Lutherbibel 2017 (LU17)
1

Alexander der Große übergibt das Reich seinen Nachfolgern

11Alexander, der Sohn Philipps, König von Makedonien, der zuerst über Griechenland herrschte, ist aus dem Lande Kittim ausgezogen und hat Darius, den König der Perser und Meder, geschlagen und wurde König an seiner statt.

1,1
Dan 8,5-721
2Er hat viele Kriege geführt, befestigte Städte erobert und die andern Könige der Erde umgebracht 3und ist immer weitergezogen bis an die Enden der Erde und hat Beute bei vielen Völkern gemacht, und die Erde musste still sein vor ihm. Da wurde er stolz und sein Herz hochmütig. 4Er
1,4
Dan 8,8
brachte eine gewaltige Heeresmacht zusammen 5 und nahm alle Länder und Reiche ein, und sie mussten ihm Tribut zahlen. 5 Dann aber warf ihn eine Krankheit aufs Lager und er merkte, dass er sterben würde. 6 Da rief er seine Hauptleute zu sich, die mit ihm von Jugend auf erzogen worden waren, und
1,6
Dan 11,4
teilte sein Reich noch zu seinen Lebzeiten unter sie auf. 7 Darauf starb Alexander, nachdem er zwölf Jahre regiert hatte.1,7 336–323 v.Chr. 8 Dann übernahmen seine Hauptleute das Reich, jeder in seinem Gebiet. 9 Nach seinem Tod setzten sie sich die Krone auf und regierten mit ihren Nachkommen lange Zeit, und sie vermehrten
1,9
1. Mose 6,5
die Schlechtigkeit auf Erden. 10 Aus ihnen
1,10
Dan 8,23-24
ging ein sündhafter Spross hervor,
1,10
2. Makk 4,7
Antiochus Epiphanes. Der war zuvor
1,10
Kap
Geisel in Rom für seinen Vater Antiochus den Großen gewesen. Er begann im 137. Jahr der griechischen Herrschaft zu regieren.1,10 175 v.Chr.; vgl. die Zeittafel im Anhang.

In Israel entsteht eine griechenfreundliche Partei

11

1,11
Esra 9,1-310-12
Zu dieser Zeit traten in Israel frevelhafte Leute auf; die überredeten viele und sagten: Lasst uns ein Bündnis mit den Völkern ringsum schließen; denn wir haben viel leiden müssen seit der Zeit, da wir uns von den Völkern abgesondert haben. 12 Diese Meinung gefiel ihnen gut. 13
1,13
2. Makk 4,7-15
Und einige aus dem Volk entschlossen sich, zum König zu gehen; der gestattete ihnen, heidnische Lebensweisen einzuführen. 14 Da richteten sie in Jerusalem ein Gymnasion her, wie es auch die Heiden hatten, 15 ließen ihre Vorhaut wieder herstellen und fielen vom heiligen Bund ab, passten sich den andern Völkern an und gaben sich dazu her, allen Lastern zu frönen.

Antiochus IV. Epiphanes plündert den Tempel

(vgl. 2. Makk 5,1; 5,11-21)

16 Als nun Antiochus seine Herrschaft gefestigt hatte, gedachte er, auch das Königreich Ägypten an sich zu bringen, damit er über beide Königreiche herrschte, 17 und zog nach Ägypten, gut gerüstet mit großem Heer, mit Wagen und Elefanten und einer großen Flotte, 18 und führte Krieg gegen Ptolemäus, den König von Ägypten. Aber Ptolemäus wandte sich vor ihm zur Flucht und viele Ägypter sind umgekommen. 19 Und Antiochus hat die befestigten Städte in Ägypten eingenommen und große Beute im Land gemacht. 20 Als aber Antiochus in Ägypten gesiegt hatte und wieder heimzog im 143. Jahr,1,20 169 v.Chr. zog er hinauf gegen Israel 22 und kam nach Jerusalem mit einem großen Heer, 21 ging frech und ohne Scheu in das

1,21
Dan 8,11-12
Heiligtum und ließ wegnehmen den goldenen
1,21
2. Mose 30,1-3
Altar, den
1,21
2. Mose 25,31-39
Leuchter und alle Geräte, die dazugehören, 22den
1,22
2. Mose 25,23-30
Tisch, auf dem die Schaubrote lagen, die Kannen, die Schalen, die goldenen Kellen, den
1,22
2. Mose 26,31-33
Vorhang, die Kronen. Auch den goldenen Schmuck an der Vorderseite des Tempels rissen sie ab. 23 Er nahm das Silber und Gold, die kostbaren Gefäße und verborgene Schätze, so viel er fand, 24und führte alles mit sich in sein Land. 25 Dann richtete er ein Blutbad an und führte lästerliche Reden. 25 Da herrschte tiefe Trauer in ganz Israel: 26 Die Oberen und Ältesten trauerten, junge Mädchen und junge Männer wurden kraftlos, 28 und die Schönheit der Frauen verfiel. 27Ein jeder Bräutigam wehklagte, und die im Brautgemach warteten, fielen in Trauer;
1,27
Jer 7,34
28 und das ganze Land war erschüttert über die Unterdrückung seiner Bewohner; und das ganze Haus Jakob war mit Schmach bedeckt.

Antiochus IV. Epiphanes verwüstet und besetzt Jerusalem

(vgl. 2. Makk 5,24-26)

29 Nach zwei Jahren sandte der König den obersten Steuereinnehmer in die Städte Judäas; der kam mit einer großen Schar Bewaffneter nach Jerusalem. 30 Und er redete voll Hinterlist friedliche Worte zu ihnen, 32 und sie glaubten ihm. Er aber überfiel die Stadt unversehens, hauste übel in ihr und brachte viele aus Israel um. 31 Und er plünderte die Stadt, steckte sie in Brand und riss die Häuser und Mauern ringsum nieder. 32 Die Feinde führten Frauen und Kinder weg und raubten das Vieh. 33 Sie befestigten die

1,33
2. Sam 5,7
Stadt Davids mit starken Mauern und Türmen, und machten sie zu ihrer Burg. 34 Dann legten sie eine heidnische Besatzung dorthin, frevelhafte Leute, deren Zahl immer größer wurde. 35 Sie brachten Waffen und Vorräte hinein, und was sie in der Stadt Jerusalem zusammenrafften, brachten sie auf die Burg; damit wurden sie zu einer großen Gefahr. 36 So entstand eine ständige Bedrohung für das Heiligtum und eine schlimme Bedrängnis für Israel. 37 Sie entweihten das Heiligtum und vergossen viel unschuldiges Blut ringsum. 38 Da flohen die Bürger Jerusalems ihretwegen. Die Fremden aber blieben in der Stadt, sodass sie denen fremd wurde, die in ihr geboren waren, und ihre Kinder sie verließen. 39 Das Heiligtum wurde öde wie die Wüste, die
1,39
Am 8,10
Tob 2,6
Feiertage wurden zu Trauertagen, die Sabbate zur Schmach, und alle ihre Herrlichkeit wurde zunichte. 40 So groß ihr Ruhm einst war, so groß war nun ihre Schande; aus ihrer Hoheit wurde Trauer.

Antiochus verfolgt den Glauben Israels

(vgl. 2. Makk 6,1-7)

41 König Antiochus erließ ein Gebot für sein ganzes Reich, dass alle zu einem Volk werden 42 und ihre Gesetze aufgeben sollten. Und alle Völker willigten in das Wort des Königs ein. 43 Und auch viele aus Israel willigten ein und opferten den Götzen und entweihten den Sabbat. 44 Auch sandte Antiochus Boten mit Briefen nach Jerusalem und in alle Städte Judäas; in ihnen gebot er, die Gebräuche der Heiden anzunehmen, 45 die Brandopfer, Speisopfer und Sündopfer im Heiligtum einzustellen, 48 Sabbate und andere Feste abzuschaffen, 46 das Heiligtum und das

1,46
3. Mose 19,2
heilige Volk Israel zu entheiligen, 47 Altäre, Tempel und Heiligtümer für die Götzen zu errichten, Schweine und andere
1,47
3. Mose 11,1-47
unreine Tiere zu opfern. 48 Auch die
1,48
3. Mose 12,3
Beschneidung ihrer Söhne verbot er. So brachte er die Leute dazu, sich in allem mit Unreinheit und Gräuel zu beflecken, 49damit sie Gottes Gesetz vergäßen und alle seine Rechtsordnungen abschafften. 50 Und wer dem König Antiochus nicht gehorsam wäre, der sollte sterben. 51 Dies Gebot ließ er ausgehen durch sein ganzes Königreich und setzte Aufseher ein, die das ganze Volk zwingen sollten, dies zu halten. 54 Den Städten Judäas befahlen sie zu opfern, Stadt für Stadt. 52 Viele aus dem Volk schlossen sich denen an, die das Gesetz verlassen hatten, und trieben ihr Unwesen im Lande. 53 Und sie verjagten das Volk Israel, sodass es sich an
1,53
Hebr 11,38
verborgenen Fluchtorten verstecken musste.

Antiochus IV. Epiphanes bringt Israel in große Not

54 Im 145. Jahr, am fünfzehnten Tage des Monats Kislew,1,54 Dezember 168 v.Chr. ließ König Antiochus das

1,54
Dan 9,27
Gräuelbild der Verwüstung1,54 Siehe Sach- und Worterklärungen zu »Gräuelbild der Verwüstung«. auf den Altar Gottes setzen und in allen Städten Judäas Altäre für Götzen errichten, 55 damit man öffentlich auf dem Markt und jeder vor seinem Haus räucherte und opferte. 56 Fand man Bücher des Gesetzes, wurden sie von ihnen zerrissen und verbrannt, 57 und alle, bei denen man Bücher des Bundes fand, und alle, die das Gesetz hielten, wurden nach dem Gebot des Königs totgeschlagen. 58 So ließen sie Monat für Monat ihre Kraft an den Israeliten aus, die sie in den Städten entdeckten. 59 Am fünfundzwanzigsten Tage des Monats opferten sie auf dem Götzenaltar, der auf dem Altar des Herrn stand. 60 Die
1,60
2. Makk 6,10
Frauen, die ihre Söhne hatten beschneiden lassen, wurden getötet, wie Antiochus befohlen hatte; 61 man hängte ihnen die Knäblein an den Hals und tötete die, die zu ihnen gehörten, und die, die sie beschnitten hatten. 62
1,62
2. Makk 6,18
7,1
Aber viele vom Volk Israel blieben standhaft und wollten nichts Unreines essen 63 und ließen sich lieber töten, als sich durch Speisen unrein zu machen, 67 und wollten den heiligen Bund nicht entweihen; darum wurden sie umgebracht. 64 So kam ein gewaltiger Zorn über Israel.

2

Mattatias klagt über die Unterdrückung Israels

21Zu dieser Zeit trat Mattatias auf, der Sohn des Johannes, des Sohns Simeons, ein Priester aus dem Geschlecht

2,1
1. Chr 9,10
Neh 11,10
Jojaribs von Jerusalem; der wohnte in Modeïn 2und hatte fünf Söhne: Johannes mit dem Zunamen Gaddi, 3Simon mit dem Zunamen Tassi, 4Judas mit dem Zunamen Makkabäus, 5Eleasar mit dem Zunamen Awaran und Jonatan mit dem Zunamen Aphus. 6Als nun Mattatias das schreckliche Elend in Judäa und Jerusalem sah, 7klagte er: Ach dass ich dazu geboren bin, die Zerstörung meines Volks und der heiligen Stadt mit ansehen zu müssen; ich aber muss stillsitzen und die Feinde ihren Mutwillen treiben lassen! 8 Das Heiligtum ist in die Hände der Fremden gekommen. 8Der Tempel ist wie ein verachteter Mensch geworden. 9Seine kostbaren Geräte hat man weggeführt. Die Kinder sind auf den Straßen erschlagen, und die jungen Männer sind von den Feinden erstochen. 10Welches Volk hat sich nicht an Jerusalems Königtum bereichert und wer hat nicht von ihr Beute genommen? 11Ihre ganze Herrlichkeit ist dahin. Einst eine
2,11
Klgl 1,1
Freie, ist sie nun eine Magd. 12Siehe, unser Heiligtum, unser Ruhm und Preis, ist verwüstet! Die Heiden haben’s entweiht. 13Wer sollte da noch Lust haben zu leben? 14Und Mattatias zerriss seine Kleider, er und seine Söhne, und zogen Säcke an und trauerten sehr.

Der Aufstand des Mattatias

15Als nun die Abgesandten des Königs Antiochus in die Stadt Modeïn kamen, um sie zum Opfern zu zwingen, 16da liefen ihnen viele vom Volk Israel zu. Auch Mattatias und seine Söhne kamen herbei. 17Da sagten die Abgesandten des Königs zu Mattatias: Du bist der Vornehmste und Angesehenste in dieser Stadt und hast viele Söhne und eine große Verwandtschaft. 18Darum tritt du zuerst hin und tu, was der König befohlen hat, wie alle Völker getan haben, auch die Männer von Judäa und die, die noch in Jerusalem sind.

2,18
2. Makk 7,24
Dann werden du und deine Söhne zu den Freunden des Königs gezählt werden und Gold und Silber und große Gaben bekommen. 19
2,19
Jos 24,15
Da sagte Mattatias frei heraus: Wenn auch alle Völker dem König gehorsam wären und davon abfielen, Gott so zu dienen wie ihre Väter, und in das Gebot des Königs einwilligten, 20so wollen doch ich und meine Söhne und Brüder nicht vom Bund unsrer Väter abfallen. 21
2,21
2. Makk 7,30
Der Gnädige bewahre uns davor, Gesetz und Gebote preiszugeben! 22Den Befehlen des Königs werden wir nicht gehorchen und Gott auf keine andere Weise dienen.
2,22
5. Mose 5,29
23Kaum hatte er diese Rede beendet, trat ein Jude vor aller Augen hin, um auf dem Götzenaltar in Modeïn zu opfern, wie der König befohlen hatte. 24
2,24
5. Mose 13,7-10
Als das Mattatias sah, gab es ihm einen Stich ins Herz, er ließ seinem gerechten Zorn freien Lauf, 25 lief hinzu und stach ihn am Altar nieder. 25Auch tötete er den Mann, den der König Antiochus gesandt hatte, um sie zum Opfern zu zwingen, und riss den Altar nieder. 26So eiferte er für das Gesetz, wie einst
2,26
4. Mose 25,7-13
Pinhas gegen Simri, den Sohn des Salus, getan hatte. 27Und Mattatias rief laut durch die Stadt: Wer für das Gesetz eifern und den Bund halten will, der
2,27
2. Mose 32,26
ziehe mit mir! 28So flohen er und seine Söhne ins Gebirge und ließen alles zurück, was sie in der Stadt besaßen.

Die Aufständischen entschließen sich zum Kampf am Sabbat

29Da zogen viele, die nach Recht und Gerechtigkeit verlangten, in die Wüste hinaus und blieben dort 30mit Frauen und Kindern und ihrem Vieh; denn die Unterdrückung war ihnen allzu schwer geworden. 31Als nun den Leuten des Königs und seinem Kriegsvolk in der Stadt Davids in Jerusalem gemeldet wurde, dass einige sich dem Befehl des Königs widersetzt hätten und hinabgezogen wären zu den Höhlen in der Wüste, 32da zogen viele eilends hinter ihnen her und machten sich bereit, sie am Sabbat zu überfallen, 33und sie sagten zu ihnen: Nun ist’s genug! Kommt heraus und tut, was der König befohlen hat, so werdet ihr am Leben bleiben. 34Darauf antworteten sie: Wir werden nicht herauskommen, auch wollen wir

2,34
2. Makk 6,11
den Sabbat nicht entheiligen, wie der König befiehlt. 35Da stürmten die Feinde gegen sie an; 36sie aber wehrten sich nicht, schleuderten keinen Stein und verschlossen auch die Höhlen nicht 37und sagten: Wir alle wollen lieber schuldlos sterben; Himmel und Erde werden Zeuge sein, dass ihr uns mit Gewalt und Unrecht umbringt. 38So wurden sie am Sabbat überfallen und sie und ihre Frauen und Kinder samt dem Vieh umgebracht, an die tausend Personen. 39Als Mattatias und seine Freunde das hörten, hielten sie die Totenklage über sie 40und sagten zueinander: Wenn wir alle wie unsre Brüder handelten und uns nicht gegen die Heiden wehrten, um unser Leben und unsere Rechtsordnungen zu retten, so werden sie uns bald von der Erde vertilgt haben. 41Und am selben Tag beschlossen sie: Wenn man uns am Sabbat angreift, so wollen wir uns wehren, damit wir nicht alle umkommen wie unsere Brüder, die in den Höhlen gestorben sind.

Erste Erfolge der Aufständischen

42Da schlossen sich ihnen tapfere Männer aus Israel an, die Gruppe der

2,42
Kap
Hasidäer, alle treue Anhänger des Gesetzes. 43Zu ihnen kamen alle, die vor der Unterdrückung flohen, und verstärkten sie. 44So sammelten sie ein Heer und erschlugen in ihrem Zorn viele Frevler und in ihrem Eifer viele Abtrünnige; die Übrigen aber flohen und entkamen zu den Heiden. 45Danach zogen Mattatias und seine Freunde im Lande Israel umher und rissen die Götzenaltäre wieder nieder. 46Sie beschnitten unter Zwang die Knaben, die sie in Israel noch unbeschnitten fanden, 47sie verfolgten die Abtrünnigen; und so gelang es ihnen, 48das Gesetz gegen alle Macht der Heiden und Könige zu erhalten, sodass die Frevler nicht über sie Herr wurden.

Vermächtnis und Tod des Mattatias

49Als aber Mattatias sehr alt war, sagte er vor seinem Tod zu seinen Söhnen: Unterdrückung und Verfolgung sind über uns gekommen, Verwüstung und großer Zorn. 50Darum, meine Kinder, eifert für das Gesetz und wagt euer Leben für den Bund unsrer Väter; 51denkt daran, welche Taten unsre Väter zu ihren Zeiten getan haben; so werdet ihr rechte Ehre und einen ewigen Namen erlangen. 52

2,52
1. Mose 22,1-12
Wurde nicht Abraham versucht und blieb im Glauben fest und wurde ihm
2,52
1. Mose 15,6
Jdt 8,26
das nicht zur Gerechtigkeit angerechnet? 53Josef
2,53
1. Mose 39,9
hielt das Gebot, als er bedrängt wurde, und ist
2,53
1. Mose 41,40
Herr in Ägypten geworden. 54
2,54
Sir 45,23-24
Pinhas, unser Vater, bewies großen Eifer; darum empfing er den Bund, dass das Priestertum ewig bei ihm bleiben sollte. 55Josua führte den Befehl aus, der ihm gegeben war; darum wurde er Richter in Israel.
2,55
Jos 1,216
Sir 46,1-6
56
2,56
4. Mose 14,6
Jos 14,6
Sir 46,6-8
Kaleb legte in der Gemeinde Zeugnis ab; darum hat er Land als sein Erbteil empfangen. 57David übte Barmherzigkeit; darum
2,57
2. Sam 7,11-16
erbte er den Königsthron für immer. 58Elia
2,58
1. Kön 18,2140
eiferte für das Gesetz; darum
2,58
2. Kön 2,11
wurde er in den Himmel aufgenommen. 59Hananja, Asarja und Mischaël glaubten und wurden aus dem Feuer errettet.
2,59
Dan 1,6-7
3,26
60Daniel war ohne Schuld; darum
2,60
Dan 6,21
wurde er aus dem Maul der Löwen errettet. 61So bedenkt, was von Geschlecht zu Geschlecht geschehen ist, dass
2,61
St zu Dan 2,38
alle, die auf Gott vertrauen, nicht unterliegen werden. 62Darum fürchtet euch nicht vor den Drohungen des Frevlers: denn seine Herrlichkeit wird zu Dreck und von den Würmern gefressen. 63
2,63
Sir 10,10
Heute wird er erhöht und morgen ist er nicht mehr, denn er ist
2,63
Ps 146,4
wieder zu Erde geworden und sein Vorhaben ist zunichte. 64Darum, meine Kinder, seid unerschrocken und haltet fest am Gesetz, so wird euch Gott wieder herrlich machen. 65Seht, euer Bruder Simon ist weise im Rat; dem gehorcht allezeit als eurem Vater. 66Judas Makkabäus ist ein starker Held von Jugend auf; der soll euer Heerführer sein und den Krieg gegen die Völker führen. 67
2,67
5. Mose 32,40-43
Sammelt nun alle um euch, die das Gesetz halten. Rächt, was an eurem Volk verübt wurde, 68und zahlt den Heiden heim, was sie verdient haben; ihr aber haltet fest am Gesetz! 69Danach segnete er sie und wurde zu seinen Vätern versammelt 70und starb im 146. Jahr2,70 167/166 v.Chr. und wurde begraben im Grab seiner Väter in
2,70
Kap
Modeïn und ganz Israel trauerte sehr um ihn.

3

Judas Makkabäus kämpft gegen die abtrünnigen Juden

(vgl. 2. Makk 8,1-7)

31Judas Makkabäus trat nun an die Stelle seines Vaters. 2Und seine Brüder und alle, die sich zu seinem Vater gehalten hatten, halfen ihm und kämpften für Israel mit Freuden.

3Judas gewann seinem Volk großes Ansehen. Er legte den Harnisch an wie ein Held und gürtete sich mit seinen Waffen. Er führte Schlachten und schützte sein Heerlager mit dem Schwert. 4Er war mutig wie ein Löwe, kühn wie

3,4
1. Mose 49,9
ein junger brüllender Löwe, wenn er etwas jagt. 5Er spürte die Abtrünnigen auf und verfolgte sie, und die, die das Volk verführten, bestrafte er mit Feuer,
3,5
Kap
6sodass überall die Gesetzlosen vor ihm erschraken und alle Abtrünnigen niedergeworfen wurden; und er hatte Glück und Sieg. 7Er bereitete vielen Königen Verdruss; für Jakob aber waren seine Taten eine Freude. Sein Andenken werde auf ewig zum Segen! 8Er zog durch die Städte Judäas und erschlug die Frevler, um den Zorn von Israel abzuwenden. 9So wurde sein Name berühmt bis an die Enden der Erde, sodass alle Verlorenen ihm zuliefen.

Judas Makkabäus besiegt Apollonius und Seron

10Da brachte

3,10
Kap
Apollonius ein großes Heer zusammen von Heiden und Leuten aus Samarien, um gegen Israel zu kämpfen. 11Als Judas das hörte, zog er ihm entgegen, kämpfte mit ihm und erschlug ihn, und viele Feinde wurden verwundet und getötet; die Übrigen aber flohen. 12Judas machte große Beute und nahm sich das Schwert des Apollonius; das führte er fortan sein Leben lang.

13Als dann Seron, der Befehlshaber des syrischen Heeres, hörte, dass Judas eine Schar und ein Aufgebot von Getreuen versammelt hatte, die bereit waren, mit ihm in den Kampf zu ziehen, 14sprach er: Ich will mir einen

3,14
Kap
Namen machen, damit ich im ganzen Königreich gepriesen werde, und will Judas und seinen Haufen, der den Befehl des Königs verachtet, schlagen. 15Darum rüstete er sich und mit ihm zog ein großes Heer von Frevlern, um ihm zu helfen und sich an Israel zu rächen.

16Und sie kamen zur Steige von

3,16
Jos 10,10
Bet-Horon. 16 Da zog Judas ihm mit einer kleinen Schar entgegen. 17Als sie das Heer sahen, das ihnen entgegenzog, sprachen sie zu Judas: Wie können wir gegen eine so gewaltige Menge kämpfen, obwohl wir so wenige sind? Auch sind wir erschöpft, da wir heute noch nichts gegessen haben. 18Judas aber sagte: Es kann leicht geschehen, dass wenige ein großes Heer überwinden; denn
3,18
1. Sam 14,6
es ist dem Himmel nicht schwer, durch viele oder wenige zu helfen. 19Denn
3,19
Spr 21,31
der Sieg im Kampf kommt vom Himmel und wird nicht durch eine große Zahl errungen. 20Sie ziehen gegen uns voller Frevel und Bosheit und wollen uns, unsre Frauen und Kinder ermorden und berauben. 21Wir aber müssen uns wehren und für unser Leben und Gesetz kämpfen. 22Darum wird der Himmel sie vor unsern Augen vernichten; ihr sollt sie nicht fürchten.

23Als er das gesagt hatte, griff er die Feinde an, ehe sie sich’s versahen, und schlug den Seron und sein Heer in die Flucht 24und jagte sie von Bet-Horon hinab in die Ebene. Da fielen von den Feinden etwa achthundert Mann; die Übrigen aber flohen ins Philisterland. 25So kam Furcht auf vor Judas und seinen Brüdern, und Angst befiel alle Völker ringsum. 26Und sein Ruhm kam bis vor den König, und unter allen Völkern sprach man von Judas und seinen Schlachten.

Lysias führt den Krieg fort

27Als nun König Antiochus das alles hörte, entbrannte sein Zorn. Er sandte Boten aus und zog alle Truppen seines Reichs zusammen, ein gewaltiges Heer. 28Er öffnete sein Schatzhaus, gab dem Heer den Sold für ein Jahr und befahl, dass man für alles gerüstet sein sollte. 29Er sah aber, dass er nicht mehr genug Geld in den Schatzkammern hatte und dass die Abgaben der Provinz zurückgingen wegen des Aufruhrs und des Schlages, den er dem Land mit dem Verbot der althergebrachten Gebräuche versetzt hatte. 30Da wurde er besorgt, dass er, wie schon öfter, nichts mehr übrig behalten könnte für die Kosten seines Hofes und für die Geschenke, die er früher mit freigebiger Hand mehr als alle Könige vor ihm ausgegeben hatte. 31Darüber war er sehr bestürzt und beschloss, nach Persien zu ziehen, um von den Provinzen Abgaben einzutreiben und dadurch viel Geld zusammenzubringen.

32Und er ließ im Lande einen angesehenen Mann aus königlichem Geschlecht zurück mit Namen Lysias; den machte er zu seinem Statthalter vom Euphrat bis an die Grenzen Ägyptens 33und vertraute ihm seinen Sohn Antiochus zur Erziehung an, solange er außer Landes sein würde. 34Er überließ ihm die Hälfte des Kriegsvolks und die Elefanten und gab ihm den Befehl, alles auszuführen, was er gegen die Bewohner von Judäa und Jerusalem vorhatte: 35Er sollte ein Heer gegen sie schicken, um das Heer Israels und die Überlebenden in Jerusalem auszurotten und sogar ihr Andenken an diesem Ort auszutilgen; 36auch sollte er in ihrem ganzen Gebiet Leute aus fremdem Stamm ansiedeln und das Land durchs Los an sie verteilen.

37Der König Antiochus aber nahm das übrige Kriegsvolk und zog im 147. Jahr3,37 166/165 v.Chr. von seiner Hauptstadt Antiochia aus über den Euphrat hinauf in die oberen Länder.

Angriff auf Judäa

(vgl. 2. Makk 8,8-15)

38Aber Lysias bestimmte einige mächtige Männer von den Freunden des Königs3,38 Hoftitel. zu Hauptleuten, nämlich

3,38
2. Makk 4,45
6,8
8,8
Ptolemäus, den Sohn des Dorymenes,
3,38
Kap
Nikanor und Gorgias, 39und gab ihnen vierzigtausend Mann und siebentausend Reiter, damit sie das Land Judäa überfallen und es verheeren sollten, wie der König befohlen hatte. 40Nachdem sie nun mit ihrem ganzen Heer ausgezogen waren, lagerten sie sich bei Emmaus in der Ebene. 41Als die Kaufleute in der Umgegend davon hörten, kamen sie in das Lager und brachten sehr viel Silber und Gold und Fesseln mit sich, um die Israeliten als Sklaven zu kaufen. Auch aus Syrien und dem Philisterland stieß viel Kriegsvolk zu ihnen.

42Als nun Judas und seine Brüder sahen, dass die Verfolgung immer schlimmer wurde und dass die Feinde an der Grenze lagen, und erfuhren, dass der König befohlen hatte, das Volk zu vertilgen, 43sagten sie zueinander: Wir wollen unser Volk, das darniederliegt, wieder aufrichten und für Volk und Heiligtum kämpfen. 44Und die Gemeinde kam zusammen, um sich zum Kampf zu rüsten und Gnade und Hilfe zu erflehen.

45Die Stadt Jerusalem aber war unbewohnt

3,45
Klgl 5,18
wie eine Wüste. Keines ihrer Kinder ging mehr aus noch ein. Das
3,45
Dan 8,13
Heiligtum war zertreten, Fremde hatten die Burg besetzt und zur Behausung für die Völker gemacht. Die Freude war von Jakob weggenommen, verstummt waren Flöte und Harfe.

Bittgottesdienst in Mizpa

(vgl. 2. Makk 8,16-23)

46Darum kam das Volk zusammen und zog nach Mizpa, gegenüber von Jerusalem; denn

3,46
1. Sam 7,5
vorzeiten war in Mizpa eine Stätte des Gebets für Israel. 47An diesem Tag fasteten sie und zogen Säcke an,
3,47
Jdt 4,15
streuten Asche auf ihr Haupt und zerrissen ihre Kleider 48und entrollten das Buch des Gesetzes, um es zu befragen, so wie die Heiden ihre Götzenbilder befragen. 49Auch brachten sie dorthin die priesterlichen Kleider, die Erstlinge und Zehnten und ließen die
3,49
4. Mose 6,2-21
Gottgeweihten herbeikommen, bei denen die Zeit ihres Gelübdes erfüllt war, 50und schrien laut zum Himmel: Was sollen wir mit diesen machen, und wo sollen wir sie hinführen? 51Denn dein Heiligtum ist zertreten und entweiht, deine Priester leben in Trauer und Erniedrigung. 52Und siehe, die Heiden haben sich gegen uns versammelt, um uns ganz zu vertilgen. Du weißt, was sie gegen uns im Sinn haben. 53Wie können wir ihnen standhalten, wenn nicht du uns hilfst? 54Und sie
3,54
4. Mose 10,9
bliesen die Trompeten und schrien mit lauter Stimme.

55Danach setzte Judas Anführer für das Kriegsvolk ein,

3,55
2. Mose 18,25
Oberste über Tausend, über Hundert, über Fünfzig und über Zehn. 56Auch ließ er ausrufen, dass alle, die Häuser gebaut oder Frauen geheiratet oder Weinberge gepflanzt hatten, oder alle, die voll Furcht waren, wieder heimziehen könnten, wie das Gesetz es ihnen erlaubt.
3,56
5. Mose 20,5-8
24,5
28,30
57Danach zog das Heer davon und lagerte im Süden von Emmaus. 58Und Judas sagte: Rüstet euch und seid unerschrocken, damit ihr morgen früh bereit seid, gegen diese Heiden zu kämpfen, die zusammengekommen sind, um uns und unser Heiligtum zu vernichten! 59Denn es ist besser für uns, im Krieg zu fallen, als das Unglück unsres Volks und des Heiligtums zu sehen. 60Aber wie es der Himmel will, so soll es geschehen!