Gute Nachricht Bibel (GNB)
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WORTE ÜBER JUDA UND JERUSALEM AUS JESAJAS FRÜHZEIT

(Kapitel 1–12)

Buchüberschrift

11In diesem Buch steht, was der Herr dem Propheten Jesaja, dem Sohn von Amoz, über das Land Juda und die Stadt Jerusalem offenbart hat. Jesaja empfing diese Botschaften während der Zeit, als dort nacheinander die Könige Usija, Jotam, Ahas und Hiskija regierten.

Israel kennt seinen Gott nicht mehr

2Hört zu, Himmel und Erde! Hört, was der Herr sagt: »Ich habe Kinder aufgezogen; und jetzt, wo sie groß geworden sind, sagen sie sich von mir los!

1,2
Dtn 4,26
Jes 30,9
3Jedes Rind kennt seinen Besitzer und jeder Esel die Futterkrippe seines Herrn. Israel aber will nicht begreifen, wem es gehört; mein Volk nimmt keine Vernunft an.«

4Weh euch, ihr verbrecherisches und schuldbeladenes Volk! Ihr seid eine üble Sippschaft, ganz aus der Art geschlagen. Ihr habt den Herrn verlassen, den heiligen Gott Israels verworfen, ihm den Rücken gekehrt!

5Seid ihr noch nicht genug geschlagen worden, dass ihr immer noch widerspenstig seid? Ihr seid ja schon krank an Leib und Seele.

1,5-9
2 Kön 18,13–19,36
6Vom Scheitel bis zur Sohle ist kein heiler Fleck mehr an euch, nur Beulen, blutige Striemen und frische Wunden. Niemand hat sie gereinigt und verbunden, auch keine Salbe ist darauf gekommen. 7Euer Land ist verwüstet, eure Städte sind verbrannt; Fremde verzehren vor euren Augen die Ernte von euren Feldern. Alles ist zerstört, als hätten wilde Horden bei euch gehaust.

8Nur Jerusalem1,8 Wörtlich die Tochter Zion. ist übrig geblieben wie ein Schutzdach im Weinberg, wie eine Wächterhütte im Gurkenfeld, eine ringsum belagerte Stadt. 9Hätte der Herr, der Herrscher der Welt,1,9 Wörtlich der Herr Zebaot. nicht einen kleinen Rest von uns übrig gelassen, so wäre es uns wie Sodom und Gomorra ergangen!

1,9
Gen 19,24-25
Röm 9,29

Opfer ohne Gehorsam sind nutzlos

10Ihr Machthaber von Sodom, hört, was der Herr sagt! Du Volk von Gomorra, vernimm die Weisung unseres Gottes!1,10 Jerusalem wird hier mit den Städten gleichgesetzt, die als Inbegriff der Verdorbenheit galten (vgl. Sacherklärung »Sodom« sowie Gen 18,20 und die Vergleichsstellen dazu).

1,10-20
1 Sam 15,22
Jes 43,22-25
58,1-12
Jer 6,20
Am 4,4-5
Hos 6,6
Ps 40,7-9
Mt 5,23-24
1,10
Jer 23,14
Ez 16,48-50
Gen 18,20

11»Was soll ich mit euren vielen Opfern?«, fragt der Herr. »Die Schafböcke, die ihr für mich verbrennt, und das Fett eurer Masttiere habe ich satt; das Blut von Stieren, Lämmern und Böcken mag ich nicht. 12Wenn ihr zu meinem Tempel kommt, zertrampelt ihr nur seine Vorhöfe. Habe ich das verlangt? 13Lasst eure nutzlosen Opfer! Ich kann euren Weihrauch nicht mehr riechen! Ihr feiert den Neumond, den Sabbat und andere Feste; ich kann sie nicht ausstehen, solange ihr nicht von euren Verbrechen lasst. 14Eure Neumondfeiern und eure Feste hasse ich; sie sind mir lästig, ich kann sie nicht mehr ertragen.

15Wenn ihr im Gebet eure Hände zu mir ausstreckt, blicke ich weg. Und wenn ihr mich auch noch so sehr mit Bitten bestürmt, ich höre nicht darauf; denn an euren Händen klebt Blut! 16Wascht euch, reinigt euch! Macht Schluss mit eurem üblen Treiben; hört auf, vor meinen Augen Unrecht zu tun! 17Lernt Gutes zu tun, sorgt für Gerechtigkeit, haltet die Gewalttätigen in Schranken, helft den Waisen und Witwen zu ihrem Recht!«

1,17
1,23
3,11-15
Ex 22,21
Am 2,6
5,24

18Der Herr sagt: »Kommt her, lasst uns prüfen, wer von uns recht hat, ihr oder ich! Eure Verbrechen sind rot wie Blut, und doch könnten sie weiß werden wie Schnee. Sie sind rot wie Purpur, und doch könnten sie weiß werden wie reine Wolle –

1,18
Ps 51,9
19wenn ihr mir nur gehorchen wolltet!1,19 Andere, weniger wahrscheinliche Übersetzungsmöglichkeit: Eure Verbrechen sind rot wie Blut, und doch sollen sie weiß werden wie Schnee. Sie sind rot wie Purpur, und doch sollen sie weiß werden wie weiße Wolle. Wenn ihr mir gehorcht, dann könnt ihr ... Dann könntet ihr all die guten Dinge genießen, die das Land hervorbringt. 20Aber wenn ihr euch weigert und widerspenstig bleibt, wird euch das Schwert vernichten. Das sage ich, der Herr

Jerusalem ist Gottes Feind geworden

21Wie konnte sie zur Hure werden, die Stadt, die früher so treu war? Einst herrschte in ihr das Recht, ihre Bewohner folgten Gottes Geboten; jetzt aber wohnen dort lauter Mörder!

1,21
Ez 16,1524-2628-35
22Jerusalem, früher warst du wie reines Silber, jetzt aber bist du nichts als silbrig glänzende Schlacke! Früher warst du wie guter Wein, jetzt aber ist der Wein verwässert!
1,22
1,25
23Deine Führer – Aufrührer sind sie, die mit Dieben unter einer Decke stecken, scharf auf Geschenke und Bestechungsgeld! Aber den Waisen verhelfen sie nicht zu ihrem Recht und die Klagen der Witwen hören sie gar nicht erst an.
1,23
1,17

24Darum sagt der Herr, der Herrscher über die ganze Welt,1,24 Wörtlich der Herr, der Herr Zebaot. der mächtige Gott Israels: »Ich bin voller Zorn auf euch, ich muss mir Luft verschaffen! Ich werde euch eure Feindschaft vergelten! 25Jetzt wende ich mich gegen euch und greife ein! Alle Schlacke unter euch werde ich ausschmelzen, damit ihr reines Silber werdet.

1,25
1,22
Spr 25,4
Ez 22,18-21
Jes 48,10
26Ich werde euch wieder zuverlässige Richter und Ratsherren geben, so wie ihr sie am Anfang hattet. Dann nennt man Jerusalem wieder wie früher ›Stadt des Rechts‹ und ›treue Stadt‹.«
1,26
Sach 8,3

27Ja, Rettung kommt für die Zionsstadt, wenn ihre Bewohner das Recht wieder achten, wenn sie zum Herrn zurückgekehrt sind und ihm die Treue halten. 28Die Rebellen und Rechtsbrecher werden vernichtet; alle, die den Herrn verlassen, werden untergehen.

29Ihr liebt eure heiligen Eichen und umgebt sie liebevoll mit Hecken. Von den Götzen, die ihr dort verehrt, erwartet ihr neue Lebenskraft.1,29 Von den Götzen ...: Der Satz ist hinzugefügt, um die folgenden Verse verständlich zu machen. Es wird eine bittere Enttäuschung für euch werden!

1,29
17,10
65,3
66,17
30Ihr werdet dastehen wie eine Eiche, die ihre Blätter verliert, wie eine Pflanzung, die kein Wasser mehr bekommt. 31Wer glaubte, neue Stärke zu gewinnen, ist dann wie trockener Zunder, und was er tut, wird zum zündenden Funken. So geht alles in Flammen auf und niemand kann löschen.

2

Gottes künftige Friedensherrschaft vom Zionsberg aus

21In einer Offenbarung empfing Jesaja, der Sohn von Amoz, folgende Botschaft über Juda und Jerusalem:

2Es kommt eine Zeit, da wird der Berg, auf dem der Tempel des Herrn steht, unerschütterlich fest stehen und alle anderen Berge überragen. Alle Völker strömen zu ihm hin.

2,2-4
Mi 4,1-3
2,2-3
45,22-24
18,7
25,6
Jer 3,17
Ps 96,7-10
Sach 2,15
3Überall werden die Leute sagen: »Kommt, wir gehen auf den Berg des Herrn, zu dem Haus, in dem der Gott Jakobs wohnt! Er soll uns lehren, was recht ist; was er sagt, wollen wir tun!«

Denn vom Zionsberg in Jerusalem wird der Herr sein Wort ausgehen lassen.

2,3 (Berg des Herrn)
11,9
24,23
31,9
Ps 76,3
4Er weist die Völker zurecht und schlichtet ihren Streit. Dann schmieden sie aus ihren Schwertern Pflugscharen und aus ihren Speerspitzen Winzermesser. Kein Volk wird mehr das andere angreifen und niemand lernt mehr das Kriegshandwerk.
2,4
9,4-6
Ps 46,10-11
Hos 2,20

5Auf, ihr Nachkommen Jakobs, lasst uns in dem Licht leben, das vom Herrn ausgeht!

2,5
60,1-2

Der Tag, an dem Gott seine Macht erweist

6Herr, du hast dich von deinem Volk, den Nachkommen Jakobs, zurückgezogen. Denn ihr Land ist voll von fremden Bräuchen, überall gibt es Zauberer wie bei den Philistern; es wimmelt bei ihnen von Ausländern.

2,6
3,3
Lev 19,26
7Ihr Land ist voll von Silber und Gold und unzähligen Schätzen. Es ist voll von Pferden, und die Streitwagen kann niemand zählen.
2,7
31,1
8Und ihr Land ist voll von Götzen. Seine Bewohner beten Bildwerke an, die sie mit eigenen Händen gemacht haben. 9Darum müssen sich alle bücken und werden erniedrigt. Vergib ihnen nicht, Herr!

10Verkriecht euch zwischen Felsen, versteckt euch in Erdlöchern, wenn der Herr Schrecken verbreitet und seine Macht und Hoheit zeigt! 11Der Tag kommt, an dem es mit der Überheblichkeit der Menschen zu Ende ist und ihr Stolz gebrochen wird. Dann wird der Herr allein groß sein.

2,11-21 (Tag)
Joel 3,3-4
4,14-16
Am 5,18-20
Mk 13,24-27Apg 17,31
2,11-12 (überheblich)
10,12-14
16,6
Hos 5,5
Am 6,8
Spr 29,23
Ez 31,10

12Der Tag kommt, an dem der Herr, der Herrscher der Welt,2,12 Wörtlich der Herr Zebaot. Gericht halten wird über alles, was groß und stolz und überheblich ist; er wird es erniedrigen. 13Er wird die mächtigen Zedern auf dem Libanon und die Eichen im Baschan vernichten. 14Er wird alle hohen Berge und Hügel einebnen, 15jeden großen Turm und jede feste Mauer einreißen; 16alle großen Schiffe, die weit über die Meere fahren,2,16 Wörtlich alle Tarschisch-Schiffe; siehe Sacherklärung »Tarschisch«. und alle Prunkboote wird er zerstören. 17Mit dem Hochmut der Menschen wird es aus sein und ihr Stolz wird erniedrigt. An diesem Tag wird der Herr allein groß sein 18und alle falschen Götter werden verschwinden.

19Die Menschen müssen sich in Felshöhlen und Erdlöchern verkriechen aus Angst vor dem Herrn und seiner Macht und Hoheit, wenn er aufsteht und die Erde in Schrecken versetzt! 20An dem Tag wird jeder seine silbernen und goldenen Götterbilder, die er sich gemacht hat, den Fledermäusen und Ratten hinwerfen.

2,20
31,7
21Die Menschen werden sich in Höhlen und Felsspalten verkriechen aus Angst vor dem Herrn und seiner Macht und Hoheit, wenn er aufsteht und die Erde in Schrecken versetzt.

22Zählt doch nicht auf Menschen! Sie sind nichts als ein Hauch, und mehr sind sie auch nicht wert.

2,22
31,3
Ps 56,5
39,5-7

3

In Juda bricht jede Ordnung zusammen

31Der Herr, der Herrscher über die ganze Welt,3,1 Wörtlich Der Herr, der Herr Zebaot; entsprechend in Vers 15. nimmt den Bewohnern von Jerusalem und Juda alles weg, worauf sie sich stützen und ihr Vertrauen setzen. Er nimmt ihnen jeden Vorrat an Brot und Wasser weg,

3,1
Lev 26,26
2er nimmt ihnen Vorkämpfer und Krieger, Richter, Propheten und Wahrsager, Sippenoberhäupter, 3Offiziere, Hofleute und Berater, Zauberer und Beschwörer.

4Er gibt ihnen unreife Burschen als Herrscher, die mit Willkür regieren.

3,4
Koh 10,16
5Dann fällt einer über den anderen her, jeder übervorteilt jeden. Junge rebellieren gegen die Alten, Nichtsnutze gegen geachtete Männer.

6Die Männer in einer Sippe werden sich allesamt an einen unter ihnen klammern und sagen: »Du hast noch etwas anzuziehen. Sei du unser Anführer, bring Ordnung in dieses Chaos!« 7Doch der wird sich wehren und sagen: »Ich bin doch kein Wunderdoktor! In meinem Haus ist nichts, weder Nahrung noch Kleidung. Ich lasse mich nicht zum Anführer machen!«

8Ja, Jerusalem stürzt ins Chaos und Juda bricht zusammen; denn mit Wort und Tat beleidigen sie den Herrn, sie widersetzen sich öffentlich dem mächtigen Gott. 9Ihr eigenes Verhalten klagt sie an: Sie sind parteiisch und bringen die Schutzlosen um ihr Recht. Wie die Leute von Sodom erzählen sie ohne jede Hemmung von ihren Verbrechen. Das Unglück, das sie nun trifft, haben sie sich selber zuzuschreiben!

3,9
Dtn 1,17
Gen 18,20

10Denkt daran: Denen, die Gott gehorchen, geht es gut; sie dürfen den Ertrag ihrer Arbeit genießen.

3,10-11
Spr 3,33
11Doch wehe denen, die Gott missachten: Ihre Taten fallen auf sie selbst zurück!

12»Du mein armes Volk«, sagt der Herr, »Ausbeuter herrschen über dich, Wucherer3,12 Wucherer: mit alten Übersetzungen; H Frauen. saugen dich aus. Deine Führer verführen dich, sie zeigen dir den falschen Weg.«

3,12
1,17

13Der Herr steht auf, um Gericht zu halten und seinem Volk3,13 seinem Volk: mit G; H den Völkern. Recht zu verschaffen. 14Er macht den Ratgebern und Führern seines Volkes den Prozess. »Ihr habt meinen Weinberg geplündert«, klagt er sie an. »Eure Häuser habt ihr vollgestopft mit dem, was ihr den Armen weggenommen habt.

3,14
5,7
15Mit welchem Recht unterdrückt ihr mein Volk und nutzt die Wehrlosen aus?« Das sagt der Herr, der Herrscher über die ganze Welt.

Schande statt Schönheit

16Der Herr sagt: »Seht doch, wie hochnäsig sie sind, die Frauen Jerusalems! Sie recken ihre geschmückten Hälse, werfen aufreizende Blicke nach allen Seiten und trippeln mit zierlichen Schritten, damit ihre Fußspangen klirren.

3,16
Am 4,1
17Deshalb werde ich ihnen den Kopf entblößen und sie öffentlich der Schande preisgeben.«

18Der Tag kommt, an dem der Herr ihnen allen Schmuck wegnehmen wird: die Fußspangen, die Sonnen und Halbmonde, die sie um den Hals tragen, 19Ohrgehänge, Armbänder und Schleier, 20Kopfputz, Fußkettchen und Brustbänder, Parfümfläschchen und Amulette, 21Fingerringe und Nasenringe, 22Festkleider, Mäntel, Umschlagtücher, Täschchen 23und Spiegel, feinste Leinenhemden, Kopftücher und Halstücher.

24Dann bekommen sie statt des Wohlgeruchs den Gestank von Fäulnis, statt des Gürtels einen Strick, statt kunstvoll geflochtener Haarpracht eine Glatze, statt des Festkleids einen zerlumpten Sack, statt der Schönheit die Schande eines Brandmals.

25Jerusalem, deine Männer, sogar die stärksten und besten, werden im Krieg erschlagen. 26Deine Tore werden widerhallen von Totenklagen; du wirst einer Frau gleichen, die ihre Kinder verloren hat und einsam am Boden sitzt.