Gute Nachricht Bibel (GNB)
16

Über König Ahas von Juda

(2 Chr 28,1-4)

161Im 17. Regierungsjahr Pekachs, des Königs von Israel, wurde Ahas, der Sohn Jotams, König von Juda. 2Er war 20 Jahre alt, als er König wurde, und regierte 16 Jahre lang in Jerusalem.

Er tat nicht wie sein Ahnherr David, was dem Herrn gefällt, 3sondern folgte dem schlechten Beispiel der Könige von Israel. Er ließ sogar seinen Sohn als Opfer verbrennen und folgte damit der abscheulichen Sitte der Völker, die der Herr vor den Israeliten aus dem Land vertrieben hatte.

16,3
Lev 18,21
4An den Opferstätten auf den Hügeln und unter allen heiligen Bäumen opferte er den fremden Göttern.
16,4
1 Kön 3,2-3

Ahas ruft den Assyrerkönig zu Hilfe

(2 Chr 28,5-8.16-21)

5Als Ahas regierte, rückten König Rezin von Syrien und König Pekach von Israel, der Sohn von Remalja, gegen Jerusalem heran und belagerten es; sie kamen aber nicht dazu, es anzugreifen.

16,5
15,37
Jes 7,1-9
6Rezin konnte jedoch Elat unter syrische Kontrolle bringen. Er vertrieb die Judäer aus der Stadt und die Edomiter kamen dorthin zurück. Sie wohnen noch heute dort.
16,6
14,22

7Ahas ließ damals Tiglat-Pileser, dem König von Assyrien, folgende Botschaft überbringen: »Ich bin dein Diener und dein Sohn! Der König von Syrien und der König von Israel greifen mich an; komm und rette mich aus ihrer Hand!«

8Zugleich ließ Ahas dem Assyrerkönig alles Silber und Gold, das sich in den Schatzkammern des Tempels und des Königspalastes befand, als Geschenk überbringen.

16,8
12,19
9Der Assyrerkönig hörte auf die Bitte von Ahas. Er zog gegen Damaskus, eroberte die Stadt und führte ihre Bewohner nach Kir in die Verbannung. König Rezin tötete er.

Ahas verfügt Änderungen im Tempel

(2 Chr 28,23-25)

10König Ahas ging nach Damaskus, um mit Tiglat-Pileser, dem König von Assyrien, zusammenzutreffen. Als er dort den Altar sah, den die Assyrer errichtet hatten,16,10 den die Assyrer ...: verdeutlichender Zusatz. schickte er dem Priester Urija ein Modell davon und eine genaue Beschreibung, wie er ausgeführt war. 11Nach diesen Angaben baute Urija auch in Jerusalem einen solchen Altar und hatte ihn schon vollendet, noch ehe Ahas aus Damaskus zurückkehrte.

12Als der König nach Jerusalem zurückkam und den Altar vorfand, weihte er ihn persönlich ein. Er stieg die Stufen zum Altar hinauf 13und verbrannte für sich ein Brandopfer und ein Speiseopfer, goss ein Trankopfer aus und sprengte das Blut der Tiere, die als Mahlopfer geschlachtet worden waren, an die Wand des Altars.

14Zwischen dem neuen Altar und der Vorderfront des Tempelhauses stand bis jetzt noch der frühere Altar, der aus Bronze war. Ahas ließ ihn dort entfernen und rechts von seinem neuen Altar aufstellen.

16,14
Ex 27,1-2
15Dem Priester Urija befahl er: »Von jetzt an werden die regelmäßigen Brand- und Speiseopfer am Morgen und am Abend auf dem großen neuen Altar dargebracht, ebenso die Brand-, Speise- und Trankopfer für den König und für das ganze Volk. Auch alles Blut der Tiere, die für Brand- oder Mahlopfer geschlachtet werden, wird an diesem Altar ausgegossen. Den Bronzealtar will ich dazu benutzen, die Eingeweide der Opfertiere zu untersuchen.«16,15 Wörtlich will ich zum Erforschen benutzen. Der Brauch, die Beschaffenheit der Eingeweide als günstiges oder ungünstiges Vorzeichen zu deuten, könnte ebenfalls von den Assyrern übernommen worden sein. Oft wird auch übersetzt: Was mit dem Bronzealtar geschehen soll, will ich noch überlegen.

16Der Priester Urija machte alles so, wie der König es angeordnet hatte.

17König Ahas ließ auch die Leisten und die Kessel von den bronzenen Kesselwagen aus dem Tempel wegholen; ebenso die zwölf bronzenen Rinder, die das große runde Becken, das »Meer«, trugen. Das große Becken bekam einen Unterbau aus Stein.

16,17
1 Kön 7,23-39

18Im Tempel gab es einen überdachten Platz, von dem aus der König am Sabbatgottesdienst teilnahm, und ebenso einen besonderen Eingang für den König. Beides ließ Ahas mit Rücksicht auf den assyrischen König beseitigen.16,18 Die Deutung von Vers 18 ist ganz unsicher.

Tod von König Ahas

(2 Chr 28,26-27)

19Was es sonst noch über Ahas und seine Taten zu berichten gibt, ist in der amtlichen Chronik der Könige von Juda nachzulesen. 20Als er starb, wurde er in der Grabstätte seiner Vorfahren in der Davidsstadt bestattet. Sein Sohn Hiskija wurde sein Nachfolger.

16,20
Jes 14,28

17

DER UNTERGANG DES NORDREICHES ISRAEL

(Kapitel 17)

Eroberung Samarias und Wegführung der Bevölkerung

171Im 12. Regierungsjahr des Königs Ahas von Juda wurde Hoschea, der Sohn von Ela, König von Israel. Er regierte neun Jahre lang in Samaria. 2Er tat, was dem Herrn missfällt; doch trieb er es nicht so schlimm wie seine Vorgänger.

3Als Salmanassar, der König von Assyrien, mit seinem Heer gegen ihn anrückte, unterwarf sich Hoschea und musste ihm von da an jährlich eine größere Summe als Tribut zahlen. 4Dann aber erfuhr der Assyrerkönig, dass der König von Israel von ihm abfallen wollte. Hoschea hatte nämlich Gesandte zum ägyptischen König nach Saïs17,4 Oder: zum ägyptischen König So. Ein Pharao dieses Namens ist jedoch nicht bekannt. geschickt und die jährlichen Tributzahlungen eingestellt. Deshalb ließ Salmanassar ihn verhaften und ins Gefängnis werfen.

5Der Assyrerkönig war mit seinem Heer in das Land eingefallen und hatte Samaria belagert. Im dritten Jahr der Belagerung,

17,5-6
18,9-11
6dem neunten Regierungsjahr von Hoschea, konnte Salmanassar die Stadt einnehmen. Die Bevölkerung des Reiches Israel ließ er nach Assyrien wegführen. Dort siedelte er sie in der Provinz Halach und am Habor-Fluss in der Provinz Gosan sowie in den Städten Mediens an.17,6 Vgl. zu diesen Angaben die Sacherklärung »Exil«.
17,6
15,29

Israels Ende als Strafe für seinen Ungehorsam

7-8So weit kam es, weil sich die Leute von Israel an dem Herrn, ihrem Gott, versündigt hatten. Er hatte sie aus Ägypten herausgeführt und aus der Hand des Pharaos befreit. Aber sie folgten dem schlechten Beispiel ihrer Könige, verehrten fremde Götter und übernahmen die Gebräuche der Völker, die der Herr vor ihnen vertrieben hatte.

17,7-8
Jos 24,14-24
Lev 18,3
9Sie verehrten den Herrn, ihren Gott, auf eine Weise, die nicht recht war. Überall, wo sie wohnten, richteten sie Opferstätten ein, beim einsamen Wachtturm genauso wie in der befestigten Stadt. 10Auf jeder höheren Erhebung und unter jedem größeren Baum stellten sie geweihte Steinmale und Pfähle auf. 11Dort verbrannten sie Opfergaben, genau wie die Völker, die der Herr vor ihnen vertrieben hatte. Mit all ihren bösen Taten zogen sie sich den Zorn des Herrn zu. 12Sie verehrten auch Götzenbilder, obwohl der Herr ihnen das ausdrücklich verboten hatte.
17,12
Ex 20,23

13Der Herr aber ließ die Leute von Israel und ebenso die Leute von Juda durch seine Propheten und Seher warnen. Er ließ ihnen sagen: »Kehrt um; ihr seid auf dem falschen Weg! Lebt nach meinen Geboten! Richtet euer Leben nach den Vorschriften meines Gesetzes, das ich euren Vorfahren gab und das ich euch durch meine Diener, die Propheten, bekannt gemacht habe!«

14Aber sie wollten nicht hören. Sie waren genauso halsstarrig wie ihre Vorfahren, die auch schon dem Herrn, ihrem Gott, kein Vertrauen geschenkt hatten. 15Sie verachteten seine Gebote und machten sich nichts aus dem Bund, den er mit ihren Vorfahren geschlossen hatte. Sie ließen sich nicht von ihm warnen. Sie liefen nichtigen Götzen nach und wurden dabei selbst zunichte. Sie machten es genau wie die Völker ihrer Umgebung, obwohl der Herr ihnen das verboten hatte.

17,15
Ex 23,24
16Sie missachteten die Gebote des Herrn, ihres Gottes, machten sich zwei gegossene Stierbilder und stellten ein Bild der Göttin Aschera auf; sie verehrten das ganze Heer der Sterne am Himmel und beteten zu dem Gott Baal.
17,16
1 Kön 12,28
16,33
Dtn 4,19
17Sie verbrannten ihre eigenen Kinder als Opfer für die Götzen und trieben Wahrsagerei und Zauberei, kurzum: Sie taten alles, was dem Herrn missfällt und was ihn beleidigen musste.
17,17
Lev 18,21
19,26

18Da wurde der Herr so zornig über die Leute von Israel, dass er sie aus seiner Nähe vertrieb und nur noch den Stamm Juda im Land wohnen ließ. 19Aber auch die Leute von Juda hielten sich nicht an die Gebote des Herrn, ihres Gottes, sondern folgten dem schlechten Beispiel der Leute von Israel. 20Deshalb verstieß der Herr die Israeliten allesamt. Er ließ zur Strafe fremde Völker über sie kommen, die sie ausplünderten, und ließ sie schließlich alle aus seiner Nähe wegschaffen.

21Der Herr hatte die Leute des Reiches Israel vom Königshaus Davids abgetrennt und sie hatten Jerobeam, den Sohn Nebats, zu ihrem König gemacht. Jerobeam aber hatte sie dahin gebracht, sich vom Herrn abzuwenden und schwere Schuld auf sich zu laden.

17,21
1 Kön 12,2025-32
22Sie verfielen ganz dem Götzendienst, den Jerobeam eingeführt hatte, und wollten nicht davon lassen. 23So vertrieb sie der Herr aus seiner Nähe, wie er es durch seine Diener, die Propheten, angekündigt hatte. Die Leute von Israel wurden aus ihrem Land weggeführt nach Assyrien. Dort sind sie heute noch.

In Samarien werden fremde Völker angesiedelt

24Anstelle der weggeführten Israeliten siedelte der König von Assyrien Fremde in Samarien an. Er ließ Leute aus den Städten Babylon, Kuta, Awa, Hamat und Sefarwajim kommen; die nahmen das Land in Besitz und wohnten in seinen Städten.

25Anfangs ehrten sie den Herrn nicht und brachten ihm keine Opfer. Darum ließ er Löwen in ihr Gebiet einfallen, die viele Menschen töteten. 26Da meldete man dem König von Assyrien: »Die Leute, die du aus ihrem Land weggeführt und in Samarien angesiedelt hast, wissen nicht, auf welche Weise der Gott dieses Landes verehrt werden will. Deshalb hat er Löwen unter sie geschickt, die schon viele Menschen getötet haben.«

27Der Assyrerkönig befahl: »Schickt einen der Priester, die ihr von dort weggeführt habt, zurück! Er soll hingehen und bei ihnen wohnen und ihnen erklären,17,27 und bei ihnen wohnen ...: mit alten Übersetzungen; H damit sie hingehen und dort wohnen, und er soll ihnen erklären. nach welchen gottesdienstlichen Bräuchen der Gott dieses Landes zu verehren ist.« 28So kehrte einer der Priester aus der Verbannung zurück. Er wohnte in Bet-El und zeigte den Leuten, auf welche Weise der Herr verehrt werden will.

29Aber die Fremden machten sich außerdem in allen Städten, in denen sie wohnten, Götzenbilder und stellten sie an den vielen Opferstätten auf, die die Israeliten errichtet hatten. Jede Volksgruppe hatte ihren eigenen Gott: 30die Leute aus Babylon Sukkot-Benot, die Leute aus Kuta Nergal, die Leute aus Hamat Aschima, 31die Leute aus Awa Nibhas und Tartak. Sie stellten die Bilder dieser Götter auf und opferten ihnen; die Leute aus Sefarwajim verbrannten sogar die eigenen Kinder für ihre Götter Adrammelech und Anammelech.

17,31
Lev 18,21

32Sie verehrten daneben auch den Herrn, und sie setzten aus ihren eigenen Reihen Priester ein, die an den Opferstätten überall im Land den Opferdienst für ihn versahen.

17,32
1 Kön 12,31
33So dienten sie gleichzeitig dem Herrn und ihren eigenen Göttern; denn sie hielten an den Bräuchen fest, die sie aus ihren Heimatländern mitgebracht hatten.

34Noch bis heute halten die Leute in Samarien an ihren alten Bräuchen fest. Sie nehmen den Herrn nicht ernst und befolgen nicht seine Gesetze und Gebote, die doch jetzt auch für sie verbindlich sein sollten.17,34 Deutung unsicher. Sie kümmern sich nicht um das Gesetz, das der Herr den Nachkommen von Jakob – er verlieh ihm den Namen Israel – gegeben hat.

17,34 (Israel)
Gen 32,29
1 Kön 18,31

35Der Herr hatte nämlich mit den Nachkommen Jakobs einen Bund geschlossen und ihnen gesagt: »Verehrt keine fremden Götter! Werft euch nicht vor ihnen nieder, dient ihnen nicht, bringt ihnen keine Opfer!

17,35
Ex 20,5
36Dient mir allein, dem Herrn, der euch mit großer Kraft und ausgestrecktem Arm aus Ägypten herausgeführt hat! Vor mir werft euch nieder, mir bringt eure Opfer!
17,36
Dtn 4,10
37-38Achtet sorgfältig darauf, stets die Gesetze und Rechtsbestimmungen, die Weisungen und die Gebote zu befolgen, die ich euch aufgeschrieben habe. Denkt an den Bund, den ich mit euch geschlossen habe, und verehrt keine fremden Götter. 39Ich, der Herr allein, bin euer Gott, mich sollt ihr verehren! Ich allein rette euch aus der Gewalt aller eurer Feinde.«

40Aber sie hatten nicht gehört, und auch die Leute aus jenen Völkern hörten nicht darauf; sie hielten an den Bräuchen fest, die sie aus ihren Heimatländern mitgebracht hatten. 41Sie dienten dem Herrn und zugleich ihren Götzen. Und ihre Kinder und Enkel machten es genauso, alle ihre Nachkommen bis zum heutigen Tag.

18

WEITERE GESCHICHTE DES REICHES JUDA BIS ZU SEINEM UNTERGANG

(Kapitel 18–25)

König Hiskija beseitigt den Götzendienst

(2 Chr 29,1-2; 31,1)

181Im dritten Regierungsjahr des Königs Hoschea von Israel wurde Hiskija, der Sohn von Ahas, König von Juda. 2Er war 25 Jahre alt, als er König wurde, und regierte 29 Jahre lang in Jerusalem. Seine Mutter hieß Abi und war eine Tochter von Secharja.

3Er tat, was dem Herrn gefällt, genau wie sein Ahnherr David. 4Er ließ die Opferstätten rings im Land zerstören, die geweihten Steinmale in Stücke schlagen und das Götzenbild der Aschera umstürzen. Er zerschlug auch die bronzene Schlange, die Mose gemacht hatte. Bis in die Tage Hiskijas hatten die Israeliten Weihrauch vor ihr verbrannt; sie nannten sie Nehuschtan.

18,4
1 Kön 3,2-3
Num 21,8-9

5Keiner von allen Königen Judas vor oder nach Hiskija vertraute so wie er dem Herrn, dem Gott Israels.

18,5
23,25
6Hiskija hielt sein Leben lang treu zum Herrn und befolgte die Gebote, die der Herr durch Mose gegeben hatte. 7Darum stand der Herr ihm auch bei und gab ihm Erfolg in allem, was er unternahm. So gelang es Hiskija, sich von der Oberherrschaft des Königs von Assyrien zu befreien.

8Hiskija besiegte auch die Philister und verfolgte sie bis nach Gaza. Er verwüstete alles in ihrem Gebiet, vom Wachtturm bis zur befestigten Stadt.

Die Assyrer erobern Samaria

(17,5-7)

9Im vierten Regierungsjahr von Hiskija – es war das siebte Regierungsjahr von Hoschea, dem König von Israel – rückte Salmanassar, der König von Assyrien, mit seinen Truppen vor die Stadt Samaria und belagerten sie. 10Nach fast dreijähriger Belagerung nahm er sie ein, im sechsten Regierungsjahr von Hiskija und im neunten von Hoschea. 11Salmanassar ließ die Bevölkerung des Reiches Israel nach Assyrien in die Verbannung wegführen. Dort siedelte er sie in der Provinz Halach und am Habor-Fluss in der Provinz Gosan sowie in den Städten Mediens an.18,11 Vgl. dazu die Sacherklärung »Exil«.

12Das alles geschah, weil sie nicht auf den Herrn, ihren Gott, gehört hatten. Sie brachen den Bund, den er mit ihnen geschlossen hatte, und befolgten nicht die Gebote, die Mose, der Bevollmächtigte des Herrn, verkündet hatte.

Die Assyrer ziehen vor Jerusalem

(2 Chr 32,1-16; Jes 36,1-10)

13Im 14. Regierungsjahr von Hiskija fiel Sanherib, der König von Assyrien, mit seinen Truppen in das Land Juda ein und eroberte alle befestigten Städte.

18,13
Sir 48,18
14Als der Assyrerkönig noch vor der Stadt Lachisch lag, schickte Hiskija Boten zu ihm und ließ ihm sagen: »Ich habe Unrecht getan. Kämpfe nicht weiter gegen mich. Ich werde alles zahlen, was du forderst.«

Sanherib verlangte als Tribut 300 Zentner Silber und 30 Zentner Gold. 15Hiskija musste alles Silber abliefern, das sich in den Schatzkammern des Tempels und des Königspalastes befand.

18,15
12,19
16Damals wurde auch die Goldverkleidung von den Türen und Türpfosten des Tempels entfernt und als Tribut dem König von Assyrien übergeben. Hiskija selbst hatte diese Goldverkleidung anbringen lassen.

17Dennoch18,17 Verdeutlichender Zusatz. schickte der Assyrerkönig von Lachisch aus seine drei obersten Hofleute – den obersten Heerführer, den Palastvorsteher und den Obermundschenk – zu König Hiskija nach Jerusalem und gab ihnen ein starkes Heer mit. Vor der Stadt machten sie halt an der Wasserleitung beim oberen Teich, auf der Straße, die vom Tuchmacherfeld kommt.

18,17
Jes 7,3
18Sie verlangten den König zu sprechen. Hiskija schickte den Palastvorsteher Eljakim, den Sohn von Hilkija, zu ihnen hinaus, und mit ihm den Staatsschreiber Schebna und den Kanzler Joach, den Sohn von Asaf.

19Der Obermundschenk sagte zu ihnen:

»Meldet Hiskija, was der große König, der König von Assyrien, ihm sagen lässt: ›Worauf vertraust du eigentlich, dass du dich so sicher fühlst? 20Meinst du etwa, dass du mit leeren Worten gegen meine Kriegsmacht und Kriegserfahrung antreten kannst?

Auf wen hoffst du, dass du es wagst, dich gegen mich aufzulehnen? 21Erwartest du etwa Hilfe von Ägypten? Du kannst dich genauso gut auf ein Schilfrohr stützen – es zersplittert und durchbohrt dir die Hand. Der König von Ägypten hat noch jeden im Stich gelassen, der sich auf ihn verlassen hat.

18,21 (Ägypten)
17,4
Jes 30,1-7
31,1-3
Jer 37,7
Ez 29,6-7

22Oder wollt ihr behaupten, dass ihr euch auf den Herrn, euren Gott, verlassen könnt? Dann sag mir doch: Ist er nicht eben der Gott, dessen Opferstätten und Altäre du, Hiskija, beseitigt hast? Hast du nicht den Leuten von Juda und Jerusalem befohlen, dass sie nur noch auf dem Altar in Jerusalem Opfer darbringen sollen?‹

23Mein Herr, der König von Assyrien, bietet dir folgende Wette an: Er gibt dir zweitausend Pferde, wenn du die Reiter dafür zusammenbringst. 24Du kannst es ja nicht einmal mit dem unbedeutendsten Truppenführer meines Herrn aufnehmen. Du hoffst nur auf Ägypten und seine Streitwagenmacht.

25Im Übrigen lässt der König von Assyrien dir sagen: ›Glaub nur nicht, ich sei gegen den Willen des Herrn gegen diese Stadt gezogen, um sie in Schutt und Asche zu legen! Der Herr selbst hat mir befohlen: Greif dieses Land an und verwüste es!‹«

Jerusalem wird zur Übergabe aufgefordert

(2 Chr 32,18-20; Jes 36,11–37,8)

26Da unterbrachen Eljakim, Schebna und Joach den Obermundschenk und baten ihn: »Sprich doch bitte aramäisch mit uns, wir verstehen es. Sprich nicht hebräisch, die Leute auf der Stadtmauer hören uns zu!«

27Aber der Obermundschenk erwiderte: »Hat mich etwa mein Herr nur zu deinem Herrn und zu dir gesandt? Nein, meine Botschaft gilt allen, die dort oben auf der Stadtmauer sitzen und die bald zusammen mit euch den eigenen Kot fressen und den eigenen Harn saufen werden!«

28Darauf trat der Obermundschenk noch ein Stück weiter vor und rief laut auf Hebräisch:

»Hört, was der große König, der König von Assyrien, euch sagen lässt! 29So spricht der König: ›Lasst euch von Hiskija nicht täuschen! Er kann euch nicht aus meiner Hand retten. 30Lasst euch auch nicht dazu überreden, auf den Herrn zu vertrauen! Glaubt Hiskija nicht, wenn er sagt: Der Herr wird uns bestimmt retten und diese Stadt nicht in die Hand des Assyrerkönigs fallen lassen!

31Hört nicht auf Hiskija, hört auf mich! So spricht der König von Assyrien: Kommt heraus und ergebt euch! Jeder darf von seinem Weinstock und seinem Feigenbaum essen und Wasser aus seiner Zisterne trinken, 32bis ich euch in ein Land bringe, das ebenso gut ist wie das eure. Dort gibt es Korn und Brot, Most und Wein, Öl und Honig in Fülle. Hört auf mich, dann werdet ihr am Leben bleiben und nicht umkommen!

Hört nicht auf Hiskija! Er macht euch etwas vor, wenn er euch einredet: Der Herr wird uns retten! 33Haben etwa die Götter der anderen Völker ihre Länder vor mir schützen können?

18,33-34
Jes 10,9-11
34Wo sind jetzt die Götter von Hamat und Arpad? Wo sind die Götter von Sefarwajim, Hena und Awa? Hat irgendein Gott Samaria vor mir beschützt? 35Wer von allen Göttern hat sein Land vor mir retten können? Und da soll ausgerechnet der Herr, euer Gott, Jerusalem vor mir beschützen?‹«

36Die Männer auf der Mauer blieben still und antworteten nichts; so hatte König Hiskija es angeordnet. 37Eljakim, Schebna und Joach zerrissen ihr Gewand, gingen zu Hiskija und berichteten ihm, was der Obermundschenk gesagt hatte.