Gute Nachricht Bibel (GNB)
11

Judas besiegt Lysias

(1 Makk 4,26-35)

111Lysias – er war der Kanzler des Reiches, Mitglied der königlichen Familie und mit der Erziehung des jungen Königs11,1 Antiochus V. Eupator; siehe 10,10. betraut – nahm das, was geschehen war, sehr ernst.

11,1
1 Makk 3,33
6,17
2In kürzester Zeit brachte er ein Heer von 80000 Mann zusammen und rückte mit ihm und der ganzen verfügbaren Reiterei gegen die Juden heran. Er hatte vor, Jerusalem in eine rein griechische Stadt umzuwandeln. 3Der Tempel sollte – wie alle Heiligtümer der übrigen Völker – eine Geldeinnahmequelle werden und das Amt des Obersten Priesters sollte jährlich neu an den meistbietenden Bewerber verkauft werden.

4Im Blick auf die Zehntausende seiner Fußsoldaten, die Tausende von Reitern und die 80 Kriegselefanten war Lysias voller Stolz und Zuversicht; nur mit der Macht Gottes rechnete er nicht.

11,4
Ps 147,10
5Er kam nach Judäa und griff die Festung Bet-Zur an, die ungefähr 30 Kilometer südlich von Jerusalem liegt.

6Als der Makkabäer und seine Leute erfuhren, dass Lysias schon mit der Belagerung judäischer Festungen begonnen hatte, flehten sie mit dem ganzen Volk unter lauten Klagerufen und unter Tränen zum Herrn, er möge doch einen guten Engel schicken, um Israel zu retten.

11,6
Ps 92,11
7Dann griff der Makkabäer selbst als Erster zu den Waffen und machte dadurch den anderen Mut, mit ihm zusammen das Leben zu wagen, um den bedrängten Brüdern zu helfen. So brachen sie alle gemeinsam auf und waren zum Kampf entschlossen.

8Sie waren noch nicht weit von Jerusalem entfernt, da sahen sie einen Reiter in weißem Gewand und goldener Rüstung. Er reckte seine goldenen Waffen hoch empor und zog ihnen als Anführer voraus.

11,8
2,21
9Da dankten sie alle zusammen Gott für sein Erbarmen. Er hatte ihnen solchen Mut gemacht, dass sie bereit waren, nicht nur gegen Menschen, sondern auch gegen die wildesten Tiere zu kämpfen, ja eiserne Mauern niederzureißen.

10So rückten sie in Schlachtordnung vor und mit ihnen der Reiter, den der Herr in seiner Barmherzigkeit ihnen als Helfer im Kampf geschickt hatte. 11Wie die Löwen stürzten sie sich auf die Feinde, töteten 11000 Fußsoldaten und 1600 Reiter und zwangen den Rest des Heeres zur Flucht. 12Die meisten der Fliehenden waren verwundet worden und hatten ihre Waffen weggeworfen. Lysias selbst konnte auch nur durch feige Flucht sein Leben retten.

Lysias schließt mit Judas Frieden

(1 Makk 6,55-60)

13Lysias war nicht dumm. Er dachte über seine Niederlage nach und kam zu der Einsicht, dass der mächtige Gott auf der Seite der Juden mitkämpfe und sie deshalb nie besiegt werden könnten. Er schickte deshalb Unterhändler, 14die die Juden zum Friedensschluss drängen und dabei auf jede annehmbare Bedingung eingehen sollten. Er versprach, auch den König selbst dahin zu bringen, dass er mit den Juden Freundschaft schließe.

15Der Makkabäer überlegte, was für das Volk das Beste sei, und ging auf alles ein, was Lysias vorgeschlagen hatte. Er wusste, dass dann jede Bitte, die die Juden über Lysias an den König herantrügen, vom König auch genehmigt würde.

Lysias schreibt an die Juden

16Lysias schrieb den Juden folgenden Brief:

»Lysias grüßt alle Juden!

17Eure Abgesandten, Johanan und Abschalom,11,17 Wahrscheinlich der Vater von Mattatias und Jonatan (1 Makk 11,70; 13,11). haben mir das von euch unterschriebene Schriftstück überreicht und zu den Punkten, die darin genannt werden, eine Entscheidung erbeten. 18Die Dinge, die dem König vorgelegt werden mussten, habe ich an ihn weitergeleitet; was in meine Zuständigkeit fiel, habe ich genehmigt.11,18 Die Mehrzahl der Handschriften hat: was ihm annehmbar erschien, hat er genehmigt; vgl. jedoch Vers 36. 19Wenn ihr der Regierung weiterhin wohlwollend gegenübersteht, werde ich auch in Zukunft darum bemüht sein, euch Vorteile zu verschaffen. 20Ich habe eure Abgesandten und meine eigenen Leute beauftragt, die Einzelheiten, die sich aus diesem Brief ergeben, mit euch auszuhandeln. 21Lebt wohl!

Am 24. im Monat des Zeus-Korinthius, im Jahr 148.«11,21 Zeus-Korinthius = 1. Monat; demnach Mitte Oktober 165 v.Chr.

Der König schreibt an Lysias und an die Juden

22Der Brief von König Antiochus Eupator an Lysias lautete:

»König Antiochus grüßt seinen Bruder11,22 Nicht leiblicher Bruder, sondern hoher Würdenträger im Seleukidenreich; vgl. 1 Makk 10,18; 11,30. Lysias.

23Nachdem mein Vater unter die Götter aufgenommen wurde, habe ich den Wunsch, dass sich alle Menschen in meinem Reich unbehelligt ihren eigenen Angelegenheiten widmen können.

24Nun habe ich gehört, dass die Juden mit der Umstellung auf die griechische Lebensweise, wie mein Vater sie verfügt hatte, nicht einverstanden sind. Sie geben ihrer eigenen Lebensform den Vorzug und wünschen, dass ihnen gestattet wird, nach ihren angestammten Gebräuchen zu leben. 25Mein Wunsch ist, dass auch die Menschen dieses Volkes in Zukunft unbehelligt bleiben. Ich ordne daher an, dass ihnen der Tempel zurückgegeben und es ihnen ermöglicht wird, ihr Leben entsprechend den Bräuchen ihrer Vorfahren einzurichten.

26Bitte, teile ihnen diese meine Entscheidung mit und gib ihnen die Hand darauf. Sie sollen mit Mut und Freude die Erledigung ihrer Angelegenheiten in Angriff nehmen.«

27An das jüdische Volk selbst schrieb der König Folgendes:

»König Antiochus grüßt den Ältestenrat und alle übrigen Juden.

28Ich hoffe, dass es euch gut geht; auch ich bin gesund und wohlauf. 29Menelaus hat mich wissen lassen, dass ihr nach Hause an eure Arbeit zurückkehren wollt.

11,29
4,23-25
30All denen, die das bis zum 30. des Monats Xanthikus tun, sichere ich Straffreiheit zu. 31Ferner soll euch allen gestattet sein, genauso wie früher eure Speisevorschriften und die anderen Gesetze zu befolgen. Keiner soll noch irgendwie belangt werden, der aus Unkenntnis gegen königliche Anordnungen verstoßen hat. 32Ich habe aber auch Menelaus zu euch geschickt, der alle eure Befürchtungen zerstreuen wird. 33Lebt wohl!

Am 15. des Monats Xanthikus, im Jahr 148.«11,33 Xanthikus = 6. Monat; demnach Anfang März 164 v.Chr.

Der Brief der Römer an die Juden

34Auch die Römer schickten den Juden einen Brief:

»Die römischen Gesandten Quintus Memmius und Titus Manius grüßen das Volk der Juden.

35Mit dem, was Lysias, Mitglied der königlichen Familie, mit euch ausgehandelt hat, sind auch wir einverstanden. 36Was die Punkte betrifft, die er dem König vorgelegt hat, so beratet darüber und gebt uns rasch Bescheid, damit wir eure Interessen vertreten können. Wir sind nämlich auf dem Weg nach Antiochia. 37Beeilt euch also und schickt uns einige Leute, damit wir euren Standpunkt kennenlernen. 38Lebt wohl!

Am 15. des Monats Xanthikus im Jahr 148.«11,38 Siehe vorige Anmerkung.

12

Judas bestraft die Bürger von Joppe und Jamnia

121Nachdem der Friedensvertrag zwischen Lysias und den Juden zustande gekommen war, kehrte Lysias zum König nach Antiochia zurück und die Juden fingen an, wieder ihre Felder zu bestellen. 2Doch die örtlichen Befehlshaber Timotheus und Apollonius, der Sohn von Gennäus, ferner Hiëronymus und Demophon, ebenso auch Nikanor, der Befehlshaber der Söldnertruppe aus Zypern, ließen sie nicht zur Ruhe kommen.

3Die Bürger der Stadt Joppe begingen zu der Zeit folgendes gemeine Verbrechen: Sie taten sehr freundlich gegenüber den Juden, die bei ihnen wohnten, und luden sie mit Frauen und Kindern zu einer Vergnügungsfahrt zu Schiff ein.12,3 Vermutlich bei einem öffentlichen Fest. Die Boote dafür hatten sie bereitgestellt. 4Da die Sache auf einen Beschluss der ganzen Bürgerschaft der Stadt zurückging, schöpften die Juden keinen Verdacht und nahmen die Einladung an. Ihnen lag ja daran, mit den Bürgern der Stadt in Frieden zu leben. Doch als sie dann auf offener See waren, versenkten die Leute von Joppe die Boote und ließen alle Juden ertrinken – mindestens 200 Personen.

5Als Judas von dem Verbrechen an den Angehörigen seines Volkes erfuhr, rief er seine Männer zusammen. 6Dann bat er Gott, den gerechten Richter, um Hilfe und schlug gegen diese Mörder los. Im Schutz der Nacht legte er Feuer im Hafen von Joppe, verbrannte die Schiffe und tötete alle, die sich dorthin geflüchtet hatten. 7Die Tore der Stadt selbst waren geschlossen, sodass Judas abziehen musste. Doch er nahm sich fest vor, bei nächster Gelegenheit wiederzukommen; dann sollte kein Mensch in Joppe am Leben bleiben.

8Judas hörte, dass die Bürger von Jamnia gegen die Juden ihrer Stadt genauso vorgehen wollten wie die Bürger von Joppe. 9Darum überfiel er auch sie eines Nachts und steckte den Hafen und alle Schiffe in Brand. Der Feuerschein war noch in Jerusalem, 45 Kilometer entfernt, zu sehen.

Judas auf dem Weg nach Osten

(1 Makk 5,9-54)

10Judas brach mit seinen Leuten von dort12,10 Der Fortsetzung nach handelt es sich hier um einen Ort jenseits des Jordans; der Verfasser bringt nur Auszüge aus seiner Quelle (vgl. 2,23). auf, um Timotheus und seinem Heer entgegenzuziehen. Er war aber noch keine zwei Kilometer weit gekommen, da wurde er von 5000 Arabern angegriffen, die von 500 Reitern unterstützt wurden. 11Ein harter Kampf begann. Mit Gottes Hilfe konnten Judas und seine Leute den Sieg erringen.

Die Männer aus der Steppe im Osten baten Judas, mit ihnen Frieden zu schließen. Sie versprachen, ihm und seinen Leuten Vieh zu liefern und ihnen zu helfen, wo sie nur könnten. 12Judas fand, die Freundschaft mit ihnen könnte in vieler Hinsicht von Nutzen sein. So war er einverstanden und schloss Frieden mit ihnen. Darauf zogen sich die Araber in die Steppe zu ihren Zelten zurück.

13Später griff Judas eine Stadt namens Kaspin12,13 Vermutlich östlich oder südöstlich vom See Gennesaret. an. Sie war ringsum mit Wällen und Mauern befestigt; ihre Einwohnerschaft bestand aus Menschen der verschiedensten Völker. 14Bei der Stärke ihrer Mauern und der Menge ihrer Lebensmittelvorräte glaubten die Bewohner, eine Belagerung gut überstehen zu können. So machten sie sich in schamloser Weise über Judas und seine Leute lustig. Obendrein lästerten sie Gott und gebrauchten die übelsten Schimpfwörter.

15Judas und seine Männer aber beteten zu dem mächtigen Herrn der Welt, der zur Zeit Josuas die Mauern von Jericho auch ohne Rammböcke und andere Belagerungsmaschinen zum Einsturz gebracht hatte. Dann stürmten sie mit der Wut und Kraft wilder Tiere gegen die Stadtmauer an.

12,15
Jos 6,20
16Weil Gott es so wollte, konnten sie die Stadt einnehmen. Sie richteten unter der Bevölkerung ein unbeschreibliches Blutbad an. Der See, der nahe bei der Stadt lag und fast 400 Meter breit war, sah ganz rot gefärbt aus von dem vielen Blut.

Judas besiegt das Heer von Timotheus

(1 Makk 5,37-44)

17Von der Stadt Kaspin aus legten Judas und seine Männer etwa 140 Kilometer zurück und erreichten das befestigte feindliche Heerlager im Gebiet der sogenannten Tubianer-Juden.12,17 D.h. Juden im Gebiet von Tubi (vgl. 1 Makk 5,13), dem alttestamentlichen Tob (vgl. Ri 11,3-5; 2 Sam 10,6) im nördlichen Ostjordanland. 18Timotheus selbst trafen sie in dieser Gegend nicht mehr an. Er war, ohne etwas unternommen zu haben, wieder abgezogen. Nur an einem Ort hatte er eine starke Besatzung zurückgelassen. 19Dositheus und Sosipater, zwei Offiziere des Makkabäers, machten sich mit ihren Leuten auf den Weg, griffen diesen Stützpunkt an und töteten die Besatzung – mehr als 10000 Mann.

20Dann teilte der Makkabäer sein Heer in kleinere Gruppen auf, übertrug jeweils einem seiner Offiziere den Befehl über eine Gruppe und machte sich an die Verfolgung von Timotheus.

Timotheus verfügte über 120000 Fußsoldaten und 2500 Reiter. 21Als er merkte, dass er von Judas verfolgt wurde, schickte er Frauen und Kinder und den übrigen Tross voraus in eine Stadt namens Karnajim. Sie war nur schwer zu belagern, ja, wegen zahlreicher Schluchten und Engpässe nahezu unzugänglich.

22Als die erste Gruppe von Judas’ Heer auf Sichtweite herangekommen war und die Feinde schon von Angst befallen wurden, ließ der Herr, der alles sieht, ihnen eine Vision zuteilwerden, die sie vollends in Panik stürzte. Sie rannten in wilder Flucht davon, jeder in eine andere Richtung. Dabei wurden viele von ihren eigenen Leuten verwundet, ja von den Schwertern ihrer Kameraden durchbohrt. 23Judas blieb den fliehenden Feinden hart auf den Fersen und tötete von diesen Verbrechern an die 30000 Mann.

24Timotheus selbst fiel den Leuten von Dositheus und Sosipater in die Hände. Aber gerissen und redegewandt forderte er, sie sollten ihn freilassen. Die Eltern und Geschwister vieler Juden befänden sich in seiner Gewalt und würden sofort umgebracht, wenn man ihm etwas antäte. 25Nachdem er feierlich versichert hatte, die Verwandten unversehrt zurückzugeben, ließen sie ihn schließlich, um das Leben dieser Männer und Frauen zu retten, wieder frei.

Weitere Erfolge des Makkabäers

(1 Makk 5,46-51)

26Jetzt griff Judas die Stadt Karnajim und das dort gelegene Heiligtum der Göttin Atargatis an. 25000 Menschen wurden getötet. 27Danach zog er auch gegen Efron. Die Stadt war stark befestigt und ihre Einwohnerschaft bestand aus Menschen12,27 Ein Teil der Handschriften hat: aus Lysias (vgl. Kap 11) und Menschen. der verschiedensten Völker. Ausgesucht tüchtige junge Leute hatten im Vorfeld der Mauern Stellung bezogen und wehrten sich tapfer. Auf den Mauern selbst fehlte es nicht an Wurfmaschinen und Munition. 28Aber Judas und seine Männer beteten zum Herrn, der die Kraft hat, mächtige Feinde zu zerschmettern. So konnten sie die Stadt erobern und töteten etwa 25000 Einwohner.

29Von dort zogen sie weiter zur Stadt Skythopolis,12,29 Bet-Schean (vgl. 1 Makk 5,52). die etwa 120 Kilometer von Jerusalem entfernt ist. 30Die Juden in Skythopolis aber versicherten Judas, dass sie von der Bevölkerung immer freundlich behandelt worden seien, selbst in Zeiten der Not. 31Judas und seine Männer dankten den Bürgern der Stadt dafür und forderten sie auf, auch in Zukunft dem jüdischen Volk ihr Wohlwollen zu bewahren. Darauf kehrte Judas mit seinem Heer nach Jerusalem zurück, denn das Pfingstfest stand unmittelbar bevor.

Judas besiegt Gorgias

32Nach dem Pfingstfest zogen Judas und seine Leute gegen Gorgias, den Befehlshaber von Idumäa, in den Kampf.

12,32
10,14
33Gorgias verfügte über 3000 Fußsoldaten und 400 Reiter. 34Zu Beginn der Schlacht fanden einige Juden den Tod. 35Dositheus, ein Reiter aus der Abteilung Bakenors,12,35 Ein Teil der Handschriften fügt hinzu: ein Tubianer; vgl. dazu Anmerkung zu 12,17. Er ist nicht mit dem Dositheus von Vers 19 und 24 zu verwechseln. ein mutiger Mann, packte Gorgias am Mantel und zog ihn hinter sich her. Er wollte den Verfluchten lebendig gefangen nehmen. Doch einer von den thrakischen Reitern sprengte heran und hieb Dositheus den Arm ab. Gorgias konnte sich in die Stadt Marescha flüchten.
12,35 (Marescha)
1 Makk 5,66

36Esri12,36 Wohl der Asarja von 1 Makk 5,18.55-62. und seine Leute hatten lange den Gegnern standgehalten, doch ihre Kräfte drohten zu erlahmen. Judas rief zum Herrn, er möge zeigen, dass er als Bundesgenosse und Vorkämpfer auf der Seite der Juden stehe. 37Dann stimmte er in seiner Muttersprache das Kriegsgeschrei an, zusammen mit Preisliedern auf den Herrn, und zwang durch seinen unerwartet heftigen Angriff die feindlichen Truppen zur Flucht.

Sühneopfer für die Gefallenen

38Nach der Schlacht sammelte Judas sein Heer und kam mit ihm zur Stadt Adullam. Weil der nächste Tag ein Sabbat war, reinigten sie sich, wie es bei Juden üblich ist, und verbrachten den Sabbat dort.

12,38
Num 19,11-12

39Am folgenden Tag wurde es für Judas und seine Leute höchste Zeit, die Leichen der Juden, die im Kampf gegen Gorgias gefallen waren, einzusammeln und sie unter Beteiligung der Angehörigen bei den Gräbern ihrer Vorfahren zu bestatten. 40Aber bei jedem der Gefallenen entdeckten sie, unter der Kleidung versteckt, Amulette der Götzen, die in Jamnia verehrt werden. Dabei ist es den Juden durch das Gesetz Moses verboten, solche Amulette zu tragen. Allen wurde klar, dass die Männer nur aus diesem Grund gefallen waren,

12,40
Dtn 7,25-26
41und alle priesen den Herrn, weil er ein gerechter Richter ist und verborgene Schuld an den Tag bringt.

42Dann aber hielten sie einen Bittgottesdienst und riefen zum Herrn, er möge die Schuld, die die Männer auf sich geladen hatten, doch ganz vergeben. Judas, dieser edle Mann, ermahnte alle Anwesenden, sich von solchen Verfehlungen freizuhalten; sie hätten die Folgen ja vor Augen. 43Darauf veranstaltete er eine Sammlung, an der sich alle beteiligten. Das Geld, etwa 2000 Silberstücke, schickte er nach Jerusalem und ließ davon ein Sühneopfer für die Gefallenen ausrichten.

Das war eine sehr schöne und gute Tat; denn mit ihr bewies Judas, dass er an die Auferstehung der Toten glaubte.

12,43-45
7,9
44Hätte er nicht erwartet, dass die Gefallenen auferstehen werden, so wäre jedes Gebet für sie überflüssig und sinnlos gewesen. 45Judas war überzeugt: Auf alle, die in ihrem Leben Gott treu gewesen und auch so gestorben sind, wartet ein herrlicher Lohn. Ein gottgemäßer, frommer Gedanke! Darum ließ er für die Toten das Sühneopfer ausrichten, damit ihnen ihre Schuld vergeben würde.

13

Menelaus erhält die verdiente Strafe

131Im Jahr 14913,1 164/163 v.Chr.; wahrscheinlich Spätsommer 163. befand sich König Antiochus Eupator mit einem großen Heer auf dem Weg nach Judäa. Judas und seine Leute erfuhren davon.

13,1-2
1 Makk 6,16-17
2Der König wurde begleitet von dem Kanzler Lysias, der zugleich mit seiner Erziehung betraut war. Jeder von beiden befehligte ein Heer aus griechischen Söldnern mit jeweils 110000 Fußsoldaten, 5300 Reitern, 22 Kriegselefanten und mit 300 Streitwagen, deren Räder mit scharfen, sichelartigen Eisen bestückt waren.

3Menelaus schloss sich Antiochus und Lysias an und drängte den König, in Judäa einzumarschieren. Dabei tat er ganz so, als ginge es ihm um das Wohl seines Volkes und Landes, in Wirklichkeit trieb ihn die Hoffnung, bald wieder das Amt des Obersten Priesters ausüben zu können.

13,3
4,23-25
4Der Herr aber, der König der Könige, ließ in Antiochus Zorn gegen Menelaus aufkommen. Als Lysias nur andeutete, dieser Verbrecher sei letztlich schuld an all den Schwierigkeiten, die man jetzt mit den Juden habe, gab der König den Befehl, Menelaus in die Stadt Beröa13,4 Griechischer Name für Aleppo in Nordsyrien. zu schaffen und ihn in der dort üblichen Art und Weise hinzurichten.

5In Beröa steht nämlich ein 25 Meter hoher Turm, der mit Asche gefüllt ist. In seinem Innern befindet sich oben ringsum eine Plattform, die trichterförmig zur Asche hin abfällt. 6Dort pflegte man Tempelräuber und sonstige Schwerverbrecher hinaufzuheben, sodass sie in die Asche stürzten und darin umkamen.

7Auf diese Weise fand auch Menelaus, dieser Verräter am Gesetz des Herrn, den Tod. Es war ihm nicht einmal vergönnt, in der Erde bestattet zu werden. 8Damit geschah ihm nur recht. Er hatte sich oft genug gegen den Altar des Herrn vergangen, dessen Feuer, ja sogar dessen Asche heilig ist. Deshalb fand er in der Asche den Tod.

13,8
1,19
Lev 6,1-6
Weish 11,16

Der Sieg des Makkabäers bei Modeïn

(1 Makk 6,28-63)

9Roh und brutal in seiner Gesinnung hatte König Antiochus vor, die Juden weit härter anzupacken, als es sein Vater je getan hatte. 10Als Judas von den Absichten des Königs hörte, ermahnte er das Volk, bei Tag und Nacht ununterbrochen zum Herrn zu rufen, denn jetzt brauchten sie seine Hilfe nötiger als je zuvor. Man wolle ihnen das Land und den heiligen Tempel wieder nehmen und ein Leben nach dem Gesetz unmöglich machen. 11Gerade erst habe das Volk wieder ein wenig aufatmen können; Gott solle doch nicht zulassen, dass es erneut in die Gewalt der Fremden falle.

12So lagen sie drei Tage lang ununterbrochen auf den Knien und flehten gemeinsam unter Tränen und Fasten den barmherzigen Herrn an. Darauf machte Judas ihnen Mut und gab den Befehl, sich für den Kampf bereitzuhalten.

13Nach geheimer Beratung mit den Ältesten beschloss Judas, loszuschlagen und mit Gottes Hilfe die Entscheidung herbeizuführen, noch ehe das Heer des Königs in Judäa eindringen oder gar Jerusalem besetzen könnte. 14Wie das Unternehmen ausgehen würde, das überließ er Gott, dem Schöpfer der Welt. Judas ermahnte seine Leute, tapfer zu kämpfen und ihr Leben nicht zu schonen. Es gehe um die Gesetze und die Verfassung, um ihr Land und um Jerusalem mit dem Tempel.

Nahe der Stadt Modeïn schlug Judas sein Lager auf. 15Er gab die Parole aus: »Gott wird siegen!« Dann nahm er eine Abteilung junger Männer, die sich als die Besten bewährt hatten, überfiel mit ihnen das Hauptlager, in dem das Zelt des Königs stand, und tötete an die 2000 Mann. Auch den Leitelefanten samt dem Mann, der ihn zu lenken hatte, stachen sie nieder. 16Sie verbreiteten Schrecken und Entsetzen im ganzen Lager und zogen sich nach ihrer erfolgreichen Unternehmung zurück, 17als der Morgen dämmerte. Judas hatte diese Tat vollbringen können, weil der Herr ihn beschützte.

Antiochus belagert Bet-Zur

18Diese Kostprobe jüdischer Tapferkeit genügte dem König. Er versuchte nun, die judäischen Festungen mit List in seine Gewalt zu bekommen. 19Er griff das stark befestigte Bet-Zur an, wurde zurückgeschlagen, griff nochmals an und erlitt eine Niederlage. 20Judas ließ die Verteidiger nämlich mit allem versorgen, was sie brauchten.

21Ein jüdischer Soldat namens Rhodokus verriet den Feinden, auf welche Weise das geschah. Judas ließ nach ihm fahnden; er wurde gefasst und hingerichtet. 22Als der König zum zweiten Mal den Verteidigern von Bet-Zur ein Verhandlungsangebot machte, kam ein Abkommen mit gegenseitigen Garantien zustande und er hob die Belagerung auf.

23aJetzt stürzte er sich auf Judas und seine Truppe – und wurde geschlagen.

Antiochus schließt Frieden mit den Juden

23bDer König hatte Philippus in Antiochia zurückgelassen und ihn mit der Führung der Regierungsgeschäfte betraut. Als er erfuhr, dass Philippus selbst das Königtum an sich gerissen habe, war er bestürzt. Er redete auf einmal freundlich mit den Juden, machte ihnen Zugeständnisse und schwor, alle ihre gerechten Ansprüche zu erfüllen. Um die Abmachungen zu bekräftigen, brachte er sogar ein Opfer dar und machte dem Tempel großzügige und ehrenvolle Geschenke. 24Für den Makkabäer gab er einen Empfang.

Nachdem er Hegemonides zum Oberbefehlshaber des ganzen Gebietes von Ptolemaïs bis Gerar ernannt hatte, 25begab sich der König nach Ptolemaïs. Die Bürger der Stadt waren erbittert und empört wegen der Verträge, die er mit den Juden geschlossen hatte, und verlangten, dass sie rückgängig gemacht würden. 26Lysias musste auf die Rednerbühne. Er rechtfertigte die Verträge, so gut er konnte. Nachdem es ihm gelungen war, das Volk zu beruhigen und umzustimmen, brach er nach Antiochia auf.

So viel über den Feldzug des Königs gegen Judäa und über seinen Rückzug.