BasisBibel (BB)
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Voller Saft und Kraft

921EIN PSALM, EIN LIED.

FÜR DIE FEIER AM SABBAT92,1 Sabbat: In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf..

2Schön ist es, dem Herrn92,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. zu danken

und deinen Namen92,2 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum., du Höchster92,2 der Höchste: Titel für Gott, der eng mit dem Tempel in Jerusalem verbunden ist., zu preisen.

3Gerne verkünde ich am Morgen deine Güte

und erzähle in den Nächten von deiner Treue –

4zum Klang der Bassleier92,4 Bassleier: Großes Musikinstrument mit tief klingenden Saiten. mit zehn Saiten,

zum rhythmischen Spiel der Handleier92,4 Leier: Musikinstrument mit bis zu 10 Saiten, die gezupft wurden..

5Ja, dein Tun, Herr, hat mich froh gemacht.

Ich will jubeln über die Werke deiner Hände.

6Wie großartig sind doch deine Werke, Herr.

Was du planst, hat einen tiefen Sinn.

7Ein Dummkopf, wer das nicht erkennt!

Und wer seinen Verstand nicht gebraucht,

wird nichts davon begreifen.

8Wenn Frevler92,8 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. wie Gras aus dem Boden wachsen,

dann sollen sie nur blühen, all diese Übeltäter!

Am Ende blüht ihnen, dass sie vernichtet werden!

9Du aber thronst für immer in der Höhe, Herr!

10Sieh hin, es sind ja deine Feinde, Herr!

Sieh hin, deine Feinde verschwinden.

Die Übeltäter zerstreuen sich in alle Winde.

11Du aber hast mich stark gemacht wie einen Stier92,11 Stier: Wörtlich »du hast mein Horn erhöht gleich dem Stier«. Im Alten Orient ist das Horn ein Bild für die königliche Macht..

Mit frischem92,11 frisch: Wörtlich »grün«. Ein besonders feines Öl, das aus Oliven frisch gepresst wird. Salböl92,11 Salböl: Ein mit wohlriechenden Zusätzen vermengtes, kostbares Öl. Es wird bei bestimmten religiösen Handlungen verwendet. hast du mich übergossen.

12Meine Augen sahen auf meine Verleumder herab.

Und von den Bösen, die mich bekämpft haben,

werden meine Ohren noch hören.

13Doch der Gerechte92,13 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. wird wachsen wie eine Palme.

Er wird groß werden wie eine Zeder92,13 Zeder: Bis zu 30 m hoher Gebirgsbaum, der vor allem im Libanon wächst. im Libanon92,13 Libanon: Gebirgszug nördlich von Israel mit bis zu 3000 m hohen, dicht bewaldeten Bergen..

14Die beim Haus des Herrn92,14 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem. eingepflanzt sind,

werden in den Höfen92,14 Höfe: Der Tempel in Jerusalem war von einem inneren und äußeren Vorhof umgeben. unseres Gottes wachsen.

15Noch im hohen Alter tragen sie Frucht.

Voller Saft und Kraft werden sie sein.

16Sie werden verkünden: »Der Herr ist gerecht!

Er ist mein Fels92,16 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, in der seine Stärke zum Ausdruck kommt., bei ihm gibt es kein Unrecht.«

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Gott herrscht als König

931Der Herr93,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr. herrscht als König93,1 König: Ehrentitel für Gott, der als Herrscher der Welt verehrt wird und für Recht und Gerechtigkeit sorgt.,

er trägt seine Majestät wie ein Gewand.

Der Herr trägt sie wie ein Gewand,

Kraft hat er sich wie einen Gürtel umgebunden.

Die Erde ist fest gegründet, dass sie nicht wankt.

2Seit jeher ist dein Thron93,2 Thron: Bild für die Königsherrschaft Gottes, die schon immer besteht und den Bestand der Erde sichert. fest gegründet.

Von Anfang an herrschst du als König.

3Damals, Herr, brausten die Wasserströme93,3 Wasserströme: Im Hintergrund steht die Vorstellung, dass Gott mit dem Sieg über das Meer als Chaosmacht seine Königsherrschaft antritt..

Es brausten die Wasserströme mit Getöse.

Welle um Welle mit ohrenbetäubendem Lärm.

4Gewaltig ist das Getöse der Wasserfluten.

Noch gewaltiger sind die Brecher des Meeres.

Am mächtigsten aber ist der Herr in der Höhe.

5Deine Gebote93,5 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. stehen zuverlässig fest.

Heiligkeit schmückt dein Haus93,5 Haus Gottes: Bezeichnet den Tempel in Jerusalem.,

Herr, für alle Zeiten.

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Der Richter der Welt

941Herr94,1 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., du Gott der Vergeltung,

du Gott der Vergeltung, erscheine!

2Steh doch auf, du Richter der Welt!

Es gibt Leute, die voll Hochmut handeln.

Zahl ihnen ihre Taten heim!

3Wie lange noch94,3 wie lange noch: Typische Frage im Klagelied, die Gott an seine Barmherzigkeit erinnern soll., Herr, dürfen die Frevler94,3 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen.,

wie lange dürfen die Frevler triumphieren?

4Sie reden wie ein Wasserfall und halten freche Reden.

Sie brüsten sich, alle diese Übeltäter!

5Sie trampeln auf deinem Volk herum, Herr,

und unterdrücken dein Eigentum94,5 Eigentum: Bezeichnung für das Volk Israel und Ausdruck des engen Verhältnisses zwischen Gott, dem Land und seinem Volk..

6Sie töten die Witwen94,6 Witwe: Frau, deren Mann verstorben ist und die dadurch rechtlich, sozial und wirtschaftlich in eine schwierige Lage geriet. Von der Gemeinschaft wird gefordert, dass sie Witwen versorgt und niemand ihre schwache Stellung ausnutzt. und Fremden94,6 Fremder: Person, die nicht zur Gemeinschaft Israels gehört und häufig wirtschaftlich schlechter gestellt war. Fremde sind durch das Gastrecht geschützt.

und ermorden die Waisenkinder94,6 Waise: Kind, dessen Eltern gestorben sind und dessen Versorgung dadurch nicht mehr sicher ist. Von der Gemeinschaft wird gefordert, dass sie Waisen versorgt und niemand ihre schwache Stellung ausnutzt..

7Sie sagten: »Der Herr sieht es nicht!

Der Gott Jakobs94,7 Gott Jakobs: Bezeichnung für den Gott Israels. Sie steht für das persönliche Treueverhältnis zwischen Gott und dem Stammvater seines Volkes. merkt es nicht!«

8Merkt euch das, ihr Dummen im Volk!

Habt ihr denn gar keinen Verstand?

Wann kommt ihr nur zur Vernunft?

9Er, der den Menschen Ohren schenkte:

Sollte der selbst nicht hören können?

Er, der die Augen geschaffen hat:

Sollte der selbst nicht sehen können?

10Er, der die fremden Völker erzieht:

Sollte der denn nicht strafen können?

Er, der die Menschen Erkenntnis lehrt! –

11Der Herr kennt die Pläne des Menschen.

Er weiß, dass sie sich in Luft auflösen.

12Glücklich zu preisen ist der Mensch,

den du, Herr, für das Leben erziehst –

den du in der Heiligen Schrift94,12 Heilige Schrift: Im Judentum die Tora, die Weisung Gottes, wie sie in den fünf Büchern Mose steht. unterrichtest.

13So gibst du ihm Gelassenheit in schweren Zeiten,

bis man dem Frevler94,13 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. das Grab geschaufelt hat.

14Denn der Herr lässt sein Volk nicht im Stich.

Sein Eigentum94,14 Eigentum: Bezeichnung für das Volk Israel und Ausdruck des engen Verhältnisses zwischen Gott, dem Land und seinem Volk. überlässt er keinem anderen.

15Denn die Rechtsprechung kehrt zur Gerechtigkeit94,15 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. zurück.

Hinter ihr stehen alle, die aufrichtig sind.

16Wer leistet mir Beistand gegen die Bösen?

Wer verteidigt mich gegen die Übeltäter?

17Wäre der Herr mir nicht zu Hilfe gekommen,

wäre ich beinahe in Totenstille94,17 Totenstille: Steht hier für das Totenreich unter der Erde. versunken.

18Wenn ich dachte: »Mein Fuß verliert den Halt!«,

hat deine Güte, Herr, mich gestützt.

19Als viele Sorgen mich im Innern bedrückten,

hat dein Trost mich wieder froh gemacht.

20Darf sich das Willkürgericht auf dich berufen,

wenn es das Recht über die Maßen beugt?

21Gegen den Gerechten94,21 Gerechte: Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt. rotten sie sich zusammen

und Unschuldige wollen sie schuldig sprechen.

22Doch der Herr wurde für mich zur festen Burg94,22 Burg: Bild für Gottes Schutz, vgl. Psalm 46. Der Beter denkt dabei auch an den Tempel als Zufluchtsort.,

mein Gott ist zum Fels meiner Zuflucht94,22 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt. geworden.

23Denn er zahlte ihnen ihre Verbrechen heim,

durch ihre eigene Bosheit vernichtet er sie.

Ja, er vernichtet sie, der Herr, unser Gott.