Gute Nachricht Bibel (GNB)
6

61Da betete Salomo: »Herr, du hast gesagt: ›Ich wohne im Wolkendunkel.‹ 2Darum habe ich dir dieses prächtige Haus gebaut, eine Stätte, an der du für immer wohnen kannst.«

Worte zur Einweihung des Tempels

(1 Kön 8,14-30)

3Dann drehte sich der König um und wandte sich der ganzen Gemeinde Israel zu. Er grüßte alle Versammelten, die ringsum standen, mit einem Segenswunsch. 4Dann sagte er:

»Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Er hat wahr gemacht, was er meinem Vater David versprochen hat, als er sagte:

6,4-9
1 Chr 17,1-12
5›In der ganzen Zeit, seit ich mein Volk Israel aus Ägypten in dieses Land brachte, habe ich in keinem der Stämme Israels eine Stadt erwählt, damit dort ein Wohnsitz für meinen Namen6,5 ein Wohnsitz ...: siehe Anmerkung zu Dtn 12,5. errichtet wird. Ich habe auch niemand als Herrscher über mein Volk Israel ausgewählt. 6Aber jetzt habe ich Jerusalem als Wohnsitz für meinen Namen erwählt. Und ich habe David ausgewählt; er soll der Herrscher über mein Volk Israel sein.‹

7Schon mein Vater David wollte dem Herrn, dem Gott Israels, einen Tempel bauen. 8Aber der Herr sagte zu ihm: ›Ich freue mich über deine Absicht, für mich ein Haus zu bauen. 9Aber nicht du, sondern erst dein Sohn, dein leiblicher Nachkomme, soll mir dieses Haus bauen.‹6,9 für mich (Vers 8) und mir: wörtlich meinem Namen (siehe vorige Anmerkung); entsprechend in Vers 10.

10Dieses Versprechen hat der Herr gehalten: Ich bin als Sohn meines Vaters David König geworden und habe den Wohnsitz für den Herrn, den Gott Israels, gebaut. 11In dieses Haus habe ich nun auch die Lade gestellt, in der die Tafeln des Bundes liegen, den der Herr mit dem Volk Israel schloss.«

6,11
Dtn 10,5

12Dann trat Salomo vor den Augen der ganzen Gemeinde Israel vor den Altar des Herrn und breitete die Arme zum Himmel aus. 13Er hatte dazu ein Podest aus Bronze anfertigen und mitten im Vorhof aufstellen lassen. Es war zweieinhalb Meter lang, ebenso breit und eineinhalb Meter hoch. Auf dieses stieg er hinauf, kniete vor den Augen der ganzen Gemeinde Israel nieder, breitete die Arme aus 14und betete:

»Herr, du Gott Israels! Weder im Himmel noch auf der Erde gibt es einen Gott wie dich. Du stehst zu deinem Bund und erweist deine Güte und Liebe allen, die dir mit ungeteiltem Herzen dienen. 15So hast du an meinem Vater David, deinem Diener und Bevollmächtigten, gehandelt; der heutige Tag ist Zeuge dafür, dass du dein Versprechen gehalten hast.

16Herr, du Gott Israels, nun erfülle auch die andere Zusage, die du meinem Vater David gegeben hast, dass stets einer aus der Familie Davids auf dem Thron Israels sitzen wird, wenn seine Nachkommen dir nur genauso treu dienen und dein Gesetz befolgen wie er.

6,16
2 Sam 7,16
1 Kön 2,4
17Gott Israels, lass doch in Erfüllung gehen, was du deinem Diener David versprochen hast!

18Aber bist du nicht viel zu erhaben, um bei uns Menschen auf der Erde zu wohnen? Ist doch selbst der ganze weite Himmel6,18 der ganze ...: wörtlich der Himmel und alle Himmelswelten. zu klein für dich, geschweige denn dieses Haus, das ich gebaut habe!

6,18
1 Kön 8,27

19Herr, mein Gott, achte dennoch auf mein demütiges Gebet und höre auf die Bitte, die ich vor dich bringe: 20Richte deinen Blick Tag und Nacht auf dieses Haus, von dem du gesagt hast, dass dein Name dort wohnen soll!6,20 dass dein Name ...: siehe Anmerkung zu Dtn 12,5. Du hast versprochen, das Gebet zu hören, das ich, dein Diener, von hier aus an dich richte. 21Höre mich, wenn ich von hier aus zu dir rufe, und höre auch die Gebete deines Volkes Israel! Wenn wir an dieser Stätte zu dir rufen, dann höre uns in deiner himmlischen Wohnung. Erhöre uns und vergib uns alle Schuld!«

Der Tempel als Ort des Gebets

(1 Kön 8,31-53)

22»Wenn jemand verdächtigt wird, sich gegen einen anderen vergangen zu haben, und er wird hierher zu deinem Altar gebracht und unter den Fluch gestellt, der ihn im Fall der Schuld treffen soll, 23dann höre du es im Himmel und sorge für Recht: Bestrafe ihn, wenn er schuldig ist, und lass sein böses Tun auf ihn selbst zurückfallen; aber verschone ihn, wenn er schuldlos ist, und lass seine Redlichkeit vor aller Augen offenbar werden!

24Wenn die Israeliten, dein Volk, von Feinden besiegt werden, weil sie dir nicht gehorcht haben, und sie wenden sich dir wieder zu, preisen deinen Namen und bitten hier in deinem Haus um Erbarmen, 25dann höre du es im Himmel: Vergib deinem Volk seine Schuld und bring es wieder in das Land zurück, das du ihnen und ihren Vorfahren gegeben hast!

26Wenn kein Regen auf das Land fällt, weil seine Bewohner dir nicht gehorcht haben, und sie erkennen deine strafende Hand, kehren um und beten zu dir, wenden sich diesem Haus zu und preisen deinen Namen, 27dann höre du es im Himmel: Vergib deinem Volk und seinen Königen ihre Schuld, zeige ihnen, was sie tun sollen, und lass es wieder regnen auf das Land, das du deinem Volk als bleibenden Besitz gegeben hast!

28Wenn im Land eine Hungersnot ausbricht, wenn das Getreide durch Glutwinde, Krankheiten oder Schädlinge vernichtet wird, wenn der Feind ins Land einfällt oder Seuchen wüten, 29dann höre das Gebet, das ein einzelner Mensch oder dein ganzes Volk Israel an dich richtet. Wenn irgendjemand in seiner Not und seinem Schmerz seine Arme betend zu diesem Haus hin ausbreitet, 30dann höre du ihn in deiner himmlischen Wohnung: Vergib ihm seine Schuld und hilf ihm! Doch handle so, wie es jeder verdient. Du kennst ja die verborgensten Gedanken der Menschen und siehst ihnen ins Herz. 31Dann werden sie dich stets ernst nehmen und dir gehorchen, die ganze Zeit, die sie in dem Land leben, das du unseren Vorfahren gegeben hast.

32Wenn ein Ausländer, der nicht zu deinem Volk Israel zählt, aus einem fernen Land kommt, weil er gehört hat, was für Taten du mit starker Hand und ausgestrecktem Arm für dein Volk vollbracht hast – wenn solch ein Mensch im Anblick dieses Hauses zu dir betet, 33dann höre ihn in deiner himmlischen Wohnung und erfülle seine Bitte. Alle Völker auf der Erde werden dann erkennen, dass du der wahre Gott bist, und werden dich genauso ehren, wie dein Volk Israel es tut. Und sie werden erkennen, dass du von diesem Haus, das ich für dich gebaut habe, Besitz ergriffen hast.

34Wenn dein Volk in deinem Auftrag gegen Feinde in den Kampf zieht und dabei in der Ferne zu dir betet, den Blick zu der Stadt gerichtet, die du dir erwählt hast, und zu dem Haus, das ich deinem Namen6,34 Siehe Anmerkung zu Dtn 12,5 (auch für Vers 38). gebaut habe, 35dann höre sein Gebet im Himmel und verhilf ihm zu seinem Recht!

36Vielleicht kommt es auch so weit, dass die Leute von Israel sich gegen dich auflehnen – es gibt ja niemand, der nicht schuldig wird – und du dann zornig wirst und sie ihren Feinden preisgibst, die sie in ein fremdes Land verschleppen, in der Nähe oder in der Ferne. 37Dort kommen sie vielleicht zur Einsicht und wenden sich dir wieder zu und bekennen vor dir: ›Wir haben Unrecht getan, wir haben dir nicht gehorcht.‹ 38Und wenn sie dann von ganzem Herzen zu dir umkehren und dort zu dir beten, den Blick gerichtet zu dem Land, das du ihren Vorfahren gegeben, und der Stadt, die du dir erwählt hast, und zu dem Haus, das ich deinem Namen gebaut habe, 39dann höre ihr Gebet in deiner himmlischen Wohnung und verhilf ihnen zu ihrem Recht! Vergib ihnen alles, was sie gegen dich getan haben! 40Mein Gott, sieh freundlich auf jeden, der hier zu dir betet, und höre auf seine Bitte!

41Und nun, Herr, unser Gott,

steh auf und begleite deine Lade,

das Wahrzeichen deiner gewaltigen Macht!

Komm zu deinem Ruheplatz!

Gib deinen Priestern Vollmacht,

uns deine Hilfe zu vermitteln!

Alle deine Treuen erfreue mit Glück und Segen!

6,41-42
Ps 132,8-10

42Weise den König nicht zurück,

den du gesalbt und eingesetzt hast!

Denk daran, was du David versprochen hast,

deinem Vertrauten in deiner großen Güte!«

7

Die ersten Feste im Tempel

(1 Kön 8,62-66)

71Als Salomo sein Gebet beendet hatte, fiel Feuer vom Himmel und verzehrte das Brandopfer und die dem Herrn geweihten Stücke der Mahlopfer. Die Herrlichkeit des Herrn erfüllte den Tempel,

7,1
Lev 9,24
2sodass die Priester ihn nicht betreten konnten. 3Als die Leute von Israel sahen, wie das Feuer herabfiel und wie die Herrlichkeit des Herrn sich über dem Tempel zeigte, warfen sich alle auf die Knie und beugten sich mit dem Gesicht auf das Pflaster nieder; sie beteten den Herrn an und priesen ihn mit den Worten: »Der Herr ist gut zu uns, seine Liebe hört niemals auf!«
7,3
1 Chr 16,34

4-5Dann feierte König Salomo zusammen mit dem ganzen Volk die Einweihung des Tempels durch ein großes Opfer. Für das Opfermahl ließ er 22000 Rinder und 120000 Schafe schlachten. 6Die Priester versahen ihren Dienst und auch die Leviten hatten sich mit den Musikinstrumenten aufgestellt, die König David für den Gottesdienst hatte anfertigen lassen. Die Leviten begleiteten damit die Danklieder Davids. Auch jetzt priesen sie den Herrn wieder mit dem Lied: »Seine Liebe hört niemals auf!« Die Priester bliesen dazu ihre Trompeten, während das ganze Volk stand.

7,6
1 Chr 15,16
16,34

7Weil der Bronzealtar vor dem Haus des Herrn für die Menge der Opfer zu klein war, machte Salomo den ganzen Mittelteil des Vorhofs zum Opferaltar. Dort ließ er Brand- und Speiseopfer darbringen und die Fettstücke der Mahlopfer verbrennen.

7,7
4,1

8Im Anschluss an die Einweihung des Tempels feierten Salomo und das ganze Volk Israel eine Woche lang das Laubhüttenfest. Es war eine große Gemeinde, die aus dem ganzen Land zusammengekommen war, von Lebo-Hamat im Norden bis zu dem Tal, das die ägyptische Grenze bildet, im Süden. 9Am achten Tag fand die Abschlussfeier statt. Sie hatten also zuerst sieben Tage lang die Einweihung des Altars gefeiert, dann noch einmal sieben Tage das Laubhüttenfest.

10Am 23. Tag des siebten Monats verabschiedete Salomo das Volk. Glücklich und zufrieden über alles Gute, das Gott David, Salomo und seinem Volk Israel erwiesen hatte, gingen alle nach Hause.

Gott antwortet Salomo

(1 Kön 9,1-9)

11Salomo hatte das Haus des Herrn und sein eigenes Haus vollendet, und alles, was er sich dabei vorgenommen hatte, war gut gelungen. 12Da erschien ihm der Herr in der Nacht und sagte zu ihm:

»Ich habe dein Gebet erhört und diesen Tempel dazu bestimmt, dass ihr mir hier eure Opfer darbringt. 13Es könnte geschehen, dass ich einmal den Himmel verschließe und es keinen Regen gibt, dass ich den Heuschrecken befehle, das Land kahl zu fressen, oder dass ich die Pest über mein Volk kommen lasse.

7,13-15
6,26-30
14Wenn dann dieses Volk, über dem mein Name ausgerufen ist,7,14 ausgerufen zum Zeichen der Besitzergreifung; vgl. Esra 5,1; Am 9,12. sich besinnt, wenn es zu mir betet und von seinen falschen Wegen wieder zu mir umkehrt, dann werde ich im Himmel sein Gebet hören. Ich will ihm alle Schuld vergeben und auch die Schäden des Landes wieder heilen.

15Ich werde freundlich auf jeden Menschen blicken, der hier zu mir betet, und werde auf seine Bitte hören. 16Ich selbst habe diesen Tempel erwählt und zu einer heiligen Stätte gemacht, an der mein Name wohnen soll7,16 Name: vgl. Anmerkung zu Dtn 12,5; ebenso für Vers 20. für alle Zeiten. Meine Augen sind stets auf dieses Haus gerichtet, dort ist mein ganzes Herz euch zugewandt.

17Und wenn du mir so dienst wie dein Vater David und alle meine Gebote befolgst, 18werde ich deiner Herrschaft und der Herrschaft deiner Nachkommen Bestand geben. Denn ich habe mit deinem Vater einen Bund geschlossen und ihm versprochen: ›Stets soll einer aus deiner Familie Herrscher über Israel sein.‹

7,18
6,16

19Wenn ihr euch aber von mir abwendet, meine Gebote nicht mehr beachtet und stattdessen anderen Göttern dient, 20dann werde ich euch Israeliten aus dem Land vertreiben, das ich euch gegeben habe. Von dem Haus, das ich zur Wohnung meines Namens bestimmt habe, will ich dann nichts mehr wissen und alle Völker werden es verachten und verspotten.

21Dann werden alle, die an dem jetzt noch so erhabenen Bauwerk vorbeikommen, entsetzt sein und fragen: ›Warum hat der Herr dieses Land und dieses Haus so verwüstet?‹ 22Und man wird ihnen antworten: ›Weil sie sich vom Herrn, dem Gott ihrer Vorfahren, abgewandt haben. Er hat sie aus Ägypten herausgeführt, aber sie haben sich anderen Göttern zugewandt, sie angebetet und ihnen geopfert. Deshalb hat der Herr all dieses Unglück über sie gebracht.‹«

8

Weitere Unternehmungen Salomos

(1 Kön 9,10-28)

81Zwanzig Jahre lang baute Salomo am Tempel des Herrn und an seinem eigenen Palast. 2Nach dieser Zeit baute er die Städte aus, die ihm Hiram überlassen hatte, und siedelte Israeliten darin an.

3Danach rückte er gegen die Stadt Hamat-Zoba vor und eroberte sie. 4Er befestigte auch Tadmor in der Steppe und alle Städte, die er im Gebiet von Hamat gebaut und mit Vorratshäusern ausgestattet hatte. 5Das obere und das untere Bet-Horon baute er zu Festungen aus, die durch Mauern und Tore mit starken Riegeln gesichert waren. 6Ebenso befestigte er Baalat sowie alle Städte, in denen er seine Streitwagentruppen unterbrachte und Vorräte speicherte. Auch in Jerusalem, im Libanon-Gebirge und in seinem ganzen Reich baute er alles, was er sich vorgenommen hatte.

7-8Alles, was Salomo bauen ließ, wurde in Fronarbeit errichtet. Dazu zog er die Nachkommen der vorisraelitischen Bewohner des Landes heran, die von den Israeliten nicht ausgerottet worden waren, alle übrig gebliebenen Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter. Sie müssen bis heute solche Arbeiten ausführen. 9Von den Israeliten dagegen zwang Salomo keinen zur Fronarbeit, sondern machte sie zu seinen Soldaten, zu Anführern seiner Truppen und zu Streitwagenkämpfern. 10König Salomo hatte 250 Oberaufseher, die mussten die Leute bei der Arbeit beaufsichtigen.

11Salomo hatte eine Tochter des Pharaos geheiratet. Er ließ auch für sie einen Palast bauen, damit sie aus der Davidsstadt dorthin umziehen konnte. Er sagte sich: »Meine Frau soll nicht im Haus von König David wohnen. In seiner Nähe hat einmal die Bundeslade des Herrn gestanden, dadurch ist die ganze Umgebung heilig geworden.«

8,11
1 Kön 3,1

12Nachdem der Tempel vollendet war, brachte Salomo auf dem Altar vor der Vorhalle dem Herrn regelmäßig Brandopfer dar, 13am Sabbat, am Neumondstag und an den drei großen Festen im Jahr: dem Fest der Ungesäuerten Brote, dem Pfingstfest und dem Laubhüttenfest. So hatte es schon Mose bestimmt.

8,13
Num 28,9-31
29,12-39

14Nach den Anweisungen, die Salomo von seinem Vater David erhalten hatte, teilte er die Priester in verschiedene Gruppen ein, in denen sie ihren Dienst verrichten sollten, ebenso die Leviten, die den Priestern halfen und für den Gesang im Tempel sorgten, so wie es jeden Tag nötig war. Auch die Torwächter wurden für die einzelnen Tore in Dienstgruppen eingeteilt, wie David, der Mann Gottes, es festgelegt hatte.

8,14
1 Chr 23,1–26,19
15In keinem Punkt wich man von dem ab, was David hinsichtlich der Priester und Leviten und der Tempelschätze angeordnet hatte.

16Damit war alles ausgeführt, was Salomo sich vorgenommen hatte, vom Tag der Grundsteinlegung des Tempels bis zum Tag seiner Vollendung. Das Haus des Herrn war fertig.

17Damals kam Salomo auch nach Ezjon-Geber und Elat an der Küste des Roten Meeres im Land Edom. 18Hiram schickte ihm dorthin Schiffe mit erfahrenen Schiffsleuten. Zusammen mit den Männern Salomos segelten sie in das Land Ofir und brachten Salomo von dort 450 Zentner Gold.