Lutherbibel 2017 (LU17)
23

Gegen Tyrus und Sidon

(vgl. Hes 26,1–28,24)

231Dies ist die Last23,1 Siehe Sach- und Worterklärungen. für Tyrus:

23,1
Heult, ihr
23,1
Hes 27,12
Tarsisschiffe, denn Tyrus ist zerstört, dass kein Haus mehr da ist! Als sie heimkehrten aus dem Lande Kittim, wurden sie dessen gewahr. 2Wehklagt, Bewohner der Küste, ihr Kaufleute von Sidon! Deine Boten durchzogen das Meer 3und mächtige Wasser. Früchte vom Schihor und Getreide vom Nil waren Sidons Ertrag. Es war der Markt der Völker. 4Schäme dich, Sidon, denn das Meer, ja, die Feste am Meer spricht: Ich werde nicht mehr schwanger, ich gebäre nicht mehr; darum ziehe ich keine Jünglinge auf und erziehe keine Jungfrauen. 5Wenn das die Ägypter hören, erschrecken sie wie über die Kunde von Tyrus.

6Fahrt hin nach Tarsis, heult, ihr Bewohner der Küste! 7Ist das eure fröhliche Stadt, die sich ihres Alters rühmte? Ihre Füße führten sie weit weg, in der Ferne zu weilen. 8Wer hat solches beschlossen über Tyrus, das andere krönte, dessen Kaufleute Fürsten waren und dessen Händler die Herrlichsten auf Erden? 9Der Herr Zebaoth hat’s so beschlossen, auf dass er erniedrigte die Pracht der stolzen Stadt und verächtlich machte alle Herrlichen auf Erden. 10Fahr hin durch dein Land wie der Nil, du Tochter Tarsis! Denn es gibt keinen Hafen mehr.

11Der Herr hat seine Hand ausgereckt über das Meer und Königreiche erschreckt. Er hat Befehl gegeben über Kanaan, dass seine Bollwerke zerstört werden, 12und er hat gesagt: Du sollst nicht mehr fröhlich sein, du geschändete Jungfrau, du Tochter Sidon! Nach Kittim mach dich auf und zieh fort, doch wirst du auch da keine Ruhe haben. 13Siehe, die Chaldäer – dies Volk hat’s getan, nicht Assur – haben die Stadt zur Wüste gemacht; sie haben Belagerungstürme aufgerichtet, ihre Paläste niedergerissen und die Stadt geschleift. 14

23,14
Heult, ihr Tarsisschiffe, denn euer Bollwerk ist zerstört!

15Zu der Zeit wird Tyrus vergessen werden siebzig Jahre, solange etwa ein König lebt. Aber nach siebzig Jahren wird es mit Tyrus gehen, wie es im Hurenlied heißt: 16Nimm die Harfe, geh in der Stadt umher, du vergessene Hure! Mach’s gut auf dem Saitenspiel und singe viel Lieder, auf dass deiner gedacht werde! 17Denn nach siebzig Jahren wird der Herr die Stadt Tyrus heimsuchen, dass sie wieder zu ihrem Hurenlohn komme und

23,17
Offb 17,2
Hurerei treibe mit allen Königreichen auf Erden. 18Aber ihr Gewinn und Hurenlohn wird dem Herrn geweiht werden. Man wird ihn nicht wie Schätze sammeln und aufhäufen, sondern ihr Gewinn wird denen zufallen, die vor dem Herrn wohnen, dass sie essen und satt werden und wohlbekleidet seien.

24

Die Zerstörung der Erde

241Siehe, der Herr macht die Erde leer und wüst und wirft um, was auf ihr ist, und zerstreut ihre Bewohner. 2Und

24,2
Hos 4,9
es geht dem Priester wie dem Volk, dem Herrn wie dem Knecht, der Herrin wie der Magd, dem Verkäufer wie dem Käufer, dem Verleiher wie dem Borger, dem Gläubiger wie dem Schuldner. 3Die Erde wird leer und beraubt sein; denn der Herr hat solches geredet.

4Die Erde ist verdorrt und verwelkt, der Erdkreis ist verschmachtet und verwelkt, die Höchsten des Volks auf Erden verschmachten.

24,4
Kap
5Die Erde ist
24,5
Jer 3,29
entweiht von ihren Bewohnern; denn sie haben die Gesetze übertreten, das Gebot missachtet und
24,5
Jer 11,10
Hes 16,59
den ewigen Bund gebrochen. 6Darum frisst der Fluch die Erde, und verschuldet haben es, die darauf wohnen. Darum nehmen die Bewohner der Erde ab, sodass wenig Leute übrig bleiben.

7

24,7
Kap
Der Wein ist dahin, der Weinstock verschmachtet, und alle, die von Herzen fröhlich waren, seufzen. 8Die Freude der Pauken ist vorüber, das Jauchzen der Fröhlichen ist aus, und die Freude der Harfe hat ein Ende. 9Man trinkt keinen Wein mehr bei frohem Gesang, und das Bier wird bitter denen, die es trinken.

10Die Stadt ist zerstört und wüst, alle Häuser sind verschlossen, dass niemand hineingehen kann.

24,10
Kap
11Man klagt um den Wein auf den Gassen, dass alle Freude weg ist, alle Wonne des Landes dahin ist. 12Nur Verwüstung ist in der Stadt geblieben, und die Tore sind in Trümmer geschlagen. 13Denn so geht es zu auf Erden und unter den Völkern, wie wenn
24,13
Kap
ein Ölbaum leer geschlagen wird, wie bei der Nachlese, wenn die Weinernte aus ist.

14Sie erheben ihre Stimme und rühmen und jauchzen vom Meer her über die Herrlichkeit des Herrn: 15»So preiset nun den Herrn im Osten, auf den Inseln des Meeres den Namen des Herrn, des Gottes Israels.«

24,15
Kap
16Wir hören Lobgesänge vom Ende der Erde: »Herrlichkeit dem Gerechten!«

Aber ich muss sagen: Wie bin ich so elend! Wie bin ich so elend!

24,16
Kap
Weh mir! Denn es rauben
24,16
Kap
die Räuber, ja, immerfort rauben die Räuber. 17
24,17
Jer 48,43-44
Klgl 3,47
Über euch, Bewohner der Erde, kommt Schrecken und Schacht und Schlinge. 18Und wer entflieht vor dem Geschrei des Schreckens, der fällt in den Schacht; und wer entkommt aus dem Schacht, der wird in der Schlinge gefangen. Denn
24,18
1. Mose 7,11
die Fenster in der Höhe sind aufgetan, und die Grundfesten der Erde beben. 19Mit Krachen zerbricht die Erde, zerbirst und zerfällt.
24,19
2. Petr 3,10
20Die Erde taumelt wie ein Trunkener und wird hin und her geworfen wie eine schwankende Hütte; denn ihre Missetat drückt sie, dass sie fallen muss und nicht wieder aufstehen kann.

21Zu der Zeit wird der Herr das Heer der Höhe heimsuchen in der Höhe und die Könige der Erde auf der Erde, 22dass sie gesammelt werden als Gefangene in die Grube und verschlossen werden im Kerker und nach langer Zeit heimgesucht werden. 23Und der Mond wird schamrot werden und die Sonne erbleichen, wenn der Herr Zebaoth

24,23
Kap
König sein wird auf dem Berg Zion und zu Jerusalem und vor seinen Ältesten in Herrlichkeit.
24,23
Kap

25

Danklied der Erlösten

251Herr,

25,1
Ps 31,15
du bist mein Gott, dich preise ich; ich lobe deinen Namen. Denn du hast Wunder getan; deine Ratschlüsse von alters her sind treu und wahrhaftig. 2Denn
25,2
Kap
du hast die Stadt zum Steinhaufen gemacht, die feste Stadt, dass sie in Trümmern liegt, die Paläste der Fremden, dass sie nicht mehr eine Stadt seien und nie wieder aufgebaut werden. 3Darum ehrt dich ein mächtiges Volk, die Städte gewalttätiger Völker fürchten dich. 4Denn du bist der Geringen Schutz gewesen, der Armen Schutz in der Trübsal,
25,4
Kap
eine Zuflucht vor dem Ungewitter, ein Schatten vor der Hitze, wenn die Tyrannen wüten wie ein Unwetter im Winter, 5wie die Hitze im dürren Land. Du demütigst der Fremden Ungestüm, wie du die Hitze brichst durch den Schatten der Wolken; du dämpfst der Tyrannen Siegesgesang.

Das große Freudenmahl

6Und der Herr Zebaoth wird auf diesem Berge allen Völkern

25,6
Mt 8,11
22,2-4
ein fettes Mahl machen, ein Mahl von reinem Wein, von Fett, von Mark, von Wein, darin keine Hefe ist. 7Und er wird auf diesem Berge die Hülle wegnehmen, mit der alle Völker verhüllt sind, und die Decke, mit der alle Heiden zugedeckt sind. 8Er wird
25,8
Hos 13,14
1. Kor 15,54-55
den Tod verschlingen auf ewig. Und Gott der Herr
25,8
Offb 7,17
21,4
wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen und wird aufheben die Schmach seines Volks in allen Landen; denn der Herr hat’s gesagt.

9Zu der Zeit wird man sagen: »Siehe, das ist unser Gott, auf den wir hofften, dass er uns helfe. Das ist der Herr, auf den wir hofften; lasst uns jubeln und fröhlich sein über sein Heil.« 10Denn die Hand des Herrn ruht auf diesem Berge. Moab aber wird zertreten werden an seinem Ort, wie Stroh in die Mistlache getreten wird. 11Und wenn es auch seine Hände darin ausbreitet, wie sie ein Schwimmer ausbreitet, um zu schwimmen, so wird doch der Herr seinen Hochmut niederdrücken trotz allen Mühens seiner Hände. 12Und

25,12
Kap
deine hohen, steilen Mauern hat er gebeugt, erniedrigt und in den Staub zu Boden geworfen.