Gute Nachricht Bibel (GNB)
14

Der Sturz des Tyrannen

141Der Herr wird sich über die Nachkommen Jakobs erbarmen; er wird Israel noch einmal erwählen und es in sein Land zurückbringen. Fremde werden Anschluss beim Volk Israel suchen und finden.

14,1
Sach 2,15
8,20-23
2Andere Völker werden die verschleppten Israeliten abholen und in ihr Land zurückbringen. Dort im Land des Herrn werden sie den Leuten von Israel als Sklaven und Sklavinnen dienen. Die Israeliten werden die gefangen nehmen, die sie in Gefangenschaft weggeführt haben; sie werden über ihre früheren Unterdrücker herrschen.
14,2
49,22-26
61,5
Sach 2,13

3Israel, der Herr wird deiner Sklaverei ein Ende machen! Nach allen Leiden und Unruhen sollst du wieder aufatmen können. Wenn das geschieht, 4wirst du über den König von Babylonien ein Spottlied singen:

»Der Unterdrücker nahm ein böses Ende,

mit seiner Schreckensherrschaft14,4 Schreckensherrschaft: mit einer wichtigen Handschrift und alten Übersetzungen; H Haufen von Gold. ist es aus!

14,4-23
13,1-22

5Der Herr zerbrach die Macht der Unheilstifter,

den Stock, den der Tyrann geschwungen hatte.

6In blinder Wut schlug er damit die Völker,

versetzte ihnen grausam Schlag auf Schlag.

Er unterdrückte sie in wildem Zorn

und ließ sie alle rücksichtslos verfolgen.

7Doch nun herrscht wieder Ruhe auf der Erde

und alle brechen laut in Jubel aus.

8Selbst die Zypressen freuen sich darüber,

die Zedern jauchzen auf dem Libanon:

›Seit du gefallen bist und unten liegst,

kommt niemand mehr herauf, um uns zu fällen!‹

9Die ganze Totenwelt ist in Bewegung,

bereit, um dich gebührend zu empfangen.

Die Schatten stört man deinetwegen auf,

sie, die einst Herrscher auf der Erde waren.

Man schreckt die Könige der Völker hoch,

sie alle springen auf von ihren Thronen.

10Da stehen sie und heißen dich willkommen,

der Chor der Schatten ruft dir spöttisch zu:

›Sieh da, nun bist auch du für immer hier,

ganz ohne Macht, genauso schwach wie wir!‹

11Dahin ist nun die Pracht, die dich umgab,

dahin die rauschende Musik der Harfen,

hinunter in die dunkle Totenwelt.

Das Bett, auf dem du liegen darfst, sind Maden,

und Würmer sind die Decke über dir.

12Du Morgenstern, wie konnte es geschehen,

dass du vom hohen Himmel niederstürztest?

Du hast so viele Völker unterworfen,

jetzt liegst du selbst zerschmettert auf der Erde!

13In deinem Herzen hattest du beschlossen:

›Ich steige immer höher, bis zum Himmel.

Dort oben will ich meinen Thron errichten,

ich will noch höher sein als Gottes Sterne.

Ich setze mich im Rat der Götter nieder,

im fernsten Norden, auf dem Götterberg.

14,13
Ps 48,3

14Ich steige höher, als die Wolken reichen,

dann endlich gleiche ich dem Allerhöchsten!‹

15Doch in den Abgrund wurdest du geworfen,

bis auf den tiefsten Grund der Totenwelt!

16Wer dich so liegen sieht, der starrt dich an,

noch glaubt er seinen Augen nicht zu trauen:

›Ist das der Mann, vor dem die Erde bebte,

der Königreiche aus den Angeln hob?

17War er es, der die Welt zur Wüste machte,

der ganze Städte einfach ausradierte

und nie Gefangenen die Freiheit gab?‹

18Die andern Herrscher setzt man prachtvoll bei,

in Ehren ruhen sie in ihrer Gruft.

19Doch du liegst ohne Grab auf freiem Feld,

dort hingeworfen wie ein dürrer Zweig,

wie ein Kadaver, der zertreten wird,

bedeckt mit Kriegern, die das Schwert durchbohrte.

Mit denen, die in ihrer Steingruft liegen,

20mit deinen Vätern, wirst du nie vereint!

Dein eigenes Land hast du zugrunde gehen,

dein eigenes Volk im Krieg verbluten lassen.

Darum soll deine Sippe von Verbrechern

in alle Ewigkeit vergessen sein!

21Die Söhne dieses Königs müssen sterben;

sie sollen sühnen für die Schuld der Väter!

Lasst sie nicht noch einmal die Welt erobern

und auf der ganzen Erde Städte bauen!

Macht euch bereit und bringt sie alle um!«

22Der Herr, der Herrscher der Welt,14,22 Wörtlich Der Herr Zebaot; entsprechend in den Versen 23.24 und 27. sagt: »Ich werde ihnen entgegentreten und Babylon mit Stumpf und Stiel ausrotten, ich will ihnen weder Söhne noch Erben lassen. 23Ich mache Babylon zu einem großen Sumpf, den die Reiher14,23 Reiher: unsicher; wörtlich der sich einrollt. in Besitz nehmen. Ich kehre es aus mit eisernem Besen, sodass nichts mehr von ihnen übrig bleibt. Das sage ich, der Herrscher der Welt!«

Assyriens Macht wird zerbrochen

24Der Herr, der Herrscher der Welt, hat geschworen: »Es bleibt dabei: Was ich geplant habe, trifft ein; was ich beschlossen habe, wird ausgeführt!

14,24-27
10,5-19
25Ich zerbreche die Macht Assyriens in meinem Land, auf meinen Bergen trete ich sie in den Staub. Dann wird das Joch der Assyrer vom Nacken meines Volkes verschwinden und ihre Last wird von seinen Schultern gleiten.«
14,25
9,3
Jer 30,8

26Gottes Beschluss gilt der ganzen Erde, seine Hand ist ausgestreckt gegen alle Völker. 27Wenn der Herr, der Herrscher der Welt, sich etwas vorgenommen hat, wer kann es dann verhindern? Wenn er seine Hand ausgestreckt hat, wer kann sie dann wieder abwenden?

14,27
8,10
43,13

Drohung gegen die Philister

28In dem Jahr, als König Ahas starb, verkündete der Prophet folgende Botschaft:

14,28-32 (gegen Philister)
Jer 47,1-7
Ez 25,15-17
Joel 4,4-7
Am 1,6-8
Zef 2,4-7
Sach 9,5-7
14,28
2 Kön 16,20

29»Freut euch nicht zu früh, ihr Philister! Zwar ist der Stock, der euch geschlagen hat, zerbrochen;14,29 Wahrscheinlich ist mit dem Stock der assyrische König Tiglat-Pileser III. gemeint, der 729 v.Chr. starb. aber aus der toten Schlange geht eine Viper hervor und aus der Viper ein Drache. 30Die Ärmsten in Israel werden genug zu essen haben; die vom Unglück Verfolgten werden endlich in Ruhe und Sicherheit leben. Euch aber wird Gott vor Hunger umkommen lassen, und was von euch noch übrig bleibt, das wird der Drache umbringen.

31Schreit Zeter und Mord, ihr Wächter an den Toren! Ruft Ach und Weh, ihr Bewohner der Städte! Lasst alle Hoffnung fahren, ihr Philister alle miteinander! Aus dem Norden naht sich eine Rauchwolke, ein geschlossenes Heer, von dem keiner zurückbleibt.14,31 ein geschlossenes Heer ...: Deutung unsicher.

32Was soll man den Boten der Philister sagen? Dies ist unsere Antwort: ›Der Herr selbst hat den Zionsberg gegründet. Dort finden die Armen seines Volkes sicheren Schutz!‹«

14,32
12,6
28,16
31,4-5
24,23
Ps 20,3
76,3

15

Moabs Untergang

151Botschaft über Moab:

Ar-Moab ist zerstört, vernichtet in einer Nacht! Auch Kir-Moab ist zerstört, vernichtet in einer Nacht!

15,1–16,14 (gegen Moab)
25,10-12
Jer 48,1-47
Ez 25,8-11
Am 2,1-3
Zef 2,8-10
2Die Bewohner von Dibon gehen zu ihrem Tempel hinauf und weinen an den Opferstätten. Auf dem Nebo und in Medeba stimmt Moab das Klagegeschrei an. Alle Köpfe sind kahl geschoren, alle Bärte abgeschnitten. 3Auf den Straßen laufen alle im Sack umher, auf den Dächern und Plätzen klagen sie und lassen ihren Tränen freien Lauf. 4In Heschbon und Elale schreien die Leute um Hilfe, bis nach Jahaz ist es zu hören. Darum schreien auch die Krieger Moabs, aller Mut hat sie verlassen.

5Ich bin zutiefst erschüttert und schreie um Hilfe für Moab. Bis nach Zoar fliehen die Menschen, bis nach Eglat-Schelischija. Andere schleppen sich unter lautem Weinen den Aufstieg von Luhit hoch. Auf dem Weg nach Horonajim schallt das Geschrei über den Untergang. 6Die Oase von Nimrim ist zur Wüste geworden, das Gras ist verdorrt, die Pflanzen verwelkt, alles Grün ist verschwunden. 7Darum tragen alle ihre Habseligkeiten, die wenigen, die sie noch retten konnten, über den Pappelbach hinüber.

8Das Klagegeschrei macht die Runde überall in Moab, bis nach Eglajim und Beer-Elim ist es zu hören. 9Der Fluss von Dimon ist rot von Blut; aber der Herr15,9 Wörtlich ich. will noch mehr Unglück über Dimon bringen: Auf die Überlebenden von Moab, die Letzten, die noch im Land sind, lässt er die Löwen los.

16

161Schickt vom Felsennest Moab16,1 Wörtlich vom Felsen, hebräisch Sela, das hier wohl nicht als Ortsname gebraucht ist wie in 2 Kön 14,7. aus Boten mit Schafböcken durch die Wüste zum Herrscher des Landes, auf den Zionsberg!16,1 Zionsberg: wörtlich Berg der Tochter Zion.

16,1
2 Kön 3,4
2Sie sollen zu ihm sagen:16,2 Verdeutlichender Zusatz. »Die Frauen von Moab gleichen Vögeln, die man aus dem Nest gescheucht hat. An den Übergängen des Arnonflusses rennen sie ziellos hin und her. 3Zeig uns einen Ausweg, triff eine Entscheidung! Schütze die Gejagten, verbirg die Flüchtlinge! Breite deinen Schatten über sie, mach für sie den hellen Tag zur schützenden Nacht. 4Gib den Flüchtlingen aus Moab Gastrecht bei dir, versteck sie vor ihren Verfolgern!«

Die Unterdrückung wird einmal aufhören, die Zerstörung ein Ende nehmen und die Verwüster werden aus dem Land verschwinden. 5Dann wird ein Thron errichtet werden, dessen Fundament die Treue ist. Und auf diesem Thron am Wohnsitz Davids wird beständig einer regieren, der das Recht kennt und ihm Geltung verschafft.

16,5
9,5-6
11,1-5

Trauer um Moab

6Wir haben gehört, wie hochmütig Moab ist, wie überheblich, eingebildet und vermessen. Doch seine ganze Prahlerei ist leeres Geschwätz.

16,6
Ez 31,10
7Darum muss Moab sein Schicksal beklagen; alle trauern den Presskuchen aus Rosinen nach, die sie in Kir-Heres bekamen; völlig niedergeschlagen sind sie und jammern.

8Die Gärten von Heschbon sind verwelkt, verdorrt sind die Weinstöcke von Sibma, deren Wein die Starken der Völker schwach machte. Bis nach Jaser reichten ihre Ranken, bis in die Wüste verliefen sie sich, sie wucherten bis zum Toten Meer. 9Zusammen mit den Bewohnern von Jaser beweine ich die Weinstöcke von Sibma. Mit meinen Tränen tränke ich euch, Heschbon und Elale, denn über eure Obsternte und Weinlese sind die Feinde mit Kriegsgeschrei hereingebrochen. 10Gesang und Freude sind aus den Obstgärten verschwunden, in den Weinbergen ist kein Jubeln und Jauchzen mehr zu hören, in den Keltern presst niemand mehr Trauben aus, die fröhlichen Rufe sind verstummt.16,10 sind verstummt: mit G; H habe ich zu Ende gebracht.

11Darum zittert mein Innerstes um Moab, mein Herz klagt um Kir-Heres. 12Selbst wenn sich Moab noch so abmüht, Opfer bringt und in seinem Heiligtum betet, es wird ihm nichts helfen.

13Das sind die Worte, die der Herr vor langer Zeit über Moab gesprochen hat. 14Jetzt aber sagt er: »Noch drei Jahre, keinen Tag mehr und keinen weniger, dann wird man über Moabs Ruhm nur noch verächtlich lachen. Von seinen zahlreichen Bewohnern wird nur ein winziger Rest überleben, und der zählt nicht mehr.«

16,14
21,16-17