Gute Nachricht Bibel (GNB)
3

Hosea veranschaulicht Gottes Gericht über Israel

31Der Herr befahl mir: »Nimm dir nochmals eine Frau und liebe sie3,1 Wörtlich Geh nochmals, liebe eine Frau. Viele Ausleger sehen in der Frau die verstoßene Ehefrau des Propheten (vgl. 1,2). – eine Frau, die einen anderen Mann liebt und wegen Ehebruch verstoßen ist! Denn genauso liebe ich die Leute von Israel, obwohl sie sich anderen Göttern zuwenden und Presskuchen aus Rosinen lieben.«3,1 Der Genuss von getrockneten Weinbeeren, die zu »Kuchen« zusammengepresst wurden, gehörte offenbar zum landesüblichen Baalskult.

3,1
1,2

2Ich kaufte die Frau um fünfzehn Silberstücke und sechs Zentner Gerste3,2 Hebräische Maßangabe 1 Homer und 1 Letech (Letech = halbes Homer); 1 Homer = 10 Efa. 3und sagte zu ihr: »Für eine lange Zeit wirst du jetzt im Haus bleiben und dich mit keinem Mann einlassen und auch ich werde nicht mit dir verkehren.«

4Genauso wird es den Leuten von Israel ergehen: Sie werden lange Zeit keinen König und keine führenden Männer haben, keine Opferstätten, keine geweihten Steinmale und keine Orakel.3,4 keine Orakel: wörtlich weder Efod noch Terafim, das sind Geräte, mit deren Hilfe in einer Art Losverfahren der Wille Gottes erfragt wurde (siehe Sacherklärung »Priesterschurz (2)«). 5Zuletzt aber werden sie umkehren, sie werden sich dem Herrn, ihrem Gott, zuwenden und ihrem König aus der Nachkommenschaft Davids. Sie werden dem Herrn voll Ehrfurcht dienen und alles Gute allein von ihm erwarten. So geschieht es am Ende der Zeit.

3,5 (König)
Jer 23,5

4

GERICHTSWORTE GEGEN ISRAEL UND SEINE FÜHRER

(Kapitel 4–10)

Die Priester als die Hauptschuldigen

41Hört das Wort des Herrn, ihr Leute von Israel! Der Herr erhebt Anklage gegen die Bewohner des Landes, denn nirgends mehr gibt es Treue und Liebe, niemand kennt Gott und seinen Willen. 2Sie missbrauchen den Gottesnamen,4,2 Sie missbrauchen ...: verdeutlichender Zusatz. um andere zu verfluchen; sie verdrehen die Wahrheit, sie morden, stehlen, brechen die Ehe; ein Verbrechen reiht sich ans andere.

4,2
Jer 7,9
3Deshalb vertrocknet das Land und seine Bewohner verdursten, auch die Tiere des Feldes und die Vögel; sogar die Fische verenden.
4,3
Jer 12,4

4»Aber nicht das Volk soll man dafür zur Rechenschaft ziehen«, sagt der Herr. »Dein Volk hat allen Grund, die Priester anzuklagen!

4,4
Jer 5,4-5

5Ihr Priester werdet am helllichten Tag zu Fall kommen und die Propheten werden mit euch fallen bei Nacht; ich lasse euch mit eurer ganzen Sippschaft zugrunde gehen.4,5 ich lasse euch ...: mit veränderten Vokalen; H ich werde deine Mutter vernichten. 6Denn mein Volk rennt in den Untergang, weil es den rechten Weg nicht kennt. Ihr habt euch geweigert, meine Weisungen weiterzugeben; darum weigere auch ich mich, euch noch länger als meine Priester gelten zu lassen. Ihr habt mein Gesetz vergessen, darum werde ich eure Nachkommen vergessen.

4,6
Mal 3,7-8
Jer 2,8
Ez 22,26

7Je zahlreicher sie wurden, die Priester, desto mehr haben sie gegen mich gesündigt. Deshalb entziehe ich ihnen ihre Ehrenstellung und stürze sie in Schimpf und Schande. 8Sie mästen sich von den Sühneopfern meines Volkes, deshalb sind sie so gierig nach seinen Verfehlungen.4,8 Sie profitieren von den Sühneopfern, von denen ihnen ein Anteil zufällt (vgl. Lev 7,6-7).

4,8
Lev 7,6-7

9Darum wird es den Priestern ergehen wie dem Volk: Ich bestrafe sie für ihren Ungehorsam und lasse ihre Taten auf sie selbst zurückfallen. 10Sie essen und werden nicht satt. Sie treiben Hurerei, aber haben keine Nachkommen. So ergeht es ihnen, weil sie mir, dem Herrn, die Treue gebrochen haben.«

Der Götzendienst der Israeliten

11Der Herr sagt: »Hurerei und neuer Wein rauben den Verstand!

4,11
1,2
4,18
12Mein Volk holt sich Rat bei seinen Götzenbildern aus Holz, seine Orakelstäbe sollen ihm Weisung geben. Es lässt sich vom Geist der Hurerei verführen und in die Irre locken. Treulos wenden sich alle von mir ab, von ihrem Gott, dem sie doch gehören.
4,12
Jer 2,27
13Sie verbrennen Opfergaben und halten Opfermähler auf den Bergen und Hügeln, unter den Eichen, Pappeln und Terebinthen. In deren Schatten ist es so angenehm!

Daher kommt es, dass eure Töchter zu Huren werden und eure Schwiegertöchter die Ehe brechen.

4,13
Jer 3,13
Dtn 12,2-3
14Aber nicht sie ziehe ich zur Rechenschaft! Die Priester selbst gehen mit den Huren beiseite und schlachten Opfertiere zusammen mit den geweihten Frauen. Kein Wunder, dass das unwissende Volk es ihnen nachmacht!
4,14
9,1
1 Kön 14,24

15Aber wenn es auch die Leute von Israel so treiben und mir untreu werden: Ihr Leute von Juda sollt nicht dieselbe Schuld auf euch laden! Geht nicht zu den Heiligtümern von Gilgal oder Bet-El4,15 Wörtlich Bet-Awen (Haus des Unheils/Unrechts): bewusste Umdeutung von Bet-El (Haus Gottes) unter Verwendung des Namens eines Nachbarortes (vgl. 5,8). und schwört dort nicht: ›So gewiss der Herr lebt!‹«

4,15
Am 4,4-5
5,5

16Israel ist wie eine störrische Kuh. Wie könnte der Herr es auf freiem Feld weiden lassen wie die fügsamen Lämmer? 17Die Leute von Efraïm haben sich mit den Götzen verbündet; ihnen ist nicht zu helfen. 18Im Saufen und Huren sind sie groß; am schlimmsten treiben es ihre Führer. Aber es nimmt mit ihnen ein böses Ende.4,18 Die Deutung des Verses ist unsicher.

4,18 (Saufen)
Jes 5,11-12
Hos 4,11
7,5
19Ein Sturmwind fegt sie hinweg. Dann helfen ihnen ihre Opfer nichts mehr.

5

Die Schuld der Verantwortlichen

51Der Herr sagt: »Hört her, ihr Priester; hört her, ihr Sippenoberhäupter in Israel5,1 ihr Sippenoberhäupter ...: wörtlich Haus Israel; der Zusammenhang lässt erkennen, dass die Verantwortlichen gemeint sind. und das ganze Königshaus: Euch ziehe ich zur Rechenschaft! Ihr habt die Israeliten ins Verderben gelockt. Ihr wart für sie wie eine Falle in Mizpa, wie ein Fangnetz auf dem Tabor,

5,1
4,6
2wie eine tiefe Fanggrube in Schittim.5,2 Die drei in den beiden Versen genannten Orte besaßen wahrscheinlich Baalsheiligtümer. Fanggrube in Schittim ist vermutlicher Text; H ergibt keinen Sinn. Ihr alle werdet5,2 Vermutlicher Text; H Sie alle werden. dafür meine Strafe zu spüren bekommen.«

Israels Bestrafung ist unausweichlich

3Der Herr sagt: »Ich kenne die Israeliten, die Leute von Efraïm; was sie treiben, ist mir nicht verborgen. Sie haben sich beschmutzt durch Götzendienst und Hurerei.

5,3
1,2
4Sie haben sich so sehr darin verstrickt, dass sie nicht mehr fähig sind, zu mir, ihrem Gott, zurückzukehren. Sie sind vom Geist der Hurerei besessen. Mich, den Herrn, kennen sie nicht mehr.«
5,4
Jer 13,23

5Der Hochmut der Leute von Israel zeugt gegen sie. Ihre eigene Schuld bringt ihnen den Untergang und genauso ergeht es den Leuten von Juda.

5,5
7,1016
Jes 2,11-12
6Sie können noch so viele Schafe und Rinder zum Herrn bringen, sie können ihn suchen, soviel sie wollen; sie werden ihn nicht finden; denn er hat sich von ihnen zurückgezogen.
5,6
Am 8,11-12
7Sie haben ihm die Treue gebrochen und Hurenkinder herangezogen.5,7 Wörtlich fremde Kinder gezeugt. Gemeint ist wohl, dass in Israel eine neue Generation heranwächst, an die der Glaube der Vorfahren nicht mehr unverfälscht, sondern vermischt mit heidnischen Riten und Vorstellungen weitergegeben wird. Die Fortsetzung wörtlich Nun wird sie Neumond fressen samt ihren Landanteilen (vgl. 2,13). Ihre Opferfeiern am Neumondstag bringen ihnen nicht Erntesegen, sondern Vernichtung, ihnen und ihren Feldern!

Die feindlichen Brüder trifft dasselbe Geschick5,8 Viele Ausleger vermuten als Hintergrund des folgenden Prophetenwortes die Ereignisse des »Syrisch-Efraïmitischen Krieges« (siehe die Sacherklärung).

8Der Herr sagt: »Stoßt ins Horn in Gibea! Blast Alarm in Rama! Gebt Warnsignale in Bet-Awen! Bietet die Männer von Benjamin auf!

5,8
Jer 4,5
9Für Efraïm kommt jetzt die Strafe; es wird zur Wüste werden. Ich, der Herr, kündige den Stämmen Israels an, was mit Sicherheit eintreffen wird.

10Die Führer von Juda handeln wie Leute, die Grenzsteine verrücken. Mein Zorn wird über sie niedergehen wie ein Platzregen.

5,10
Dtn 27,17

11Efraïm ist von Feinden bedrängt und das Recht wird mit Füßen getreten, weil sie dem Drecksgötzen Baal nachgelaufen sind. 12Ich, der Herr, bin für Efraïm wie ein Eitergeschwür und für Juda wie eine schwärende Wunde.

13Als die beiden sahen, wie übel sie dran waren, wandten sich die Leute von Israel an den König von Assyrien. Aber er kann euch nicht helfen, er kann eure Wunden nicht heilen!

5,13
2 Kön 15,19-20
17,3-4
Hos 7,11
8,9
10,6
12,2
14,4
14Denn ich, der Herr, falle Efraïm und Juda an wie ein Löwe. Ich zerfleische sie und lasse sie liegen; wenn ich sie wegschleppe, kann niemand sie vor mir retten.
5,14
13,7-8
15Ich ziehe mich von ihnen zurück, bis sie ihre Schuld eingestehen und sich mir wieder zuwenden. Die Not wird sie lehren, nach mir zu fragen.«
5,15
Jes 26,16
Jer 29,13-14