Gute Nachricht Bibel (GNB)
4

Gorgias wird besiegt

(2 Makk 8,24-27)

41Gorgias war in der Nacht mit 5000 Mann und 1000 ausgesuchten Reitern aus dem Lager bei Emmaus aufgebrochen, 2um die Juden in Mizpa anzugreifen und überraschend zu schlagen. Leute von der Jerusalemer Besatzung wiesen ihm den Weg. 3Aber Judas hatte davon erfahren und ebenfalls seine Männer in Marsch gesetzt. Er wollte gegen das königliche Heer im Lager bei Emmaus einen Schlag führen, 4solange ein Teil der Truppen abwesend war. 5Gorgias erreichte das Lager der Juden bei Mizpa noch in der Nacht, fand es aber leer und suchte nun das Gebirge ab, weil er meinte, sie hätten sich vor ihm dorthin geflüchtet.

6Bei Tagesanbruch erschien Judas mit 3000 Mann in der Ebene. Sie waren nicht so gut ausgerüstet und bewaffnet, wie sie es sich gewünscht hätten, 7und sahen nun das stark befestigte Lager der Fremden und die kampferprobte Reiterei, die es ringsum sicherte.

8Judas ermahnte seine Leute: »Habt keine Angst vor ihrer großen Zahl und ihrer wilden Kraft! 9Denkt daran, wie unsere Vorfahren am Roten Meer gerettet wurden, als der Pharao sie mit seinem Heer verfolgte!

4,9
Ex 14,21-31
10Wir wollen zu Gott rufen, dass er an den Bund denkt, den er mit unseren Vorfahren geschlossen hat, dass er zu uns steht und heute dieses Heer vor unseren Augen vernichtet. 11Alle Völker sollen erkennen, dass es einen Gott gibt, der Israel befreit und rettet!«

12Die Fremden sahen Judas mit seinen Leuten anrücken, 13kamen aus dem Lager und stellten sich zum Kampf auf. Judas’ Männer bliesen die Trompeten 14und griffen an. Die Feinde wurden vernichtend geschlagen. Sie flohen in die Ebene 15und wer nicht schnell genug war, wurde von den Juden niedergemacht. Die Verfolgung erstreckte sich bis nach Geser und weiter in die Ebenen von Idumäa, von Aschdod und Jamnia. Etwa 3000 feindliche Soldaten fielen.

16Dann brach Judas die Verfolgung ab und kehrte um. 17Er sagte zu seinen Leuten: »Stürzt euch nicht auf die Beute; es steht uns noch ein weiterer Kampf bevor! 18Gorgias ist mit seinen Truppen in den Bergen ganz in der Nähe. Stellt euch also zum Kampf auf und greift sie an; danach könnt ihr euch in aller Ruhe über die Beute hermachen.«

19Judas hatte gerade zu Ende gesprochen, da tauchte schon eine Abteilung des Gegners hinter einem der Berge auf. 20Als aber die feindlichen Soldaten merkten, dass ihr Heer geschlagen und in die Flucht gejagt und ihr Lager in Brand gesteckt worden war – denn der aufsteigende Rauch war weithin sichtbar –, 21da packte sie eine panische Angst. Als sie auch noch Judas und sein Heer kampfbereit in der Ebene stehen sahen, 22flohen sie alle in das Gebiet der Philister.

23Jetzt erst gab Judas das feindliche Lager zur Plünderung frei. Seine Männer erbeuteten Gold und Silber in Menge, violette und rote Purpurstoffe und eine Fülle anderer wertvoller Dinge. 24Auf dem Rückmarsch priesen sie in Liedern die Taten Gottes und lobten ihn: »denn er ist gut zu uns, seine Liebe hört niemals auf«.

4,24
1 Chr 16,34
25An jenem Tag rettete Gott Israel auf wunderbare Weise.

Lysias selbst greift ein – und unterliegt

(2 Makk 11,1-12)

26Die fremden Soldaten, die mit dem Leben davongekommen waren, erschienen bei Lysias und berichteten ihm, was geschehen war. 27Lysias war fassungslos und in großer Sorge. Was er mit dem Feldzug gegen Israel beabsichtigt hatte, war nicht erreicht worden und der Auftrag des Königs war nicht ausgeführt. 28Im folgenden Jahr warb er deshalb 60000 ausgesucht tüchtige Soldaten und 5000 Reiter an, um mit diesem Heer erneut gegen die Juden zu kämpfen. 29Er kam nach Idumäa und schlug bei Bet-Zur sein Lager auf. Dort trat ihm Judas mit 10000 Mann entgegen.

30Als Judas das riesige Heer der Feinde sah, betete er: »Wir preisen dich, Gott, du Retter Israels! Du hast damals den wütenden Riesen Goliat durch deinen Diener David erschlagen, du hast Jonatan mit seinem Waffenträger das Heer der Philister überwältigen lassen.

4,30
1 Sam 17,20-51
14,1-23
31Genauso liefere jetzt dieses Heer deinem Volk Israel aus! Lass die Fremden zugrunde gehen mit ihrer ganzen Heeresmacht und allen ihren Reitern. 32Angst soll sie packen und alles Vertrauen auf ihre Stärke soll ihnen vergehen. Lass sie eine vernichtende Niederlage erleben, an die sie noch lange denken! 33Wir kennen und lieben dich. Gib uns den Sieg, wir werden dir dafür danken und dich preisen.«

34Die Schlacht begann und Lysias verlor etwa 5000 Soldaten. 35Er sah, dass seine Truppen eine Niederlage erlitten hatten. Gleichzeitig erkannte er, dass Judas und seine Leute noch mutiger geworden und fest entschlossen waren, entweder zu siegen oder ehrenvoll zu sterben. Deshalb brach er den Feldzug ab und kehrte nach Antiochia zurück. Dort stellte er ein neues, stärkeres Heer auf, mit dem er erneut nach Judäa ziehen wollte.

Der Tempel wird vom Götzendienst gereinigt

36Nun sagten Judas und seine Brüder: »Unsere Feinde sind vernichtend geschlagen. Wir wollen jetzt nach Jerusalem gehen, den Tempel von den Spuren des Götzendienstes reinigen und ihn neu weihen.«

4,36-59
Dan 9,1-2

37Das ganze Heer marschierte zum Zionsberg. 38Dort fanden sie das Heiligtum verwüstet und verlassen. Der Brandopferaltar war durch Götzendienst entweiht. Die Tore hatte man verbrannt, in den Vorhöfen wucherte Gestrüpp wie im Wald oder auf einem gewöhnlichen Berg und die Nebengebäude waren verfallen.

4,38
1,39-40
2 Makk 1,8
Ps 74,3-8

39Da zerrissen sie ihre Kleider, begannen laut zu klagen und streuten sich Asche auf den Kopf. 40Sie warfen sich zu Boden, bliesen die Trompeten und riefen zum Herrn. 41Dann kommandierte Judas eine Abteilung ab, um die Besatzung der Festung in Schach zu halten, bis der Tempelbezirk wieder in Ordnung gebracht war.

42Er suchte Priester aus, die dem Gesetz treu geblieben und nicht schuldig geworden waren. 43Sie mussten das Heiligtum reinigen und die entweihten Steine auf den Abfallplatz schaffen. 44Die Verantwortlichen waren unschlüssig, was mit dem Brandopferaltar geschehen sollte, der so scheußlich geschändet worden war. 45Da kamen sie auf den guten Gedanken, ihn abzutragen. Sonst hätte man sie immer an die Schande erinnern können, dass die Fremden ihn entweiht hatten.

Die Priester trugen also den Altar ab 46und brachten die Steine an eine Stelle des Tempelbergs, an der sie niemand im Weg waren. Sie wollten warten, bis ein Prophet auftreten und entscheiden würde, was mit ihnen geschehen sollte.

4,46
14,41
9,27
Dtn 18,15

47Dann suchten sie unbehauene Steine zusammen, wie es das Gesetz Gottes vorschreibt, und bauten einen neuen Altar, der genauso aussah wie der alte.

4,47
Ex 20,25
Dtn 27,5-6
48Sie setzten das Tempelgebäude instand und weihten sein Inneres und die Vorhöfe wieder für den gottesdienstlichen Gebrauch. 49Sie fertigten auch die heiligen Geräte neu an, die für den Gottesdienst gebraucht werden.

Dann stellten sie den siebenarmigen Leuchter, den Räucheraltar und den Tisch für die geweihten Brote im Tempel auf.

4,49
1,21-22
50Sie verbrannten ein Räucheropfer auf dem Altar und zündeten die Lampen am Leuchter an, sodass es im Tempel hell wurde. 51Sie legten die geweihten Brote auf den Tisch und brachten die Vorhänge vor dem Heiligtum und dem Allerheiligsten an. Damit waren die Erneuerungsarbeiten abgeschlossen.

Die Wiedereinweihung des Tempels

(2 Makk 10,1-8)

52Am 25. Tag des 9. Monats – dem Monat Kislew – im Jahr 148 der griechischen Herrschaft4,52 Dezember 165 v.Chr. standen sie in aller Frühe auf 53und brachten auf dem neu gebauten Altar Opfer dar, wie das Gesetz es vorschreibt.

4,53
Ex 29,38-42
54Am gleichen Tag, an dem die Fremden den Altar geschändet hatten, wurde er neu geweiht. Dabei sangen sie Lieder, spielten auf Lauten und Harfen und ließen die Zimbeln klingen.
4,54
Esra 6,16
Ps 30,1
55Alle warfen sich zu Boden und dankten dem Herrn, der ihnen den Sieg geschenkt hatte. 56Acht Tage lang feierten sie die Einweihung des Altars und brachten Gott unter großem Jubel Brandopfer. Das Volk hielt festliche Opfermahlzeiten und viele brachten Dankopfer.

57Die Vorderfront des Tempels wurde wieder mit Kränzen und kleinen Goldplatten verziert, die Tempeltore wurden erneuert und auch die Nebengebäude wieder instand gesetzt und mit neuen Türen versehen. 58Im ganzen Volk herrschte große Freude, denn nun waren sie die Schande los, die die Fremden ihnen angetan hatten.

59Judas, seine Brüder und die ganze Gemeinde Israel kamen überein, die Erinnerung an die Einweihung des Altars jährlich acht Tage lang genau um diese Zeit mit Dank und Freude zu feiern.

4,59
2 Makk 1,9

60Damals bauten sie auch rund um den Zionsberg eine hohe Mauer mit festen Türmen, damit die Fremden ihn nicht noch einmal betreten und entweihen konnten. 61Eine ständige Besatzung schützte den heiligen Bezirk. Ebenso wurde die Stadt Bet-Zur befestigt, um Judäa gegen Angriffe aus Idumäa zu sichern.

5

Krieg gegen die Idumäer und Ammoniter

(2 Makk 10,15-37)

51Die Nachbarvölker Israels gerieten in Wut, als sie hörten, dass ein neuer Brandopferaltar errichtet und das Heiligtum wieder eingeweiht worden war. 2Sie beschlossen, alle Nachkommen Jakobs, die in ihrem Gebiet wohnten, umzubringen, und begannen sofort damit.

3Judas griff darauf die Nachkommen Esaus im Gebiet von Akrabattene in Idumäa an. Sie hatten Israel von Süden her in der Zange. Judas brachte ihnen eine schwere Niederlage bei und plünderte sie aus.

4Dann rechnete er mit den Beonitern ab. Sie waren eine ständige Gefahr für das Volk, weil sie immer wieder Leute auf offener Straße überfielen. 5Jetzt wurden sie in ihren befestigten Stützpunkten eingeschlossen und belagert. Judas ließ den Bann an ihnen vollstrecken: Ihre Raubnester wurden angezündet, sodass sie alle in den Flammen umkamen.

6Danach ging er gegen die Ammoniter vor. Sie hatten ein starkes Heer unter der Führung eines gewissen Timotheus aufgestellt. 7In zahlreichen Gefechten gelang es Judas, die Feinde völlig aufzureiben. 8Er eroberte auch die Stadt Jaser mit den zugehörigen Ortschaften. Dann kehrte er nach Judäa zurück.

Hilferufe aus Gilead und Galiläa

9Die Bevölkerung im Bergland Gilead tat sich zusammen und war entschlossen, alle aus dem Volk Israel in diesem Gebiet auszurotten. Die Juden konnten sich aber in die Festung Datema flüchten 10und einen Brief an Judas und seine Brüder schicken. Sie schrieben:

»Die Leute, unter denen wir leben, sind entschlossen, uns auszurotten. 11Ein Heer unter der Führung von Timotheus steht bereit und will die Festung Datema erobern, in die wir uns geflüchtet haben. 12Viele von uns sind schon gefallen. Kommt und befreit uns! 13Im Gebiet von Tubi hat man bereits alle jüdischen Männer umgebracht; etwa 1000 an der Zahl. Ihre Frauen und Kinder hat man gefangen genommen, all ihren Besitz geraubt.«

14Judas und seine Brüder hatten den Brief noch nicht zu Ende gelesen, da trafen Boten aus Galiläa ein und meldeten Ähnliches auch von dort. Als Zeichen des Entsetzens hatten sie ihre Kleider zerrissen. 15Sie sagten: »Auch in Ptolemaïs, Tyrus und Sidon und in ganz Galiläa sind sich alle einig geworden, uns auszurotten.«

16Auf diese Schreckensnachrichten hin ließen Judas und seine Kriegsleute eine große Volksversammlung einberufen, um zu beraten, wie sie ihren bedrohten und verfolgten Brüdern und Schwestern5,16 Wörtlich Brüdern; siehe Sacherklärung. helfen könnten. 17Dann sagte Judas zu Simeon: »Nimm einen Teil der Männer und sieh zu, dass du unsere Brüder und Schwestern in Galiläa rettest. Ich ziehe mit Jonatan nach Gilead.«

18Er ließ Josef, den Sohn Secharjas, und Asarja mit dem Rest des Heeres zum Schutz Judäas zurück 19und gab ihnen die Weisung: »Diese Männer stehen unter eurem Befehl; aber ihr dürft euch während unserer Abwesenheit auf keinen Fall in eine Schlacht mit unseren Feinden verwickeln lassen!« 20Simeon bekam 3000 Mann zugeteilt, um mit ihnen nach Galiläa zu ziehen, und Judas erhielt 8000 Mann für das Unternehmen in Gilead.

Rettung für die Juden in Galiläa und Gilead

(2 Makk 12,10-28)

21Simeon zog also nach Galiläa. In zahlreichen Gefechten besiegte er die Fremden 22und verfolgte sie bis vor die Stadt Ptolemaïs. Die Feinde verloren ungefähr 3000 Mann. Die Waffen und Rüstungen der Gefallenen nahmen die Leute Simeons als Beute mit. 23Simeon brachte die Juden aus Galiläa und Arbatta mit ihren Frauen und Kindern und ihrem ganzen Besitz nach Judäa. Bei allen herrschte großer Jubel.

24Der Makkabäer Judas und sein Bruder Jonatan hatten inzwischen den Jordan überschritten. Sie waren schon drei Tage lang durch die Steppe marschiert, 25als sie auf einen Trupp von Nabatäern stießen, die ihnen freundlich gesinnt waren. Die Nabatäer berichteten ihnen vom Schicksal ihrer Brüder, der Juden im Gebiet von Gilead. 26Viele von ihnen würden in den großen befestigten Städten des Landes, in Bozra, Bosor, Alema, Kaspin, Maked und Karnajim, gefangen gehalten, 27manche auch in den kleineren Städten, und am folgenden Tag sollten die jüdischen Festungen gestürmt werden. So wolle man mit einem Schlag alle Juden Gileads zugleich vernichten.

28Auf diese Nachricht hin machte Judas mit seinem Heer sofort kehrt und marschierte durch die Steppe nach Bozra. Er nahm die Stadt ein, ließ alle männlichen Einwohner niedermachen, die Waffen und Rüstungen als Beute einsammeln und die Stadt in Brand stecken.

29Noch in der Nacht zog er weiter und erreichte mit seinen Leuten die Festung Datema. 30Im Morgengrauen sahen sie das riesige Heer der Belagerer vor sich. Soldaten schleppten Sturmleitern heran, brachten Belagerungsmaschinen in Stellung und machten sich daran, die Festung zu stürmen.

31Judas sah, dass der Kampf schon begonnen hatte. Das Schreien der Belagerten und der durchdringende Ton ihrer Trompeten stiegen wie ein Hilferuf zum Himmel. 32Er rief seinen Leuten zu: »Heute gilt es, für unsere Brüder zu kämpfen!« 33Er teilte das Heer in drei Gruppen ein. Die Trompeten wurden geblasen und mit lauten Gebetsrufen rückten sie vor und griffen den Feind von hinten an.

34Als die Soldaten im Heer von Timotheus erkannten, dass sie es mit dem Makkabäer zu tun hatten, ergriffen sie die Flucht und Judas und seine Leute brachten ihnen eine schwere Niederlage bei. Auf der Seite der Feinde fielen an diesem Tag etwa 8000 Mann.

35Darauf wandte sich Judas der Stadt Alema zu. Er griff sie an, eroberte sie, ließ die männlichen Einwohner niedermachen und die Stadt plündern und in Brand stecken. 36Danach wurden auch die Städte Kaspin, Maked und Bosor und alle anderen Städte Gileads von Judas eingenommen.

37Timotheus sammelte jedoch ein neues Heer und schlug gegenüber von Rafon sein Lager auf. Nur ein Tal trennte ihn von Judas und seinen Leuten. 38Judas schickte Späher aus, um Genaueres über den Feind zu erfahren. Sie kamen zurück mit der Meldung: »Truppen aus allen Nachbarvölkern sind zu Timotheus gestoßen. Es ist ein ungeheuer großes Heer. 39Auch arabische Hilfstruppen hat er angeworben. Sie haben dort drüben ihr Lager und stehen zum Angriff gegen uns bereit.«

Nun rückte Judas vor, um den Kampf zu eröffnen. 40Als er und seine Männer sich dem reißenden Bach5,40 Das griechische Wort bezeichnet einen Bach, der nur im Winter und Frühjahr Wasser führt. unten im Tal näherten, sagte Timotheus zu den Truppenführern seines Heeres: »Wenn Judas den Bach überschreitet, werden wir ihm nicht gewachsen sein, dann hat er auch die Kraft, uns zu besiegen. 41Wenn er aber Angst bekommt und vorher haltmacht, werden wir den Bach überschreiten und ihn besiegen.«

42Judas kam an den Bach, verteilte am Ufer die Listenführer, die für die Aufstellung des Heeres verantwortlich waren, und schärfte ihnen ein: »Sorgt dafür, dass niemand hier stehen bleibt! Alle müssen hinüber und in den Kampf!« 43Dann ging er selbst als Erster hinüber und alle anderen folgten ihm.

Die Feinde wurden vernichtend geschlagen. Sie warfen ihre Waffen weg und flohen in den Tempel von Karnajim. 44Aber Judas und seine Männer eroberten Karnajim und verbrannten den Tempel samt allen, die dort Zuflucht gesucht hatten. Mit der Eroberung dieser Stadt war auch der letzte Widerstand im Gebiet von Gilead gebrochen.

45Nun sammelte Judas alle Leute von Israel, die im Gebiet von Gilead gelebt hatten, um sie nach Judäa mitzunehmen, Vornehme wie Geringe, die Männer samt den Frauen und Kindern und mit ihrer ganzen beweglichen Habe. Es war eine gewaltige Menge.

46Der Zug setzte sich in Bewegung und kam bis nach Efron. Die große und stark befestigte Stadt war weder rechts noch links zu umgehen, der einzige Weg führte mitten durch sie hindurch. 47Aber die Leute von Efron wollten die Juden nicht durchziehen lassen und versperrten die Stadttore mit Steinblöcken. 48Judas schickte Unterhändler zu ihnen mit der Bitte: »Wir sind auf dem Weg in unsere Heimat; lasst uns durch eure Stadt ziehen! Keiner wird euch etwas zuleide tun; wir wollen nur durchziehen.« Aber die Bewohner der Stadt weigerten sich, die Tore zu öffnen.

49Darauf ließ Judas im ganzen Heer ausrufen, die Männer sollten sich zum Kampf bereit machen, jeder, wo er gerade war. 50Alle machten sich bereit und Judas griff die Stadt an. Der Kampf dauerte den ganzen Tag und auch die folgende Nacht hindurch, dann war die Stadt in ihrer Hand. 51Die männlichen Einwohner wurden mit dem Schwert getötet, die Stadt wurde geplündert und dem Erdboden gleichgemacht.

Über die Leichen der Erschlagenen hinweg setzten die Leute von Israel ihren Weg fort. 52Sie überquerten den Jordan in der weiten Talebene von Bet-Schean. 53Judas sorgte dafür, dass alle beisammenblieben und keiner den Anschluss verlor. Auf dem ganzen Weg ermunterte er die Leute zum Durchhalten, bis sie Judäa erreichten. 54Mit Jubelrufen zogen sie den Berg Zion hinauf. Alle waren heil zurückgekehrt, nicht einer hatte den Tod gefunden. Zum Dank dafür brachten sie Gott im Tempel Brandopfer.

Die wahren Führer Israels

55Als Judas und Jonatan noch im Bergland Gilead waren und ihr Bruder Simeon in Galiläa vor Ptolemaïs stand, 56hatten Josef und Asarja, die Truppenführer in Judäa, von den kühnen Taten gehört, die sie dort vollbrachten. 57Darauf beschlossen sie, gleichfalls Krieg zu führen und die Fremden in der Nachbarschaft von Judäa anzugreifen. »Auch wir wollen uns einen Namen machen!«, sagten sie.

58Sie ließen also die Männer, die ihrem Befehl unterstellt waren, gegen die Stadt Jamnia ziehen. 59Aber Gorgias und seine Leute kamen ihnen aus der Stadt entgegen und griffen sie an. 60Josef und Asarja mussten fliehen und wurden bis an die Grenze Judäas verfolgt. An diesem Tag fielen etwa 2000 Männer aus dem Volk Israel.

61Diese schwere Niederlage musste Israel hinnehmen, weil Josef und Asarja auf Heldentaten aus gewesen waren, statt auf Judas und seine Brüder zu hören. 62Die beiden stammten nicht aus der Familie, deren Männer von Gott dazu bestimmt waren, Israel zu befreien. 63Der heldenhafte Judas und seine Brüder standen dagegen in höchstem Ansehen überall in Israel und auch im Ausland. Aus allen Völkern, die von ihnen hörten, 64fanden sich Leute ein, die sie zu ihren Taten beglückwünschten.

65Judas und seine Brüder gingen nun nochmals gegen die Idumäer im Süden vor und eroberten die Stadt Hebron mit den Ortschaften, die dazugehören. Die Befestigungen der Stadt wurden geschleift und ihre Türme verbrannt. 66Dann zogen sie weiter in das Land der Philister. Als das Heer auf dem Weg dorthin an der Stadt Marescha vorbeikam, 67mussten einige Priester ihr Leben lassen. Sie hatten leichtfertig einen Angriff gewagt, nur weil sie eine Heldentat vollbringen wollten. 68Judas zog weiter in das Gebiet von Aschdod. Dort zerstörte er die Altäre der Philister, verbrannte die Standbilder ihrer Götter und plünderte ihre Städte. Dann kehrte er nach Judäa zurück.

6

Das Ende von Antiochus IV. Epiphanes. Sein Nachfolger Antiochus V.

(2 Makk 1,11-17; 9,1-29)

61Während König Antiochus6,1 Antiochus IV. Epiphanes (vgl. 1,10). die östlichen Länder seines Reiches durchzog, wurde ihm gesagt, die Stadt Elymaïs in Persien sei berühmt wegen ihres Reichtums an Gold und Silber. 2Besonders reich sei ihr Tempel; dort habe Alexander, der Sohn Philipps von Mazedonien, der erste König der Griechen, goldene Schilde, Rüstungen und Waffen als Weihegaben zurückgelassen. 3Antiochus wollte die Stadt einnehmen und plündern; aber die Einwohner hatten von seinen Absichten erfahren 4und traten gegen ihn zum Kampf an. Der König musste fliehen. Enttäuscht und verärgert machte er sich auf den Rückweg nach Babylon.

5Noch in Persien kam ein Bote zu ihm und meldete, das nach Judäa geschickte Heer sei in die Flucht geschlagen worden. 6Daraufhin sei Lysias selbst an der Spitze eines starken Heeres gegen die Israeliten angetreten, habe aber gleichfalls vor ihnen fliehen müssen. Die Männer Israels seien erheblich stärker geworden durch die Waffen und Rüstungen, die sie bei den geschlagenen Heeren erbeutet hätten. 7Sie hätten auch den neuen Altar, den der König oben auf dem großen Brandopferaltar im Tempel von Jerusalem habe errichten lassen, wieder abgerissen und das Heiligtum wie früher ringsum durch hohe Mauern befestigt. Auch die Stadt Bet-Zur hätten sie besetzt und zur Festung ausgebaut.

6,7
1,54

8Als der König das hörte, erschrak er und war ganz erschüttert. Er fiel auf sein Lager und wurde krank vor Schmerz darüber, dass er seine Ziele nicht erreicht hatte. 9Viele Tage lag er so da und bekam immer neue Anfälle tiefer Schwermut. Er merkte, dass es mit ihm zu Ende ging.

10Da ließ er den Kreis seiner Freunde kommen und sagte: »Ich kann nicht mehr schlafen. Die Sorgen haben mir das Herz gebrochen. 11Ich habe mich gefragt, wie ich nur in solche Not und Bedrängnis geraten konnte. Ich war doch während meiner ganzen Regierungszeit ein Wohltäter der Menschen und bei allen beliebt. 12Da fielen mir die schlimmen Untaten ein, die ich in Jerusalem verübt habe: Ich raubte dort die silbernen und goldenen Tempelgeräte und gab ohne Grund den Befehl, die Bewohner Judäas auszurotten. 13Jetzt habe ich begriffen: Das ist der Grund, warum dieses Unglück über mich gekommen ist. Deshalb muss ich hier fern von meinem Land in tiefer Verzweiflung sterben.«

14Er ließ Philippus, einen seiner Freunde, herantreten und vertraute ihm die Regierung an. 15Er übergab ihm Krone, Königsmantel und Siegelring und beauftragte ihn, für seinen Sohn Antiochus6,15 Antiochus V. (164–162 v.Chr.). zu sorgen und ihn zu erziehen, bis er die Herrschaft übernehmen könne. 16Dann starb Antiochus dort in Persien im 149. Jahr der griechischen Herrschaft.6,16 164/163 v.Chr. (genauer: Ende 164).

6,16
Dan 8,25

17Bisher war Lysias mit der Erziehung des jungen Antiochus betraut gewesen. Als er in Antiochia vom Tod des Königs erfuhr, setzte er sofort den Sohn des Verstorbenen als Herrscher ein und gab ihm den Beinamen Eupator (Sohn eines edlen Vaters).

6,17
2 Makk 10,10

Die Israeliten belagern die Festung von Jerusalem

18Die Besatzung der Festung in Jerusalem schloss das Volk, das sich im Tempel versammelte, von allen Seiten ein. Die Soldaten suchten den Leuten von Israel zu schaden, wo sie nur konnten, und bildeten einen festen Stützpunkt der fremden Macht.

6,18-20
11,20
12,36
13,2149
19Judas beschloss, dem ein Ende zu machen, und bot alle wehrfähigen Männer zur Belagerung der Festung auf. 20Als alle sich gesammelt hatten, begannen sie mit der Belagerung im 150. Jahr der griechischen Herrschaft.6,20 163/162 v.Chr. Sogar Belagerungstürme und Wurfmaschinen wurden gebaut.

21Einigen von der Besatzung gelang es, den Belagerungsring zu durchbrechen. Ein paar Verräter aus den Reihen der Israeliten schlossen sich ihnen an, 22gingen mit ihnen zum König und sagten: »Wie lange willst du noch damit warten, uns Recht zu verschaffen und Rache zu nehmen für das, was man unseren Brüdern angetan hat? 23Wir haben deinem Vater treu gedient, haben die Lebensweise angenommen, die er uns vorschrieb, und seine Anordnungen befolgt. 24Was haben wir nun davon? Unsere eigenen Mitbürger6,24 Einige Handschriften fügen hinzu: belagern die Festung und. betrachten uns als Feinde. Jeden von uns, den sie finden konnten, haben sie umgebracht und sein Hab und Gut geraubt. 25Aber nicht nur gegen uns, ihre Mitbürger, sind sie vorgegangen, nein, auch alle Nachbarvölker haben sie angegriffen. 26Und jetzt belagern sie die Festung in Jerusalem und wollen sie einnehmen. Außerdem haben sie den Tempel in Jerusalem und die Stadt Bet-Zur zu Festungen ausgebaut. 27Wenn du nicht sofort etwas unternimmst, werden sie noch Schlimmeres anrichten und du wirst sie nicht mehr aufhalten können.«

Lysias und der junge König kommen nach Judäa

(2 Makk 13,1-17)

28Der König geriet in Wut, als er das hörte, und rief den ganzen Kreis seiner Freunde zusammen: die Befehlshaber des Heeres und der Reiterverbände. 29Außer deren Truppen wurden auch noch Scharen von Söldnern aus anderen Königreichen und von den Mittelmeerinseln aufgeboten. 30Am Ende hatte Antiochus ein Heer von 100000 Mann zu Fuß, 20000 Reitern sowie zweiunddreißig Kriegselefanten beisammen.

31Er rückte durch das Gebiet von Idumäa heran und belagerte als erste Stadt Judäas Bet-Zur. Der Kampf zog sich lange hin. Die Gegner wollten auch Belagerungsmaschinen einsetzen, aber die Belagerten machten einen Ausfall und steckten die Maschinen in Brand. So leisteten sie heldenhaft Widerstand.

Die Schlacht bei Bet-Sacharja

32Nun brach Judas die Belagerung der Festung in Jerusalem ab und schlug bei Bet-Sacharja sein Lager auf, um dem königlichen Heer entgegenzutreten. 33Der König aber ließ am nächsten Morgen in aller Frühe den größeren Teil seines Heeres aufbrechen und in einem Eilmarsch nach Bet-Sacharja ziehen. Dort stellten sich die Truppen in Schlachtordnung auf.

Die Kriegstrompeten wurden geblasen 34und die Elefanten mit Wein und vergorenem Maulbeersaft wild gemacht für den Kampf. 35Die Tiere wurden auf die einzelnen Abschnitte der Schlachtreihe verteilt. Auf einen Elefanten kamen je 1000 Soldaten zu Fuß, ausgerüstet mit Kettenhemden und bronzenen Helmen. Jedem Elefanten waren außerdem 500 ausgesuchte Reiter zugeordnet. 36Diese und ihre Pferde waren darauf eingespielt, zusammen mit den Elefanten zu kämpfen und nicht von ihrer Seite zu weichen.

37Auf dem Rücken jedes Elefanten war ein starker Holzturm befestigt. In ihm befanden sich gut geschützt jeweils vier Soldaten, die von dort oben aus in den Kampf eingriffen, und dazu der Inder, der das Tier lenkte. 38Die übrigen Reiterverbände waren am rechten und linken Flügel der Schlachtreihe aufgestellt. Dort konnten sie den Feind in der Flanke angreifen und gleichzeitig die eigenen Reihen gegen solche Angriffe schützen.

39Als die Sonne auf die goldenen und bronzenen Schilde schien und das Licht sich in ihnen brach, ließ der Widerschein die Berge aufleuchten wie brennende Fackeln. 40Ein Teil des königlichen Heeres hatte sich am Berghang aufgestellt, der andere darunter in der Ebene. Jetzt rückten sie sicher und geordnet heran. 41Beim Stampfen ihrer Füße und dem Klirren ihrer Waffen erzitterte jeder, der es hörte. Es war ein riesiges, furchterregendes Heer.

42Judas und seine Leute zogen den Feinden entgegen und nahmen den Kampf auf. 600 Soldaten des Königs mussten ihr Leben lassen. 43Eleasar mit dem Beinamen Awaran bemerkte einen Elefanten, der alle anderen überragte und besonders prächtig gepanzert war. Deshalb glaubte Eleasar, der König selbst sitze darauf. 44Um sein Volk zu retten und sich für alle Zeit einen Namen zu machen, war er entschlossen, sein Leben zu opfern. 45Mutig lief er auf den Elefanten zu, mitten hinein in die feindlichen Reihen. Mit tödlichen Schwerthieben nach rechts und nach links schlug er sich eine Bresche frei. 46Dann sprang er unter den Elefanten und brachte ihm eine tödliche Wunde bei. Das Tier brach zusammen, fiel auf ihn und erdrückte ihn.

47Aber die Männer Israels sahen, dass sie gegen die Übermacht und den Kampfgeist der königlichen Truppen nichts ausrichten konnten, und zogen sich zurück.

Der Zionsberg wird belagert

(2 Makk 13,18-23)

48Die Soldaten des Königs marschierten nach Jerusalem hinauf, um Judas und seine Leute dort zum Kampf zu stellen. Auch der König selbst kam mit dem anderen Teil des Heeres und schlug vor dem Berg Zion ein Lager auf.

49Mit der Besatzung von Bet-Zur hatte er Frieden geschlossen und ihr freien Abzug gewährt. Die Verteidiger hatten sich ergeben müssen, weil gerade ein Sabbatjahr war und die Lebensmittelvorräte in der Stadt nicht ausgereicht hatten, um eine längere Belagerung durchzustehen. 50Der König hatte Bet-Zur in Besitz genommen und eine Abteilung Soldaten dort zurückgelassen.

51Die Belagerung des Tempels zog sich lange Zeit hin. Der König ließ Belagerungstürme und Wurfmaschinen einsetzen, Schleudern für Brandgeschosse und für Steine, dazu Pfeilgeschütze. 52Aber auch die Belagerten bauten solches Kriegsgerät und setzten es dem ihrer Feinde entgegen. So wehrten sie sich lange und mit Erfolg.

53Doch in den Vorratsräumen des Tempels gab es bald keine Lebensmittel mehr. Das Jahr war ein Sabbatjahr und der Rest der Rücklagen vom Vorjahr war an die jüdischen Mitbürger ausgegeben worden, die sich vor den Verfolgungen im angrenzenden Ausland nach Judäa gerettet hatten. 54Der Hunger setzte den Belagerten so zu, dass die meisten sich davonmachten und in ihre Heimatorte zurückkehrten. Nur wenige blieben im Tempel.

Frieden mit Lysias und Antiochus V.

(2 Makk 11,13-15)

55-56Da hörte Lysias, dass Philippus Persien und Medien verlassen habe und mit dem Heer, das König Antiochus in den Osten mitgenommen hatte, im Anmarsch sei, um die Regierung des Reiches zu übernehmen. Der König hatte vor seinem Tod Philippus den Auftrag gegeben, seinen Sohn Antiochus6,55-56 Antiochus V.; siehe Verse 14-16. zu erziehen und an die Macht zu bringen.

57Lysias entschloss sich, die Belagerung sofort zu beenden und abzuziehen. Dem jungen König und den Offizieren und Mannschaften erklärte er: »Unsere Lage wird von Tag zu Tag schwieriger. Wir haben wenig zu essen und der Ort, den wir belagern, ist stark befestigt. Wir haben im Interesse des Reiches jetzt wichtigere Aufgaben zu erfüllen. 58Reichen wir doch diesen Männern die Hand und schließen wir Frieden mit ihnen und ihrem ganzen Volk. 59Gestatten wir ihnen, nach ihren eigenen Gesetzen und Bräuchen zu leben, so, wie sie es früher taten. Alle Schwierigkeiten, die wir mit diesem Volk haben, rühren doch nur daher, dass wir ihm nicht erlauben wollten, nach seinen Gesetzen und Bräuchen zu leben.«

60Der König und die Offiziere waren mit Lysias’ Vorschlag einverstanden. Den Belagerten wurde ein Friedensangebot gemacht und sie nahmen es an. 61Nachdem der König und seine Offiziere noch mit einem Eid versichert hatten, sich an alle vereinbarten Punkte zu halten, räumten die Belagerten ihre Festung.

62Darauf betrat der König den Berg Zion. Als er sah, wie gut der Tempelbezirk befestigt war, brach er sein Wort und ließ gegen die Vereinbarungen die Mauer ringsum einreißen. 63Dann zog er ab und kehrte in Eilmärschen nach Antiochia zurück. Philippus hatte schon von der Stadt Besitz ergriffen. Der junge König eröffnete den Kampf gegen ihn und eroberte die Stadt.