Gute Nachricht Bibel (GNB)
7

Salomo baut sich einen Königspalast

71An seinem eigenen Haus, der Palastanlage, baute Salomo dreizehn Jahre, bis alles vollendet war.

2Er baute eine große Halle, die der »Libanonwald« genannt wurde. Sie war 50 Meter lang, 25 Meter breit und 15 Meter hoch. Ihre Decke wurde von vier Reihen von Zedernsäulen getragen, auf denen Zedernbalken ruhten. 3Im Obergeschoss befanden sich 45 abgeteilte Räume,7,3 Räume: Deutung unsicher. die mit Zedernbrettern gedeckt waren, je 15 in einer Reihe. 4Die Halle hatte an den beiden Seitenwänden drei übereinanderliegende Reihen von je drei Fenstern, die sich genau gegenüberstanden. 5An den Schmalseiten waren je drei einander gegenüberliegende Türen,7,5 Türen mit G; H Fenster. Die Deutung des Verses ist ganz unsicher. deren Rahmen vierfach abgestuft waren.

6Weiter baute Salomo die »Säulenhalle«, 25 Meter lang und 15 Meter breit. Sie hatte eine Vorhalle, deren Dach ebenfalls von Säulen getragen wurde.7,6 Es folgt noch und ... davor. Die Bedeutung des ausgelassenen Wortes ist unbekannt. 7Außerdem baute er die »Thronhalle«, sie war vom Boden bis zur Decke mit Zedernholz getäfelt. Sie hieß auch Gerichtshalle, weil der König hier Gericht hielt. 8Salomos Wohnhaus lag hinter der Thronhalle in einem anderen Hof. Es war in derselben Bauweise errichtet, und ebenso das Haus für die ägyptische Königstochter, die Salomo geheiratet hatte.

7,8
3,1

9Alle diese Gebäude waren aus besten Quadersteinen aufgeführt, die auf der Außen- und Innenseite mit der Steinsäge geschnitten waren.7,9 Es folgt noch vom Fundament bis zu ... (?) und von außen bis zum großen Hof. 10Die Fundamente bestanden aus mächtigen Steinblöcken, teils fünf, teils vier Meter lang. 11Darauf erhoben sich Mauern aus Quadersteinen, zwischen denen Balken aus Zedernholz eingefügt waren.

12Der große Hof um die Palastgebäude war von einer Mauer eingefasst, die abwechselnd aus drei Lagen behauener Steine und einer Lage Zedernbalken aufgeführt war. In derselben Bauweise waren auch die Mauer um den inneren Vorhof des Tempels sowie die Vorhalle des Tempels errichtet worden.

Berufung des Bronzegießers Hiram

13-14König Salomo ließ aus Tyrus einen Bronzegießer namens Hiram kommen. Er war der Sohn einer Witwe aus dem Stamm Naftali, sein Vater war ein Tyrer gewesen. Er war ein begabter und erfahrener Künstler und konnte jede Art von bronzenen Gegenständen herstellen. Er folgte dem Ruf Salomos und übernahm die Leitung der Bronzearbeiten.

7,13-14
2 Chr 2,12-13

Bronzearbeiten für den Tempel: die beiden Säulen

(2 Chr 3,15-17)

15Hiram goss zwei Säulen aus Bronze, jede neun Meter hoch; der Umfang des Säulenschafts betrug sechs Meter. 16Oben auf jede Säule setzte er ein bronzenes Kapitell von zweieinhalb Meter Höhe. 17Die Kapitelle waren mit Reihen von kettenartigen Bändern überzogen, je sieben an jedem Kapitell. 18-22Um jedes Kapitell zogen sich über den Bändern rundherum je zwei Girlanden von bronzenen Granatäpfeln, zweihundert an jeder Säule. Das Ganze sah aus wie ein Blütenkelch.7,18-22 Es folgt noch die Maßangabe 4 Ellen (= 2 m). Die Beschreibung der Kapitelle ist insgesamt nur vermutungsweise wiederzugeben.

Als Hiram die Arbeit vollendet hatte, wurden die Säulen vor der Eingangshalle des Tempels aufgestellt; die rechte bekam den Namen Jachin (Er richtet auf), die linke den Namen Boas (In ihm ist Stärke).

Das große bronzene Becken

(2 Chr 4,2-5)

23Dann machte Hiram ein großes rundes Bronzebecken, das »Meer«. Sein Durchmesser betrug fünf Meter, sein Umfang fünfzehn Meter und seine Höhe zweieinhalb Meter. 24Auf der Außenseite war es unterhalb des Randes mit zwei Reihen von Flaschenkürbissen verziert, die mit dem Becken aus einem Guss waren; auf einen halben Meter kamen zehn kleine Kürbisse.

25Das Becken wurde von zwölf Rindern getragen, die in Dreiergruppen angeordnet waren; jede Gruppe schaute in eine andere Himmelsrichtung.

26Der Rand des Beckens war nach außen gewölbt wie bei einem Kelch oder einer Wasserlilie. Das Metall war etwa eine Handbreite dick.

Das Becken fasste über 40000 Liter.7,26 Hebräische Maßangabe 2000 Bat (1 Bat = 6 Hin).

Die bronzenen Kesselwagen

27Außerdem machte Hiram zehn fahrbare Gestelle aus Bronze.7,27 Die folgende Beschreibung ist zum Teil nur vermutungsweise wiederzugeben (vor allem Vers 28 und die Maßangaben in Vers 31). Jedes war zwei Meter lang, zwei Meter breit und eineinhalb Meter hoch.

28Sie hatten auf allen vier Seiten eine Anzahl von waagrechten bronzenen Leisten, die durch senkrechte Querleisten verbunden waren. 29Auf den mittleren Leisten waren Löwen, Rinder und Kerubim abgebildet, die oben und unten von gehämmerten Kränzen eingefasst waren.

30Jedes Gestell hatte zwei Achsen und vier Räder aus Bronze. Von den vier Eckpfosten gingen unten Streben aus, die mit der untersten verzierten Leiste verbunden waren.

31Der ringförmige Aufsatz, der den Kessel trug, war 75 Zentimeter hoch und ragte über das Gestell hinaus; er war ebenfalls verziert. Er ruhte auf einem viereckigen Rahmen.

32Die vier Räder reichten nicht bis an die Leisten des Rahmens heran; sie waren 75 Zentimeter hoch. Die kurzen Achsen der Räder waren fest mit dem Gestell verbunden. 33Die Räder waren wie die Räder von Streitwagen; alle Teile – Achsen, Felgen, Speichen und Naben – waren aus Bronze gegossen.

34An den vier Eckpfosten des Gestells waren Streben angebracht, die mit dem übrigen Gestell aus einem Guss waren. 35Der ringförmige Aufsatz auf dem Gestell ragte 25 Zentimeter darüber hinaus und wurde durch Halter am Gestell getragen. Der Rahmen, auf dem er ruhte, war fest mit ihm verbunden. 36Auf dem Rahmen und den Haltern waren Kerubim, Löwen und Palmen eingraviert und ringsum waren Kränze angebracht.

37Alle zehn Gestelle waren völlig gleich. Hiram machte sie nach demselben Plan und Maß und aus der gleichen Gussform.

38Dann machte er für jedes Gestell einen bronzenen Kessel mit einem Durchmesser von zwei Metern, der 840 Liter7,38 Hebräische Maßangabe 40 Bat (1 Bat = 6 Hin). fasste. 39Fünf der Kesselwagen erhielten ihren Platz auf der Südseite des Tempelhauses, die übrigen fünf auf der Nordseite. Das große Becken wurde an der Südostecke aufgestellt.

Zusammenfassende Liste der Geräte für den Tempel

(2 Chr 4,11–5,1)

40-45Im Auftrag König Salomos fertigte Hiram alle diese Arbeiten für den Tempel des Herrn an. Jedes Stück war aus Bronze gegossen und die Oberfläche war anschließend poliert worden. Hier ist ein vollständiges Verzeichnis aller Stücke:

2 Säulen

2 becherförmige Kapitelle für die Säulen

2 Geflechte von Bändern für die Kapitelle

400 Granatäpfel, aufgehängt über den Bändern jedes Kapitells in zwei Reihen zu je hundert

10 fahrbare Gestelle

10 Kessel zum Einsetzen in die Gestelle

das große Becken

12 Rinder als Untersatz des Beckens

außerdem Schalen zum Auffangen des Blutes sowie Schaufeln und Kübel zum Beseitigen der Asche

46Der König ließ alle diese Stücke im Jordantal in den mächtigen Tonablagerungen zwischen Sukkot und Zaretan gießen. 47Weil es so viele Stücke waren, verzichtete er darauf, das Gewicht der verarbeiteten Bronze festzustellen.

48-50Salomo ließ auch die heiligen Geräte für den Tempel des Herrn herstellen:

den Räucheraltar

den Tisch für die geweihten Brote

die zehn Leuchter, je fünf rechts und fünf links vor dem Allerheiligsten

die blütenförmigen Aufsätze der Leuchter, die Lichtschalen und Dochtscheren

die Schüsseln, Lichtmesser, Blutschalen, Löffel und Kohlenbecken

die Angeln für die Tür zum Allerheiligsten und für die Eingangstür des Tempels

Alle diese Gegenstände wurden aus Gold gefertigt.

51Nachdem König Salomo den Tempel und seine Ausstattung vollendet hatte, brachte er die Gaben, die sein Vater David dem Herrn geweiht hatte, herbei. Das Silber und das Gold und alle Geräte kamen in die Schatzkammern des Tempels.

8

Der Tempel als Wohnung Gottes

(2 Chr 5,2–6,2)

81Nun ließ König Salomo die Ältesten Israels, die Vertreter aller Stämme und Sippen, zu sich nach Jerusalem kommen. Sie sollten die Bundeslade des Herrn von der Davidsstadt auf dem Zionsberg in den Tempel hinaufbringen.

8,1
2 Sam 6,12-17
2Auch alle Männer Israels kamen deshalb am Laubhüttenfest im siebten Monat, dem Monat Etanim, zu König Salomo.
8,2
Ex 23,16

3Als die Ältesten versammelt waren, hoben die Priester die Bundeslade auf ihre Schultern 4und trugen sie zum Tempel hinauf. Mithilfe der Leviten brachten sie auch das Heilige Zelt und alle seine Geräte dorthin. 5König Salomo und die ganze Festgemeinde opferten vor der Bundeslade eine große Menge Schafe und Rinder, mehr als man zählen konnte.

6Dann brachten die Priester die Lade des Herrn an den vorgesehenen Platz im hintersten Raum des Tempels, dem Allerheiligsten. Sie stellten sie unter die Flügel der Kerubim.

8,6-7
6,23-28
7Die Kerubim hielten nämlich ihre Flügel über der Lade ausgebreitet und überspannten damit die Lade samt ihren Tragstangen. 8-9Die Tragstangen waren so lang, dass ihre Enden nur zu sehen waren, wenn jemand direkt vor der Tür zum Allerheiligsten stand; vom Hauptraum des Heiligtums aus waren sie nicht zu sehen.

In der Lade waren nur die beiden Steintafeln, die Mose am Berg Horeb hineingelegt hatte. Auf ihnen steht das Gesetz des Bundes, den der Herr mit den Israeliten geschlossen hat, als sie aus Ägypten kamen. Sie befinden sich noch heute dort.

8,8-9
Ex 24,12
Dtn 10,1-5

10Als die Priester den Tempel wieder verließen, erfüllte eine Wolke das ganze Heiligtum.

8,10-11
Ex 40,34-35
11Die Priester konnten ihren Dienst nicht fortsetzen, denn die Herrlichkeit des Herrn erfüllte den Tempel.

12Da betete Salomo: »Herr, du hast gesagt: ›Ich wohne im Wolkendunkel.‹8,12 Ein Teil der alten Übersetzungen überliefert eine längere Fassung des Wortes: Die Sonne hast du, Herr, an den Himmel gesetzt; aber du hast gesagt: ...

8,12
Ps 18,12
97,2
13Darum habe ich dir dieses prächtige Haus gebaut, eine Stätte, an der du für immer wohnen kannst.«
8,13
Ps 132,14

Worte zur Einweihung des Tempels

(2 Chr 6,3-21)

14Dann drehte sich der König um und wandte sich der ganzen Gemeinde Israel zu. Er grüßte alle Versammelten mit einem Segenswunsch. 15Dann sagte er:

»Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Er hat wahr gemacht, was er meinem Vater David versprochen hat, als er sagte: 16›In der ganzen Zeit, seit ich mein Volk Israel aus Ägypten in dieses Land brachte, habe ich in keinem der Stämme Israels eine Stadt erwählt, damit dort ein Wohnsitz für meinen Namen8,16 ein Wohnsitz ...: siehe Anmerkung zu Dtn 12,5. errichtet wird. Aber dich habe ich als Herrscher über mein Volk Israel ausgewählt.‹

17Schon mein Vater David wollte dem Herrn, dem Gott Israels, einen Tempel bauen.

8,17-19
2 Sam 7,1-13
18Aber der Herr sagte zu ihm: ›Ich freue mich über deine Absicht, für mich ein Haus zu bauen. 19Aber nicht du, sondern erst dein Sohn, der dir noch geboren wird, soll mir dieses Haus bauen.‹8,19 für mich und mir: wörtlich meinem Namen (siehe vorige Anmerkung).

20Dieses Versprechen hat der Herr gehalten: Ich bin als Sohn meines Vaters David König geworden und habe den Wohnsitz für den Namen des Herrn, des Gottes Israels, gebaut. 21In diesem Haus hat auch die Lade ihren Platz gefunden, in der die Tafeln des Bundes liegen, den der Herr mit unseren Vorfahren schloss, nachdem er sie aus Ägypten herausgeführt hatte.«

22Dann trat Salomo vor den Augen der ganzen Gemeinde Israel vor den Altar des Herrn, breitete die Arme zum Himmel aus 23und betete:

»Herr, du Gott Israels! Weder im Himmel noch auf der Erde gibt es einen Gott wie dich. Du stehst zu deinem Bund und erweist deine Güte und Liebe allen, die dir mit ungeteiltem Herzen dienen.

8,23
Dtn 4,3539
6,4-5
7,9
24So hast du an deinem Diener, meinem Vater David, gehandelt. Der heutige Tag ist Zeuge dafür, dass du dein Versprechen gehalten hast.

25Herr, du Gott Israels, nun erfülle auch die andere Zusage, die du meinem Vater David, deinem Diener, gegeben hast: dass stets einer aus der Familie Davids auf dem Thron Israels sitzen wird – wenn seine Nachkommen dir nur genauso treu dienen wie er.

8,25
2,4
2 Sam 7,12-16
26Gott Israels, lass doch in Erfüllung gehen, was du meinem Vater David, deinem Diener, versprochen hast!

27Aber bist du nicht viel zu erhaben, um bei uns Menschen zu wohnen? Ist doch selbst der ganze weite Himmel8,27 der ganze ...: wörtlich der Himmel und alle Himmelswelten. zu klein für dich, wie viel mehr dann dieses Haus, das ich gebaut habe.

8,27
2 Chr 2,5
6,18
Jes 66,1
28Herr, mein Gott! Achte dennoch auf mein demütiges Gebet und höre auf die Bitte, die ich heute vor dich bringe: 29Richte deinen Blick Tag und Nacht auf dieses Haus, von dem du gesagt hast: ›Hier soll mein Name wohnen!‹8,29 mein Name wohnen: siehe Anmerkung zu Dtn 12,5. Höre mich, wenn ich von hier aus zu dir rufe,
8,29
Dtn 12,5
30und höre auch die Gebete deines Volkes Israel! Wenn wir an dieser Stätte zu dir rufen, dann höre uns in deiner himmlischen Wohnung! Erhöre uns und vergib uns alle Schuld!«

Der Tempel als Ort des Gebets

(2 Chr 6,22-40)

31»Wenn jemand verdächtigt wird, sich gegen einen anderen vergangen zu haben, und er wird hierher zu deinem Altar gebracht und unter den Fluch gestellt, der ihn im Fall der Schuld treffen soll, 32dann höre du es im Himmel und sorge für Recht: Bestrafe ihn, wenn er schuldig ist, und lass sein böses Tun auf ihn selbst zurückfallen; aber verschone ihn, wenn er schuldlos ist, und lass seine Redlichkeit vor aller Augen offenbar werden!

33Wenn die Israeliten, dein Volk, von Feinden besiegt werden, weil sie dir nicht gehorcht haben, und sie wenden sich dir wieder zu, preisen deinen Namen und bitten hier in deinem Haus um Erbarmen, 34dann höre du es im Himmel: Vergib deinem Volk seine Schuld und bringe es wieder in das Land zurück, das du ihren Vorfahren gegeben hast!

35Wenn kein Regen auf das Land fällt, weil seine Bewohner dir nicht gehorcht haben, und sie erkennen deine strafende Hand, kehren um und beten zu dir, wenden sich diesem Haus zu und preisen deinen Namen, 36dann höre du es im Himmel: Vergib deinem Volk und seinen Königen ihre Schuld, zeige ihnen, was sie tun sollen, und lass es wieder regnen auf das Land, das du deinem Volk als bleibenden Besitz gegeben hast!

37Wenn im Land eine Hungersnot ausbricht, wenn das Getreide durch Glutwinde, Krankheiten oder Schädlinge vernichtet wird, wenn der Feind ins Land einfällt oder Seuchen wüten, 38dann höre das Gebet, das ein einzelner Mensch oder dein ganzes Volk an dich richtet. Wenn irgendjemand in der Not seines Herzens seine Arme betend zu diesem Haus hin ausbreitet, 39dann höre du ihn in deiner himmlischen Wohnung: Vergib ihm seine Schuld und hilf ihm! Doch handle so, wie es jeder verdient. Du kennst ja die verborgensten Gedanken der Menschen und siehst ihnen ins Herz.

8,39
1 Sam 16,7
Spr 15,11
40Dann werden sie dich stets ernst nehmen, die ganze Zeit, die sie in dem Land leben, das du unseren Vorfahren gegeben hast.

41-42Wenn ein Ausländer, der nicht zu deinem Volk Israel zählt, der aber gehört hat, was für Taten du mit starker Hand und ausgestrecktem Arm für dein Volk vollbracht hast – wenn solch ein Mensch aus einem fernen Land kommt und im Anblick dieses Hauses zu dir betet, 43dann höre ihn in deiner himmlischen Wohnung und erfülle seine Bitten! Alle Völker auf der Erde werden dann erkennen, dass du der wahre Gott bist, und werden dich genauso ehren, wie dein Volk Israel es tut. Und sie werden erkennen, dass du von diesem Haus, das ich für dich gebaut habe, Besitz ergriffen hast.

44Wenn dein Volk in deinem Auftrag gegen Feinde in den Kampf zieht und dabei in der Ferne zu dir betet, den Blick zu der Stadt gerichtet, die du dir erwählt hast, und zu dem Haus, das ich deinem Namen8,44 Siehe Anmerkung zu Dtn 12,5 (auch für Vers 48). gebaut habe, 45dann höre sein Gebet im Himmel und verhilf ihm zu seinem Recht!

46Vielleicht kommt es auch so weit, dass die Israeliten sich gegen dich auflehnen – es gibt ja niemand, der nicht schuldig wird – und du dann zornig wirst und sie ihren Feinden preisgibst, die sie in ein fremdes Land verschleppen, in der Nähe oder in der Ferne. 47Dort kommen sie vielleicht zur Einsicht und wenden sich dir zu und bekennen vor dir: ›Wir haben Unrecht getan, wir haben dir nicht gehorcht.‹ 48Und wenn sie dann von ganzem Herzen zu dir umkehren und dort zu dir beten, den Blick gerichtet zu dem Land, das du ihren Vorfahren gegeben hast, zu der Stadt, die du dir erwählt hast, und zu dem Haus, das ich deinem Namen gebaut habe,

8,48
Dan 6,11
49dann höre ihr Gebet in deiner himmlischen Wohnung und verhilf ihnen zu ihrem Recht! 50Vergib ihnen alles, was sie gegen dich getan und womit sie sich gegen dich aufgelehnt haben. Verhilf ihnen dazu, dass ihre Feinde mit ihnen Erbarmen haben. 51Sie sind doch dein Eigentum; sie sind dein Volk, das du aus Ägypten, aus diesem glühenden Schmelzofen, herausgeführt hast!
8,51
Dtn 4,20

52Sieh freundlich auf mich und auf dein ganzes Volk, Herr! Hilf uns, sooft wir in der Not zu dir rufen! 53Du hast doch die Israeliten aus allen Völkern der Welt als dein Eigentum ausgewählt. Das hast du ihnen durch Mose, deinen Diener und Bevollmächtigten, sagen lassen, als du unsere Vorfahren aus Ägypten herausgeführt hast, Herr, du mächtiger Gott!«

8,53
Ex 19,5-6

Schlussgebet und Ermahnung des Volkes

54Als Salomo sein Gebet beendet und dem Herrn alle diese Bitten vorgetragen hatte, stand er auf; er hatte nämlich beim Beten vor dem Altar des Herrn gekniet und die Arme zum Himmel ausgebreitet. 55Er trat vor die versammelte Gemeinde Israel hin, segnete sie und rief allen zu:

56»Wir wollen den Herrn, unseren Gott, preisen! Er hat Wort gehalten und seinem Volk Israel ein Land geschenkt, in dem es in Frieden leben kann. Die großartige Zusage, die er uns durch seinen Diener Mose gab, hat er Wort für Wort erfüllt; nichts ist ausgeblieben.

8,56
Dtn 12,10
Jos 21,44-45

57Wie er unseren Vorfahren beistand, so stehe er nun auch uns zur Seite! Er möge uns nie verlassen oder verstoßen. 58Er schenke uns ein Herz, das ihm gehorsam ist, damit wir immer nach den Geboten und Weisungen leben, die er unseren Vorfahren gegeben hat.

59Der Herr, unser Gott, möge sich Tag und Nacht an mein Gebet erinnern, an alle Bitten, die ich ihm heute vorgetragen habe. Er möge mir, seinem Diener, und seinem Volk Israel beistehen und uns Recht verschaffen Tag für Tag, wie es jeweils nötig ist. 60Dann werden alle Völker der Welt erkennen, dass der Herr allein Gott ist und sonst niemand. 61Ihr aber sollt mit ungeteiltem Herzen dem Herrn, unserem Gott, angehören und stets nach seinen Geboten und Weisungen leben, wie ihr es heute tut.«

8,61
8,23
Dtn 6,5

Die ersten Feste im Tempel

(2 Chr 7,4-10)

62-63Nun feierte der König zusammen mit der ganzen Festgemeinde die Einweihung des Tempels durch ein großes Opfer. Für das Opfermahl ließ er 22000 Rinder und 120000 Schafe schlachten. 64Weil der Bronzealtar vor dem Haus des Herrn für die Menge der Opfer zu klein war, machte Salomo den ganzen Mittelteil des Vorhofs zum Opferaltar. Dort ließ er die Brand- und Speiseopfer verbrennen und auch die Fettstücke des Mahlopfers.

8,64
Ex 27,1

65Sieben Tage lang feierten sie die Einweihung des Tempels.8,65 So mit G; H hat noch: und sieben Tage, vierzehn Tage lang (vermutlich Angleichung an 2 Chr 7,9). Es war eine riesige Festgemeinde aus ganz Israel versammelt, von Lebo-Hamat im Norden bis zu dem Tal, das die ägyptische Grenze bildet, im Süden.

66Am achten Tag entließ der König das Volk. Die Leute riefen dem König ihre Segenswünsche zu und kehrten nach Hause zurück. Sie waren voll Freude und Dank für alles, was der Herr für seinen Diener David und sein Volk Israel getan hatte.

9

Gott antwortet Salomo

(2 Chr 7,11-22)

91Als Salomo den Tempel des Herrn und den Königspalast sowie alle anderen Bauvorhaben vollendet hatte, 2erschien der Herr ihm ein zweites Mal, wie er ihm einst in Gibeon erschienen war.

9,2
3,5

3Er sagte zu Salomo: »Ich habe dein Gebet erhört. Ich habe diesen Tempel, den du gebaut hast, erwählt und zu einer Stätte gemacht, an der mein Name wohnt für alle Zeiten.9,3 Siehe Anmerkung zu Dtn 12,5. Meine Augen sind stets auf dieses Haus gerichtet, dort ist mein ganzes Herz euch zugewandt.

9,3
8,29
4Und wenn du mir wie dein Vater David treu und aufrichtig dienst und alle meine Gebote befolgst, 5werde ich die Herrschaft deiner Nachkommen über das Volk Israel für alle Zeiten sichern. So habe ich es deinem Vater David versprochen, als ich zu ihm sagte: ›Stets soll einer aus der Familie Davids auf dem Thron Israels sitzen.‹
9,5
2,4
2 Sam 7,12-16

6Wenn sich aber die Israeliten – in dieser oder in einer späteren Generation – von mir abwenden, meinen Geboten nicht mehr gehorchen und anderen Göttern dienen, 7dann werde ich sie aus dem Land vertreiben, das ich ihnen gegeben habe. Von dem Haus, das ich zur Wohnung meines Namens bestimmt habe,9,7 Wohnung meines Namens: siehe Anmerkung zu Dtn 12,5. will ich dann nichts mehr wissen und alle Völker werden das Volk Israel verachten und verspotten.

9,7
Dtn 28,37
Jer 18,16
8Dieser Tempel wird nur noch ein Trümmerhaufen sein;9,8 So mit den alten Übersetzungen; H Dieser Tempel wird erhaben sein. wer daran vorbeigeht, wird sich mit Entsetzen abwenden. Wenn jemand fragt, warum der Herr dieses Land und dieses Haus so verwüstet hat,
9,8
2 Kön 25,9
9wird man ihm antworten: ›Weil sie sich vom Herrn, ihrem Gott, abgewandt haben. Er hat ihre Vorfahren aus Ägypten herausgeführt, aber sie haben sich anderen Göttern zugewandt, sie angebetet und ihnen geopfert. Deshalb hat der Herr all dieses Unglück über sie gebracht.‹«

Salomo tritt einige Städte an Hiram ab

(2 Chr 8,1-2)

10Zwanzig Jahre lang hatte Salomo am Tempel des Herrn und an seinem eigenen Palast gebaut.

9,10
7,1
11König Hiram von Tyrus hatte ihm Zedern- und Zypressenholz geliefert und auch alles Gold, das er brauchte. Als nun beide Bauten vollendet waren, trat Salomo an Hiram zwanzig Städte in Galiläa ab.

12Hiram selbst kam von Tyrus, um sie anzusehen; aber sie gefielen ihm nicht. 13»Was für einen Landstrich hast du mir da gegeben, mein Freund«, sagte Hiram zu Salomo. Davon hat die Gegend bis heute den Namen Kabul.9,13 Der Sinn des Namens ist nicht sicher zu deuten. 14Hiram hatte Salomo immerhin 120 Zentner Gold geschickt.

Salomos weitere Bautätigkeit

(2 Chr 8,3-18)

15Salomo ließ alle seine Bauvorhaben in Fronarbeit ausführen. Auf diese Weise baute er in Jerusalem außer dem Tempel des Herrn und seinem Königspalast auch den Millo und die Stadtmauer und außerhalb Jerusalems die Städte Hazor, Megiddo, Geser.

9,15
5,27-32

16Gegen die Kanaaniterstadt Geser war der Pharao, der König von Ägypten, herangezogen, hatte sie erobert und niedergebrannt und dabei alle Bewohner getötet. Dann hatte er die Stadt zur Mitgift für seine Tochter bestimmt, als sie König Salomos Frau wurde.

9,16
3,1
17Diese Stadt baute Salomo wieder auf.

Außerdem baute er das untere Bet-Horon 18und Baala sowie Tamar in der Senke südlich des Toten Meeres. 19In diesen Städten brachte Salomo seine Streitwagentruppen unter und stattete sie mit allen erforderlichen Vorräten aus.

Auch alles, was Salomo sonst noch bauen wollte in Jerusalem, im Libanon und in seinem ganzen Herrschaftsgebiet, wurde in Fronarbeit errichtet. 20-21Alle Nachkommen der vorisraelitischen Bewohner des Landes, an denen die Israeliten bei dessen Eroberung nicht den Bann vollstrecken konnten, wurden von Salomo zum Frondienst herangezogen. Bis heute müssen die übrig gebliebenen Amoriter, Hetiter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter solche Arbeiten ausführen.

9,20-21
Ri 1,192127-35
3,1-5
Dtn 7,1-4
22Von den Israeliten dagegen zwang Salomo keinen zur Fronarbeit, sondern machte sie zu seinen Soldaten und Beamten, zu Truppenführern und Streitwagenkämpfern.

23Im Dienst seiner Provinzverwalter standen 550 Beamte, die die Arbeiter an den Bauvorhaben Salomos beaufsichtigten. 24Mit den Arbeiten am Millo begann Salomo, als die Tochter des Pharaos aus der Davidsstadt in das Haus umgezogen war, das er ihr im Palastbezirk gebaut hatte.

Salomos regelmäßige Opfer

25Nachdem der Tempel vollendet war, opferte Salomo dort dreimal jährlich Brandopfer und Mahlopfer. Er verbrannte die Opferstücke auf dem Altar, den er für den Herrn gebaut hatte.

9,25
Ex 23,14-17
34,23
Dtn 16,16

Salomos Handelsflotte

26In Ezjon-Geber bei Elat am Roten Meer, im Gebiet von Edom, ließ König Salomo eine Flotte bauen.

9,26-28
10,22
22,49
27König Hiram stellte Salomo erfahrene Seeleute zur Verfügung, die dessen Männer auf der Fahrt begleiteten. 28Sie segelten in das Land Ofir und brachten Salomo von dort 420 Zentner Gold.