Gute Nachricht Bibel (GNB)
1

Eingangsgruß

11Paulus, Apostel von Jesus Christus nach dem Willen Gottes, und der Bruder Timotheus schreiben diesen Brief. 2Er richtet sich an alle in Kolossä, die Gott für sich ausgesondert hat,1,2 Er richtet sich ...: wörtlich an die Heiligen in Kolossä. die Brüder und Schwestern,1,2 Siehe Anmerkung zu Philipper 1,12. die durch Christus zum Glauben an Gott gekommen sind.

Gnade und Frieden sei mit euch von Gott, unserem Vater!

Dank des Apostels für den lebendigen Glauben der Gemeinde

3Immer, wenn wir für euch beten, danken wir Gott, dem Vater unseres Herrn Jesus Christus. 4Wir haben von eurem Glauben gehört, der durch Jesus Christus in euch lebt, und von eurer Liebe zu allen Christen.1,4 Wörtlich zu allen Heiligen.

1,4
Eph 1,15
5Sie beide erwachsen aus eurer festen Hoffnung auf das Leben, das Gott im Himmel für euch bereithält. Er hat es euch durch das Wort der Wahrheit, die Gute Nachricht, zugesichert.
1,5
1 Petr 1,3-4
Eph 1,13

6Diese Gute Nachricht ist nicht nur bei euch, sondern in der ganzen Welt bekannt. Überall breitet sie sich aus und bringt Frucht. Sie tut es auch bei euch, seit dem Tag, an dem euch Gottes Gnade verkündet worden ist und ihr von der Wahrheit der euch verkündeten Botschaft überzeugt worden seid.

7Unser geliebter Epaphras, der zusammen mit uns Christus dient, hat euch mit dieser Botschaft bekannt gemacht. Er ist treu in seinem Dienst für Christus, den er an euch tut.

1,7 (Epaphras)
4,12
Phlm 23
8Durch ihn haben wir auch von der Liebe gehört, die der Geist Gottes in euch geweckt hat.

Das Leben der Christen im Licht

9Deshalb hören wir auch nicht auf, für euch zu beten, seit wir von euch gehört haben. Wir bitten Gott, dass er euch mit all der Weisheit und Einsicht erfüllt, die sein Geist euch schenkt, und dass er euch erkennen lässt, was sein Wille ist.

1,9-10
Phil 1,9
10Denn ihr sollt ja so leben, wie es dem Herrn Ehre macht, und stets tun, was ihm gefällt.

Dazu kommt es,

wenn euer Leben als Frucht gute Taten aller Art hervorbringt,

wenn ihr darin ständig fortschreitet durch die immer tiefere Erkenntnis dessen, was Gott für euch getan hat,1,10 Erkenntnis dessen ...: wörtlich Erkenntnis Gottes.

1,10
Phil 1,27

11-12wenn ihr, gestärkt von Gott mit seiner ganzen Kraft und göttlichen Macht, geduldig und standhaft bleibt in allem, was ihr zu ertragen habt,

wenn ihr voll Freude dem Vater dankt, dass er euch befähigt hat, teilzuhaben am Leben seiner heiligen Engel1,11-12 Wörtlich Heiligen; nach dem Zusammenhang bezieht sich das Wort hier nicht auf die Christen. im Reich des Lichts.

1,11-12
Eph 1,18

13Denn er hat uns aus der Gewalt der dunklen Mächte gerettet und uns unter die Herrschaft seines geliebten Sohnes gestellt.
1,13
Eph 2,2
1,21
Apg 26,18
14Durch den Sohn und in dessen Machtbereich ist uns die Erlösung zuteilgeworden: Unsere Schuld ist uns vergeben.
1,14
Eph 1,7

Christus, Bild Gottes und Bringer des Friedens

15Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes,

der erstgeborene Sohn des Vaters,

aller Schöpfung voraus und ihr weit überlegen.

1,15 (Bild)
2 Kor 4,4
Hebr 1,3
Weish 7,26

16Denn in ihm ist alles erschaffen worden,

was im Himmel und auf der Erde lebt,

die sichtbaren Geschöpfe auf der Erde

und die unsichtbaren im Himmel –

die Thronenden, die Herrschenden,

die Mächte, die Gewalten.1,16 Die Ausleger sind sich weitgehend einig, dass Paulus in den Versen 15-20 ein altes Christuslied zitiert. Durch einzelne Zwischenbemerkungen (eingerückte Zeilen) setzt er es in Beziehung zu Themen, die ihm im Blick auf die Gemeinde in Kolossä besonders wichtig sind. Zu der Zwischenbemerkung in Vers 16 vgl. 2,10.15.18.23 und Sacherklärung »Mächte«; zu der in Vers 18 vgl. 1,24; 2,19 (ursprünglich ist an den Kosmos als »Leib« gedacht); zu der in Vers 20 vgl. 1,22; 2,13-14 sowie Röm 5,1-10; 2 Kor 5,14-21.

Alles hat Gott durch ihn geschaffen,

und alles findet in ihm sein letztes Ziel.

1,16
Joh 1,3

17Er steht über allem,

und alles besteht durch ihn.

18Er ist das Haupt des Leibes,

das heißt: der Gemeinde.

Er ist der Anfang der neuen Schöpfung,

der Erstgeborene aller Toten,

der zuerst zum neuen Leben gelangt ist,

damit er in jeder Hinsicht der Erste sei.

1,18a (Haupt)
Eph 1,22
1,18b (der Erste)
Apg 4,2
Offb 1,5
1 Kor 6,14

19Denn Gott gefiel es,

in ihm die ganze Fülle des Heils

Wohnung nehmen zu lassen.

1,19
2,9
Eph 1,23

20Durch ihn wollte Gott alles versöhnen

und zu neuer, heilvoller Einheit verbinden.

Alles, was gegeneinander streitet,

wollte er zur Einheit zusammenführen,

nachdem er Frieden gestiftet hat

durch das Blut, das Jesus am Kreuz vergoss;

alles, was auf der Erde und im Himmel lebt,

sollte geeint werden durch ihn

und in ihm als dem letzten Ziel.

1,20
2 Kor 5,19
Eph 1,22
1,7

Lebenswende durch die Gute Nachricht

21Das gilt auch für euch. Einst standet ihr Gott fremd und feindlich gegenüber und habt das durch eure bösen Taten gezeigt.

1,21-22
Eph 2,12-13
22Aber weil Christus in seinem menschlichen Leib den Tod auf sich nahm, hat Gott jetzt mit euch Frieden gemacht. Als sein heiliges Volk steht ihr jetzt rein und fehlerlos vor ihm da.
1,22
Röm 5,10
Eph 5,27

23Ihr müsst jedoch im Glauben fest und unerschütterlich bleiben und dürft euch nicht von der Hoffnung abbringen lassen, die euch durch die Gute Nachricht gegeben ist. Ihr habt sie gehört, und sie ist in der ganzen Welt verkündet worden. Mich, Paulus, hat Gott in seinen Dienst genommen, damit ich sie überall bekannt mache.

1,23
Gal 1,16

Der Dienst des Apostels

24Ich freue mich, dass ich jetzt für euch leiden darf. An den Leiden von Christus würde noch etwas fehlen, wenn ich sie nicht durch das, was ich selbst körperlich leide, ergänzen würde – seinem Leib zugute, der Gemeinde.

1,24 (für euch leiden)
Eph 3,13
2 Kor 4,10-12
2 Tim 2,10
25Zu ihrem Dienst bin ich bestellt durch das Amt, das Gott mir zu eurem Besten übertragen hat.

Seine Botschaft soll ich überall verbreiten. 26Ich soll das Geheimnis enthüllen, das er seit Urzeiten allen Generationen verborgen gehalten hatte, jetzt aber denen offenbart hat, die er in seine Gemeinschaft rief.1,26 Wörtlich jetzt aber seinen Heiligen offenbart hat.

1,26-27
2,2
4,4
Eph 3,6
27Ihnen wollte er zeigen, welch herrlichen Reichtum dieses Geheimnis für euch, die nicht jüdischen Völker, in sich birgt: Christus mitten unter euch, gerade euch! Das bedeutet die sichere Hoffnung, dass Gott euch Anteil gibt an seiner Herrlichkeit!

28Diesen Christus verkünden wir. Und wir hören nicht auf, jeden Einzelnen in der Gemeinde zu ermahnen und jedem Einzelnen in der Gemeinde den Weg zu zeigen, den uns Christus gewiesen hat.1,28 jedem Einzelnen den Weg ...: wörtlich jeden Menschen zu lehren. Das tun wir mit der ganzen Weisheit, die uns gegeben ist. Denn wir möchten jeden und jede in der Gemeinde dahin bringen, dass sie vor Gott dastehen in der Vollkommenheit, die aus der Verbindung mit Christus erwächst.

1,28
Eph 4,13

29Eben dafür kämpfe ich und mühe mich ab, und Christus selbst wirkt durch mich mit seiner Kraft, die sich in mir als mächtig erweist.

1,29
Eph 3,20
Phil 4,13

2

Sorge um die Empfänger des Briefs

21Es liegt mir daran, dass ihr wisst, wie sehr es bei diesem meinem Kampf um euch in Kolossä geht und auch um die Gemeinde in Laodizea und überhaupt um alle, die mich persönlich nicht kennengelernt haben.

2,1
4,1315-16
Offb 3,14
2Ich möchte, dass sie alle Mut bekommen und in Liebe zusammenhalten und dass sie zur ganzen reichen Fülle des Verstehens gelangen und Gottes Geheimnis begreifen, nämlich Christus.
2,2
1,26-27
3In ihm sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen.
2,3
1 Kor 1,2430

4Ich sage das, damit euch niemand durch Überredungskünste hinters Licht führt.

2,4
Röm 16,18
5Obwohl ich fern von euch bin, bin ich im Geist bei euch und freue mich zu sehen, wie fest ihr zusammenhaltet und wie unerschütterlich euer Glaube an Christus ist.
2,5
1 Kor 5,3

Christus muss die Mitte bleiben

6Ihr habt Jesus Christus als den Herrn angenommen; darum lebt nun auch in der Gemeinschaft mit ihm und nach seiner Art! 7Seid in ihm verwurzelt und baut euer Leben ganz auf ihn. Bleibt im Glauben fest und lasst euch nicht von dem abbringen, was euch gelehrt worden ist. Hört nicht auf zu danken für das, was Gott euch geschenkt hat.

2,7
Eph 3,17

8Gebt acht, dass euch niemand mit der leeren Vorspiegelung einfängt, euch die wahre Religion zu bringen.2,8 Wörtlich dass euch niemand mit der Philosophie und leerem Trug einfängt. Das beruht doch alles auf Menschenlehren und hat nur mit den kosmischen Mächten zu tun, aber nicht mit Christus.

9In Christus wohnt wirklich und wahrhaftig die Heilsmacht Gottes in ihrer ganzen Fülle,

2,9
1,19
Eph 1,21
10und durch ihn wird euch die Fülle des Heils zuteil, nicht durch irgendwelche anderen Mächte. Denn Christus ist das Oberhaupt jeder Macht und Gewalt im ganzen Kosmos.

11Durch Christus seid ihr auch beschnitten worden – nicht am Körper, sondern so, dass ihr den ganzen Körper, sofern er unter der Herrschaft der Sünde steht, abgelegt habt. Dies geschah in der Christus-Beschneidung,

2,11
Eph 2,11
Röm 2,28-29
12der Taufe. Als ihr getauft wurdet, seid ihr mit Christus begraben worden, und durch die Taufe seid ihr auch mit ihm zusammen auferweckt worden. Denn als ihr euch taufen ließt, habt ihr euch ja im Glauben der Macht Gottes anvertraut, der Christus vom Tod auferweckt hat.
2,12
3,1
Eph 2,6
Röm 6,3-4

13Einst wart ihr tot, denn ihr wart unbeschnitten, das heißt in ein Leben voller Schuld verstrickt. Aber Gott hat euch mit Christus zusammen lebendig gemacht. Er hat uns unsere ganze Schuld vergeben.

2,13
Eph 2,15
14Den Schuldschein, der uns wegen der nicht befolgten Gesetzesvorschriften belastete, hat er für ungültig erklärt. Er hat ihn ans Kreuz genagelt und damit für immer beseitigt.
2,14
Eph 2,15-16
1 Petr 2,24
15Die Mächte und Gewalten, die diesen Schuldschein gegen uns geltend machen wollten,2,15 die diesen Schuldschein ...: verdeutlichender Zusatz. Vorausgesetzt ist hier offenbar die jüdische Anschauung, dass Engel das himmlische Schuldbuch führen, nach dem Gott im Endgericht urteilt; sie verbindet sich mit der Anschauung, dass überirdische Mächte dem Menschen feindlich sind und ihn vom himmlischen Heil ausschließen wollen. hat er entwaffnet und vor aller Welt zur Schau gestellt, er hat sie in seinem Triumphzug mitgeführt – und das alles in und durch Christus.
2,15
Eph 1,21

Über Christus hinaus brauchen wir nichts

16Darum soll euch niemand verurteilen wegen eurer Ess- und Trinkgewohnheiten oder weil ihr bestimmte Festtage oder den Neumondstag oder den Sabbat nicht beachtet.

2,16
Röm 14,1-6
Gal 4,10
1 Tim 4,3
17Das alles ist nur ein Schatten der kommenden neuen Welt; doch die Wirklichkeit ist Christus, und die ist schon zugänglich in seinem Leib, der Gemeinde.2,17 doch die Wirklichkeit ...: wörtlich doch der Leib ist des Christus. »Leib« bedeutet hier zunächst Wirklichkeit im Gegensatz zu Schatten. So betrachtet ist Christus der »Leib«. Da Paulus aber sagt »der Leib ist des Christus«, denkt er offenbar gleich weiter und bezieht die Gemeinde als den Leib von Christus mit ein (vgl. Vers 19).
2,17
Hebr 8,5

18Niemand soll euch das Heil absprechen, der sich in Demutsübungen und Engelverehrung gefällt und das mit irgendwelchen visionären Erlebnissen begründet. Solche Menschen blähen sich grundlos auf in ihrer rein irdischen Gesinnung,

2,18
1,16
Eph 1,21
19statt sich an Christus zu halten, der doch der Herr über alles ist und das Haupt des Leibes, der Gemeinde.2,19 statt sich an Christus ...: wörtlich und halten sich nicht an das Haupt. Das Haupt-Sein von Christus gilt für den Kosmos mit seinen Mächten (vgl. Verse 10 und 15) und für die Gemeinde, seinen »Leib« (vgl. 1,18); es ist hier auf beides zu beziehen. Von ihm her wird der ganze Leib zusammengehalten und versorgt, damit er zur vollen Größe emporwächst, wie es Gott gefällt.
2,19
Eph 1,22
1,23

20Wenn ihr mit Christus gestorben seid, seid ihr den kosmischen Mächten weggestorben. Warum tut ihr dann so, als ob ihr noch unter ihrer Herrschaft lebtet? Ihr lasst euch vorschreiben:

2,20
Gal 4,3-59
21»Dies sollst du nicht anfassen, das sollst du nicht kosten, jenes sollst du nicht berühren!«
2,21-22
Mk 7,7Hebr 13,9
22Alle diese Dinge sind doch zum Gebrauch und Verzehr bestimmt! Warum lasst ihr euch dann von Menschen darüber Vorschriften machen?

23Es sieht nur so aus, als ob diese selbst gewählte Verehrung, die Demutsübungen und die Kasteiung des Körpers Zeichen besonderer Weisheit seien. In Wirklichkeit bringt das alles uns Gott nicht näher, sondern dient nur der Befriedigung menschlicher Selbstsucht und Eitelkeit.