Lutherbibel 2017 (LU17)
12

Mose verkündigt die Gesetze

Kapitel 12,1–26,19

Die von Gott erwählte Opferstätte

121Dies sind die Gebote und Rechte, die ihr halten sollt, dass ihr danach tut im Lande, das der Herr, der Gott deiner Väter, dir gegeben hat, es einzunehmen, solange ihr auf Erden lebt: 2Zerstört alle heiligen Stätten, wo die Heiden, die ihr vertreiben werdet, ihren Göttern gedient haben, es sei auf hohen Bergen, auf Hügeln oder unter jedem grünen Baum,

12,2
Kap
3und reißt um ihre Altäre und zerbrecht ihre Steinmale und verbrennt mit Feuer ihre heiligen Pfähle, zerschlagt die Bilder ihrer Götzen und vertilgt ihren Namen von jener Stätte.

4Ihr sollt dem Herrn, eurem Gott, so nicht dienen, 5sondern die Stätte, die der Herr, euer Gott, erwählen wird aus allen euren Stämmen, dass er seinen Namen daselbst wohnen lässt, sollt ihr aufsuchen und dahin sollst du kommen. 6Dorthin sollt ihr bringen eure Brandopfer und eure Schlachtopfer, eure Zehnten und eure heiligen Abgaben, eure Gelübdeopfer, eure freiwilligen Opfer und die Erstgeburt eurer Rinder und Schafe. 7Und ihr und euer Haus sollt dort vor dem Herrn, eurem Gott, essen und fröhlich sein über alles, was eure Hand erworben hat, womit dich der Herr, dein Gott, gesegnet hat. 8Ihr sollt es nicht so halten, wie wir es heute hier tun, ein jeder, was ihm recht dünkt. 9Denn ihr seid bisher noch nicht zur Ruhe und zu dem Erbteil gekommen, das dir der Herr, dein Gott, geben wird. 10Ihr werdet aber über den Jordan gehen und in dem Lande wohnen, das euch der Herr, euer Gott, zum Erbe austeilen wird, und er wird euch

12,10
Jos 1,13
21,44
1. Kön 5,5
Ps 95,11
Hos 2,20
Hebr 4,11
Ruhe geben vor allen euren Feinden um euch her, und ihr werdet sicher wohnen. 11Wenn nun der Herr, dein Gott, eine Stätte erwählt, dass sein Name daselbst wohne, sollt ihr dahin bringen alles, was ich euch gebiete: eure Brandopfer, eure Schlachtopfer, eure Zehnten, eure heiligen Abgaben und alle eure auserlesenen Gelübdeopfer, die ihr dem Herrn geloben werdet. 12Und ihr sollt fröhlich sein vor dem Herrn, eurem Gott, ihr und eure Söhne und eure Töchter, eure Knechte und eure Mägde und der
12,12
Kap
Levit, der in euren Städten wohnt; denn er hat weder Anteil noch Erbe mit euch.

13

12,13
Jos 22,16
3. Mose 17,8-9
Hüte dich, dass du deine Brandopfer nicht an jeder Stätte opferst, die du siehst; 14sondern an der Stätte, die der Herr erwählt in einem deiner Stämme, da sollst du deine Brandopfer opfern und alles tun, was ich dir gebiete. 15Doch darfst du in allen deinen Städten ganz nach Herzenslust schlachten und Fleisch essen nach dem Segen des Herrn, deines Gottes, den er dir gegeben hat. Der Reine wie der Unreine dürfen davon essen, so wie man
12,15
Kap
Reh oder Hirsch isst. 16Nur
12,16
3. Mose 3,17
17,11
das Blut sollst du nicht essen, sondern auf die Erde gießen wie Wasser. 17Du darfst aber nicht essen in deinen Städten vom Zehnten deines Getreides, deines Weins, deines Öls, auch nicht von der Erstgeburt deiner Rinder und deiner Schafe oder von irgendeiner Gabe, die du gelobt hast, oder von deinem freiwilligen Opfer oder von deiner heiligen Abgabe, 18sondern
12,18
Kap
vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du das alles essen an der Stätte, die der Herr, dein Gott, erwählt, du und dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd und der Levit, der in deiner Stadt lebt, und sollst fröhlich sein vor dem Herrn, deinem Gott, über alles, was deine Hand erworben hat. 19Und hüte dich, dass du den Leviten nicht leer ausgehen lässt, solange du in deinem Lande lebst.
12,19
Kap

20Wenn aber der Herr, dein Gott, dein Gebiet erweitern wird, wie er dir zugesagt hat, und du sprichst: »Ich will Fleisch essen«, weil es dich gelüstet, Fleisch zu essen, so iss Fleisch ganz nach Herzenslust. 21Ist aber die Stätte fern von dir, die der Herr, dein Gott, erwählen wird, dass er seinen Namen daselbst wohnen lasse, so schlachte von deinen Rindern oder Schafen, die dir der Herr gegeben hat, wie ich dir geboten habe, und iss es in deiner Stadt ganz nach Herzenslust. 22So wie man

12,22
Reh oder Hirsch isst, darfst du es essen; der Reine wie der Unreine dürfen’s beide essen. 23Allein achte darauf, dass du
12,23
das Blut nicht isst; denn das Blut ist das Leben; darum sollst du nicht zugleich mit dem Fleisch das Leben essen, 24sondern du sollst das Blut auf die Erde gießen wie Wasser 25und sollst es nicht essen, auf dass dir’s wohlgehe und deinen Kindern nach dir, weil du tust, was recht ist vor dem Herrn. 26Aber deine heiligen Gaben, die dir geboten sind, und was du gelobst, das sollst du aufladen und an die Stätte bringen, die der Herr erwählen wird, 27und sollst deine Brandopfer mit Fleisch und Blut legen auf den Altar des Herrn, deines Gottes. Das Blut deiner
12,27
Schlachtopfer soll gegossen werden auf den Altar des Herrn, deines Gottes, aber das Fleisch sollst du essen. 28Sieh zu und höre auf alle diese Worte, die ich dir gebiete, auf dass dir’s wohlgehe und deinen Kindern nach dir ewiglich, weil du tust, was recht und wohlgefällig ist vor dem Herrn, deinem Gott.

29Wenn der Herr, dein Gott, vor dir her die Völker ausrottet, zu denen du kommst, ihr Land einzunehmen, und du es eingenommen hast und darin wohnst, 30so hüte dich, dass du dich nicht verführen lässt, es ihnen nachzutun, nachdem sie vertilgt sind vor dir, und dass du nicht fragst nach ihren Göttern und sprichst: Wie haben diese Völker ihren Göttern gedient?

12,30
2. Mose 23,24
Hes 20,32
Ebenso will auch ich es tun! 31So sollst du dem Herrn, deinem Gott, nicht dienen; denn sie haben ihren Göttern alles getan, was dem Herrn ein Gräuel ist und was er hasst; denn sie haben ihren Göttern sogar ihre Söhne und Töchter mit Feuer verbrannt.

13

131Alles, was ich euch gebiete, das sollt ihr halten und danach tun.

13,1
Kap
Du sollst nichts dazutun und nichts davontun.

Strafe für falsche Propheten und Verführer zum Götzendienst

2Wenn ein Prophet oder Träumer in deiner Mitte aufsteht und dir ein Zeichen oder Wunder ankündigt 3und das Zeichen oder Wunder trifft ein, von dem er dir gesagt hat, und er spricht: Lasst uns andern Göttern folgen, die ihr nicht kennt, und ihnen dienen, 4so sollst du nicht gehorchen den Worten eines solchen Propheten oder Träumers; denn der Herr, euer Gott,

13,4
Kap
versucht euch, um zu erfahren, ob ihr ihn von ganzem Herzen und von ganzer Seele lieb habt. 5Dem Herrn, eurem Gott, sollt ihr folgen und ihn fürchten und seine Gebote halten und seiner Stimme gehorchen und ihm dienen und ihm anhangen. 6Der
13,6
Kap
Prophet aber oder der Träumer soll sterben, weil er Aufruhr gepredigt hat gegen den Herrn, euren Gott, der euch aus Ägyptenland geführt und dich aus der Knechtschaft erlöst hat, und weil er dich von dem Wege abbringen wollte, auf dem du wandeln sollst, wie der Herr, dein Gott, geboten hat –, auf dass du
13,6
1. Kor 5,913
das Böse aus deiner Mitte wegtust.

7Wenn dich dein Bruder, deiner Mutter Sohn, oder dein Sohn oder deine Tochter oder deine Frau in deinen Armen oder dein Freund, der dir so lieb ist wie dein Leben, heimlich überreden würde und sagen: Lasst uns hingehen und andern Göttern dienen, die du nicht kennst noch deine Väter, 8von den Göttern der Völker, die um euch her sind, sie seien dir nah oder fern, von einem Ende der Erde bis ans andere, 9so willige nicht ein und gehorche ihm nicht. Auch soll dein Auge ihn nicht schonen, und du sollst dich seiner nicht erbarmen und seine Schuld nicht verheimlichen, 10sondern sollst ihn zum Tode bringen.

13,10
Kap
Deine Hand soll die erste wider ihn sein, ihn zu töten, und danach die Hand des ganzen Volks. 11Du sollst ihn zu Tode steinigen, denn er hat dich abbringen wollen von dem Herrn, deinem Gott, der dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt hat, 12auf dass ganz Israel aufhorche und sich fürchte und man nicht mehr solch Böses tue in deiner Mitte.

13Wenn du hörst von einer deiner Städte, die dir der Herr, dein Gott, gibt, darin zu wohnen, dass man sagt: 14Es sind ruchlose Leute aufgetreten aus deiner Mitte und haben die Bürger ihrer Stadt verführt und gesagt: Lasst uns hingehen und andern Göttern dienen, die ihr nicht kennt, 15so sollst du gründlich suchen, forschen und fragen. Und wenn sich findet, dass es gewiss ist, dass solch ein Gräuel in deiner Mitte geschehen ist, 16so sollst du die Bürger dieser Stadt erschlagen mit der Schärfe des Schwerts und an ihr den Bann vollstrecken, an allem, was darin ist, auch an ihrem Vieh, mit der Schärfe des Schwerts.

13,16
Kap
17Und alles, was in ihr erbeutet wird, sollst du sammeln mitten auf dem Marktplatz und mit Feuer verbrennen die Stadt und alle ihre Beute als ein Ganzopfer für den Herrn, deinen Gott, dass sie in Trümmern liege für immer und nie wieder aufgebaut werde. 18Und
13,18
Jos 7,1-26
lass nichts von dem, was dem Bann verfallen ist, an deiner Hand kleben, auf dass der Herr von seinem grimmigen Zorn abgewendet werde und gebe dir Barmherzigkeit und erbarme sich deiner und mehre dich, wie er deinen Vätern geschworen hat, 19weil du der Stimme des Herrn, deines Gottes, gehorchst und alle seine Gebote hältst, die ich dir heute gebiete, dass du tust, was recht ist vor den Augen des Herrn, deines Gottes.

14

Fremde Trauerbräuche. Reine und unreine Speisen

(vgl. 3. Mose 11,1-47)

141Ihr seid Kinder des Herrn, eures Gottes. Ihr

14,1
3. Mose 19,27-28
sollt euch um eines Toten willen nicht
14,1
Jer 47,5
wund ritzen noch
14,1
Hes 7,18
kahl scheren über den Augen. 2Denn du bist ein heiliges Volk dem Herrn, deinem Gott, und der Herr hat dich erwählt, dass du sein Eigentum seist, aus allen Völkern, die auf Erden sind.

3Du sollst nichts essen, was dem Herrn ein Gräuel ist. 4Dies aber sind die Tiere, die ihr essen dürft: Rind, Schaf, Ziege, 5Hirsch, Reh, Damhirsch, Steinbock, Gämse, Auerochs und Antilope. 6Jedes Tier, das gespaltene Klauen hat, ganz durchgespalten, und das wiederkäut, dürft ihr essen.

7Diese Tiere aber sollt ihr nicht essen unter denen, die wiederkäuen oder die gespaltene Klauen haben: das Kamel, den Hasen und den Klippdachs, die wiederkäuen, deren Klauen aber nicht ganz durchgespalten sind; darum sollen sie euch unrein sein. 8Anders das Schwein: Es hat zwar durchgespaltene Klauen, käut aber nicht wieder, darum soll es euch unrein sein. Ihr Fleisch sollt ihr nicht essen, und ihr Aas sollt ihr nicht anrühren.

9Dies ist, was ihr essen dürft von allem, was im Wasser lebt: Alles, was Flossen und Schuppen hat, dürft ihr essen. 10Was aber weder Flossen noch Schuppen hat, sollt ihr nicht essen; denn es ist euch unrein.

11Alle reinen Vögel dürft ihr essen. 12Diese aber sind es, die ihr nicht essen sollt: der Adler, der Lämmergeier, der Bartgeier, 13die Gabelweihe, alle Arten des Falken 14und alle Arten des Raben, 15der Strauß, die Nachteule, die Möwe, alle Arten des Habichts, 16das Käuzchen, der Uhu, die Schleiereule, 17die Ohreule, der Aasgeier, die Fischeule, 18der Storch, alle Arten des Reihers, der Wiedehopf, die Fledermaus. 19Auch alles, was Flügel hat und kriecht, soll euch unrein sein, und ihr sollt es nicht essen. 20Die reinen Vögel dürft ihr essen.

21Ihr sollt

14,21
2. Mose 22,30
kein Aas essen; dem Fremdling in deiner Stadt darfst du’s geben, dass er’s esse oder dass er’s verkaufe einem Ausländer; denn du bist ein heiliges Volk dem Herrn, deinem Gott. Du sollst
14,21
2. Mose 23,19
das Böcklein nicht kochen in der Milch seiner Mutter.

Der Zehnte

22Du sollst Jahr für Jahr den Zehnten abgeben von allem Ertrag deiner Saat, der aus dem Acker kommt,

14,22
3. Mose 27,30
23und sollst davon
14,23
Kap
essen vor dem Herrn, deinem Gott, an der Stätte, die er erwählt, dass sein Name daselbst wohne, nämlich vom Zehnten deines Getreides, deines Weins, deines Öls und von der Erstgeburt deiner Rinder und deiner Schafe, auf dass du fürchten lernst den Herrn, deinen Gott, allezeit.

24Wenn aber der Weg zu weit ist für dich, dass du’s nicht hintragen kannst, weil die Stätte dir zu fern ist, die der Herr, dein Gott, erwählen wird, dass er seinen Namen daselbst wohnen lasse, wenn der Herr, dein Gott, dich gesegnet hat, 25so mache es zu Geld und nimm das Geld in deine Hand und geh an die Stätte, die der Herr, dein Gott, erwählen wird, 26und gib das Geld für alles, woran dein Herz Lust hat, es sei für Rinder, Schafe, Wein, Bier oder für alles, was dein Herz wünscht, und iss dort vor dem Herrn, deinem Gott, und sei fröhlich, du und dein Haus 27und der Levit, der in deiner Stadt lebt; den sollst du nicht leer ausgehen lassen, denn

14,27
Kap
er hat weder Anteil noch Erbe mit dir.

28Alle drei Jahre sollst du aussondern den ganzen Zehnten vom Ertrag dieses Jahres und sollst ihn hinterlegen in deiner Stadt.

14,28
Kap
29Dann soll kommen der Levit, der weder Anteil noch Erbe mit dir hat, und der Fremdling und die Waise und die Witwe, die in deiner Stadt leben, und sollen essen und sich sättigen, auf dass dich der Herr, dein Gott, segne in allen Werken deiner Hand, die du tust.