Gute Nachricht Bibel (GNB)
16

Paulus gewinnt Timotheus. Bekanntgabe des Beschlusses von Jerusalem

161Paulus kam auch wieder nach Derbe und nach Lystra. In Lystra lebte ein Jünger mit Namen Timotheus. Seine Mutter, selbst Christin, war jüdischer Herkunft, der Vater dagegen Grieche.

16,1
14,6

2Timotheus stand bei den Brüdern und Schwestern in Lystra und Ikonion in gutem Ruf.

16,2
Phil 2,2022
3Paulus wollte ihn gern als seinen Begleiter auf die Reise mitnehmen. Mit Rücksicht auf die Juden in der Gegend beschnitt er ihn; denn sie wussten alle, dass sein Vater ein Grieche war.16,3 Zur Beschneidung des Mitarbeiters siehe Sacherklärung »Timotheus«.

4In allen Städten, durch die sie kamen, übergaben sie den Gemeinden die Vorschriften, die die Apostel und Gemeindeältesten in Jerusalem erlassen hatten, und sie ermahnten sie, danach zu leben.

16,4
15,20-29
5So wurden die Gemeinden in ihrem Glauben gefestigt, und täglich schlossen sich ihnen weitere Menschen an.
16,5
2,41

Paulus in Troas: Der Ruf nach Europa

6Danach zogen sie weiter durch Phrygien und die Landschaft Galatien; denn der Heilige Geist erlaubte ihnen nicht, in der Provinz Asien die Botschaft Gottes zu verkünden.

16,6
18,23
10,19

7Als sie, westwärts ziehend, an die Grenze von Mysien kamen, wollten sie von dort in das nördlich gelegene Bithynien weiterziehen. Aber auch das ließ der Geist, durch den Jesus sie leitete, nicht zu. 8So zogen sie an Mysien vorbei und gingen ans Meer hinunter nach Troas.16,8 Die ausgebauten Straßen führten im Norden (an der Küste entlang) und im Süden (über Pergamon) um Mysien herum. Die Route auf der beigegebenen Farbkarte »Reisen des Apostels Paulus« ist an diesem Punkt nicht ganz korrekt.

9Dort in Troas hatte Paulus in der Nacht eine Vision: Er sah einen Mann aus Mazedonien vor sich stehen, der bat ihn: »Komm zu uns herüber nach Mazedonien und hilf uns!«

10Darauf suchten wir sofort nach einem Schiff, das uns nach Mazedonien mitnehmen konnte. Denn wir waren sicher, dass Gott uns gerufen hatte, den Menschen dort die Gute Nachricht zu bringen.

Paulus in Philippi: Die Bekehrung von Lydia

11Wir fuhren von Troas auf dem kürzesten Weg zur Insel Samothrake und am zweiten Tag erreichten wir Neapolis. 12Von dort gingen wir landeinwärts nach Philippi, einer Stadt im ersten Bezirk Mazedoniens, einer Ansiedlung von römischen Bürgern.16,12 Wörtlich einer (römischen) Kolonie. Wir hielten uns einige Tage dort auf 13und warteten auf den Sabbat.

Am Sabbat gingen wir vor das Tor an den Fluss. Wir vermuteten dort eine jüdische Gebetsstätte und fanden sie auch. Wir setzten uns und sprachen zu den Frauen, die zusammengekommen waren.

14Auch eine Frau namens Lydia war darunter; sie stammte aus Thyatira und handelte mit Purpurstoffen. Sie hielt sich zur jüdischen Gemeinde.16,14 Wörtlich war eine Gottesfürchtige. Der Herr öffnete ihr das Herz, sodass sie begierig aufnahm, was Paulus sagte.

16,14
17,4
15Sie ließ sich mit ihrer ganzen Hausgemeinschaft, ihren Angehörigen und Dienstleuten, taufen.

Darauf lud sie uns ein und sagte: »Wenn ihr überzeugt seid, dass ich treu zum Herrn stehe, dann kommt in mein Haus und nehmt dort Quartier!« Sie drängte uns, die Einladung anzunehmen.

16,15 (taufen)
8,36
16,33
18,8
19,5

Paulus treibt einen Wahrsagegeist aus ...

16Auf dem Weg zur Gebetsstätte der Juden trafen wir eines Tages eine Sklavin, aus der redete ein Geist, der die Zukunft wusste. Mit ihren Prophezeiungen brachte sie ihren Besitzern viel Geld ein.

16,16
19,24
17Die Frau lief hinter Paulus und uns anderen her und rief: »Diese Leute sind Diener des höchsten Gottes! Sie zeigen euch den Weg zur Rettung.«
16,17
19,15
Lk 4,3441

18Das ging viele Tage so, bis Paulus es nicht länger anhören konnte. Er drehte sich um und sagte zu dem Geist: »Ich befehle dir im Namen von Jesus Christus: Fahre von ihr aus!«

Im gleichen Augenblick fuhr der Wahrsagegeist von ihr aus.

16,18
3,6

... und muss mit Silas ins Gefängnis

19Die Besitzer der Sklavin sahen sofort, dass mit dem Geist auch ihre Hoffnung auf Gewinn ausgefahren war. Sie packten Paulus und Silas und schleppten sie zum Marktplatz vor das städtische Gericht. 20Sie stellten sie vor die beiden Stadtobersten16,20 Siehe Anmerkung zu 17,6. und erklärten: »Diese Menschen hier stiften Unruhe in unserer Stadt. Juden sind sie;

16,20
17,6
21sie wollen Sitten einführen, die gegen unsere Ordnung sind und die wir als römische Bürger nicht annehmen dürfen.« 22Auch die Volksmenge war aufgebracht und verlangte ihre Bestrafung.

Die Stadtobersten ließen Paulus und Silas die Kleider vom Leib reißen und gaben Befehl, sie mit Stöcken zu prügeln.

16,22-23
1 Thess 2,2
2 Kor 11,25
23Nachdem man ihnen viele Schläge verabreicht hatte, brachte man sie ins Gefängnis. Dem Gefängniswärter wurde eingeschärft, sie sicher zu verwahren. 24Er sperrte sie darauf in die hinterste Zelle und schloss ihre Füße in den Block.

Befreiung der Gefangenen und Bekehrung des Gefängniswärters

25Um Mitternacht beteten Paulus und Silas und priesen Gott in Lobgesängen. Die anderen Gefangenen hörten zu.

16,25
DanZ A,3
26Da gab es plötzlich ein gewaltiges Erdbeben. Die Mauern des Gefängnisses schwankten, alle Türen sprangen auf und die Ketten fielen von den Gefangenen ab.

27Der Gefängniswärter fuhr aus dem Schlaf. Als er die Türen offen stehen sah, zog er sein Schwert und wollte sich töten; denn er dachte, die Gefangenen seien geflohen.

16,27
12,18-19

28Aber Paulus rief, so laut er konnte: »Tu dir nichts an! Wir sind alle noch hier.«

29Der Wärter rief nach Licht, stürzte in die Zelle und warf sich zitternd vor Paulus und Silas nieder. 30Dann führte er sie hinaus und fragte: »Ihr Herren, Götter oder Boten der Götter!16,30 Wörtlich Ihr Herren. Das verwendete Wort meint im Zusammenhang göttliche »Herren« (vgl. 1 Kor 8,5); die Reaktion des Gefängniswärters entspricht dem Verhalten der Volksmenge in Lystra (vgl. 14,11-13). Was muss ich tun, um gerettet zu werden?«

16,30-31
2,37
11,14
Joh 6,28-29

31Sie antworteten: »Jesus ist der Herr! Erkenne ihn als Herrn an und setze dein Vertrauen auf ihn, dann wirst du gerettet und die Deinen mit dir!« 32Und sie verkündeten ihm und allen in seinem Haus die Botschaft Gottes.

33Der Gefängniswärter nahm Paulus und Silas noch in derselben Nachtstunde mit sich und wusch ihre Wunden. Dann ließ er sich mit seiner ganzen Hausgemeinschaft, seiner Familie und seinen Dienstleuten, taufen.

16,33
16,15
34Anschließend führte er die beiden hinauf ins Haus und lud sie zu Tisch. Er und alle die Seinen waren überglücklich, dass sie zum Glauben an Gott gefunden hatten.

Entschuldigung der Richter und Abschied von Philippi

35Als es Tag geworden war, schickten die Stadtobersten die Amtsdiener zum Gefängniswärter mit der Weisung: »Lass die beiden Männer frei und sorge dafür, dass sie das Stadtgebiet verlassen!«16,35 und sorge dafür ...: verdeutlichender Zusatz im Blick auf Vers 37; entsprechend im folgenden Vers.

36Der Gefängniswärter berichtete es Paulus und sagte: »Die Stadtobersten haben mir befohlen, euch freizulassen und wegzuschicken. Verlasst also das Gefängnis und die Stadt; geht im Frieden Gottes!«

37Aber Paulus wandte sich an die Amtsdiener und sagte: »Die Stadtobersten haben uns öffentlich prügeln lassen, ohne Prozess und richterliches Urteil. Dabei besitzen wir das römische Bürgerrecht! Auch noch ins Gefängnis haben sie uns gesteckt. Und jetzt wollen sie uns heimlich abschieben? Das kommt nicht infrage! Sie sollen persönlich herkommen und uns freilassen.«

16,37
22,25-29
23,27

38Die Amtsboten meldeten das den Stadtobersten. Als diese hörten, dass Paulus und Silas römische Bürger seien, erschraken sie. 39Sie kamen selbst und entschuldigten sich. Dann führten sie die beiden aus dem Gefängnis und baten sie, die Stadt zu verlassen.

40Vom Gefängnis aus gingen Paulus und Silas zu Lydia. Dort trafen sie die Brüder und Schwestern16,40 Siehe Anmerkung zu 15,3. und machten ihnen Mut. Danach verließen sie die Stadt.

16,40
11,23

17

Der Konflikt in Thessalonich

171Über Amphipolis und Apollonia kamen Paulus und Silas nach Thessalonich.

Dort gab es eine jüdische Gemeinde,

17,1-9
1 Thess 2,1-2
2und nach seiner Gewohnheit ging Paulus in ihre Synagoge. An drei aufeinanderfolgenden Sabbaten sprach er zu den Versammelten. Er ging von den Heiligen Schriften aus,
17,2 (Synagoge)
9,20
13,51444
14,1
16,13
17,1017
18,526
19,8-9
28,17
3half ihnen, sie zu verstehen, und wies ihnen daraus nach, dass der versprochene Retter17,3 Wörtlich der Christus; ebenso im folgenden Satz. leiden und sterben und danach vom Tod auferstehen musste. »Und dieser versprochene Retter«, sagte Paulus, »ist Jesus. Den verkündige ich euch.«
17,3
5,42
Lk 24,44

4Von den Juden ließen sich nur wenige überzeugen; aber von den Griechen, die sich zur jüdischen Gemeinde hielten,17,4 Wörtlich von den gottesfürchtigen Griechen. schloss sich eine große Anzahl Paulus und Silas an, darunter auch viele einflussreiche Frauen.

17,4 (zur jüd. Gemeinde)
13,50
16,14
17,17

5Da wurden die Juden von Eifersucht gepackt.17,5 Siehe Anmerkung zu 13,45. Sie holten sich ein paar Männer, die auf dem Markt herumlungerten und zu allem fähig waren, brachten mit ihrer Hilfe einen Volksauflauf zustande und versetzten die ganze Stadt in Aufregung. Mit der Volksmenge zogen sie vor das Haus Jasons und wollten Paulus und Silas herausholen, um sie vor die Volksversammlung zu stellen.

17,5
Röm 16,21

6Als sie die beiden dort nicht fanden, schleppten sie Jason und einige andere Brüder vor die Stadtobersten17,6 Lukas verwendet hier ein anderes griechisches Wort als in 16,20.35. Im Unterschied zu der römischen Kolonie Philippi handelt es sich in Thessalonich nicht um römische Beamte (die sog. Duumviri, ein Zweimännerkollegium, Präsidenten des Senats und oberste Stadtrichter), sondern um eine entsprechende einheimische Behörde. und riefen: »Die Leute, die in der ganzen Welt Unruhe stiften, sind in unsere Stadt gekommen!

17,6
16,20
7Jason hat sie in sein Haus aufgenommen. Allesamt verletzen sie die Gesetze des Kaisers und behaupten, ein anderer sei König, nämlich Jesus.«
17,7
Lk 23,2
Joh 19,12

8Mit diesen Worten versetzten sie die Volksmenge und die Stadtobersten in große Aufregung. 9Jason und die anderen Christen mussten eine Kaution stellen, bevor man sie wieder freiließ.

Kurzer Aufenthalt in Beröa

10Noch in der Nacht brachten die Brüder Paulus und Silas auf den Weg nach Beröa. Auch dort gingen die beiden bei der ersten Gelegenheit in die Synagoge.

11Die Juden in Beröa waren aufgeschlossener als die in Thessalonich. Sie nahmen die Botschaft mit großer Bereitwilligkeit auf und studierten täglich die Heiligen Schriften, um zu sehen, ob das, was Paulus sagte, auch zutraf.

17,11
Joh 5,39
12Viele von ihnen kamen zum Glauben, auch viele einflussreiche Griechen, Frauen wie Männer.
17,12
11,18

13Als die Juden von Thessalonich erfuhren, dass Paulus auch in Beröa die Botschaft Gottes verkündete, kamen sie und brachten mit ihren Hetzreden auch hier die Volksmenge gegen ihn auf.

17,13
14,519
1 Thess 2,14-16
14Deshalb schickten die Brüder Paulus schnell weiter, hinunter zur Küste. Silas und Timotheus blieben in Beröa.

15Die Brüder, die Paulus das Geleit gaben, brachten ihn bis nach Athen, dann kehrten sie zurück. Für Silas und Timotheus gab Paulus ihnen die Anweisung mit, sie sollten so bald wie möglich nachkommen.

Paulus in Athen

16Während Paulus in Athen auf die beiden wartete, war er im Innersten empört, weil die Stadt voll von Götzenbildern war. 17Er redete in der Synagoge zu den Juden und zu denen, die sich zur jüdischen Gemeinde hielten,17,17 Wörtlich und den Gottesfürchtigen. und er sprach jeden Tag mit den Leuten, die er auf dem Marktplatz antraf.

17,17
17,2
17,4

18Darunter waren auch Philosophen der epikureischen und stoischen Richtung, die mit ihm diskutierten. Einige von ihnen meinten: »Was will dieser Schwätzer eigentlich?« Andere sagten: »Er scheint irgendwelche fremden Götter zu verkünden.« Paulus hatte ihnen nämlich die Gute Nachricht von Jesus und der Auferstehung17,18 Auferstehung: griechisch anastasis. Die Zuhörer halten Jesus und die »Anastasis« für ein Götterpaar. verkündet.

17,18
1 Kor 1,22
Apg 4,2

19Sie nahmen ihn mit zum Areopag und wollten Näheres erfahren. »Uns interessiert deine Lehre«, sagten sie. 20»Manches klingt sehr fremdartig und wir würden gerne genauer wissen, was es damit auf sich hat.« 21Denn die Athener und die Fremden in Athen kennen keinen besseren Zeitvertreib, als stets das Allerneueste in Erfahrung zu bringen und es weiterzuerzählen.

Paulus spricht auf dem Areopag

22Paulus trat in die Mitte des Areopags und sagte:

»Ihr Männer von Athen! Ich sehe, dass es euch mit der Religion sehr ernst ist. 23Ich bin durch eure Stadt gegangen und habe mir eure heiligen Stätten angesehen. Dabei habe ich auch einen Altar entdeckt mit der Inschrift: ›Für einen unbekannten Gott‹. Was ihr da verehrt, ohne es zu kennen, das mache ich euch bekannt.

24Es ist der Gott, der die Welt geschaffen hat und alles, was darin lebt. Als Herr über Himmel und Erde wohnt er nicht in Tempeln, die ihm die Menschen gebaut haben.

17,24
7,48
1 Kön 8,27
25Er ist auch nicht darauf angewiesen, von den Menschen versorgt zu werden; denn er selbst gibt ihnen das Leben und alles, was sie zum Leben brauchen.
17,25
Ps 50,9-13

26Er hat aus einem einzigen Menschen die ganze Menschheit hervorgehen lassen, damit sie die Erde bewohnt. Für jedes Volk hat er im Voraus bestimmt, wie lange es bestehen und in welchen Grenzen es leben soll.

17,26
Dtn 32,8
Ijob 12,23

27Und er hat gewollt, dass die Menschen ihn suchen, damit sie ihn vielleicht ertasten und finden könnten. Denn er ist ja jedem von uns ganz nahe.

17,27
Jer 29,13-14
Weish 13,6-9
28Durch ihn leben wir doch, regen wir uns, sind wir! Oder wie es einige eurer Dichter ausgedrückt haben: ›Wir sind sogar von seiner Art.‹

29Wenn wir Menschen aber von Gottes Art sind, dann dürfen wir nicht meinen, die Gottheit gleiche den Bildern aus Gold, Silber und Stein, die von Menschen mit ihrer Erfindungskraft und Kunstfertigkeit geschaffen wurden!

17,29
19,26
Jes 44,9-20
Weish 13,10-19

30Nun, Gott ist bereit, mit Nachsicht über das hinwegzusehen, was ihr bisher aus reiner Unwissenheit getan habt. Jetzt aber fordert er alle Menschen überall auf, umzudenken und einen neuen Anfang zu machen.17,30 umzudenken und ...: wörtlich etwa »umzusinnen«; vgl. Sacherklärung »Umkehr«.

17,30
14,16
Weish 11,23
Röm 2,4
31Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er über die ganze Menschheit ein gerechtes Gericht halten will, und zwar durch den Mann, den er dazu bestimmt hat. Ihn hat er vor aller Welt dadurch ausgewiesen, dass er ihn vom Tod auferweckt hat.«
17,31
10,42

Geteiltes Echo auf die Rede

32Als sie Paulus von der Auferstehung reden hörten, lachten ihn einige aus; andere sagten: »Darüber musst du uns ein andermal mehr erzählen.«

33Als Paulus darauf die Versammlung verließ, 34schlossen sich ihm ein paar Männer an und kamen zum Glauben, darunter Dionysius, der dem Areopag angehörte, außerdem eine Frau namens Damaris.

18

Paulus in Korinth

181Danach verließ Paulus Athen und ging nach Korinth. 2Dort traf er einen Christen jüdischer Abkunft18,2 Wörtlich einen Juden. Dass Aquila und Priszilla Christen sind, geht aus den Versen 18 und 26 hervor (siehe weiter die Vergleichsstellen zu Vers 2). Es gibt keinen Hinweis darauf, dass erst Paulus sie für den Glauben gewonnen hätte. aus Pontus. Er hieß Aquila und war mit seiner Frau Priszilla vor Kurzem aus Italien angekommen; denn Kaiser Klaudius hatte alle Juden aus Rom ausweisen lassen.

Paulus fand Aufnahme bei den beiden,

18,2 (Aquila)
18,1826
Röm 16,3
1 Kor 16,19
2 Tim 4,19
3und weil er dasselbe Handwerk ausübte wie sie, blieb er bei ihnen und arbeitete dort. Sie waren nämlich Zeltmacher.
18,3 (arbeitete)
20,33-34
1 Kor 4,12
9,12-18
1 Thess 2,9
2 Thess 3,7-9

4An jedem Sabbat sprach Paulus in der Synagoge und versuchte, Juden und Griechen zu überzeugen. 5Als Silas und Timotheus aus Mazedonien nachkamen, konnte Paulus sich ganz seiner eigentlichen Aufgabe widmen.18,5 Die beiden hatten offenbar aus den mazedonischen Gemeinden eine finanzielle Unterstützung für Paulus mitgebracht (vgl. 2 Kor 11,8-9). Er bezeugte den Juden, dass Jesus der versprochene Retter18,5 Wörtlich der Christus. ist.

18,5
5,42

6Als sie ihm aber widersprachen und Lästerungen gegen Jesus ausstießen, schüttelte er den Staub aus seinen Kleidern und sagte: »Ihr habt es euch selbst zuzuschreiben, wenn ihr verloren geht.18,6 Ihr habt es ...: wörtlich Euer Blut auf euren Kopf; vgl. 2 Sam 1,16 und Anmerkung dort. Mich trifft keine Schuld. Von jetzt ab werde ich mich an die Nichtjuden wenden.«

18,6
13,51
13,46
20,26

7Er verließ die Synagoge und sprach von nun an im Haus von Titius Justus, einem Griechen, der sich zur jüdischen Gemeinde hielt;18,7 einem Griechen ...: wörtlich einem Gottesfürchtigen. das Haus lag direkt neben der Synagoge.

8Der Synagogenvorsteher Krispus kam zum Glauben an Jesus als den Herrn und mit ihm seine ganze Hausgemeinschaft. Viele in Korinth, die davon erfuhren, kamen ebenfalls zum Glauben und ließen sich taufen.

18,8
16,15

9Der Herr sagte in einer nächtlichen Vision zu Paulus: »Hab keine Angst, sondern verkünde unbeirrt die Gute Nachricht!

18,9-10
1 Kor 2,3-4
Jes 41,10
Jer 1,8
10Ich bin bei dir! Niemand kann dir etwas anhaben; denn mir gehört ein großes Volk in dieser Stadt.«

11So blieb Paulus eineinhalb Jahre in Korinth, verkündete die Botschaft Gottes und sagte den Menschen, wie sie dieser Botschaft gemäß leben sollten.18,11 verkündete ...: wörtlich lehrte unter ihnen die Botschaft Gottes; vgl. Sacherklärung »Lehrer (3)«.

Paulus vor dem Statthalter Gallio

12Damals war Gallio Statthalter der römischen Provinz Achaia. Die Juden rotteten sich zusammen und schleppten Paulus vor seinen Richterstuhl. 13»Dieser Mann«, sagten sie, »überredet die Leute, Gott auf eine Weise zu verehren, die gegen das Gesetz verstößt.«

18,13
21,28

14Paulus wollte gerade mit seiner Verteidigung beginnen, da erklärte Gallio: »Wenn es sich um ein Verbrechen oder einen heimtückischen Anschlag handeln würde, wäre es meine Pflicht, euch Juden anzuhören.

18,14-15
23,29
25,18-20
Joh 18,31
15Aber weil es hier um Streitfragen über religiöse Lehren und Autoritäten und um euer eigenes Gesetz geht, müsst ihr die Angelegenheit schon unter euch abmachen. Ich mag in solchen Fragen nicht den Richter spielen.« 16Und er trieb sie von seinem Richterstuhl weg.

17Das Volk aus Korinth aber, das dabeistand,18,17 Wörtlich Alle aber (packten). packte den Synagogenvorsteher Sosthenes und verprügelte ihn unter Gallios Augen; doch der kümmerte sich überhaupt nicht darum.

Die dritte Missionsreise von Paulus

(Kapitel 18,23–21,16)

Reise nach Jerusalem, Antiochia und wieder nach Kleinasien

18Paulus blieb noch eine Zeit lang bei den Brüdern und Schwestern18,18 Siehe Anmerkung zu 15,3. in Korinth, dann verabschiedete er sich, um nach Syrien zu fahren. Priszilla und Aquila fuhren mit. Bevor sie in Kenchreä an Bord gingen, ließ sich Paulus wegen eines Gelübdes das Haar abschneiden.18,18 Das Abschneiden des Haares erfolgte in der Regel am Ende der Zeitspanne, für die sich jemand verpflichtet hatte, als Nasiräer zu leben. Über Anlass und Art des Gelübdes, das Paulus übernommen hatte, erfahren wir nichts Näheres.

19Sie kamen nach Ephesus; dort ließ Paulus Priszilla und Aquila zurück. Er selbst ging in die Synagoge und sprach zu den Juden. 20Sie baten ihn, doch länger zu bleiben, aber er ging nicht darauf ein. 21»Wenn Gott es will, werde ich zu euch zurückkommen«, sagte er und nahm Abschied.

18,21
Jak 4,15

22Er fuhr mit dem Schiff bis Cäsarea und ging von dort zu Fuß nach Jerusalem hinauf. Nach einem kurzen Besuch bei der Gemeinde reiste er weiter nach Antiochia.

23Auch hier blieb er nicht lange. Er zog durch Galatien und Phrygien und stärkte alle Jünger und Jüngerinnen18,23 Wörtlich alle Jünger; siehe Anmerkung zu 6,1. in ihrem Glauben.

18,23
11,23

Apollos in Ephesus und Korinth

24Inzwischen kam nach Ephesus ein Jude, der Apollos hieß und aus Alexandria stammte. Er war ein gebildeter, wortgewandter Mann und kannte sich bestens in den Heiligen Schriften aus.

18,24 (Apollos)
19,1
1 Kor 1,12
3,4-6
4,6
16,12
Tit 3,13
25Er war auch in der christlichen Lehre18,25 Wörtlich im Weg des Herrn; entsprechend in Vers 26 Weg Gottes. Siehe Anmerkung zu 9,2. unterrichtet worden, sprach von Jesus mit großer innerer Begeisterung und unterrichtete zuverlässig über sein Leben und seine Lehre; er kannte jedoch nur die Taufe, wie sie Johannes geübt hatte.18,25 Also nicht die Taufe »im bzw. auf den Namen von Jesus«; siehe Sacherklärungen »Täufer« und »Taufe«.
18,25
19,3-4

26Dieser Apollos nun trat in der Synagoge von Ephesus auf und sprach dort frei und offen von Jesus. Priszilla und Aquila hörten ihn, luden ihn zu sich ein und erklärten ihm die christliche Lehre noch genauer.

18,26
17,2
18,2

27Als Apollos dann nach Achaia gehen wollte, bestärkten ihn die Christen in Ephesus18,27 Wörtlich die Brüder. in diesem Vorsatz und gaben ihm einen Empfehlungsbrief mit. Darin baten sie die Brüder und Schwestern in Korinth,18,27 Wörtlich die Jünger; siehe Anmerkung zu 6,1. sie möchten ihn freundlich aufnehmen.

Tatsächlich konnte er den Glaubenden dort mit seiner besonderen Gabe viel helfen. 28In öffentlichen Streitgesprächen widerlegte er die Juden mit schlagenden Argumenten und bewies ihnen aus den Heiligen Schriften, dass Jesus der versprochene Retter18,28 Wörtlich der Christus. ist.

18,28
5,42