Lutherbibel 2017 (LU17)
11

Der Messias und sein Friedensreich

111

11,1
Kap
Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen. 2Auf ihm wird ruhen der
11,2
Kap
Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn. 3Und Wohlgefallen wird er haben an der Furcht des Herrn. Er wird nicht richten nach dem, was seine Augen sehen, noch Urteil sprechen nach dem, was seine Ohren hören, 4sondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen und rechtes Urteil sprechen den Elenden im Lande, und er wird mit dem Stabe seines Mundes den Gewalttätigen schlagen und
11,4
Hiob 4,9
2. Thess 2,8
mit dem Odem seiner Lippen den Gottlosen töten. 5Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein und die Treue der Gurt seiner Hüften.

6

11,6
Kap
Da wird der Wolf beim Lamm wohnen und der Panther beim Böcklein lagern. Kalb und Löwe werden miteinander grasen, und ein kleiner Knabe wird sie leiten. 7Kuh und Bärin werden zusammen weiden, ihre Jungen beieinanderliegen, und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind. 8Und ein Säugling wird spielen am Loch der Otter, und ein kleines Kind wird seine Hand ausstrecken zur Höhle der Natter. 9Man wird weder Bosheit noch Schaden tun auf meinem ganzen heiligen Berge;
11,9
Hab 2,14
denn das Land ist voll Erkenntnis des Herrn, wie Wasser das Meer bedeckt.

10Und es wird geschehen zu der Zeit, dass

11,10
Röm 15,12
die Wurzel Isais dasteht als Zeichen für die Völker. Nach ihm werden die Völker fragen, und die Stätte, da er wohnt, wird herrlich sein.

11

11,11
Kap
Und der Herr wird zu der Zeit zum zweiten Mal seine Hand ausstrecken, dass er den Rest seines Volks loskaufe, der übrig geblieben ist in Assur, Ägypten, Patros, Kusch, Elam, Schinar, Hamat und auf den Inseln des Meeres. 12Und er wird ein Zeichen aufrichten unter den Völkern und zusammenbringen die Verjagten Israels und die Zerstreuten Judas sammeln von den vier Enden der Erde. 13Und der Neid Ephraims wird aufhören und die Feinde Judas werden ausgerottet. Ephraim wird nicht mehr neidisch sein auf Juda und Juda Ephraim nicht mehr feind.
11,13
Jer 3,18
14Sie werden sich nach Westen auf die Hänge der Philister stürzen und miteinander berauben alle, die im Osten wohnen. Nach Edom und Moab werden sie ihre Hände ausstrecken, die Ammoniter werden ihnen gehorsam sein. 15Und der Herr wird mit dem Bann belegen die Zunge des Meeres von Ägypten und wird seine Hand ausstrecken über den Euphrat mit seinem starken Wind und ihn in sieben Bäche zerschlagen, sodass man mit Schuhen hindurchgehen kann. 16Und
11,16
2. Mose 14,29
es wird eine Straße da sein für den Rest seines Volks, das übrig geblieben ist in Assur, wie sie für Israel da war zur Zeit, als sie aus Ägyptenland zogen.

12

Das Danklied der Erlösten

121Zu der Zeit wirst du sagen:

Ich danke dir, Herr! Du bist zornig gewesen über mich.

12,1
Kap
Möge dein Zorn sich abkehren, dass du mich tröstest.

2Siehe, Gott ist mein Heil,

ich bin sicher und fürchte mich nicht;

denn

12,2
2. Mose 15,2
Ps 118,14
Gott der Herr ist meine Stärke und mein Psalm

und ist mein Heil.

3Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen

aus den Brunnen des Heils.

12,3
Kap

4Und ihr werdet sagen zu der Zeit:

12,4
1. Chr 16,8
Ps 105,1
Danket dem Herrn,

rufet an seinen Namen!

Machet kund unter den Völkern sein Tun,

verkündiget, wie sein Name so hoch ist!

5Lobsinget dem Herrn, denn er hat sich herrlich bewiesen.

Solches sei kund in allen Landen!

6Jauchze und rühme, die du wohnst auf Zion;

denn der Heilige Israels ist groß bei dir!

13

Gottes Gericht über Babel

(Kap 13,1–14,32: vgl. Kap 21,1-10; 47,1-15; Jer 50,1–51,64)

131Dies ist die

13,1
Jer 23,33
Last13,1 Siehe Sach- und Worterklärungen. für Babel, die Jesaja, der Sohn des Amoz, geschaut hat: 2Auf kahlem Berge erhebt das Banner, ruft laut ihnen zu, winkt mit der Hand, dass sie einziehen durch die Tore der Fürsten. 3Ich habe meine Geheiligten aufgeboten und meine Starken gerufen zu meinem Zorngericht; sie jauchzen über meine Herrlichkeit. 4Es ist Geschrei und Lärm auf den Bergen wie von einem großen Volk, Geschrei und Getümmel von den versammelten Königreichen der Völker. Der Herr Zebaoth rüstet ein Heer zum Kampf. 5Sie kommen aus fernen Landen, vom Ende des Himmels, ja, der Herr selbst samt den Werkzeugen seines Zorns, um zu verderben die ganze Erde.

6Heulet, denn

13,6
Joel 1,15
2,1
Obd 15
des Herrn Tag ist nahe; er kommt wie eine Verwüstung vom Allmächtigen. 7Darum werden alle Hände schlaff, und aller Menschen Herz wird feige sein. 8Schrecken, Angst und Schmerzen wird sie ankommen, es wird ihnen bange sein wie einer Gebärenden. Einer wird sich vor dem andern entsetzen, feuerrot werden ihre Angesichter sein.

9Siehe, des Herrn Tag kommt, grausam, voll Grimm und glühendem Zorn, die Erde zu verwüsten und die Sünder von ihr zu vertilgen. 10Denn die Sterne am Himmel und sein Orion scheinen nicht hell, die Sonne geht finster auf, und der Mond gibt keinen Schein.

13,10
Hes 32,7
Joel 2,10
Am 5,8
Mt 24,29
11Ich will den Erdkreis heimsuchen um seiner Bosheit willen und die Gottlosen um ihrer Missetat willen und will dem Hochmut der Stolzen ein Ende machen und die Hoffart der Gewaltigen demütigen, 12dass ein Mann kostbarer sein soll als feinstes Gold und ein Mensch wertvoller als Goldstücke aus Ofir.

13Darum will ich den Himmel zittern lassen, die Erde soll beben und von ihrer Stätte weichen durch den Grimm des Herrn Zebaoth, am Tage seines glühenden Zorns. 14Und sie sollen sein wie eine verscheuchte Gazelle und wie eine Herde ohne Hirten, dass sich ein jeder zu seinem Volk kehren und ein jeder in sein Land fliehen wird. 15Wer da gefunden wird, wird erstochen, und wen man aufgreift, wird durchs Schwert fallen. 16Es

13,16
Ps 137,8-9
sollen auch ihre Kinder vor ihren Augen zerschmettert, ihre Häuser geplündert und
13,16
Klgl 5,11
ihre Frauen geschändet werden.

17Siehe, ich will die Meder gegen sie erwecken, die nicht Silber suchen oder nach Gold fragen, 18sondern die jungen Männer mit Bogen erschießen und sich der Frucht des Leibes nicht erbarmen und die Kinder nicht schonen. 19So soll Babel, das schönste unter den Königreichen, die herrliche Pracht der Chaldäer, zerstört werden von Gott

13,19
Kap
wie Sodom und Gomorra, 20dass man hinfort nicht mehr da wohne noch jemand da bleibe für und für, dass auch Araber dort keine Zelte aufschlagen noch Hirten ihre Herden lagern lassen, 21
13,21
Kap
sondern Wüstentiere werden sich da lagern, und ihre Häuser werden voll Eulen sein; Strauße werden da wohnen, und Bocksgeister werden da hüpfen, 22und wilde Hunde werden in ihren Palästen heulen und Schakale in den Schlössern der Lust. Ihre Zeit wird bald kommen, und ihre Tage lassen nicht auf sich warten.