Gute Nachricht Bibel (GNB)
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ÜBER FASTEN UND TEMPELBAU

(Kapitel 7–8)

Ist der Tag von Jerusalems Fall weiterhin als Trauertag zu begehen?

71Es war im vierten Regierungsjahr des Königs Darius, am 4. Tag des 9. Monats, das ist der Monat Kislew. Da erging das Wort des Herrn an den Propheten Sacharja.

7,1
1,17
2Damals war eine Abordnung aus Bet-El nach Jerusalem gekommen; sie bestand aus Sar-Ezer und Regem-Melech und dessen Leuten. Sie kamen, um den Segen des Herrn zu erbitten, 3und legten den Priestern am Tempel des Herrn, des Herrschers der Welt,7,3 Wörtlich des Herrn Zebaot; entsprechend in den Versen 4.8-10 und 12. und den Propheten dort die Frage vor: »Sollen wir auch künftig den Fast- und Trauertag im 5. Monat begehen, wie wir es schon so viele Jahre tun?«
7,3
8,19
Jes 58,5
Jer 52,12-13

4Da erging an mich das Wort des Herrn, des Herrschers der Welt, er sagte zu mir: 5»Richte dem Volk von Juda und den Priestern meine Antwort aus:

›Siebzig Jahre lang haltet ihr nun schon die Fast- und Trauertage im 5. und 7. Monat.7,5 Im 5. Monat zur Erinnerung an die Zerstörung Jerusalems und des Tempels (2 Kön 25,8), im 7. Monat zur Erinnerung an die Ermordung von Gedalja (2 Kön 25,25). Meint ihr, ihr hättet da für mich gefastet?

7,5
Jer 25,11
6Wenn ihr esst und trinkt, tut ihr es doch auch für euch selbst!

7Wisst ihr nicht, was ich durch die früheren Propheten verkünden ließ, als Jerusalem noch nicht zerstört war und als die Städte Judas, die Steppe im Süden und das Hügelland im Westen noch bewohnt waren?‹« 8Und der Herr erinnerte mich daran, wie er euren Vorfahren durch seine Propheten verkünden ließ:7,8 Und der Herr ...: wörtlich Und das Wort des Herrn erging an Sacharja; (vgl. 1,4).

7,8-10
Jes 1,17
Jer 7,5-7

9»So spricht der Herr, der Herrscher der Welt: ›Richtet gerecht und erweist einander Liebe und Erbarmen, 10unterdrückt nicht Witwen und Waisen, Fremde und Arme, und heckt nicht immer neue Pläne aus, um einander zu schaden! Ihr seid doch alle Brüder und Schwestern!7,10 Wörtlich Brüder.

11Aber sie wollten nicht darauf hören, sie stellten sich taub und waren unwillig wie ein störrischer Esel.

7,11
Jer 5,3
Ez 2,3-5
12Sie machten ihre Herzen so hart wie Diamant und weigerten sich, auf die Worte und Weisungen zu hören, die ich, der Herrscher der Welt, ihnen durch meinen Geist – durch den Mund der früheren Propheten – sagen ließ. Deshalb traf sie mein Zorn mit voller Wucht.
7,12
Jes 48,4
13Es kam, wie es kommen musste: Sie hörten nicht, als ich rief, darum hörte auch ich nicht, als sie in der Not zu mir riefen.
7,13
Jes 1,15
Jer 11,11
14Ich zerstreute sie unter ferne Völker, von denen sie vorher nichts wussten, und ließ das Land hinter ihnen öde und menschenleer liegen. Sie selbst sind es, die das schöne Land zu einer Wüste gemacht haben!‹«

8

Jerusalems künftiges Glück

81Das Wort des Herrn, des Herrschers der Welt,8,1 Wörtlich Der Herr Zebaot; entsprechend in den Versen 3.6.9-11.14.18 und 20-22. erging, er sagte:

2»So spricht der Herr, der Herrscher der Welt: Ich bin voll brennender Liebe zur Zionsstadt, ich setze mich für sie ein und lasse ihre Feinde meinen Zorn spüren.

8,2
1,14

3So spricht der Herr: Ich kehre zum Berg Zion zurück und werde mitten in Jerusalem wohnen. Jerusalem wird dann ›Stadt der Treue‹ heißen und der Berg, auf dem ich als Herrscher der Welt wohne, der ›Heilige Berg‹.

8,3
Jes 2,3
1,26

4So spricht der Herr, der Herrscher der Welt: Es werden wieder alte Menschen auf den Plätzen der Stadt sitzen, Männer und Frauen, den Stock in der Hand, auf den sie sich beim Gehen stützen müssen – ein so hohes Alter werden sie erreichen.

8,4
Jes 65,20
5Und auf den Straßen wird es von spielenden Kindern, Jungen und Mädchen, wimmeln.

6So spricht der Herr, der Herrscher der Welt: Wenn all das dem Überrest meines Volkes unmöglich erscheint, soll es dann auch für mich, den Herrscher der Welt, unmöglich sein?

8,6
Ijob 42,2

7So spricht der Herr, der Herrscher der Welt: Ja, ich befreie die Menschen meines Volkes aus dem Land im Osten und aus dem Land im Westen,

8,7
Jes 11,11-12
8ich bringe sie heim und lasse sie in Jerusalem wohnen. Sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein in unwandelbarer Treue.«
8,8
Jer 24,7
Ez 11,20

Rückblick und Ermutigung

9So spricht der Herr, der Herrscher der Welt: »Lasst nicht nach und packt zu! Denkt an die Worte, die ich euch durch meine Propheten sagen ließ an dem Tag, als der Grundstein für den Wiederaufbau meines Tempels gelegt wurde:

8,9
Esra 3,10
10-11›Bis jetzt war all eure Mühe vergeblich: Eure Arbeit brachte euch nichts ein und euer Vieh ebenso wenig. Es gab keinen Frieden im Land: Wer die Stadt verließ, war vor Feinden nicht sicher, und auch unter euch selbst stiftete ich Streit. Aber von jetzt an zeige ich mich dem Überrest meines Volkes von einer anderen Seite. Das sage ich, der Herr, der Herrscher der Welt.
8,10-13
Hag 2,15-19

12Denn die Saat des Friedens wird aufgehen! Der Weinstock wird seine Frucht geben, der Boden seinen Ertrag, der Himmel Tau und Regen – und ich gebe das alles dem Rest meines Volkes zu Eigen. 13Und wie ihr, die Leute von Juda und die Leute von Israel, für die anderen Völker zum Inbegriff eines Volkes geworden seid, das vom Fluch getroffen ist, so werdet ihr durch das, was ich an euch tue, zum Inbegriff des Segens werden.‹

Ja, so wird es geschehen. Habt also keine Angst, packt zu!«

8,13
Gen 22,18

14Ja, so spricht der Herr, der Herrscher der Welt: »Als eure Vorfahren mich zum Zorn reizten, war ich entschlossen, euch ins Unglück zu stürzen, und ich ließ mich durch nichts davon abbringen. 15Genauso unverrückbar ist mein Entschluss, die Leute von Jerusalem und Juda jetzt mit Gutem zu überschütten. Habt also keine Angst! 16Aber tut auch, was ich von euch erwarte! Lügt eure Mitmenschen nicht an, fällt im Gericht gerechtes Urteil zum Wohl aller,

8,16-17
7,8-10
17sucht nicht einander zu schaden und schwört keine Meineide. Denn all dies ist mir verhasst.«

Das sagt der Herr.

Ende der Trauer und Zustrom der Völker

18Das Wort des Herrn, des Herrschers der Welt, erging an mich. 19So spricht der Herr, der Herrscher der Welt: »Die Fast- und Trauertage im vierten, fünften, siebten und zehnten Monat8,19 Im 4. Monat war 586 v.Chr. die erste Bresche in die Mauer Jerusalems geschlagen worden (2 Kön 25,3-4), in den 10. Monat fiel der Beginn der Belagerung (2 Kön 25,1); weiter siehe Anmerkung zu 7,5. werden für die Leute von Juda zu Freudenfesten werden, die Klage wird sich in Jubel verwandeln. Aber haltet mir die Treue und behaltet das Wohl aller im Auge!«

8,19
7,35

20So spricht der Herr, der Herrscher der Welt: »Viele Völker und die Bewohner großer Städte werden sich aufmachen,

8,20-22
2,15
Ps 96,7-10
21sie werden sich gegenseitig aufsuchen und sagen: ›Kommt, wir wollen zum Herrn gehen, dem Herrscher der Welt, um seinen Segen zu erbitten und bei ihm Hilfe zu suchen! Ich jedenfalls werde hingehen.‹ 22Und so werden große und starke Völker nach Jerusalem kommen, um beim Herrn, dem Herrscher der Welt, Hilfe zu suchen und seinen Segen zu erbitten.«

23So spricht der Herr, der Herrscher der Welt: »Zu jener Zeit wird man es erleben, dass zehn Männer aus Völkern mit ganz verschiedenen Sprachen sich an einen Juden hängen, seinen Gewandzipfel ergreifen und sagen: ›Lasst uns mit euch nach Jerusalem ziehen! Wir haben gehört, dass Gott auf eurer Seite steht.‹«

9

DAS KÜNFTIGE HEIL JERUSALEMS

(Kapitel 9–14)

Erweiterung Israels über die Grenzen des Davidsreiches hinaus

91Prophetische Botschaft:

Das Wort des Herrn hat das Land Hadrach erreicht, es wohnt in Damaskus; denn auf den Herrn richten sich die Blicke aller Menschen und der Stämme Israels. 2Es ist ins angrenzende Hamat gelangt und es kommt bis nach Tyrus und Sidon, wo die Leute so überaus klug sind.

9,2-4
Jes 23,1-16
Ez 28,3-5
3Tyrus hat sich mit mächtigen Mauern umgeben, es hat Berge von Gold und Silber aufgehäuft; 4aber der Herr wird ihm seine Schätze wegnehmen und seine Mauern ins Meer stürzen;9,4 und seine Mauern ...: andere mögliche Übersetzung und seine Macht/Streitmacht (d.h. Flotte) auf dem Meer zerschlagen. die Stadt wird zum Opfer der Flammen.

5Die Philister in den Städten Aschkelon, Gaza und Ekron werden davon hören und vor Angst vergehen, weil sie nun keinen Beschützer mehr haben. Der König wird aus Gaza verschwinden, Aschkelon wird entvölkert,

9,5-7
Jes 14,28-32
6in Aschdod werden Fremde angesiedelt. »Ich mache ein Ende mit der Überheblichkeit der Philister«, sagt der Herr. 7Er reißt ihnen die blutigen Fleischstücke aus den Zähnen und das Fleisch der Tiere, die er verabscheut. Dann zählt der Überrest der Philister zum Volk unseres Gottes, sie werden zu einer Sippe in Juda, und die Leute von Ekron werden so unter ihnen wohnen wie die Jebusiter in Jerusalem.
9,7
Lev 17,10-14
11,1-47Jos 15,63

8»Ich selbst«, sagt der Herr, »stelle mich als Wache vor mein Haus und meine Stadt, sodass kein fremder Herrscher mit seinem Heer mehr dort einfällt. Ich selbst kümmere mich jetzt um mein Volk.«

9,8
2,9
Ez 34,2527-28

Der Friedenskönig zieht in Jerusalem ein

9Freu dich, du Zionsstadt!

Jubelt laut, ihr Bewohner Jerusalems!

Seht, euer König kommt zu euch!

Er bringt Gerechtigkeit,

Gott steht ihm zur Seite.9,9 Gott steht ...: wörtlich Er ist einer, dem geholfen wird; die Wiedergabe im Neuen Testament (Mt 21,5) entspricht den alten Übersetzungen: Er ist ein Helfer.

Demütig ist er vor seinem Gott.

Er reitet auf einem Esel,

auf einem starken Eselshengst.9,9 auf einem starken ...: wörtlich auf einem Hengst, dem Sohn einer Eselin. Die alten Übersetzungen und Mt 21,5 haben Hengst als Fohlen gedeutet; Sohn bezeichnet im Hebräischen nicht das jugendliche Alter, sondern die Abstammung.

9,9
2,14
Zef 3,14
Mt 21,5

10Er schafft die Pferde und Streitwagen ab

in Jerusalem und ganz Israel,

auch die Kriegsbogen werden zerbrochen.

Er stiftet Frieden unter den Völkern.

Von Meer zu Meer reicht seine Herrschaft,

vom Eufratstrom bis zu den Enden der Erde.

9,10
Mi 5,9

Was dem Einzug des Friedenskönigs vorangeht

11»Hört«, sagt der Herr, »ich werde eure Gefangenen aus dem Kerker holen, aus der wasserlosen Grube,9,11 Wasserlose Zisternen wurden oft als zeitweiliges Gefängnis benutzt; vgl. Gen 37,20-24; Jer 37,7-9. so gewiss ich mit euch meinen Bund geschlossen und mit Opferblut besiegelt habe.

9,11
Jes 61,1
Ex 24,8
12Kehrt zurück zur befestigten Stadt, ihr Gefangenen, eure Hoffnung wird nicht enttäuscht! Die Zusage gilt noch immer: ›Ich werde euch voll9,12 voll: wörtlich doppelt. Das ist nach israelitischem Recht die übliche Entschädigung; vgl. Ex 22,3.6.8. entschädigen.‹
9,12
10,8-9
Jes 40,2
61,7

13Ich selbst werde gegen das Heer der Griechen antreten: Die Männer von Juda sind mein Bogen, die Männer von Efraïm meine Pfeile und die von Jerusalem mein Schwert, das ich gegen die Feinde schwinge.«

9,13
1 Makk 1,1-9
Dan 8,21-22

14Ja, der Herr wird über dem ausziehenden Heer seines Volkes erscheinen: Sein Pfeil fährt dahin wie der Blitz; donnernd stößt er ins Horn; er fegt einher im Sturm aus dem Süden.

9,14
Ps 18,15
15Der Herr, der Herrscher der Welt,9,15 Wörtlich Der Herr Zebaot; entsprechend in 10,3. wird sein Volk beschützen. Seine Krieger werden die Schleudersteine auffangen9,15 auffangen: wörtlich fressen. Deutung unsicher. und zu Boden treten, sie werden von Blut betrunken sein wie von Wein, sie werden von Feindesblut überströmt sein wie Opferschalen, wie die Ecken des Opferaltars.

16An jenem Tag wird der Herr, der Gott Israels, die Seinen retten, denn sie sind seine Herde. Wie funkelnde Edelsteine werden sie das Land zieren.

9,16
Ps 74,1
17Wie herrlich wird das sein! Die Kinder werden zu blühenden jungen Leuten heranwachsen, weil das Land so viel Korn und Wein hervorbringt.
9,17
Ps 144,12-13