Gute Nachricht Bibel (GNB)
71

Bitte um Schutz im Alter

711Herr, bei dir suche ich Zuflucht;

enttäusche nicht mein Vertrauen!

71,1-3
18,3

2Rette mich, befreie mich,

wie du es versprochen hast!71,2 wie du ...: wörtlich in deiner Gerechtigkeit.

Hör mich doch, hilf mir!

3Sei mir ein sicheres Zuhause,

wohin ich jederzeit kommen kann!

Du hast doch zugesagt, mir zu helfen;

du bist mein Fels und meine Burg!

4Meine Feinde missachten dich, mein Gott,

sie brechen das Recht und misshandeln mich.

Rette mich aus ihren Fäusten!

5Du bist meine Hoffnung, Herr,

dir habe ich von Jugend auf vertraut.

6Seit meiner Geburt bist du mein Halt,

du hast mir aus dem Mutterschoß herausgeholfen,

darum gehört dir allezeit mein Dank!

71,6
22,10-11

7Viele meinten, du hättest mich verflucht;

aber du bist mein mächtiger Beschützer.

8Mein Mund singt immerzu dein Lob,

den ganzen Tag verkünde ich deinen Ruhm.

9Jetzt, wo ich alt geworden bin,

vertreibe mich nicht aus deiner Nähe!

Die Kräfte schwinden mir, verlass mich nicht!

71,9
Jes 46,3-4

10Meine Feinde stecken die Köpfe zusammen;

sie beraten schon, wie sie mich umbringen können.

11»Gott hat ihn verstoßen«, sagen sie.

»Los, ihm nach! Packt ihn!

Jetzt gibt es keinen mehr, der ihm hilft.«

71,11
3,3

12Gott, du bist so weit weg!

Komm doch, mein Gott, hilf mir schnell!

13Lass sie unterliegen und zugrunde gehen,

sie, die mich beschuldigen!

Mit Schimpf und Schande sollen sie abziehen,

alle, die mein Verderben suchen!

14Ich gebe die Hoffnung niemals auf;

auch in Zukunft werde ich dich preisen.

15Ich werde allen sagen, wie treu du bist;71,15 wie treu ...: wörtlich deine Gerechtigkeit; ebenso in Vers 24.

den ganzen Tag will ich erzählen, wie du hilfst –

deine Wohltaten sind nicht zu zählen.

16Ich werde deine großen Taten preisen,

Herr, mein Gott!

Nur noch von dir und deiner Treue71,16 Treue: wörtlich Gerechtigkeit. will ich reden.

17Gott, von Jugend auf bist du mein Lehrer

und bis heute erzähle ich von deinen Wundern.

18Auch jetzt, wo ich alt und grau geworden bin,

verlass mich nicht, mein Gott!

Kindern und Enkeln will ich erzählen,

wie mächtig du bist

und wie gewaltig deine Taten sind.

71,18
22,31-32

19Gott, deine Treue reicht bis an den Himmel!

Du hast große Dinge vollbracht.

Wer ist wie du?

20Schlimme Zeiten hast du mich sehen lassen,

doch immer wieder schenkst du mir das Leben

und rettest mich vor dem sicheren Grab.

71,20
30,4

21Immer wieder tröstest du mich

und bringst mich zu größeren Ehren als zuvor.

22Darum will ich dich preisen mit meinem Saitenspiel,

ich will deine Treue rühmen, mein Gott!

Zur Laute will ich dir Loblieder singen,

dir, dem heiligen Gott Israels.

23Voll Freude will ich über dich jubeln,

denn du hast mich befreit.

24Von früh bis spät will ich erzählen,

wie treu du bist.

Alle, die mein Verderben suchen,

werden schmachvoll untergehen.

72

Segenswunsch für den König

721Für Salomo.

Gott, gib dem König Weisheit,

damit er in deinem Sinn Recht sprechen kann;

ihn, den rechtmäßigen Erben des Thrones,

mach zum treuen Bewahrer deiner Rechtsordnung!

72,1-4
101,1-8
Spr 16,10

2Unparteiisch soll er dein Volk regieren

und den Entrechteten zu ihrem Recht verhelfen!

3Unter seiner gerechten Herrschaft

wird das Volk dann in Frieden leben

und Wohlstand haben im ganzen Land

mit seinen Bergen und Hügeln!

4Den Benachteiligten soll er Recht verschaffen

und den Bedürftigen Hilfe bringen;

aber die Unterdrücker soll er zertreten!

72,4
9,13

5Der König soll leben,72,5 So mit G; H Man soll ihn fürchten.

solange Sonne und Mond uns leuchten,

unzählige Generationen lang!

72,5
61,7-8
72,17

6Er gleiche dem Regen,

der auf die Wiesen fällt

und das trockene Land durchfeuchtet!

7Unter seiner Regierung blühe das Recht72,7 das Recht: mit einigen Handschriften und alten Übersetzungen; H der Gerechte.

und der Wohlstand wachse,

bis es keinen Mond mehr gibt!

8Seine Herrschaft reiche von Meer zu Meer,

vom Eufratstrom bis zu den Enden der Erde!

72,8-11
2,8

9Verneigen sollen sich vor ihm die Wüstenstämme,

seine Feinde müssen sich niederwerfen!

10Die Könige von Tarschisch

und vom Ende der Erde

sollen ihm Geschenke senden!

Die von Saba und Seba

sollen ihm Tribut entrichten!

72,10
68,3032

11Huldigen sollen ihm alle Herrscher

und alle Völker sollen ihm dienen!

12Er rettet die Bedürftigen,

die zu ihm schreien,

die Entrechteten, die keinen Helfer haben.

13Er kümmert sich um die Schwachen und Armen

und sorgt dafür, dass sie am Leben bleiben.

14Er befreit sie von Gewalt und Unterdrückung,

denn vor ihm hat ihr Leben einen Wert.

72,14
116,15

15Der König soll leben!

Man bringe ihm das Gold von Saba;

man bete jederzeit für ihn

und wünsche ihm alle Tage Segen!

16Der Weizen wachse im ganzen Land,

bis hinauf auf die Gipfel der Berge,

dicht und wogend wie die Wälder

hoch oben auf dem Libanon!

Die Städte sollen blühen und gedeihen

wie die satten grünen Wiesen!

17Der Name des Königs werde nie vergessen,

sein Ruhm nehme zu,

solange die Sonne besteht!

Wenn Menschen einander Segen wünschen,

sollen sie sagen: »Gott segne dich,

wie er den König gesegnet hat!«

Und alle Völker sollen ihn glücklich preisen!

18Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels,

der Einzige, der Wunder vollbringt!

19Sein ruhmreicher Name sei für immer gepriesen,

seine Macht setze sich durch in aller Welt!

Amen, so soll es sein!

20Hier enden die Gebete Davids, des Sohnes von Isai.

73

DRITTES BUCH

(Psalmen 73–89)

Gott, ich gehöre zu dir!

731Ein Lied Asafs.

Ich weiß es: Gott ist gut zu Israel,

zu allen, die ihm mit ganzem Herzen gehorchen.

73,1-28 (scheinbares Glück der Bösen)
Spr 24,19-20
Ps 10,1-18
Ijob 21,7-33
Koh 8,12-14
Mal 3,14-15

2Doch beinahe wäre ich irregeworden,

ich wäre um ein Haar zu Fall gekommen:

3Ich war eifersüchtig auf die Menschen,

die nicht nach dem Willen Gottes fragen;

denn ich sah, dass es ihnen so gut geht.

4Ihr Leben lang kennen sie keine Krankheit,

gesund sind sie und wohlgenährt.

5Sie verbringen ihre Tage ohne Sorgen

und müssen sich nicht quälen wie andere Leute.

6Ihren Hochmut tragen sie zur Schau wie einen Schmuck,

ihre Gewalttätigkeit wie ein kostbares Kleid.

7Ihr Luxusleben verführt sie zur Sünde,73,7 So mit G; H Ihr Auge tritt aus dem Fett hervor.

ihr Herz quillt über von bösen Plänen.

8Ihre Reden sind voll von Spott und Verleumdung,

mit großen Worten schüchtern sie die Leute ein.

73,8
12,5
109,2

9Sie reißen das Maul auf und lästern den Himmel,

ihre böse Zunge verschont nichts auf der Erde.

73,9
Jes 57,4

10Darum läuft das Volk Gottes ihnen nach

und lauscht begierig auf ihr Geschwätz.73,10 Wörtlich und Wasser in Fülle wird von ihnen geschlürft.

11»Gott merkt ja doch nichts!«, sagen sie.

»Was weiß der da oben von dem, was hier vorgeht?«

73,11
14,1

12So sind sie alle, die Gott verachten;

sie häufen Macht und Reichtum

und haben immer Glück.

13Es war ganz umsonst, Herr,

dass ich mir ein reines Gewissen bewahrte

und wieder und wieder meine Unschuld bewies.

73,13
26,6
Mal 3,14-15

14Ich werde ja trotzdem täglich gepeinigt,

ständig bin ich vom Unglück verfolgt.

15Aber wenn ich so reden wollte wie sie,

würde ich alle verraten, die zu dir gehören.73,15 Wörtlich würde ich die Generationen deiner Söhne verraten.

16Ich mühte mich ab, das alles zu verstehen,

aber es schien mir ganz unmöglich.

17Doch dann kam ich in dein Heiligtum.

Da erkannte ich, wie es mit ihnen ausgeht:

73,17-20
49,14-15

18Du stellst sie auf schlüpfrigen Boden;

du verblendest sie, damit sie stürzen.

19Ganz plötzlich ist es aus mit ihnen,

sie alle nehmen ein Ende mit Schrecken.

20Herr, wenn du aufstehst, verschwinden sie

wie die Bilder eines Traumes beim Erwachen.

21Als ich verbittert war und innerlich zerrissen,

22da hatte ich den Verstand verloren,

wie ein Stück Vieh stand ich vor dir.

23Und dennoch gehöre ich zu dir!

Du hast meine Hand ergriffen und hältst mich;

24du leitest mich nach deinem Plan

und holst mich am Ende in deine Herrlichkeit.

73,24
49,16
16,10-11

25Wer im Himmel könnte mir helfen,

wenn nicht du?

Was soll ich mir noch wünschen auf der Erde?

Ich habe doch dich!

26Auch wenn ich Leib und Leben verliere,

du, Gott, hältst mich;

du bleibst mir für immer!

73,26
63,4

27Wer sich von dir entfernt, geht zugrunde;

wer dir untreu wird, den vernichtest du.

28Ich aber setze mein Vertrauen auf dich, meinen Herrn;

dir nahe zu sein ist mein ganzes Glück.

Ich will weitersagen, was du getan hast.