Gute Nachricht Bibel (GNB)
3

Jesus und Nikodemus

31Einer von den Pharisäern war Nikodemus, ein Mitglied des jüdischen Rates.

3,1 (Nikodemus)
7,50
19,39
2Eines Nachts kam er zu Jesus und sagte zu ihm: »Rabbi, wir wissen, dass Gott dich gesandt und dich als Lehrer bestätigt hat. Nur mit Gottes Hilfe kann jemand solche Wunder vollbringen, wie du sie tust.«
3,2
Mk 12,14

3Jesus antwortete: »Amen, ich versichere dir: Nur wer von oben her3,3 von oben her: So die wahrscheinlichere Deutung, weil diese Geburt durch den Heiligen Geist (Vers 8) bewirkt wird. Andere übersetzen von Neuem. geboren wird, kann Gottes neue Welt zu sehen bekommen.«

3,3
1,13

4»Wie kann ein Mensch geboren werden, der schon ein Greis ist?«, fragte Nikodemus. »Er kann doch nicht noch einmal in den Mutterschoß zurückkehren und ein zweites Mal auf die Welt kommen!«

5Jesus sagte: »Amen, ich versichere dir: Nur wer von Wasser und Geist geboren wird, kann in Gottes neue Welt hineinkommen.3,5 Das Wasser weist auf die christliche Taufe hin, die nach biblischem Verständnis mit dem Empfang des Heiligen Geistes verbunden ist (siehe Sacherklärung »Taufe«). 6Was Menschen zur Welt bringen, ist und bleibt von menschlicher Art. Von geistlicher Art kann nur sein, was vom Geist Gottes geboren wird.

3,6
6,63
7Wundere dich also nicht, dass ich zu dir sagte: ›Ihr müsst alle von oben her geboren werden.‹ 8Der Wind weht, wo es ihm gefällt. Du hörst ihn nur rauschen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So geheimnisvoll ist es auch, wenn ein Mensch vom Geist geboren wird.«

9»Wie ist so etwas möglich?«, fragte Nikodemus.

10Jesus antwortete: »Du bist ein anerkannter Lehrer Israels und weißt das nicht? 11Amen, ich versichere dir: Wir sprechen über Dinge, die wir kennen, und bezeugen das, was wir gesehen haben. Aber keiner von euch ist bereit, auf unsere Aussage zu hören.

3,11
3,32
8,26
12Wenn ich zu euch über die irdischen Dinge rede und ihr mir nicht glaubt, wie werdet ihr mir dann glauben, wenn ich über die himmlischen Dinge mit euch rede?«3,12 Mit den irdischen Dingen ist die Situation des Menschen und die Notwendigkeit der »Geburt von oben her« gemeint. Mit den himmlischen Dingendeutet Jesus an, was er über den Weg in die himmlische Herrlichkeit sagen wird (vgl. 8,12; 12,32; 14,2-3.6; 17,24).
3,12
14,1-5
Weish 9,16-17

Ohne Glauben an Jesus kein Leben

13Niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen als nur der eine, der vom Himmel herabgekommen ist, der Menschensohn.

3,13
Spr 30,4
14Mose richtete in der Wüste den Pfahl mit der bronzenen Schlange auf. Genauso muss auch der Menschensohn erhöht3,14 Vgl. Vers 13 und die Anmerkung zu 12,32. werden,
3,14
Num 21,9
15damit alle, die sich im Glauben ihm zuwenden,3,15 die sich ...: wörtlich die an ihn glauben. Wegen der Missverständlichkeit dieses Ausdrucks wird »glauben an« auch in den Versen 16 und 18 umschrieben mit sich verlassen auf, sich halten an, annehmen. durch ihn ewiges Leben bekommen.
3,15
20,31

16Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn3,16 Siehe Sacherklärung »eingeboren(er Sohn)«. hergab. Nun werden alle, die sich auf den Sohn Gottes verlassen, nicht zugrunde gehen, sondern ewig leben.

3,16
3,36
5,24
1 Joh 4,9-10
Röm 8,32

17Gott sandte den Sohn nicht in die Welt, um die Menschen zu verurteilen, sondern um sie zu retten.

3,17
12,47
18Wer sich an den Sohn Gottes hält, wird nicht verurteilt. Wer sich aber nicht an ihn hält, ist schon verurteilt, weil er Gottes einzigen Sohn nicht angenommen hat.
3,18
5,22

19So geschieht die Verurteilung: Das Licht ist in die Welt gekommen, aber die Menschen liebten die Dunkelheit mehr als das Licht; denn ihre Taten waren schlecht.

3,19
8,12
20Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und bleibt im Dunkeln, damit seine schlechten Taten nicht offenbar werden.
3,20
Eph 5,11-13
21Aber wer der Wahrheit gehorcht, kommt zum Licht; denn das Licht macht offenbar, dass er mit seinen Taten Gott gehorsam war.

Jesus und der Täufer

22Danach ging Jesus mit seinen Jüngern in das Gebiet von Judäa. Dort verbrachte er einige Zeit mit ihnen und taufte. 23Auch Johannes taufte in Änon, nicht weit von Salim, denn dort gab es reichlich Wasser. Immer noch kamen Leute zu ihm und er taufte sie; 24denn er war zu jener Zeit noch nicht im Gefängnis.

3,24
Mk 1,146,17

25Einmal stritten sich einige Jünger von Johannes mit einem anderen Juden darüber, welche Taufe den höheren Rang habe.3,25 welche Taufe ...: wörtlich über die Reinigung; vgl. auch Sacherklärung »Täufer«. 26Sie kamen deshalb zu Johannes und sagten zu ihm: »Rabbi, der Mann, der dich am anderen Jordanufer aufsuchte und auf den du als Zeuge hingewiesen hast, der tauft jetzt auch und alle gehen zu ihm!«

3,26
1,29-34

27Johannes antwortete: »Kein Mensch kann sich etwas nehmen, auch nicht das Geringste, wenn Gott es ihm nicht gegeben hat. 28Ihr könnt selbst bestätigen, dass ich sagte: ›Ich bin nicht der versprochene Retter,3,28 Wörtlich der Christus. sondern ich bin nur vor ihm hergesandt worden.‹

3,28
1,20
29Wer die Braut bekommt, ist der Bräutigam. Der Freund des Bräutigams steht dabei, und wenn er den Bräutigam jubeln hört, ist er voller Freude. Genauso geht es jetzt mir: An meiner Freude fehlt nichts mehr.
3,29
Mk 2,19Mt 9,15
30Sein Einfluss muss wachsen, meiner muss abnehmen.«

Gottes Sohn bringt das Leben

31Er, der von oben kommt, steht über allen. Wer von der Erde stammt, gehört zur Erde und redet aus irdischer Sicht. Er aber, der vom Himmel kommt,

3,31
8,23
1 Joh 4,5
32bezeugt das, was er dort gesehen und gehört hat. Doch keiner hört auf ihn.
3,32
3,11

33Wer auf ihn hört, bestätigt damit, dass Gott die Wahrheit sagt. 34Der von Gott Gesandte spricht ja die Worte Gottes, denn Gott gibt ihm seinen Geist in grenzenloser Fülle.

35Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben.

3,35
5,20
10,17
13,3
14,10
17,2
Mt 11,27
28,18
36Wer sich an den Sohn hält,3,36 Wörtlich Wer an den Sohn glaubt. hat das ewige Leben. Wer nicht auf den Sohn hört, wird niemals das Leben finden; er wird dem Zorngericht Gottes nicht entgehen.
3,36
3,16

4

Jesus und die Frau aus Samarien

41Jesus erfuhr, dass die Pharisäer auf ihn aufmerksam wurden, weil er mehr Anhänger gewann und taufte als Johannes. –

4,1-2
3,22
2Er selbst taufte übrigens nicht; das taten seine Jünger. – 3Deshalb verließ Jesus Judäa und ging zurück nach Galiläa.

4Dabei musste er durch Samarien ziehen. 5Unterwegs kam er in die Nähe des Dorfes Sychar, das nicht weit von dem Feld entfernt liegt, das Jakob einst seinem Sohn Josef vererbt hatte.

4,5
Gen 33,14
48,22
6Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war von dem langen Weg müde geworden und setzte sich an den Brunnen. Es war gegen Mittag.

7Da kam eine samaritische Frau zum Wasserholen. Jesus sagte zu ihr: »Gib mir einen Schluck Wasser!« 8Seine Jünger waren ins Dorf gegangen, um etwas zu essen zu kaufen.

9Die Frau antwortete: »Du bist ein Jude und ich bin eine Samariterin. Wie kannst du mich da um etwas zu trinken bitten?« – Die Juden vermeiden nämlich jeden Umgang mit Samaritern.

4,9
Lk 10,33

10Jesus antwortete: »Wenn du wüsstest, was Gott den Menschen schenken will und wer es ist, der dich jetzt um Wasser bittet, dann hättest du ihn um Wasser gebeten und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.«4,10 Lebendiges Wasser ist ursprünglich Quellwasser im Unterschied zu Wasser aus einer Zisterne; hier geht es um »Wasser, das Leben gibt«. In der »Guten Nachricht nach Johannes« ist dies ein Bild für den Heiligen Geist; vgl. 7,39.

4,10
7,37

11»Herr, du hast doch keinen Eimer«, sagte die Frau, »und der Brunnen ist tief. Woher willst du dann das lebendige Wasser haben? 12Unser Stammvater Jakob hat uns diesen Brunnen hinterlassen. Er selbst, seine Söhne und seine ganze Herde tranken daraus. Du willst doch nicht sagen, dass du mehr bist als Jakob?«

4,12
8,53

13Jesus antwortete: »Wer dieses Wasser trinkt, wird wieder durstig.

4,13-14
7,37
6,35
14Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird nie mehr Durst haben. Ich gebe ihm Wasser, das in ihm zu einer Quelle wird, die bis ins ewige Leben weitersprudelt.«

15»Herr, gib mir von diesem Wasser«, bat die Frau, »dann werde ich keinen Durst mehr haben und muss nicht mehr hierherkommen, um Wasser zu schöpfen.«

4,15
6,34

16Jesus sagte zu ihr: »Geh und bring deinen Mann her!«

17»Ich habe keinen Mann«, sagte die Frau.

Jesus erwiderte: »Es stimmt, wenn du sagst: ›Ich habe keinen Mann.‹ 18Fünfmal warst du verheiratet, und der, mit dem du jetzt zusammenlebst, ist nicht dein Mann. Da hast du die Wahrheit gesagt.«

19»Herr, ich sehe, du bist ein Prophet«, sagte die Frau.

4,19
9,17
Mt 21,46
20»Unsere Vorfahren verehrten Gott auf diesem Berg. Ihr Juden dagegen behauptet, dass Jerusalem der Ort ist, an dem Gott verehrt werden will.«
4,20
Dtn 12,5-14

21Jesus sagte zu ihr: »Glaube mir, Frau, es kommt die Zeit, da werdet ihr den Vater weder auf diesem Berg noch in Jerusalem anbeten. 22Ihr Samariter betet zu Gott, aber ihr kennt ihn nicht; doch wir kennen ihn, denn die Rettung für alle Menschen kommt von den Juden.

4,22
Jes 2,3
Obd 17
Röm 9,4
23-24Aber die Stunde kommt, ja sie ist schon gekommen,4,23-24 Die Verse 23-24 von hier ab wörtlich: dass die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten; denn solche sucht auch der Vater als seine Anbeter. Gott ist Geist, und die, die ihn anbeten wollen, müssen ihn in Geist und Wahrheit anbeten. Die wörtliche Wiedergabe ist jedoch missverständlich, weil die beiden wichtigsten Begriffe (Geist und Wahrheit; vgl. die Sacherklärungen) bei Johannes Bedeutungen haben, die im heutigen Deutsch ungebräuchlich sind. Die Übersetzung entfaltet den beabsichtigten Sinn. da wird der Heilige Geist, der Gottes Wahrheit enthüllt, Menschen befähigen, den Vater an jedem Ort anzubeten. Gott ist ganz anders als diese Welt, er ist machtvoller Geist, und alle, die ihn anbeten wollen, müssen vom Geist der Wahrheit erfüllt sein. Von solchen Menschen will der Vater angebetet werden.«
4,23-24
3,3-8
2 Kor 3,17
Phil 3,3

25Die Frau sagte zu ihm: »Ich weiß, dass der Messias kommen wird, der versprochene Retter.4,25 Wörtlich der Messias kommen wird, der Christus genannt wird. Wenn er kommt, wird er uns alles sagen.«

4,25
1,41
7,2631
10,24
11,27
Lk 22,67

26Jesus antwortete: »Er spricht mit dir; ich bin es.«4,26 Vgl. Anmerkung zu 8,24.

4,26
9,37

27In diesem Augenblick kehrten seine Jünger zurück. Sie wunderten sich, ihn im Gespräch mit einer Frau anzutreffen.4,27 Für einen Juden, besonders einen Rabbi, war es nicht üblich, sich mit einer Frau zu unterhalten. Aber keiner fragte ihn: »Was willst du von ihr?«, oder: »Worüber redest du mit ihr?«

28Die Frau ließ ihren Wasserkrug stehen, ging ins Dorf und sagte zu den Leuten: 29»Da ist einer, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe. Kommt mit und seht ihn euch an! Ist er vielleicht der versprochene Retter?«4,29 Wörtlich der Christus? 30Da gingen sie alle hinaus zu Jesus.

31Inzwischen forderten die Jünger ihn auf: »Rabbi, iss doch etwas!«

32Aber er antwortete: »Ich lebe von einer Nahrung, die ihr nicht kennt.«

33Da fragten sie einander: »Hat ihm vielleicht jemand etwas zu essen gebracht?«

34Jesus sagte zu ihnen: »Meine Nahrung ist, dass ich dem gehorche, der mich gesandt hat, und sein Werk vollende.

4,34
6,38
8,28
10,18
12,49-50
14,31
15,10
17,4
35Ihr denkt, wie es im Sprichwort heißt: ›Zwischen Saat und Ernte liegen vier Monate!‹ Aber ich sage euch: Macht die Augen auf und seht euch die Felder an! Das Korn ist schon reif für die Ernte.
4,35
Mt 9,37
36Er, der sie einbringt, erhält schon jetzt seinen Lohn und sammelt Frucht für das ewige Leben. Er freut sich zur gleichen Zeit wie der, der gesät hat.

37Aber das andere Sprichwort, das trifft zu: ›Einer sät und ein anderer erntet.‹

4,37
Mi 6,15
38Denn ich habe euch zum Ernten auf ein Feld geschickt, auf dem ihr nicht gearbeitet habt. Andere haben sich vor euch dort abgemüht, ihr braucht ihre Arbeit nur weiterzuführen.«

39Viele Samariter in jenem Ort kamen zum Glauben an Jesus, weil die Frau bezeugt hatte: »Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.« 40Als sie nun bei Jesus eintrafen, baten sie ihn zu bleiben, und er verbrachte zwei Tage bei ihnen.

41Da kamen noch viel mehr von ihnen zum Glauben aufgrund seiner Worte.

4,41
2,23
42Sie erklärten der Frau: »Jetzt glauben wir nicht länger wegen deiner Erzählung, sondern weil wir ihn selbst gehört haben. Wir wissen jetzt, dass er wirklich der Retter der Welt ist.«
4,42
Lk 2,11

Jesus heilt den Sohn eines königlichen Beamten

43Nachdem Jesus zwei Tage dort geblieben war, verließ er die Gegend und ging weiter nach Galiläa. 44Er selbst hatte gesagt: »Kein Prophet gilt etwas in seiner Heimat.«

4,44
Mk 6,4
45Als er nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Leute freundlich auf. Sie waren nämlich beim Passafest in Jerusalem gewesen und hatten alles gesehen, was er dort während der Feiertage getan hatte.

46In Galiläa kam Jesus auch wieder nach Kana, wo er das Wasser zu Wein gemacht hatte. Damals lebte in Kafarnaum ein königlicher Beamter, dessen Sohn war krank.

4,46-53
Mt 8,5-13
4,46
2,1-11
47Als er hörte, dass Jesus von Judäa nach Galiläa gekommen war, ging er zu ihm und bat ihn: »Komm doch nach Kafarnaum und mach meinen Sohn gesund; er liegt im Sterben.«

48Jesus sagte zu ihm: »Ihr alle glaubt mir nur, wenn ihr aufsehenerregende Wunder seht.«

4,48
6,30

49Der Beamte bat ihn: »Herr, komm doch mit mir, bevor mein Kind stirbt!«

50»Geh ruhig heim«, sagte Jesus zu ihm, »dein Sohn lebt!«

Er glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte, und ging. 51Schon unterwegs kamen ihm seine Diener entgegen und berichteten: »Dein Sohn lebt!« 52Er fragte sie, seit wann es ihm besser gehe, und sie antworteten: »Gestern Mittag um ein Uhr hat das Fieber aufgehört.«

53Da erkannte der Vater, dass es genau zu der Stunde geschehen war, als Jesus zu ihm sagte: »Dein Sohn lebt!« Er kam zum Glauben an Jesus, er und seine ganze Hausgemeinschaft.

4,53
2,23

54Dieses zweite Wunderzeichen vollbrachte Jesus, als er von Judäa wieder nach Galiläa gekommen war.

4,54
2,11

5

Die Heilung am Teich Betesda

51Bald darauf war ein jüdisches Fest und Jesus ging hinauf nach Jerusalem. 2Am Schaftor in Jerusalem befindet sich ein Teich mit fünf offenen Hallen. Auf Hebräisch wird er Betesda genannt. 3Eine große Anzahl von Kranken lag ständig in den Hallen: Blinde, Gelähmte und Menschen mit erstorbenen Gliedern.5,3 Viele spätere Handschriften fügen hinzu: Sie warteten darauf, dass das Wasser Wellen schlug; 4 denn von Zeit zu Zeit kam ein Engel Gottes und brachte das Wasser in Bewegung. Wer als Erster in das bewegte Wasser hineinging, wurde gesund, ganz gleich, welche Krankheit er hatte.

5Unter ihnen war auch ein Mann, der seit achtunddreißig Jahren krank war. 6Jesus sah ihn dort liegen. Er erkannte, dass der Mann schon lange unter seiner Krankheit litt, und fragte ihn: »Willst du gesund werden?«

7Der Kranke antwortete: »Herr, ich habe keinen, der mir in den Teich hilft, wenn das Wasser sich bewegt. Wenn ich es allein versuche, ist immer schon jemand vor mir da.«

8Jesus sagte zu ihm: »Steh auf, nimm deine Matte und geh!«

5,8-9
Mk 2,10-11
9Im selben Augenblick wurde der Mann gesund. Er nahm seine Matte und konnte wieder gehen.

Der Tag, an dem dies geschah, war ein Sabbat.

5,9 (Sabbat)
5,1618
7,21-22
9,14
Mk 2,27-28
10Einige von den führenden Männern5,10 Wörtlich Die Juden, ebenso in Vers 15; vgl. Anmerkung zu 1,19. sagten deshalb zu dem Geheilten: »Heute ist Sabbat, da darfst du deine Matte nicht tragen!«
5,10
Ex 20,8-10
Jer 17,21-22

11Er antwortete: »Der Mann, der mich geheilt hat, sagte zu mir: ›Nimm deine Matte und geh!‹«

12Da fragten sie ihn: »Wer ist es, der dir so etwas befohlen hat?« 13Aber er konnte keine Auskunft darüber geben; denn Jesus hatte den Ort wegen der vielen Menschen schon wieder verlassen.

5,13
6,15
11,54
12,36b
Mt 8,18
13,36

14Später traf Jesus ihn im Tempel und sagte: »Hör zu! Du bist jetzt gesund. Tu nichts Unrechtes mehr, sonst wird es dir noch schlimmer ergehen.«

5,14
8,11
Mt 12,45Jak 5,16

15Der Geheilte ging fort und berichtete den führenden Männern, dass es Jesus war, der ihn gesund gemacht hatte. 16Da begannen sie, Jesus zu verfolgen, weil er an einem Sabbat geheilt hatte.

17Jesus aber sagte zu ihnen: »Mein Vater ist ständig am Werk und deshalb bin ich es auch.«

18Daraufhin waren sie noch fester entschlossen, ihn zu töten. Denn Jesus setzte nicht nur die Sabbatvorschriften außer Kraft, er behauptete sogar, dass Gott sein Vater5,18 Wörtlich sein eigener Vater; d.h.Vater in der herausgehobenen Bedeutung von 1,18. sei, und stellte sich so mit Gott auf eine Stufe.

5,18
7,1

Die Vollmacht des Sohnes

19Jesus erwiderte auf ihre Vorwürfe: »Amen, ich versichere euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun; er kann nur tun, was er den Vater tun sieht. Was der Vater tut, genau das tut auch der Sohn.

5,19
1,34

20Der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles, was er selber tut. Er wird ihm noch größere Taten zeigen, sodass ihr staunen werdet.

5,20
3,35
21Denn wie der Vater die Toten auferweckt und ihnen das Leben gibt, so gibt auch der Sohn das Leben, wem er will.
5,21
11,25

22Auch seine ganze richterliche Macht hat der Vater dem Sohn übergeben; er selbst spricht über niemand das Urteil.

5,22 (Jesus als Richter)
3,18
5,2730
9,39
12,47-48
1 Joh 2,28
Apg 10,42
Jud 14-15
23Denn alle sollen den Sohn ebenso ehren wie den Vater. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht, der ihn gesandt hat.
5,23
Phil 2,10-11

24Amen, ich versichere euch: Alle, die auf mein Wort hören und dem glauben, der mich gesandt hat, haben das ewige Leben. Sie kommen nicht mehr vor Gottes Gericht; sie haben den Tod schon hinter sich gelassen und das unvergängliche Leben erreicht.

5,24 (ewiges Leben)
3,16
8,51
10,28
11,25-26
14,6
17,2
20,31
1 Joh 2,25
3,14
5,11

25Amen, ich versichere euch: Die Stunde kommt – ja, sie ist schon da –, dass die Toten die Stimme des Gottessohnes hören werden, und wer sie hört, wird leben. 26Wie der Vater der Geber des Lebens ist, so hat er auch dem Sohn Macht verliehen, Leben zu geben.

5,26
1,4
27Und er hat dem Sohn die Macht verliehen, Gericht zu halten, weil er der Menschensohn ist.

28Wundert euch nicht darüber! Die Stunde kommt, da werden alle Toten in den Gräbern seine Stimme hören 29und ihre Gräber verlassen. Alle, die Gutes getan haben, werden auferstehen, um das Leben zu empfangen, und die Böses getan haben, um verurteilt zu werden.

30Ich kann nichts von mir aus tun, sondern entscheide als Richter so, wie ich den Vater entscheiden höre. Meine Entscheidung ist gerecht, denn ich setze nicht meinen eigenen Willen durch, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.«

5,30
4,34

Zeugen für Jesus

31»Wenn ich für mich selbst als Zeuge auftreten wollte, hätte meine Aussage keine Beweiskraft. 32Es gibt einen anderen Zeugen, der für mich aussagt, und ich weiß, dass er die Wahrheit über mich sagt.

33Ich meine damit nicht Johannes.5,33 Ich meine ...: verdeutlichender Zusatz. Ihr habt Boten zu ihm geschickt und er ist als Zeuge für die Wahrheit eingetreten.

5,33-34
1,19.15.34
34Ich brauche aber keinen Menschen als Zeugen; auf Johannes verweise ich nur, weil ich möchte, dass ihr gerettet werdet. 35Johannes war wie eine brennende Lampe, ihr aber wolltet nichts weiter, als eine Zeit lang an seinem Licht eure Freude haben.

36Ich habe ein Zeugnis auf meiner Seite, das die Aussage von Johannes weit übertrifft: die Taten meines Vaters, die ich in seinem Auftrag vollenden soll. Sie sprechen für mich und bestätigen, dass mein Vater mich gesandt hat.

5,36
4,34
10,2538
14,10-11
15,24

37Der Vater selbst, der mich gesandt hat, hat mit diesen Taten für mich ausgesagt. Ihr habt seine Stimme niemals gehört und seine Gestalt nie gesehen.

5,37
Ex 20,19
Dtn 4,12
38Auch sein Wort in den Heiligen Schriften nützt euch nichts mehr – weil ihr dem, den er gesandt hat, keinen Glauben schenkt.
5,38
16,9
39Ihr forscht doch in den Heiligen Schriften und seid überzeugt, in ihnen das ewige Leben zu finden – und gerade sie weisen auf mich hin.
5,39
2 Tim 3,15-16
Lk 24,2744
1 Petr 1,10-11
40Aber ihr seid nicht bereit, zu mir zu kommen und so das ewige Leben zu haben.

41Ich bin nicht darauf aus, von Menschen geehrt zu werden.

5,41
7,18
42Außerdem kenne ich euch; ich weiß, dass in euren Herzen keine Liebe zu Gott ist. 43Ich bin im Auftrag meines Vaters gekommen, doch ihr weist mich ab. Wenn aber jemand in seinem eigenen Auftrag kommt, werdet ihr ihn aufnehmen. 44Wie könntet ihr denn auch zum Glauben an mich kommen? Ihr legt ja nur Wert darauf, einer vom andern bestätigt zu werden. Aber die Anerkennung bei Gott, dem Einen, zu dem ihr euch bekennt,5,44 Wörtlich bei dem alleinigen Gott; vgl. Dtn 6,4. die sucht ihr nicht.
5,44
12,43

45Ihr braucht aber nicht zu denken, dass ich euch bei meinem Vater verklagen werde. Mose klagt euch an, derselbe Mose, auf dessen Fürsprache ihr hofft. 46Wenn ihr Mose wirklich glaubtet, dann würdet ihr auch mir glauben; denn er hat über mich geschrieben.

5,46
Dtn 18,1518
Lk 24,2744
Apg 3,22
7,37
47Da ihr aber seinen geschriebenen Worten nicht glaubt, wie könnt ihr dann meinen gesprochenen glauben?«
5,47
Lk 16,31