werde die ganze Erde mit meiner Streitmacht überziehen und werde ihr alle Länder zur Beute geben. 8Ihre Verwundeten sollen Schluchten und Sturzbäche füllen, und jeder Fluss soll von Leichen überfließen. 9Die Gefangenen will ich wegführen bis an die Enden der Erde. 10Du aber zieh aus und nimm ihr ganzes Gebiet für mich ein. Sie sollen sich dir ergeben, und du wirst sie festhalten bis zu dem Tag, an dem ich sie richten werde. 11Mit den Widerspenstigen aber sollst du keine Nachsicht üben, sondern sie überall Mord und Plünderung preisgeben. 12Denn, so wahr ich lebe und bei meiner Königsmacht: Ich habe es gesagt und werde es ausführen mit meiner Hand! 13Du aber sollst auch nicht eines dieser Worte deines Herrn übertreten, sondern gewissenhaft ausführen, was ich dir geboten habe, und sollst nicht zögern, es zu tun.

Holofernes beginnt seinen Feldzug

14Da ging Holofernes hinaus von seinem Herrn, rief alle Mächtigen, die Heerführer und die Befehlshaber der assyrischen Streitmacht herbei 15und musterte geeignete Männer für die Schlachtordnung, wie ihm sein Herr befohlen hatte: hundertzwanzigtausend zu Fuß und zwölftausend Bogenschützen zu Pferde, 16und er stellte sie so auf, wie ein Heer zur Schlacht geordnet wird. 17Er beschaffte Kamele, Esel und Maultiere für ihre Ausrüstung, eine gewaltige Menge, und zahllose Schafe, Rinder und Ziegen zu ihrer Versorgung, 18auch reichliche Vorräte für alle, dazu sehr viel Gold und Silber aus der königlichen Schatzkammer. 19So brach er mit seiner ganzen Streitmacht zum Feldzug auf, dem König Nebukadnezar voraus, um die ganze Erde nach Westen hin mit Streitwagen, Reitern und ausgesuchten Fußtruppen zu bedecken. 20Und der Heerhaufen wuchs gewaltig. Wie die Heuschrecken schlossen sich ihnen Leute an, und zahllos wie der Staub der Erde wurde ihre Menge. 21Von Ninive aus zogen sie drei Tagesmärsche weit bis zu der Ebene von Bektilet. Und sie schlugen ihr Lager auf jenseits von Bektilet, nahe dem Gebirge, das im Norden von Oberkilikien liegt. 22Und er nahm seine ganze Streitmacht, die Fußtruppen, die Reiter und seine Streitwagen, und zog in das Gebirge hinauf. 23Und er zerschlug Pud und Lud und plünderte alle Rassiter und Ismaeliter, die am Rande der Wüste südlich der Cheleer wohnten. 24Dann überschritt er den Euphrat, durchzog Mesopotamien und zerstörte alle befestigten Städte am Fluss Habor bis hin zum Meer. 25Er nahm das Gebiet von Kilikien ein und schlug alle nieder, die ihm Widerstand leisteten, und kam bis in das Gebiet von Jafet, das im Süden liegt, am Rande von Arabien. 26Und er umzingelte alle Midianiter, brannte ihre Zelte nieder und plünderte ihre Viehherden. 27Danach stieg er hinab in die Ebene von Damaskus zur Zeit der Weizenernte, steckte alle ihre Felder in Brand und gab die Schafe und Rinderherden der Vernichtung preis. Er raubte ihre Städte aus, verwüstete ihre Ebenen und erschlug alle ihre Jünglinge mit der Schärfe des Schwertes. 28Da befiel Furcht und Zittern alle, die am Meer wohnten, in Tyrus und Sidon, und die Bewohner von Sur und Okina, von Jamnia, Aschdod und Aschkelon. Sie alle fürchteten ihn sehr.

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Viele Völker unterwerfen sich

31Und sie sandten Friedensboten, die ihm sagen sollten: 2»Siehe wir, die Knechte des Großkönigs Nebukadnezar, liegen vor dir. Tu mit uns, was dir gefällt! 3Siehe, unsere Höfe und alle unsere Ortschaften und alle Weizenfelder und die Schafe und Rinderherden und alles Vieh bei unseren Zelten liegen vor dir. Tu mit ihnen, was dir gefällt! 4Siehe, auch unsere Städte und alle, die darin wohnen, sind deine Sklaven. Komm und verfahre mit ihnen, wie es dir gut erscheint!« 5Und die Boten kamen zu Holofernes und richteten ihm alles Wort für Wort aus. 6Da zog er mit seiner Streitmacht zum Meer hinunter, besetzte die befestigten Städte und hob in ihnen geeignete Männer für seine Hilfstruppen aus. 7Und die Bewohner der ganzen Gegend empfingen ihn mit Kränzen, Tänzen und Trommeln. 8Er aber zerstörte ihr gesamtes Gebiet und riss ihre Heiligtümer nieder. Denn ihm war aufgetragen, die Götter des Landes auszurotten, damit alle Völker Nebukadnezar allein dienen und alle Zungen und Stämme ihn allein als Gott anrufen sollten. 9Und er kam bis nach Jesreel in die Nähe von Dotan, das gegenüber der großen Bergkette von Judäa liegt. 10Dann schlug er zwischen Gabbai und Skythopolis sein Lager auf und blieb dort einen Monat lang, um die Ausrüstung seiner Streitmacht neu zu ordnen.