Gute Nachricht Bibel (GNB)
14

Paulus und Barnabas in Ikonion

141In Ikonion gingen Paulus und Barnabas wieder genauso in die jüdische Synagoge und sie sprachen dort auch so, wie sie es schon in Antiochia getan hatten. Eine große Zahl von Menschen kam daraufhin zum Glauben, Juden wie Griechen.14,1 Griechen: nämlich Gottesfürchtige aus der griechischen Bevölkerung der Stadt (vgl. 13,16).

2Aber die übrigen Juden, die sich nicht überzeugen lassen wollten, fingen an, die nicht jüdische Bevölkerung der Stadt gegen die Christen14,2 Wörtlich gegen die Brüder. aufzuhetzen. 3Trotzdem konnten Paulus und Barnabas noch längere Zeit in der Stadt bleiben. Im Vertrauen auf den Herrn verkündeten sie die Botschaft von der rettenden Gnade frei und offen, und der Herr bestätigte die Botschaft durch die staunenerregenden Wunder, die er durch Paulus und Barnabas geschehen ließ.

4So kam es, dass die Stadt schließlich in zwei Lager gespalten war: Die einen hielten zu den Juden, die andern zu den Aposteln. 5Die feindlich gesinnte Gruppe – Nichtjuden ebenso wie Juden samt den beiderseitigen führenden Männern – bereitete einen Anschlag gegen Paulus und Barnabas vor. Sie wollten an den beiden ihre Wut auslassen und sie steinigen.

14,5
14,19
2 Tim 3,11

6Aber Paulus und Barnabas merkten, was sie vorhatten. Sie flohen nach Lystra und dann weiter nach Derbe, zwei Städten in Lykaonien.

14,6
Mt 10,23
7Dort und in der weiteren Umgebung verkündeten sie die Gute Nachricht.

Paulus und Barnabas in Lystra

8In Lystra sahen Paulus und Barnabas einen Mann sitzen, der seit seiner Geburt gelähmt war. Seine Füße waren kraftlos; er hatte in seinem ganzen Leben noch keinen Schritt getan.

14,8
3,2
9Er hörte zu, wie Paulus die Gute Nachricht verkündete.

Paulus blickte ihn an, und als er merkte, dass der Gelähmte das feste Vertrauen hatte, geheilt zu werden, 10sagte er laut: »Steh auf, stell dich aufrecht auf deine Beine!« Da sprang der Mann auf und ging umher.

11Als die Volksmenge sah, was Paulus getan hatte, riefen alle in ihrer lykaonischen Sprache: »Die Götter haben Menschengestalt angenommen und sind zu uns herabgestiegen!«

14,11
8,10
12,21-22
28,6
12Sie nannten Barnabas Zeus und Paulus nannten sie Hermes – weil er das Wort geführt hatte. 13Der Priester aus dem Zeus-Tempel vor der Stadt brachte Stiere und Blumenkränze ans Stadttor und wollte zusammen mit der Menge den beiden Opfer darbringen.
14,13-15
10,25-26
Dan 2,46

14Als die Apostel merkten, was da vor sich ging, zerrissen sie ihre Kleider, stürzten sich in die Menge und riefen: 15»Ihr Männer, was macht ihr da? Wir sind doch Menschen genauso wie ihr! Mit unserer Botschaft wollen wir euch ja gerade dazu aufrufen, dass ihr euch abwendet von all diesen Göttern, die gar keine sind, und euch dem lebendigen Gott zuwendet – dem Gott, der Himmel, Erde, Meer und alles, was lebt, geschaffen hat!

14,15
Ps 96,5
1 Kor 8,4-6
16Bis jetzt hat er alle Völker außer den Juden ihre eigenen Wege gehen lassen.
14,16
17,30
17Und doch hat er sich auch ihnen schon immer zu erkennen gegeben: Er ist es doch, der euch Wohltaten erweist! Er gibt euch den Regen und lässt die Ernte reifen! Er gibt euch zu essen und macht euch froh und glücklich!«
14,17
Ps 147,8
Jer 5,24

18Doch auch damit konnten sie die Leute kaum davon abbringen, ihnen zu opfern.

19Aber dann kamen Juden aus Antiochia in Pisidien und aus Ikonion. Sie brachten die Menge auf ihre Seite und bewarfen Paulus mit Steinen. Darauf schleiften sie ihn aus der Stadt hinaus; denn sie hielten ihn für tot.

14,19 (Paulus verfolgt)
14,5
13,50
17,13
2 Kor 11,25
20Doch als die Christen14,20 Wörtlich die Jünger; ebenso in Vers 22; siehe Anmerkung zu 6,1. sich um ihn drängten, kam er wieder zu sich, stand auf und ging ganz offen in die Stadt zurück.

Am nächsten Tag machte er sich mit Barnabas auf den Weg nach Derbe.

Besuch der Gemeinden auf der Rückreise von Derbe aus

21In Derbe verkündeten Paulus und Barnabas die Gute Nachricht und konnten viele Menschen als Jünger und Jüngerinnen für Jesus gewinnen.14,21 Wörtlich zu Jüngern machen; siehe Anmerkung zu 6,1. Dann traten sie die Rückreise an. Sie kamen wieder nach Lystra und dann nach Ikonion und schließlich nach dem pisidischen Antiochia. 22Überall machten sie den Christen Mut und ermahnten sie, unbeirrt am Glauben festzuhalten. »Der Weg in Gottes neue Welt«,14,22 Wörtlich in die Königsherrschaft Gottes. sagten sie zu ihnen, »führt uns durch viel Not und Verfolgung. So ist es der Wille Gottes.«

14,22
11,23
1 Thess 3,4

23In jeder Gemeinde setzten sie Gemeindeälteste ein und stellten sie und alle, die zum Glauben an den Herrn gekommen waren, mit Gebet und Fasten unter dessen Schutz.

24Sie zogen dann weiter durch Pisidien nach Pamphylien. 25Sie verkündeten die Botschaft Gottes in Perge und gingen hinunter ans Meer nach Attalia. 26Von dort kehrten sie mit dem Schiff zum Ausgangspunkt ihrer Reise, nach Antiochia in Syrien, zurück. Hier waren sie der Gnade Gottes anbefohlen worden für das Werk, das sie nun vollendet hatten.

14,26
13,1-2

27Nach ihrer Ankunft riefen sie die ganze Gemeinde zusammen und berichteten, was Gott alles durch sie getan hatte und dass er den Nichtjuden die Tür zum Glauben geöffnet habe.

14,27
11,18

28Paulus und Barnabas blieben nun für längere Zeit bei den Brüdern und Schwestern in Antiochia.14,28 Wörtlich bei den Jüngern; siehe Anmerkung zu 6,1.

15

Das »Apostelkonzil« und seine Beschlüsse

(Kapitel 15,1-35)

Müssen die Nichtjuden auf das Gesetz verpflichtet werden?

151Damals kamen einige Christen aus Judäa nach Antiochia und erklärten den Brüdern: »Ihr könnt nicht gerettet werden, wenn ihr euch nicht beschneiden lasst, wie es das Gesetz Moses vorschreibt!«

15,1-2
Gal 2,1-10
5,2

2Paulus und Barnabas bestritten das und hatten eine heftige Auseinandersetzung mit ihnen. Die Brüder beschlossen deshalb, Paulus und Barnabas und einige andere aus der Gemeinde nach Jerusalem zu senden. Sie sollten den Aposteln und Gemeindeältesten dort die Streitfrage vorlegen.

3Paulus und Barnabas wurden von der Gemeinde feierlich verabschiedet. Sie zogen durch Phönizien und Samarien und erzählten überall in den Gemeinden, wie die Nichtjuden Jesus als den Herrn angenommen hatten. Bei allen Brüdern und Schwestern15,3 Brüder und Schwestern steht für ein einziges griechisches Wort, dessen Mehrzahlform nicht nur, wie herkömmlich übersetzt, die »Brüder« bezeichnet, sondern je nach Zusammenhang auch die Gesamtheit der Gemeinde aus Männern und Frauen (siehe Sacherklärung »Bruder«). lösten sie damit große Freude aus.

4Als sie nach Jerusalem kamen, wurden sie von der ganzen Gemeinde und den Aposteln und Gemeindeältesten freundlich aufgenommen. Sie berichteten ihnen, was Gott alles durch sie unter den Nichtjuden getan hatte.

5Aber einige von der Richtung der Pharisäer, die Christen geworden waren, standen auf und erklärten: »Man muss sie beschneiden und von ihnen fordern, dass sie das Gesetz Moses befolgen!«

Petrus: Gott hat schon entschieden!

6Daraufhin fand eine weitere Versammlung statt:15,6 Verdeutlichender Zusatz; ebenso im Folgenden vor der gesamten Gemeinde (vgl. Verse 12 und 22). Die Apostel und die Gemeindeältesten traten zusammen, um vor der gesamten Gemeinde die Frage zu erörtern. 7Als die Diskussion heftig wurde, stand Petrus auf und sagte:

»Liebe Brüder,15,7 Wörtlich Männer, Brüder; entsprechend in Vers 13. ihr wisst doch: Gott hat schon seit Langem unter euch seinen Willen kundgegeben. Er hat entschieden, dass die Menschen der anderen Völker durch mich die Gute Nachricht hören und zum Glauben kommen sollten.

15,7-8
10,44-45
8Und er, der ins Herz sieht, hat diesen Menschen ein gutes Zeugnis ausgestellt: Er hat ihnen genauso wie uns den Heiligen Geist geschenkt. 9In keinem Punkt hat er einen Unterschied gemacht zwischen ihnen und uns. Sie sind rein, weil er sie durch den Glauben im Herzen rein gemacht hat.
15,9
10,34-35

10Warum also fordert ihr Gott heraus und wollt diesen Menschen eine Last auferlegen, die weder unsere Vorfahren noch wir selbst tragen konnten?

15,10
15,19
Lk 11,46
Mt 11,28-30
11Es ist doch allein die Gnade Gottes, auf die wir unser Vertrauen setzen und von der wir unsere Rettung erwarten – wir genauso wie sie!«
15,11
13,38
Gal 2,16
3,10-12
Eph 2,5-8

12Aus der ganzen Versammlung kam kein Wort des Widerspruchs und alle hörten aufmerksam zu, als nun Paulus und Barnabas noch eingehender berichteten, was für staunenerregende Wunder Gott durch sie unter den Nichtjuden vollbracht hatte.

Jakobus macht sich zum Anwalt der nicht jüdischen Christen

13Als die beiden geendet hatten, stand Jakobus15,13 Zu Jakobus siehe Anmerkung zu 12,17. auf und sagte:

»Hört mir zu, liebe Brüder! 14Simon hat uns gezeigt, wie Gott selbst von Anfang an darauf bedacht war, aus den Nichtjuden Menschen zu sammeln, die sein Volk sind und ihn ehren. 15Das stimmt mit den Worten der Propheten überein, denn bei ihnen heißt es:

16›Danach werde ich mich euch zuwenden, sagt der Herr, und die verfallene Hütte Davids wieder aufbauen. Aus den Trümmern werde ich sie von Neuem errichten.15,16 Wiederhergestellt wurde die Hütte (= Herrschaft) Davids in der Erhebung des Davidnachkommen Jesus auf Gottes Thron (vgl. 2,22-36); aber auch das Wirken der Apostel galt zunächst dem im Zustand des »Verfalls« – der Fremdherrschaft und Heilsferne – befindlichen Israel (vgl. 1,6-8; 2,39; 3,26; 5,31).

15,16-17
nach
17Das werde ich tun, damit auch die übrigen Menschen nach mir fragen, alle Völker, die doch von jeher mein Eigentum sind. Ich, der Herr, werde tun, 18was ich seit Urzeiten beschlossen habe.‹
15,18
nach

19Darum bin ich der Ansicht, wir sollten den Menschen aus den anderen Völkern, die sich Gott zuwenden, nicht eine unnötige Last auferlegen. Wir sollten sie nicht dazu verpflichten, das ganze jüdische Gesetz zu befolgen,

15,19
Gal 5,3
20sondern sie nur in einem Schreiben auffordern, dass sie kein Fleisch von Tieren essen, die als Opfer für die Götzen geschlachtet worden sind, denn es ist unrein; weiter sollen sie sich vor Blutschande hüten, kein Fleisch von Tieren essen, deren Blut nicht vollständig ausgeflossen ist, und kein Tierblut genießen.
15,20
15,29
21,25
21Denn diese Vorschriften Moses15,21 Sie finden sich sämtlich in Lev 17,8–18,18 und werden dort auch für die »Fremden« – zunächst die in Israel lebenden – verbindlich gemacht (siehe Sacherklärung »Blutschande« und die Vergleichsstellen zu Vers 20). sind seit alten Zeiten in jeder Stadt bekannt; jeden Sabbat wird ja überall in den Synagogen aus dem Gesetz vorgelesen.«
15,21
13,15

Beschluss und Brief an die nicht jüdischen Christen

22Darauf beschlossen die Apostel und die Gemeindeältesten zusammen mit der ganzen Gemeinde, Männer aus ihrer Mitte auszuwählen und mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu schicken. Sie bestimmten dafür Judas mit dem Beinamen Barsabbas und Silas, zwei führende Leute der Gemeinde,

15,22 (Silas/Silvanus)
15,40
16,19
17,41014-15
18,5
1 Thess 1,1
23und gaben ihnen folgendes Schreiben mit:

»Die Apostel und die Gemeindeältesten, eure Brüder, grüßen ihre Brüder und Schwestern15,23 Siehe Anmerkung zu Vers 3; ebenso für Vers 32. nicht jüdischer Abstammung in Antiochia, Syrien und Kilikien.

24Wir haben erfahren, dass einige aus unserer Gemeinde mit ihren Äußerungen Verwirrung und Niedergeschlagenheit unter euch verbreitet haben. Sie hatten aber keinerlei Auftrag von uns.

15,24
Gal 1,7

25Nachdem wir nun in dieser Frage zu einer einhelligen Auffassung gekommen sind, haben wir beschlossen, ausgewählte Männer unserer Gemeinde zu euch zu schicken. Sie kommen zusammen mit unseren geliebten Brüdern Barnabas und Paulus, 26die im Dienst für Jesus Christus, unseren Herrn, ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben. 27Unsere Abgesandten Judas und Silas werden euch alles auch noch mündlich mitteilen und erläutern.

28Vom Heiligen Geist geleitet, haben wir nämlich beschlossen,15,28 Wörtlich Dem Heiligen Geist und uns schien es gut. euch keine weitere Last aufzuladen außer den folgenden Einschränkungen, die unbedingt von euch zu beachten sind:

29Esst kein Fleisch von Tieren, die als Opfer für die Götzen geschlachtet wurden; genießt kein Blut; esst kein Fleisch von Tieren, deren Blut nicht vollständig ausgeflossen ist; und hütet euch vor Blutschande.15,29 Zum Sinn der genannten Bestimmungen siehe Sacherklärung »Blutschande«.

Wenn ihr euch vor diesen Dingen in Acht nehmt, tut ihr recht. Lebt wohl!«

15,29
15,20

30Die beiden Abgesandten gingen mit Paulus und Barnabas nach Antiochia. Vor der versammelten Gemeinde übergaben sie den Brief. 31Als er vorgelesen wurde, freuten sich alle über den ermutigenden Bescheid. 32Judas und Silas, die selbst Propheten waren,15,32 Wie die Propheten der Gemeinde in Antiochia; vgl. 13,1. sprachen lange mit den Brüdern und Schwestern, machten ihnen weiter Mut und stärkten sie.
15,32
11,27
11,23
33Sie blieben noch einige Zeit dort; dann wurden sie von der Gemeinde herzlich verabschiedet, um nach Jerusalem zurückzukehren.15,33 Zahlreiche Handschriften fügen – wohl mit Rücksicht auf Vers 40 – hinzu (Vers 34): Silas beschloss dazubleiben und Judas kehrte allein zurück.

35Paulus und Barnabas blieben in Antiochia. Zusammen mit vielen anderen unterwiesen sie die Gemeinde und verkündeten den Menschen in der Stadt die Botschaft Gottes.

PAULUS MISSIONIERT IN KLEINASIEN UND GRIECHENLAND

(15,36–19,20)

Die zweite Missionsreise von Paulus

(Kapitel 15,36–18,22)

Aufbruch und Trennung von Barnabas

36Nach einiger Zeit sagte Paulus zu Barnabas: »Lass uns noch einmal alle die Orte besuchen, in denen wir die Botschaft Gottes verkündet haben! Wir wollen sehen, wie es den Brüdern und Schwestern15,36 Siehe Anmerkung zu Vers 3; entsprechend für Vers 40 und 16,2. geht!«

37Barnabas wollte Johannes Markus mitnehmen,

15,37
12,12
38aber Paulus lehnte es ab, noch einmal mit ihm zusammenzuarbeiten; denn er hatte sie auf der vorhergehenden Reise in Pamphylien im Stich gelassen und die Zusammenarbeit abgebrochen.
15,38
13,13

39Es kam zu einer heftigen Auseinandersetzung, und Paulus und Barnabas trennten sich. Barnabas fuhr mit Markus nach Zypern, 40Paulus aber wählte sich Silas als Begleiter.

Die Brüder und Schwestern beteten für Paulus, dass Gottes Gnade ihn begleite, und er machte sich auf den Weg.

15,40 (Silas)
15,22
41Er zog durch Syrien und Kilikien und stärkte die Gemeinden im Glauben.

16

Paulus gewinnt Timotheus. Bekanntgabe des Beschlusses von Jerusalem

161Paulus kam auch wieder nach Derbe und nach Lystra. In Lystra lebte ein Jünger mit Namen Timotheus. Seine Mutter, selbst Christin, war jüdischer Herkunft, der Vater dagegen Grieche.

16,1
14,6

2Timotheus stand bei den Brüdern und Schwestern in Lystra und Ikonion in gutem Ruf.

16,2
Phil 2,2022
3Paulus wollte ihn gern als seinen Begleiter auf die Reise mitnehmen. Mit Rücksicht auf die Juden in der Gegend beschnitt er ihn; denn sie wussten alle, dass sein Vater ein Grieche war.16,3 Zur Beschneidung des Mitarbeiters siehe Sacherklärung »Timotheus«.

4In allen Städten, durch die sie kamen, übergaben sie den Gemeinden die Vorschriften, die die Apostel und Gemeindeältesten in Jerusalem erlassen hatten, und sie ermahnten sie, danach zu leben.

16,4
15,20-29
5So wurden die Gemeinden in ihrem Glauben gefestigt, und täglich schlossen sich ihnen weitere Menschen an.
16,5
2,41

Paulus in Troas: Der Ruf nach Europa

6Danach zogen sie weiter durch Phrygien und die Landschaft Galatien; denn der Heilige Geist erlaubte ihnen nicht, in der Provinz Asien die Botschaft Gottes zu verkünden.

16,6
18,23
10,19

7Als sie, westwärts ziehend, an die Grenze von Mysien kamen, wollten sie von dort in das nördlich gelegene Bithynien weiterziehen. Aber auch das ließ der Geist, durch den Jesus sie leitete, nicht zu. 8So zogen sie an Mysien vorbei und gingen ans Meer hinunter nach Troas.16,8 Die ausgebauten Straßen führten im Norden (an der Küste entlang) und im Süden (über Pergamon) um Mysien herum. Die Route auf der beigegebenen Farbkarte »Reisen des Apostels Paulus« ist an diesem Punkt nicht ganz korrekt.

9Dort in Troas hatte Paulus in der Nacht eine Vision: Er sah einen Mann aus Mazedonien vor sich stehen, der bat ihn: »Komm zu uns herüber nach Mazedonien und hilf uns!«

10Darauf suchten wir sofort nach einem Schiff, das uns nach Mazedonien mitnehmen konnte. Denn wir waren sicher, dass Gott uns gerufen hatte, den Menschen dort die Gute Nachricht zu bringen.

Paulus in Philippi: Die Bekehrung von Lydia

11Wir fuhren von Troas auf dem kürzesten Weg zur Insel Samothrake und am zweiten Tag erreichten wir Neapolis. 12Von dort gingen wir landeinwärts nach Philippi, einer Stadt im ersten Bezirk Mazedoniens, einer Ansiedlung von römischen Bürgern.16,12 Wörtlich einer (römischen) Kolonie. Wir hielten uns einige Tage dort auf 13und warteten auf den Sabbat.

Am Sabbat gingen wir vor das Tor an den Fluss. Wir vermuteten dort eine jüdische Gebetsstätte und fanden sie auch. Wir setzten uns und sprachen zu den Frauen, die zusammengekommen waren.

14Auch eine Frau namens Lydia war darunter; sie stammte aus Thyatira und handelte mit Purpurstoffen. Sie hielt sich zur jüdischen Gemeinde.16,14 Wörtlich war eine Gottesfürchtige. Der Herr öffnete ihr das Herz, sodass sie begierig aufnahm, was Paulus sagte.

16,14
17,4
15Sie ließ sich mit ihrer ganzen Hausgemeinschaft, ihren Angehörigen und Dienstleuten, taufen.

Darauf lud sie uns ein und sagte: »Wenn ihr überzeugt seid, dass ich treu zum Herrn stehe, dann kommt in mein Haus und nehmt dort Quartier!« Sie drängte uns, die Einladung anzunehmen.

16,15 (taufen)
8,36
16,33
18,8
19,5

Paulus treibt einen Wahrsagegeist aus ...

16Auf dem Weg zur Gebetsstätte der Juden trafen wir eines Tages eine Sklavin, aus der redete ein Geist, der die Zukunft wusste. Mit ihren Prophezeiungen brachte sie ihren Besitzern viel Geld ein.

16,16
19,24
17Die Frau lief hinter Paulus und uns anderen her und rief: »Diese Leute sind Diener des höchsten Gottes! Sie zeigen euch den Weg zur Rettung.«
16,17
19,15
Lk 4,3441

18Das ging viele Tage so, bis Paulus es nicht länger anhören konnte. Er drehte sich um und sagte zu dem Geist: »Ich befehle dir im Namen von Jesus Christus: Fahre von ihr aus!«

Im gleichen Augenblick fuhr der Wahrsagegeist von ihr aus.

16,18
3,6

... und muss mit Silas ins Gefängnis

19Die Besitzer der Sklavin sahen sofort, dass mit dem Geist auch ihre Hoffnung auf Gewinn ausgefahren war. Sie packten Paulus und Silas und schleppten sie zum Marktplatz vor das städtische Gericht. 20Sie stellten sie vor die beiden Stadtobersten16,20 Siehe Anmerkung zu 17,6. und erklärten: »Diese Menschen hier stiften Unruhe in unserer Stadt. Juden sind sie;

16,20
17,6
21sie wollen Sitten einführen, die gegen unsere Ordnung sind und die wir als römische Bürger nicht annehmen dürfen.« 22Auch die Volksmenge war aufgebracht und verlangte ihre Bestrafung.

Die Stadtobersten ließen Paulus und Silas die Kleider vom Leib reißen und gaben Befehl, sie mit Stöcken zu prügeln.

16,22-23
1 Thess 2,2
2 Kor 11,25
23Nachdem man ihnen viele Schläge verabreicht hatte, brachte man sie ins Gefängnis. Dem Gefängniswärter wurde eingeschärft, sie sicher zu verwahren. 24Er sperrte sie darauf in die hinterste Zelle und schloss ihre Füße in den Block.

Befreiung der Gefangenen und Bekehrung des Gefängniswärters

25Um Mitternacht beteten Paulus und Silas und priesen Gott in Lobgesängen. Die anderen Gefangenen hörten zu.

16,25
DanZ A,3
26Da gab es plötzlich ein gewaltiges Erdbeben. Die Mauern des Gefängnisses schwankten, alle Türen sprangen auf und die Ketten fielen von den Gefangenen ab.

27Der Gefängniswärter fuhr aus dem Schlaf. Als er die Türen offen stehen sah, zog er sein Schwert und wollte sich töten; denn er dachte, die Gefangenen seien geflohen.

16,27
12,18-19

28Aber Paulus rief, so laut er konnte: »Tu dir nichts an! Wir sind alle noch hier.«

29Der Wärter rief nach Licht, stürzte in die Zelle und warf sich zitternd vor Paulus und Silas nieder. 30Dann führte er sie hinaus und fragte: »Ihr Herren, Götter oder Boten der Götter!16,30 Wörtlich Ihr Herren. Das verwendete Wort meint im Zusammenhang göttliche »Herren« (vgl. 1 Kor 8,5); die Reaktion des Gefängniswärters entspricht dem Verhalten der Volksmenge in Lystra (vgl. 14,11-13). Was muss ich tun, um gerettet zu werden?«

16,30-31
2,37
11,14
Joh 6,28-29

31Sie antworteten: »Jesus ist der Herr! Erkenne ihn als Herrn an und setze dein Vertrauen auf ihn, dann wirst du gerettet und die Deinen mit dir!« 32Und sie verkündeten ihm und allen in seinem Haus die Botschaft Gottes.

33Der Gefängniswärter nahm Paulus und Silas noch in derselben Nachtstunde mit sich und wusch ihre Wunden. Dann ließ er sich mit seiner ganzen Hausgemeinschaft, seiner Familie und seinen Dienstleuten, taufen.

16,33
16,15
34Anschließend führte er die beiden hinauf ins Haus und lud sie zu Tisch. Er und alle die Seinen waren überglücklich, dass sie zum Glauben an Gott gefunden hatten.

Entschuldigung der Richter und Abschied von Philippi

35Als es Tag geworden war, schickten die Stadtobersten die Amtsdiener zum Gefängniswärter mit der Weisung: »Lass die beiden Männer frei und sorge dafür, dass sie das Stadtgebiet verlassen!«16,35 und sorge dafür ...: verdeutlichender Zusatz im Blick auf Vers 37; entsprechend im folgenden Vers.

36Der Gefängniswärter berichtete es Paulus und sagte: »Die Stadtobersten haben mir befohlen, euch freizulassen und wegzuschicken. Verlasst also das Gefängnis und die Stadt; geht im Frieden Gottes!«

37Aber Paulus wandte sich an die Amtsdiener und sagte: »Die Stadtobersten haben uns öffentlich prügeln lassen, ohne Prozess und richterliches Urteil. Dabei besitzen wir das römische Bürgerrecht! Auch noch ins Gefängnis haben sie uns gesteckt. Und jetzt wollen sie uns heimlich abschieben? Das kommt nicht infrage! Sie sollen persönlich herkommen und uns freilassen.«

16,37
22,25-29
23,27

38Die Amtsboten meldeten das den Stadtobersten. Als diese hörten, dass Paulus und Silas römische Bürger seien, erschraken sie. 39Sie kamen selbst und entschuldigten sich. Dann führten sie die beiden aus dem Gefängnis und baten sie, die Stadt zu verlassen.

40Vom Gefängnis aus gingen Paulus und Silas zu Lydia. Dort trafen sie die Brüder und Schwestern16,40 Siehe Anmerkung zu 15,3. und machten ihnen Mut. Danach verließen sie die Stadt.

16,40
11,23