Gute Nachricht Bibel (GNB)
6

Die Mächtigen der Erde werden zur Rechenschaft gezogen

61Hört her, ihr Könige, und kommt zur Einsicht! Nehmt Vernunft an, ihr Mächtigen auf der ganzen Erde!

6,1
1,1
Ps 2,10
2Ihr herrscht über Völkermassen und protzt damit. Begreift doch: 3Eure Macht habt ihr vom Herrn, der höchste Gott hat sie euch verliehen. Er wird eure Taten wägen und eure Absichten prüfen.
6,3
Dan 2,21
Joh 19,11
Röm 13,1
4Obwohl ihr in seinem Dienst steht, habt ihr seine Weisungen nicht befolgt, ihr habt das Gesetz missachtet und das Recht mit Füßen getreten.
6,4-5
Dan 5,1820
6,4
Spr 8,15-16
Röm 13,46
5Deshalb wird er blitzschnell über euch kommen und euch schrecklich bestrafen.

Wer eine hohe Stellung einnimmt, wird besonders streng zur Rechenschaft gezogen. 6Mit den kleinen Leuten hat Gott Mitleid und verzeiht ihnen; aber die Mächtigen bekommen seine Macht zu spüren. 7Der Herr über alle bevorzugt nicht die Einflussreichen, ihn beeindrucken nicht Macht und Größe. Die Vornehmen wie die Geringen sind seine Geschöpfe und er sorgt für alle in gleicher Weise.

6,7
Dtn 10,17
Sir 35,15-16
8Die Taten der Mächtigen aber werden besonders streng gewogen.

Mahnung an die Mächtigen, nach Weisheit zu streben

9Deshalb richte ich meine Mahnungen an euch, ihr Herrscher, damit ihr die Weisheit kennenlernt und nicht in euer Verderben rennt. 10Wer Gottes heiligen Willen achtet, den wird auch Gott achten. Wer sich sagen lässt, was Gott von ihm fordert, der braucht sein Strafgericht nicht zu fürchten. 11Hört also begierig auf meine Worte! Verlangt danach, dann erlangt ihr wahre Bildung!

12Die Weisheit ist voller Glanz und verwelkt nicht. Denen, die sie lieben, gibt sie sich schnell zu erkennen. Von denen, die sie suchen, lässt sie sich finden.

6,12-16
Spr 8,1-2132-36
6,12
1,2
Spr 8,17
Jer 29,13-14
13Allen, die nach ihr verlangen, kommt sie zuvor.

14Wer am Morgen früh aufsteht, um ihr zu begegnen, dem macht sie es leicht: Sie sitzt schon vor seiner Tür.

6,14
Sir 4,12
Spr 8,1-2
15Wer über sie nachdenkt, besitzt vollendete Klugheit, und wer ihretwegen schlaflose Nächte hat, wird rasch alle Sorgen los sein. 16Sie geht selbst umher und sucht die Menschen, die ihrer würdig sind. Freundlich tritt sie ihnen auf dem Weg entgegen und bei jedem Nachdenken zeigt sie sich ihnen.

17Das Streben nach Weisheit beginnt mit dem aufrichtigen Verlangen, etwas zu lernen.

6,17
7,7
Spr 4,7
18Daraus erwächst Liebe zur Weisheit, Liebe zur Weisheit führt zur Befolgung ihrer Gebote, Befolgung ihrer Gebote garantiert Unvergänglichkeit,
6,18-19
8,13
19Unvergänglichkeit aber bringt in die nächste Nähe Gottes.

20Darum führt das Verlangen nach Weisheit den Menschen dahin, gemeinsam mit Gott zu herrschen. 21Wenn ihr Herrscher der Völker so begierig seid, Kronen und Zepter zu tragen, dann ehrt die Weisheit und ihr werdet in alle Ewigkeit herrschen.

SALOMO, DER LEHRER DER WEISHEIT

(6,22–11,1)

Salomo stellt sich als Lehrer der Weisheit vor

22Ich will euch mit der Weisheit bekannt machen. Ich sage euch, was sie ist und wie sie entstand. Ich werde euch ihre Geheimnisse nicht vorenthalten und ihre Spur vom Ursprung der Welt an aufdecken. Ich werde alles offen darlegen und keinen Fußbreit von der Wahrheit abgehen.

6,22 (entstand)
Sir 1,4
23Ich will mein Wissen nicht für mich behalten; denn Neid und Missgunst haben nichts mit der Weisheit gemein.
6,23
7,13
24Es steht gut um die Welt, wenn es viele einsichtige Menschen gibt; und ein verständiger König ist ein Segen für sein Volk.
6,24
Spr 11,14
25Nehmt also meine Worte zu Herzen! Ihr werdet es nicht bereuen.

7

König Salomo – nur ein sterblicher Mensch ...

71Ich bin ein sterblicher Mensch wie alle anderen, ein Nachkomme des ersten, aus Erde geformten Menschen. Im Leib meiner Mutter wurde ich gebildet, 2neun Monate lang; zusammengeronnen bin ich aus dem Blut der Mutter und dem Samen eines Mannes, die sich in Liebeslust vermischten.7,2 Die Vorstellung war, dass der Same das Blut in der Gebärmutter, das sonst bei der Menstruation abfließt, wie Milch (vgl. Ijob 10,10) zur Gerinnung bringt. 3Wie alle Neugeborenen lag ich auf der Erde, ich sog die Luft ein, die wir alle atmen, und wie bei jedem Menschen war mein erster Laut ein Weinen. 4Ich wurde in Windeln gewickelt und war ganz auf die Fürsorge anderer angewiesen. 5Auch ein König kam noch nie anders auf die Welt. 6Alle Menschen treten auf dieselbe Weise ins Leben und alle verlassen es auch wieder auf dieselbe Weise.

7,6
Ijob 1,21

... doch von Gott mit Einsicht beschenkt ...

7Deshalb betete ich um Einsicht und sie wurde mir geschenkt; ich rief zu Gott und er sandte mir Weisheit.

7,7
1 Kön 3,5-9
8Sie war mir willkommener als Zepter und Königsthron; Reichtum war mir nichts verglichen mit ihr.
7,8-10
Spr 3,14-15
Phil 3,8
9Der kostbarste Edelstein erschien mir wertlos neben ihr; Gold kam mir ihr gegenüber vor wie gewöhnlicher Sand und Silber wie Straßenstaub. 10Ich schätzte sie mehr als Gesundheit und Schönheit; ich zog sie sogar dem Sonnenlicht vor, denn sie strahlt in einem Glanz, der nie erlöscht.
7,10
7,29-30

11Zusammen mit der Weisheit aber wurden mir alle Reichtümer geschenkt; denn sie teilt unermessliche Schätze aus.

7,11
Sir 1,17
1 Kön 3,13
12Ich hatte Freude an allen Dingen, weil sie im Gefolge der Weisheit zu mir kamen; ich wusste aber noch nicht, dass die Weisheit sie auch hervorgebracht hatte.

13Selbstlos erwarb ich mir Weisheit, neidlos gebe ich sie weiter. Ihren Reichtum verstecke ich nicht;

7,13
6,23
14denn sie ist ein unerschöpflicher Schatz für alle Menschen. Wer ihn erwirbt, erwirbt zugleich die Freundschaft mit Gott, weil ihn die Früchte seiner Erziehung bei Gott empfehlen.
7,14
7,28

... und dazu befähigt, Lehrer der Weisheit zu sein

15Ich bitte Gott, dass er mich fähig macht, einsichtsvoll zu reden und so zu denken, wie es den Gaben entspricht, die mir verliehen sind. Denn er zeigt der Weisheit die Wege und weist die Weisen zurecht, wenn sie irren. 16In seiner Hand sind wir selbst und unsere Worte, unsere Einsichten und praktischen Fähigkeiten.

7,16
Ex 31,3

17Er gab mir zuverlässiges Wissen über alle Dinge: über den Aufbau der Welt und das Wirken der Elemente, 18über Anfang, Mitte und Ende der Zeiten, über die Bahn der Sonne und den Wechsel der Jahreszeiten, 19den Kreislauf des Jahres und den Stand der Gestirne, 20über das Wesen der Tiere und die Wildheit der Raubtiere, die Macht der Geister und die Gedanken der Menschen, die Unterschiede der Pflanzen und die Heilkraft ihrer Wurzeln.

7,20
1 Kön 5,13
21Ich weiß nicht nur das Offenbare, sondern auch das Verborgene; denn die Weisheit, die alle Dinge geformt hat, hat es mich gelehrt.

Preislied auf die göttliche Weisheit

22Die Weisheit ist vernünftig und heilig. Sie ist einzig in ihrer Art und doch vielfältig, fein und beweglich, durchsichtig, fleckenlos und klar. Niemand kann ihr etwas anhaben. Sie liebt das Gute und durchschaut alles.

7,22–8,8
Ijob 28,12-27
7,22
Jak 3,17
23Nichts kann sie hindern. Sie erweist den Menschen Wohltaten und meint es gut mit ihnen. Sie ist fest und unerschütterlich und genügt sich selbst. Sie kann alles, sie sieht alles; sie durchdringt alle denkenden Geister, so fein sie sind.
7,23
Hebr 4,12

24Die Weisheit ist schneller als alles und so rein und fein, dass sie durch alles hindurchgehen kann. 25Denn sie ist ein Hauch, der von dem allmächtigen Gott ausgeht, ein reiner Ausfluss seiner Herrlichkeit; deshalb kann nichts Unreines in sie eindringen.

7,25
8,3
26Sie ist der Abglanz des ewigen Lichtes, der ungetrübte Spiegel von Gottes Macht, das Abbild seiner Vollkommenheit.
7,26
2 Kor 3,18
4,46
Hebr 1,3
Kol 1,15
27Sie ist nur eine und kann doch alles; selbst unwandelbar, erneuert sie alle Dinge.

In jeder Generation nimmt sie Wohnung in heiligen Seelen und macht Menschen zu Vertrauten Gottes und zu Propheten.

7,27 (Wohnung)
1,4
28Nur wer in engster Verbindung mit ihr lebt, wird von Gott geliebt.
7,28
8,3

29Die Weisheit leuchtet herrlicher als die Sonne und steht höher als jeder Stern; sie übertrifft sogar das Tageslicht.

7,29
7,10
Jes 60,19-20
30Denn auf den Tag folgt die Nacht; aber über die Weisheit hat das Böse keine Macht.

8

81Kraftvoll durchwaltet sie das All von einem Ende bis zum anderen und regiert alles aufs Beste.

Die Weisheit – Salomos ersehnte Braut

2Von Jugend auf habe ich die Weisheit geliebt und gesucht. Ihre Schönheit bezauberte mich und ich sehnte mich danach, sie als Braut heimzuführen.

8,2
8,91618
Sir 15,2
Spr 7,4

3Wie es ihrer edlen Herkunft entspricht, lebt sie in engster Gemeinschaft mit Gott; der Herr des ganzen Weltalls liebt sie. 4Er hat sie in sein geheimes Wissen eingeweiht und überlässt ihr die Ausführung seiner Schöpfungswerke.

8,4
9,9
Spr 8,27-31

5Reichtum gilt als das höchste Gut – was ist reicher als die Weisheit, die alles erschafft?

8,5
7,11-1421
6Kunstverstand bringt die schönsten Werke hervor – wer in der ganzen Welt ist ein größerer Künstler als sie? 7Wenn dir rechtschaffenes Leben als der höchste Wert erscheint: sie ist es, die alle Tugenden hervorbringt; sie lehrt Selbstbeherrschung, Klugheit, Gerechtigkeit und Tapferkeit. Es gibt nichts, was dem Menschen nützlicher wäre. 8Und wenn du reiche Kenntnisse über alles schätzt: sie weiß Bescheid über alles Vergangene und kennt die Zukunft im Voraus. Sie versteht gut zu reden und kann alle Rätsel lösen. Sie kann Vorzeichen deuten und weiß im Voraus, wie etwas ausgehen wird.
8,8 (weiß)
Sir 42,19

Die Weisheit – Salomos Lebensgefährtin

9Darum beschloss ich, sie zu meiner Lebensgefährtin zu machen. Denn ich wusste: An ihr habe ich in glücklichen Tagen eine zuverlässige Ratgeberin und eine Helferin in Zeiten der Sorge und Not.

8,9
Spr 7,4
10Mit ihr verbunden werde ich Ruhm ernten bei allen Menschen und trotz meiner jungen Jahre von den Alten geehrt werden.
8,10
Ps 119,100

11Wenn ich Recht spreche, werde ich durch meine scharfsinnigen Urteile auffallen, ich werde Könige in Staunen versetzen.

8,11
1 Kön 3,916-28
12Wenn ich schweige, werden sie darauf warten, dass ich zu reden beginne, und sie werden mir dann aufmerksam zuhören. Und wenn ich noch so lange rede, sie werden mir nicht ins Wort fallen, sondern gespannt auf jedes meiner Worte achten.
8,12
Ijob 29,21-23

13Durch die Weisheit werde ich unsterblich werden und bei der Nachwelt in steter Erinnerung bleiben.

8,13
8,17
6,18
15,3
14Ich werde als Herrscher über ganze Völker regieren,
8,14
Spr 8,15-16
15grausame Tyrannen werden bei der bloßen Kunde von mir in Angst geraten. Das Volk wird mich als gütig preisen und der Feind meine Tapferkeit fürchten.

16Wenn ich nach Hause komme, werde ich mich in ihren Armen ausruhen; denn die Ehe mit ihr bringt weder Ärger noch Enttäuschung, sondern nur Freude und ungetrübtes Glück.

17Dies alles stellte ich mir vor Augen und bedachte in meinem Herzen alle ihre Vorzüge: Die Verbindung mit der Weisheit schenkt unvergängliches Leben,

8,17
6,18-19
18sie zu lieben gewährt reine Wonne, ihr Wirken schafft unerschöpflichen Reichtum, der stete Umgang mit ihr führt zur Einsicht und das Gespräch mit ihr macht angesehen. Da ging ich auf die Suche nach ihr, um sie für mich zu gewinnen.
8,18
Spr 8,18

Salomos Gebet um Weisheit

19Ich war ein begabtes Kind und hatte eine gut veranlagte Seele erhalten, 20oder richtiger: Da ich gut war, kam ich in einen unverdorbenen Leib.

21Ich wusste aber, dass ich nur in den Besitz der Weisheit kommen könnte, wenn Gott sie mir schenkte. Schon dieses Wissen, dass sie Gottes Gabe ist, verdankte ich der Weisheit. So wandte ich mich im Gebet an den Herrn und bat ihn von ganzem Herzen, mir Weisheit zu schenken.

8,21
7,7