Gute Nachricht Bibel (GNB)
1

BRIEFEINGANG

(1,1-9)

Eingangsgruß

11Paulus, nach dem Willen Gottes zum Apostel von Jesus Christus berufen, und der Bruder Sosthenes schreiben diesen Brief

1,1
Apg 18,17
2an die Gemeinde Gottes in Korinth, an alle, die durch die Verbindung mit Jesus Christus für Gott ausgesondert und zu seinem heiligen Volk berufen1,2 zu seinem heiligen ...: wörtlich berufene Heilige. sind. Darüber hinaus gilt unser Brief allen, die sich zu Jesus Christus, unserem gemeinsamen Herrn, bekennen und seinen Namen anrufen, wo sie auch sind.
1,2
Apg 18,1-18

3Gnade und Frieden sei mit euch von Gott, unserem Vater, und von Jesus Christus, dem Herrn!

Dank für das Wirken des Geistes in der Gemeinde

4Ich danke meinem Gott immerzu dafür, dass er euch durch Jesus Christus seine Gnade geschenkt hat. 5Durch sie seid ihr reich geworden an allem, was aus der Gemeinschaft mit Jesus Christus erwächst, an jeder Art von geistgewirktem Wort und von geistlicher Erkenntnis.

1,5
2 Kor 8,7

6Weil die Botschaft von Christus zum festen Grund eures Glaubens geworden ist, 7fehlt euch keine von den Gaben, die der Geist Gottes schenkt. Und so wartet ihr voll Zuversicht darauf, dass Jesus Christus, unser Herr, kommt und vor aller Welt offenbar wird.

1,7
2 Thess 1,7
Tit 2,13

8Er wird euch auch helfen, bis zum Ende fest auf diesem Grund zu stehen, sodass euch an seinem Gerichtstag niemand anklagen kann.

1,8
Phil 1,10
1 Thess 5,23
9Gott selbst hat euch dazu berufen, für immer mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn, verbunden zu sein, und er ist treu: Er steht zu seinem Wort.
1,9
1 Thess 5,24

SPALTUNGEN IN DER GEMEINDE

(1,10–4,21)

Spaltungen in der Gemeinde durch Personenkult

10Brüder und Schwestern,1,10 Brüder und Schwestern steht für ein einziges griechisches Wort, das als Mehrzahlform nicht nur, wie herkömmlich übersetzt, die »Brüder« bezeichnet, sondern auch je nach Zusammenhang die gesamte Gemeinde aus Männern und Frauen (siehe dazu Sacherklärung »Bruder«). im Namen von Jesus Christus, unserem Herrn, rufe ich euch auf: Seid einig! Bildet keine Gruppen, die sich gegenseitig bekämpfen! Haltet in gleicher Gesinnung und Überzeugung zusammen!

1,10
Eph 4,2-6
Phil 2,2
Joh 17,21-23

11Durch Leute aus dem Haus von Chloë1,11 Es ist nicht zu erkennen, ob es sich bei ihr um eine Christin handelt. habe ich erfahren, dass es unter euch Auseinandersetzungen gibt.

1,11
3,3
11,18
2 Kor 12,20
12Ich meine damit, dass ihr euch alle irgendeiner Gruppe zurechnet. Die einen sagen: »Ich gehöre zu Paulus!« Die andern: »Ich gehöre zu Apollos!«, oder auch: »Ich gehöre zu Petrus!« Und wieder andere erklären: »Ich gehöre zu Christus!«
1,12
3,4

13Christus lässt sich doch nicht zerteilen! Ist vielleicht Paulus für euch am Kreuz gestorben? Oder wurdet ihr auf seinen Namen getauft?

14Ich danke Gott, dass ich außer Krispus und Gaius niemand von euch getauft habe,

1,14 (Krispus)
Apg 18,8
15sonst würdet ihr am Ende noch sagen, dass ihr auf meinen Namen getauft worden seid!

16Doch, ich habe auch noch Stephanas und seine Hausgemeinschaft getauft. Aber ich kann mich nicht erinnern, dass ich sonst noch irgendjemand getauft hätte.

1,16 (Stephanas)
16,1517
17aDenn Christus hat mich nicht beauftragt zu taufen, sondern die Gute Nachricht zu verkünden.

Der eine und einigende Grund: die Botschaft vom Kreuz

17bDie Gute Nachricht darf ich aber nicht mit Worten tiefsinniger Weisheit verkünden; denn sonst verliert der Tod, den Christus am Kreuz gestorben ist, seinen ganzen Sinn.

18Die Botschaft, dass für alle Menschen am Kreuz die Rettung vollbracht ist,1,18 Wörtlich Denn das Wort vom Kreuz. muss denen, die verloren gehen, als barer Unsinn erscheinen. Wir aber, die gerettet werden, erfahren darin Gottes Kraft.

1,18
2 Kor 4,3
Röm 1,16
19Gott hat doch gesagt: »Ich will die Weisheit der Weisen zunichtemachen und die Klugheit der Klugen verwerfen.«
1,19-20
3,18-20
Röm 1,22
Mt 11,25
1,19
nach

20Wo bleiben da die Weisen? Wo die Kenner der Heiligen Schriften? Wo die gewandten Diskussionsredner dieser Welt? Was für diese Welt als größter Tiefsinn gilt, das hat Gott als reinen Unsinn erwiesen. 21Denn obwohl die Weisheit Gottes sich in der ganzen Schöpfung zeigt, haben die Menschen mit ihrer Weisheit Gott nicht erkannt. Darum beschloss er, durch die Botschaft vom Kreuzestod, die der menschlichen Weisheit als Torheit erscheint, alle zu retten, die diese Botschaft annehmen.

1,21
Röm 1,19-20

22Die Juden fordern von Gott sichtbare Machterweise; die Griechen suchen in allen Dingen einen Sinn, den die Vernunft begreift.1,22 Wörtlich Die Juden fordern Zeichen, die Griechen suchen Weisheit.

1,22
Joh 6,30
Apg 17,1832
23Wir aber verkünden den gekreuzigten Christus als den von Gott versprochenen Retter.1,23 Wörtlich verkündigen den gekreuzigten Christus. Für Juden ist das eine Gotteslästerung, für die anderen barer Unsinn.
1,23
Gal 3,1
5,11
24Aber alle, die von Gott berufen sind, Juden wie Griechen, erfahren in dem gekreuzigten Christus Gottes Kraft und erkennen in ihm Gottes Weisheit.

25Gott erscheint töricht – und ist doch weiser als Menschenweisheit. Gott erscheint schwach – und ist doch stärker als Menschenkraft.

1,25
2 Kor 13,4

Nach welchem Maßstab Gott Menschen erwählt

26Schaut doch euch selbst an, Brüder und Schwestern!1,26 Siehe Anmerkung zu 1,10. Wen hat Gott denn da berufen? Es gibt ja nicht viele unter euch, die nach menschlichen Maßstäben klug oder einflussreich sind oder aus einer angesehenen Familie stammen. 27Gott hat sich vielmehr in der Welt die Einfältigen und Machtlosen ausgesucht, um die Klugen und Mächtigen zu demütigen.

1,27-28
Röm 12,16
Jak 2,5
Lk 1,51-53
28Er hat sich die Geringen und Verachteten ausgesucht, die nichts gelten, denn er wollte die zu nichts machen, die in der Welt etwas ›sind‹. 29Niemand soll sich vor Gott rühmen können.
1,29
Eph 2,9

30Euch aber hat Gott zur Gemeinschaft mit Jesus Christus berufen. Mit ihm hat er uns alles geschenkt: Er ist unsere Weisheit – die wahre Weisheit, die von Gott kommt. Durch ihn können wir vor Gott als gerecht bestehen. Durch ihn hat Gott uns zu seinem heiligen Volk gemacht und von unserer Schuld befreit. 31Es sollte so kommen, wie es in den Heiligen Schriften steht: »Wer sich mit etwas rühmen will, soll sich mit dem rühmen, was der Herr getan hat.«

1,31
nach

2

Paulus erinnert an sein erstes Auftreten

21Brüder und Schwestern,2,1 Siehe Anmerkung zu 1,10. als ich zu euch kam und euch Gottes verborgenen Plan zur Rettung der Menschen verkündete, habe ich euch doch nicht mit tiefsinniger Weisheit und geschliffener Redekunst zu beeindrucken versucht. 2Ich hatte mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu kennen als Jesus Christus, und zwar Jesus Christus, den Gekreuzigten.

2,2
Gal 6,14
3Als schwacher Mensch trat ich vor euch und zitterte innerlich vor Angst.
2,3
2 Kor 10,110
4Mein Wort und meine Botschaft wirkten nicht durch Tiefsinn und Überredungskunst, sondern weil Gottes Geist sich darin mächtig erwies.
2,4
1 Thess 1,5
5Euer Glaube sollte sich nicht auf Menschenweisheit gründen, sondern auf die Kraft Gottes.

Die tiefe Weisheit in der Botschaft vom Kreuz

6Auch wir2,6 wir: Paulus könnte an seine Mitarbeiter denken; vielleicht spricht er aber auch nur von sich selbst. Die Mehrzahl wurde gebraucht, um die Autorität des Sprechenden hervorzukehren, aber auch umgekehrt dazu, sie bescheiden zurückzunehmen. verkünden tiefsinnige Weisheit – für alle, die dafür reif sind. Aber das ist nicht die Weisheit dieser Welt und auch nicht die ihrer Machthaber, die zum Untergang bestimmt sind. 7Vielmehr verkünden wir Gottes geheimnisvolle Weisheit, die bis jetzt verborgen war.

Schon bevor Gott die Welt erschuf, hatte er den Plan gefasst, uns an seiner Herrlichkeit Anteil zu geben.

2,7 (Plan)
Röm 16,25
8Aber keiner von den Machthabern dieser Welt konnte Gottes weisheitsvollen Plan durchschauen. Sonst hätten sie den Herrn, der die Herrlichkeit Gottes teilt, nicht ans Kreuz gebracht.2,8 Bei den Machthabern dieser Welt hier und in Vers 6 denkt Paulus an dämonische Mächte, aber auch an die politischen Machthaber – jüdische wie römische –, die zu Werkzeugen in der Hand dieser Mächte wurden, als sie Jesus ans Kreuz brachten. 9Es heißt ja in den Heiligen Schriften: »Was kein Auge jemals gesehen und kein Ohr gehört hat, worauf kein Mensch jemals gekommen ist, das hält Gott bereit für die, die ihn lieben.«
2,9
nach

10Uns hat Gott dieses Geheimnis enthüllt durch seinen Geist, den er uns gegeben hat. Denn der Geist erforscht alles, auch die geheimsten Absichten Gottes. 11Wie die Gedanken eines Menschen nur seinem eigenen Geist bekannt sind, so weiß auch nur der Geist Gottes, was in Gott vorgeht. 12Wir haben aber nicht den Geist dieser Welt erhalten, sondern den Geist, der von Gott kommt. Darum können wir erkennen, was Gott uns geschenkt hat.

2,12
Röm 8,15

13Davon reden wir nicht in Worten, wie sie menschliche Weisheit lehrt, sondern in Worten, die der Geist Gottes eingibt. Von dem, was Gott uns durch seinen Geist offenbart, reden wir so, wie sein Geist es uns lehrt.2,13 Möglich ist auch die Übersetzung: Wir deuten das Wirken des Geistes für Menschen, die vom Geist erfüllt sind.

14Menschen, die sich auf ihre natürlichen Fähigkeiten verlassen, lehnen ab, was der Geist Gottes enthüllt. Es kommt ihnen unsinnig vor. Sie können nichts damit anfangen, weil es nur mithilfe des Geistes beurteilt werden kann. 15Wer dagegen den Geist hat, kann über alles urteilen, aber nicht von jemand beurteilt werden, der den Geist nicht hat.

16Es heißt ja in den Heiligen Schriften: »Wer kennt den Geist des Herrn? Wer will sich herausnehmen, ihn zu belehren?« Und das ist der Geist, den wir empfangen haben: der Geist von Christus, dem Herrn.2,16 dem Herrn: verdeutlichender Zusatz. Paulus bezieht den Herrn des Zitats (aus Jes 40,13) auf Christus. Zu Christus als geisterfülltem Vermittler des Geistes Gottes vgl. Röm 8,9.

2,16
Röm 11,34

3

Der Personenkult beweist: Die Gemeinde ist noch nicht reif

31Zu euch, Brüder und Schwestern,3,1 Siehe Anmerkung zu 1,10. konnte ich bisher nicht reden wie zu Menschen, die von Gottes Geist erfüllt sind. Ich musste euch behandeln wie Menschen, die sich von ihrer selbstsüchtigen Natur leiten lassen3,1 Wörtlich wie Fleischliche; entsprechend in Vers 3 (vgl. Sacherklärung »Fleisch«). und im Glauben noch Kinder sind. 2Darum gab ich euch Milch, nicht feste Nahrung, weil ihr die noch nicht vertragen konntet.

Auch jetzt könnt ihr das noch nicht;

3,2
Hebr 5,12-13
1 Petr 2,2
3denn ihr steht immer noch im Bann eurer selbstsüchtigen Natur. Ihr rivalisiert miteinander und streitet euch. Das beweist doch, dass ihr nicht aus dem Geist Gottes lebt, sondern eurer selbstsüchtigen Natur folgt und so handelt wie alle anderen Menschen auch!
3,3-4
1,10-11
Gal 5,19-20
4Wenn die einen sagen: »Ich gehöre zu Paulus«, und die andern: »Ich gehöre zu Apollos« – seid ihr da nicht immer noch die ›alten‹ Menschen?

Alle arbeiten am gleichen Werk

5Nun, was ist denn Apollos? Und was ist Paulus? Gottes Helfer sind sie, durch die ihr zum Glauben gekommen seid. Jeder von uns beiden hat von Gott seine besondere Aufgabe bekommen. 6Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen; aber Gott hat es wachsen lassen.

3,6
Apg 18,41124-28
7Es zählt also nicht, wer pflanzt oder wer begießt; es kommt alles auf Gott an, der es wachsen lässt.

8Wir beide arbeiten an demselben Werk: der, der pflanzt, und der, der begießt; doch wird Gott jeden nach seinem persönlichen Einsatz belohnen.

3,8
4,5

Die Gemeinde als Bau und die Verantwortung der Bauleute

9Wir sind also Gottes Mitarbeiter,3,9 Paulus denkt auch weiterhin an sich und Apollos, wie schon in den Versen 5-8 (vgl. 1,12). ihr aber seid Gottes Ackerland. Oder mit einem anderen Bild: Ihr seid Gottes Bau.

3,9
Mk 4,2-9Eph 2,20-21
1 Petr 2,4-6
10Nach dem Auftrag, den Gott mir gegeben hat, habe ich wie ein umsichtiger Bauleiter das Fundament gelegt. Andere bauen nun darauf weiter. Aber jeder soll sehen, wie er weiterbaut!

11Das Fundament ist gelegt: Jesus Christus. Niemand kann ein anderes legen.

3,11
Jes 28,16
Apg 4,11-12
12-13Es wird auch nicht verborgen bleiben, was jemand darauf baut, ob Gold, Silber oder wertvolle Steine, ob Holz, Schilf oder Stroh. Am Tag des Gerichts wird sich erweisen, ob es Bestand hat. Dann wird die Feuerprobe gemacht: Das Werk eines jeden wird im Feuer auf seinen Wert geprüft.
3,13-15
2 Kor 5,10
14Wenn das, was ein Mensch gebaut hat, die Probe besteht, wird er belohnt. 15Wenn es verbrennt, wird er bestraft. Er selbst wird zwar gerettet, aber so, wie jemand gerade noch aus dem Feuer gerissen wird.
3,15
Jud 23

16Wisst ihr nicht, dass ihr als Gemeinde der Tempel Gottes seid und dass der Geist Gottes in euch wohnt?

3,16
6,19
2 Kor 6,16
1 Petr 2,5
17Wer den Tempel Gottes zugrunde richtet, wird dafür von Gott zugrunde gerichtet. Denn der Tempel Gottes ist heilig, und dieser Tempel seid ihr.

Es gibt keinen Grund zur Verherrlichung von Menschen

18Niemand soll sich etwas vormachen! Wenn es welche unter euch gibt, die sich nach den Maßstäben dieser Welt für weise halten, müssen sie erst töricht werden nach diesen Maßstäben, um wirklich weise zu sein.

3,18
4,10
19Was die Menschen für Tiefsinn halten, ist in den Augen Gottes Unsinn. In den Heiligen Schriften heißt es: »Gott fängt die Klugen im Netz ihrer eigenen Schlauheit.«
3,19
nach
20Und es heißt auch: »Der Herr kennt die Gedanken der Weisen und weiß, wie sinnlos sie sind.«
3,20
zit

21Darum soll sich niemand etwas auf einen Menschen einbilden und mit dem von ihm bevorzugten Lehrer prahlen. Euch gehört doch alles, 22ob es nun Paulus ist oder Apollos oder Petrus;3,22 Wörtlich Kephas. euch gehört die ganze Welt, das Leben und der Tod, die Gegenwart und die Zukunft. Alles gehört euch,

3,22
Röm 8,38
23ihr aber gehört Christus, und Christus gehört Gott.
3,23
Röm 14,7-9
1 Kor 15,28