Lutherbibel 2017 (LU17)
12

Das Danklied der Erlösten

121Zu der Zeit wirst du sagen:

Ich danke dir, HERR! Du bist zornig gewesen über mich.

12,1
Kap
Möge dein Zorn sich abkehren, dass du mich tröstest.

2Siehe, Gott ist mein Heil,

ich bin sicher und fürchte mich nicht;

denn

12,2
2. Mose 15,2
Ps 118,14
Gott der HERR ist meine Stärke und mein Psalm

und ist mein Heil.

3Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen

aus den Brunnen des Heils.

12,3
Kap

4Und ihr werdet sagen zu der Zeit:

12,4
1. Chr 16,8
Ps 105,1
Danket dem HERRN,

rufet an seinen Namen!

Machet kund unter den Völkern sein Tun,

verkündiget, wie sein Name so hoch ist!

5Lobsinget dem HERRN, denn er hat sich herrlich bewiesen.

Solches sei kund in allen Landen!

6Jauchze und rühme, die du wohnst auf Zion;

denn der Heilige Israels ist groß bei dir!

13

Gottes Gericht über Babel

(Kap 13,1–14,32: vgl. Kap 21,1-10; 47,1-15; Jer 50,1–51,64)

131Dies ist die

13,1
Jer 23,33
Last13,1 Siehe Sach- und Worterklärungen. für Babel, die Jesaja, der Sohn des Amoz, geschaut hat: 2Auf kahlem Berge erhebt das Banner, ruft laut ihnen zu, winkt mit der Hand, dass sie einziehen durch die Tore der Fürsten. 3Ich habe meine Geheiligten aufgeboten und meine Starken gerufen zu meinem Zorngericht; sie jauchzen über meine Herrlichkeit. 4Es ist Geschrei und Lärm auf den Bergen wie von einem großen Volk, Geschrei und Getümmel von den versammelten Königreichen der Völker. Der HERR Zebaoth rüstet ein Heer zum Kampf. 5Sie kommen aus fernen Landen, vom Ende des Himmels, ja, der HERR selbst samt den Werkzeugen seines Zorns, um zu verderben die ganze Erde.

6Heulet, denn

13,6
Joel 1,15
2,1
Obd 15
des HERRN Tag ist nahe; er kommt wie eine Verwüstung vom Allmächtigen. 7Darum werden alle Hände schlaff, und aller Menschen Herz wird feige sein. 8Schrecken, Angst und Schmerzen wird sie ankommen, es wird ihnen bange sein wie einer Gebärenden. Einer wird sich vor dem andern entsetzen, feuerrot werden ihre Angesichter sein.

9Siehe, des HERRN Tag kommt, grausam, voll Grimm und glühendem Zorn, die Erde zu verwüsten und die Sünder von ihr zu vertilgen. 10Denn die Sterne am Himmel und sein Orion scheinen nicht hell, die Sonne geht finster auf, und der Mond gibt keinen Schein.

13,10
Hes 32,7
Joel 2,10
Am 5,8
Mt 24,29
11Ich will den Erdkreis heimsuchen um seiner Bosheit willen und die Gottlosen um ihrer Missetat willen und will dem Hochmut der Stolzen ein Ende machen und die Hoffart der Gewaltigen demütigen, 12dass ein Mann kostbarer sein soll als feinstes Gold und ein Mensch wertvoller als Goldstücke aus Ofir.

13Darum will ich den Himmel zittern lassen, die Erde soll beben und von ihrer Stätte weichen durch den Grimm des HERRN Zebaoth, am Tage seines glühenden Zorns. 14Und sie sollen sein wie eine verscheuchte Gazelle und wie eine Herde ohne Hirten, dass sich ein jeder zu seinem Volk kehren und ein jeder in sein Land fliehen wird. 15Wer da gefunden wird, wird erstochen, und wen man aufgreift, wird durchs Schwert fallen. 16Es

13,16
Ps 137,8-9
sollen auch ihre Kinder vor ihren Augen zerschmettert, ihre Häuser geplündert und
13,16
Klgl 5,11
ihre Frauen geschändet werden.

17Siehe, ich will die Meder gegen sie erwecken, die nicht Silber suchen oder nach Gold fragen, 18sondern die jungen Männer mit Bogen erschießen und sich der Frucht des Leibes nicht erbarmen und die Kinder nicht schonen. 19So soll Babel, das schönste unter den Königreichen, die herrliche Pracht der Chaldäer, zerstört werden von Gott

13,19
Kap
wie Sodom und Gomorra, 20dass man hinfort nicht mehr da wohne noch jemand da bleibe für und für, dass auch Araber dort keine Zelte aufschlagen noch Hirten ihre Herden lagern lassen, 21
13,21
Kap
sondern Wüstentiere werden sich da lagern, und ihre Häuser werden voll Eulen sein; Strauße werden da wohnen, und Bocksgeister werden da hüpfen, 22und wilde Hunde werden in ihren Palästen heulen und Schakale in den Schlössern der Lust. Ihre Zeit wird bald kommen, und ihre Tage lassen nicht auf sich warten.

14

Triumphlied über den Sturz des Weltherrschers

141Denn der HERR wird sich über Jakob erbarmen und Israel

14,1
Sach 1,17
noch einmal erwählen und sie in ihrem Land wieder ruhen lassen. Und
14,1
Kap
Fremdlinge werden sich zu ihnen gesellen und dem Hause Jakob anhangen. 2Und
14,2
Kap
die Völker werden Israel nehmen und an seinen Ort bringen, und dann wird das Haus Israel sie als Knechte und Mägde besitzen im Lande des HERRN. Und sie werden gefangen halten die, von denen sie gefangen waren, und werden herrschen über ihre Treiber. 3Und zu der Zeit, wenn dir der HERR Ruhe geben wird von deinem Jammer und Leid und von dem harten Dienst, in dem du gewesen bist, 4wirst du dies Lied anheben gegen den König von Babel und sagen:

Wie ist’s mit dem Treiber so gar aus, und das Toben hat ein Ende! 5Der HERR hat den Stock der Gottlosen zerbrochen, die Rute der Herrscher.

14,5
Kap
6Der schlug die Völker im Grimm ohne Aufhören und herrschte mit Wüten über die Nationen und verfolgte ohne Erbarmen. 7Nun hat Ruhe und Frieden alle Welt und jubelt fröhlich. 8Auch die Zypressen freuen sich über dich und die Zedern auf dem Libanon und sagen: »Seit du daliegst, kommt niemand herauf, der uns abhaut.«

9Das Totenreich drunten erzittert vor dir, wenn du kommst. Es schreckt auf vor dir die Schatten, alle Gewaltigen der Erde, und lässt alle Könige der Völker von ihren Thronen aufstehen. 10Sie alle heben an und sagen zu dir: Auch du bist schwach geworden wie wir, und es geht dir wie uns. 11Deine Pracht

14,11
Hes 32,18-19
ist herunter ins Totenreich gefahren samt dem Klang deiner Harfen. Gewürm wird dein Bett sein und Würmer deine Decke.

12Wie bist du

14,12
Offb 8,10
vom Himmel gefallen, du schöner Morgenstern! Wie wurdest du zu Boden geschlagen, du Bezwinger der Völker! 13
14,13
Mt 11,23
Du aber gedachtest in deinem Herzen:
14,13
Jer 51,53
»Ich will in den Himmel steigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen, ich will mich setzen auf den
14,13
Ps 48,3
Hes 28,14
Berg der Versammlung im fernsten Norden14,13 Der Sitz der Götter.. 14Ich will auffahren über die hohen Wolken und gleich sein dem Allerhöchsten.« 15Doch hinunter ins Totenreich fährst du, in die tiefste Grube!

16Wer dich sieht, wird auf dich schauen, wird dich ansehen und sagen: »Ist das der Mann, der die Welt zittern und die Königreiche beben machte, 17der den Erdkreis zur Wüste machte und seine Städte zerstörte und seine Gefangenen nicht nach Hause entließ?« 18Alle Könige der Völker ruhen doch in Ehren, ein jeder in seiner Kammer; 19du aber bist

14,19
Kap
hingeworfen ohne Grab wie ein verachteter Spross, bedeckt von Erschlagenen, die mit dem Schwert erstochen sind, wie eine zertretene Leiche. 20Du wirst nicht mit jenen vereint sein im Grab; denn du hast dein Land verderbt und dein Volk erschlagen. Man wird des Geschlechtes der Bösen nicht mehr gedenken. 21Richtet die Schlachtbank zu für seine Söhne
14,21
2. Mose 20,5
um der Missetat ihrer Väter willen, dass sie nicht wieder hochkommen und die Welt erobern und den Erdkreis mit Städten füllen.

22Und ich will über sie kommen, spricht der HERR Zebaoth, und von Babel ausrotten Name und Rest, Kind und Kindeskind, spricht der HERR. 23Und ich will Babel machen

14,23
Kap
zum Erbe für die Igel und zu einem Wassersumpf und will es mit dem Besen des Verderbens wegfegen, spricht der HERR Zebaoth.

Gegen Assyrien

24Der HERR Zebaoth hat geschworen:

14,24
Kap
Wie ich es erdacht habe, so ist es geschehen, und was ich beschlossen habe, das kommt zustande, 25dass ich Assur zerschlage in meinem Lande und zertrete auf meinen Bergen,
14,25
Kap
damit sein Joch von ihnen genommen werde und seine Last von ihrem Halse weiche. 26Das ist der Plan, den er hat für die ganze Erde, und das ist die Hand, die ausgereckt ist über alle Völker. 27Denn der HERR Zebaoth hat’s beschlossen – wer will’s wehren? Und seine Hand ist ausgereckt – wer will sie wenden?

Gegen die Philister

(vgl. Jer 47,1-7)

28Im Jahr, als König

14,28
2. Kön 16,20
Ahas starb, wurde diese Last14,28 Siehe Sach- und Worterklärungen. angekündigt: 29Freue dich nicht, ganz Philisterland, dass der Stock, der dich schlug, zerbrochen ist! Denn aus der Wurzel der Schlange wird eine giftige Natter kommen, und ihre Frucht wird eine
14,29
Kap
fliegende Schlange sein. 30Die Geringen werden auf meiner Aue weiden und die Armen sicher ruhen; aber deine Wurzel will ich durch Hunger töten, und deine Übriggebliebenen werde ich erwürgen. 31Heule, Tor! Schreie, Stadt! Erzittere, ganz Philisterland! Denn von Norden kommt Rauch und keiner sondert sich ab von seinen Scharen. 32Und was wird man den Boten der Völker sagen? »Der HERR hat
14,32
Kap
Zion gegründet, und hier finden die Elenden seines Volks Zuflucht.«

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