Lutherbibel 2017 (LU17)
8

Städtebau, Tempeldienst und Handel unter Salomo

(vgl. 1. Kön 9,10-28)

81Und nach zwanzig Jahren, in denen Salomo des HERRN Haus und sein Haus gebaut hatte – 2er hatte auch die Städte, die Hiram Salomo gegeben hatte, ausgebaut und ließ die Israeliten darin wohnen –, 3da zog Salomo gegen Hamat-Zoba und eroberte es. 4Und er baute Tadmor in der Wüste aus und alle Städte mit Kornspeichern, die er in Hamat gebaut hatte; 5und er baute auch das obere und untere Bet-Horon als feste Städte aus mit Mauern, Toren und Riegeln; 6dazu Baalat und alle Städte mit Kornspeichern, die Salomo hatte, und alle Städte für die Wagen und für die Gespanne und alles, was Salomo in Jerusalem und auf dem Libanon und im ganzen Lande seiner Herrschaft zu bauen wünschte.

7Alles Volk, das noch übrig war von den Hetitern, Amoritern, Perisitern, Hiwitern und Jebusitern, die nicht zu Israel gehörten – 8ihre Nachkommen, die im Lande übrig geblieben waren,

8,8
Jos 16,10
die die Israeliten nicht vertilgt hatten –, machte Salomo zu Fronarbeitern bis auf diesen Tag. 9Aber von den Israeliten machte Salomo keinen zum Knecht für sein Werk, sondern sie waren Kriegsleute und Oberste seiner Kämpfer und Oberste seiner Wagen und Gespanne. 10Und es waren zweihundertfünfzig oberste Amtleute des Königs Salomo, die über die Leute geboten.

11Und Salomo führte die

8,11
1. Kön 3,1
7,8
Tochter des Pharao herauf aus der Stadt Davids in das Haus, das er für sie gebaut hatte. Denn er sprach: Eine Frau soll mir nicht wohnen im Hause Davids, des Königs von Israel; denn es ist heilig, weil die Lade des HERRN hineingekommen ist.

12Von da an opferte Salomo dem HERRN Brandopfer

8,12
Kap
auf dem Altar des HERRN, den er gebaut hatte vor der Vorhalle, 13was Tag für Tag zu opfern war nach dem Gebot des Mose, an den Sabbaten, Neumonden und Festen des Jahres dreimal, nämlich am Fest der Ungesäuerten Brote, am Wochenfest und am Laubhüttenfest.
8,13
3. Mose 23,1-44
4. Mose 28,29111726
29,12
14Und er bestellte
8,14
1. Chr 23,1–26,19
die Abteilungen der Priester zu ihrem Amt, wie es sein Vater David bestimmt hatte, und die Leviten zu ihrem Dienst, dass sie lobten und dienten vor den Priestern, wie es jeder Tag erforderte, und die Torhüter nach ihren Abteilungen, jede an ihrem Tor. Denn so hatte es David, der Mann Gottes, befohlen. 15Und man wich in keiner Hinsicht vom Gebot des Königs über die Priester und Leviten, auch nicht bei den Schätzen. 16So wurde alles Werk Salomos ausgeführt von dem Tage an, da des HERRN Haus gegründet wurde, bis er das Haus des HERRN ganz vollendet hatte.

17Zu der Zeit zog Salomo nach Ezjon-Geber und nach Elat am Ufer des Meeres im Lande Edom. 18Und Hiram sandte ihm durch seine Leute Schiffe und auch Leute, die des Meeres kundig waren, und sie fuhren mit den Leuten Salomos nach Ofir und holten von da vierhundertfünfzig Zentner Gold und brachten’s dem König Salomo.

9

Besuch der Königin von Saba

(vgl. 1. Kön 10,1-13)

91Und als

9,1
Mt 12,42
die Königin von Saba die Kunde von Salomo hörte, kam sie mit einem sehr großen Gefolge nach Jerusalem, mit Kamelen, die viel Spezerei und Gold trugen und Edelsteine, um Salomo mit Rätselfragen zu prüfen. Und als sie zu Salomo kam, redete sie mit ihm alles, was sie sich vorgenommen hatte. 2Und der König gab ihr Antwort auf alles, was sie fragte, und es war Salomo nichts verborgen, was er ihr nicht hätte sagen können.

3Und als die Königin von Saba die Weisheit Salomos sah und das Haus, das er gebaut hatte, 4die Speisen für seinen Tisch, die Sitzordnung seiner Großen, das Aufwarten seiner Diener und ihre Kleider, seine Mundschenken mit ihren Kleidern und den Aufgang, durch den er ins Haus des HERRN hinaufgehen konnte, da geriet sie vor Staunen außer sich 5und sprach zum König: Es ist wahr, was ich in meinem Lande von deinen Worten und von deiner Weisheit gehört habe. 6Ich aber wollte es nicht glauben, bis ich gekommen bin und es mit meinen Augen gesehen habe. Und siehe, nicht die Hälfte von deiner großen Weisheit ist mir berichtet worden. Du bist größer, als die Kunde sagte, die ich vernommen habe. 7Glücklich sind deine Männer und glücklich diese deine Großen, die allezeit vor dir stehen und deine Weisheit hören. 8Der HERR, dein Gott, sei gelobt, der dich lieb hat,

9,8
1. Chr 29,23
dass er dich auf seinen Thron gesetzt hat zum König des HERRN, deines Gottes. Weil dein Gott Israel lieb hat, auf dass er es ewiglich bestehen lasse, darum hat er dich über sie zum König gesetzt, dass du Recht und Gerechtigkeit übst.

9Und sie gab dem König hundertzwanzig Zentner Gold und sehr viel Spezerei und Edelsteine. Es gab keine Spezerei wie diese, die die Königin von Saba dem König Salomo gab.

10Die Leute Hirams und die Leute Salomos, die Gold aus Ofir einführten, brachten auch Sandelholz und Edelsteine. 11Und Salomo ließ aus dem Sandelholz Treppen im Hause des HERRN und im Hause des Königs machen und Harfen und Zithern für die Sänger. Solches Holz hatte man früher im Lande Juda nie gesehen.

12Und der König Salomo gab der Königin von Saba alles, was ihr gefiel und was sie erbat, mehr als die Gastgeschenke, die sie dem König gebracht hatte. Und sie wandte sich und zog in ihr Land mit ihrem Gefolge.

Salomos Reichtum

(vgl. 1. Kön 10,14-29)

13Und es war das Gewicht des Goldes, das Salomo in einem Jahr gebracht wurde, 666 Zentner, 14außer dem, was die Händler und Kaufleute brachten. Auch alle Könige der Araber und die Statthalter brachten Gold und Silber zu Salomo.

15Daraus machte der König Salomo zweihundert große Schilde von bestem Gold, sodass sechshundert Schekel Gold auf einen Schild kam, 16und dreihundert kleine Schilde von bestem Gold, sodass dreihundert Schekel Gold auf einen kleinen Schild kam. Und der König brachte sie in das

9,16
1. Kön 7,2
Libanon-Waldhaus.

17Und der König machte einen großen elfenbeinernen Thron und überzog ihn mit lauterem Gold. 18Und der Thron hatte sechs Stufen und einen goldenen Fußschemel am Thron, und er hatte Lehnen auf beiden Seiten am Sitz, und zwei Löwen standen neben den Lehnen. 19Und zwölf Löwen standen auf den sechs Stufen zu beiden Seiten. Dergleichen ist nicht gemacht worden in irgendeinem Königreich.

20Und alle Trinkgefäße des Königs Salomo waren aus Gold, und alle Gefäße des Libanon-Waldhauses waren aus lauterem Gold – denn das Silber wurde zur Zeit Salomos für nichts geachtet. 21Denn die Schiffe des Königs, die mit den Leuten Hirams nach Tarsis fuhren, kamen in drei Jahren einmal und brachten Gold, Silber, Elfenbein, Affen und Pfauen.

22So wurde der König Salomo größer an Reichtum und Weisheit als alle Könige auf Erden. 23Und alle Könige auf Erden begehrten, Salomo zu sehen, um seine Weisheit zu hören, die ihm Gott in sein Herz gegeben hatte. 24Und sie brachten ihm jährlich ein jeder sein Geschenk, silberne und goldene Gefäße, Kleider, Waffen, Spezerei, Rosse und Maultiere.

25

9,25
Kap
Und Salomo hatte viertausend Pferde und Wagen und zwölftausend Reiter, und man legte sie in die Wagenstädte und zu dem König nach Jerusalem. 26Und er war ein Herr über alle Könige vom Euphrat an bis zu dem Land der Philister und bis zu der Grenze Ägyptens. 27Und der König brachte nach Jerusalem so viel Silber wie Steine und so viele Zedern wie Maulbeerbäume im Hügelland. 28Und man führte für Salomo Rosse ein aus Ägypten und aus allen Ländern.

Salomos Tod

(vgl. 1. Kön 11,41-43)

29Was aber mehr von Salomo zu sagen ist, das Frühere und das Spätere, siehe, das steht geschrieben in der Geschichte des Propheten Nathan sowie in den Prophezeiungen

9,29
1. Kön 11,29-39
Ahijas von Silo und in den Gesichten des Sehers Jedo gegen Jerobeam, den Sohn Nebats. 30Und Salomo regierte zu Jerusalem über ganz Israel vierzig Jahre. 31Und Salomo legte sich zu seinen Vätern, und man begrub ihn in der Stadt Davids, seines Vaters. Und sein Sohn
9,31
1. Kön 14,21
Rehabeam wurde König an seiner statt.

10

Israels Abfall vom Hause David

(vgl. 1. Kön 12,1-24)

101Rehabeam zog nach Sichem; denn ganz Israel war nach Sichem gekommen, um ihn zum König zu machen.

2Und als das Jerobeam hörte, der Sohn Nebats, der in Ägypten war,

10,2
1. Kön 11,40
wohin er vor dem König Salomo geflohen war, kam er aus Ägypten zurück. 3Und sie sandten hin und ließen ihn rufen. Und Jerobeam kam mit ganz Israel, und sie redeten mit Rehabeam und sprachen: 4Dein Vater hat unser Joch zu hart gemacht. So erleichtere nun du den harten Dienst deines Vaters und das schwere Joch, das er auf uns gelegt hat, so wollen wir dir untertan sein. 5Er sprach zu ihnen: Kommt nach drei Tagen wieder zu mir! Und das Volk ging hin. 6Und der König Rehabeam hielt einen Rat mit den Ältesten, die vor seinem Vater Salomo gestanden hatten, als er noch am Leben war, und sprach: Wie ratet ihr, dass ich diesem Volk Antwort gebe? 7Sie sprachen zu ihm: Wirst du zu diesem Volk freundlich sein und sie gütig behandeln und ihnen gute Worte geben, so werden sie dir untertan sein allezeit.

8Er aber ließ außer Acht den Rat der Ältesten, den sie ihm gegeben hatten, und hielt einen Rat mit den Jüngeren, die mit ihm aufgewachsen waren und vor ihm standen, 9und sprach zu ihnen: Was ratet ihr, dass wir diesem Volk antworten, die mit mir geredet haben und sagen: Erleichtere das Joch, das dein Vater auf uns gelegt hat? 10Die Jüngeren aber, die mit ihm aufgewachsen waren, redeten mit ihm und sprachen: So sollst du sagen zu dem Volk, das mit dir geredet und gesagt hat: »Dein Vater hat unser Joch zu schwer gemacht; mach du unser Joch leichter« – so sollst du zu ihnen sagen: Mein kleiner Finger soll dicker sein als meines Vaters Lenden. 11Hat nun mein Vater auf euch ein schweres Joch gelegt, so will ich euer Joch noch schwerer machen. Mein Vater hat euch mit Peitschen gezüchtigt, ich aber mit Skorpionen.

12Als nun Jerobeam und alles Volk am dritten Tage zu Rehabeam kam, wie der König gesagt hatte: »Kommt wieder zu mir am dritten Tage«, 13antwortete ihnen der König hart. Und der König Rehabeam ließ außer Acht den Rat der Ältesten 14und redete mit ihnen nach dem Rat der Jüngeren und sprach: Hat mein Vater euer Joch schwer gemacht, so will ich’s noch schwerer machen. Mein Vater hat euch mit Peitschen gezüchtigt, ich aber mit Skorpionen. 15So hörte der König nicht auf das Volk; denn es war so von Gott bestimmt, auf dass der HERR sein Wort bestätigte, das er geredet hatte durch Ahija von Silo zu Jerobeam, dem Sohn Nebats.

10,15
1. Kön 11,2931

16Als aber ganz Israel sah, dass der König nicht auf es hörte, antwortete das Volk dem König und sprach: Was haben wir für Teil an David oder Erbe am Sohn Isais? Auf zu deinen Zelten, Israel! So sieh du selbst nach deinem Haus, David! – Und ganz Israel ging zu seinen Zelten, 17sodass Rehabeam nur über die Israeliten regierte, die in den Städten Judas wohnten. 18Und als der König Rehabeam den Fronvogt Adoniram sandte, steinigten ihn die Israeliten zu Tode. Aber dem König Rehabeam gelang es, seinen Wagen zu besteigen und nach Jerusalem zu fliehen. 19Also fiel Israel ab vom Hause David bis auf diesen Tag.

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