Gute Nachricht Bibel (GNB)
33

331Ein Mensch, der den Herrn ernst nimmt, wird von Unglück verschont. Gerät er in Schwierigkeiten, so hilft der Herr ihm heraus.

33,1
1 Kor 10,13
2Einsichtige haben niemals Abscheu vor dem Gesetz; aber wer seine Liebe zum Gesetz nur heuchelt, gleicht einem Boot, das vom Sturm geschüttelt wird. 3Ein verständiger Mensch verlässt sich auf das Gesetz; für ihn ist es so zuverlässig wie eine Entscheidung der heiligen Lose.

4Wenn du willst, dass andere dir zuhören, dann bereite deine Rede gut vor! Nimm all dein Wissen zusammen, bevor du etwas sagst! 5Die Gefühle und Gedanken eines Dummen sind wie ein Wagenrad auf seiner Achse: Sie drehen sich immerfort im Kreis. 6Ein Freund, der über jeden spottet, ist wie ein Hengst, der unter jedem Reiter wiehert.

Über die Ungleichheit

7Warum sind manche Tage wichtiger als die anderen, wo doch alle Tage des Jahres ihr Licht von derselben Sonne bekommen?

33,7
Gen 2,2-3
Ex 23,1214-17
Lev 23,1-43
8Der Herr hat sie in seiner Einsicht ausgesondert und sie als Festzeiten und Feiertage bestimmt. 9Diese Tage hat er zu herausragenden und heiligen Tagen gemacht, die anderen gelten als gewöhnliche Tage.

10Alle Menschen sind aus Erde, so wie Adam aus Erde geschaffen wurde.

33,10
Gen 2,7
11Gott hat sie in seiner großen Weisheit alle verschieden gemacht und ihnen unterschiedliche Lebenswege bestimmt: 12Manche hat er gesegnet und zu hohen Ehren gebracht, manche hat er geweiht und zum Dienst in seiner Nähe ausgesondert. Andere hat er verflucht und erniedrigt und sie von ihrem hohen Posten heruntergeholt. 13Wie Ton, den der Töpfer mit seinen Händen formt, wie es ihm gefällt, so sind die Menschen in der Hand ihres Schöpfers: Er bestimmt, was er mit jedem Einzelnen macht.
33,13
Jer 18,6

14Dem Guten steht das Böse gegenüber und dem Leben der Tod. So steht der Sünder dem Menschen gegenüber, der Gott ehrt.

33,14-15
42,24-25
15Sieh dir alles an, was Gott, der Höchste, geschaffen hat: Alles kommt paarweise vor, eins das Gegenteil vom anderen.

Eine persönliche Zwischenbemerkung Sirachs

16Ich selbst habe mich als Letzter abgemüht, wie einer, der nach den Winzern durch den Weinberg geht und Nachlese hält. 17Unter dem Segen des Herrn habe ich meinen Dienst getan und meine Weinpresse gefüllt wie ein Winzer. 18Versteht meine Absicht: Nicht für mich allein habe ich mir so viel Mühe gegeben, sondern für alle, die nach Anleitung zu einem gottgefälligen Leben suchen.

33,18
24,34
19Hört mir zu, ihr Führer des Volkes! Ihr Vorsteher der Gemeinde, achtet auf das, was ich sage!

Unabhängig bleiben

20Solange du lebst, lass niemand Gewalt über dich bekommen, weder Sohn noch Frau, weder Bruder noch Freund! Übergib auch keinem dein Vermögen! Du könntest es bedauern und müsstest es dann zurückfordern. 21Solange noch ein Hauch von Leben in dir ist, lass keinen Menschen über dich bestimmen! 22Es ist besser, wenn deine Kinder dich um etwas bitten müssen, als wenn du von ihnen abhängig bist. 23Bei allem, was du tust, behalte die Zügel in der Hand, damit niemand deine Autorität infrage stellt! 24Erst am Ende deines Lebens, in deiner letzten Stunde, verteile deinen Besitz an die Erben!

Über den Umgang mit Sklaven

25Ein Esel braucht sein Futter, seine Last und den Stock; ein Sklave braucht sein Brot, seine Arbeit und strenge Zucht.

33,25
Spr 26,3
26Lade deinem Sklaven Arbeit auf, dann hast du deine Ruhe. Wenn er müßiggeht, will er nur freikommen.

27Mit Zaumzeug und Joch kann man Zugtiere zähmen; einen widerspenstigen Sklaven zähmt man mit Stock und Peitsche. 28Stell ihn an die Arbeit, damit er nicht herumlungert. 29Wer nichts zu tun hat, kommt auf alle möglichen schlechten Gedanken. 30Er soll arbeiten, wie es sich für ihn gehört. Und wenn er dir nicht gehorcht, leg ihm Fußeisen an! Aber geh in keinem Fall zu weit; tu nichts, was gegen das Recht verstößt!

31Wenn du nur einen Sklaven hast, dann behandle ihn wie deinesgleichen; denn du hast ihn mit sauer verdientem Geld erworben. Einen solchen Sklaven behandle wie einen Bruder; denn er ist für dich so wichtig wie dein eigenes Leben.

33,31
7,20
Phlm 16
32Wenn du ihn misshandelst, läuft er dir davon. 33Wie willst du ihn dann wiederbekommen?

34

Über die Sinnlosigkeit von Träumen

341Leere, trügerische Hoffnungen sind etwas für Leute ohne Verstand und nur Uneinsichtige lassen sich von Träumen in Unruhe versetzen.

34,1-8
Dtn 13,1-5
18,9-14
Koh 5,6

2Wer auf Träume achtet, ist wie jemand, der Schatten fangen will oder dem Wind nachjagt.

3Was du im Traum siehst, ist nur eine Spiegelung, so unwirklich wie das Spiegelbild eines Gesichtes, verglichen mit dem Gesicht selbst. 4Etwas Unreines kann nichts Reines hervorbringen; ebenso wenig kann der Schein die Wirklichkeit hervorbringen. 5Wahrsagereien, Zeichendeutungen und Träume sind alle gleich sinnlos, genauso wie die Phantasien einer Gebärenden.

34,5
Jer 14,14

6Darum schenke einem Traum keine Beachtung, es sei denn, Gott, der Höchste, hätte ihn dir zur Warnung geschickt.

34,6
Ijob 33,14-18
7Träume haben schon viele in die Irre geführt; sie haben sich Hoffnungen gemacht und sind enttäuscht worden.

8Aber ohne solchen Trug geht in Erfüllung, was das Gesetz verspricht oder androht, und die Weisheit aus dem Mund vertrauenswürdiger Menschen führt zur Vollkommenheit.

Über die Nützlichkeit des Reisens

9Ein Mensch, der viel herumgekommen ist, hat viel gelernt; er hat reiche Erfahrungen gesammelt und redet von Dingen, die er kennt. 10Wer keine Erfahrungen gemacht hat, hat nur ein beschränktes Wissen; 11wer aber viel herumgekommen ist, ist reich an Lebensklugheit.

12Bei meinen eigenen Reisen habe ich viel gesehen und mehr gelernt, als ich mit Worten ausdrücken kann. 13Das hat mir oft das Leben gerettet, wenn ich in Gefahr geraten bin.

Gott ernst nehmen

14Alle, die den Herrn ernst nehmen, werden am Leben bleiben; 15denn sie setzen ihre Hoffnung auf den, der sie retten kann.

16Wer Ehrfurcht vor dem Herrn hat, hat nichts zu fürchten. Er verliert nie den Mut, denn der Herr ist seine Hoffnung.

34,16
Ps 27,1
112,7

17Wie glücklich ist der Mensch, der den Herrn ernst nimmt! 18Er weiß, wem er vertraut und wer ihm zur Seite steht.

19Der Herr blickt freundlich auf alle, die ihn lieben. Er ist ihr Beschützer und starker Helfer, ihre Zuflucht bei glühendem Wind, ihr Schatten bei sengender Mittagshitze. Er bewahrt sie davor, zu straucheln und zu stürzen. 20Er füllt ihr Herz mit Freude und lässt ihre Augen strahlen. Er beschenkt sie mit seinem Segen, mit Gesundheit und Leben.

Über Opfergaben und Gebete

21Wenn jemand Gott als Brandopfer ein Tier darbringt, das er sich durch Unrecht angeeignet hat, hat sein Opfer vor Gott keinen Wert.

34,21-22
35,15
22Gaben von Menschen, die das Gesetz übertreten, nimmt der Herr nicht an. 23Gott, der Höchste, hat keine Freude an Opfergaben von Menschen, die ihn missachten. Wenn er Schuld vergibt, dann liegt es nie an der Zahl der Opfer.
34,23
35,1-5
Mal 1,13
Spr 15,8
Jes 1,10-20

24Wer einem Armen ein Tier wegnimmt, um es Gott als Opfer darzubringen, handelt wie einer, der einen Sohn in Gegenwart seines Vaters tötet. 25Das Leben der Armen hängt an ihrer dürftigen Nahrung; wer sie ihnen nimmt, ist ein Mörder. 26Wer seinem Mitmenschen wegnimmt, wovon er lebt, bringt ihn um. 27Auch der ist ein Mörder, der einem Arbeiter nicht den verdienten Lohn auszahlt.

34,27
7,20
Tob 4,14
Lev 19,13

28Wenn der eine baut und der andere niederreißt, dann haben beide viel Mühe gehabt; sonst ist nichts dabei herausgekommen. 29Wenn der eine segnet und der andere verflucht, auf welchen von ihnen soll der Herr dann hören?

30Wenn jemand durch die Berührung eines Toten unrein geworden ist und sich durch ein Bad gereinigt hat, darauf aber den Toten wieder berührt, welchen Wert hat dann sein Bad?

34,30-31
7,8
34,30
Num 19,11-20
31So ist es auch mit dem, der wegen seiner Verfehlungen fastet und anschließend dasselbe Unrecht wieder begeht. Findet er noch einmal einen, der sein Gebet erhört? Was nützt es ihm, dass er sich so kasteit hat?
34,31
Jes 58,3-5

35

351Das Gesetz befolgen heißt: die Opfergaben an Gott vervielfachen.

35,1-5
34,23
2Wer sich nach Gottes Geboten richtet, bringt ihm damit ein Mahlopfer. 3Eine Wohltat erweisen zählt als ein Speiseopfer,
35,3-4
Ps 50,1423
Hebr 13,16
4und den Armen helfen als ein Dankopfer. 5Sich von allem Bösen fernhalten ist eine Opfergabe, an der Gott Freude hat; und wer Unrecht meidet, bringt ihm damit ein Sühneopfer.
35,5
Spr 21,3

6Komm trotzdem nicht mit leeren Händen in den Tempel des Herrn;

35,6
Ex 23,15
Dtn 16,16-17
7denn alle diese Opfer hat er angeordnet. 8Wenn jemand, der dem Herrn gehorcht, sein Opfer darbringt und das Fett auf dem Altar verbrannt wird, steigt der Wohlgeruch hinauf zu Gott, dem Höchsten. 9Der Herr wird sein Opfer annehmen und den Teil, der für ihn verbrannt wird, nicht übersehen.
35,9
38,11
Lev 2,216
6,8

10Ehre den Herrn durch großzügige Opfergaben; sei nicht kleinlich, wenn du ihm die ersten Früchte von deiner Ernte bringst!

35,10
Mal 3,10
11Bring ihm alle deine Gaben mit einem fröhlichen Gesicht; und wenn du für ihn den Zehnten entrichtest, tu es mit Freude!
35,11
2 Kor 9,7
Dtn 14,22-27
12Gib Gott, dem Höchsten, so wie er dir gegeben hat; tu es freigebig und nach Vermögen! 13Der Herr wird es dir vergelten, siebenfach wird er es dir zurückgeben.

Gott sorgt für das Recht

14Versuche nicht, den Herrn mit Opfern zu bestechen, er nimmt sie nicht an! 15Verlass dich auch nicht auf Opfergaben, die du durch Unrecht an dich gebracht hast; denn der Herr sorgt für das Recht und vor ihm sind alle gleich.

35,15-16 (voreingenommen)
Dtn 10,17
16Er ist nicht voreingenommen für die Reichen, und wenn einem Armen Unrecht geschehen ist, hört er auf sein Gebet. 17Niemals überhört er den Hilferuf der Waisen oder die Klage einer Witwe.
35,17-19
21,5
Ps 146,9
Dtn 10,18
18Er sieht die Tränen, die über ihre Wangen laufen, 19und hört ihren Schrei, ihre Anklage gegen den, der die Tränen verursacht hat.

20Wer dem Herrn so dient, wie es vor ihm recht ist, wird angenommen und seine Bitten erreichen den Himmel.

35,20-21
Spr 15,29
Sach 3,7
Hebr 6,19-20
21Das Gebet der Armen, die nur noch von Gott etwas erwarten,35,21 Wörtlich Das Gebet der Niedrigen, d.h. der Menschen, die zugleich arm sind und sich vor Gott beugen; vgl. Mt 5,3. durchdringt die Wolken. Es gibt sich erst zufrieden, wenn es sein Ziel erreicht hat. Es gibt keine Ruhe, bis Gott, der Höchste, eingreift 22und den Seinen Recht verschafft.

Der Herr lässt nicht auf sich warten. Er hat nicht lange Geduld mit den Verbrechern; für ihre Grausamkeit wird er ihnen die Knochen zerschmettern. 23Er wird den Fremden, die ihn nicht ehren, ihr Tun vergelten; alle Vermessenen wird er ausrotten und die Macht seiner Feinde zerbrechen. 24Jedem Menschen wird er geben, was er aufgrund seiner Taten und Absichten verdient.

35,24
Jer 17,10
25Er wird seinem Volk zum Recht verhelfen und es durch sein Erbarmen zur Freude führen. 26Wenn er sich in der Zeit der Not über uns erbarmt, dann ist das so erquickend wie Regen in einem dürren Sommer.