Lutherbibel 2017 (LU17)
14

Israels Durchzug durchs Schilfmeer

141Und der Herr redete mit Mose und sprach: 2Rede zu den Israeliten und sprich, dass sie umkehren und sich lagern vor Pi-Hahirot zwischen Migdol und dem Meer, vor Baal-Zefon; diesem gegenüber sollt ihr euch lagern am Meer. 3Der Pharao aber wird sagen von den Israeliten: Sie haben sich verirrt im Lande; die Wüste hat sie eingeschlossen. 4Und ich will

14,4
Kap
sein Herz verstocken, dass er ihnen nachjage, und will meine Herrlichkeit erweisen an dem Pharao und aller seiner Macht, und die Ägypter sollen innewerden,
14,4
Hes 28,22
dass ich der Herr bin. – Und sie taten so.

5Als es dem König von Ägypten angesagt wurde, dass das Volk geflohen war, wurde sein Herz verwandelt und das Herz seiner Großen gegen das Volk, und sie sprachen: Warum haben wir das getan und haben Israel ziehen lassen, sodass sie uns nicht mehr dienen? 6Und er spannte seinen Wagen an und nahm sein Volk mit sich 7und nahm sechshundert auserlesene Wagen und was sonst an Wagen in Ägypten war mit Kämpfern auf jedem Wagen. 8Und der Herr verstockte das Herz des Pharao, des Königs von Ägypten, dass er den Israeliten nachjagte.

14,8
Kap
Aber die Israeliten waren mit erhobener Hand ausgezogen. 9Und die Ägypter jagten ihnen nach, alle Rosse und Wagen des Pharao und seine Reiter und das ganze Heer des Pharao, und holten sie ein, als sie am Meer bei Pi-Hahirot vor Baal-Zefon lagerten.

10Und als der Pharao nahe herankam, hoben die Israeliten ihre Augen auf, und siehe, die Ägypter zogen hinter ihnen her. Und sie fürchteten sich sehr und schrien zu dem Herrn 11und sprachen zu Mose: Waren nicht Gräber in Ägypten, dass du uns wegführen musstest, damit wir in der Wüste sterben? Warum hast du uns das angetan, dass du uns aus Ägypten geführt hast? 12Haben wir’s dir nicht schon in Ägypten gesagt: Lass uns in Ruhe, wir wollen den Ägyptern dienen? Es wäre besser für uns, den Ägyptern zu dienen, als in der Wüste zu sterben.

13Da sprach Mose zum Volk: Fürchtet euch nicht, steht fest und seht zu, was für ein Heil der Herr heute an euch tun wird. Denn wie ihr die Ägypter heute seht, werdet ihr sie niemals wiedersehen. 14

14,14
5. Mose 1,30
2. Chr 20,1529
Jes 51,9
Der Herr wird für euch streiten, und ihr werdet stille sein.

15Und der Herr sprach zu Mose: Was schreist du zu mir? Sage den Israeliten, dass sie weiterziehen. 16Du aber hebe deinen Stab auf und recke deine Hand über das Meer und teile es mitten durch, dass die Israeliten hineingehen, mitten durch das Meer auf dem Trockenen. 17Siehe, ich will das Herz der Ägypter verstocken, dass sie hinter ihnen herziehen, und will meine Herrlichkeit erweisen an dem Pharao und aller seiner Macht, an seinen Wagen und Reitern. 18Und die Ägypter sollen innewerden, dass ich der Herr bin, wenn ich meine Herrlichkeit erweise an dem Pharao und an seinen Wagen und Reitern.

19Da erhob sich der

14,19
1. Mose 16,7
Engel Gottes, der vor dem Heer Israels herzog, und stellte sich hinter sie.
14,19
Kap
Und die Wolkensäule vor ihnen erhob sich und trat hinter sie 20und kam zwischen das Heer der Ägypter und das Heer Israels. Und dort war die Wolke finster und
14,20
Ps 105,39
hier erleuchtete sie die Nacht, und so kamen die Heere die ganze Nacht einander nicht näher. 21Als nun Mose seine Hand über das Meer reckte, ließ es der Herr zurückweichen durch einen starken Ostwind die ganze Nacht und machte das Meer trocken, und die Wasser teilten sich. 22Und die Israeliten gingen hinein mitten ins Meer auf dem Trockenen, und das Wasser war ihnen eine Mauer zur Rechten und zur Linken.
14,22
Jos 4,23
2. Kön 2,8
Jes 11,15-16
1. Kor 10,1
Hebr 11,29
23Und die Ägypter folgten und zogen hinein ihnen nach, alle Rosse des Pharao, seine Wagen und Reiter, mitten ins Meer.

24Als nun die Zeit der Morgenwache kam, schaute der Herr auf das Heer der Ägypter aus der Feuersäule und der Wolke und brachte einen Schrecken über ihr Heer 25und hemmte die Räder ihrer Wagen und machte, dass sie nur schwer vorwärtskamen. Da sprachen die Ägypter: Lasst uns fliehen vor Israel; der Herr

14,25
streitet für sie wider Ägypten.

26Aber der Herr sprach zu Mose: Recke deine Hand aus über das Meer, dass das Wasser wiederkomme und herfalle über die Ägypter, über ihre Wagen und Reiter. 27Da reckte Mose seine Hand aus über das Meer, und das Meer kam gegen Morgen wieder in sein Bett, und die Ägypter flohen ihm entgegen. So stürzte der Herr sie mitten ins Meer. 28Und das Wasser kam wieder und bedeckte Wagen und Reiter, das ganze Heer des Pharao, das ihnen nachgefolgt war ins Meer, sodass nicht einer von ihnen übrig blieb. 29Aber die Israeliten gingen trocken mitten durchs Meer, und das Wasser war ihnen eine Mauer zur Rechten und zur Linken.

30So errettete der Herr an jenem Tage Israel aus der Ägypter Hand. Und sie sahen die Ägypter tot am Ufer des Meeres liegen. 31So sah Israel die mächtige Hand, mit der der Herr an den Ägyptern gehandelt hatte. Und das Volk fürchtete den Herrn, und sie glaubten ihm und

14,31
Kap
seinem Knecht Mose.

15

Israels Lobgesang

151Damals sangen Mose und die Israeliten

15,1
Offb 15,3
dies Lied dem Herrn und sprachen:

Ich will dem Herrn singen, denn er ist hoch erhaben;

Ross und Reiter hat er ins Meer gestürzt.

2Der

15,2
Ps 118,14
Jes 12,2
Herr ist meine Stärke und mein Lobgesang

und ist mein Heil.

Das ist mein Gott, ich will ihn preisen,

er ist meines Vaters Gott, ich will ihn erheben.

3Der Herr ist der rechte

15,3
Kap
Kriegsmann,

15,3
Kap
Herr ist sein Name.

4Des Pharao Wagen und seine Macht warf er ins Meer,

seine auserwählten Streiter versanken im Schilfmeer.

5Fluten haben sie bedeckt,

sie sanken in die Tiefe wie Steine.

15,5
1. Mose 1,2
7,11

6Herr, deine rechte Hand, herrlich an Kraft,

deine rechte Hand, Herr, zerschlägt den Feind.

15,6
Ps 118,15-16

7Und mit deiner großen Herrlichkeit hast du deine Widersacher gestürzt;

denn als du deinen Grimm ausließest, verzehrte er sie wie Stoppeln.

8Durch dein Schnauben türmten die Wasser sich auf,

die Fluten standen wie ein

15,8
Jos 3,13
Ps 78,13
Wall; die Tiefen erstarrten mitten im Meer.
15,8
Jes 51,10

9Der Feind gedachte: Ich will nachjagen und ergreifen

und den Raub austeilen und meinen Mut an ihnen kühlen.

Ich will mein Schwert ziehen,

und meine Hand soll sie verderben.

10Da ließest du deinen Wind blasen, und das Meer bedeckte sie,

und sie sanken unter wie Blei im mächtigen Wasser.

11Herr,

15,11
Kap
wer ist dir gleich unter den Göttern?

Wer ist dir gleich, der so herrlich und heilig ist, schrecklich, löblich und wundertätig?

12Als du deine rechte Hand ausrecktest,

verschlang sie die Erde.

13Du hast geleitet durch deine Barmherzigkeit

dein Volk, das du erlöst hast,

und hast sie geführt durch deine Stärke

zu deiner heiligen Wohnung.

14Als das die Völker hörten,

15,14
Jos 2,9-11
erbebten sie;

Angst kam die Philister an.

15Da erschraken die Fürsten Edoms,

Zittern kam die Gewaltigen Moabs an, alle Bewohner Kanaans wurden feig.

16Es fiel auf sie Erschrecken und Furcht;

vor deinem mächtigen Arm erstarrten sie wie die Steine,

bis dein Volk, Herr, hindurchzog,

bis das Volk hindurchzog, das du erworben hast.

17Du brachtest sie hinein und pflanztest sie ein

auf dem

15,17
Ps 78,54
Berge deines Erbteils,

den du, Herr, dir zur Wohnung gemacht hast,

zu deinem Heiligtum, Herr, das deine Hand bereitet hat.

18Der Herr wird König sein

immer und ewig.

15,18
Ps 93,1

19Denn der Pharao zog hinein ins Meer mit Rossen und Wagen und Reitern. Und der Herr ließ das Meer wieder über sie kommen. Aber die Israeliten gingen trocken mitten durchs Meer.
15,19
Kap

20Da nahm Mirjam, die Prophetin, Aarons Schwester, eine

15,20
Ps 68,26
Pauke in ihre Hand, und alle Frauen folgten ihr nach mit Pauken im Reigen. 21Und Mirjam sang ihnen vor: Lasst uns dem Herrn singen, denn er ist hoch erhaben; Ross und Reiter hat er ins Meer gestürzt.

Israel in Mara und Elim

22Da ließ Mose Israel vom Schilfmeer aufbrechen, und sie zogen zur Wüste

15,22
1. Mose 20,1
Schur. Und sie wanderten drei Tage in der Wüste und fanden kein Wasser. 23Da kamen sie nach Mara; aber sie konnten das Wasser von Mara nicht trinken, denn es war sehr bitter. Daher nannte man den Ort Mara. 24Da
15,24
Kap
murrte das Volk wider Mose und sprach: Was sollen wir trinken? 25Er schrie zu dem Herrn, und der Herr zeigte ihm ein Holz; das warf er ins Wasser, da wurde es süß.

Dort gab er ihnen Gesetz und Recht und

15,25
Kap
versuchte sie 26und sprach: Wirst du der Stimme des Herrn, deines Gottes, gehorchen und tun, was recht ist vor ihm, und merken auf seine Gebote und halten alle seine Gesetze, so will ich dir keine der
15,26
5. Mose 7,15
Krankheiten auferlegen, die ich den Ägyptern auferlegt habe; denn ich bin der Herr, dein
15,26
1. Mose 20,17
5. Mose 32,39
Ps 30,3
Jes 57,18
Arzt.

27Und sie kamen nach Elim; da waren zwölf Wasserquellen und siebzig Palmbäume. Und sie lagerten sich dort am Wasser.

16

Speisung mit Wachteln und Manna

161Von Elim brachen sie auf, und die ganze Gemeinde der Israeliten kam in die Wüste Sin, die zwischen Elim und Sinai liegt, am fünfzehnten Tage des zweiten Monats, nachdem sie von Ägypten ausgezogen waren.

2Und es murrte die ganze Gemeinde der Israeliten wider Mose und Aaron in der Wüste.

16,2
Kap
3Und die Israeliten sprachen:
16,3
Kap
Wollte Gott, wir wären in Ägypten gestorben durch des Herrn Hand, als wir bei den Fleischtöpfen saßen und hatten Brot die Fülle zu essen. Denn ihr habt uns dazu herausgeführt in diese Wüste, dass ihr diese ganze Gemeinde an Hunger sterben lasst.

4Da sprach der Herr zu Mose: Siehe, ich will euch

16,4
Brot vom Himmel regnen lassen, und das Volk soll hinausgehen und täglich sammeln, was es für den Tag bedarf, dass ich’s
16,4
Kap
prüfe, ob es in meinem Gesetz wandle oder nicht. 5Am sechsten Tage aber wird’s geschehen, wenn sie zubereiten, was sie einbringen, dass es doppelt so viel sein wird, wie sie sonst täglich sammeln.

6Mose und Aaron sprachen zu ganz Israel: Am Abend sollt ihr innewerden, dass euch der Herr aus Ägyptenland geführt hat, 7und am Morgen werdet ihr des Herrn Herrlichkeit sehen, denn er hat euer Murren wider den Herrn gehört. Was sind wir, dass ihr wider uns murrt? 8Weiter sprach Mose: Der Herr wird euch am Abend Fleisch zu essen geben und am Morgen Brot die Fülle, weil der Herr euer Murren gehört hat, womit ihr wider ihn gemurrt habt. Denn was sind wir? Euer Murren ist nicht wider uns, sondern wider den Herrn.

9Und Mose sprach zu Aaron: Sage der ganzen Gemeinde der Israeliten: Kommt herbei vor den Herrn, denn er hat euer Murren gehört. 10Und als Aaron noch redete zu der ganzen Gemeinde der Israeliten, wandten sie sich zur Wüste hin, und siehe, die

16,10
Kap
Herrlichkeit des Herrn erschien in der Wolke. 11Und der Herr sprach zu Mose: 12Ich habe das Murren der Israeliten gehört. Sage ihnen: Gegen Abend sollt ihr Fleisch zu essen haben und am Morgen von Brot satt werden und sollt innewerden, dass ich, der Herr, euer Gott bin.

13Und am Abend kamen

16,13
4. Mose 11,31
Wachteln herauf und bedeckten das Lager. Und am Morgen lag Tau rings um das Lager. 14Und als der Tau weg war, siehe, da lag’s in der Wüste rund und klein wie Reif auf der Erde. 15Und als es die Israeliten sahen, sprachen sie untereinander: Man hu?16,15 »Man hu?« bedeutet »Was ist das?« Denn sie wussten nicht, was es war. Mose aber sprach zu ihnen: Es ist
16,15
5. Mose 8,3
Joh 6,31
1. Kor 10,3
das Brot, das euch der Herr zu essen gegeben hat. 16Das ist’s aber, was der Herr geboten hat: Ein jeder sammle, soviel er zum Essen braucht, einen Krug voll für jeden nach der Zahl der Leute in seinem Zelte.

17Und die Israeliten taten’s und sammelten, einer viel, der andere wenig. 18Aber als man’s nachmaß,

16,18
2. Kor 8,15
hatte der nicht darüber, der viel gesammelt hatte, und der nicht darunter, der wenig gesammelt hatte. Jeder hatte gesammelt, soviel er zum Essen brauchte. 19Und Mose sprach zu ihnen: Niemand lasse etwas davon übrig bis zum nächsten Morgen.
16,19
Mt 6,34
Lk 11,3
20Aber sie gehorchten Mose nicht. Und etliche ließen davon übrig bis zum nächsten Morgen; da wurde es voller Würmer und stinkend. Und Mose wurde zornig auf sie. 21Sie sammelten aber alle Morgen, soviel ein jeder zum Essen brauchte. Wenn aber die Sonne heiß schien, zerschmolz es.

22Und am sechsten Tage sammelten sie doppelt so viel Brot, je zwei Krüge voll für einen. Und alle Vorsteher der Gemeinde kamen hin und verkündeten’s Mose. 23Und er sprach zu ihnen: Das ist’s, was der Herr gesagt hat: Morgen ist Ruhetag, heiliger

16,23
1. Mose 2,2-3
Sabbat für den Herrn. Was ihr backen wollt, das backt, und was ihr kochen wollt, das kocht; was aber übrig ist, das legt beiseite, dass es aufgehoben werde bis zum nächsten Morgen. 24Und sie legten’s beiseite bis zum nächsten Morgen, wie Mose geboten hatte. Da wurde es nicht stinkend und war auch kein Wurm darin. 25Da sprach Mose: Esst dies heute, denn heute ist der Sabbat des Herrn; ihr werdet heute nichts finden auf dem Felde. 26Sechs Tage sollt ihr sammeln; aber der siebente Tag ist der Sabbat, an dem wird nichts da sein.

27Aber am siebenten Tage gingen etliche vom Volk hinaus, um zu sammeln, und fanden nichts. 28Da sprach der Herr zu Mose: Wie lange weigert ihr euch, meine Gebote und Weisungen zu halten? 29Sehet, der Herr hat euch den Sabbat gegeben; darum gibt er euch am sechsten Tage für zwei Tage Brot. So bleibe nun ein jeder, wo er ist, und niemand verlasse seinen Wohnplatz am siebenten Tage. 30Also ruhte das Volk am siebenten Tage.

31Und das Haus Israel nannte es Manna. Und es war wie weißer Koriandersamen und hatte einen Geschmack wie Semmel mit Honig. 32Und Mose sprach: Das ist’s, was der Herr geboten hat: Fülle einen Krug davon, um es aufzubewahren für eure Nachkommen, auf dass man sehe das Brot, mit dem ich euch gespeist habe in der Wüste, als ich euch aus Ägyptenland führte. 33Und Mose sprach zu Aaron: Nimm ein

16,33
Hebr 9,4
Gefäß und tu Manna hinein, einen Krug voll, und stelle es hin vor den Herrn, dass es aufbewahrt werde für eure Nachkommen.

34Wie der Herr es Mose geboten hatte, so stellte Aaron das Gefäß vor die Lade des

16,34
Kap
Zeugnisses, damit es aufbewahrt werde. 35Und die Israeliten aßen Manna vierzig Jahre lang, bis sie in bewohntes Land kamen; bis an die Grenze des Landes Kanaan aßen sie Manna.
16,35
Jos 5,12
36Ein Krug aber ist der zehnte Teil eines Scheffels.