Gute Nachricht Bibel (GNB)
21

AUSEINANDERSETZUNGEN IN JERUSALEM

(Kapitel 21–23)

Jesus zieht in Jerusalem ein

(Mk 11,1-11; Lk 19,28-40; Joh 12,12-19)

211Kurz vor Jerusalem kamen sie zu der Ortschaft Betfage am Ölberg. Dort schickte Jesus zwei Jünger fort 2mit dem Auftrag: »Geht in das Dorf da drüben! Gleich am Ortseingang findet ihr eine Eselin und ihr Junges angebunden. Bindet beide los und bringt sie zu mir! 3Und wenn jemand etwas sagt, dann antwortet: ›Der Herr braucht sie.‹ Dann wird man sie euch sofort geben.«

4Damit sollte in Erfüllung gehen, was der Prophet angekündigt hatte:

5»Sagt der Zionsstadt:

Dein König kommt jetzt zu dir!

Er verzichtet auf Gewalt.

Er reitet auf einem Esel

und auf einem Eselsfohlen,

dem Jungen eines Lasttiers.«

21,5
nach

6Die beiden Jünger gingen hin und taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte. 7Sie brachten die Eselin und ihr Junges und legten ihre Kleider darüber, und Jesus setzte sich darauf.
21,7-11
1 Kön 1,38-40
8Viele Menschen aus der Menge breiteten ihre Kleider als Teppich auf die Straße, andere rissen Zweige von den Bäumen und legten sie auf den Weg.
21,8
2 Kön 9,13

9Die Menschenmenge, die Jesus vorauslief und ihm folgte, rief immer wieder: »Gepriesen sei der Sohn Davids! Heil dem, der im Auftrag des Herrn kommt! Gepriesen sei Gott in der Höhe!«

21,9
Ps 118,26
148,1
Mt 20,30-31

10Als Jesus in Jerusalem einzog, geriet alles in helle Aufregung. »Wer ist dieser Mann?«, fragten die Leute in der Stadt.

11Die Menge, die Jesus begleitete, rief: »Das ist der Prophet Jesus aus Nazaret in Galiläa!«

21,11
16,1421,46
26,68Lk 7,16

Jesus im Tempel

(Mk 11,15-19; Lk 19,45-48; Joh 2,13-17)

12Jesus ging in den Tempel und trieb alle Händler und Käufer hinaus. Er stieß die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenverkäufer um 13und sagte zu ihnen: »In den Heiligen Schriften steht, dass Gott erklärt hat: ›Mein Tempel soll eine Stätte sein, an der die Menschen zu mir beten können!‹ Ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus!«

21,13
nach

14Dann kamen dort im Tempel Blinde und Gelähmte zu ihm, und er heilte sie.

21,14
11,5-6
15,29-31
2 Sam 5,8

15Die führenden Priester und die Gesetzeslehrer sahen die Wunder, die Jesus tat, und sie hörten, wie die Kinder im Tempel laut riefen: »Gepriesen sei der Sohn Davids!« Da wurden sie wütend

21,15-16
11,25
21,15
20,30-31
16und fragten Jesus: »Hörst du, was die da rufen?«

Jesus sagte zu ihnen: »Gewiss! Habt ihr denn nie gelesen, was in den Heiligen Schriften steht: ›Du, Gott, sorgst dafür, dass die Unmündigen und die kleinen Kinder dich preisen‹?«

21,16
nach

17Damit ließ er sie stehen, ging aus der Stadt hinaus und übernachtete in Betanien.

Der Feigenbaum: Vorzeichen des Gerichts über Israel. Aufruf zum Vertrauen

(Mk 11,12-14.20-25)

18Früh am nächsten Morgen kehrte Jesus nach Jerusalem zurück. Unterwegs bekam er Hunger. 19Als er einen Feigenbaum am Straßenrand sah, ging er hin; aber er fand nichts als Blätter daran. Da sagte er zu dem Baum: »Du sollst niemals mehr Frucht tragen!« Und sofort verdorrte der Baum.

21,19
Lk 13,6

20Voller Staunen sahen es die Jünger und fragten: »Wie konnte der Baum so plötzlich verdorren?«

21Jesus antwortete ihnen: »Ich versichere euch: Wenn ihr Vertrauen zu Gott habt und nicht zweifelt, könnt ihr nicht nur tun, was ich mit diesem Feigenbaum getan habe. Ihr könnt dann sogar zu diesem Berg sagen: ›Auf, stürze dich ins Meer!‹, und es wird geschehen.

21,21
17,20
Lk 17,6
22Wenn ihr nur Vertrauen habt, werdet ihr alles bekommen, worum ihr Gott bittet.«
21,22
7,7

Woher hat Jesus die Vollmacht?

(Mk 11,27-33; Lk 20,1-8)

23Jesus ging wieder in den Tempel. Während er dort die Menschen lehrte, traten die führenden Priester und die Ältesten des Volkes an ihn heran und fragten: »Woher nimmst du das Recht, hier so aufzutreten? Wer hat dir die Vollmacht dazu gegeben?«

24Jesus antwortete: »Auch ich will euch eine Frage stellen. Wenn ihr sie mir beantwortet, werde ich euch sagen, mit welchem Recht ich so handle. 25Sagt mir: Woher hatte der Täufer Johannes den Auftrag, zu taufen? Von Gott oder von Menschen?«

Sie überlegten: »Wenn wir sagen ›Von Gott‹, wird er uns fragen: Warum habt ihr dann Johannes nicht geglaubt? 26Wenn wir aber sagen ›Von Menschen‹, dann haben wir die Menge gegen uns, weil alle überzeugt sind, dass Johannes ein Prophet war.«

21,26
14,5
27So sagten sie zu Jesus: »Wir wissen es nicht.«

»Gut«, erwiderte Jesus, »dann sage ich euch auch nicht, wer mich bevollmächtigt hat.«

Das Gleichnis von den beiden Söhnen

28Dann sagte Jesus: »Was meint ihr zu folgender Geschichte? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er sagte zu dem einen: ›Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg!‹

21,28-31
7,21
21,28
Lk 15,11
29›Ich will nicht‹, erwiderte der Sohn; später aber überlegte er es sich und ging doch. 30Dasselbe sagte der Vater auch zu seinem anderen Sohn. ›Ja, Herr‹, antwortete der, ging aber nicht. 31Wer von den beiden hat nun nach dem Willen des Vaters gehandelt?«

»Der Erste«, antworteten sie.

Da sagte Jesus: »Ich versichere euch: Die Zolleinnehmer und die Prostituierten werden eher in die neue Welt Gottes21,31 Wörtlich in die Königsherrschaft Gottes. kommen als ihr.

32Der Täufer Johannes ist gekommen und zeigte euch, was ihr jetzt tun müsst, um Gottes Willen zu erfüllen;21,32 ist gekommen und zeigte ...: wörtlich kam auf dem Weg der Gerechtigkeit. aber ihr habt ihm nicht geglaubt. Die Zolleinnehmer und die Prostituierten haben ihm geglaubt! Aber ihr – nicht einmal als ihr das saht, habt ihr euch besonnen und ihm Glauben geschenkt.«

21,32
Lk 7,29-30

Das Gleichnis von den bösen Weinbergspächtern

(Mk 12,1-12; Lk 20,9-19)

33»Hört ein anderes Gleichnis:

Ein Grundbesitzer legte einen Weinberg an, machte einen Zaun darum, baute eine Weinpresse und errichtete einen Wachtturm. Dann verpachtete er den Weinberg und verreiste.

21,33
Jes 5,1-7

34Zur Zeit der Weinlese schickte er seine Boten zu den Pächtern, um den Ertrag abholen zu lassen. 35Die Pächter aber packten die Boten, verprügelten den einen, schlugen einen anderen tot, und wieder einen anderen steinigten sie.

21,35
22,6
36Noch einmal schickte der Besitzer Boten, mehr als beim ersten Mal; doch mit denen machten sie es genauso.

37Schließlich schickte er seinen Sohn, weil er dachte: ›Vor meinem Sohn werden sie Respekt haben.‹ 38Aber als die Pächter den Sohn kommen sahen, sagten sie zueinander: ›Das ist der Erbe! Wir bringen ihn um und nehmen seine Erbschaft, den Weinberg, in Besitz.‹ 39So packten sie ihn, stießen ihn aus dem Weinberg hinaus und töteten ihn.

21,39
Hebr 13,12

40Was wird nun der Besitzer des Weinbergs mit den Pächtern machen, wenn er selbst kommt?«, fragte Jesus.

41Sie sagten: »Er wird diesen Verbrechern ein schreckliches Ende bereiten und den Weinberg anderen anvertrauen, die ihm zur Erntezeit seinen Ertrag pünktlich abliefern!«

21,41
22,7

42Jesus sagte zu ihnen: »Ihr habt ja wohl gelesen, was in den Heiligen Schriften steht:

›Der Stein, den die Bauleute als wertlos weggeworfen haben,

ist zum Eckstein geworden.

Der Herr hat dieses Wunder vollbracht,

und wir haben es gesehen.‹

21,42
zit

43Darum sage ich euch: Das Vorrecht, Gottes Volk unter Gottes Herrschaft zu sein, wird euch entzogen. Es wird einem Volk gegeben, das tut, was dieser Berufung entspricht.21,43 Das Vorrecht ...: wörtlich Die Königsherrschaft Gottes wird von euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das ihre (der Königsherrschaft) Früchte bringt.

44Wer auf diesen Stein stürzt, wird zerschmettert, und auf wen er fällt, den zermalmt er.«

21,44
Jes 8,14-15
Dan 2,34-3544-45

45Die führenden Priester und die Pharisäer merkten, dass die beiden Gleichnisse auf sie gemünzt waren. 46Sie hätten Jesus gerne festgenommen, wagten es aber nicht, weil die Menge ihn für einen Propheten hielt.

21,46
21,11
26,4-5

22

Das Gleichnis vom Hochzeitsfest. Das hochzeitliche Kleid

(Lk 14,16-24)

221Darauf erzählte ihnen Jesus noch ein weiteres Gleichnis:

2»Gott hat angefangen, seine Herrschaft aufzurichten, und er handelt wie jener König,22,2 Wörtlich Die Königsherrschaft der Himmel ist gleich geworden einem König. der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete:

22,2
9,15

3Er schickte seine Diener aus, um die geladenen Gäste zum Fest zu bitten; aber sie wollten nicht kommen.

4Darauf schickte er noch einmal andere Diener zu den Geladenen und ließ ihnen sagen: ›Hört! Ich habe mein Festessen vorbereitet, meine Ochsen und meine Mastkälber sind geschlachtet, alles steht bereit. Kommt zur Hochzeitsfeier!‹

5Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern gingen ihren Geschäften nach. Einer ging auf seine Felder, ein anderer in seinen Laden. 6Manche packten sogar die Diener des Königs, trieben ihren Spott mit ihnen und töteten sie.

22,6
21,3523,37

7Da wurde der König zornig und schickte seine Heere. Er ließ die Mörder umbringen und ihre Stadt niederbrennen.

22,7
21,41

8Dann sagte er zu seinen Dienern: ›Die Vorbereitungen zum Fest sind getroffen, aber die geladenen Gäste waren es nicht wert, daran teilzunehmen. 9Geht jetzt hinaus auf die Landstraßen und ladet alle zur Hochzeit ein, die euch begegnen!‹

22,9
28,18-20

10Die Diener gingen hinaus auf die Straßen und brachten alle mit, die sie fanden – schlechte und gute Leute. So wurde der Hochzeitssaal voll.

11Als nun der König kam, um sich die Gäste anzusehen, entdeckte er einen, der nicht hochzeitlich gekleidet war. 12Er sprach ihn an: ›Wie bist denn du hier hereingekommen? Du bist ja gar nicht hochzeitlich angezogen.‹ Der Mann hatte keine Entschuldigung. 13Da befahl der König seinen Dienern: ›Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn hinaus in die Finsternis! Dort gibt es nur noch Jammern und Zähneknirschen.‹

22,13
8,12

14Denn viele sind berufen«, schloss Jesus, »aber nur wenige von ihnen sind erwählt.«

Die Frage nach der Steuer für den Kaiser

(Mk 12,13-17; Lk 20,20-26)

15Daraufhin beschlossen die Pharisäer, Jesus mit einer verfänglichen Frage in die Falle zu locken.

16Sie schickten ihre Jünger zu Jesus und auch einige Parteigänger von Herodes; die sagten zu ihm: »Lehrer, wir wissen, dass es dir nur um die Wahrheit geht. Du lehrst klar und deutlich, wie wir nach Gottes Willen leben sollen. Denn du lässt dich nicht von Menschen beeinflussen, auch wenn sie noch so mächtig sind. 17Nun sag uns deine Meinung: Ist es nach dem Gesetz Gottes erlaubt, dem römischen Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht?«

18Jesus erkannte ihre böse Absicht und sagte: »Ihr Scheinheiligen, ihr wollt mir doch nur eine Falle stellen! 19Zeigt mir eins von den Geldstücken, mit denen ihr die Steuer bezahlt.«

Sie gaben ihm eine Silbermünze, 20und er fragte: »Wessen Bild und wessen Name sind denn hier aufgeprägt?«

21»Das Bild und der Name des Kaisers«, antworteten sie.

Da sagte Jesus: »Dann gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, – aber gebt Gott, was Gott gehört!«

22,21
Röm 13,7

22Solch eine Antwort hatten sie nicht erwartet. Sie ließen Jesus in Ruhe und gingen weg.

Werden die Toten auferstehen?

(Mk 12,18-27; Lk 20,27-40)

23Noch am selben Tag kamen Sadduzäer zu Jesus. Die Sadduzäer bestreiten, dass die Toten auferstehen werden.

22,23
Lk 20,27
24»Lehrer«, sagten sie, »Mose hat angeordnet: ›Wenn ein verheirateter Mann kinderlos stirbt, dann muss sein Bruder die Witwe heiraten und dem Verstorbenen Nachkommen verschaffen.‹
22,24
nach

25Nun gab es hier einmal sieben Brüder. Der älteste heiratete und starb kinderlos. 26Darauf heiratete der zweite die Witwe, starb aber auch kinderlos; und dem dritten erging es nicht anders. So war es bei allen sieben. 27Zuletzt starb auch die Frau.

28Wie ist das nun bei der Auferstehung der Toten: Wem von den sieben soll die Frau dann gehören? Sie war ja mit allen verheiratet!«

29»Ihr denkt ganz falsch«, antwortete Jesus. »Ihr kennt weder die Heiligen Schriften noch wisst ihr, was Gott in seiner Macht tun kann. 30Wenn die Toten auferstehen, werden sie nicht mehr heiraten, sondern sie werden leben wie die Engel im Himmel.

31Was aber die Auferstehung der Toten überhaupt betrifft: Habt ihr nicht gelesen, was Gott euch in den Heiligen Schriften gesagt hat? Er sagt dort: 32›Ich bin der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.‹ Und er ist doch nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebenden!«

22,32
zit

33Die ganze Menschenmenge, die zugehört hatte, war tief beeindruckt von dem, was Jesus da lehrte.

Das wichtigste Gebot

(Mk 12,28-31; Lk 10,25-28)

34Als die Pharisäer erfuhren, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie bei Jesus zusammen. 35Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, stellte Jesus eine Falle. Er fragte ihn: 36»Lehrer, welches ist das wichtigste Gebot des Gesetzes?«

37Jesus antwortete: »›Liebe den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, mit ganzem Willen und mit deinem ganzen Verstand!‹

22,37
nach
38Dies ist das größte und wichtigste Gebot. 39Aber gleich wichtig ist ein zweites: ›Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!‹
22,39
zit

40In diesen beiden Geboten ist alles zusammengefasst, was das Gesetz und die Propheten fordern.«

22,40
Mt 7,12

Davids Sohn oder Davids Herr?

(Mk 12,35-37; Lk 20,41-44)

41Da die Pharisäer nun einmal versammelt waren, stellte Jesus auch ihnen eine Frage.

22,41-46
20,30-31
42Er sagte zu ihnen: »Was denkt ihr über den versprochenen Retter?22,42 Wörtlich über den Christus. Wessen Sohn ist er?«

Sie antworteten: »Der Sohn Davids.«

43Da sagte Jesus: »Wie kann David ihn dann, vom Geist Gottes erleuchtet, ›Herr‹ nennen? Denn David sagt ja:

44›Gott, der Herr, sagte zu meinem Herrn:

Setze dich an meine rechte Seite!

Ich will dir deine Feinde unterwerfen,

sie als Schemel unter deine Füße legen.‹

22,44
nach

45Wenn also David ihn ›Herr‹ nennt, wie kann er dann sein Sohn sein?«

46Keiner konnte ihm darauf eine Antwort geben. Und von dem Tag an wagte es auch niemand mehr, ihm noch irgendeine Frage zu stellen.

22,46
Mk 12,34
Lk 20,40

23

Rede über die Ausleger des Gesetzes

(Kapitel 23)

Der Unterschied zwischen Lehre und Vorbild

(Mk 12,38-39; Lk 20,45-46; 11,43.46)

231Darauf wandte sich Jesus an die Menschenmenge und an seine Jünger 2und sagte:

»Die Gesetzeslehrer und die Pharisäer sind die berufenen Ausleger des Gesetzes, das Mose euch gegeben hat.23,2 Die Gesetzeslehrer ...: wörtlich Auf dem Lehrstuhl Moses sitzen die Gesetzeslehrer und die Pharisäer. 3Ihr müsst ihnen also gehorchen und tun, was sie sagen. Aber nach ihrem Verhalten dürft ihr euch nicht richten; denn sie selber tun nicht, was sie lehren.

23,3
Röm 2,21-23
4Sie schnüren schwere, kaum tragbare Lasten zusammen und laden sie den Menschen auf die Schultern, aber sie selbst machen keinen Finger krumm, um sie zu tragen.

5Alles, was sie tun, tun sie nur, um von den Leuten gesehen zu werden. Sie tragen auffällig breite Gebetsriemen und besonders lange Quasten an ihren Kleidern.

23,5
6,1
Ex 13,9
Dtn 6,8
22,12
6Bei Festmählern sitzen sie auf den Ehrenplätzen und beim Gottesdienst in der vordersten Reihe.
23,6
Lk 14,7
7Sie haben es gern, wenn die Leute sie auf der Straße respektvoll grüßen und sie als ›ehrwürdiger Lehrer‹23,7 ehrwürdiger Lehrer: wörtlich Rabbi; ebenso in Vers 8. anreden.

8Aber ihr sollt euch nicht ›ehrwürdiger Lehrer‹ nennen lassen; denn ihr seid untereinander alle Brüder und Schwestern,23,8 Wörtlich Brüder; siehe Sacherklärung »Bruder«. und nur einer ist euer Lehrer.

23,8
Joh 13,13

9Auch sollt ihr hier auf der Erde keinen von euch ›Vater‹ nennen; denn nur einer ist euer Vater: der im Himmel.

10Ihr sollt euch auch nicht ›Lehrmeister‹ nennen lassen, denn auch Lehrmeister ist bei euch nur einer: Christus, der versprochene Retter.

11Wer unter euch am größten ist, soll euer Diener sein.

23,11
20,26-27Mk 9,35Lk 9,48
12Denn wer sich selbst groß macht, wird von Gott gedemütigt, und wer sich selbst gering achtet, wird von ihm zu Ehren gebracht.«
23,12
Ps 75,8
Mt 18,4
Lk 14,11
18,14
1,52

Sieben Weherufe über die Gesetzeslehrer und Pharisäer

(Lk 11,39-42.44.47-48.52)

13»Weh euch Gesetzeslehrern und Pharisäern! Ihr Scheinheiligen! Ihr versperrt den Zugang zur neuen Welt Gottes23,13 Wörtlich zur Königsherrschaft der Himmel. vor den Menschen. Ihr selbst geht nicht hinein und ihr hindert alle, die hineinwollen.23,13 Einige Handschriften fügen hinzu (Vers 14): Weh euch Gesetzeslehrern und Pharisäern! Ihr Scheinheiligen! Ihr sprecht lange Gebete, um einen guten Eindruck zu machen. In Wahrheit aber seid ihr Betrüger, die schutzlose Witwen um ihren Besitz bringen. Ihr werdet einmal besonders streng bestraft werden (vgl. Mk 12,40; Lk 20,47).

15Weh euch Gesetzeslehrern und Pharisäern! Ihr Scheinheiligen! Ihr reist um die halbe Welt, um auch nur einen einzigen Anhänger zu gewinnen, und wenn ihr einen gefunden habt, dann macht ihr ihn zu einem Anwärter der Hölle, der doppelt so schlimm ist wie ihr.

16Weh euch! Ihr wollt andere führen und seid selbst blind. Ihr sagt: ›Wer beim Tempel schwört, ist nicht an den Schwur gebunden; nur wer beim Gold im Tempel schwört, muss seinen Schwur halten.‹

23,16-22
5,33-37
23,16
15,14
17Töricht und blind seid ihr! Was ist denn wichtiger: das Gold oder der Tempel, durch den das Gold erst heilig wird? 18Ihr sagt auch: ›Wenn einer beim Altar schwört, braucht er seinen Schwur nicht zu halten, nur wenn er beim Opfer auf dem Altar schwört.‹ 19Ihr Verblendeten! Was ist wichtiger: die Opfergabe oder der Altar, der das Opfer erst heilig macht? 20Wer beim Altar schwört, der schwört doch zugleich bei allem, was darauf liegt, 21und wer beim Tempel schwört, der schwört damit auch bei Gott, der dort wohnt.
23,21
1 Kön 8,13
22Und wenn einer beim Himmel schwört, dann schwört er beim Thron Gottes und bei Gott, der darauf sitzt.

23Weh euch Gesetzeslehrern und Pharisäern! Ihr Scheinheiligen! Ihr gebt Gott den zehnten Teil von allem, sogar noch von Gewürzen wie Minze, Dill und Kümmel; aber um das Wichtigste an seinem Gesetz, um Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue, darum kümmert ihr euch nicht. Dies solltet ihr tun, ohne das andere zu lassen!

23,23
Lev 27,30
Lk 18,12
Mi 6,8
Sach 7,8-10
Mt 9,13
12,7
22,34-40
24Ihr wollt die Menschen führen und seid selbst blind. Die winzigste Mücke fischt ihr aus dem Becher, aber Kamele schluckt ihr unbesehen hinunter.
23,24
15,14

25Weh euch Gesetzeslehrern und Pharisäern! Ihr Scheinheiligen! Ihr reinigt sogar noch das Äußere von Becher und Schüssel.23,25 Damals war es unter den Gesetzeslehrern strittig, ob ein Gefäß, das von innen gereinigt worden war, auch noch von außen gereinigt werden musste. Aber was darin ist, habt ihr euch in eurer Gier zusammengestohlen.

23,25
Mk 7,4
26Ihr blinden Pharisäer! Sorgt zuerst dafür, dass es mit dem Inhalt des Bechers seine Richtigkeit hat, dann wird auch sein Äußeres rein.
23,26
Joh 9,40

27Weh euch Gesetzeslehrern und Pharisäern! Ihr Scheinheiligen! Ihr seid wie weiß angestrichene Gräber, die äußerlich schön aussehen; aber drinnen sind Totengebeine und alles mögliche Ungeziefer, das unrein macht. 28So seid ihr: Von außen hält man euch für fromm, innerlich aber steckt ihr voller Heuchelei und Ungehorsam gegen Gott.

23,28
Lk 16,15

29Weh euch Gesetzeslehrern und Pharisäern! Ihr Scheinheiligen! Ihr baut den Propheten wunderschöne Grabmäler und schmückt die Gräber der Gerechten. 30Und ihr sagt: ›Hätten wir zur Zeit unserer Vorfahren gelebt, wir hätten uns nicht daran beteiligt, die Propheten umzubringen!‹

23,30
5,12
31Damit gebt ihr selbst zu, dass ihr von Prophetenmördern abstammt. 32Macht nur das Maß eurer Väter voll! 33Ihr Nattern, ihr Schlangenbrut! Wie wollt ihr der Höllenstrafe entgehen?«
23,33
3,7

Die Strafe wird kommen

(Lk 11,49-51)

34»Hört gut zu! Ich werde euch Propheten,23,34 Siehe Anmerkung zu 7,15. weise Männer und echte Gesetzeslehrer schicken. Ihr werdet einige von ihnen töten, andere ans Kreuz bringen, wieder andere in euren Synagogen auspeitschen und von Stadt zu Stadt verfolgen.

23,34
13,52
1 Thess 2,15
35So stellt ihr euch in eine Reihe mit euren Vorfahren und werdet zur Rechenschaft gezogen werden für die Ermordung aller Gerechten, von Abel an bis hin zu Secharja, dem Sohn von Berechja, den ihr zwischen Tempelhaus und Brandopferaltar umgebracht habt.23,35 Vers 35 wörtlich: So kommt auf euch das gerechte Blut, das auf der Erde ausgeschüttet wurde: vom Blut des gerechten Abel bis zum Blut Secharjas ... Secharja war nach 2 Chr 24,20-22 ein Sohn des Priesters Jojada. Ein Sohn von Berechja war der bekannte Prophet Sacharja; doch wird von ihm nicht berichtet, dass er ein solches Ende nahm.
23,35
Gen 4,8-10
2 Chr 24,21
36Ich versichere euch: Diese Generation wird die Strafe für alle diese Schandtaten bekommen.«

Klage über Jerusalem

(Lk 13,34-35)

37»Jerusalem, Jerusalem, du tötest die Propheten und steinigst die Boten, die Gott zu dir schickt. Wie oft wollte ich deine Bewohner um mich scharen, wie eine Henne ihre Küken unter die Flügel nimmt! Aber ihr habt nicht gewollt.

23,37
22,6
5,12
38Deshalb wird Gott euren Tempel verlassen, und er wird verwüstet daliegen.
23,38
1 Kön 9,7-8
Ez 10,18-19
39Ich sage euch, ihr werdet mich erst wiedersehen, wenn ihr rufen werdet: ›Heil dem, der im Auftrag des Herrn kommt!‹«
23,39
zit