Lutherbibel 2017 (LU17)
7

Demetrius I. Soter bestimmt Statthalter und Hohepriester

(vgl. 2. Makk 14,1-2)

71Im 151. Jahr7,1 162/161 v.Chr. floh Demetrius, der Sohn des Seleukus, aus Rom und kam mit einem kleinen Gefolge in eine Stadt am Meer und regierte dort als König. 2Und als er in den Palast seiner Vorfahren kam, nahm das Kriegsvolk Antiochus und Lysias gefangen, um sie ihm zu übergeben. 3Als das aber Demetrius gemeldet wurde, befahl er, sie nicht vor seine Augen kommen zu lassen. 4

7,4
2. Makk 14,3-10
Darum tötete sie das Kriegsvolk.

Als nun

7,4
Kap
Demetrius auf den Thron gelangt war, 5kamen zu ihm gottlose und abtrünnige Leute aus Israel; ihr Anführer war
7,5
Kap
Alkimus; der wäre gern Hoherpriester geworden. 6Diese verklagten ihr eigenes Volk beim König und sagten: Judas und seine Brüder haben alle, die dir gehorsam sein wollten, umgebracht und uns aus unserm Lande verjagt. 7Darum sende jemand, dem du vertraust, dorthin; er soll sich ansehen, welche Zerstörung sie über uns und das Land des Königs gebracht haben, und er soll sie und ihren ganzen Anhang bestrafen.

8Darum wählte der König aus seinen Freunden

7,8
Kap
Bakchides aus, der Statthalter über das Land jenseits des Euphrat7,8 Die Provinz des Seleukidenreiches westlich des Euphrat (vgl. Esra 4,10). war und ein Mächtiger im Reich und dem König treu. 9Und er schickte mit ihm den abtrünnigen Alkimus, den er zum Hohenpriester gemacht hatte, und befahl ihm, das Volk Israel zu bestrafen.

10Und sie zogen ins Land Judäa mit einem großen Heer und schickten Boten zu Judas und seinen Brüdern, um über den Frieden zu verhandeln, und taten so, als wollten sie Frieden mit ihnen halten. 11Aber die glaubten ihnen nicht; denn sie sahen, dass sie mit einem großen Heer gekommen waren.

12Aber viele Schriftgelehrte kamen zu Alkimus und Bakchides, um zu fragen, was nun Recht sein solle. 13Die

7,13
Kap
Hasidäer aber waren die Ersten in Israel, 13 die sie um Frieden baten. 14Und sie sagten: Ein Priester aus dem Geschlecht Aaron ist mit dem Heer gekommen; der wird uns nichts Unrechtes tun. 15Und Alkimus sagte ihnen Frieden zu und schwor einen Eid: Wir wollen euch und euren Freunden kein Leid antun. 16Und sie glaubten ihm. Er aber ließ sechzig Mann von ihnen gefangen nehmen und tötete sie alle an einem einzigen Tag, wie die Schrift sagt: 17»Das Fleisch deiner Heiligen haben sie zerstreut und ihr Blut haben sie rings um Jerusalem vergossen; und da war niemand, der sie begrub.«
7,17
Ps 79,2-3

18Darum kam Furcht und Schrecken über das ganze Volk und sie klagten: Bei denen gibt es weder Recht noch Wahrheit, denn sie haben den Vertrag und ihren Eid gebrochen.

19Und Bakchides zog weg von Jerusalem und belagerte Bet-Sajit und ließ viele gefangen nehmen, die ihn vorher anerkannt hatten, dazu auch einige vom Volk, und er ließ sie in eine große Zisterne stürzen. 20Danach übergab Bakchides das Land dem Alkimus und ließ Kriegsvolk bei ihm, um ihm zu helfen; dann zog er wieder zum König.

Judas Makkabäus bekämpft Alkimus

21Und Alkimus nahm sich vor, mit aller Gewalt Hoherpriester zu werden. 22Und zu ihm stießen alle, die ihr Volk verwirrten; und sie unterwarfen sich das Land Judäa mit Gewalt und unterdrückten das Volk Israel schwer. 23Als nun Judas sah, dass Alkimus und die Abtrünnigen aus Israel noch viel größeren Schaden im Lande anrichteten als die Heiden, 24durchzog er abermals das ganze Land Judäa, bestrafte die Abtrünnigen und hinderte sie daran, sich frei im Land zu bewegen. 25Als aber Alkimus sah, dass Judas und seine Leute wieder stark waren, und erkannte, dass er ihnen nicht widerstehen konnte, zog er wieder zum König und klagte sie vieler Verbrechen an.

Judas Makkabäus besiegt Nikanor

(vgl. 2. Makk 14,11-36; 15,1-36)

26Darum sandte der König einen hohen Fürsten,

7,26
Kap
Nikanor, der Israel hasste, und befahl ihm, das Volk auszurotten. 27Und Nikanor zog mit einem großen Heer nach Jerusalem und schickte Boten zu Judas und seinen Brüdern, als ob er eine friedliche Botschaft hätte, und sie sollten sagen: 28Es soll keinen Kampf zwischen mir und euch geben. Mit wenigen Leuten nur will ich kommen, um friedlich mit euch zu reden. 29So kam Nikanor zu Judas, und sie begrüßten sich friedlich; die Soldaten aber waren bereit, Judas gefangen zu nehmen. 30Es wurde aber Judas berichtet, dass er zu ihm gekommen war, um ihn durch diesen Betrug gefangen zu nehmen; darum hütete er sich vor ihm und wollte ihm nicht mehr begegnen.

31Und als Nikanor merkte, dass sein Vorhaben bekannt geworden war, zog er gegen Judas und kämpfte mit ihm bei Kafar-Salama. 32Da verlor Nikanor an die fünftausend Mann, und sein Heer musste in die Davidstadt fliehen.

33Danach kam Nikanor auch zum Berg Zion. Und einige von den Priestern des Heiligtums und den Ältesten des Volks kamen heraus, um ihn friedlich zu empfangen und ihm das

7,33
Esra 6,9-10
Jer 29,7
1. Tim 2,1-2
Brandopfer zu zeigen, das sie Gott für den König darbrachten. 34Aber Nikanor verspottete und verhöhnte sie, verunreinigte sie und führte lästerliche Reden 35und schwor voller Zorn einen Eid: Werden mir Judas und sein Heer nicht ausgeliefert, so will ich Feuer an dieses Haus legen, sobald ich wohlbehalten zurückgekommen bin. Und er zog weg in heftigem Zorn.

36Aber die Priester gingen in den Tempel hinein und traten vor den Altar und das Heiligtum und weinten und sprachen: 37Ach, Herr, weil du dieses Haus

7,37
1. Kön 8,29-30
erwählt hast, damit dein Name über ihm ausgerufen werde und es für dein Volk ein Haus des
7,37
Jes 56,7
Betens und Bittens sei, 38bitten wir, du wollest diesen Menschen und sein Heer bestrafen und sie durchs Schwert umkommen lassen; denke an ihre Lästerungen, und lass sie nicht im Lande bleiben.

39Und Nikanor zog von Jerusalem weg und schlug sein Lager bei Bet-Horon auf. Dort schloss sich ihm ein Heer aus Syrien an. 40Aber Judas lagerte bei Adasa mit dreitausend Mann und betete und sprach: 41

7,41
2. Kön 18,28-35
Als dich die Boten des Königs lästerten, kam dein
7,41
2. Kön 19,35
Engel; der tötete von ihnen hundertfünfundachtzigtausend Mann. 42So schlage dieses Heer heute vor unsern Augen und richte Nikanor wegen seiner schweren Untat, damit die andern erkennen, dass er dein Heiligtum geschmäht hat, und richte ihn, wie es seine Schmähung verdient.

43Und am dreizehnten Tag des Monats Adar7,43 März 161 v.Chr. kämpften sie miteinander. Da wurde das Heer Nikanors geschlagen und er selbst fiel als Allererster im Kampf. 44Und als sein Heer sah, dass Nikanor gefallen war, warfen sie die Waffen weg und flohen. 45Aber Judas jagte ihnen eine Tagereise nach von Adasa bis Geser und ließ hinter ihnen die

7,45
Kap
Kriegstrompeten blasen. 46Und das Volk aus allen Ortschaften Judäas ringsum kam herbei und griff die Fliehenden von allen Seiten an. Die stellten sich dem Kampf, doch fielen alle durch das Schwert, und nicht einer von ihnen kam davon. 47Und sie machten Beute und nahmen ihre Vorräte mit sich. Dem Nikanor aber schlugen sie den Kopf und die rechte Hand ab, die er zu seinem lästerlichen Eid ausgestreckt hatte; und
7,47
1. Sam 17,51-54
sie ließen beides mitnehmen und in Jerusalem aufhängen.

48Da wurde das Volk sehr fröhlich, und sie feierten diesen Tag mit großer Freude 49und ordneten an, dass man jährlich diesen Tag, nämlich den

7,49
Est 9,17
dreizehnten Tag des Monats Adar, feiern sollte. 50So hatte das Land Judäa für kurze Zeit
7,50
Ri 3,11
Ruhe.

8

Bündnis mit den Römern

81Es hörte aber Judas von den Römern, dass sie geübte Krieger waren und fremden Völkern gern Schutz und Freundschaft gewährten, die Hilfe bei ihnen suchten. 2Und man hatte ihm von ihren Kämpfen erzählt und von ihren Heldentaten bei den Galatern, die sie bezwungen und tributpflichtig gemacht hatten; 3auch, wie sie in Spanien gekämpft und dort die Silberminen und Goldminen erobert hatten, 4und dass sie viele ferne Länder durch ihre Klugheit und Beharrlichkeit eingenommen hatten; 4 dass sie auch die Könige, die von den Enden der Erde in ihr Land gezogen waren, besiegt und schwer geschlagen hatten, während die andern ihnen jährlich Tribut zahlen mussten; 5und dass sie den König von Kittim, Philippus, und seinen Sohn Perseus samt denen, die sich sonst noch gegen sie aufgelehnt, im Krieg überwunden und unterjocht hatten.

6

8,6
Kap
Auch Antiochus der Große, der König über die Asia, der gegen sie gezogen war mit hundertzwanzig Elefanten, mit Reitern und Wagen und sehr viel Kriegsvolk, war von ihnen geschlagen worden, 7und sie hatten ihn gefangen genommen. Und sie hatten ihm und seinen Erben einen großen Tribut auferlegt, den sie jährlich den Römern zahlen mussten; dazu musste er den Römern Geiseln schicken und Land abtreten. 8Sie nahmen ihm auch Indien, Medien und Lydien, seine besten Gebiete, und gaben sie dem König Eumenes.

9Auch hörte er, dass die Griechen beschlossen hatten, zu kommen und sie zu vernichten. 10Als die Römer davon hörten, schickten sie einen Feldhauptmann gegen die Griechen; der schlug sie, sodass viele von ihnen fielen, führte ihre Frauen und Kinder gefangen fort, plünderte sie aus und nahm ihr Land ein, ließ in den Städten die Mauern niederreißen und unterwarf sie bis auf den heutigen Tag. 11Auch die andern Königreiche und die Inseln, die sich ihnen jemals widersetzt hatten, verheerten und unterwarfen sie.

12Aber mit den Freunden und Bundesgenossen hielten sie Frieden. Sie herrschten über die Könige nah und fern, und alle, die auch nur ihren Namen hörten, fürchteten sie. 13Wen sie unterstützen und zum König einsetzen wollten, der durfte herrschen; wen sie aber nicht wollten, den setzten sie ab. Und so wurden sie sehr mächtig. 14

8,14
Ri 9,7-15
Aber bei alldem hat sich niemand von ihnen eine Krone aufgesetzt und sich in Purpur gekleidet, um damit zu prangen, 15sondern einen Rat hatten sie eingesetzt; der bestand aus dreihundertzwanzig Männern; die berieten sich täglich, um das Volk stets gut zu regieren. 16Und jährlich vertrauten sie einem Einzelnen die Herrschaft an, der in ihrem ganzen Land zu gebieten hatte; diesem einen gehorchten alle. Und es herrschte weder Neid noch Zwietracht bei ihnen.

17Und Judas wählte

8,17
2. Makk 4,11
Eupolemus, den Sohn des Johannes, des Sohnes des Koz, und Jason, den Sohn
8,17
Kap
Eleasars, und sandte sie nach Rom, dass sie mit den Römern Freundschaft und ein Bündnis schließen, 18um Israel von seinem Joch zu befreien, wenn die Römer sähen, dass es von dem Königreich der Griechen unterdrückt würde. 19Die Abgesandten machten den weiten Weg nach Rom, traten vor den Rat, erhoben die Stimme und sagten: 20Judas, genannt Makkabäus, und seine Brüder und das jüdische Volk haben uns zu euch gesandt, um Frieden und ein Bündnis mit euch zu schließen, dass wir als eure Freunde und Bundesgenossen eingeschrieben werden. 21Das hießen die Römer gut. 22Und dies ist die Abschrift des Vertrages, die sie auf bronzene Tafeln schrieben und nach Jerusalem schickten zur Erinnerung an den Frieden und das Bündnis, das sie geschlossen hatten:

23Glück und Frieden den Römern und den Juden zu Wasser und zu Lande in Ewigkeit. Schwert und Feind seien fern von ihnen! 24Wenn Rom zuerst in einen Krieg verwickelt wird oder irgendeiner seiner Bundesgenossen in seinem ganzen Gebiet, 25dann soll das Volk der Juden treue Hilfe leisten, wie es die Not erfordert; 26den Gegnern aber weder Nahrung noch Waffen, Geld oder Schiffe liefern oder verschaffen, wie Rom es für richtig hält. Und sie sollen diese Abmachungen einhalten, ohne Ersatz zu verlangen. 27Und ebenso: Wenn das Volk der Juden zuerst in einen Krieg verwickelt wird, dann sollen ihm die Römer treue Hilfe leisten, wie es die Not erfordert; 28auch ihren Feinden sollen sie nicht Nahrung, Waffen, Geld oder Schiffe liefern, wie Rom es für richtig hält. Und sie wollen diese Abmachungen ohne Betrug einhalten.

29Mit diesen Worten ist das Bündnis zwischen den Römern und den jüdischen Bürgern festgelegt. 30Wenn aber später einer von beiden Teilen etwas hinzufügen oder streichen will, so sollen beide sich darüber einigen. Und was sie hinzufügen oder streichen, soll eingehalten werden.

31Weil nun

8,31
Kap
König Demetrius an ihnen Gewalttaten verübt hatte, haben wir ihm geschrieben: Warum hast du unsren Freunden und Bundesgenossen, den Juden, dein Joch aufgezwungen? 32Wenn sie weiter über dich klagen, so müssen wir ihnen Recht schaffen und werden dich zu Wasser und zu Lande angreifen.

9

Judas fällt im Kampf gegen Bakchides

91Als Demetrius hörte, dass

9,1
Kap
Nikanor und sein Heer im Kampf gefallen waren, sandte er
9,1
Kap
Bakchides und
9,1
Kap
Alkimus wieder nach Judäa und mit ihnen die Truppen, die stets auf dem rechten Flügel kämpfen. 2Sie zogen nach Gilgal und belagerten Masloth bei Arbela, eroberten es und brachten viele um. 3Darauf zogen sie nach Jerusalem im 152. Jahr, im ersten Monat,9,3 April 161 v.Chr. 4und von dort nach Berea mit zwanzigtausend Mann zu Fuß und zweitausend Reitern. 5Und Judas hatte sein Lager bei Elasa aufgeschlagen mit dreitausend auserlesenen Männern.

6Als sie aber sahen, wie zahlreich das Kriegsvolk der Feinde war, erschraken sie sehr und viele liefen vom Heer weg, sodass nicht mehr als achthundert Mann bei Judas blieben. 7Als er sah, dass sein Heer floh, da es doch zum Kampf kommen musste, wurde ihm angst und bange; denn er hatte keine Zeit, sie wieder zusammenzubringen. 8In dieser Angst sagte er zu den Übriggebliebenen: Auf, lasst uns versuchen, ob wir die Feinde angreifen und schlagen können! 9Aber sie weigerten sich und sagten: Wir können nichts ausrichten; lasst uns unser Leben retten. Später wollen wir dann zurückkehren und sie zusammen mit unsern Brüdern angreifen; jetzt sind wir viel zu wenige. 10Aber Judas sagte: Das sei ferne, dass wir vor ihnen fliehen! Ist unsre Zeit gekommen, so wollen wir tapfer unser Leben lassen für die Brüder und unsrer Ehre keine Schande machen.

11Und die feindliche Streitmacht zog aus dem Lager und stellte sich in Schlachtordnung auf. Die Reiterei war auf zwei Flügel aufgeteilt, die Schleuderer und Bogenschützen standen in der ersten Reihe, und die besten Krieger standen an der Spitze. 12Bakchides war beim rechten Flügel. Und die Schlachtreihe rückte von beiden Seiten mit Kriegsgeschrei und Trompeten vor. 13 Da ließ auch Judas die Trompeten blasen. 13Und die Erde erbebte vom Lärm der Heere, und die Schlacht dauerte vom Morgen bis zum Abend.

14Als nun Judas sah, dass Bakchides samt der größten Heeresmacht auf dem rechten Flügel kämpfte, griff er dort an, und es folgten ihm alle beherzten Männer, 15und sie schlugen das Heer auf der rechten Seite in die Flucht und jagten ihnen nach bis zu den Bergen von Aschdod. 16Als aber die auf dem linken Flügel sahen, dass der rechte Flügel geschlagen war, setzten sie ihrerseits Judas und seinen Leuten von hinten nach. 17Und es kam zu einem harten Kampf, sodass viele von beiden Heeren verwundet wurden und umkamen. 18Auch Judas fiel. Da flohen die Übrigen.

19Und Jonatan und Simon nahmen ihren Bruder Judas und

9,19
Kap
begruben ihn im Grab seiner Väter in Modeïn. 20Und ganz Israel weinte und klagte sehr um Judas. Sie trauerten lange Zeit um ihn und sprachen: 21Ach dass der Held umgekommen ist, der Israel errettet hat!
9,21
2. Sam 1,19-27
22Die weiteren Geschichten von Judas und seinen Kämpfen und seine Heldentaten und seine Größe können nicht alle beschrieben werden, weil es zu viele sind.
9,22
Joh 21,25

Jonatan übernimmt die Nachfolge

23Nach dem Tode des Judas wurden die

9,23
Kap
Verächter des Gesetzes wieder mächtig im ganzen Land Israel, und alle Abtrünnigen erhoben sich. 24Und zu dieser Zeit herrschte sehr großer Hunger im Lande, sodass sich das ganze Volk unterwarf. 25Da wählte Bakchides gottlose Männer aus, die machte er zu Aufsehern über das Land. 26Und sie suchten überall die Freunde des Judas, spürten sie auf und führten sie vor Bakchides, dass er sie bestrafe und seinen Mutwillen mit ihnen treibe. 27Und in Israel war so viel Jammer, wie nicht gewesen ist, seit ihnen
9,27
Kap
kein Prophet mehr erschienen war.

28Darum kamen alle Anhänger des Judas zusammen und sagten zu Jonatan: 29Nach dem Tod deines Bruders Judas haben wir niemand mehr, der ihm gleich ist und uns anführen kann gegen unsre Feinde und Bakchides und die, die unserm Volk feindlich gesonnen sind. 30Darum wählen wir dich heute an seiner statt zu unserem Fürsten und Feldherrn, damit du diesen Krieg für uns führst. 31So wurde Jonatan ihr Fürst und regierte anstelle seines Bruders Judas.

Jonatan rächt den Tod seines Bruders

32Als das Bakchides erfuhr, suchte er, ihn zu töten. 33Als aber Jonatan und sein Bruder Simon und alle, die bei ihnen waren, das merkten, flohen sie in die

9,33
2. Chr 20,20
Wüste Tekoa und lagerten bei der Zisterne von Asfar. 34Das hörte Bakchides und zog am
9,34
Kap
Sabbat mit seinem ganzen Heer über den Jordan.

35Nun hatte Jonatan seinen Bruder, den Feldhauptmann Johannes, zu seinen Freunden, den

9,35
Kap
Nabatäern, gesandt, um sie zu bitten, ihr ganzes Hab und Gut für sie zu verwahren. 36Aber die Männer von Jambri zogen aus Madaba heraus und nahmen den Johannes gefangen und raubten alles, was er mit sich führte, und kehrten damit zurück.

37Danach wurde Jonatan und seinem Bruder Simon hinterbracht, dass die Leute von Jambri eine große Hochzeit feiern und die Braut mit großer Pracht aus Nadabat abholen würden; denn sie war die Tochter eines Fürsten aus Kanaan. 38Da dachten sie an den Mord an ihrem Bruder Johannes, zogen hinauf und versteckten sich im Schutz des Berges. 39Und sie blickten auf, und siehe, da kam mit Geschrei ein großer Zug daher, und der Bräutigam zog ihnen entgegen mit seinen Freunden und Brüdern, mit Pauken und Pfeifen und mit vielen Waffen. 40Da überfielen Jonatan und Simon sie aus dem Hinterhalt und schlugen sie, sodass viele verwundet wurden und fielen und die Übrigen ins Gebirge fliehen mussten. Und sie erbeuteten all ihr Hab und Gut. 41Da wurde aus der Hochzeit Herzeleid und aus dem Pfeifen Heulen. 42So rächten sie den Mord an ihrem Bruder und kehrten wieder um und zogen in die Sümpfe am Jordan.

Bakchides kämpft mit Jonatan

43Als Bakchides das hörte, kam er am Sabbat an die Ufer des Jordan mit einem großen Heer. 44Da sagte Jonatan zu seinen Leuten: Auf, rüstet euch zur Schlacht! Es gilt unser Leben! Denn heute ist nichts wie gestern oder vorgestern. 45Denn es droht uns ein Kampf von vorn und von hinten. Auf der einen Seite ist das Wasser des Jordan, auf der andern Sumpf und Wald, und es gibt keinen Weg, um zu entkommen. 46Darum schreit zum Himmel, dass ihr vor unseren Feinden errettet werdet.

9,46
Kap

47Dann begann der Kampf, und Jonatan streckte seine Hand aus, um Bakchides zu schlagen, der aber wich vor ihm zurück. 48Da sprangen Jonatan und sein Kriegsvolk in den Jordan und kamen über das Wasser; doch die Leute des Bakchides setzten ihnen nicht über den Jordan nach. 49An diesem Tage sind aus dem Heer des Bakchides an die tausend Mann umgekommen.

Festigung der Herrschaft in Judäa

50Darum zog Bakchides wieder ab, kam nach Jerusalem und fing an, die Städte in Judäa zu befestigen. Er ließ hohe Mauern mit Toren und Riegeln um Jericho, Emmaus, Bet-Horon, Bethel, Timna, Piraton, Tefon bauen 51und legte eine Besatzung hinein, die Israel niederhalten sollte. 52Ebenso

9,52
Kap
ließ er Bet-Zur, Geser und die Burg von Jerusalem befestigen, und er verlegte auch dorthin Kriegsvolk und versorgte es mit Nahrung. 53Und er nahm die Söhne der vornehmsten Männer des Landes als Geiseln und behielt sie auf der Burg von Jerusalem.

Alkimus stirbt

54Im 153. Jahr, im zweiten Monat,9,54 Mai 160 v.Chr. befahl Alkimus, auch die Mauer des inneren Vorhofs am Tempel abzureißen. Er begann die Arbeiten und riss so nieder, was

9,54
Esra 6,14
Hag 1,18
Sach 4,8-9
die Propheten gebaut hatten. 55Doch da traf den Alkimus der Schlag, sodass sein Plan verhindert und sein Mund gestopft wurde; denn er wurde gelähmt, sodass er nicht mehr reden oder sein Haus bestellen konnte. 56Und Alkimus
9,56
2. Makk 9,9
starb zu jener Zeit mit großen Schmerzen. 57Als aber Bakchides sah, dass Alkimus gestorben war, zog er wieder weg zum König. Da hatte das Land Judäa zwei Jahre lang Ruhe.

Bakchides schließt Frieden mit Jonatan

58Aber die Abtrünnigen im Lande hielten Rat und sagten: Jonatan und seine Leute leben jetzt in Ruhe und Frieden. Lasst uns Bakchides wieder rufen, der könnte sie jetzt in einer einzigen Nacht alle gefangen nehmen. 59So zogen sie zu ihm und sagten ihm ihren Plan. 60Da machte sich Bakchides mit einem großen Heer auf und schickte heimlich Schreiben an alle seine Bundesgenossen in Judäa, dass sie Jonatan und alle, die bei ihm waren, ergreifen sollten. Aber ihr Plan wurde bekannt; darum erreichten sie nichts, 61sondern Jonatan nahm fünfzig Männer vom Volk des Landes gefangen, die Anführer der

9,61
Kap
Abtrünnigen, und ließ sie töten.

62Darauf zogen sich Jonatan und Simon mit ihrem Kriegsvolk zurück in einen zerstörten Ort in der Wüste, Bet-Basi; den baute er wieder auf und befestigte ihn. 63Als nun Bakchides das erfuhr, sammelte er sein ganzes Heer und bot auch seine Leute in Judäa auf. 64Dann zog er vor Bet-Basi, belagerte es lange und stellte Sturmböcke davor auf.

65Aber Jonatan ließ seinen Bruder Simon in der Stadt zurück und zog mit einer kleinen Schar ins offene Land 66und schlug Odomera und dessen Brüder und die Söhne Fasiron an ihrem Wohnplatz. Weil sie aber solchen Erfolg hatten, liefen ihnen noch mehr Kämpfer zu.

67Mittlerweile machte Simon mit seinen Leuten einen Ausfall aus der Stadt und setzte die Sturmböcke in Brand, 68und sie kämpften gegen Bakchides und schlugen ihn in die Flucht.

Und sie setzten ihm sehr zu, denn sein Plan und sein Feldzug waren vergeblich gewesen. 69Da wurde er sehr zornig auf die abtrünnigen Juden, die ihm geraten hatten, wieder in ihr Land zu kommen, und ließ viele von ihnen töten und beschloss, wieder in sein Land zu ziehen. 70Als Jonatan das erfuhr, schickte er Boten zu ihm, um Frieden mit ihm zu schließen und die Herausgabe der Gefangenen zu erreichen. 71Hierin willigte Bakchides gern ein und tat, was Jonatan begehrte, und schwor einen Eid, ihm sein Leben lang kein Leid mehr anzutun. 72Und er gab ihm die

9,72
Kap
Gefangenen wieder heraus, die er zuvor aus Judäa weggeführt hatte, kehrte um, zog in sein Land und kam nie wieder in ihr Gebiet.

73Da

9,73
ruhte das Schwert in Israel. Und Jonatan ließ sich in Michmas nieder und regierte dort über das Volk und vernichtete die Gottlosen in Israel.