Gute Nachricht Bibel (GNB)
24

REDE ÜBER ENDZEIT UND WELTGERICHT

(Kapitel 24–25)

Ankündigung der Zerstörung des Tempels

(Mk 13,1-2; Lk 21,5-6)

241Jesus verließ den Tempel und wollte weggehen. Da kamen seine Jünger zu ihm und wiesen ihn auf die Prachtbauten der Tempelanlage hin. 2Aber Jesus sagte: »Ihr bewundert das alles? Ich sage euch, hier wird kein Stein auf dem andern bleiben. Alles wird bis auf den Grund zerstört werden.«

24,2
Lk 19,44

Der Anfang vom Ende

(Mk 13,3-8; Lk 21,7-11)

3Dann ging Jesus auf den Ölberg und setzte sich dort nieder. Nur seine Jünger waren bei ihm. Sie traten zu ihm und fragten ihn: »Sag uns, wann wird das geschehen, und woran können wir erkennen, dass du wiederkommst und das Ende der Welt da ist?«

4Jesus sagte zu ihnen: »Seid auf der Hut und lasst euch von niemand täuschen! 5Viele werden unter meinem Namen auftreten und von sich behaupten: ›Ich bin der wiedergekommene Christus!‹ Damit werden sie viele irreführen.

24,5
24,242 Thess 2,9-10
1 Joh 2,18

6Erschreckt nicht, wenn nah und fern Kriege ausbrechen! Es muss so kommen, aber das ist noch nicht das Ende. 7Ein Volk wird gegen das andere kämpfen, ein Staat den andern angreifen. In vielen Ländern wird es Hungersnöte und Erdbeben geben. 8Das alles ist erst der Anfang vom Ende – der Beginn der Geburtswehen.«

Die Verfolgung der Jünger

(Mk 13,9-13; Lk 21,12-19)

9»Dann werden sie euch an die Gerichte ausliefern, euch misshandeln und töten. Die ganze Welt wird euch hassen, weil ihr euch zu mir bekennt.

24,9-14
10,17-22
Joh 16,1-4
24,9
Lk 6,22
10Wenn es so weit ist, werden viele vom Glauben abfallen und sich gegenseitig verraten und einander hassen.
24,10
1 Tim 4,1
11Zahlreiche falsche Propheten24,11 Siehe Anmerkung zu 7,15. werden auftreten und viele von euch irreführen.
24,11
7,15
12Und weil der Ungehorsam gegen Gottes Gesetz überhandnimmt, wird die Liebe bei den meisten von euch erkalten.
24,12
2 Tim 3,1-5
13Wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, wird gerettet.
24,13
Offb 14,12

14Aber die Gute Nachricht, dass Gott schon angefangen hat, seine Herrschaft aufzurichten, wird in der ganzen Welt verkündet werden. Alle Völker sollen sie hören. Danach erst kommt das Ende.«

24,14
28,19

Die letzte Schreckenszeit

(Mk 13,14-23; Lk 21,20-24; 17,23-24.37)

15»Im Buch des Propheten Daniel ist die Rede von einem ›entsetzlichen Scheusal‹ – wer das liest, überlege sich, was es bedeutet! Wenn ihr das ›entsetzliche Scheusal‹ im Heiligtum stehen seht,

24,15
Dan 12,11
16dann sollen die Bewohner Judäas in die Berge fliehen. 17Wer gerade auf dem Dach ist, soll keine Zeit damit verlieren, erst noch seine Sachen aus dem Haus zu holen.24,17 Siehe Anmerkung zu Mk 13,15.
24,17-18
Lk 17,31
18Wer gerade zur Arbeit auf dem Feld ist, soll nicht zurückgehen, um noch sein Obergewand mitzunehmen, das er am Wegrand abgelegt hat.24,18 Siehe Anmerkung zu Mk 13,16.

19Besonders hart wird es die Frauen treffen, die gerade ein Kind erwarten oder einen Säugling stillen. 20Bittet Gott, dass ihr nicht im Winter oder an einem Sabbat fliehen müsst. 21Denn was dann geschieht, wird furchtbarer sein als alles, was jemals seit Beginn der Welt geschehen ist oder in Zukunft noch geschehen wird.

24,21
Dan 12,1
Offb 7,14
22Wenn Gott diese Schreckenszeit nicht abkürzen würde, dann würde kein Mensch gerettet werden. Er wird sie aber denen zuliebe abkürzen, die er erwählt hat.

23Wenn dann jemand zu euch sagt: ›Seht her, hier ist Christus, der versprochene Retter!‹, oder: ›Dort ist er!‹ – glaubt ihm nicht. 24Denn es werden so manche mit dem Anspruch auftreten, der versprochene Retter oder ein Prophet zu sein. Sie werden sich durch große und aufsehenerregende Wunder ausweisen und würden damit sogar die von Gott Erwählten irreführen, wenn das möglich wäre.

24,24
24,5
7,15
Apg 5,36-37
21,38
Offb 13,13-14

25Denkt daran, dass ich es euch vorausgesagt habe! 26Wenn also die Leute zu euch sagen: ›Draußen in der Wüste ist er‹, dann geht nicht hinaus! Oder wenn sie sagen: ›Er ist hier und hält sich in einem Haus verborgen‹, dann glaubt ihnen nicht! 27Denn der Menschensohn wird für alle sichtbar kommen, wie ein Blitz, der von Ost nach West über den Himmel zuckt.

24,27
Mk 13,26
Lk 17,24
1 Thess 5,1-2
Jak 5,7-8
2 Petr 3,4
Mt 25,31
28Er wird so sicher zu sehen sein wie die Geier, die hoch über einem verendenden Tier kreisen.«24,28 Hier wird ein Sprichwort zitiert, das wörtlich lautet: Wo das Aas liegt, da sammeln sich die Geier; vgl. Lk 17,37.
24,28
Ijob 39,30
Offb 19,17-18

Der Weltrichter kommt

(Mk 13,24-27; Lk 21,25-28)

29»Doch sofort nach dieser Schreckenszeit wird sich die Sonne verfinstern und der Mond wird nicht mehr scheinen, die Sterne werden vom Himmel fallen und die Ordnung des Himmels wird zusammenbrechen.

24,29
Joel 2,10
Jes 34,4
Hag 2,621
2 Petr 3,1012

30Dann wird der Menschensohn für alle sichtbar am Himmel erscheinen. Dies ist das Zeichen, dass das Ende da ist.24,30 Dann wird ...: wörtlich Und dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen. Die Völker der ganzen Welt werden jammern und klagen, wenn sie den Menschensohn auf den Wolken des Himmels mit göttlicher Macht und Herrlichkeit kommen sehen.

24,30
Sach 12,10-14
Mk 13,26

31Dann wird die Posaune ertönen und der Menschensohn wird seine Engel in alle Himmelsrichtungen ausschicken, damit sie von überall her die Menschen zusammenbringen, die er erwählt hat.«

24,31
13,41
1 Kor 15,52
1 Thess 4,16

Das Gleichnis vom Feigenbaum

(Mk 13,28-31; Lk 21,29-33)

32»Am Beispiel des Feigenbaums könnt ihr etwas lernen: Wenn der Saft in die Zweige schießt und der Baum Blätter treibt, dann wisst ihr, dass der Sommer bald da ist. 33So ist es auch, wenn ihr dies alles geschehen seht:24,33 Gemeint sind wahrscheinlich die in den Versen 15-28 genannten Ereignisse. Dann wisst ihr, dass das Ende unmittelbar bevorsteht. 34Ich versichere euch: Diese Generation wird das alles noch erleben.

24,34
16,28

35Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht; sie bleiben gültig für immer und ewig.«

24,35
Jes 40,8

Das Ende kommt überraschend

(Mk 13,32; Lk 17,26-27.30.34-35; 12,39-40)

36»Doch den Tag und die Stunde, wann das Ende da ist, kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel – nicht einmal der Sohn. Nur der Vater kennt sie.

24,36
Apg 1,7

37Wenn der Menschensohn kommt, wird es sein wie zur Zeit Noachs.

24,37-39
Gen 6,11-13
7,7-13
2 Petr 3,6
38Damals vor der großen Flut aßen die Menschen und tranken und heirateten, wie sie es gewohnt waren – bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging. 39Sie begriffen nicht, was ihnen drohte, bis dann die Flut hereinbrach und sie alle wegschwemmte.

So wird es auch sein, wenn der Menschensohn kommt. 40Zwei Männer werden dann zusammen auf dem Feld arbeiten: Der eine wird angenommen, der andere zurückgelassen. 41Zwei Frauen werden zusammen Korn mahlen: Die eine wird angenommen, die andere zurückgelassen. 42Darum seid wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommen wird.

24,42.44
25,13

43Macht euch doch das eine klar: Wenn ein Hausherr im Voraus wüsste, um welche Zeit in der Nacht der Dieb kommt, würde er aufbleiben und den Einbruch verhindern.

24,43
1 Thess 5,2
2 Petr 3,10
Offb 3,3
16,15
44Darum seid jederzeit bereit; denn der Menschensohn wird zu einer Stunde kommen, wenn ihr es nicht erwartet.«

Der verantwortungsbewusste Diener

(Lk 12,42-46)

45»Wer von euch ist nun der treue und kluge Diener, dem sein Herr den Auftrag gegeben hat, die übrige Dienerschaft zu beaufsichtigen und jedem pünktlich seine Tagesration auszuteilen?

24,45-47
25,21-23
46Ein solcher Diener darf sich freuen, wenn der Herr zurückkehrt und ihn bei seiner Arbeit findet. 47Ich versichere euch: Der Herr wird ihm die Verantwortung für alle seine Güter übertragen.

48Wenn er aber ein schlechter Mensch ist und sich sagt: ›So bald kommt mein Herr nicht zurück‹,

24,48
2 Petr 3,4
49und anfängt, die ihm unterstellten Diener zu schlagen und mit Säufern Gelage zu halten, 50dann wird sein Herr an einem Tag und zu einer Stunde zurückkehren, wenn der Diener überhaupt nicht damit rechnet.
24,50
25,13
51Er wird diesen Diener in Stücke hauen und dorthin bringen lassen, wo die Scheinheiligen ihre Strafe verbüßen. Dort gibt es nur noch Jammern und Zähneknirschen.«
24,51
8,12

25

Das Gleichnis von den Brautjungfern

251»Wenn Gott sein Werk vollendet, wird es zugehen wie in der folgenden Geschichte:

Zehn Brautjungfern25,1 Wenn Gott sein Werk vollendet ...: wörtlich Dann wird die Königsherrschaft der Himmel zehn Jungfrauen gleichen, die gingen ... gingen mit ihren Lampen hinaus, dem Bräutigam entgegen, um ihn zu empfangen.

25,1
Lk 12,35-36
2Fünf von ihnen handelten klug, die anderen fünf gedankenlos. 3Die Gedankenlosen nahmen nur ihre gefüllten Lampen mit, 4während die Klugen auch noch Öl zum Nachfüllen mitnahmen.

5Weil der Bräutigam sich verspätete, wurden sie alle müde und schliefen ein. 6Mitten in der Nacht ertönte der Ruf: ›Der Bräutigam kommt, geht ihm entgegen!‹ 7Die zehn Brautjungfern standen auf und brachten ihre Lampen in Ordnung.

8Da baten die Gedankenlosen die anderen: ›Gebt uns von eurem Öl etwas ab, denn unsere Lampen gehen aus.‹ 9Aber die Klugen sagten: ›Ausgeschlossen, dann reicht es weder für uns noch für euch. Geht doch zum Kaufmann und holt euch welches!‹ 10So machten sich die fünf auf den Weg, um Öl zu kaufen.

Inzwischen kam der Bräutigam. Die fünf Klugen, die darauf vorbereitet waren, gingen mit ihm hinein zum Hochzeitsfest, und die Türen wurden geschlossen.

25,10
9,15

11Schließlich kamen die anderen nach und riefen: ›Herr, Herr, mach uns auf!‹

25,11-12
Lk 13,25
12Aber der Bräutigam wies sie ab und sagte: ›Ich versichere euch, ich kenne euch nicht!‹
25,12
7,23

13Darum seid wachsam, denn ihr wisst weder Tag noch Stunde im Voraus!«

25,13
24,42.44par.50par;

Das Gleichnis vom anvertrauten Geld

(Lk 19,12-27)

14»Es ist wie bei einem Mann, der verreisen wollte. Er rief vorher seine Diener zusammen und vertraute ihnen sein Vermögen an.

25,14-15
Mk 13,34
15Dem einen gab er fünf Zentner Silbergeld, dem anderen zwei Zentner und dem dritten einen, je nach ihren Fähigkeiten. Dann reiste er ab.
25,15
Röm 12,6

16Der erste, der die fünf Zentner bekommen hatte, steckte sofort das ganze Geld in Geschäfte und konnte die Summe verdoppeln. 17Ebenso machte es der zweite: Zu seinen zwei Zentnern gewann er noch zwei hinzu. 18Der aber, der nur einen Zentner bekommen hatte, vergrub das Geld seines Herrn in der Erde.

19Nach langer Zeit kam der Herr zurück und wollte mit seinen Dienern abrechnen.

25,19
18,23
20Der erste, der die fünf Zentner erhalten hatte, trat vor und sagte: ›Du hast mir fünf Zentner anvertraut, Herr, und ich habe noch weitere fünf dazuverdient; hier sind sie!‹

21›Sehr gut‹, sagte sein Herr, ›du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du hast dich in kleinen Dingen als zuverlässig erwiesen, darum werde ich dir auch Größeres anvertrauen. Komm zum Freudenfest deines Herrn!‹

25,21-23
24,45-47Lk 16,10

22Dann kam der mit den zwei Zentnern und sagte: ›Du hast mir zwei Zentner gegeben, Herr, und ich habe noch einmal zwei Zentner dazuverdient.‹

23›Sehr gut‹, sagte der Herr, ›du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du hast dich in kleinen Dingen als zuverlässig erwiesen, darum werde ich dir auch Größeres anvertrauen. Komm zum Freudenfest deines Herrn!‹

24Zuletzt kam der mit dem einen Zentner und sagte: ›Herr, ich wusste, dass du ein harter Mann bist. Du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst ein, wo du nichts ausgeteilt hast. 25Deshalb hatte ich Angst und habe dein Geld vergraben. Hier hast du zurück, was dir gehört.‹

26Da sagte der Herr zu ihm: ›Du unzuverlässiger und fauler Diener! Du wusstest also, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nichts ausgeteilt habe? 27Dann hättest du mein Geld wenigstens auf die Bank bringen sollen, und ich hätte es mit Zinsen zurückbekommen!

28Nehmt ihm sein Teil weg und gebt es dem, der die zehn Zentner hat! 29Denn wer viel hat, soll noch mehr bekommen, bis er mehr als genug hat. Wer aber wenig hat, dem wird auch noch das Letzte weggenommen werden.

25,29
13,12
Mk 4,25
30Und diesen Taugenichts werft hinaus in die Dunkelheit draußen! Dort gibt es nur noch Jammern und Zähneknirschen.‹«
25,30
8,12

Wonach der Weltrichter urteilt

31»Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt, begleitet von allen Engeln, dann wird er auf seinem Herrscherthron Platz nehmen.

25,31-46
16,27
25,31
Dtn 33,2
Sach 14,5
Mt 16,2719,18
24,27
Joh 5,22
1 Thess 3,13
2 Thess 1,7
Jud 14
32Alle Völker der Erde werden vor ihm versammelt werden, und er wird die Menschen in zwei Gruppen teilen, so wie ein Hirt die Schafe von den Böcken trennt. 33Die Schafe wird er auf seine rechte Seite stellen und die Böcke auf seine linke Seite.

34Dann wird der König zu denen auf seiner rechten Seite sagen: ›Kommt her! Euch hat mein Vater gesegnet. Nehmt Gottes neue Welt25,34 Wörtlich die Königsherrschaft. in Besitz, die er euch von allem Anfang an zugedacht hat. 35Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und ihr habt mich bei euch aufgenommen;

25,35-36
Jes 58,7
36ich war nackt und ihr habt mir etwas anzuziehen gegeben; ich war krank und ihr habt mich versorgt; ich war im Gefängnis und ihr habt mich besucht.‹

37Dann werden die, die den Willen Gottes getan haben, fragen: ›Herr, wann sahen wir dich jemals hungrig und gaben dir zu essen? Oder durstig und gaben dir zu trinken? 38Wann kamst du als Fremder zu uns und wir nahmen dich auf, oder nackt und wir gaben dir etwas anzuziehen? 39Wann warst du krank oder im Gefängnis und wir besuchten dich?‹

40Dann wird der König antworten: ›Ich versichere euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder oder für eine meiner geringsten Schwestern25,40 Wörtlich für einen von diesen meinen geringsten Brüdern; siehe Sacherklärung »Bruder«. getan habt, das habt ihr für mich getan.‹

25,40.45
Spr 14,21
Mt 10,4042

41Dann wird der König zu denen auf seiner linken Seite sagen: ›Geht mir aus den Augen, Gott hat euch verflucht! Fort mit euch in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel vorbereitet ist!

25,41
Offb 19,20
42Denn ich war hungrig, aber ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig, aber ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; 43ich war fremd, aber ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt, aber ihr habt mir nichts anzuziehen gegeben; ich war krank und im Gefängnis, aber ihr habt euch nicht um mich gekümmert.‹

44Dann werden auch sie ihn fragen: ›Herr, wann sahen wir dich jemals hungrig oder durstig, wann kamst du als Fremder, wann warst du nackt oder krank oder im Gefängnis – und wir hätten uns nicht um dich gekümmert?‹

45Aber er wird ihnen antworten: ›Ich versichere euch: Was ihr an einem von meinen geringsten Brüdern oder an einer von meinen geringsten Schwestern25,45 Wörtlich Was ihr an einem dieser Geringsten; vgl. Vers 40 und die Anmerkung dort. zu tun versäumt habt, das habt ihr an mir versäumt.‹

46Auf diese also wartet die ewige Strafe. Die anderen aber, die den Willen Gottes getan haben, empfangen das ewige Leben.«

25,46
Dan 12,2
Joh 5,29
Röm 2,8
Jak 2,13

26

LEIDEN, TOD UND AUFERSTEHUNG VON JESUS

(Kapitel 26–28)

Der Beschluss, Jesus zu töten

(Mk 14,1-2; Lk 22,1-2; Joh 11,45-53)

261Als Jesus diese seine letzte Rede beendet hatte, sagte er zu seinen Jüngern: 2»Wie ihr wisst, ist übermorgen das Passafest. Dann wird der Menschensohn ausgeliefert und ans Kreuz genagelt werden.«

26,2
Mk 8,31

3Da kamen die führenden Priester und die Ältesten des Volkes im Palast des Obersten Priesters Kajaphas zusammen.

26,3
Lk 3,2
Joh 11,49
18,1324
Apg 4,6
4Sie fassten den Beschluss, Jesus heimlich zu verhaften und umzubringen.
26,4-5
21,46

5»Aber auf keinen Fall darf es während des Festes geschehen«, sagten sie, »sonst gibt es einen Aufruhr im Volk.«

Eine Frau ehrt Jesus vor seinem Sterben

(Mk 14,3-9; Joh 12,1-8)

6Jesus war in Betanien bei Simon, dem Aussätzigen, zu Gast.

26,6-7
Lk 7,37-38
7Während des Essens trat eine Frau an Jesus heran. Sie hatte ein Fläschchen mit sehr wertvollem Salböl; das goss sie Jesus über den Kopf.

8Die Jünger sahen es und waren empört. »Was soll diese Verschwendung?«, sagten sie. 9»Dieses Öl hätte man teuer verkaufen und das Geld den Armen geben können!«

10Jesus hörte das und sagte: »Warum bringt ihr die Frau in Verlegenheit? Sie hat eine gute Tat an mir getan. 11Arme wird es immer bei euch geben; aber mich habt ihr nicht mehr lange bei euch.

26,11
Dtn 15,11

12Sie hat dieses Salböl auf meinen Körper gegossen und hat ihn damit für das Begräbnis vorbereitet. 13Ich versichere euch: Überall in der Welt, wo in Zukunft die Gute Nachricht verkündet wird, wird auch berichtet werden, was sie getan hat. Ihr Andenken wird immer lebendig bleiben.«

Judas wird zum Verräter

(Mk 14,10-11; Lk 22,3-6)

14Darauf ging Judas Iskariot, einer aus dem Kreis der Zwölf, zu den führenden Priestern

26,14-16
Joh 11,57
13,2
15und sagte: »Was gebt ihr mir, wenn ich ihn euch in die Hände spiele?«

Sie zahlten ihm dreißig Silberstücke.

26,15b
Sach 11,12
Ex 21,32

16Von da an suchte Judas eine günstige Gelegenheit, Jesus zu verraten.

Vorbereitungen zum Passamahl

(Mk 14,12-16; Lk 22,7-13)

17Am ersten Tag der Festwoche, während der ungesäuertes Brot gegessen wird, kamen die Jünger zu Jesus und fragten: »Wo sollen wir für dich das Passamahl vorbereiten?«

18Er antwortete: »Geht zu einem Mann in der Stadt – er nannte ihnen den Namen – und richtet ihm aus: ›Unser Lehrer sagt: Die Stunde meines Todes ist nah. Bei dir will ich mit meinen Jüngern das Passamahl feiern.‹«

19Die Jünger taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte, und bereiteten das Passamahl vor.

Jesus feiert mit den Zwölf das Abschiedsmahl

(Mk 14,17-26; Lk 22,14-23)

20Als es Abend geworden war, setzte sich Jesus mit den Zwölf zu Tisch.

26,20-25
Joh 13,221-30
21Während der Mahlzeit sagte er: »Ich versichere euch: Einer von euch wird mich verraten.«

22Sie waren bestürzt, und einer nach dem andern fragte ihn: »Du meinst doch nicht mich, Herr?«

23Jesus antwortete: »Der soeben mit mir das Brot in die Schüssel getaucht hat, der ist es, der wird mich verraten.

26,23
Ps 41,10
24Der Menschensohn muss zwar sterben, wie es in den Heiligen Schriften angekündigt ist. Aber wehe dem Menschen, der den Menschensohn verrät! Er wäre besser nie geboren worden!«
26,24
Jes 53,8-9
Lk 24,26-27
Mt 18,7

25Da fragte Judas, der ihn verraten wollte: »Du meinst doch nicht etwa mich, Rabbi?«

»Doch«, antwortete Jesus, »dich!«

26Während der Mahlzeit nahm Jesus ein Brot, sprach das Segensgebet darüber, brach es in Stücke und gab es seinen Jüngern mit den Worten: »Nehmt und esst, das ist mein Leib!«

26,26-28
1 Kor 10,16
11,23-26

27Dann nahm er den Becher, sprach darüber das Dankgebet, gab ihnen auch den und sagte: »Trinkt alle daraus; 28das ist mein Blut, das für alle Menschen vergossen wird zur Vergebung ihrer Schuld. Mit ihm wird der Bund in Kraft gesetzt, den Gott jetzt mit den Menschen schließt.

26,28
Mk 14,24

29Ich sage euch: Von jetzt an werde ich keinen Wein mehr trinken, bis ich ihn neu mit euch trinken werde, wenn mein Vater sein Werk vollendet hat!«26,29 wenn mein Vater ...: wörtlich in der Königsherrschaft meines Vaters.

30Dann sangen sie die Dankpsalmen26,30 Nach dem Passamahl werden die Psalmen 114 bis 118 gesungen. und gingen hinaus zum Ölberg.

26,30
Lk 22,39

Jesus sagt das Versagen von Petrus voraus

(Mk 14,27-31)

31Unterwegs sagte Jesus zu ihnen: »Heute Nacht werdet ihr alle an mir irrewerden, denn es heißt: ›Ich werde den Hirten töten und die Schafe der Herde werden auseinanderlaufen.‹

26,31
nach
32Aber wenn ich vom Tod auferweckt worden bin, werde ich euch vorausgehen nach Galiläa.«
26,32
28,71016

33Petrus widersprach ihm: »Selbst wenn alle andern an dir irrewerden – ich niemals!« 34Jesus antwortete: »Ich versichere dir: In dieser Nacht, bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen und behaupten, dass du mich nicht kennst.«

26,34-35
Lk 22,34-35
Joh 13,36-38

35Da sagte Petrus: »Und wenn ich mit dir sterben müsste, ich werde dich ganz bestimmt nicht verleugnen!«

Das Gleiche sagten auch alle anderen Jünger.

Jesus betet im Garten Getsemani

(Mk 14,32-42; Lk 22,39-46)

36Dann kam Jesus mit seinen Jüngern zu einem Grundstück, das Getsemani hieß. Er sagte zu ihnen: »Setzt euch hier! Ich gehe dort hinüber, um zu beten.«

26,36-46
Lk 5,16
Hebr 5,7-8

37Petrus und die beiden Söhne von Zebedäus nahm er mit. Angst und tiefe Traurigkeit befielen ihn, 38und er sagte zu ihnen: »Ich bin so bedrückt, ich bin mit meiner Kraft am Ende. Bleibt hier und wacht mit mir!«

39Dann ging er noch ein paar Schritte weiter, warf sich nieder, das Gesicht zur Erde, und betete: »Mein Vater, wenn es möglich ist, erspare es mir, diesen Kelch trinken zu müssen!26,39 erspare es mir ...: wörtlich dann gehe dieser Kelch an mir vorüber. Zu Kelch siehe Anmerkung zu Mk 10,38. Aber es soll geschehen, was du willst, nicht was ich will.«

26,39
20,22Joh 18,11
Hebr 10,9
Mt 6,10

40Dann kehrte er zu den Jüngern zurück und sah, dass sie eingeschlafen waren. Da sagte er zu Petrus: »Konntet ihr nicht eine einzige Stunde mit mir wach bleiben? 41Bleibt wach und betet, damit ihr in der kommenden Prüfung nicht versagt. Der Geist in euch ist willig, aber eure menschliche Natur ist schwach.«26,41 eure menschliche Natur: wörtlich das Fleisch.

26,41
Eph 6,18
1 Petr 5,8
Mt 6,13

42Noch einmal ging Jesus weg und betete: »Mein Vater, wenn es nicht anders sein kann und ich diesen Kelch trinken muss, dann geschehe dein Wille!«

26,42
Mt 6,10

43Als er zurückkam, schliefen sie wieder; die Augen waren ihnen zugefallen.

44Zum dritten Mal ging Jesus ein Stück weit weg und betete noch einmal mit den gleichen Worten.

26,44
2 Kor 12,8
45Als er dann zu den Jüngern zurückkam, sagte er: »Schlaft ihr denn immer noch und ruht euch aus? Die Stunde ist da; jetzt wird der Menschensohn an die Menschen, die Sünder, ausgeliefert.
26,45
Joh 12,23
13,1
17,1
46Steht auf, wir wollen gehen. Er ist schon da, der mich verrät!«

Jesus wird verhaftet

(Mk 14,43-50; Lk 22,47-53; Joh 18,3-12)

47Noch während Jesus das sagte, kam Judas, einer der Zwölf, mit einem großen Trupp von Männern, die mit Schwertern und Knüppeln bewaffnet waren. Sie waren von den führenden Priestern und den Ältesten des Volkes geschickt worden.

48Der Verräter hatte mit ihnen ein Erkennungszeichen ausgemacht: »Wem ich einen Begrüßungskuss gebe, der ist es. Den nehmt fest!«

49Judas ging sogleich auf Jesus zu und sagte: »Sei gegrüßt, Rabbi!«, und er küsste ihn so, dass alle es sehen konnten.

50Jesus sagte zu ihm: »Freund, komm zur Sache!« Darauf traten die Bewaffneten heran, packten Jesus und nahmen ihn fest.

51Einer von den Jüngern zog sein Schwert, hieb auf den Bevollmächtigten des Obersten Priesters ein und schlug ihm ein Ohr ab. 52Aber Jesus befahl ihm: »Steck dein Schwert weg; denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen.

26,52
Gen 9,5-6
53Weißt du nicht, dass ich nur meinen Vater um Hilfe zu bitten brauche, und er schickt mir sofort mehr als zwölf Legionen Engel? 54Aber wie soll sich dann erfüllen, was in den Heiligen Schriften angekündigt ist? Es muss doch so kommen!«

55In jener Stunde sagte Jesus zu denen, die ihn festgenommen hatten: »Warum rückt ihr hier mit Schwertern und Knüppeln an, um mich gefangen zu nehmen? Bin ich denn ein Verbrecher? Täglich saß ich im Tempel und lehrte die Menschen; da habt ihr mich nicht festgenommen. 56Aber das alles ist so gekommen, damit in Erfüllung geht, was die Propheten in ihren Schriften angekündigt haben.«

Da verließen ihn alle seine Jünger und flohen.

26,56 (angekündigt)
Lk 24,44

Jesus vor dem jüdischen Rat

(Mk 14,53-65; Lk 22,54-55.63-71; Joh 18,12-14.19-24)

57Die Männer, die Jesus verhaftet hatten, brachten ihn zum Obersten Priester Kajaphas, wo schon die Gesetzeslehrer und Ratsältesten versammelt waren. 58Petrus folgte Jesus in weitem Abstand und kam bis in den Innenhof des Palastes. Dort setzte er sich zu den Dienern, um zu sehen, wie die Sache ausgehen würde.

59Die führenden Priester und der ganze Rat versuchten, Jesus durch falsche Zeugenaussagen zu belasten, damit sie ihn zum Tod verurteilen könnten. 60Aber das gelang nicht, obwohl eine ganze Reihe von Zeugen auftrat. Schließlich kamen zwei 61und sagten: »Dieser Mann hat behauptet: ›Ich kann den Tempel Gottes niederreißen und ihn in drei Tagen wieder aufbauen!‹«

26,61
Joh 2,19

62Da stand der Oberste Priester auf und fragte Jesus: »Hast du nichts zu sagen zu dem, was diese beiden gegen dich vorbringen?«

63Aber Jesus schwieg.

Der Oberste Priester sagte: »Ich nehme von dir einen Eid bei dem lebendigen Gott und fordere dich auf, uns zu sagen: Bist du Christus, der versprochene Retter,26,63 Wörtlich Bist du der Christus; entsprechend in Vers 68. der Sohn Gottes?«

26,63
Mk 14,61
15,39

64Jesus antwortete: »Ja! Aber ich sage euch, von jetzt an gilt: Ihr werdet den Menschensohn sehen, wie er an der rechten Seite des Allmächtigen sitzt und auf den Wolken des Himmels kommt!«

26,64
Mk 12,36
13,26

65Da zerriss der Oberste Priester sein Gewand und sagte: »Das ist eine Gotteslästerung! Was brauchen wir noch Zeugen? Ihr habt es selbst gehört, wie er Gott beleidigt hat.

26,65 (zerriss)
Joel 2,13
66Wie lautet euer Urteil?«

»Er hat den Tod verdient!«, riefen sie.

67Dann spuckten sie ihm ins Gesicht und schlugen ihn mit Fäusten. Andere gaben ihm Ohrfeigen

26,67
Jes 50,6
53,5
Mt 27,30
68und höhnten: »He, Christus, du versprochener Retter, du bist doch ein Prophet! Sag uns: Wie heißt der, der dich gerade schlug?«
26,68
21,11

Petrus verleugnet Jesus

(Mk 14,66-72; Lk 22,56-62; Joh 18,15-18.25-27)

69Petrus saß noch immer draußen im Hof, als eine Dienerin auf ihn zukam und sagte: »Du warst doch auch mit Jesus aus Galiläa zusammen!«

70Petrus stritt es vor allen Leuten ab und sagte: »Ich weiß nicht, wovon du redest!«

71Dann ging er in die Torhalle hinaus. Dort sah ihn eine andere Dienerin und sagte zu denen, die herumstanden: »Der da war mit Jesus aus Nazaret26,71 Wörtlich mit Jesus, dem Nazoräer. zusammen!«

72Und wieder stritt Petrus es ab und schwor: »Ich kenne den Mann überhaupt nicht!«

73Kurz darauf traten die Umstehenden zu Petrus und sagten: »Natürlich gehörst du zu denen. Das merkt man doch schon an deiner Aussprache!«

74Petrus aber schwor: »Gott soll mich strafen, wenn ich lüge! Ich kenne den Mann nicht!«

In diesem Augenblick krähte ein Hahn, 75und Petrus erinnerte sich daran, dass Jesus zu ihm gesagt hatte: »Bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen und behaupten, dass du mich nicht kennst.«

Da ging er hinaus und begann, bitter zu weinen.

26,75
26,34