Gute Nachricht Bibel (GNB)
12

Den Verbannten wird die Wegführung der Zurückgebliebenen angekündigt

121Das Wort des Herrn erging an mich, er sagte: 2»Du Mensch, du lebst mitten unter einem widerspenstigen Volk! Diese Leute haben Augen und sehen nicht, sie haben Ohren und hören nicht.

12,2
2,3-5
Jes 6,9-10
Jer 5,21
3Deshalb schnüre dir ein Bündel, wie es Verschleppte mit sich tragen, und geh damit vor aller Augen von deinem Wohnort weg zu einem anderen Ort. Vielleicht gehen ihnen die Augen auf, so widerspenstig sie auch sind.

4Bring dein Bündel am hellen Tag aus dem Haus, sodass alle es sehen, und gegen Abend, wenn die Hitze nachlässt, zieh vor ihren Augen weg, wie jemand, der in die Verbannung geführt wird. 5Brich vor ihren Augen von innen ein Loch in die Wand deines Hauses und zwänge dich dadurch hinaus. 6Nimm dein Bündel auf die Schulter und geh in der Dunkelheit fort. Verhülle dein Gesicht, damit du das Land nicht siehst, das du verlassen musst.

So mache ich dich für die Leute von Israel zu einem Zeichen, an dem sie sehen, was ihnen bevorsteht.«

12,6
24,24

7Ich machte genau, was der Herr mir befohlen hatte. Ich schnürte mir ein Bündel, wie es Verschleppte mit sich tragen, und brachte es am hellen Tag aus dem Haus. Am Abend brach ich von innen ein Loch in die Wand und zwängte mich durch das Loch hinaus. Vor aller Augen hob ich das Bündel auf die Schulter.

8Am anderen Morgen erging an mich das Wort des Herrn, er sagte: 9»Du Mensch, die Leute von Israel, dieses widerspenstige Volk, haben dich doch gefragt: ›Was machst du da?‹

12,9
2,3-5
10Gib ihnen die Erklärung! Sag zu ihnen:

›Der Herr, der mächtige Gott, hat zu mir gesprochen! Was er mir aufgetragen hat, betrifft den König in Jerusalem und alle Leute von Israel, die dort leben. 11Ich bin für euch ein Zeichen. So wie ich es vorgemacht habe, wird es den Leuten von Jerusalem ergehen. Alle müssen in die Verbannung.

12Ihr König aber wird in tiefster Dunkelheit sein Bündel auf die Schulter nehmen und die Stadt verlassen. Seine Männer werden die Mauer durchbrechen, um ihre Habseligkeiten hinauszubringen. Er wird sein Gesicht verhüllen, denn das Land Israels wird er nie wiedersehen.

12,12-13
17,20
2 Kön 25,4-7

13Ich werde mein Fangnetz ausspannen, ihn einfangen und nach Babylonien bringen; aber er wird das Land nicht sehen können. Dort wird er sterben. 14Sein Gefolge und seine Kriegsleute werde ich in alle Winde zerstreuen, mit gezogenem Schwert werde ich sie auseinandertreiben. 15Ich zerstreue sie in fremde Länder und unter fremde Völker, damit sie erkennen, dass ich der Herr bin.

16Nur wenige von ihnen sollen dem Schwert, dem Hunger und der Pest entrinnen, damit sie unter den Völkern erzählen können, mit was für abscheulichen Taten sie sich dieses Schicksal verdient haben. Sie sollen erkennen, dass ich der Herr bin!‹«

12,16
6,11-12
14,22-23

Die Leute in Jerusalem werden zittern

17Das Wort des Herrn erging an mich, er sagte: 18»Du Mensch, iss dein Brot und trink dein Wasser mit Zittern und Beben! 19Und dann sag zu deinen verschleppten Landsleuten: ›So spricht der Herr, der mächtige Gott: Mit Zittern und Entsetzen werden die Leute, die in Jerusalem im Land Israel geblieben sind, ihr Brot essen und ihr Wasser trinken. Zur Strafe dafür, dass überall Unrecht und Gewalt herrschen, kommt die Vernichtung über das Land.

12,19
4,16
7,10-11
20Die Städte veröden, die fruchtbaren Felder werden zur Wüste. Ihr sollt erkennen, dass ich der Herr bin!‹«

Gott macht keine leeren Worte

21Das Wort des Herrn erging an mich, er sagte: 22»Du Mensch, was reden die Leute bei euch im Land Israel? Sie sagen: ›Die Zeit kommt und geht und die Prophezeiungen treffen nie ein!‹

12,22
2 Petr 3,4
Hab 2,3

23Ich werde dafür sorgen, dass dieses Gerede in Israel ein Ende hat. Sag zu ihnen: ›So spricht Gott, der Herr: Die Zeit ist gekommen, dass alles eintrifft, was meine Propheten euch angedroht haben. 24Künftig wird es im Volk Israel keine falschen Propheten mehr geben, die leere Träume erzählen und den Menschen nach dem Mund reden.

12,24
13,1-16

25Ich, der Herr, rede; und was ich ankündige, das trifft ein. Es lässt nicht lange auf sich warten. Ich sage ein Wort und ich setze es in die Tat um, beides zu euren Lebzeiten, ihr widerspenstigen Leute! Das sage ich, der mächtige Gott.‹«

26Noch einmal erging das Wort des Herrn an mich: 27»Du Mensch, die Leute von Israel sagen über dich: ›Die Offenbarungen, die er empfangen hat, betreffen nicht unsere Gegenwart, sondern eine ferne Zukunft.‹

28Darum antworte ihnen: ›So spricht Gott, der Herr: Alles, was ich angekündigt habe, wird in Kürze geschehen. Wenn ich ein Wort sage, dann geschieht es auch. Das sage ich, der Herr.‹«

13

Das Ende der falschen Propheten

131Das Wort des Herrn erging an mich, er sagte: 2»Du Mensch, kündige den Propheten Israels, die nach ihrem eigenen Gutdünken prophezeien, mein Strafgericht an! Sag zu ihnen: ›Hört das Wort des Herrn!

13,2
12,24
22,28
Jer 14,13-15
3Das sagt Gott, der Herr, zu euch:

Weh euch falschen Propheten, die nicht nach mir fragen, sondern ihren eigenen Einfällen folgen, die prophezeien, was ihnen nicht offenbart worden ist!

4Ihr Propheten seid zu Israels Totengräbern geworden!13,4 zu Israels Totengräbern: wörtlich wie Füchse in den Trümmern. Das Bild ist vielleicht im Sinn von Neh 3,35 zu deuten. 5Ihr seid nicht in die Bresche gesprungen, ihr habt nicht die Lücken in der Schutzmauer um mein Volk Israel aufgefüllt, damit es an meinem Gerichtstag bestehen kann.

13,5
22,30

6-7Eure eigenen Hirngespinste schaut ihr, Lügen verkündet ihr! Ihr sagt: ›So spricht der Herr‹, wo ich euch doch gar nicht beauftragt und nicht zu euch gesprochen habe. Und da erwartet ihr auch noch, dass ich eure leeren Versprechen einlöse!

8Darum sage ich, der mächtige Gott: Weil ihr Hirngespinste schaut und Lügen verkündet, sollt ihr mich kennenlernen, mich, den Herrn! 9Ich werde gegen euch Lügenpropheten vorgehen. In der Versammlung meines Volkes habt ihr nichts mehr zu suchen, eure Namen werden aus den Listen der Sippen Israels getilgt, ihr werdet nie mehr ins Land Israel zurückkehren. Ihr sollt erkennen, dass ich der Herr bin!

13,9
14,9

10Ihr habt mein Volk in die Irre geführt, ihr habt verkündet: Alles steht gut!, während es in Wirklichkeit gar nicht gut stand. Da baut sich mein Volk eine Mauer aus losen Steinen und ihr streicht Tünche darüber!

13,10
Jer 6,14
11-12Wenn nun ein Platzregen kommt, wenn Hagelwetter niedergeht und der Sturm wütet, sodass die Mauer einfällt, wird man dann nicht über euch spotten: Wo ist der schöne Anstrich geblieben?

13Darum sage ich, der mächtige Gott: Ich werde in meinem Zorn ein Unwetter schicken, Sturm, Hagel und Platzregen; 14die Mauer, die ihr mit Tünche überstrichen habt, lasse ich einstürzen, sodass kein Stein auf dem andern bleibt und ihr selbst unter den Trümmern begraben werdet. Ihr sollt erkennen, dass ich der Herr bin!

15Ich werde an der Mauer und an denen, die sie angestrichen haben, meinen ganzen Zorn auslassen. Dann werden sie13,15 werden sie: vermutlicher Text; H werde ich. über euch spotten: Die Mauer ist hin, und von denen, die sie angestrichen haben, ist auch keiner mehr da! 16Ja, keiner bleibt übrig von den Propheten, die Jerusalem eine herrliche Zukunft vor Augen gemalt haben, als es dicht vor dem Untergang stand. Das sage ich, der Herr, der mächtige Gott.‹«

Das Ende der magischen Praktiken

17Weiter sagte der Herr: »Du Mensch, wende dich gegen die Frauen deines Volkes, die nach ihrem eigenen Gutdünken prophezeien, und kündige ihnen mein Strafgericht an! 18Sag zu ihnen: ›Das sagt der Herr, der mächtige Gott, zu euch:

Weh euch Seelenfängerinnen, die ihr für jedes Handgelenk die passenden Zauberbänder näht und magische Schleier für jede Kopf- und Körpergröße! Ihr spielt mit dem Leben der Menschen in meinem Volk. Und da meint ihr, ihr könntet euer eigenes Leben retten?

13,18
Lev 19,26

19Bei euren Praktiken missbraucht ihr meinen Namen; für den Lohn von ein paar Handvoll Gerste oder ein wenig Brot liefert ihr schuldlose Menschen dem Tod aus und erhaltet solche am Leben, die ihn verdient hätten. Meinem Volk, das so gern auf Lügen hört, gaukelt ihr eine goldene Zukunft vor.

20-21Darum werde ich, der mächtige Gott, euch die Zauberbänder vom Arm reißen und eure Zauberschleier zerfetzen. Ich jage euch eure Beute ab und rette die Menschenleben, die ihr verderben wollt. Ich befreie mein Volk aus eurer Gewalt, niemand soll euch mehr zum Opfer fallen. Ihr sollt erkennen, dass ich der Herr bin!

22Ihr macht unschuldigen Leuten Angst, die von mir gar nichts zu befürchten haben; aber die Verbrecher ermutigt ihr und verhindert damit, dass sie ihr böses Treiben aufgeben und ihr Leben retten.

13,22
33,8
Jer 23,14
23Deshalb soll es mit eurer verlogenen Wahrsagerei ein Ende haben. Ich werde mein Volk aus eurer Gewalt befreien. Ihr sollt erkennen, dass ich der Herr bin!‹«

14

Abrechnung mit den Götzendienern

141Einige von den Ältesten Israels kamen zu mir und wollten einen Bescheid von Gott haben. Sie setzten sich vor mich hin und warteten.

14,1
8,1
20,1

2Da erging das Wort des Herrn an mich, er sagte: 3»Du Mensch, diese Männer öffnen ihr Herz noch immer den Götzen und haben Gefallen an dem, was sie in Schuld verstrickt. Und da soll ich ihnen eine Auskunft erteilen?

4Antworte ihnen: ›So spricht der Herr, der mächtige Gott: Wenn jemand aus dem Volk Israel das Herz den Götzen öffnet und Gefallen hat an dem, was ihn in Schuld verstrickt, und wenn er dann noch zu meinem Propheten kommt und einen Bescheid von mir erbittet, dann bekommt er die Antwort, die er verdient hat – von mir, dem Herrn! 5Dem ganzen Volk Israel, das sich von mir abgewandt und den Götzen zugewandt hat, werde ich damit eine Lehre erteilen.‹

6Zu den Leuten von Israel aber sollst du sagen: ›So spricht der Herr, der mächtige Gott: Kehrt um und wendet euch ab von euren Götzen und von eurem abscheulichen götzendienerischen Treiben! 7Wenn jemand aus dem Volk Israel oder von den Fremden, die bei euch leben, mir den Rücken kehrt, sein Herz den Götzen öffnet und Gefallen hat an dem, was ihn in Schuld verstrickt, und wenn er dann noch zu meinem Propheten kommt, um einen Bescheid von mir zu erbitten, dann bekommt er von mir persönlich eine Antwort, von mir, dem Herrn! 8Ich wende mich gegen einen solchen Menschen, ich handle so an ihm, dass es eine Warnung für alle ist und man noch lange davon reden wird: Ich rotte ihn aus meinem Volk aus. Ihr sollt erkennen, dass ich der Herr bin!

9Wenn aber der Prophet sich so weit verirrt, dass er in meinem Namen einen Bescheid erteilt, dann werde ich ihn in die Irre führen: Ich werde die Hand gegen ihn erheben und ihn aus meinem Volk Israel ausstoßen und vernichten.

14,9
13,9
10Alle beide müssen die Folgen ihrer Schuld tragen: der Götzendiener, der fragt, und der Prophet, der antwortet. 11Das soll den Leuten von Israel eine Warnung sein, dass sie nicht von mir weglaufen und sich nicht mehr unrein machen durch ihre Verfehlungen. Sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein. Das sage ich, der Herr, der mächtige Gott!‹«
14,11
11,20

Das Strafgericht über Jerusalem ist unabwendbar

12Das Wort des Herrn erging an mich, er sagte: 13»Du Mensch, angenommen, ein Volk vergeht sich gegen mich und bricht mir die Treue und ich schicke zur Strafe eine Hungersnot ins Land und Menschen und Tiere sterben daran. 14Wenn dann die drei großen Männer Noach, Daniel14,14 Mit Daniel ist vermutlich nicht der Visionär gemeint, von dem das biblische Buch dieses Namens berichtet; siehe Sacherklärung »Daniel«. und Ijob unter diesem Volk lebten, so würden nur sie aufgrund ihrer Rechtschaffenheit ihr Leben retten. Das sage ich, der Herr, der mächtige Gott.

14,14
Gen 6,9
Ijob 1,1
Jer 15,1

15Oder angenommen, ich lasse zur Strafe Raubtiere in ein Land einfallen, die seine Bewohner töten, und das Land wird menschenleer wie eine Wüste, weil wegen der Lebensgefahr niemand mehr durchzuziehen wagt. 16Wenn dann diese drei Männer dort lebten, könnten sie nicht einmal ihre Söhne und Töchter retten, sondern allein sich selbst – so gewiss ich, der Herr, lebe! Das ganze Land würde restlos entvölkert werden.

17Oder angenommen, ich schicke zur Strafe Feinde in ein Land, die Menschen und Tiere niedermachen, 18und diese drei Männer wären in diesem Land: Sie könnten nicht einmal ihre Söhne und Töchter retten, sondern allein sich selbst – so gewiss ich lebe, ich, der Herr!

19Oder aber ich schicke zur Strafe die Pest in ein Land und vernichte in meinem glühenden Zorn Menschen und Tiere. 20Wären dann die drei großen Männer Noach, Daniel und Ijob in diesem Land, sie könnten weder Söhne noch Töchter retten, so gewiss ich lebe, ich, der Herr! Nur ihr eigenes Leben könnten sie aufgrund ihrer Rechtschaffenheit retten.

21Und nun sage ich, der Herr, der mächtige Gott: ›Wenn ich meine vier Geißeln – Hunger, Raubtiere, Krieg und Pest – auf Jerusalem loslasse, um Menschen und Tiere darin zu vernichten, meint ihr, dass dann jemand mit dem Leben davonkommt?

14,21
6,11-12
Jer 15,3
22Doch, ich lasse einige übrig, Männer und Frauen, die werden aus der Stadt weggeführt und kommen zu euch. Ihr werdet sehen, was das für Leute sind und wie schlimm sie es treiben. Das wird euch trösten, wenn ihr über den Untergang Jerusalems trauert, über alles, was ich der Stadt angetan habe.
14,22-23
12,16
23Diese Leute werden euch ein Trost sein, wenn ihr seht, wie gründlich verdorben sie sind! Denn ihr werdet daran erkennen, dass ich an Jerusalem nur die gerechte Strafe vollzogen habe. Das sage ich, der Herr, der mächtige Gott.‹«