Gute Nachricht Bibel (GNB)

Freiheit vom Gesetz

71Brüder und Schwestern,7,1 Siehe Anmerkung zu 1,13; ebenso für Vers 4. ihr kennt doch das Gesetz und wisst: Es hat für einen Menschen nur Geltung, solange er lebt. 2Eine verheiratete Frau zum Beispiel ist durch das Gesetz an ihren Mann gebunden, solange er lebt. Wenn der Mann stirbt, gilt für sie das Gesetz nicht mehr, das sie an ihn bindet.

7,2
1 Kor 7,39
3Wenn sie sich also zu Lebzeiten ihres Mannes mit einem anderen einlässt, nennt man sie zu Recht eine Ehebrecherin. Stirbt aber der Mann, so ist sie frei von dem Gesetz, das sie an ihren Mann bindet. Sie begeht keinen Ehebruch, wenn sie sich einem anderen hingibt.

4So steht es auch mit euch, meine Brüder und Schwestern! Weil ihr mit Christus gestorben seid,7,4 Wörtlich Durch den (am Kreuz hingegebenen) Leib von Christus. seid ihr dem Gesetz gegenüber tot. Ihr gehört jetzt nicht mehr dem Gesetz, sondern Christus, der vom Tod erweckt worden ist. Darum können wir nun so leben, dass unser Tun für Gott Frucht bringt.

7,4
6,4
Gal 2,19

5Als wir noch unserer selbstsüchtigen Natur folgten,7,5 Wörtlich noch im Fleisch waren. war unser ganzes Verhalten beherrscht von den sündigen Leidenschaften, die durch das Gesetz in uns geweckt wurden. Wir lebten so, dass unser Tun nur dem Tod Gewinn brachte.

7,5
6,21
6Aber jetzt stehen wir nicht mehr unter dem Gesetz; wir sind tot für das Gesetz, das uns früher gefangen hielt. So dienen wir Gott in einem neuen Leben, das sein Geist in uns schafft, und nicht mehr auf die alte Weise nach dem Buchstaben des Gesetzes.
7,6
8,2-4
2 Kor 3,6

Die Sünde missbraucht das Gesetz

7Behaupte ich damit, dass Gesetz und Sünde dasselbe sind? Das ganz gewiss nicht! Aber ohne das Gesetz hätten wir Menschen7,7 Wörtlich hätte ich. Paulus spricht in den Versen 7-25 in der ersten Person, redet aber nicht nur von sich persönlich, sondern beschreibt die Situation des Menschen ohne Christus. In den Versen 9-11 bezieht er sich auf die Geschichte vom »Sündenfall« in Gen 3, die sich in gewisser Weise in jedem Menschenleben wiederholt. die Sünde nie kennen gelernt. Die Begehrlichkeit wäre nicht in uns erwacht, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte: »Du sollst nicht begehren!«

7,7-13
4,15
7,7
nach
8Die Sünde machte sich das Gebot zunutze und stachelte mit seiner Hilfe alle Begierden in uns an. Ohne das Gesetz ist die Sünde tot.
7,8
1 Kor 15,56
9Einst kannten wir das Gesetz noch nicht. Damals lebten wir; aber als das Gebot kam, lebte die Sünde auf 10und wir mussten sterben. Das Gebot, das uns das Leben erhalten sollte, brachte uns den Tod.
7,10
Lev 18,5
11Denn die Sünde benutzte es für ihre Zwecke: Sie täuschte uns Leben vor und tötete uns – eben durch das von ihr missbrauchte Gebot. 12Es bleibt also dabei: Das Gesetz ist der heilige Wille Gottes, und die Gebote sind heilig, gerecht und gut.
7,12
1 Tim 1,8

13Hat dann etwa das Gute, das Gesetz, unseren Tod bewirkt? Auf keinen Fall! Die Sünde war schuld; sie hat das gute Gesetz benutzt, um uns den Tod zu bringen. So sollte sie ihr wahres Gesicht zeigen und sich durch den Missbrauch des Gesetzes in ihrer ganzen Verworfenheit enthüllen.

Die Ohnmacht des guten Willens

14Es steht außer Frage: Das Gesetz ist »geistlich«, es kommt von Gott. Wir aber sind »fleischlich«, das heißt schwache Menschen, der Macht der Sünde ausgeliefert. 15Wir sind uns nicht im Klaren darüber, was wir anrichten. Wir tun nämlich nicht, was wir eigentlich wollen, sondern das, was wir verabscheuen.

7,15
Gal 5,17
16Wenn wir aber das Böse, das wir tun, gar nicht tun wollen, dann beweist das, dass wir dem Gesetz zustimmen und seine Forderungen als berechtigt anerkennen. 17Nicht wir sind es also, die das Böse tun, vielmehr tut es die Sünde, die sich in uns eingenistet hat.

18Wir wissen genau: In uns selbst, so wie wir der Sünde ausgeliefert sind,7,18 so wie wir ...: wörtlich das heißt in unserem (bzw. meinem) Fleisch. lebt nicht die Kraft zum Guten. Wir bringen es zwar fertig, uns das Gute vorzunehmen; aber wir sind zu schwach, es auszuführen.

7,18
Gen 8,21
Phil 2,13
19Wir tun nicht das Gute, das wir wollen, sondern gerade das Böse, das wir nicht wollen. 20Wenn wir aber tun, was wir gar nicht wollen, dann verfügen nicht wir selbst über uns, sondern die Sünde, die sich in uns eingenistet hat.

21Wir finden demnach unser Leben von folgender Gesetzmäßigkeit bestimmt: Ich will das Gute tun, bringe aber nur Böses zustande. 22In meinem Innern stimme ich dem Gesetz Gottes freudig zu. 23Aber in meinen Gliedern, in meinem ganzen Verhalten, sehe ich ein anderes Gesetz am Werk. Dieses Gesetz liegt im Streit mit dem Gesetz, das ich innerlich bejahe, und macht mich zu seinem Gefangenen. Es ist das Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern regiert und mir mein Verhalten diktiert.

7,23
Gal 5,17

24Ich unglückseliger Mensch! Wer rettet mich aus dieser tödlichen Verstrickung?7,24 Wörtlich Wer wird mich aus diesem Leib des Todes retten? Wie Kap 8 zeigt, geht es nicht um Befreiung vom Leib, sondern von einer Grundverfassung des menschlichen Lebens, in der der Leib zum Werkzeug der Sünde geworden ist.

7,24
1 Kor 15,57

25Gott sei gedankt durch Jesus Christus, unseren Herrn: Er hat es getan!

Nun diene also ich, ein und derselbe Mensch, mit meinem bewussten Streben dem Gesetz Gottes, aber mit meinen Gliedern dem Gesetz der Sünde.7,25 Diese Aussage ist mit dem Vorangehenden schwer vereinbar. Manche Ausleger halten sie für einen späteren Zusatz, andere stellen sie vor Vers 24.