Gute Nachricht Bibel (GNB)
2

Hanna preist Gott

21Hanna betete:

»Mein Herz jubelt über den Herrn,

er hat mich wieder aufgerichtet und mich gestärkt!2,1 er hat mich ...: wörtlich mein Horn ist erhöht im Herrn.

Jetzt kann ich über meine Feinde lachen.

Ich bin voller Freude, weil er mir geholfen hat.

2,1-10
Lk 1,46-55

2Der Herr allein ist heilig;

es gibt keinen Gott außer ihm.

Auf nichts ist so felsenfest Verlass

wie auf ihn, unseren Gott.

3Tut nicht so groß!

Spielt euch nicht so auf!

Prahlt nicht so frech mit euren Plänen!

Der Herr ist ein Gott, der euer Treiben kennt;

er prüft alle eure Taten.

4Starken Männern zerbricht er die Waffen;

Schwachen und Entmutigten gibt er neue Kraft.

5Reiche müssen auf einmal ihr Brot mit eigener Hand verdienen;

Arme müssen nicht mehr hungern und können feiern.

Die Frau, die kinderlos war, bringt sieben Kinder zur Welt,

doch die Kinderreiche behält nicht eines.

2,5
Ps 113,9

6Der Herr tötet und macht lebendig,

er verbannt in die Totenwelt

und er ruft aus dem Tod ins Leben zurück.

2,6
Dtn 32,39
2 Kön 5,7
Ps 30,4
Hos 6,1-2
Weish 16,13
Tob 13,2

7Er macht arm und er macht reich,

er bringt die einen zu Fall

und andere erhöht er.

2,7-8
Ps 113,7-8
75,8

8Die Armen holt er aus der Not,

die Hilflosen heraus aus ihrem Elend;

er lässt sie aufsteigen in den Kreis der Angesehenen

und gibt ihnen einen Ehrenplatz.

Denn die Grundpfeiler der Erde gehören dem Herrn;

auf ihnen hat er die Erde errichtet.

9Der Herr leitet und schützt alle, die ihm vertrauen;

aber seine Feinde enden in Finsternis,

denn kein Mensch erreicht etwas aus eigener Kraft.

10Alle, die mit dem Herrn streiten, gehen zugrunde;

er lässt im Himmel seinen Donner gegen sie grollen.

Der Herr hält Gericht über die ganze Erde.

Er hat seinen König erwählt und gesalbt,

darum gibt er ihm große Kraft.«

2,10
7,10
Ps 18,13-14
96,13
98,9

Missstände am Heiligtum

11Elkana kehrte nach Rama in sein Haus zurück. Der junge Samuel blieb in Schilo unter der Aufsicht des Priesters Eli, um dem Herrn zu dienen.

12Die eigenen Söhne von Eli missbrauchten ihr Priesteramt. Sie kümmerten sich nicht um den Willen des Herrn

2,12-17
Lev 7,28-36
13und begnügten sich nicht mit dem, was den Priestern als Anteil am Opfer zusteht. Wenn jemand aus dem Volk ein Tier für das Opfermahl zubereitete und das Fleisch noch nicht einmal gar gekocht war, schickten sie ihren Gehilfen mit einer großen dreizinkigen Gabel. 14Er stach damit in den Kessel, den Kochtopf, die Pfanne oder die Schüssel, und alles, was an ihr hängen blieb, bekam der Priester.

So machten es die Söhne von Eli bei allen Israeliten, die nach Schilo kamen. 15Sogar noch ehe die Fettstücke auf dem Altar verbrannt wurden, kam der Gehilfe des Priesters und sagte zu dem, der das Opfer darbringen wollte: »Gib mir ein Stück von dem Fleisch zum Braten; der Priester nimmt es von dir nur roh, nicht gekocht!«

16Wenn der Mann einwandte: »Erst muss für den Herrn das Fett verbrannt werden; danach kannst du nehmen, was du willst«, sagte der Gehilfe: »Sofort gibst du es her, sonst nehme ich es mit Gewalt!«

17Auf diese Weise luden die Söhne von Eli schwere Schuld auf sich. Sie beleidigten den Herrn, weil sie die Opfer nicht achteten, die ihm dargebracht wurden.

Samuel und seine Eltern

18Unterdessen tat Samuel seinen Dienst vor dem Herrn. Obwohl er noch so jung war, trug er schon den leinenen Priesterschurz. 19Seine Mutter machte ihm dazu jedes Jahr ein neues Obergewand und brachte es mit, wenn sie mit Elkana zum Opferfest kam.

20Eli segnete jedes Mal Elkana und seine Frau Hanna. Zu Elkana sagte er: »Der Herr schenke dir durch diese Frau noch andere Kinder anstelle des einen, das sie vom Herrn erbeten hat und das er jetzt für sich beansprucht.« Danach kehrten sie nach Hause zurück.

21Und der Herr war gut zu Hanna: Sie wurde noch mehrmals schwanger und bekam weitere drei Söhne und zwei Töchter. Samuel aber blieb im Heiligtum des Herrn und wuchs dort auf.

Elis Söhne hören nicht auf ihren Vater

22Eli war inzwischen sehr alt geworden. Als er erfuhr, was seine Söhne den Israeliten antaten und dass sie mit den Frauen schliefen, die am Eingang des Heiligen Zeltes Dienste verrichteten,2,22 und dass ...: Dieser Satzteil fehlt in den meisten griechischen Handschriften und in einer wichtigen hebräischen. Wahrscheinlich handelt es sich um einen späteren Zusatz. 23sagte er zu ihnen: »Warum tut ihr so etwas? Von allen Leuten höre ich nur Schlechtes über euch. 24Ganz Israel spricht davon, wie schlimm ihr es treibt. Das muss aufhören! 25Wenn jemand sich gegen Menschen vergeht, wird Gott ihn vielleicht noch in Schutz nehmen; aber wenn er sich gegen den Herrn versündigt, wer soll dann noch für ihn eintreten?«

Doch die Söhne von Eli hörten nicht auf ihren Vater. Der Herr machte sie taub für alle Mahnungen;2,25 Der Herr ...: verdeutlichender Zusatz. er war entschlossen, sie zu vernichten.

26Samuel aber wuchs heran zu einem jungen Mann, an dem Gott und die Menschen Freude hatten.

2,26
Lk 2,52

Eli wird die Strafe angekündigt

27Eines Tages kam ein Prophet zu Eli und sagte zu ihm: »So spricht der Herr: ›Denkst du nicht mehr daran, wie ich in Ägypten deinen Vorfahren erschienen bin, als sie noch Sklaven des Pharaos waren? 28Aus allen Stämmen Israels habe ich sie mir zu Priestern ausgewählt. Ich habe sie dazu bestimmt, auf meinem Altar Opfer darzubringen, Weihrauch für mich zu verbrennen und im Priestergewand vor mich zu treten. Ich habe deiner Sippe das Recht auf einen Anteil an allen Opfern gegeben, die mir von den Israeliten dargebracht werden.

2,28
Ex 28,1
Lev 7,34-36
29Warum behandelt ihr dann die Opfer, die mir auf meinen Befehl2,29 Es folgt hier noch ein unverständliches Wort, das vielleicht in der Wohnung (= im Heiligtum) bedeutet. dargebracht werden, mit solcher Missachtung?

Du, Eli, achtest deine Söhne mehr als mich und lässt zu, dass sie die besten Stücke von dem, was mein Volk mir opfert, wegnehmen, damit ihr euch daran mästen könnt. 30Ich habe dir einst zugesagt, dass deine Nachkommen für alle Zukunft meine Priester sein sollen. Aber jetzt widerrufe ich meine Zusage und erkläre: Wer mich ehrt, den ehre ich auch; aber wer mich verachtet, den gebe ich der Verachtung preis. Das sage ich, der Herr, der Gott Israels.

31Es dauert nicht mehr lange, dann werde ich deine Macht und den Einfluss deiner Sippe zerschlagen, sodass es unter euch keinen alten, angesehenen Menschen mehr gibt. 32Während du in Not und Bedrängnis bist,2,32 Es folgt dasselbe unverständliche Wort wie in Vers 29. wirst du sehen, wie ich allen Israeliten Glück und Wohlstand schenke; aber in deiner Familie wird nie mehr jemand zu Alter und Ansehen kommen. 33Ich werde zwar nicht jeden deiner Nachkommen ausrotten, der mir als Priester dient,2,33 Möglicherweise wird hier auf den Eli-Nachkommen Abjatar vorausgewiesen, der später unter David eine wichtige Rolle spielte (vgl. 1 Sam 22,20-23; 2 Sam 20,25 und öfter). damit du nicht vor Kummer und Schmerz vergehst; aber die allermeisten von ihnen müssen im besten Mannesalter sterben. 34Deine Söhne Hofni und Pinhas werden beide am selben Tag sterben, und das wird für dich das Zeichen sein, dass auch alles andere eintrifft.

2,34
4,11
1 Kön 2,35

35Dann werde ich einen Priester einsetzen, der mir treu bleibt und tut, was mir gefällt. Er wird im Dienst des gesalbten Königs stehen, den ich erwählen werde,2,35 Wörtlich wird vor meinem Gesalbten wandeln (= seine Tätigkeit ausüben). und auch seine Nachkommen sollen für alle Zukunft meine Priester sein. 36Wer dann von deiner Familie noch lebt, wird zu ihm kommen und sich vor ihm niederwerfen, bloß um ein einziges Silberstück oder einen Laib Brot zu bekommen. Er wird sich ihm als Priestergehilfe anbieten, damit er wenigstens etwas zu essen hat.‹«

3

Gott spricht zum ersten Mal mit Samuel

31Der junge Samuel half Eli beim Priesterdienst. In jener Zeit kam es nur noch selten vor, dass der Herr zu einem Menschen sprach und ihm etwas offenbarte. 2Eli war fast erblindet. Eines Nachts schlief er an seinem gewohnten Platz 3und auch Samuel schlief im Heiligtum, ganz in der Nähe der Bundeslade. Die Lampe im Heiligtum brannte noch.

4Da rief der Herr: »Samuel!«

»Ja«, antwortete der Junge, 5lief schnell zu Eli und sagte: »Hier bin ich, du hast mich gerufen!«

»Nein«, sagte Eli, »ich habe nicht gerufen. Geh wieder schlafen!« Samuel ging und legte sich wieder hin.

6Noch einmal rief der Herr: »Samuel!«, und wieder stand der Junge auf, ging zu Eli und sagte: »Hier bin ich, du hast mich gerufen!«

Aber Eli wiederholte: »Ich habe dich nicht gerufen, mein Junge, geh nur wieder schlafen!«

7Samuel wusste noch nicht, dass es der Herr war; denn er hatte seine Stimme noch nie gehört. 8Der Herr rief ihn zum dritten Mal und wieder stand Samuel auf, ging zu Eli und sagte: »Hier bin ich, du hast mich gerufen!«

Da merkte Eli, dass es der Herr war, der den Jungen rief, 9und er sagte zu ihm: »Geh wieder schlafen, und wenn du noch einmal gerufen wirst, dann antworte: ›Sprich, Herr, dein Diener hört!‹«

Samuel ging und legte sich wieder hin. 10Da trat der Herr zu ihm und rief wie zuvor: »Samuel! Samuel!«

Der Junge antwortete: »Sprich, dein Diener hört!«

11Da sagte der Herr zu Samuel: »Ich werde in Israel etwas tun – die Ohren werden jedem wehtun, der davon hört. 12Es wird alles eintreffen, was ich Eli und seiner Familie angedroht habe.

3,12-14
2,27-36
13Er wusste, dass seine Söhne mich beleidigten, und doch hat er sie nicht daran gehindert. Deshalb habe ich über seine Familie ein unwiderrufliches Urteil verhängt. Ich habe ihm das schon lange angekündigt. 14Es gibt kein Opfer, durch das diese Schuld jemals gesühnt werden kann; das habe ich geschworen.«

15Samuel legte sich wieder hin. Am Morgen öffnete er die Türen des Heiligtums. Er scheute sich, Eli zu sagen, was der Herr ihm offenbart hatte. 16Aber Eli rief ihn: »Samuel, komm her, mein Junge!«

»Hier bin ich«, antwortete Samuel.

17Eli fragte: »Was hat der Herr dir gesagt? Verschweige mir nichts! Seine Strafe soll dich treffen, wenn du mir nicht alles berichtest, was er dir gesagt hat!« 18Da erzählte Samuel ihm alles und verschwieg nichts. Eli aber sagte: »Er ist der Herr! Er soll tun, was er für richtig hält.«

3,18
2 Sam 15,26

19Samuel wuchs heran. Der Herr stand ihm bei und ließ alle Worte in Erfüllung gehen, die er durch Samuel sprach. 20Ganz Israel von Dan bis Beerscheba erkannte, dass der Herr ihn zu seinem Propheten bestimmt hatte. 21Auch weiterhin erschien ihm der Herr in Schilo und gab ihm Weisungen.3,21 und gab ...: wörtlich denn der Herr offenbarte sich Samuel in Schilo durch das Wort des Herrn.

4

1aIn ganz Israel hörte man auf Samuel.

DIE GESCHICKE DER BUNDESLADE. SAMUEL ALS RICHTER

(Kapitel 4–7)

Gottes Strafe ist unabwendbar

1bDie Israeliten zogen in den Kampf gegen die Philister. Ihr eigenes Lager war bei Eben-Eser, das Lager der Philister bei Afek. 2Die Philister griffen an, und nach einem langen und zähen Kampf gelang es ihnen, die Israeliten zu schlagen. Von diesen wurden etwa 4000 Mann im Kampf getötet.

3Als das Heer geschlagen ins Lager zurückkam, fragten sich die Ältesten des Volkes: »Warum hat der Herr das zugelassen? Warum konnten uns die Philister heute besiegen?« Sie berieten sich und beschlossen: »Wir wollen nach Schilo senden und die Bundeslade ins Lager holen! Dann wird der Herr mitten unter uns sein und uns gegen unsere Feinde helfen.«

4,3
Jos 18,1
Num 10,35

4Sie schickten einige Männer nach Schilo, um die Lade zu holen, auf der der Herr, der Herrscher der Welt,4,4 Wörtlich der Herr Zebaot. unsichtbar über den Kerubim thront. Die Priester Hofni und Pinhas, die Söhne von Eli, begleiteten die Lade.

4,4
Ex 25,22
5Als die Lade des Herrn ins Lager kam, brach unter den Israeliten ein solcher Jubelsturm los, dass davon die Erde dröhnte.

6Der Lärm drang bis zu den Philistern. »Was ist das für ein lauter Jubel im Lager der Hebräer?«, fragten sie einander. Als sie erfuhren, dass die Lade des Herrn im Lager Israels angekommen war, 7bekamen sie Angst. »Jetzt sind wir verloren!«, sagten sie. »Ihr Gott ist zu ihnen ins Lager gekommen. Das hat es noch nie gegeben. 8Wer kann uns vor solch einem mächtigen Gott schützen? Das ist doch derselbe Gott, der die Ägypter in der Wüste vernichtet hat!«

9Aber ihre Anführer riefen ihnen zu:4,9 Verdeutlichender Zusatz. »Jetzt gilt es! Seid mutig, Philister, und kämpft wie Männer! Sonst werden die Hebräer euch zur Fronarbeit zwingen, so wie ihr es bisher mit ihnen gemacht habt. Zeigt, dass ihr Männer seid, und kämpft!«

4,9
Ri 13,1

10Es kam zur Schlacht und die Israeliten erlitten eine schwere Niederlage. Das Heer löste sich auf und jeder floh nach Hause. 30000 israelitische Männer blieben tot auf dem Schlachtfeld. 11Auch Hofni und Pinhas, die Söhne von Eli, fanden den Tod. Die Lade Gottes aber nahmen die Philister als Beute mit.

4,11
2,34
Ps 78,61

Der Schock über den Verlust der Bundeslade

12Ein Mann aus dem Stamm Benjamin lief noch am selben Tag vom Ort der Schlacht bis nach Schilo. Zum Zeichen der Trauer hatte er seine Kleider zerrissen und sich Erde auf den Kopf gestreut. 13-15Eli, jetzt 98 Jahre alt und so gut wie blind, saß eben auf seinem Stuhl und horchte angespannt die Straße hinunter; er machte sich Sorgen um die Lade Gottes.

Als der Bote in die Stadt kam und berichtete, was geschehen war, schrien alle vor Entsetzen laut auf.

»Was hat das zu bedeuten?«, fragte Eli.

Da war auch schon der Bote bei ihm und sagte: 16»Ich komme direkt aus der Schlacht, ich bin den Feinden entronnen.«

»Was ist geschehen?«, fragte Eli, 17und der Bote meldete: »Wir sind besiegt! Unser Heer ist geflohen. Deine beiden Söhne, Hofni und Pinhas, sind tot. Die Lade Gottes ist verloren!«

18Als Eli vom Verlust der Lade hörte, fiel er rückwärts von seinem Stuhl am Eingang des Heiligtums. Er war so alt und schwer, dass er sich dabei das Genick brach und starb. Vierzig Jahre lang war er der Richter Israels gewesen.

4,18 (Richter)
Ri 10,2-3
12,8-15
16,31

19Seine Schwiegertochter, die Frau des Priesters Pinhas, erwartete ein Kind und stand kurz vor der Entbindung. Als sie hörte, dass die Lade Gottes eine Beute der Philister geworden war und dass ihr Schwiegervater und ihr Mann den Tod gefunden hatten, überfielen sie die Wehen. Sie brach zusammen und gebar ein Kind, 20aber die Geburt kostete sie das Leben.

Während sie im Sterben lag, riefen ihr die Frauen, die ihr beistanden, zu: »Freu dich, du hast einen Sohn geboren!« Aber sie blieb teilnahmslos und gab keine Antwort.

4,20
Gen 35,17
21Den Jungen nannte sie Ikabod (Fort ist die Herrlichkeit). Sie dachte dabei an den Verlust der Bundeslade und an den Tod ihres Schwiegervaters und ihres Mannes
4,21-22
Ps 78,61
22und sagte: »Die Herrlichkeit Gottes ist fort aus Israel! Die Lade Gottes ist verloren!«