Lutherbibel 2017 (LU17)
2

21Auch ich, meine Brüder und Schwestern, als ich zu euch kam, kam ich nicht mit hohen Worten oder hoher Weisheit, euch das Geheimnis Gottes zu predigen. 2Denn ich hielt es für richtig, unter euch nichts zu wissen als allein Jesus Christus, ihn, den Gekreuzigten.

2,2
Gal 6,14
3Und ich war bei euch
2,3
Gal 4,13
2. Kor 10,10
in Schwachheit und
2,3
Apg 18,9
in Furcht und mit großem Zittern; 4und mein Wort und meine Predigt geschahen nicht mit überredenden Worten der Weisheit, sondern
2,4
Mt 10,20
im Erweis des Geistes und der Kraft, 5auf dass euer Glaube nicht stehe auf Menschenweisheit, sondern auf
2,5
1. Thess 1,5
Gottes Kraft.

Von der Weisheit Gottes

6Von Weisheit reden wir aber unter den Vollkommenen; doch nicht von einer Weisheit dieser Welt, auch nicht der Herrscher dieser Welt, die vergehen. 7Sondern wir reden von der Weisheit Gottes, die

2,7
Mt 11,25
Röm 16,25
im Geheimnis verborgen ist, die Gott vorherbestimmt hat vor aller Zeit zu unserer Herrlichkeit, 8die keiner von den Herrschern dieser Welt erkannt hat; denn wenn sie die erkannt hätten, hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt. 9Sondern wir reden, wie geschrieben steht (Jes 64,3): »Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben.«

10Uns aber

2,10
Mt 13,11
Kol 1,26
hat es Gott offenbart durch den Geist; denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen Gottes. 11Denn welcher Mensch weiß, was im Menschen ist, als allein der Geist des Menschen, der in ihm ist? So weiß auch niemand, was in Gott ist, als allein der Geist Gottes. 12Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern
2,12
Joh 14,16-17
den Geist aus Gott, damit wir wissen, was uns von Gott geschenkt ist. 13Und davon reden wir auch nicht mit Worten, welche menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Geist lehrt, und deuten geistliche Dinge für geistliche Menschen. 14Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; es ist ihm eine
2,14
Kap
Torheit und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden. 15Der geistliche Mensch aber beurteilt alles und wird doch selber von niemandem beurteilt. 16Denn
2,16
Röm 11,34
»wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer will ihn unterweisen«? (Jes 40,13) Wir aber haben Christi Sinn.

3

Die Unmündigkeit der Korinther

31Und ich, Brüder und Schwestern, konnte nicht zu euch reden wie zu geistlichen Menschen, sondern wie zu fleischlichen, wie zu unmündigen Kindern in Christus. 2

3,2
1. Petr 2,2
Hebr 5,12-13
Milch habe ich euch zu trinken gegeben und nicht feste Speise; denn ihr konntet sie noch nicht vertragen. Auch jetzt könnt ihr’s noch nicht, 3denn ihr seid noch fleischlich. Denn
3,3
Kap
wenn Eifersucht und Zank unter euch sind, seid ihr da nicht fleischlich und lebt nach Menschenweise? 4Denn wenn der eine sagt: Ich gehöre zu Paulus, der andere aber: Ich zu Apollos –, ist das nicht nach Menschenweise geredet?
3,4
Kap

Mitarbeiter Gottes

5Was ist nun Apollos? Was ist Paulus? Diener sind sie, durch die ihr gläubig geworden seid, und das, wie es der Herr einem jeden gegeben hat: 6Ich habe gepflanzt,

3,6
Apg 18,24-28
Apollos hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben. 7So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt. 8Der aber pflanzt und der begießt, sind einer wie der andere. Jeder aber wird seinen Lohn empfangen nach seiner Arbeit.

9Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes

3,9
Mt 13,3-9
Ackerfeld und Gottes
3,9
Eph 2,20
Bau. 10Nach Gottes Gnade, die mir gegeben ist, habe ich
3,10
Röm 15,20
den Grund gelegt als ein weiser Baumeister; ein anderer baut darauf. Ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baut. 11Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.
3,11
1. Petr 2,4-6

12Wenn aber jemand auf den Grund baut Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stroh, 13so wird das Werk eines jeden offenbar werden.

3,13
Kap
Der Tag des Gerichts wird es ans Licht bringen; denn mit Feuer wird er sich offenbaren. Und von welcher Art eines jeden Werk ist, wird das Feuer erweisen. 14Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen. 15Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden leiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch.

16Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?

3,16
Kap
17Wenn jemand den Tempel Gottes zerstört, den wird Gott zerstören, denn der Tempel Gottes ist heilig – der seid ihr.

Kein Grund zum Ruhm

18Niemand betrüge sich selbst. Wer unter euch meint, weise zu sein in dieser Welt, der werde ein Narr, dass er weise werde. 19Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit bei Gott. Denn es steht geschrieben (Hiob 5,13): »Die Weisen fängt er in ihrer List«, 20und wiederum (Ps 94,11): »Der Herr kennt die Gedanken der Weisen, dass sie nichtig sind.« 21Darum rühme sich niemand eines Menschen; denn alles ist euer: 22Es sei Paulus oder Apollos oder Kephas,

3,22
Röm 8,38
es sei Welt oder Leben oder Tod, es sei Gegenwärtiges oder Zukünftiges, alles ist euer, 23ihr aber seid Christi, Christus aber ist Gottes.
3,23
Kap

4

Kein Recht zum Richten

41Dafür halte uns jedermann: für Diener Christi und

4,1
1. Petr 4,10
Haushalter über Gottes Geheimnisse. 2Nun fordert man nicht mehr von den Haushaltern, als dass sie für
4,2
Lk 12,42
treu befunden werden. 3Mir aber ist’s ein Geringes, dass ich von euch gerichtet werde oder von einem menschlichen Gericht; auch richte ich mich selbst nicht. 4Ich bin mir zwar keiner Schuld bewusst, aber darin bin ich nicht gerechtfertigt; der Herr ist’s aber, der mich richtet. 5Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt,
4,5
Röm 2,16
der auch ans Licht bringen wird, was im Finstern verborgen ist, und das Trachten der Herzen offenbar machen wird. Dann wird auch einem jeden von Gott Lob zuteilwerden.

Gegen die Überheblichkeit der Korinther

6Dies aber, Brüder und Schwestern, habe ich auf mich selbst und Apollos gedeutet um euretwillen, dass ihr an uns lernt, was das heißt: Nicht über das hinaus, was geschrieben steht;

4,6
Röm 12,3
auf dass sich bei euch keiner für den einen gegen den andern aufblase. 7Denn wer gibt dir einen Vorzug? Was hast du, das du nicht empfangen hast? Wenn du es aber empfangen hast, was rühmst du dich dann, als hättest du es nicht empfangen? 8Ihr seid schon satt geworden? Ihr seid schon reich geworden? Ohne uns seid ihr zur Herrschaft gelangt? Ja, dass ihr doch herrschen würdet, damit auch wir mit euch herrschen könnten!

9Denn ich meine, Gott hat uns Apostel als die Allergeringsten hingestellt, wie

4,9
Röm 8,36
zum Tode Verurteilte. Denn wir sind ein
4,9
Hebr 10,33
Schauspiel geworden der Welt und den Engeln und den Menschen. 10Wir sind
4,10
Kap
Narren um Christi willen, ihr aber seid klug in Christus; wir schwach, ihr aber stark; ihr herrlich, wir aber verachtet. 11Bis auf diese Stunde leiden wir Hunger und Durst, sind nackt und werden geschlagen und haben keine sichere Stätte
4,11
2. Kor 6,4-10
12und
4,12
Kap
mühen uns ab mit unsrer Hände Arbeit. Schmäht man uns, so
4,12
Mt 5,44
Röm 12,14
segnen wir; verfolgt man uns, so dulden wir’s; 13verlästert man uns, so reden wir freundlich. Wir sind geworden wie der Abschaum der Menschheit, jedermanns Kehricht, bis heute.

Paulus, der Vater der Gemeinde in Korinth

14Nicht um euch zu beschämen, schreibe ich dies; sondern

4,14
1. Thess 2,11-12
ich ermahne euch als meine lieben Kinder. 15Denn wenn ihr auch zehntausend Erzieher hättet in Christus, so habt ihr doch nicht viele Väter; denn
4,15
Gal 4,19
Phlm 10
ich habe euch gezeugt in Christus Jesus durch das Evangelium. 16Darum ermahne ich euch:
4,16
Kap
Folgt meinem Beispiel!

17Aus diesem Grund habe ich

4,17
Apg 16,1-3
Timotheus zu euch gesandt, der mein geliebtes und getreues Kind ist in dem Herrn, dass er euch erinnere an meine Wege in Christus Jesus, wie ich sie überall in allen Gemeinden lehre.

18Es haben sich nun einige aufgebläht, als würde ich nicht zu euch kommen. 19Ich werde aber, wenn der Herr will,

4,19
Kap
recht bald zu euch kommen und nicht die Worte der Aufgeblasenen kennenlernen, sondern ihre Kraft. 20Denn das Reich Gottes steht nicht in Worten, sondern in
4,20
Kap
Kraft. 21Was wollt ihr? Soll ich mit dem Stock zu euch kommen oder mit Liebe und sanftmütigem Geist?
4,21
2. Kor 10,2
13,10

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