Lutherbibel 2017 (LU17)
24

Das Gleichnis vom rostigen Topf

241Und es geschah das Wort des Herrn zu mir

24,1
2. Kön 25,1
im neunten Jahr am zehnten Tage des zehnten Monats: 2Du Menschenkind, schreib dir diesen Tag auf, ja, eben diesen Tag; denn der König von Babel hat sich an eben diesem Tage vor Jerusalem gelagert. 3Und gib dem Haus des Widerspruchs ein Gleichnis und sprich zu ihnen: So spricht Gott der Herr: Setze einen
24,3
Kap
Topf auf, setz ihn auf und gieß Wasser hinein! 4Tu Fleisch hinein, lauter gute Stücke, Lenden und Schultern, und fülle ihn mit den besten Knochen. 5Nimm das Beste von der Herde und schichte Holzscheite darunter und lass die Stücke tüchtig sieden und auch die Knochen darin gut kochen.

6Darum, so spricht Gott der Herr:

24,6
Kap
Wehe der Stadt voller Blutschuld, die einem Topf gleicht, an dem Rost sitzt und nicht abgehen will! Nimm ein Stück nach dem andern heraus und lose nicht darum, welches zuerst heraussoll. 7Denn das Blut, das sie vergossen hat, ist noch in ihrer Mitte; auf den nackten Felsen und nicht auf die Erde hat sie es verschüttet,
24,7
3. Mose 17,13
sodass man’s mit Erde hätte zudecken können. 8Und ich ließ sie darum das Blut auf den nackten Felsen schütten, damit es nicht zugedeckt würde, sodass der Grimm über sie kommt und es gerächt wird.

9Darum, so spricht Gott der Herr: Wehe, du Stadt voller Blutschuld! Ich will den Holzstoß groß machen. 10Trage nur viel Holz her, bring das Feuer zum Lodern, koche das Fleisch gar und gieß die Brühe aus, dass die Knochen anbrennen; 11stelle den Topf leer auf die Glut, damit er heiß wird und sein Erz glüht und seine Unreinheit schmilzt und sein Rost abgeht! 12Aber sosehr der Topf glüht, will doch der starke Rost von ihm im Feuer nicht abgehen.

13Weil du durch Unzucht dich unrein gemacht hast und nicht rein wurdest von deiner Unreinheit, obwohl ich dich reinigen wollte, darum sollst du hinfort nicht wieder rein werden, bis

24,13
Kap
mein Grimm sich an dir gekühlt hat. 14Ich, der Herr, habe es geredet! Es wird kommen, ich will’s tun und nicht säumen.
24,14
Jer 13,14
Ich will nicht schonen, und es wird mich nicht reuen; sondern sie sollen dich richten, wie du gelebt und getan hast, spricht Gott der Herr.

Keine Totenklage

15Und des Herrn Wort geschah zu mir: 16Du Menschenkind, siehe, ich will dir deiner Augen Freude nehmen durch einen plötzlichen Tod. Aber du sollst nicht klagen und nicht weinen und keine Träne vergießen. 17Heimlich darfst du seufzen, aber keine Totenklage halten, sondern du sollst deinen Kopfbund anlegen und deine Schuhe anziehen; du sollst

24,17
Mi 3,7
deinen Bart nicht verhüllen und nicht das
24,17
Hos 9,4
Trauerbrot essen.

18Und als ich am Morgen zum Volk geredet hatte, starb mir am Abend meine Frau. Und ich tat am andern Morgen, wie mir befohlen war. 19Und das Volk sprach zu mir: Willst du uns nicht erklären, was das für uns bedeutet, was du tust? 20Und ich sprach zu ihnen: Der Herr hat mit mir geredet und gesagt: 21Sage dem Hause Israel: So spricht Gott der Herr: Siehe, ich will mein Heiligtum, eure herrliche Zuflucht, die Freude eurer Augen, das Verlangen eures Herzens, entheiligen, und eure Söhne und Töchter, die ihr dort zurücklassen musstet, werden durchs Schwert fallen. – 22Da werdet ihr dann tun, wie ich getan habe: Euren Bart werdet ihr nicht verhüllen und nicht das Trauerbrot essen, 23sondern werdet euren Kopfbund auf eurem Haupt behalten und eure Schuhe an den Füßen; ihr werdet nicht klagen und nicht weinen, sondern

24,23
3. Mose 26,39-40
in eurer Schuld vergehen und untereinander seufzen. – 24So soll Hesekiel für euch
24,24
Kap
ein Wahrzeichen sein, dass ihr tun werdet, wie er getan hat, wenn es nun kommen wird. Dann werdet ihr erfahren, dass ich Gott der Herr bin.

25Und du, Menschenkind, an dem Tage, an dem ich von ihnen nehme ihre Zuflucht und ganze Wonne, die Freude ihrer Augen und das Verlangen ihres Herzens, dazu ihre Söhne und Töchter, 26ja, an jenem Tage wird

24,26
Kap
einer, der entronnen ist, zu dir kommen und dir’s kundtun. 27An jenem Tage wird dein Mund aufgetan werden, wenn der kommt, der entronnen ist, sodass du reden kannst und nicht mehr
24,27
Kap
stumm bist; und du wirst für sie ein Wahrzeichen sein, dass sie erfahren, dass ich der Herr bin.

25

Gericht über die Nachbarn Judas

251Und des Herrn Wort geschah zu mir: 2

25,2
Kap
Du Menschenkind, richte dein Angesicht gegen die Ammoniter und weissage gegen sie 3und sprich zu den Ammonitern: Hört das Wort Gottes des Herrn! So spricht Gott der Herr:
25,3
Kap
Weil ihr über mein Heiligtum ruft: »Ha! Es ist entweiht!«, und
25,3
Klgl 2,16
über das Land Israels: »Es ist verwüstet!«, und über das Haus Juda: »Es ist weggeführt!«, 4darum siehe, ich will dich den Söhnen des Ostens übergeben, dass sie ihre Zeltdörfer in dir aufschlagen und ihre Wohnungen in dir bauen sollen; sie sollen deine Früchte essen und deine Milch trinken. 5Und ich will Rabba zur Kameltrift machen und das Land der Ammoniter zu Schafhürden, und ihr sollt erfahren, dass ich der Herr bin. 6Denn so spricht Gott der Herr: Weil du in die Hände geklatscht und mit den Füßen gestampft und über das Land Israels von ganzem Herzen so höhnisch dich gefreut hast, 7darum siehe, ich will meine Hand gegen dich ausstrecken und dich den Völkern zur Beute geben und dich aus den Nationen ausrotten und aus den Ländern austilgen und dich vernichten; und du sollst erfahren, dass ich der Herr bin.

8

25,8
Jes 15,1-9
16,1-4
Jer 48,1-47
So spricht Gott der Herr: Weil Moab und Seïr sprechen: »Siehe, das Haus Juda ist nichts anderes als alle Völker!«, 9siehe, so will ich die Berghänge Moabs bloßlegen, dass es ohne Städte sei in seinem ganzen Gebiet, ohne den Stolz des Landes: Bet-Jeschimot, Baal-Meon und Kirjatajim, 10und will es den Söhnen des Ostens zum Erbe geben, zum Land der Ammoniter hinzu, sodass man der Ammoniter nicht mehr gedenken wird unter den Völkern. 11Und ich will das Gericht ergehen lassen über Moab, und sie sollen erfahren, dass ich der Herr bin.

12

25,12
Kap
So spricht Gott der Herr: Weil sich Edom am Hause Juda gerächt und sich schwer verschuldet hat mit seiner Rache, 13darum, so spricht Gott der Herr: Ich will meine Hand ausstrecken gegen Edom und will von ihm ausrotten Menschen und Vieh und will es wüst machen von Teman bis nach Dedan, und sie sollen durchs Schwert fallen. 14Und ich will mich an Edom rächen durch mein Volk Israel, und sie sollen mit Edom umgehen nach meinem Zorn und Grimm, dass sie meine Vergeltung erfahren sollen, spricht Gott der Herr.

15

25,15
Jes 14,29-32
Jer 47,1-7
Am 1,6-8
Zef 2,4-5
So spricht Gott der Herr: Weil die Philister sich gerächt und mit beständigem Hass so höhnisch Rache geübt haben, um mein Volk zu verderben in ewiger Feindschaft, 16darum, so spricht Gott der Herr: Siehe, ich will meine Hand ausstrecken gegen die Philister und will die Kreter ausrotten und will umbringen, die übrig geblieben sind am Ufer des Meeres, 17und will bittere Rache an ihnen üben und sie mit Grimm strafen, dass sie erfahren sollen, dass ich der Herr bin, wenn ich Vergeltung an ihnen übe.

26

Das Gericht über Tyrus

(vgl. Am 1,9-10; Jes 23,1-18)

261Und es begab sich im elften Jahr am ersten Tage des Monats, da geschah des Herrn Wort zu mir:

2Du Menschenkind, weil Tyrus spricht über Jerusalem: »Ha!

26,2
Kap
Die Pforte der Völker ist zerbrochen; nun fällt es mir zu; ich werde jetzt reich werden, weil Jerusalem wüst liegt!«, 3darum, so spricht Gott der Herr: Siehe, ich will an dich, Tyrus, und will viele Völker gegen dich heraufführen, wie das Meer seine Wellen heraufführt. 4Die sollen die Mauern von Tyrus zerstören und seine Türme abbrechen; ja, ich will sogar seine Erde von ihm wegfegen und will einen nackten Fels aus ihm machen, 5einen Platz im Meer, an dem man Fischnetze aufspannt; denn ich habe es geredet, spricht Gott der Herr, und es soll den Völkern zum Raub werden. 6Und seine Tochterstädte auf dem Festland sollen mit dem Schwert geschlagen werden, und sie sollen erfahren, dass ich der Herr bin.

7Denn so spricht Gott der Herr: Siehe, ich will über Tyrus kommen lassen

26,7
Jer 27,6
Nebukadnezar, den König von Babel, von Norden her, den
26,7
Dan 2,37
König der Könige, mit Rossen, Wagen, Reitern und einem großen Heer. 8Der soll deine Tochterstädte auf dem Festland mit dem Schwert schlagen; aber gegen dich wird er Bollwerke errichten und einen Wall gegen dich aufschütten und ein Schilddach gegen dich erstellen. 9Er wird mit Sturmböcken deine Mauern umstoßen und deine Türme mit seinen Werkzeugen einreißen. 10Von der Menge seiner Pferde wird Staub dich bedecken. Deine Mauern werden erbeben von dem Getümmel seiner Rosse, Wagen und Reiter, wenn er in deine Tore eindringt, wie man eindringt in eine erstürmte Stadt. 11Er wird mit den Hufen seiner Rosse alle deine Gassen zerstampfen. Dein Volk wird er mit dem Schwert erschlagen und deine stolzen Steinmale zu Boden reißen. 12Sie werden deine Schätze rauben und deine Handelsgüter plündern. Deine Mauern werden sie abbrechen und deine schönen Häuser einreißen und werden deine Steine und die Balken und den Schutt ins Meer werfen. 13Und ich will dem Getön deiner Lieder ein Ende machen, und den Klang deiner Harfen soll man nicht mehr hören.
26,13
Am 5,23
14Und ich will einen nackten Fels aus dir machen, einen Platz, an dem man Fischnetze aufspannt, und du sollst nicht wieder gebaut werden. Denn ich, der Herr, habe geredet, spricht Gott der Herr.

15So spricht Gott der Herr gegen Tyrus: Was gilt’s? Werden nicht die Inseln erbeben, wenn du fallen wirst mit Getöse und deine Verwundeten stöhnen werden und das Schwert morden wird in deiner Mitte? 16Alle Fürsten am Meer werden von ihren Thronen herabsteigen und ihre Oberkleider ablegen und ihre bunten Gewänder ausziehen und sich in Schrecken hüllen und auf der Erde sitzen und immer von Neuem erzittern und sich entsetzen über dich. 17Sie werden über dich ein Klagelied anstimmen und zu dir sagen: Ach, wie bist du zugrunde gegangen, du berühmte Stadt, die du am Meer lagst und so mächtig warst auf dem Meer samt deinen Einwohnern, dass sich das ganze Land vor dir fürchten musste! 18Nun entsetzen sich die Inseln am Tag deines Falls, und die Inseln im Meer erschrecken über deinen Untergang.

19Denn so spricht Gott der Herr: Ich will dich zu einer verödeten Stadt machen gleich den Städten, in denen niemand wohnt, und will eine große Flut über dich kommen lassen, dass hohe Wogen dich bedecken, 20und will dich

26,20
Jes 14,1115
hinunterstoßen zu denen, die in die Grube gefahren sind, zu dem Volk der Vorzeit. Ich will dich wohnen lassen in den Tiefen unter der Erde zwischen den Trümmern der Vorzeit bei denen, die in die Grube gefahren sind, dass du keine Wohnung und keine Stätte mehr hast im Lande der Lebendigen; 21ja, zum
26,21
Kap
Schrecken will ich dich machen, dass es aus ist mit dir und man dich nie mehr findet, wenn man nach dir sucht, spricht Gott der Herr.