Gute Nachricht Bibel (GNB)
1

DER ANFANG DER GUTEN NACHRICHT

(1,1-13)

Wie es anfing

11In diesem Buch ist aufgeschrieben, wie die Gute Nachricht von Jesus Christus, dem Sohn Gottes, ihren Anfang nahm.1,1 Vers 1 wörtlich: Anfang der Guten Nachricht von Jesus Christus, dem Sohn Gottes (dem Sohn Gottes fehlt in einigen alten Handschriften).

1,1
3,11
14,61
15,39

Johannes der Täufer tritt auf und kündigt Christus an

(Mt 3,1-12; Lk 3,1-18; Joh 1,19-28)

2Es begann, wie es im Buch des Propheten Jesaja angekündigt wurde:

»›Ich sende meinen Boten vor dir her‹, sagt Gott,

›damit er den Weg für dich bahnt.‹

1,2
nach

3In der Wüste ruft einer:

›Macht den Weg bereit, auf dem der Herr kommt!

Ebnet ihm die Straßen!‹«

1,3
nach

4Dies traf ein, als der Täufer Johannes in der Wüste auftrat und den Menschen verkündete: »Kehrt um und lasst euch taufen, denn Gott will euch eure Schuld vergeben!«1,4 den Menschen verkündete ...: wörtlich verkündete die Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden.

5Aus dem ganzen Gebiet von Judäa und aus Jerusalem strömten die Leute in Scharen zu ihm hinaus, bekannten öffentlich ihre Sünden und ließen sich von ihm im Jordan taufen.

6Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und um die Hüften einen Ledergurt; er lebte von Heuschrecken und dem Honig wilder Bienen.

1,6
2 Kön 1,8

7Er kündigte an: »Nach mir kommt der, der mächtiger ist als ich. Ich bin nicht einmal gut genug, mich zu bücken und ihm die Schuhe aufzubinden. 8Ich habe euch mit Wasser getauft; er wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.«

1,8
Ps 51,912-14

Jesus lässt sich taufen und wird auf die Probe gestellt

(Mt 3,13–4,11; Lk 3,21-22; 4,1-13; Joh 1,32-34)

9Zu dieser Zeit geschah es: Jesus kam aus Nazaret in Galiläa zu Johannes und ließ sich von ihm im Jordan taufen. 10Als er aus dem Wasser stieg, sah er, wie der Himmel aufriss und der Geist Gottes wie eine Taube auf ihn herabkam.

1,10
Mt 3,16
11Und eine Stimme aus dem Himmel sagte zu ihm: »Du bist mein Sohn, dir gilt meine Liebe, dich habe ich erwählt.«
1,11
Ps 2,7
Jes 42,1
Mk 9,712,62 Petr 1,17

12Gleich danach trieb der Geist Gottes Jesus in die Wüste. 13Dort blieb er vierzig Tage und wurde vom Satan auf die Probe gestellt. Er lebte mit den wilden Tieren zusammen, und die Engel Gottes versorgten ihn.1,13 Er lebte ...: Jesus ist der neue Adam (vgl. Gen 3), der die Versuchung besteht und das verlorene Paradies zurückbringt.

1,13 (Tiere)
Jes 11,6-8

JESUS WIRKT IN GALILÄA

(1,14–8,26)

Jesus beginnt sein Wirken

(Mt 4,12-17; Lk 4,14-15)

14Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte,1,14 Wörtlich Nachdem Johannes ausgeliefert worden war. Durch das Wort ausliefern will Markus andeuten: Auch in dem Geschick, das der Täufer erleidet, ist er der Vorläufer von Jesus (vgl. 9,31; 10,33; 14,41; 1 Kor 11,23) und von dessen Jüngern (vgl. 13,9.11.12). kam Jesus nach Galiläa zurück und verkündete im Auftrag Gottes:

1,14
6,17-18
15»Es ist so weit: Jetzt wird Gott seine Herrschaft aufrichten und sein Werk vollenden.1,15 Es ist so weit ...: wörtlich Erfüllt ist die Zeit und nahe herbeigekommen ist die Königsherrschaft Gottes. Ändert euer Leben1,15 Siehe Sacherklärung »Umkehr«. und glaubt dieser guten Nachricht!«

Jesus beruft vier Fischer zu Jüngern

(Mt 4,18-22; Lk 5,1-11)

16Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und seinen Bruder Andreas, wie sie auf dem See die Netze auswarfen, denn sie waren Fischer. 17Jesus sagte zu ihnen: »Kommt, folgt mir! Ich mache euch zu Menschenfischern.« 18Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.

1,18.20
Mt 8,21-22

19Als Jesus ein kleines Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn von Zebedäus, und seinen Bruder Johannes. Sie richteten gerade im Boot die Netze her. 20Jesus rief sie, und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit den Gehilfen im Boot zurück und folgten ihm.

Jesus zeigt seine Macht

(Lk 4,31-37)

21Sie gingen weiter und kamen miteinander nach Kafarnaum, und gleich am Sabbat ging Jesus in die Synagoge. Dort sprach er zu den Versammelten. 22Sie waren von seinen Worten tief beeindruckt; denn er lehrte wie einer, der Vollmacht von Gott hat – ganz anders als die Gesetzeslehrer.

1,22
Mt 7,28-29
Joh 7,46

23In ihrer Synagoge war ein Mann, der von einem bösen Geist besessen war. Er schrie: 24»Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus von Nazaret? Du bist doch nur gekommen, um uns zu vernichten! Ich weiß genau, wer du bist: Du bist der, der an Gottes Heiligkeit teilhat!«1,24 der, der an Gottes ...: wörtlich der Heilige Gottes; siehe Sacherklärung »Heiliger«.

1,24
3,11

25Drohend sagte Jesus zu dem bösen Geist: »Schweig und fahr aus von diesem Menschen!« 26Da zerrte der Geist den Mann hin und her und fuhr aus mit lautem Geschrei.

27Die Leute erschraken alle und fragten einander: »Was hat das zu bedeuten? Er hat eine ganz neue Art zu lehren – wie einer, dem Gott Vollmacht gegeben hat! Er befiehlt sogar den bösen Geistern und sie gehorchen ihm.«

28Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Kunde von Jesus ringsum in Galiläa.

Jesus heilt die Schwiegermutter von Petrus und viele andere Menschen

(Mt 8,14-17; Lk 4,38-41)

29Sie verließen die Synagoge und gingen in das Haus von Simon und Andreas. Auch Jakobus und Johannes kamen mit.

30Die Schwiegermutter Simons lag mit Fieber im Bett, und gleich, als sie ins Haus kamen, sagten sie es Jesus. 31Er ging zu ihr, nahm sie bei der Hand und richtete sie auf. Das Fieber verließ sie, und sie bereitete für alle das Essen.1,31 Wörtlich und sie diente ihnen. Das griechische Wort bezeichnet oft den Tischdienst; vgl. Lk 10,40; Joh 2,7; Apg 6,2.

1,31
5,41

32Am Abend, nach Sonnenuntergang, brachten die Leute alle Kranken und alle Besessenen zu Jesus. 33Die ganze Stadt hatte sich vor dem Haus versammelt. 34Jesus heilte viele Menschen von allen möglichen Krankheiten und trieb viele böse Geister aus. Er ließ die bösen Geister nicht zu Wort kommen; denn sie wussten genau, wer er war.

Jesus zieht durch Galiläa

(Lk 4,42-44)

35Am nächsten Morgen verließ Jesus lange vor Sonnenaufgang die Stadt und zog sich an eine abgelegene Stelle zurück. Dort betete er.

1,35
Lk 5,16

36Simon und seine Gefährten zogen ihm nach 37und fanden ihn. »Alle suchen dich«, sagten sie.

38Jesus antwortete: »Wir wollen jetzt weitergehen, in die umliegenden Dörfer. Ich muss auch dort die Gute Nachricht verkünden, denn dazu bin ich gekommen.«

39So zog Jesus durch ganz Galiläa, verkündete in den Synagogen die Gute Nachricht und trieb die bösen Geister aus.

1,39
Mt 4,23

Jesus heilt einen Aussätzigen

(Mt 8,1-4; Lk 5,12-16)

40Einmal kam ein Aussätziger zu Jesus, warf sich vor ihm auf die Knie und bat ihn um Hilfe. »Wenn du willst«, sagte er, »kannst du mich gesund1,40 gesund: wörtlich rein; entsprechend in den Versen 41 (gesund) und 42 (geheilt). machen.«

41Jesus hatte Mitleid mit ihm, streckte die Hand aus und berührte ihn. »Ich will«, sagte er. »Sei gesund!« 42Im selben Augenblick verschwand der Aussatz und der Mann war geheilt.

43Sofort schickte Jesus ihn weg und befahl ihm streng: 44»Sag ja niemand ein Wort davon, sondern geh zum Priester, lass dir deine Heilung bestätigen und bring die Opfer, die Mose zur Wiederherstellung der Reinheit vorgeschrieben hat. Die Verantwortlichen sollen wissen, dass ich das Gesetz ernst nehme.«1,44 Die Verantwortlichen ...: wörtlich ihnen zur Bezeugung. Wer von Aussatz genesen war, musste dies zunächst vom Priester bestätigen lassen (so verdeutlicht die Übersetzung; wörtlich nur sondern geh hin, zeige dich dem Priester). »Rein« wurde die geheilte Person erst danach durch die verschiedenen Riten und Opfer, die in Lev 14,1-32 beschrieben sind.

1,44
5,43
Lev 14,2-32
Lk 17,14

45Aber der Mann ging weg und fing überall an, von Jesus und seiner Botschaft zu erzählen und davon, wie er geheilt worden war. Jesus konnte sich bald in keiner Ortschaft mehr sehen lassen. Er hielt sich draußen in unbewohnten Gegenden auf; doch die Leute kamen von überall her zu ihm.

1,45
7,36

2

Jesus heilt einen Gelähmten

(Mt 9,1-8; Lk 5,17-26)

21Einige Tage später kam Jesus nach Kafarnaum zurück, und bald wusste jeder, dass er wieder zu Hause2,1 Wörtlich im Haus. Gedacht ist wahrscheinlich an das Haus von Simon und Andreas (1,29); es dürfte Jesus in Kafarnaum als Standquartier gedient haben (vgl. 9,33). war. 2Die Menschen strömten so zahlreich zusammen, dass kein Platz mehr blieb, nicht einmal draußen vor der Tür. Jesus verkündete ihnen die Botschaft Gottes.

3Da brachten vier Männer einen Gelähmten herbei, 4aber sie kamen wegen der Menschenmenge nicht bis zu Jesus durch. Darum stiegen sie auf das flache Dach, gruben die Lehmdecke auf und beseitigten das Holzgeflecht, genau über der Stelle, wo Jesus war. Dann ließen sie den Gelähmten auf seiner Matte durch das Loch hinunter.

5Als Jesus sah, wie groß ihr Vertrauen war, sagte er zu dem Gelähmten: »Mein Kind, deine Schuld ist vergeben!«

2,5
Lk 5,20
7,48

6Da saßen aber einige Gesetzeslehrer, die dachten bei sich: 7»Was nimmt der sich heraus! Das ist eine Gotteslästerung! Nur Gott kann den Menschen ihre Schuld vergeben, sonst niemand!«

8Jesus erkannte sofort, dass sie das dachten, und fragte sie: »Was macht ihr euch da für Gedanken? 9Was ist leichter – diesem Gelähmten zu sagen: ›Deine Schuld ist dir vergeben‹, oder: ›Steh auf, nimm deine Matte und geh umher‹? 10Aber ihr sollt sehen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Schuld zu vergeben!«

Und er sagte zu dem Gelähmten:

2,10
Joh 5,36
11»Ich befehle dir: Steh auf, nimm deine Matte und geh nach Hause!« 12Der Mann stand auf, nahm seine Matte und ging vor aller Augen weg.

Da waren sie alle außer sich; sie priesen Gott und sagten: »So etwas haben wir noch nie erlebt!«

Jesus beruft Levi und isst mit den Zolleinnehmern

(Mt 9,9-13; Lk 5,27-32)

13Dann ging Jesus wieder hinaus an den See. Alle kamen zu ihm und er sprach zu ihnen. 14Als er weiterging, sah er einen Zolleinnehmer an der Zollstelle sitzen: Levi, den Sohn von Alphäus. Jesus sagte zu ihm: »Komm, folge mir!«

Und Levi stand auf und folgte ihm.

2,14
Mt 8,21-22

15Als Jesus dann in seinem Haus2,15 Es ist nicht zu entscheiden, wessen Haus gemeint ist: das von Levi oder das von Simon und Andreas, das Jesus in Kafarnaum als Standquartier diente (vgl. 2,1 und die Anmerkung dort). zu Tisch saß, waren auch viele Zolleinnehmer dabei und andere, die einen ebenso schlechten Ruf hatten. Sie alle aßen zusammen mit Jesus und seinen Jüngern. – Was die Zahl der Jünger betrifft: Es waren inzwischen viele, die sich Jesus angeschlossen hatten.

2,15
Mt 9,10

16Die Gesetzeslehrer von der Partei der Pharisäer sahen, wie Jesus mit diesen Leuten zusammen aß. Sie fragten seine Jünger: »Wie kann er sich mit den Zolleinnehmern und ähnlichem Volk an einen Tisch setzen?«

17Jesus hörte es und er antwortete ihnen: »Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, solche Menschen in Gottes neue Welt einzuladen,2,17 in Gottes neue Welt einzuladen: wörtlich zu rufen. bei denen alles in Ordnung ist, sondern solche, die Gott den Rücken gekehrt haben.«

2,17
Lk 19,10

Die Hochzeit hat begonnen

(Mt 9,14-17; Lk 5,33-39)

18Es war an einem Tag, an dem die Jünger des Täufers Johannes und die Pharisäer fasteten. Da kamen Leute zu Jesus und fragten ihn: »Wie kommt es, dass die Jünger des Täufers und die Jünger der Pharisäer regelmäßig fasten, aber deine Jünger fasten nicht?«

2,18
Mt 6,16-17
Mt 11,18-19

19Jesus antwortete: »Können die Hochzeitsgäste fasten, während der Bräutigam unter ihnen ist? Unmöglich können sie das, solange er bei ihnen ist!

2,19
Mt 9,15
20Die Zeit kommt früh genug, dass der Bräutigam ihnen entrissen wird; dann werden sie fasten, immer an jenem Tag.2,20 immer ist verdeutlichender Zusatz. Gedacht ist wahrscheinlich an ein regelmäßiges Fasten am Karfreitag oder wöchentlich jeweils am Freitag als dem Todestag von Jesus.

21Niemand flickt ein altes Kleid mit einem neuen Stück Stoff; sonst reißt das neue Stück wieder aus und macht das Loch nur noch größer.

22Auch füllt niemand neuen Wein, der noch gärt, in alte Schläuche; sonst sprengt der Wein die Schläuche, der Wein ist hin und die Schläuche auch. Nein, neuer Wein gehört in neue Schläuche!«

Jesus und der Sabbat

(Mt 12,1-8; Lk 6,1-5)

23An einem Sabbat ging Jesus durch die Felder. Seine Jünger fingen unterwegs an, Ähren abzureißen und die Körner zu essen.

2,23-28
2,27-28
2,23
Dtn 23,25-26

24Die Pharisäer sagten zu Jesus: »Da sieh dir an, was sie tun! Das ist nach dem Gesetz am Sabbat verboten!«

2,24
Ex 20,8-10

25Jesus antwortete ihnen: »Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er und seine Männer hungrig waren und etwas zu essen brauchten?

2,25-26
1 Sam 21,2-7
Lev 24,5-9
26Er ging in das Haus Gottes und aß von den geweihten Broten, damals, als Abjatar Oberster Priester war. Nach dem Gesetz dürfen doch nur die Priester dieses Brot essen – und trotzdem aß David davon und gab es auch seinen Begleitern!«

27Jesus fügte hinzu: »Gott hat den Sabbat für den Menschen geschaffen, nicht den Menschen für den Sabbat.

2,27-28 (Sabbatkonflikt)
Mt 12,1-812,9-14Lk 13,10-17
14,1-6
Joh 5,1-18
7,21-24
9,1-16
2,27
Dtn 5,14
28Also ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat; er hat zu bestimmen, was an diesem Tag getan werden darf.«2,28 er hat zu bestimmen ...: verdeutlichender Zusatz.