Gute Nachricht Bibel (GNB)

ZWEITES BUCH

(Psalmen 42–72)

Hoffnung in größter Not42,1 Wie der Kehrvers zeigt (42,6.12; 43,5), waren Ps 42/43 ursprünglich ein zusammenhängendes Lied.

421Ein Gedicht der Korachiter.

2Wie ein Hirsch nach frischem Wasser lechzt,

so sehne ich mich nach dir, mein Gott!

42,2-3
17,15
84,3

3Ich dürste nach Gott,

nach dem wahren, lebendigen Gott.

Wann darf ich zu ihm kommen,

wann darf ich ihn sehen?42,3 ihn sehen: mit einigen Handschriften und der syrischen Übersetzung; H vor ihm erscheinen (so von den jüdischen Überlieferern geändert, da als anstößig empfunden; vgl. Ex 33,20).

4Tränen sind meine Nahrung

bei Tag und Nacht,

weil man mich ständig fragt:

»Wo bleibt er denn, dein Gott?«

42,4
115,1-2

5Wenn ich an früher denke,

geht das Herz mir über:

Da zog ich mit der großen Schar zum Hause Gottes,

da konnte ich jubeln und danken in der feiernden Menge.

42,5
122,1

6Warum bin ich so mutlos?

Muss ich denn verzweifeln?

Auf Gott will ich hoffen!

Ich weiß, ich werde ihn noch einmal preisen,

ihn, meinen Gott, der mir hilft.42,6 ihn, meinen Gott ... (wörtlich die Hilfe meines Angesichts und meinen Gott): mit einigen Handschriften und alten Übersetzungen; entsprechend in Vers 12; 43,5. H die Hilfe seines Angesichts, 7 mein Gott.

42,6
39,8
62,6

7Ich weiß nicht mehr aus noch ein!

Darum gehen meine Gedanken zu ihm –

aus der Ferne,

vom Land an den Jordanquellen,

vom Hermongebirge mit seinen Gipfeln.

8Rings um mich tost es und braust es:

Flut auf Flut, von ihm geschickt,

Welle auf Welle rollt über mich hin.

42,8
18,5
69,2-3
88,8
124,4-5
Ijob 22,11
Jona 2,4

9Am Tag wird er mir seine Güte erweisen

und in der Nacht will ich ihm singen voller Dank;

zu Gott will ich beten,

der mir das Leben gibt.

42,9
119,55

10Ich sage zu ihm, meinem Beschützer:

Warum hast du mich vergessen?

Warum geht es mir so elend?

Und dazu quälen mich noch meine Feinde!

42,10
22,2

11Wie eine tödliche Wunde ist ihr Hohn für mich,

weil sie mich täglich fragen:

»Wo bleibt er denn, dein Gott?«

12Warum bin ich so mutlos?

Muss ich denn verzweifeln?

Auf Gott will ich hoffen!

Ich weiß, ich werde ihn noch einmal preisen,

ihn, meinen Gott, der mir hilft.