BasisBibel (BB)
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Gott steht zu seinem Volk Israel

Römer 9,1–11,36

Das Versprechen Gottes gegenüber Israel

91Für das, was ich jetzt sage,berufe ich mich auf Christus9,1 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt..Es ist die Wahrheit, ich lüge nicht.Auch mein Gewissen bezeugt esund erhält dafür die Bestätigungdurch den Heiligen Geist9,1 Heiliger Geist: Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt.:2Ich bin wirklich sehr traurig,ja, mir schmerzt immerzu das Herz.3Denn es geht um meine Brüder und Schwestern9,3 Brüder und Schwestern: Wörtlich »Brüder«. Das griechische Wort meint hier sowohl Juden als auch Jüdinnen..Ich wünschte nur, ich könnte an ihre Stelle tretenund selbst verflucht sein –ausgeschlossen aus der Gemeinschaft mit Christus.Es sind schließlich meine Landsleute,mein eigenes Fleisch und Blut.4Sie sind doch Israeliten9,4 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen.!Sie sind Kinder Gottesund haben Anteil an seiner Herrlichkeit9,4 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor..Mit ihnen hat Gott mehrfach einen Bund9,4 Bund: 2. Mose/Exodus 19–20 erzählt davon, dass Gott mit Israel einen Bund schließt und es so zu seinem Volk macht. Nachdem die Israeliten Gottes Gebote übertreten und den Bund gebrochen hatten, erneuerte Gott diesen Bund in 2. Mose/Exodus 34,1-10. geschlossen.Er hat ihnen das Gesetz9,4 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. gegeben und sie gelehrt,ihn in rechter Weise zu verehren.Und er hat ihnen sein Versprechen gegeben.5Sie sind Nachkommen der Stammväter9,5 Stammväter: Abraham, Isaak, Jakob und seine 12 Söhne. Das Volk Israel versteht sich als deren Nachkommen.,von denen auch Christus9,5 Jesus: Der Name bedeutet so viel wie »der Herr rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.seiner leiblichen Herkunft nach abstammt.Gott, der über allem steht, sei in Ewigkeit gelobt! Amen9,5 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«.

Gott trifft seine Wahl

6Es ist ja nicht so, dass Gottes Zusage hinfällig ist.Allerdings gehören nicht alle Israelitenauch wirklich zu Israel9,6 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen..7Genauso wenig sind alle Menschen,die von Abraham9,7 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. abstammen,auch wirklich seine Nachkommen.Sondern Gott hatte gesagt9,7 hatte gesagt: Zitat aus der griechischen Übersetzung von 1. Mose/Genesis 21,12.:»Die Nachkommen Isaakssollen als deine Nachkommen gelten.«8Das heißt: Die leiblichen Nachkommen9,8 leibliche Nachkommen: Abraham hatte zwei Söhne mit zwei Frauen: Isaak mit seiner Frau Sara und Ismael mit ihrer Magd Hagar, vgl. 1. Mose/Genesis 16 und 1. Mose/Genesis 21,1-13. von Abrahamsind nicht zwangsläufig Kinder Gottes.Nur die Kinder, die auf Gottes Versprechen zurückgehen,gelten wirklich als seine Nachkommen9,8 seine Nachkommen: Meint Isaak und seine Nachkommen. Isaak wurde geboren, weil Gott es Abraham versprochen hatte; vgl. 1. Mose/Genesis 18,9-15 und 1. Mose/Genesis 21,1-13..9Denn Gott gab Abraham das Versprechen9,9 Versprechen: Das Versprechen nimmt Worte aus 1. Mose/Genesis 18,10 und 1. Mose/Genesis 18,14 auf.:»Nächstes Jahr um diese Zeit werde ich wiederkommen.Dann wird Sara einen Sohn haben.«

10Aber nicht nur bei ihr war es so,bei Rebekka9,10 Rebekka: Frau von Isaak und Mutter von Jakob und Esau, vgl. 1. Mose/Genesis 24–27. war es ähnlich:Sie bekam nur von einem Mann Kinder,nämlich von unserem Vorfahren Isaak9,10 Isaak: Stammvater des Volkes Israel und einziger Sohn von Abraham und Sara, vgl. 1. Mose/Genesis 21–35..11Ihre Kinder9,11 Kinder: Meint die Zwillinge Jakob und Esau. waren noch nicht geboren,und keines hatte irgendetwas Gutes oder Böses getan.Aber Gott hatte schon seine Wahl9,11 seine Wahl: Nur eines der beiden Kinder wird zum Stammvater des Volkes Israel: Jakob. getroffenund bestimmt, was geschehen sollte.12Dabei kam es nicht auf irgendwelchen Taten an,sondern es war allein Gottes Entscheidung.Damals sagte9,12 sagte: Zitat aus der griechischen Übersetzung von 1. Mose/Genesis 25,23. Gott zu Rebekka:»Der Ältere wird dem Jüngeren dienen.«13So steht9,13 steht: Zitat aus der griechischen Übersetzung von Maleachi 1,2-3. es auch an einer anderen Stelle:»Jakob9,13 Jakob: Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen; vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–50,14. habe ich geliebt,Esau9,13 Esau: Zwillingsbruder von Jakob und Stammvater der Edomiter, vgl. 1. Mose/Genesis 25,19–36,43. dagegen habe ich gehasst.«

Gott schenkt sein Erbarmen, wem er will

14Was sollen wir dazu sagen?Etwa: »Ist Gott ungerecht?«Auf keinen Fall!15Er sagt ja zu Mose9,15 er sagt zu Mose: Zitat aus der griechischen Übersetzung von 2. Mose/Exodus 33,19.:»Ich werde dem mein Erbarmen schenken,mit dem ich Erbarmen habe.Und ich werde dem mein Mitleid zeigen,mit dem ich Mitleid habe.«16Es kommt also nicht darauf an,ob der Mensch etwas willoder ob er sich abmüht.Vielmehr kommt es allein auf Gottes Erbarmen an.17Entsprechend steht über den Pharao9,17 Pharao: König von Ägypten, für den die Israeliten wie Sklaven arbeiten mussten.in der Heiligen Schrift9,17 in der Heiligen Schrift: Das Zitat nimmt Worte aus 2. Mose/Exodus 9,16 auf.:»Ich habe dich nur deshalb zum Herrscher gemacht,damit ich an dir meine Macht zeigen kann.Dadurch soll mein Nameauf der ganzen Erde bekannt werden.«18Gott entscheidet also frei,wem er sein Erbarmen schenkt.Und ebenso entscheidet er,wer sich ihm gegenüber verschließen soll.

19Du könntest jetzt einwenden:»Wieso zieht Gott uns dann überhaupt zur Rechenschaft?Seinem Willen kann sich doch niemand widersetzen!«20Du Mensch, wer bist du eigentlich,dass du mit Gott streiten willst!»Sagt etwa9,20 sagt etwa ...: Zitat aus der griechischen Übersetzung von Jesaja 45,9. ein Gefäß zu dem, der es geformt hat:›Warum hast du mich so gemacht?‹«21Hat nicht der Töpfer9,21 der Töpfer: Der Text nimmt in diesem Vers Bezug auf das Gleichnis vom Töpfer in Jeremia 18,1-12. alle Macht über den Ton?Er kann doch aus ein und demselben Tonklumpenverschiedene Gefäße herstellen:eine Schale für die Festtafel genausowie einen Nachttopf.

22Dabei gilt: Gott will zwar seinen Zorn9,22 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. zeigenund seine Macht offenbaren.Aber dennoch hat er die Gefäße,die seinen Zorn erregen,mit großer Geduld ertragen –also Gefäße,die eigentlich zum Zerschlagen erschaffen wurden.23Und gleichzeitig will er seine ganze Herrlichkeit9,23 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor.an den Gefäßen offenbaren, denen sein Erbarmen gilt.Denn die hat er zuvor für die Herrlichkeit bestimmt.24Solche Gefäße sind wir.Uns hat Gott berufen –und zwar nicht nur aus dem jüdischen Volk9,24 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten.,sondern auch aus den anderen Völkern.25So sagt er auch bei Hosea9,25 bei Hosea: Das Zitat nimmt Worte aus Hosea 2,1 und Hosea 2,25 auf.:»Ich werde die Menschen ›mein Volk‹ nennen,die nicht mein Volk waren.Und die Frau, die nicht geliebt war,nenne ich ›meine geliebte Frau‹.26Und an dem Ort, wo man zu ihnen gesagt hat:›Ihr seid nicht mein Volk‹ –dort wird man sie ›Kinder des lebendigen Gottes‹ nennen.«27Und Jesaja verkündet9,27 Jesaja verkündet: Zitat aus Jesaja 10,22. laut über Israel9,27 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen.:»Die Israeliten können so zahlreich seinwie der Sand am Meer.Dennoch wird nur ein kleiner Rest von ihnen gerettet.28Denn der Herr wird auf der Erdesein Wort in die Tat umsetzen: Er wird Israel retten,aber gleichzeitig wird er es zurechtstutzen.«29Es ist so, wie Jesaja es vorhergesagt hat9,29 wie Jesaja vorhersagt hat: Zitat aus der griechischen Übersetzung von Jesaja 1,9.:»Hätte der Herr Zebaot9,29 Herr Zebaot: Im Alten Testament übliche Bezeichnung für Gott, die übersetzt »Herr der himmlischen Heere« bedeutet. Sie bringt die Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck.keine Nachkommen von uns übrig gelassen,wäre es uns wie Sodom9,29 Sodom, Gomorra: Die Städte wurden vernichtet, weil ihre Bewohner sich von Gott abgewandt hatten; vgl. 1. Mose/Genesis 19. ergangen.Wir hätten das Schicksal von Gomorra9,29 Sodom, Gomorra: Die Städte wurden vernichtet, weil ihre Bewohner sich von Gott abgewandt hatten; vgl. 1. Mose/Genesis 19. geteilt.«

Israels Suche nach der Gerechtigkeit

30Was sollen wir dazu sagen?Die anderen Völker haben sich nicht darum bemüht,vor Gott als gerecht9,30 gerecht, als gerecht gelten: Gott nimmt die Menschen an und verurteilt sie nicht, obwohl sie seine Gebote übertreten. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu den Menschen. anerkannt zu werden.Dennoch gelten sie als gerecht –und zwar als gerecht aufgrund des Glaubens9,30 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt..31Israel9,31 Israel: Paulus meint hier die Juden zu seiner Zeit. dagegen hat sich bemüht,das Gesetz9,31 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. zu befolgen.Dadurch wollte es vor Gott als gerecht gelten.Aber es hat nicht erreicht, worum es im Gesetz geht.32Warum? Weil es nicht aus dem Glauben heraus geschah,sondern weil sie auf ihre eigenen Taten vertrauten.Dabei stolperten sie über den Stein des Anstoßes.33Über ihn steht schon in der Heiligen Schrift9,33 in der Heiligen Schrift (Vers 33): Das Zitat setzt sich zusammen aus Jesaja 8,14 und der griechischen Übersetzung von Jesaja 28,16.:»Auf den Berg Zion lege icheinen Stein, an dem man Anstoß nimmt –einen Fels, über den man stolpert.Wer an den glaubt, wird nicht zugrunde gehen.«
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Die Rettung kommt durch den Glauben

101Brüder und Schwestern10,1 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.,das ist mein Herzenswunsch und meine große Bitte:Gott soll die Menschen retten,die zu meinem Volk10,1 mein Volk: Für Paulus das jüdische Volk. gehören.2Ich kann bezeugen,dass sie sich wirklich für die Sache Gottes einsetzen.Nur haben sie nicht die rechte Erkenntnis.3Sie verstehen nicht,worum es bei der Gerechtigkeit Gottes10,3 Gerechtigkeit Gottes: Gott nimmt die Menschen an und verurteilt sie nicht, obwohl sie seine Gebote übertreten. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu den Menschen. geht.Stattdessen streben sie nach dem,was sie selbst für Gerechtigkeit halten.Deshalb haben sie sich nichtder Gerechtigkeit untergeordnet,die Gott ihnen schenken will.4Denn mit Christus10,4 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. ist das Ziel erreicht,um das es im Gesetz10,4 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. geht:Jeder, der an ihn glaubt10,4 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt., gilt vor Gott als gerecht10,4 gerecht, als gerecht gelten: Gott nimmt die Menschen an und verurteilt sie nicht, obwohl sie seine Gebote übertreten. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu den Menschen..

5Mose schreibt10,5 Mose schreibt: Zitat aus der griechischen Übersetzung von 3. Mose/Levitikus 18,5. über die Gerechtigkeit10,5 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes.,die wir durch das Gesetz10,5 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. erlangen können:»Wer seine Vorschriften befolgt,wird durch sie das Leben erlangen.«6Dagegen heißt es10,6 dagegen heißt es: Im Folgenden wird ein Gedanke aus 5. Mose/Deuteronomium 30,12-14 aufgenommen. von der Gerechtigkeit,die wir durch den Glauben10,6 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. erlangen:»Frage dich nicht:Wer wird in den Himmel10,6 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. hinaufsteigen?«– So als müsste man Christus10,6 Jesus Christus: Der Name ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. von dort herabholen! –7»Auch nicht: Wer wird in die Unterwelt10,7 Unterwelt: Meint das Totenreich, das man sich in damaliger Zeit als Ort unter der Erde vorstellte. hinabsteigen?«– So als müsste man Christus von den Toten holen! –8Sondern wie heißt es doch?»Das Wort Gottes ist dir ganz nahe.Es ist in deinem Mund und in deinem Herzen.«Es ist das Wort des Glaubens, das wir verkünden.

9Wenn du also mit deinem Mund bekennst:»Jesus10,9 Jesus Christus: Der Name Jesus Christus ist zugleich ein Bekenntnis. Wer Jesus als Christus anerkennt, glaubt an ihn als Retter und Erlöser der Welt. ist der Herr10,9 Herr: Titel für Jesus Christus. Im griechischen Alten Testament steht das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. Wenn Jesus Christus so genannt wird, kommt darin zum Ausdruck: In ihm begegnet Gott selbst den Menschen.Und wenn du aus ganzem Herzen10,9 Herz: Sitz des Verstandes und des Willens. glaubst:»Gott hat ihn von den Toten auferweckt10,9 Auferweckung: Meint die Auferstehung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes.Dann wirst du gerettet werden.10Denn aus dem Herzen kommt der Glaube10,10 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt.,der gerecht10,10 gerecht, als gerecht gelten: Gott nimmt die Menschen an und verurteilt sie nicht, obwohl sie seine Gebote übertreten. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu den Menschen. macht.Und aus dem Mund kommt das Bekenntnis10,10 Bekenntnis: Jemand spricht öffentlich aus, dass er an Jesus Christus glaubt. So wissen alle, dass diese Person ihr Leben in den Dienst von Christus stellt.,das zur Rettung führt.11So steht es ja in der Heiligen Schrift10,11 in der Heiligen Schrift (Vers 11): Das Zitat nimmt Worte aus der griechischen Übersetzung von Jesaja 28,16 auf.:»Wer an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen.«12Das gilt ohne Unterschied für Juden10,12 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. und Griechen10,12 Griechen: Menschen aus den Ländern im Mittelmeerraum, die keine Juden waren und Griechisch sprachen. Griechisch war im gesamten Osten des Römischen Reichs die gemeinsame Sprache..Alle haben ein und denselben Herrn.Und der lässt alle an seinem Reichtum teilhaben,die ihn anrufen.13Denn es heißt10,13 es heißt: Zitat aus der griechischen Übersetzung von Joel 3,5. ja auch:»Jeder, der den Namen10,13 Name: Der Name steht für die Person, die den Namen trägt. Wer im Namen eines anderen oder im Namen Gottes handelt, handelt stellvertretend für ihn. des Herrn anruft,wird gerettet werden.«

Nicht alle haben die Gute Nachricht angenommen

14Aber wie kann man jemanden anrufen,an den man nicht glaubt10,14 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt.?Oder wie kann man an jemandem glauben,von dem man nichts gehört hat?Und wie kann man von jemandem hören,wenn es keine Verkündigung von ihm gibt?15Wie aber kann es eine Verkündigung geben,wenn niemand dazu ausgesandt wurde? –Gerade darüber steht ja in der Heiligen Schrift10,15 in der Heiligen Schrift (Vers 15): Das Zitat nimmt ein Bild aus Jesaja 52,7 auf.:»Willkommen sind die Boten, die Gutes verkünden!«

16Aber nicht alle haben auf diese Gute Nachricht10,16 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Botschaft, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind. gehört.So fragt schon Jesaja10,16 fragt Jesaja: Zitat aus Jesaja 53,1.:»Herr10,16 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht., wer hat unserer Botschaft geglaubt?«17Also: Der Glaube10,17 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. kommt vom Hören auf die Botschaft.Die Botschaft aber wirkt durch den Auftrag,den Christus gegeben hat.18Ich frage euch: Haben die Menschen aus meinem Volk10,18 mein Volk: Für Paulus das jüdische Volk.etwa die Botschaft nicht gehört?Im Gegenteil!Es heißt10,18 es heißt: Zitat aus der griechischen Übersetzung von Psalm 19,5. ja: »Ihr Ruf geht hinaus in alle Länder.Ihre Kunde dringt bis an das Ende der Welt.«19Ich frage noch einmal:Hat Israel die Botschaft etwa nicht verstanden?O doch! Schließlich hat schon Mose als Erster gesagt10,19 Mose sagt: Zitat aus der griechischen Übersetzung von 5. Mose/Deuteronomium 32,21.:»›Ich will euch eifersüchtig machen auf ein Volk,das gar keines ist‹, spricht Gott.›Auf ein Volk ohne jede Erkenntniswill ich euch zornig machen.‹«20Und Jesaja wagt sogar zu sagen10,20 Jesaja sagt: Zitat aus der griechischen Übersetzung von Jesaja 65,1.:»›Ich habe mich von denen finden lassen,die mich gar nicht gesucht haben‹, spricht Gott.›Ich habe mich denen gezeigt,die gar nicht nach mir gefragt haben.‹«21Und zu Israel sagt Gott10,21 sagt Gott: Zitat aus der griechischen Übersetzung von Jesaja 65,2.:»Den ganzen Tag habe icheinladend meine Hände ausgestreckt –nach einem Volk, das mir nicht gehorchtund das mir ständig widerspricht.«
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Gott hat sein Volk nicht verstoßen

111Nun frage ich: Hat Gott etwa sein Volk verstoßen?Auf keinen Fall! Ich selbst bin ja ein Israelit11,1 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen.,ein Nachkomme Abrahams11,1 Abraham: Stammvater des Volkes Israel, vgl. 1. Mose/Genesis 12–25. aus dem Stamm Benjamin.2Gott hat sein Volk nicht verstoßen,das er einst erwählt hat.Oder wisst ihr nicht,was in der Heiligen Schrift11,2 in der Heiligen Schrift: Zitat aus 1. Könige 19,10. über Elija11,2 Elija: Prophet, der im Auftrag Gottes gegen 850 Propheten anderer Gottheiten antritt; vgl. 1. Könige 18,17-40. berichtet wird?Er führte vor Gott Klage gegen Israel11,2 Israel: Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.). und sagte:3»Herr11,3 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht., sie haben deine Propheten11,3 Prophet: Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat. getötetund deine Altäre11,3 Altar: Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden. niedergerissen.Ich allein bin übrig geblieben,und jetzt wollen sie mich auch noch umbringen.«4Und wie lautete die Antwort Gottes11,4 Antwort Gottes: Zitat aus 1. Könige 19,18.?»Ich habe mir 7000 Mann übrig behalten,die nicht vor Baal auf die Knie gefallen11,4 vor Baal auf die Knie fallen: Die Anbetung eines fremden Gottes war für Israeliten verboten. sind.«5Das Gleiche geschieht jetzt in diesem Augenblick:Aus Gnade11,5 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. hat Gott einen Rest ausgewählt.6Wenn es aber aus Gnade geschah,dann spielen die eigenen Taten dabei keine Rolle.Sonst wäre die Gnade ja nicht wirklich Gnade.

7Was bedeutet das?Israel11,7 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. hat nicht erreicht,worum es sich so sehr bemüht hat.Nur diejenigen, die Gott ausgewählt hat,haben es erreicht.Bei den Übrigen hat er dafür gesorgt,dass sie sich vor ihm verschließen.8So steht es ja auch in der Heiligen Schrift11,8 in der Heiligen Schrift: Das Zitat setzt sich zusammen aus 5. Mose/Deuteronomium 29,3 und Jesaja 29,10.:»Gott hat ihren Geist in tiefen Schlaf versetzt.Er hat ihnen Augen gegeben, die nichts sehen,und Ohren, die nichts hören.Das ist so bis zum heutigen Tag.«9Und David sagt11,9 David sagt: Zitat aus der griechischen Übersetzung von Psalm 69,23-24. David, ein bedeutender König Israels, gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete.:»Ihr Tisch soll zur Falleund zum Fangnetz für sie werden.Sie sollen daran Anstoß nehmen,und er wird ihnen zum Verhängnis werden.10Lass ihre Augen dunkel werden,damit sie nichts mehr sehen können.Und lass ihren Rücken gebeugt sein für immer!«

Rettung für Israel und die anderen Völker

11Ich frage also: Sind die Juden11,11 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. am Ende gestolpert,um in ihr Verderben zu stürzen? Auf keinen Fall!Es ist vielmehr so:Ihr Fehltritt11,11 Fehltritt: Meint, dass sie Gottes Angebot zur Rettung ausgeschlagen haben. brachte den anderen Völkern die Rettung.Das sollte sie eifersüchtig machen.12Ihr Fehltritt hat der Welt reichen Gewinn gebrachtund ihre geringe Zahl den Völkern:Wie unermesslich wird der Reichtum erst sein,wenn sie wieder zu voller Zahl angewachsen sind?

13Euch aber, den Völkern, sage ich:Gerade weil ich Apostel11,13 Apostel: Wörtlich »Ausgesandter«. Mensch, der dazu berufen ist, die Gute Nachricht von Jesus Christus zu verkünden. für die Völker bin,danke ich Gott für meinen Dienst.14Vielleicht trage ich ja gerade dadurch dazu bei,mein eigenes Volk11,14 mein eigenes Volk: Für Paulus das jüdische Volk. eifersüchtig zu machen.So könnte ich wenigstens einige von ihnen retten.15Schon dass sie verloren gingen,hat der Welt die Versöhnung gebracht.Was wird dann erst sein,wenn Gott sie wieder annimmt?Nicht weniger als neues Leben11,15 Leben, neues Leben: Durch den Glauben an Gott von ihm bereits in dieser Welt geschenktes Leben in Gemeinschaft mit ihm. aus dem Tod!

Das Bild vom Olivenbaum

16Ist nicht schon der Teigaus dem ersten Getreide11,16 erstes Getreide: Der erste Teil der Ernte und daraus hergestellte Lebensmittel waren für Gott bestimmt, vgl. 4. Mose/Numeri 15,19-20. jeder Ernte heilig11,16 heilig: Menschen oder Dinge, die zu Gott gehören und mit ihm in Verbindung stehen.?Dann ist doch auch jeder weitere Teig daraus heilig.Und wenn die Wurzel heilig ist,dann sind es auch die Zweige.17Einige Zweige sind aus demedlen Olivenbaum11,17 Olivenbaum: Paulus verwendet das Bild vom edlen Olivenbaum in diesem Gleichnis für die Juden. Mit dem wilden Olivenbaum meint er die Nicht-Juden. herausgebrochen worden.Dann hat man dich als Zweig vom wilden Olivenbaumin den edlen eingepfropft11,17 einpfropfen: Das Einsetzen eines fremden Zweigs in eine Pflanze. So kann die Wirtspflanze bessere Früchte tragen..Jetzt wirst du vom Saft aus seiner Wurzel miternährt.18Aber meine nicht,dass du den anderen Zweigen überlegen bist!Wenn du es trotzdem tust,dann denke daran:Nicht du trägst die Wurzel,sondern die Wurzel trägt dich!19Du wirst vielleicht einwenden:»Die Zweige wurden doch herausgebrochen,damit ich eingepfropft werde.«20Ganz recht: Sie wurden herausgebrochen,weil sie nicht zum Glauben11,20 Glaube, glauben: Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt. gekommen sind.Du hast ihren Platz eingenommen,weil du zum Glauben gekommen bist.Aber deshalb darfst du nicht überheblich werden.Vielmehr hast du Grund, dich zu fürchten.21Gott hat schon die ursprünglichen Zweigenicht verschont.Dann wird er dich erst recht nicht verschonen.

22So verhält es sich mit der Güte und Strenge Gottes:Zu denen, die zu Fall gekommen sind, ist er streng.Zu dir ist er gütig,vorausgesetzt, du hältst an seiner Güte fest.Andernfalls wirst auch du wiederaus dem Olivenbaum11,22 Olivenbaum: Im östlichen Mittelmeerraum weitverbreiteter Baum, aus dessen Früchten Öl hergestellt wird. Es gehörte in der Antike zu den Grundnahrungsmitteln. herausgeschnitten.23Umgekehrt werden die anderen wieder eingepfropft11,23 einpfropfen: Das Einsetzen eines fremden Zweigs in eine Pflanze. So kann die Wirtspflanze bessere Früchte tragen.,wenn sie nicht an ihrem Unglauben festhalten.Denn Gott hat sehr wohl die Macht dazu,sie wieder einzupfropfen.24Gott hat dich jaaus dem wilden Olivenbaum herausgeschnitten,auf dem du gewachsen bist.Dann hat er dich in den edlen Olivenbaum eingepfropft,auf dem du nicht gewachsen bist.Also kann er erst rechtdie ursprünglichen Zweige wieder in ihren eigenen,edlen Olivenbaum einpfropfen.

Zuletzt wird ganz Israel gerettet

25Brüder und Schwestern11,25 Bruder, Schwester: Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.,ich will euch über folgendes Geheimnisnicht in Unkenntnis lassen.Denn ihr sollt euch nicht selbsteinen Reim auf die Sache machen:Tatsächlich hat Gott dafür gesorgt,dass sich ein Teil von Israel11,25 Israel: Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen. vor ihm verschließt.Das soll aber nur so lange dauern,bis alle Völker sich ihm zugewandt haben.26Und auf diese Weise wird schließlichganz Israel gerettet werden.In der Heiligen Schrift11,26 in der Heiligen Schrift: Das Zitat setzt sich zusammen aus Jesaja 27,9 und Jesaja 59,20-21. heißt es ja auch:»Vom Zion11,26 Zion: Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt. her wird der Retter kommenund alle Gottlosigkeit von Jakob11,26 Jakob: Bezeichnung für das Volk Israel. Der Stammvater Jakob wird in 1. Mose/Genesis 32,29 in Israel umbenannt. nehmen.27Das ist der Bund11,27 Bund: Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten.,den ich, der Herr11,27 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht., mit ihnen geschlossen habe.Er wird erfüllt, wenn ich ihre Sünden11,27 Sünden: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. von ihnen nehme.«

28Betrachtet man es von der Guten Nachricht11,28 Gute Nachricht: Wörtliche Übersetzung von »Evangelium«. Botschaft, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind. her,dann sind sie Gottes Feinde geworden.Und das kommt euch11,28 euch: Meint Nicht-Juden. zugute.Betrachtet man es aber von daher,dass Gott sie erwählt hat,dann bleiben sie von Gott geliebt.Es waren ja ihre Vorfahren,die er einst erwählt hat.29Denn was Gott aus Gnade11,29 Gnade: Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. geschenkt hat,das nimmt er nicht zurück.Und wen er einmal berufen hat, der bleibt es.30Früher habt ihr Völker Gott nicht gehorcht.Aber weil die Juden11,30 Juden: Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten. ungehorsam waren,hat Gott jetzt euch sein Erbarmen geschenkt.31Genauso gehorchen sie jetzt Gott nicht,weil er euch sein Erbarmen geschenkt hat.Dadurch werden künftig auch siesein Erbarmen finden.32Denn Gott hat alle im Ungehorsam festgehalten,weil er allen sein Erbarmen schenken will.

Lobpreis der unergründlichen Weisheit Gottes

33Wie unerschöpflich ist doch der Reichtum Gottes,wie tief seine Weisheit und Erkenntnis!Wie unergründlich sind seine Entscheidungenund wie unerforschlich seine Wege!3411,34 Vers 34: In Vers 34 findet sich ein Zitat aus der griechischen Übersetzung von Jesaja 40,13. Wer kennt die Gedanken des Herrn11,34 Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht.?Wer ist sein Berater gewesen?35Wer hat ihm je etwas gegeben,sodass er es von ihm zurückfordern könnte?36Denn alles hat in ihm seinen Ursprung.Durch ihn besteht alles und in ihm hat alles sein Ziel.Denn er regiert in Herrlichkeit11,36 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. für immer.Amen11,36 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«.