Gute Nachricht Bibel (GNB)
18

Das Gleichnis vom Richter und der Witwe

181Mit einem Gleichnis zeigte Jesus seinen Jüngern, den Männern und Frauen,18,1 den Männern und Frauen: verdeutlichender Zusatz; siehe Anmerkung zu 6,17. dass sie immer beten müssen und darin nicht nachlassen dürfen. Er erzählte:

18,1
Röm 12,12
Eph 6,18
Phil 4,6
Kol 4,2
1 Thess 5,17

2»In einer Stadt lebte ein Richter, der nicht nach Gott fragte und alle Menschen verachtete. 3In der gleichen Stadt lebte auch eine Witwe. Sie kam immer wieder zu ihm gelaufen und bat ihn: ›Verhilf mir zu meinem Recht!‹

4Lange Zeit wollte der Richter nicht, doch schließlich sagte er sich: ›Es ist mir zwar völlig gleichgültig, was Gott und Menschen von mir halten; 5aber weil die Frau mir lästig wird, will ich dafür sorgen, dass sie ihr Recht bekommt. Sonst kratzt sie mir noch die Augen aus.‹«

18,5
11,7-8

6Und der Herr fuhr fort: »Habt ihr gehört, was dieser korrupte Richter sagt? 7Wird dann nicht Gott erst recht seinen Erwählten zu ihrem Recht verhelfen, wenn sie Tag und Nacht zu ihm schreien? Wird er sie etwa lange warten lassen? 8Ich sage euch: Er wird ihnen sehr schnell ihr Recht verschaffen.

Aber wird der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde überhaupt noch Menschen finden, die in Treue auf ihn warten?«

18,8
Mt 24,27

Die Beispielgeschichte von dem Pharisäer und dem Zolleinnehmer

9Dann wandte sich Jesus einigen Leuten zu, die voller Selbstvertrauen meinten, in Gottes Augen untadelig dazustehen, und deshalb für alle anderen nur Verachtung übrig hatten. Er erzählte ihnen folgende Geschichte:

10»Zwei Männer gingen hinauf in den Tempel, um zu beten, ein Pharisäer und ein Zolleinnehmer.

11Der Pharisäer stellte sich vorne hin und betete leise bei sich: ›Gott, ich danke dir, dass ich nicht so bin wie die anderen Menschen, alle diese Räuber, Betrüger und Ehebrecher, oder auch wie dieser Zolleinnehmer hier! 12Ich faste zwei Tage in der Woche und gebe dir den vorgeschriebenen Zehnten sogar noch von dem, was ich bei anderen einkaufe!‹18,12 Aus Vorsicht für den Fall, dass der Verkäufer die Abgabe des Zehnten versäumt hat.

18,12
Mt 6,16-17
Lk 11,42

13Der Zolleinnehmer aber stand ganz hinten und getraute sich nicht einmal, zum Himmel aufzublicken. Er schlug sich zerknirscht an die Brust und sagte: ›Gott, hab Erbarmen mit mir, ich bin ein sündiger Mensch!‹«

18,13
5,8
Ps 51,35

14Jesus schloss: »Ich sage euch, der Zolleinnehmer ging aus dem Tempel in sein Haus hinunter als einer, den Gott für gerecht erklärt hatte – ganz im Unterschied zu dem Pharisäer. Denn alle, die sich selbst groß machen, werden von Gott gedemütigt, und alle, die sich selbst gering achten, werden von ihm zu Ehren gebracht.«

18,14
Ps 51,19
Mt 23,12

Jesus und die Kinder

(Mt 19,13-15; Mk 10,13-16)

15Einige Leute wollten auch ihre kleinen Kinder zu Jesus bringen, damit er sie berühre. Als die Jünger es sahen, fuhren sie die Leute an und wollten sie wegschicken.

16Doch Jesus rief die Kinder zu sich und sagte: »Lasst die Kinder zu mir kommen und hindert sie nicht, denn für Menschen wie sie steht Gottes neue Welt18,16 Wörtlich die Königsherrschaft Gottes; ebenso im folgenden Vers. offen. 17Ich versichere euch: Wer sich Gottes neue Welt nicht schenken lässt wie ein Kind, wird niemals hineinkommen.«

18,17
Mt 18,3

Die Gefahr des Reichtums

(Mt 19,16-22; Mk 10,17-22)

18Ein einflussreicher Mann fragte Jesus: »Guter Lehrer, was muss ich tun, um das ewige Leben zu bekommen?«

18,18
10,25

19Jesus antwortete: »Warum nennst du mich gut? Nur einer ist gut, Gott! 20Und seine Gebote kennst du doch: Du sollst nicht die Ehe brechen, nicht morden, nicht stehlen, nichts Unwahres über deinen Mitmenschen sagen; ehre deinen Vater und deine Mutter!«

18,20
Ex 20,12-16

21»Diese Gebote habe ich von Jugend an alle befolgt«, erwiderte der Mann.

22Als Jesus das hörte, sagte er zu ihm: »Eines fehlt dir noch: Verkauf alles, was du hast, und verteil das Geld an die Armen, so wirst du bei Gott einen unverlierbaren Besitz haben. Und dann komm und folge mir!«

18,22
12,33
Mt 8,21-22

23Als der Mann das hörte, wurde er sehr traurig, denn er war überaus reich.

24Jesus sah ihn so dastehen und sagte: »Wie schwer haben es doch die Besitzenden, in die neue Welt Gottes18,24 Wörtlich in die Königsherrschaft Gottes; ebenso im folgenden Vers. zu kommen! 25Eher kommt ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein Reicher in Gottes neue Welt.«

26Als die Leute das hörten, fragten sie Jesus: »Wer kann dann überhaupt gerettet werden?«

27Er antwortete: »Was für die Menschen unmöglich ist, das ist für Gott möglich.«

18,27
Ijob 42,2

Der Lohn für die, die alles aufgegeben haben

(Mt 19,23-30; Mk 10,23-31)

28Da sagte Petrus: »Du weißt, wir haben unser Eigentum aufgegeben und sind dir gefolgt.«

29Jesus wandte sich seinen Jüngern zu und sagte: »Ich versichere euch: Niemand bleibt unbelohnt, der irgendetwas aufgibt, um die Gute Nachricht verkünden zu können, dass Gott jetzt seine Herrschaft aufrichtet. Wer dafür etwas zurücklässt – Haus, Frau, Geschwister oder Eltern oder Kinder –,

18,29
14,26
9,59-62
30wird schon in dieser Welt ein Vielfaches davon wiederbekommen und in der kommenden Welt das ewige Leben.«

Jesus kündigt zum dritten Mal seinen Tod an

(Mt 20,17-19; Mk 10,32-34)

31Jesus nahm die Zwölf beiseite und sagte zu ihnen: »Hört zu! Wir gehen nach Jerusalem. Dort wird alles in Erfüllung gehen, was die Propheten über den Menschensohn geschrieben haben:

18,31-34
9,21-22
18,31
9,51
32Er wird den Fremden ausgeliefert werden, die Gott nicht kennen.18,32 den Fremden ...: siehe Anmerkung zu Mk 10,33. Er wird verspottet und beleidigt und angespuckt werden. 33Sie werden ihn auspeitschen und töten, doch am dritten Tag wird er auferstehen.«

34Die Zwölf verstanden kein Wort. Was Jesus sagte, blieb ihnen verborgen; sie wussten nicht, wovon er sprach.

18,34
9,45
24,45

Jesus heilt einen Blinden

(Mt 20,29-34; Mk 10,46-52)

35Als Jesus in die Nähe von Jericho kam, saß dort ein Blinder am Straßenrand und bettelte. 36Er hörte die Menge vorbeiziehen und fragte, was da los sei. 37Er erfuhr, dass Jesus aus Nazaret18,37 Wörtlich Jesus, der Nazoräer. vorbeikomme. 38Da rief er laut: »Jesus, Sohn Davids! Hab Erbarmen mit mir!«

18,38-39
Mt 20,30-31

39Die Leute, die Jesus vorausgingen, fuhren ihn an, er solle still sein; aber er schrie nur noch lauter: »Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!«

40Jesus blieb stehen und ließ ihn zu sich holen. Als er herangekommen war, fragte ihn Jesus: 41»Was soll ich für dich tun?«

Er antwortete: »Herr, ich möchte wieder sehen können!«

42Jesus sagte: »Du sollst sehen können! Dein Vertrauen hat dich gerettet.«

18,42
7,50

43Sofort konnte der Blinde sehen. Er pries Gott und folgte Jesus. Und das ganze Volk, das dabei war, rühmte Gott.

19

Jesus und Zachäus

191Jesus ging nach Jericho hinein und zog durch die Stadt.

2In Jericho lebte ein Mann namens Zachäus. Er war der oberste Zolleinnehmer in der Stadt und war sehr reich. 3Er wollte unbedingt sehen, wer dieser Jesus sei. Aber er war klein und die Menschenmenge versperrte ihm die Sicht. 4So lief er voraus und kletterte auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus sehen zu können; denn dort musste er vorbeikommen.

5Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und redete ihn an: »Zachäus, komm schnell herunter, ich muss heute dein Gast sein!«

6Zachäus stieg schnell vom Baum und nahm Jesus voller Freude bei sich auf.

7Alle sahen es und murrten; sie sagten: »Bei einem ausgemachten Sünder ist er eingekehrt!«

19,7
Mt 9,10

8Aber Zachäus wandte sich an den Herrn und sagte zu ihm: »Herr, ich verspreche dir, ich werde die Hälfte meines Besitzes den Armen geben. Und wenn ich jemand zu viel abgenommen habe, will ich es ihm vierfach zurückgeben.«

19,8
Ex 21,37
Ez 33,14-16

9Darauf sagte Jesus zu ihm: »Heute ist dir und deiner ganzen Hausgemeinschaft die Rettung zuteilgeworden! Auch du bist ja ein Sohn Abrahams.

19,9
13,16
Apg 16,31
10Der Menschensohn ist gekommen, um die Verlorenen zu suchen und zu retten.«
19,10
Ez 34,16
Lk 5,321 Tim 1,15

Jesus kündigt seinen Weggang und seine Wiederkunft an (Das Gleichnis vom anvertrauten Geld)

(Mt 25,14-30)

11Alle Leute hatten gehört, was Jesus zu Zachäus sagte. Deshalb und weil Jesus nun auch schon nahe bei Jerusalem war, meinten sie, die neue Welt Gottes19,11 Wörtlich die Königsherrschaft Gottes. werde in allernächster Zukunft anbrechen. Darum fügte Jesus noch ein Gleichnis hinzu.

19,11
24,21
11,2
12Er sagte:

»Ein Mann von königlicher Herkunft reiste in ein fernes Land. Dort wollte er sich zum König über sein eigenes Volk und Land einsetzen lassen und danach zurückkehren.19,12 Anspielung auf damalige Verhältnisse: Die landeseigenen Könige konnten ihre Herrschaft nur antreten, wenn sie von Rom ermächtigt bzw. in Rom dazu eingesetzt wurden.

19,12-13
Mk 13,34
Apg 1,11
2,33-36

13Bevor er abreiste, rief er zehn seiner Diener, gab jedem ein Pfund Silberstücke19,13 Wörtlich gab ihnen zehn Minen. Jeder bekam also eine Mine. Damit ist nicht ein Geldstück, sondern eine (abgewogene) Geldmenge gemeint, die etwa einem Gewicht von 600 g entspricht. und sagte zu ihnen: ›Treibt Handel damit und macht etwas daraus, bis ich komme!‹

14Aber seine Landsleute konnten ihn nicht leiden. Deshalb schickten sie Boten hinter ihm her, die erklären sollten: ›Wir wollen diesen Mann nicht als König haben!‹

19,14
Apg 4,17
5,28
13,44-46
28,25-28

15Als er nun König geworden war, kam er zurück und ließ die Diener rufen, denen er das Geld anvertraut hatte. Er wollte sehen, was sie damit erwirtschaftet hatten.

16Der erste kam und berichtete: ›Herr, dein Pfund Silberstücke hat zehn weitere Pfund eingebracht.‹

17›Sehr gut‹, sagte sein Herr, ›du bist ein tüchtiger Diener. Weil du in so kleinen Dingen zuverlässig warst, mache ich dich zum Herrn über zehn Städte.‹

19,17-19
12,42-4416,10

18Der zweite kam und berichtete: ›Herr, dein Pfund Silberstücke hat fünf weitere Pfund eingebracht.‹

19Der Herr sagte zu ihm: ›Dich mache ich zum Herrn über fünf Städte.‹

20Ein dritter aber kam und sagte: ›Herr, hier hast du dein Pfund Silberstücke zurück. Ich habe es im Tuch verwahrt und immer bei mir getragen.19,20 Wörtlich habe es im Schweißtuch aufbewahrt, d.h. im Nackentuch, das gegen die Sonne schützte und in dem man, darin eingebunden, sein Geld bei sich trug. 21Ich hatte Angst vor dir, weil du ein strenger Mann bist. Du hebst Geld ab, das du nicht eingezahlt hast,19,21 Du hebst ...: eine sprichwörtliche Wendung für »(hohe) Zinsgewinne machen«. und du erntest, was du nicht gesät hast.‹

22Zu ihm sagte der Herr: ›Du Nichtsnutz, du hast dir selbst das Urteil gesprochen. Du wusstest also, dass ich ein strenger Mann bin, dass ich abhebe, was ich nicht eingezahlt habe, und ernte, was ich nicht gesät habe. 23Warum hast du dann mein Geld nicht wenigstens auf die Bank gebracht? Dort hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen wiederbekommen.‹

24Dann sagte er zu den Umstehenden: ›Nehmt ihm sein Pfund ab und gebt es dem, der die zehn erwirtschaftet hat.‹

25Sie wandten ein: ›Herr, der hat doch schon zehn!‹

26Aber der König erwiderte: ›Ich sage euch, wer viel hat, soll noch mehr bekommen. Wer aber wenig hat, dem wird auch noch das Letzte weggenommen werden.

19,26
Mt 25,29

27Nun aber zu meinen Feinden, die mich nicht als König haben wollten! Bringt sie her und macht sie vor meinen Augen nieder!‹«

AUSEINANDERSETZUNGEN IN JERUSALEM

(19,28–21,4)

Jesus kommt nach Jerusalem

(Mt 21,1-11; Mk 11,1-11; Joh 12,12-19)

28Nachdem Jesus dieses Gleichnis erzählt hatte, zog er weiter, hinauf nach Jerusalem.

29In der Nähe der Ortschaften Betfage und Betanien am Ölberg schickte er zwei seiner Jünger fort 30mit dem Auftrag: »Geht in das Dorf da drüben! Am Ortseingang werdet ihr einen jungen Esel angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch geritten ist. Bindet ihn los und bringt ihn her!

19,30
23,53
31Und wenn euch jemand fragt: ›Warum bindet ihr den Esel los?‹, dann antwortet: ›Der Herr braucht ihn.‹«

32Die beiden gingen hin und fanden alles so, wie Jesus es ihnen gesagt hatte. 33Als sie den Esel losbanden, fragten die Besitzer: »Warum bindet ihr den Esel los?«

34»Der Herr braucht ihn«, antworteten sie 35und brachten ihn zu Jesus. Sie legten ihre Kleider über das Tier und ließen Jesus aufsteigen.

19,35-38
1 Kön 1,38-40
36Während er einherritt, breiteten die anderen Jünger ihre Kleider als Teppich auf die Straße.
19,36
2 Kön 9,13

37Als Jesus dann an die Stelle kam, wo der Weg den Ölberg hinunterführt nach Jerusalem, brach die ganze Menge der Jünger, die Männer und Frauen,19,37 die Männer und Frauen: verdeutlichender Zusatz; siehe Anmerkung zu 6,17. in lauten Jubel aus. Sie priesen Gott für all die Wunder, die sie miterlebt hatten.

19,37
2,20
24,52-53
38Sie riefen:

»Heil dem König, der im Auftrag des Herrn kommt! Gott hat Frieden bereitet im Himmel! Ihm in der Höhe gehört alle Ehre!«19,38 Wörtlich Im Himmel Frieden und Ehre in den Höhen. Der Ruf ist ein Gegenstück zu dem Ruf der Engel in 2,14. In prophetischer Vorausschau verkündet er als schon vollzogen, was unmittelbar bevorsteht: Gott bereitet Israel und der Welt das Heil (Frieden), indem er Jesus durch Tod und Auferstehung hindurch zum König an seiner rechten Seite einsetzt (vgl. 9,51; 19,12.15; 24,46-47; Apg 2,36-39).

19,38
zit

39Ein paar Pharisäer riefen aus der Menge: »Lehrer, bring doch deine Jünger zur Vernunft!«

40Jesus antwortete: »Ich sage euch, wenn sie schweigen, dann werden die Steine schreien!«

19,40
Hab 2,11
Lk 19,44
21,5-620-24

Jesus weint über Jerusalem

41Als Jesus sich der Stadt näherte und sie vor sich liegen sah, weinte er

19,41-44
21,20-24
19,41
Jer 8,23
42und sagte: »Wenn doch auch du heute erkannt hättest, was dir Frieden bringt! Aber Gott hat dich blind dafür gemacht.19,42 Gott hat dich ...: wörtlich es wurde verborgen vor deinen Augen. Die unpersönliche, passivische Redeweise dient der ehrfürchtig scheuen Umschreibung von Gottes Handeln. Mit auch am Versanfang wird auf die Jüngerschar hingewiesen (vgl. Verse 37-38).
19,42
Dtn 32,28-29
Lk 2,14

43Darum kommt jetzt über dich eine Zeit, da werden deine Feinde einen Wall rings um dich aufwerfen, dich belagern und von allen Seiten einschließen. 44Sie werden dich und deine Bewohner völlig vernichten und keinen Stein auf dem andern lassen. Denn du hast den Tag nicht erkannt, an dem Gott dir zu Hilfe kommen wollte.«

19,44
21,6

Jesus im Tempel

(Mt 21,12-17; Mk 11,15-19; Joh 2,13-17)

45Jesus ging in den Tempel und fing an, die Händler hinauszujagen. 46Dazu sagte er ihnen: »In den Heiligen Schriften steht, dass Gott erklärt hat: ›Mein Tempel soll eine Stätte sein, an der die Menschen zu mir beten können!‹ Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht!«

19,46
nach

47Jesus lehrte jeden Tag im Tempel. Die führenden Priester, die Gesetzeslehrer und auch die Ältesten des Volkes suchten nach einer Möglichkeit, ihn zu töten;

19,47
21,37
Mt 26,55Joh 18,20
7,1
Mk 11,18
48aber sie wussten nicht, wie sie es anfangen sollten. Denn das Volk war dauernd um ihn und wollte sich keines seiner Worte entgehen lassen.
19,48
20,1921,38
22,2

20

Die Frage nach dem Auftraggeber

(Mt 21,23-27; Mk 11,27-33)

201Eines Tages lehrte Jesus wieder im Tempel und verkündete dem Volk die Gute Nachricht. Da kamen die führenden Priester, die Gesetzeslehrer und auch die Ratsältesten 2und fragten: »Sag uns, woher nimmst du das Recht, hier so aufzutreten? Wer hat dir die Vollmacht dazu gegeben?«

3Jesus antwortete ihnen: »Auch ich will euch eine Frage stellen. Sagt mir: 4Woher hatte der Täufer Johannes den Auftrag, zu taufen? Von Gott oder von Menschen?«

5Sie überlegten: »Wenn wir sagen ›Von Gott‹, dann wird er fragen: Warum habt ihr dann Johannes nicht geglaubt? 6Wenn wir aber sagen ›Von Menschen‹, dann wird das Volk uns steinigen, denn alle sind überzeugt, dass Johannes ein Prophet war.«

20,6
Mt 14,5

7So sagten sie zu Jesus, dass sie es nicht wüssten. 8»Gut«, erwiderte Jesus, »dann sage ich euch auch nicht, wer mich bevollmächtigt hat.«

Das Gleichnis von den bösen Weinbergspächtern

(Mt 21,33-46; Mk 12,1-12)

9Darauf wandte sich Jesus wieder dem Volk zu und erzählte ihm dieses Gleichnis:

»Ein Mann legte einen Weinberg an. Den verpachtete er und verreiste dann für längere Zeit.

20,9
Jes 5,1-7

10Zum gegebenen Zeitpunkt schickte er einen Boten zu den Pächtern, um seinen Anteil am Ertrag des Weinbergs abholen zu lassen. Aber die Pächter verprügelten den Boten und ließen ihn unverrichteter Dinge abziehen.

20,10-12
2 Chr 36,15-16

11Der Besitzer schickte einen zweiten, aber auch den verprügelten sie, behandelten ihn auf die schimpflichste Weise und schickten ihn mit leeren Händen weg.

12Er sandte auch noch einen dritten. Den schlugen die Pächter blutig und jagten ihn ebenfalls davon.

13Da sagte der Besitzer des Weinbergs: ›Was soll ich tun? Ich werde meinen Sohn schicken, dem meine ganze Liebe gilt; vor dem werden sie wohl Respekt haben.‹

20,13
3,22

14Aber als die Pächter ihn kommen sahen, sagten sie zueinander: ›Das ist der Erbe! Wir bringen ihn um, dann gehört seine Erbschaft, der Weinberg, uns.‹ 15So stießen sie ihn aus dem Weinberg hinaus und töteten ihn.

Was wird nun der Besitzer des Weinbergs mit ihnen machen? 16Er wird kommen und diese bösen Pächter töten und wird den Weinberg anderen anvertrauen.«

Als die Leute das hörten, sagten sie: »Das darf nicht geschehen!«

17Jesus schaute sie an und sagte: »Was bedeutet denn dieses Wort in den Heiligen Schriften:

›Der Stein, den die Bauleute als wertlos weggeworfen haben,

ist zum Eckstein geworden‹?

20,17
zit

18Wer auf diesen Stein stürzt, wird zerschmettert, und auf wen er fällt, den zermalmt er!«
20,18
Dan 2,34-3544-45
1 Petr 2,8

19Die Gesetzeslehrer und die führenden Priester hätten Jesus am liebsten auf der Stelle festgenommen; denn sie merkten, dass das Gleichnis auf sie gemünzt war. Aber sie hatten Angst vor dem Volk.

20,19
19,48

Die Frage nach der Steuer für den Kaiser

(Mt 22,15-22; Mk 12,13-17)

20Die Gesetzeslehrer und die führenden Priester ließen Jesus jetzt nicht mehr aus den Augen. Sie schickten Spitzel zu ihm, die so tun sollten, als ob es ihnen nur um die gewissenhafte Befolgung des Gesetzes ginge. Die sollten Jesus bei einem verfänglichen Wort ertappen, damit sie ihn an den römischen Statthalter ausliefern könnten.

20,20
11,53-54

21Diese Leute legten Jesus die Frage vor: »Lehrer, wir wissen, dass du die richtige Lehre hast. Du lässt dich auch nicht von Menschen beeinflussen, selbst wenn sie noch so mächtig sind, sondern sagst uns klar und deutlich, wie wir nach Gottes Willen leben sollen. 22Sag uns: Ist es uns nach dem Gesetz Gottes erlaubt, dem römischen Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht?«

23Jesus durchschaute ihre Hinterlist und sagte zu ihnen: 24»Zeigt mir eine Silbermünze her! Wessen Bild und Name ist denn hier aufgeprägt?«

»Das Bild und der Name des Kaisers«, antworteten sie.

25Da sagte Jesus: »Dann gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört – aber gebt Gott, was Gott gehört!«

20,25
Röm 13,7

26So konnten sie ihn vor dem Volk nicht zu einer verfänglichen Aussage verleiten. Sie waren von seiner Antwort so überrascht, dass sie nichts mehr zu sagen wussten.

Werden die Toten auferstehen?

(Mt 22,23-33; Mk 12,18-27)

27Dann kamen einige Sadduzäer zu Jesus. Die Sadduzäer bestreiten, dass die Toten auferstehen werden.

20,27
Mt 3,7
16,1611-12
22,23Apg 4,1-2
5,17
23,6-8

28»Lehrer«, sagten sie, »Mose hat uns die Vorschrift gegeben: ›Wenn ein Mann stirbt und er hat eine Frau, ist aber kinderlos, dann muss sein Bruder die Witwe heiraten und dem Verstorbenen Nachkommen verschaffen.‹

20,28
nach

29Nun gab es einmal sieben Brüder. Der älteste heiratete und starb kinderlos. 30Darauf heiratete der zweite die Witwe, 31darauf der dritte. Und so alle sieben: Sie heirateten die Frau, hinterließen keine Kinder und starben.

32Zuletzt starb auch die Frau.

33Wie ist das nun mit dieser Frau bei der Auferstehung der Toten? Wem von den Männern soll sie dann gehören? Sie war ja mit allen sieben verheiratet!«

34Jesus antwortete: »Heiraten ist eine Sache für diese gegenwärtige Welt. 35Die Menschen aber, die Gott auferstehen lässt und die in seiner kommenden Welt leben dürfen, werden nicht mehr heiraten. 36Sie können dann ja auch nicht mehr sterben und brauchen nicht mehr für Nachkommen zu sorgen.20,36 und brauchen ...: verdeutlichender Zusatz. Weil sie vom Tod auferstanden sind, sind sie wie die Engel: Sie sind Söhne und Töchter Gottes!20,36 Wörtlich Sie sind Söhne Gottes; siehe Sacherklärung »Engel«. Die Töchter sind sinngemäß hinzugefügt (vgl. Vers 33).

20,36
Weish 5,5
1 Joh 3,1-2

37Dass Gott aber wirklich die Toten auferwecken wird, das hat Mose schon bei der Begegnung am Dornbusch deutlich zu verstehen gegeben, als er den Herrn dort den ›Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs‹ nannte.

20,37
Ex 3,26
38Gott ist doch kein Gott von Toten, sondern von Lebenden! Für ihn sind alle lebendig.«

39Einige Gesetzeslehrer sagten dazu: »Lehrer, das war eine gute Antwort.«

20,39
Mk 12,32
40Die Sadduzäer wagten es nämlich nicht mehr, ihm noch irgendeine weitere Frage zu stellen.
20,40
Mt 22,46

Davids Sohn oder Davids Herr?

(Mt 22,41-46; Mk 12,35-37)

41Nun wandte Jesus sich an sie alle und fragte: »Wie lässt sich behaupten, der versprochene Retter20,41 Wörtlich der Christus. müsse ein Sohn Davids sein?

20,41-44
Mt 20,30-31
42David selbst sagt doch im Buch der Psalmen:

›Gott, der Herr, sagte zu meinem Herrn:

Setze dich an meine rechte Seite!

20,42-43
nach

43Ich will dir deine Feinde unterwerfen,

sie als Schemel unter deine Füße legen.‹

44David nennt ihn also ›Herr‹ – wie kann er dann sein Sohn sein?«

Jesus warnt vor den Gesetzeslehrern

(Mk 12,37-40; Mt 23,1.6-7.14)

45Vor dem ganzen versammelten Volk warnte Jesus seine Jünger, die Männer und Frauen:20,45 die Männer und Frauen: verdeutlichender Zusatz; siehe Anmerkung zu 6,17.

46»Nehmt euch in Acht vor den Gesetzeslehrern! Sie zeigen sich gern in ihren Talaren und fühlen sich geschmeichelt, wenn sie auf der Straße respektvoll gegrüßt werden. Beim Gottesdienst sitzen sie in der vordersten Reihe und bei Festmählern nehmen sie die Ehrenplätze ein.

20,46
11,4314,7
47Sie sprechen lange Gebete, um einen guten Eindruck zu machen; in Wahrheit aber sind sie Betrüger, die schutzlose Witwen um ihren Besitz bringen. Sie werden einmal besonders streng bestraft werden.«