Gute Nachricht Bibel (GNB)
8

DIE SAMMLUNG FÜR DIE GEMEINDE IN JERUSALEM

(Kapitel 8–9)

Erinnerung und Ermunterung

81Ich will euch berichten, Brüder und Schwestern,8,1 Siehe Anmerkung zu 1,8. Auch in Kap 8 wechseln im griechischen Text »wir« und »ich«; siehe Anmerkung zu 1,4 (wörtlich ich nur in Vers 3.8.10). was Gottes Gnade in den Gemeinden in Mazedonien bewirkt hat.

8,1-5
Röm 15,26
2Sie hatten viel zu leiden und haben es nicht nur standhaft ertragen; vielmehr wurde ihre Freude im Glauben nur umso stärker und führte trotz ihrer großen Armut zu einer erstaunlichen Hilfsbereitschaft.

3Ihr könnt es mir glauben: Sie spendeten, soviel sie konnten, ja noch mehr, und sie taten es ohne Aufforderung. 4Sie haben sich mir geradezu aufgedrängt und darum gebeten, sich an diesem Werk der Gnade Gottes beteiligen zu dürfen – an dieser Hilfeleistung, in der die Verbundenheit mit der Gemeinde in Jerusalem8,4 Wörtlich mit den Heiligen. zum Ausdruck kommt. 5Sie taten dabei noch mehr, als ich gehofft hatte: Sie schenkten sich selbst, zuerst dem Herrn und dann, dem Willen Gottes gemäß, auch mir.

6Deshalb habe ich Titus zugeredet, dass er sich bei euch um diese Sache kümmert. Er hat ja schon früher bei euch damit angefangen. Nun soll er euch helfen, dieses Werk der Gnade auch zu Ende zu bringen.

8,6
2,13
7Ihr habt alles im Überfluss: Glauben, kraftvolles Wort, Erkenntnis, guten Willen und die gegenseitige Liebe, die ich euch vorgelebt und unter euch geweckt habe. Ich möchte, dass euer Beitrag zu diesem Gnadenwerk ebenso reich wird.
8,7
1 Kor 1,5
2 Kor 9,11

8Ich gebe euch keinen Befehl. Ich sage euch nur, wie hilfsbereit andere sind, um euch dadurch anzuspornen. Ich möchte erproben, wie ernst es euch mit eurer Liebe ist. 9Ihr wisst ja, was Jesus Christus, unser Herr, in seiner Liebe für euch getan hat. Er war reich und wurde für euch arm; denn er wollte euch durch seine Armut reich machen.

8,9
Phil 2,6-7
Mt 8,20

10Ich gebe euch nur meinen Rat. Ich meine, es ist zu eurem eigenen Besten, dass ihr euch an der Sammlung beteiligt. Ihr habt euch ja schon im vorigen Jahr dazu entschlossen und habt auch schon damit angefangen.

8,10 (Rat)
1 Kor 7,25
11Bringt das Begonnene jetzt zum guten Ende, damit die Ausführung nicht hinter dem Vorsatz zurückbleibt.

Natürlich immer entsprechend dem, was ihr habt! 12Wenn der gute Wille da ist, ist er willkommen mit dem, was jemand hat, nicht mit dem, was jemand nicht hat.

8,12
Mk 12,43
13Ihr sollt nicht selbst Mangel leiden, damit andern geholfen wird. Vielmehr soll es zu einem Ausgleich kommen. 14Im Augenblick habt ihr mehr als die andern. Darum ist es nur recht, dass ihr denen helft, die in Not sind. Wenn dann einmal ihr in Not seid und sie mehr haben als ihr, sollen sie euch helfen. So kommt es zu einem Ausgleich zwischen euch.

15In den Heiligen Schriften heißt es: »Wer viel gesammelt hatte, hatte nicht zu viel, und wer wenig gesammelt hatte, hatte nicht zu wenig.«

8,15
zit

Die Helfer bei der Sammlung

16Ich danke Gott dafür, dass er Titus den gleichen Eifer für euch ins Herz gegeben hat, den ich für euch habe. 17Titus hat nicht nur meinen Vorschlag angenommen; er war noch viel eifriger und hatte schon von sich aus beschlossen, zu euch zu reisen.

18Mit ihm schicke ich den Bruder, der wegen seines Wirkens für die Gute Nachricht bei allen Gemeinden in hohem Ansehen steht. 19Und nicht nur das: Die Gemeinden haben ihn auch dazu bestimmt, mich zu begleiten, wenn ich diese Liebesgabe überbringe – die Gabe, die ich jetzt einsammle zur Ehre Gottes und zum Zeichen meines guten Willens.8,19 Paulus löst mit der Sammlung sein Versprechen von Gal 2,10 ein. 20So soll vermieden werden, dass man mich verdächtigt, wenn ich eine so große Summe allein verwalte. 21Es liegt mir daran, dass alles einwandfrei zugeht, nicht nur vor dem Herrn, sondern auch vor den Menschen.

22Ich schicke noch einen anderen Bruder mit ihnen. Ich habe ihn oft erprobt, und jedes Mal war er sehr eifrig. Jetzt ist er noch viel eifriger als sonst, eine so hohe Meinung hat er von euch. 23Titus ist mein Gefährte und mein Mitarbeiter im Dienst an euch. Die anderen Brüder kommen im Auftrag der Gemeinden und sind Menschen, die Christus Ehre machen.

8,23
2,13
24Zeigt ihnen, dass eure Liebe echt ist, und beweist den anderen Gemeinden, dass ich euch zu Recht gelobt habe.
8,24
Röm 12,9
2 Kor 7,14

9

Nochmals zur Sammlung

91Ich brauche euch über den Liebesdienst für die Gemeinde in Jerusalem9,1 Wörtlich für die Heiligen; ebenso in Vers 12. ja nicht mehr ausführlich zu schreiben.

9,1
8,4
2Ich weiß, dass ihr helfen wollt. Ich habe euch schon bei den Mazedoniern gelobt: »Die Brüder und Schwestern9,2 Siehe Anmerkung zu 1,8. in Korinth und Umgebung sammeln seit dem vorigen Jahr!« Euer Eifer hat die meisten von ihnen angesteckt.

3Ich schicke jetzt die Brüder zu euch; denn ich will nicht enttäuscht werden, weil ich euch gelobt und erklärt habe: »Sie haben schon gesammelt.«

9,3
8,22
8,24
4Wie stehe ich da, wenn dann Leute von Mazedonien mit mir kommen und feststellen, dass es gar nicht so ist! Wie würde ich mich schämen müssen – und erst ihr selbst!

5Darum hielt ich es für nötig, die Brüder zu bitten, dass sie mir vorausreisen und die angekündigte Spende einsammeln, damit sie dann wirklich bereitliegt. Sie soll eine echte Spende sein: eine Gabe des Dankes9,5 Paulus gebraucht ein Wortspiel; das entsprechende, hier zweimal hintereinander gebrauchte griechische Wort kann sowohl »Spende« als auch »Segen, Segens-, Dankesgabe, reichliche Gabe« bedeuten. und nicht eine Gabe des Geizes.

Gott gibt, damit wir geben können

6Denkt daran: Wer spärlich sät, wird nur wenig ernten. Aber wer mit vollen Händen sät, auf den wartet eine reiche Ernte.

9,6
Spr 11,24
19,17
28,27
7Jeder soll so viel geben, wie er sich in seinem Herzen vorgenommen hat. Es soll ihm nicht leid tun und er soll es auch nicht nur geben, weil er sich dazu gezwungen fühlt. Gott liebt fröhliche Geber!
9,7 (fröhliche Geber)
Sir 35,11

8Er hat die Macht, euch so reich zu beschenken, dass ihr nicht nur jederzeit genug habt für euch selbst, sondern auch noch anderen reichlich Gutes tun könnt. 9Dann gilt von euch, was in den Heiligen Schriften steht: »Großzügig gibt er den Bedürftigen; seine Wohltätigkeit wird in Ewigkeit nicht vergessen werden.«9,9 seine Wohltätigkeit ...: wörtlich seine Gerechtigkeit bleibt in Ewigkeit. »Gerechtigkeit« hat in neutestamentlicher Zeit unter anderem den Sinn von »Mildtätigkeit« angenommen. Der zitierte Psalm (112,9) spricht ursprünglich allgemeiner von der Treue zu Gott und seinen Weisungen.

9,9
nach

10Gott, der dem Sämann Saatgut und Brot gibt, wird auch euch Samen geben und ihn wachsen lassen, damit eure Wohltätigkeit eine reiche Ernte bringt. 11Er wird euch so reich machen, dass ihr jederzeit freigebig sein könnt. Dann werden viele Menschen Gott wegen der Gaben danken, die wir ihnen von euch übergeben.

9,11
8,7

12Dieser Liebesdienst soll ja nicht nur die Not der Gemeinde in Jerusalem lindern, sondern darüber hinaus viele Menschen zum Dank gegen Gott bewegen. 13Wenn ihr euch in dieser Sache bewährt, werden die Brüder und Schwestern in Jerusalem Gott dafür preisen. Sie werden ihm danken, dass ihr so treu zur Guten Nachricht von Christus steht und so selbstverständlich mit ihnen und mit allen teilt. 14Und weil sie sehen, dass Gott euch in so überreichem Maß seine Gnade erwiesen hat, werden sie für euch beten und sich nach euch sehnen.

15Lasst uns Gott danken für sein unsagbar großes Geschenk!

10

DER APOSTEL WIRBT UM DIE GEMEINDE

(Kapitel 10–13)

Paulus verteidigt sich gegen Angriffe

101Ich, Paulus, muss jetzt von mir selbst reden.10,1 muss jetzt ...: verdeutlichender Zusatz. In den Versen 3-6 und 12-18 für ich wörtlich wir; dazwischen Wechsel zwischen Ich- und Wir-Form, ohne dass Paulus in das Wir jemand anderen einbeziehen würde (in Vers 9 wörtlich ich, in Vers 11 wir!). Vgl. Anmerkung zu 1,4. Ich bin angeblich kleinlaut, wenn ich bei euch bin, aber aus der Ferne spiele ich den starken Mann. Ich bitte euch bei der Güte und Freundlichkeit, die Christus uns erwiesen hat: 2Zwingt mich nicht, meine Stärke zu zeigen, wenn ich komme!

Ich habe keine Angst vor denen, die mir menschliche Schwächen und mangelnde geistliche Vollmacht vorwerfen.10,2 die mir menschliche ...: wörtlich die meinen, wir lebten nach dem Fleisch. Gedacht ist an Vorwürfe, wie sie aus 4,2 und 10,10 hervorgehen.

10,2
13,10
3Ich bin zwar nur ein Mensch, aber ich kämpfe nicht nach Menschenart. 4Meine Waffen in diesem Kampf sind nicht die eines schwachen Menschen, sondern die mächtigen Waffen Gottes. Mit ihnen zerstöre ich feindliche Festungen: Ich bringe falsche Gedankengebäude zum Einsturz
10,4 (Waffen Gottes)
6,7
Röm 13,12
Eph 6,13-17
1 Thess 5,8
5und reiße den Hochmut nieder, der sich der wahren Gotteserkenntnis entgegenstellt. Jeden Gedanken, der sich gegen Gott auflehnt, nehme ich gefangen und unterstelle ihn dem Befehl von Christus.
10,5
Jes 2,12-17
6Ich stehe bereit, alle Widersetzlichen zu bestrafen, sobald ihr als Gemeinde zum vollen Gehorsam gefunden habt.
10,6
2,9

7Seht doch den Tatsachen ins Auge! Wenn jemand bei euch den Anspruch erhebt, zu Christus zu gehören, darf er nicht übersehen: Ich gehöre zu Christus genauso wie er. 8Ich könnte sogar noch mehr für mich in Anspruch nehmen und die Vollmacht ausspielen, die der Herr mir gegeben hat. Damit würde ich mich bestimmt nicht übernehmen.

Aber ich erhielt meinen Auftrag, um euch als Gemeinde aufzubauen, und nicht, um euch zugrunde zu richten.

10,8b
13,10
9Es soll nicht so aussehen, als ob ich euch mit meinen Briefen einschüchtern wollte. 10Sie sagen ja schon: »Die Briefe, die er schreibt, sind gewichtig und kraftvoll; aber wenn er persönlich bei uns ist, macht er eine erbärmliche Figur, und was er sagt, hat keine Kraft.«

11Wer so denkt, dem sage ich: Genau so, wie meine Briefe auf euch wirken, werde ich handeln, wenn ich zu euch komme.

10,11
13,1-2

Gegen den Selbstruhm der eingedrungenen Missionare

12Ich wage allerdings nicht, mich mit denen in eine Reihe zu stellen, die sich selbst anpreisen. Ich kann mich selbstverständlich nicht mit ihnen messen. Sie sind so unverständig, dass sie ihre eigenen Maßstäbe aufrichten und sich an sich selbst messen.

10,12
3,1

13Ich dagegen rühme mich nicht ohne Maß. Gott hat mich mit der Guten Nachricht bis zu euch gelangen lassen. Das ist der Maßstab, nach dem ich mich beurteile.

10,13
Röm 12,3
Gal 2,7
14Ich brauche meine Leistung nicht zu übertreiben, denn ich bin ja tatsächlich mit der Guten Nachricht von Christus auch bis zu euch gekommen!

15Ich verliere also nicht das Maß und prahle nicht mit der Arbeit, die andere getan haben. Ich hoffe vielmehr, dass euer Glaube wächst und ich dann noch weit mehr Ruhm ernten werde – und zwar nach dem Maßstab, der für mich gilt.

10,15-16
Röm 15,20
16Statt nach einem fremden Maßstab mit einer Arbeit zu prahlen, die andere schon vor mir getan haben, werde ich dann die Gute Nachricht noch weit über Korinth hinaus verkünden.

17In den Heiligen Schriften heißt es: »Wer sich mit etwas rühmen will, soll sich mit dem rühmen, was der Herr getan hat.«

10,17
nach
18Als bewährt gilt, wer vom Herrn gelobt wird, und nicht, wer sich selbst anpreist.
10,18
1 Kor 4,4-5