Gute Nachricht Bibel (GNB)
11

Lazarus stirbt

111Lazarus aus Betanien war krank geworden – aus dem Dorf, in dem Maria und ihre Schwester Marta wohnten.

11,1-2
12,1-3
Lk 10,38-39
2Maria war es, die später die Füße des Herrn mit dem kostbaren Öl übergossen und dann mit ihrem Haar getrocknet hat; deren Bruder war der erkrankte Lazarus.

3Da ließen die Schwestern Jesus mitteilen: »Herr, dein Freund ist krank.«

4Als Jesus das hörte, sagte er: »Diese Krankheit führt nicht zum Tod. Sie dient dazu, die Herrlichkeit Gottes offenbar zu machen; denn durch sie wird der Sohn Gottes zu seiner Herrlichkeit gelangen.«11,4 denn durch sie ...: wörtlich damit durch sie der Sohn Gottes verherrlicht wird. Die Aussage hat einen doppelten Sinn: Die Verherrlichung geschieht in der Auferweckung von Lazarus (vgl. Verse 25-26), diese aber wird zum Anlass für die weitergehende Verherrlichung von Jesus, die in seinem Tod und in seiner Auferweckung geschieht (vgl. Verse 46-53; 13,31-32; 17,1.2.5).

11,4
9,3
17,1

5Jesus liebte Marta und ihre Schwester und Lazarus. 6Aber als er die Nachricht erhielt, dass Lazarus krank sei, blieb er noch zwei Tage an demselben Ort. 7Erst dann sagte er zu seinen Jüngern: »Wir gehen nach Judäa zurück!«

8Sie antworteten: »Rabbi, kürzlich erst hätten dich die Leute dort11,8 die Leute dort: wörtlich die Juden; vgl. Anmerkung zu 1,19. beinahe gesteinigt. Und nun willst du zu ihnen zurückkehren?«

11,8
8,59
10,31

9Jesus sagte: »Der Tag hat zwölf Stunden. Wenn jemand am hellen Tag wandert, stolpert er nicht, weil er das Tageslicht sieht.

11,9-10
12,35-36
8,12
11,9
9,4
10Lauft ihr aber in der Nacht umher, so stolpert ihr, weil das Licht nicht mehr bei euch ist.«11,10 In Vers 9 spricht Jesus von sich: Sein Tag ist noch nicht abgelaufen. In Vers 10 warnt er die Jünger vor innerem Schaden, wenn sie sich jetzt von ihm, dem Licht, trennen sollten.

11Danach sagte Jesus zu seinen Jüngern: »Unser Freund Lazarus ist eingeschlafen. Aber ich werde hingehen und ihn aufwecken.«

11,11
Mk 5,39

12Sie antworteten: »Herr, wenn er schläft, dann geht’s ihm bald besser.«

13Jesus hatte jedoch von seinem Tod gesprochen; sie aber meinten, er rede nur vom Schlaf. 14Da sagte Jesus ihnen ganz offen: »Lazarus ist tot. 15Und euretwegen bin ich froh, dass ich nicht bei ihm war. So wird euer Glaube gefestigt. Aber gehen wir jetzt zu ihm!«

16Thomas, der auch Zwilling genannt wird, sagte zu den anderen Jüngern: »Auf, gehen wir mit Jesus und sterben mit ihm!«

11,16
Mk 14,31

Jesus ist das Leben. Lazarus wird vom Tod auferweckt

17Als Jesus nach Betanien kam, lag Lazarus schon vier Tage im Grab.

18Das Dorf war keine drei Kilometer11,18 Griechische Maßangabe 15 Stadien. von Jerusalem entfernt, 19und viele Leute aus der Stadt11,19 Wörtlich viele von den Juden; vgl. Anmerkung zu 1,19. hatten Marta und Maria aufgesucht, um sie zu trösten.

20Als Marta hörte, dass Jesus kam, ging sie ihm entgegen vor das Dorf, aber Maria blieb im Haus. 21Marta sagte zu Jesus: »Herr, wenn du hier gewesen wärst, hätte mein Bruder nicht sterben müssen. 22Aber ich weiß, dass Gott dir auch jetzt keine Bitte abschlägt.«

23»Dein Bruder wird auferstehen«, sagte Jesus zu Marta.

24»Ich weiß«, erwiderte sie, »er wird auferstehen, wenn alle Toten lebendig werden, am letzten Tag.«

11,24
5,29
Dan 12,2

25Jesus sagte zu ihr: »Ich bin die Auferstehung und das Leben.11,25 Ich bin ...: siehe Sacherklärung »Ich-bin-Worte«. Wer mich annimmt, wird leben, auch wenn er stirbt,

11,25
5,2124
8,51
26und wer lebt und sich auf mich verlässt, wird niemals sterben, in Ewigkeit nicht.11,26 Wer mich annimmt und (wer) sich auf mich verlässt: wörtlich Wer/wer an mich glaubt. Glaubst du mir das?«

27Sie antwortete: »Ja, Herr, ich glaube, dass du der versprochene Retter11,27 Wörtlich der Christus. bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.«

11,27
4,25
1,34

28Nach diesen Worten ging Marta zu ihrer Schwester zurück, nahm sie beiseite und sagte zu ihr: »Unser Lehrer ist hier und will dich sehen!« 29Als Maria das hörte, stand sie schnell auf und lief zu ihm hinaus.

30Jesus selbst war noch nicht in das Dorf hineingegangen. Er war immer noch an der Stelle, wo Marta ihn getroffen hatte. 31Die Leute aus Jerusalem,11,31 Wörtlich die Juden, ebenso in den Versen 33 und 36; vgl. Anmerkung zu 1,19. die bei Maria im Haus waren, um sie zu trösten, sahen, wie sie aufsprang und hinauseilte. Sie meinten, Maria wolle zum Grab gehen, um dort zu weinen, und folgten ihr.

32Als Maria zu Jesus kam und ihn sah, warf sie sich vor ihm nieder. »Herr, wenn du hier gewesen wärst, hätte mein Bruder nicht sterben müssen«, sagte sie zu ihm.

33Jesus sah sie weinen; auch die Leute, die mit ihr gekommen waren, weinten. Da wurde er zornig und war sehr erregt. 34»Wo habt ihr ihn hingelegt?«, fragte er.

»Komm und sieh es selbst, Herr!«, sagten sie.

35Jesus fing an zu weinen. 36Da sagten die Leute: »Er muss ihn sehr geliebt haben!« 37Aber einige meinten: »Den Blinden hat er sehend gemacht. Hätte er nicht verhindern können, dass Lazarus stirbt?«

11,37
9,6-7

38Aufs Neue wurde Jesus zornig. Er ging zum Grab. Es bestand aus einer Höhle, deren Zugang mit einem Stein verschlossen war.

11,38
20,1
Mk 15,46

39»Nehmt den Stein weg!«, befahl er.

Marta, die Schwester des Toten, wandte ein: »Herr, der Geruch! Er liegt doch schon vier Tage im Grab.«

40Jesus sagte zu ihr: »Ich habe dir doch gesagt, dass du die Herrlichkeit Gottes sehen wirst, wenn du nur Glauben hast.« 41Da nahmen sie den Stein weg.

Jesus blickte zum Himmel auf und sagte: »Vater, ich danke dir, dass du meine Bitte erfüllst. 42Ich weiß, dass du mich immer erhörst. Aber wegen der Menschenmenge, die hier steht, spreche ich es aus – damit sie glauben, dass du mich gesandt hast.«

11,42
12,30

43Nach diesen Worten rief er laut: »Lazarus, komm heraus!« 44Der Tote kam heraus; seine Hände und Füße waren mit Binden umwickelt und sein Gesicht war mit einem Tuch verhüllt.

Jesus sagte: »Nehmt ihm das alles ab und lasst ihn nach Hause gehen!«

11,44
20,6-7

Einer soll für das Volk sterben

45Viele Leute aus der Stadt,11,45 Wörtlich viele Juden; vgl. Anmerkung zu 1,19. die zu Maria gekommen waren und alles miterlebt hatten, kamen zum Glauben an Jesus.

11,45
2,23
46Aber einige von ihnen gingen zu den Pharisäern und berichteten ihnen, was er getan hatte.

47Da beriefen die führenden Priester mit den Pharisäern eine Sitzung des Rates ein und sagten: »Was sollen wir machen? Dieser Mann tut viele Wunder.

11,47-48
2,11
Mk 14,1-2Apg 4,16
48Wenn wir ihn so weitermachen lassen, werden sich ihm noch alle anschließen.11,48 Wörtlich werden noch alle an ihn glauben. Dann werden die Römer einschreiten und uns auch noch den Rest an Verfügungsgewalt über Tempel und Volk entziehen.«

49Kajaphas, einer von ihnen, der in jenem Jahr der Oberste Priester war, sagte: »Ihr begreift rein gar nichts!

11,49-50
18,14
50Seht ihr nicht, dass es euer Vorteil ist, wenn einer für alle stirbt und nicht das ganze Volk vernichtet wird?«

51Das sagte er aber nicht aus sich selbst, sondern als der Oberste Priester in jenem Jahr sprach er aus prophetischer Eingebung, und so sagte er voraus, dass Jesus für das jüdische Volk sterben werde – 52und nicht nur für dieses Volk, sondern auch, um die in aller Welt verstreut lebenden Kinder Gottes zusammenzuführen.

11,52
10,16

53Von diesem Tag an waren die führenden Männer fest entschlossen, Jesus zu töten.

11,53
7,1
54Er zeigte sich deshalb nicht mehr in der Öffentlichkeit,11,54 Wörtlich öffentlich unter den Juden; vgl. Anmerkung zu 1,19. sondern ging von dort weg in die Gegend am Rand der Wüste, in eine Ortschaft namens Efraïm. Dort blieb er mit seinen Jüngern.
11,54
5,13

55Es war kurz vor dem jüdischen Passafest, und viele Bewohner aus dem ganzen Land zogen nach Jerusalem hinauf. Sie wollten sich vor dem Fest nach den vorgeschriebenen Regeln reinigen.

11,55
2,13
2 Chr 30,17-18
56Sie suchten Jesus überall, und als sie im Tempel beisammenstanden, fragten sie einander: »Was meint ihr? Zum Fest wird er doch sicher kommen!«
11,56
7,11

57Die führenden Priester und Pharisäer hatten aber angeordnet: »Jeder, der seinen Aufenthaltsort kennt, soll es melden!« Denn sie wollten ihn verhaften.

12

Eine Frau ehrt Jesus vor seinem Sterben

(Mt 26,6-13; Mk 14,3-9)

121Sechs Tage vor dem Passafest kam Jesus wieder nach Betanien, dem Ort, wo Lazarus wohnte, den er vom Tod auferweckt hatte.

12,1-3
11,1-2
2Die Geschwister hatten Jesus zu Ehren ein Festessen vorbereitet. Marta trug auf, während Lazarus mit Jesus und den anderen zu Tisch lag.
12,2
Lk 10,40
3Maria aber nahm eine Flasche12,3 eine Flasche: wörtlich 1 Litra (= ca. 325 g). mit reinem, kostbarem Nardenöl, goss es Jesus über die Füße und trocknete diese mit ihrem Haar. Das ganze Haus duftete nach dem Öl.
12,3
Lk 7,37-38

4Judas Iskariot, einer von den Jüngern, der Jesus später verriet, sagte:

12,4 (Judas)
6,71
13,227
18,2
5»Warum wurde dieses Öl nicht für dreihundert Silberstücke verkauft und das Geld an die Armen verteilt?« 6Er sagte das nicht etwa, weil er ein Herz für die Armen hatte, sondern weil er ein Dieb war. Er verwaltete die gemeinsame Kasse und griff oft zur eigenen Verwendung hinein.

7Jesus sagte: »Lass sie in Ruhe! Nach Gottes Willen hat sie dieses Öl für den Tag meines Begräbnisses aufbewahrt.«

12,7
19,40
8Und an alle Jünger gewandt, fügte er hinzu: »Arme wird es immer bei euch geben, aber mich habt ihr nicht mehr lange bei euch.«
12,8
Dtn 15,11

Lazarus in Gefahr

9Die große Menge der Leute in Jerusalem12,9 Wörtlich Die große Menge der Juden; vgl. Anmerkung zu 1,19. hatte inzwischen gehört, dass Jesus in Betanien sei, und sie gingen dorthin. Sie kamen nicht nur seinetwegen, sondern auch weil sie Lazarus sehen wollten, den Jesus vom Tod auferweckt hatte.

12,9.11
11,4345
2,23

10Da beschlossen die führenden Priester, auch Lazarus zu töten; 11denn seinetwegen gingen viele Juden dorthin und kamen zum Glauben an Jesus.

Jesus zieht in Jerusalem ein

(Mt 21,1-11; Mk 11,1-11; Lk 19,28-40)

12Am nächsten Tag hörte die große Menge, die zum Passafest gekommen war, Jesus sei auf dem Weg nach Jerusalem. 13Da nahmen sie Palmzweige, zogen ihm entgegen vor die Stadt und riefen laut: »Gepriesen sei Gott! Heil dem, der in seinem Auftrag kommt! Heil dem König Israels!«

12,13
zit

14Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, so wie es schon in den Heiligen Schriften heißt:

15»Fürchte dich nicht, du Zionsstadt!

Sieh, dein König kommt!

Er reitet auf einem jungen Esel.«

12,15
zit

16Damals verstanden seine Jünger dies alles noch nicht; aber als Jesus in Gottes Herrlichkeit aufgenommen war, wurde ihnen bewusst, dass dieses Schriftwort sich auf ihn bezog und dass die Volksmenge ihn dementsprechend empfangen hatte.
12,16
2,22
17,1

17Als Jesus Lazarus aus dem Grab gerufen und vom Tod auferweckt hatte, waren viele dabei gewesen und hatten es als Zeugen weitererzählt. 18Aus diesem Grund kam ihm jetzt eine so große Menschenmenge entgegen. Sie alle hatten von dem Wunder gehört, das er vollbracht hatte.

19Die Pharisäer aber sagten zueinander: »Da seht ihr doch, dass wir so nicht weiterkommen! Alle Welt läuft ihm nach!«

12,19
11,48

Vertreter der nicht jüdischen Welt suchen Jesus

20Unter denen, die zum Fest nach Jerusalem gekommen waren, um Gott anzubeten, befanden sich auch einige Nichtjuden.12,20 Wörtlich Griechen; damit sind Menschen aus nicht jüdischen Völkern gemeint, die den einen Gott Israels verehrten und sich untereinander auf Griechisch verständigten. 21Sie gingen zu Philippus, der aus Betsaida in Galiläa stammte, und sagten zu ihm: »Herr, wir möchten gerne Jesus kennenlernen.«

12,21
1,44

22Philippus sagte es Andreas, und die beiden gingen zu Jesus.

23Er antwortete ihnen: »Die Stunde ist gekommen! Jetzt wird die Herrlichkeit des Menschensohns sichtbar werden.

12,23
2,4

24Amen, ich versichere euch: Das Weizenkorn muss in die Erde fallen und sterben, sonst bleibt es allein. Aber wenn es stirbt, bringt es viel Frucht.

12,24
1 Kor 15,36

25Wer sein Leben liebt, wird es verlieren. Wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es für das ewige Leben bewahren.

12,25
Mt 10,38-39
26Wer mir dienen will, muss mir auf meinem Weg folgen, und wo ich bin, werden dann auch die sein, die mir gedient haben. Sie alle werden von meinem Vater geehrt werden.«
12,26
14,3
17,24
Mt 10,24-25
Mk 10,44-45

Jesus spricht von seinem Tod

27»Mir ist jetzt sehr bange. Was soll ich tun? Soll ich sagen: ›Vater, lass diese Stunde an mir vorbeigehen‹? Aber ich bin ja in diese Stunde gekommen, um sie durchzustehen.

12,27
12,23
Mk 14,34-36
28Vater, bring du deinen Namen jetzt zu Ehren!«

Da sagte eine Stimme vom Himmel: »Das habe ich bisher getan, ich werde es auch jetzt tun.«

12,28
17,1

29Die Menge, die dort stand, hörte die Stimme, und einige sagten: »Es hat gedonnert!« Andere meinten: »Ein Engel hat mit ihm gesprochen.«

30Aber Jesus sagte zu ihnen: »Diese Stimme wollte nicht mir etwas sagen, sondern euch.

12,30
11,42
31Jetzt wird Gericht gehalten über diese Welt. Jetzt wird der Herrscher dieser Welt gestürzt.
12,31
14,30
16,11
32Ich aber werde von der Erde erhöht werden,12,32 erhöht: In der »Guten Nachricht nach Johannes« spricht Jesus von seiner bevorstehenden Kreuzigung so, dass deutlich wird: In ihr vollzieht sich seine Aufnahme in die Herrlichkeit Gottes (vgl. 12,23; 13,31), in die Machtstellung bei Gott, aus der heraus er der Welt das Leben Gottes schenken kann (3,14-15; vgl. 17,1-2). Siehe auch Sacherklärung »Erhöhung«. und dann werde ich alle zu mir ziehen.«
12,32-34 (erhöht)
3,14
8,28
18,32
33Mit diesem Wort deutete er an, welche Todesart er erleiden würde.

34Die Menge wandte ein: »Das Gesetz sagt uns, dass der versprochene Retter12,34 Wörtlich der Christus. in alle Ewigkeit bleiben wird. Wie kannst du dann sagen, dass der Menschensohn erhöht werden muss? Wer ist überhaupt dieser Menschensohn?«

12,34
Ps 89,37
110,4
Ez 37,25

35Jesus antwortete: »Das Licht wird noch kurze Zeit unter euch sein. Geht euren Weg, solange es hell ist, damit die Dunkelheit euch nicht überfällt! Wer im Dunkeln geht, weiß nicht, wohin der Weg führt.

12,35-36a
7,33
8,12
36aHaltet euch an12,36a Wörtlich glaubt an ... das Licht, solange ihr es habt! Dann werdet ihr Menschen, die ganz vom Licht erfüllt sind.«12,36a Menschen, die ...: wörtlich Söhne des Lichtes.

Die Menge lehnt Jesus ab

36bNachdem Jesus das gesagt hatte, ging er fort und verbarg sich vor ihnen.

12,36b
5,13
37Obwohl er sich durch so große Wunderzeichen vor ihnen ausgewiesen hatte, schenkten sie ihm keinen Glauben.
12,37
16,9

38Aber es sollte so kommen, wie es der Prophet Jesaja vorausgesagt hatte: »Herr, wer hat unserer Botschaft geglaubt? Wem ist die Macht des Herrn sichtbar geworden?«

12,38
nach
39Sie konnten nicht glauben, weil Jesaja auch das vorausgesagt hat: 40»Gott hat ihre Augen geblendet und ihre Herzen verschlossen. So kommt es, dass sie mit ihren Augen nicht sehen und mit ihrem Verstand nichts begreifen und nicht zu mir, dem Herrn, kommen, damit ich sie heile.«
12,40
nach
41Jesaja sprach hier von Jesus. Er konnte das sagen, weil er dessen Herrlichkeit geschaut hatte.12,41 Vorausgesetzt ist hier, dass der Prophet in Jes 6,1-4 zugleich mit der Herrlichkeit Gottes auch die des ewigen Wortes Gottes gesehen hat (vgl. 1,14; 17,5) und in Jes 6,9-10 auch schon von Jesus und seinem Auftrag spricht.
12,41
Jes 6,1-3

42Es gab sogar unter den Ratsmitgliedern viele, die zum Glauben an Jesus gekommen waren, aber wegen der Pharisäer bekannten sie sich nicht öffentlich dazu; denn sie wollten nicht aus der Synagogengemeinde ausgeschlossen werden.

12,42
2,23
9,22
43Der Beifall von Menschen war ihnen wichtiger als die Anerkennung von Gott.
12,43
7,18

Jesus ruft zur Entscheidung auf

44Jesus rief laut: »Wer mich annimmt,12,44 mich annimmt: wörtlich an mich glaubt; entsprechend in Vers 46. nimmt nicht mich an, sondern den, der mich gesandt hat. 45Wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat.

12,45
14,9
46Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit alle, die mich annehmen, nicht im Dunkeln bleiben.
12,46
8,12

47Wer hört, was ich sage, und sich nicht danach richtet, den verurteile ich nicht; denn ich bin nicht als Richter in die Welt gekommen, sondern als Retter.

12,47
3,17
5,22
48Wer mich ablehnt und nicht annimmt, was ich sage, hat seinen Richter schon gefunden: Die Worte, die ich gesprochen habe, werden ihn am letzten Tag verurteilen.

49Was ich euch gesagt habe, stammt nicht von mir; der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich zu sagen und zu reden habe.

12,49
7,16-17
50Und ich weiß, dass das, was er mir aufgetragen hat, euch ewiges Leben bringt. Für alle meine Worte gilt also: Ich sage euch genau das, was der Vater mir gesagt hat.«
12,50
4,34

13

DIE ABSCHIEDSREDEN AN DIE JÜNGER

(Kapitel 13–17)

Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße

131Das Passafest stand bevor. Jesus wusste, dass für ihn die Stunde gekommen war, diese Welt zu verlassen und zum Vater zu gehen. Er hatte die Menschen, die in der Welt zu ihm gehörten, immer geliebt. Jetzt gab er ihnen einen letzten und äußersten Beweis seiner Liebe.

13,1
2,4

2Jesus aß mit seinen Jüngern zu Abend. Der Teufel hatte Judas, dem Sohn von Simon Iskariot, schon den Gedanken eingegeben, Jesus zu verraten.

13,2
12,4
Lk 22,3
3Jesus wusste, dass der Vater ihm alles in die Hand gegeben hatte. Er wusste, dass er von Gott gekommen war und bald wieder zu Gott zurückkehren würde.
13,3
3,35
4Da stand er vom Tisch auf, legte sein Obergewand ab, band sich ein Tuch um
13,4-5
Lk 12,37
5und goss Wasser in eine Schüssel. Dann fing er an, seinen Jüngern die Füße zu waschen und sie mit dem Tuch abzutrocknen.

6Als er zu Simon Petrus kam, sagte der: »Du, Herr, willst mir die Füße waschen?«

7Jesus antwortete ihm: »Was ich tue, kannst du jetzt noch nicht verstehen, aber später wirst du es begreifen.«

8Petrus widersetzte sich: »Niemals sollst du mir die Füße waschen, in Ewigkeit nicht!«

Jesus antwortete: »Wenn ich dir nicht die Füße wasche, hast du keinen Anteil an mir und an dem, was ich bringe.«

9Da sagte Simon Petrus: »Herr, dann nicht nur die Füße, sondern auch die Hände und den Kopf!«

10Jesus erwiderte: »Wer vorher gebadet hat, ist am ganzen Körper rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen.13,10 Siehe Sacherklärung »Fußwaschung«. Ihr seid alle rein – bis auf einen.«

13,10
15,3
11Jesus wusste, wer ihn verraten würde. Deshalb sagte er: »Ihr seid alle rein, bis auf einen.«
13,11
6,6470-71

12Nachdem Jesus ihnen die Füße gewaschen hatte, zog er sein Oberkleid wieder an und kehrte zu seinem Platz am Tisch zurück.

»Begreift ihr, was ich eben getan habe?«, fragte er sie.

13,12-14
Mt 23,8-12
Mk 10,41-45Lk 22,27
1 Tim 5,10
13»Ihr nennt mich Lehrer und Herr. Ihr habt recht, das bin ich. 14Ich bin euer Herr und Lehrer, und doch habe ich euch soeben die Füße gewaschen. So sollt auch ihr euch gegenseitig die Füße waschen. 15Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.
13,15
Phil 2,5

16Amen, ich versichere euch: Ein Diener ist nicht größer als sein Herr und ein Bote nicht größer als sein Auftraggeber.

13,16
15,20
Mt 10,24-25
Lk 6,40
17Das wisst ihr jetzt; freuen dürft ihr euch, wenn ihr auch danach handelt!

18Ich meine nicht euch alle. Ich weiß, wen ich erwählt habe; aber was die Heiligen Schriften vorausgesagt haben, muss eintreffen: ›Einer, der mein Brot isst, tritt nach mir.‹

13,18
nach
19Ich sage euch dies jetzt, bevor es eintrifft, damit ihr nicht an mir irrewerdet, wenn es dann so kommt, sondern im Glauben daran festhaltet: Ich bin der, an dem sich alles entscheidet.13,19 Wörtlich Ich bin; vgl. Anmerkung zu 8,24.
13,19
14,29
16,4
8,24

20Amen, ich versichere euch: Wer einen Menschen aufnimmt, den ich gesandt habe, nimmt mich auf. Und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.«

13,20
Mk 9,37

Jesus und sein Verräter

(Mt 26,20-25; Mk 14,17-21; Lk 22,21-23)

21Als Jesus das gesagt hatte, wurde er sehr traurig und sagte ihnen ganz offen: »Amen, ich versichere euch: Einer von euch wird mich verraten.«

22Seine Jünger sahen sich ratlos an und fragten sich, wen er meinte. 23Der Jünger, den Jesus besonders lieb hatte, saß neben ihm.13,23 Wörtlich lag an der Brust Jesu; siehe Sacherklärung »legen«.

13,23
19,26
20,2
21,720
24Simon Petrus gab ihm durch ein Zeichen zu verstehen: »Frag du ihn, von wem er spricht!« 25Da rückte er näher an Jesus heran und fragte: »Herr, wer ist es?«

26Jesus sagte zu ihm: »Ich werde ein Stück Brot in die Schüssel tauchen, und wem ich es gebe, der ist es.« Er nahm ein Stück Brot, tauchte es ein und gab es Judas, dem Sohn von Simon Iskariot.

27Sobald Judas das Brot genommen hatte, nahm der Satan ihn in Besitz. Jesus sagte zu ihm: »Beeile dich und tu, was du tun musst!«

13,27
12,4

28Keiner von den Übrigen am Tisch begriff, was Jesus ihm da gesagt hatte. 29Weil Judas das Geld verwaltete, dachten manche, Jesus habe ihn beauftragt, die nötigen Einkäufe für das Fest zu machen, oder er habe ihn angewiesen, den Armen etwas zu geben.

13,29
12,6

30Nachdem Judas das Stück Brot gegessen hatte, ging er sofort hinaus. Es war Nacht.

Das neue Gebot

31Als Judas gegangen war, sagte Jesus: »Jetzt gelangt der Menschensohn zu seiner Herrlichkeit, und durch ihn wird die Herrlichkeit Gottes offenbar.

13,31-32
17,1
32Wenn aber der Menschensohn die Herrlichkeit Gottes sichtbar gemacht hat, dann wird Gott ihm dafür auch seine eigene Herrlichkeit schenken. Und das wird bald geschehen. 33Ich bin nicht mehr lange bei euch, meine Kinder. Ihr werdet mich suchen; aber ich muss euch jetzt dasselbe sagen, was ich früher schon den anderen13,33 Wörtlich den Juden; vgl. 7,33-35 und Anmerkung zu 1,19. gesagt habe: Wo ich hingehe, dorthin könnt ihr nicht kommen.
13,33
7,33-36

34Ich gebe euch jetzt ein neues Gebot: Ihr sollt einander lieben! Genauso wie ich euch geliebt habe, sollt ihr einander lieben!

13,34 (neues Gebot)
15,1217
1 Joh 2,7-8
3,1123
4,1121
2 Joh 5-6
35An eurer Liebe zueinander werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid.«
13,35
1 Joh 3,14

Jesus und Petrus

(Mt 26,31-35; Mk 14,27-31; Lk 22,31-34)

36»Herr, wohin willst du gehen?«, fragte ihn Simon Petrus.

Jesus antwortete: »Wo ich hingehe, dorthin kannst du mir jetzt nicht folgen, aber später wirst du nachkommen.«

13,36
8,14
21,19

37»Herr, warum kann ich jetzt nicht mitkommen?«, fragte Petrus. »Ich bin bereit, für dich zu sterben!«

38»Für mich sterben?«, erwiderte Jesus. »Amen, ich versichere dir: Bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen und behaupten, dass du mich nicht kennst.«

13,38
18,27