Gute Nachricht Bibel (GNB)
1

IJOBS GLÜCK UND ERPROBUNG

(1,1–2,10)

Ijobs Frömmigkeit und Wohlstand

11Im Land Uz lebte einst ein Mann namens Ijob. Er war ein Vorbild an Rechtschaffenheit, nahm Gott ernst und hielt sich von allem Bösen fern.

1,1
Jer 25,20
Ez 14,1420
Jak 5,11
2Seine Frau hatte ihm sieben Söhne und drei Töchter geboren 3und er besaß sehr viel Vieh: 7000 Schafe und Ziegen, 3000 Kamele, 1000 Rinder und 500 Esel. Dazu hatte er auch viele Knechte und Mägde. An Wohlstand und Ansehen übertraf Ijob alle Männer des Steppenlandes im Osten.

4Seine Söhne hatten die Gewohnheit, reihum in ihren Häusern Festessen zu veranstalten, an denen alle Brüder teilnahmen. Auch ihre drei Schwestern luden sie dazu ein und alle aßen und tranken miteinander. 5Immer wenn eine solche Reihe von Festmählern vorüber war, stand Ijob frühmorgens auf und ließ seine Kinder holen. Für jedes von ihnen brachte er ein Brandopfer dar, um sie von Sünde zu reinigen. Denn er sagte sich: »Vielleicht hat eines von ihnen in Gedanken Gott beleidigt und ist dadurch schuldig geworden.«

Ijobs Frömmigkeit in Zweifel gezogen

6Eines Tages kamen die Gottessöhne zur himmlischen Ratsversammlung und jeder stellte sich an seinen Platz vor dem Herrn.

Unter ihnen war auch der Satan.

1,6
2,1
1 Kön 22,19-21
Ps 103,19-21
Offb 5,11
7Der Herr fragte ihn: »Was hast denn du gemacht?«

»Ich habe die Erde kreuz und quer durchstreift«, antwortete der Satan.

8Der Herr fragte ihn: »Hast du auch meinen Diener Ijob gesehen? So wie ihn gibt es sonst keinen auf der Erde. Er ist ein Vorbild an Rechtschaffenheit, nimmt Gott ernst und hält sich von allem Bösen fern.«

9Der Satan entgegnete: »Würde er dir gehorchen, wenn es sich für ihn nicht lohnte?

1,9
Ps 73,13
10Du hast ihn und seine Familie und seinen ganzen Besitz vor jedem Schaden bewahrt. Du lässt alles gelingen, was er unternimmt, und sein Vieh füllt das ganze Land. 11Taste doch einmal seinen Besitz an! Wetten, dass er dich dann öffentlich verflucht?«
1,11
2,5

12Da sagte der Herr zum Satan: »Gut! Alles, was er besitzt, gebe ich in deine Gewalt. Aber ihn selbst darfst du nicht antasten!« Danach verließ der Satan die Ratsversammlung.

Ijob auf die Probe gestellt

13Eines Tages waren die Kinder Ijobs wieder einmal im Haus ihres ältesten Bruders zusammen, um zu essen und Wein zu trinken.

14Da kam ein Knecht zu Ijob gelaufen und meldete: »Wir waren gerade mit den Rindern beim Pflügen und die Esel weideten ganz in der Nähe. 15Da sind plötzlich Beduinen aus Saba über uns hergefallen. Sie haben alle Tiere mitgenommen und deine Knechte mit dem Schwert erschlagen. Ich allein konnte mich retten, um es dir zu sagen.«

16Er hatte noch nicht ausgeredet, da kam schon ein anderer und sagte: »Feuer ist vom Himmel gefallen und hat die Schafe und Ziegen und ihre Hirten getötet. Ich allein konnte mich retten, um es dir zu sagen.«

17Er hatte noch nicht ausgeredet, da kam schon der nächste und sagte: »Drei Horden von Nomaden1,17 von Nomaden: wörtlich von Chaldäern; wahrscheinlich sind hier die nomadischen Vorfahren der späteren Eroberer Babyloniens gemeint. haben uns überfallen. Sie haben die Kamele gestohlen und deine Knechte erschlagen. Ich allein konnte mich retten, um es dir zu sagen.«

18Er hatte noch nicht ausgeredet, da kam ein vierter und sagte: »Deine Kinder waren im Haus deines Ältesten zusammen, um zu essen und Wein zu trinken. 19Da kam ein Sturm von der Wüste her und packte das Haus an allen vier Ecken. Es ist über den jungen Leuten zusammengestürzt und hat sie alle erschlagen. Ich allein konnte mich retten, um es dir zu sagen.«

20Da stand Ijob auf, zerriss sein Gewand und schor sich den Kopf kahl. Dann warf er sich nieder, das Gesicht zur Erde,

1,20
Gen 37,34
Ez 27,30-31
21und sagte:

»Nackt kam ich aus dem Schoß der Mutter,

nackt geh ich wieder von hier fort.

Der Herr hat gegeben

und der Herr hat genommen.

Ich will ihn preisen, was immer er tut!«

1,21
Ps 49,18
Koh 5,14
1 Tim 6,7

22Trotz allem, was geschehen war, versündigte sich Ijob nicht. Er machte Gott keinen Vorwurf.
2

Ijob noch härter auf die Probe gestellt

21Eines Tages kamen die Gottessöhne wieder zur himmlischen Ratsversammlung und stellten sich vor dem Herrn auf. Auch der Satan war wieder dabei.

2,1
1,6

2Der Herr fragte ihn: »Was hast denn du gemacht?« »Ich habe die Erde kreuz und quer durchstreift«, antwortete der Satan.

3Der Herr fragte: »Hast du auch meinen Diener Ijob gesehen? So wie ihn gibt es sonst keinen auf der Erde. Er ist ein Vorbild an Rechtschaffenheit, nimmt Gott ernst und hält sich von allem Bösen fern. Du hast mich ohne jeden Grund dazu überredet, ihn ins Unglück zu stürzen. Aber er ist mir treu geblieben.«

4»Er hat ja keinen schlechten Tausch gemacht!«,2,4 Wörtlich Haut um Haut; ein altes Sprichwort, das sich auf den Tauschhandel bezieht. widersprach der Satan. »Ein Mensch ist bereit, seinen ganzen Besitz aufzugeben, wenn er dafür seine Haut retten kann. 5Aber taste doch einmal ihn selber an! Wetten, dass er dich dann öffentlich verflucht?«

6Da sagte der Herr zum Satan: »Gut! Ich gebe ihn in deine Gewalt. Aber sein Leben darfst du nicht antasten!«

7Der Satan ging aus der Ratsversammlung hinaus und ließ an Ijobs Körper eiternde Geschwüre ausbrechen; von Kopf bis Fuß war er damit bedeckt. 8Ijob setzte sich mitten in einen Aschenhaufen und kratzte mit einer Scherbe an seinen Geschwüren herum.

9Seine Frau sagte zu ihm: »Willst du Gott jetzt immer noch die Treue halten? Verfluche ihn doch und stirb!«

2,9
Tob 2,14

10Aber Ijob antwortete: »Du redest ohne Verstand wie eine, die Gott nicht ernst nimmt! Wenn Gott uns Gutes schickt, nehmen wir es gerne an. Warum sollen wir dann nicht auch das Böse aus seiner Hand annehmen?«

Trotz aller Schmerzen versündigte Ijob sich nicht. Er sagte kein Wort gegen Gott.

IJOBS AUSEINANDERSETZUNG MIT SEINEN FREUNDEN

(2,11–28,28)

Ijobs Freunde besuchen ihn

11Ijob hatte drei Freunde: Elifas aus Teman, Bildad aus Schuach und Zofar aus Naama. Als sie von all dem Unglück hörten, das Ijob getroffen hatte, beschlossen sie, ihn zu besuchen. Sie wollten ihm ihr Mitgefühl zeigen und ihn trösten.

12Sie sahen ihn schon von ferne, doch sie erkannten ihn nicht. Als sie näher kamen und sahen, dass er es war, fingen sie an, laut zu weinen. Sie zerrissen ihre Kleider und warfen Staub in die Luft und auf ihre Köpfe.

2,12
1,20

13Dann setzten sie sich neben Ijob auf die Erde. Sieben Tage und sieben Nächte blieben sie so sitzen, ohne ein Wort zu sagen; denn sie sahen, wie furchtbar Ijob litt.

3

Ijobs Klage: Wozu noch leben?

31-2Ijob selbst brach schließlich das Schweigen. Er verfluchte den Tag seiner Geburt und sagte:

3»Versunken und vergessen soll er sein,

der Tag, an dem ich einst geboren wurde,

und auch die Nacht, die sah, wie man mich zeugte!

3,3
10,18
Jer 20,14-18

4Gott, mach doch diesen Tag zu Finsternis!

Streich ihn aus dem Gedächtnis, du dort oben,

und lass ihn niemals mehr das Licht erblicken!

5Er war das Eigentum der Dunkelheit;

sie fordere ihn zurück, erschrecke ihn

mit Sonnenfinsternis und dichten Wolken!

6Auch jene Nacht – das Dunkel soll sie holen,

damit sie nicht im Jahreslauf erscheint,

wenn man die Monate und Tage zählt.

7Mach sie zu einer unfruchtbaren Nacht,

in der kein Jubelruf erklingen kann.

8Die Zaubermeister sollen sie verwünschen,

die fähig sind, die Tage zu verfluchen,

und ohne Furcht den großen Drachen wecken.

9Kein Morgenstern soll ihr den Tag ankünden;

das Licht, auf das sie wartet, bleibe aus;

kein Strahl der Morgenröte soll sie treffen!

10Sie hat den Schoß der Mutter nicht versperrt

und sie ist schuld an meinem ganzen Leid.

11Wär ich doch gleich bei der Geburt gestorben

oder, noch besser, schon im Leib der Mutter!

12Warum hat sie mich auf den Schoß genommen

und mich an ihren Brüsten trinken lassen?

13Ich läge jetzt ganz still in meinem Grab,

ich hätte meine Ruhe, könnte schlafen,

14zusammen mit den Königen und Ratsherrn,

die Pyramiden für sich bauen ließen,

15und mit den Fürsten, die im Reichtum schwammen,

in ihren Häusern Gold und Silber häuften.

16Wie eine Fehlgeburt wär ich verscharrt,

wie Kinder, die die Sonne niemals sahen.

3,16
10,19

17Im Grab kann auch der Böse nicht mehr toben,

der müde Fronarbeiter ruht dort aus.

18Auch die Gefangenen sind dort in Frieden,

sie hören nicht mehr, wenn die Wächter schreien.

19Ob Groß, ob Klein, dort sind sie alle gleich,

der Sklave ist dort frei von seinem Herrn.

3,19
21,26

20Warum gibt Gott den Menschen Licht und Leben,

ein Leben voller Bitterkeit und Mühe?

21Sie warten auf den Tod, doch der bleibt aus.

Sie suchen ihn viel mehr als alle Schätze.

3,21
6,8-9
7,15
11,20
Sir 30,17
Offb 9,6

22Sie freuen sich auf ihren letzten Hügel

und jubeln beim Gedanken an ihr Grab.

23Wohin mein Leben führt, ist mir verborgen,

mit einem Zaun hält Gott mich eingeschlossen.

24Nur unter Stöhnen esse ich mein Brot,

mein Klagen hört nicht auf, es fließt wie Wasser.

3,24
Ps 42,4
80,6
102,10

25Hab ich vor etwas Angst, so trifft es mich.

Wovor ich zittere, das kommt bestimmt.

26Ich habe keinen Frieden, keine Ruhe,

nur Plage über Plage fällt mich an.«