BasisBibel (BB)
89

Hat die Verheißung noch Bestand?

891EIN WEISHEITSLIED FÜR ETAN89,1 Etan: Sänger am Tempel in Jerusalem, vgl. 1. Chronik 15,19., DEN ESRACHITER.

2Du gibst uns Zeichen deiner Güte, Herr89,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr..

Davon will ich für immer Lieder singen.

Mein Mund soll deine Treue verkünden

von Generation zu Generation.

3Ja, ich weiß, deine Güte ist fest gebaut wie ein Haus.

Im Himmel89,3 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. ist deine Treue beschlossen,

wie du verheißen hast:

4»Ich habe mit meinem Erwählten einen Bund89,4 Bund: David wurde von Gott versprochen, dass immer ein Nachkomme aus seinem Königshaus in Jerusalem regieren wird; vgl. 2. Samuel 7,12-16. geschlossen

und meinem Knecht89,4 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. David89,4 David: Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete. einen Schwur geleistet:

5Für alle Zeit will ich dir Nachkommen schenken.

Ich will die Herrschaft auf deinem Thron sichern

von Generation zu Generation.« Sela89,5 Sela: Zeichen zum Atemholen..

6Die Himmel89,6 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. preisen deine Wunder, Herr.

Deine Treue loben die Engel in heiliger Schar.

7Denn wer über den Wolken gleicht dem Herrn?

Oder gibt es eines unter den himmlischen Wesen89,7 himmlische Wesen: Wörtlich »Gottessöhne«. Sie gehören zum himmlischen Hofstaat Gottes.,

das sich mit dem Herrn vergleichen kann?

8Gott wird gefürchtet im Kreis seiner heiligen Engel.

Groß und gewaltig steht er über all den Wesen,

die ihn umgeben.

9Herr, Gott der himmlischen Heere89,9 himmlische Heere: Hebräisch Zebaot. Der Beiname bringt die ganze Fülle von Gottes Macht zum Ausdruck., wer ist wie du?

Stark bist du, Herr, und deine Treue umgibt dich.

10Du kannst das stürmische Meer bändigen

und beruhigst seine aufgetürmten Wellen.

11Du hast Rahab89,11 Rahab: Chaoswesen, das im Meer lebt. Im Alten Testament ist es Sinnbild für die tobenden Wasserfluten, die die Welt bedrohen. zermalmt wie einen,

der auf dem Schlachtfeld durchbohrt wird.

Deine Feinde hast du mit starkem Arm zerstreut.

12Dir gehört der Himmel, dir gehört auch die Erde.

Den Erdkreis und was ihn füllt, hast du gegründet.

13Norden und Süden hast du geschaffen.

Tabor89,13 Tabor: Markanter Bergkegel im Norden Israels. und Hermon89,13 Hermon: Bis zu 2814 m hohes Bergmassiv etwa 60 km nördlich des See Gennesaret. jubeln über deinen Namen89,13 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum..

14Dein Arm ist voller Kraft.

Stark ist deine Hand, erhoben deine Faust.

15Gerechtigkeit89,15 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. und Recht sind die Stützen deines Throns.

Güte und Treue gehen vor deinem Angesicht89,15 Angesicht: Bezeichnet im übertragenen Sinn die Zuwendung Gottes zu den Menschen. her.

16Glücklich das Volk, das Grund zum Jubeln hat!

Herr, im Licht deines Angesichts89,16 Angesicht: Bezeichnet im übertragenen Sinn die Zuwendung Gottes zu den Menschen. gehen sie durchs Leben.

17Über deinen Namen89,17 Name Gottes: Steht für Gott selbst und seine Gegenwart, vor allem im Heiligtum. jubeln sie den ganzen Tag,

und deine Gerechtigkeit89,17 gerecht, Gerechtigkeit: Meint ein Leben nach dem Willen Gottes. lassen sie hochleben.

18Denn du bist ihr Stolz, gibst ihnen Kraft.

Nach deinem Willen wächst unsere Macht.

19Denn dem Herrn gehört unser Schild89,19 unser Schild: Abwehrwaffe in der Schlacht. Hier Titel für den König, der sein Volk beschützt.,

dem Heiligen Israels89,19 Heiliger Israels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, die vor allem im Buch Jesaja vorkommt. unser König89,19 König: Der von Gott eingesetzte Herrscher, der im Staat für Gerechtigkeit und Ordnung zu sorgen hat..

20Damals hast du in einer Vision89,20 Vision: Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat. geredet.

Zu deinen Frommen89,20 Fromme: Menschen, die ihr ganzes Leben auf Gott ausrichten und sich für die Befolgung seiner Gebote einsetzen. hast du gesagt:

Ich habe dem Helden die Krone aufgesetzt,

dem jungen Mann das Volk unterstellt.

21Es ist mein Knecht89,21 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. David89,21 David: David ist ein bedeutender König von Israel. Nachdem das Königreich untergegangen war, hoffte man auf einen Nachkommen Davids als Retter und Erlöser Israels; vgl. 2. Samuel 7,12-16., den ich fand.

Mit heiligem Öl salbte ich ihn zum König89,21 zum König salben: Teil der religiösen Handlung, mit der eine Person zum König gemacht wird. Ein wohlriechendes Öl wird dabei über bestimmte Körperteile ausgegossen..

22Meine Hand wird an ihm festhalten,

auch mein Arm wird ihm Kraft verleihen.

23Kein Feind wird es wagen, ihn anzugreifen,

und kein Verbrecher kann ihn bezwingen.

24Ich werde seine Gegner vor ihm vernichten

und alle niederschlagen, die ihn hassen.

25Meine Treue und meine Güte werden mit ihm sein

und durch meinen Namen wächst seine Macht.

26Ich werde seine Herrschaft auf das Meer ausdehnen

und die großen Ströme seiner Gewalt unterstellen.

27Er wird zu mir sagen: »Du bist mein Vater89,27 Vater: In der Anrede »Vater« kommt zum Ausdruck, dass Gott den König als seinen Sohn angenommen hat.!

Du bist mein Gott, mein Fels89,27 Fels: Ehrenvolle Bezeichnung für Gott, in der seine Stärke zum Ausdruck kommt. und meine Rettung!«

28Ja, ich mache ihn zu meinem erstgeborenen Sohn,

zum Höchsten unter den Königen der Welt.

29Für immer will ich ihm meine Güte bewahren,

und mein Bund89,29 Bund: David wurde von Gott versprochen, dass immer ein Nachkomme aus seinem Königshaus in Jerusalem regieren wird; vgl. 2. Samuel 7,12-16. mit ihm bleibt gewiss bestehen.

30Ich will sein Königshaus auf die Dauer erhalten

und seinen Thron, solange der Himmel89,30 Himmel: Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt. besteht.

31Seinen Söhnen rede ich ins Gewissen –

für den Fall, dass sie meine Weisung89,31 Weisung: Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen. verlassen

und nicht nach meiner Rechtsordnung leben.

32Wenn sie meine Gesetze89,32 Gesetz: Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose. entweihen

und meine Gebote89,32 Gebote: Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll. nicht halten,

33bestrafe ich ihre Vergehen mit dem Stock89,33 Stock: In der Antike ein übliches Mittel der Kindererziehung..

Durch Schläge müssen sie ihre Schuld89,33 Schuld: Konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können. spüren.

34Aber meine Güte werde ich David89,34 David: David ist ein bedeutender König von Israel. Nachdem das Königreich untergegangen war, hoffte man auf einen Nachkommen Davids als Retter und Erlöser Israels; vgl. 2. Samuel 7,12-16. nicht entziehen.

Ich halte ihm die Treue und breche sie nicht.

35Ich werde meinen Bund89,35 Bund: David wurde von Gott versprochen, dass immer ein Nachkomme aus seinem Königshaus in Jerusalem regieren wird; vgl. 2. Samuel 7,12-16. mit ihm nicht entweihen,

die Zusage von meinen Lippen ändere ich nicht.

36Eines habe ich hochheilig geschworen:

Ich werde David gewiss nicht belügen.

37Sein Königshaus soll für immer bestehen

und sein Thron so lange wie die Sonne.

38Für immer soll er feststehen wie der Mond,

ein zuverlässiger Zeuge in den Wolken. Sela89,38 Sela: Zeichen zum Atemholen..

39Dennoch hast du ihn verworfen und verstoßen89,39 verworfen und verstoßen: Meint die Zerstörung Jerusalems und die Verschleppung des Königs und eines Teils der Bevölkerung in die Verbannung nach Babylonien. Das wird hier als Strafe Gottes für den Ungehorsam des Königs verstanden..

So wütend hat dein Gesalbter89,39 Gesalbter: Hebräisch Messias. Bezeichnet den im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, später auch den zum Herrscher der Welt bestimmten Retter. dich gemacht.

40Du hast den Bund89,40 Bund: David wurde von Gott versprochen, dass immer ein Nachkomme aus seinem Königshaus in Jerusalem regieren wird; vgl. 2. Samuel 7,12-16. mit deinem Knecht89,40 Knecht, Knecht Gottes: Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt. widerrufen,

seine Krone verächtlich auf den Boden geworfen.

41Die Mauern um seine Stadt hast du niedergerissen89,41 hast du niedergerissen: Meint die Zerstörung Jerusalems durch König Nebukadnezzar II. 586 v. Chr.,

seine Verteidigungsanlage in Trümmer gelegt.

42Alle, die vorbeikamen, haben ihn ausgeplündert.

Er ist zum Spott für seine Nachbarn geworden.

43Du hast seine Gegner über ihn siegen lassen.

Da durften alle seine Feinde sich freuen.

44Ja, du hast seinem Schwert die Schärfe genommen.

Da konnte er die Niederlage nicht verhindern.

45Du hast seinem Glanz ein Ende gemacht

und seinen Thron zu Boden gestürzt.

46Du hast die Zeit seiner Jugend verkürzt

und ihn mit Schande bedeckt. Sela89,46 Sela: Zeichen zum Atemholen..

47Wie lange, Herr, soll das noch gehen?

Willst du dich für immer verbergen?

Soll dein Zorn89,47 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. noch weiter brennen

wie ein verzehrendes Feuer?

48Denk doch daran, Herr, wie kurz das Leben ist!

Hast du die Menschen als ein Nichts geschaffen?

49Gibt es etwa einen, der lebt und nicht stirbt –

der sich retten kann aus dem Totenreich89,49 Totenreich: Aufenthaltsort der Verstorbenen, der unter der Erde liegt.? Sela89,49 Sela: Zeichen zum Atemholen..

50Wo sind die früheren Zeichen deiner Güte, Herr?

Hast du sie nicht David89,50 David: David ist ein bedeutender König von Israel. Nachdem das Königreich untergegangen war, hoffte man auf einen Nachkommen Davids als Retter und Erlöser Israels; vgl. 2. Samuel 7,12-16. in deiner Treue zugesagt?

51Denk doch, Herr, an die Schmach deiner Knechte89,51 Knechte: Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn dadurch als ihren Herrn anerkennen.!

Ich musste sie von all den vielen Völkern ertragen.

52Deine Feinde, Herr, haben dich verhöhnt,

die Spuren deines Gesalbten89,52 Gesalbter: Hebräisch Messias. Bezeichnet den im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, später auch den zum Herrscher der Welt bestimmten Retter. haben sie verhöhnt.

53Gepriesen sei der Herr alle Zeit!

Amen89,53 Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«! Und nochmals: Amen!

90

Das vierte Buch der Psalmen

Psalm 90–106

Wertvolle Lebenszeit

901EIN GEBET, VON MOSE90,1 Mose: Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote., DEM MANN GOTTES.

Herr, ein Versteck90,1 Versteck: Anspielung auf den Tempel, der Schutz vor Verfolgung bietet. bist du für uns gewesen

von Generation zu Generation.

2Die Berge waren noch nicht geboren,

die ganze Welt lag in Geburtswehen90,2 Geburtswehen: Bild für die Erschaffung der Welt..

Da bist du, Gott, schon da gewesen,

vom ersten Anfang bis in alle Zukunft.

3Du bringst die Menschen zurück zum Staub90,3 Staub: Bild für das Totenreich, das unter der Erde liegt..

Andere rufst du ins Leben und sprichst:

Kommt zur Welt, ihr Menschenkinder90,3 Menschenkinder: Poetischer Ausdruck für die Menschheit.!

4Denn tausend Jahre vergehen vor deinen Augen,

als wäre es gestern gewesen.

Sie gehen so schnell vorbei wie eine Nachtwache.

5Du reißt die Menschen aus dem Leben,

sie vergehen wie der Schlaf.

Sie sind nichts weiter als Gras,

das am Morgen zu wachsen beginnt.

6Am Morgen blüht es und wächst hoch,

am Abend wird es geschnitten und welkt.

7Ja, durch deinen Zorn90,7 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. schwand unsere Lebenskraft,

deine Wut ließ uns zu Tode erschrecken.

8Du hast dir unsere Vergehen vorgenommen.

Und was wir vor dir verbergen wollten,

hast du ins Licht deines Angesichts gestellt.

9Ja, unsere Lebenszeit verging durch deinen Zorn,

wir verbrachten unsere Jahre wie einen Seufzer.

10Unser Leben dauert etwa 70 Jahre,

und wenn wir bei Kräften sind, auch 80 Jahre.

Das meiste daran ist nur Arbeit und vergebliche Mühe.

Schnell ist es vorüber, im Flug sind wir dahin.

11Wer weiß schon, wie mächtig dein Zorn ist?

Und wer kann ermessen, wie wütend du bist?

12Lass uns begreifen, welche Zeit wir zum Leben haben –

damit wir klug werden und es vernünftig gestalten.

13Herr90,13 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr., wende dich uns wieder zu!

Wie lange90,13 wie lange noch: Typische Frage im Klagelied, die Gott an seine Barmherzigkeit erinnern soll. willst du noch zornig90,13 Zorn Gottes: Sein Wille, Gericht zu halten. sein?

Hab Mitleid mit deinen Knechten90,13 Knechte: Selbstbezeichnung von Menschen, die sich in den Dienst Gottes stellen und ihn dadurch als ihren Herrn anerkennen.!

14Schenk uns doch schon am Morgen

die ganze Fülle deiner Güte!

So wollen wir jubeln und uns freuen

alle Tage unseres Lebens.

15Mach uns so viele Tage wieder froh,

wie du uns zuvor niedergedrückt hast.

Schenk uns so viele gute Jahre,

wie wir zuvor Unglück erfahren haben.

16Zeig an deinen Knechten deine Macht

und an ihren Kindern deine Herrlichkeit90,16 Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor.!

17So soll sich an uns erweisen,

wie freundlich der Herr ist, unser Gott!

Lass das Werk unserer Hände gelingen!

Ja, das Werk unserer Hände, lass es gelingen!

91

Unter Gottes Flügeln

911Wer unter dem Schutz des Höchsten91,1 der Höchste: Titel für Gott, der eng mit dem Tempel in Jerusalem verbunden ist. wohnt,

wer im Schatten des Gewaltigen91,1 der Gewaltige: Hebräisch Schaddaj. Titel für Gott, in dem seine überlegene Macht zum Ausdruck kommt. die Nacht verbringt,

2der sagt wie ich über den Herrn91,2 Herr: Hier steht im Hebräischen der Gottesname. Bereits in der Antike war es üblich, den Gottesnamen nicht auszusprechen, sondern ihn beim Lesen durch das hebräische Wort für »Herr« (adonaj) zu ersetzen. In deutschen Bibeln wird das in der Regel durch eine besondere Schreibweise kenntlich gemacht: Herr.:

»Meine Zuflucht91,2 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt. ist er und meine Burg91,2 Burg: Bild für Gottes Schutz, vgl. Psalm 46. Der Beter denkt dabei auch an den Tempel als Zufluchtsort.,

mein Gott, dem ich vertraue!«

3Ja, er rettet dich vor dem Netz91,3 Netz: Wird bei der Jagd eingesetzt, um Tiere darin zu fangen. des Jägers,

vor den Verderben bringenden Pfeilspitzen.

4Er breitet seine Schwingen aus über dir.

Unter seinen Flügeln findest du Zuflucht.

Wie ein Schild91,4 Schild: Abwehrwaffe in der Schlacht und Bild für Gottes Schutz. schützt dich seine Treue,

wie eine Schutzmauer umgibt sie dich.

5Du brauchst keine Angst mehr haben:

weder vor den Gefahren, die in der Nacht drohen –

noch vor den Pfeilen, die am Tag daherfliegen.

6Du brauchst dich nicht zu fürchten:

weder vor der Pest, die sich heimlich ausbreitet –

noch vor den Seuchen, die offen wüten.

7Auch wenn tausend neben dir fallen,

zehntausend an deiner rechten Seite:

Dich wird das Unglück nicht erreichen.

8Vielmehr wirst du es mit eigenen Augen sehen

und erleben, wie die Frevler91,8 Frevler: Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen. bestraft werden.

9Ja, du sagst wie ich: »Der Herr ist meine Zuflucht91,9 Zuflucht: Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt.

Beim Höchsten91,9 der Höchste: Titel für Gott, der eng mit dem Tempel in Jerusalem verbunden ist. hast du ein Versteck gefunden.

10Kein Unheil wird über dich hereinbrechen

und kein Schicksalsschlag wird dein Zelt treffen.

11Denn er wird seinen Engeln91,11 Engel: Boten Gottes, die in seinem Auftrag unterwegs sind und seine Botschaft überbringen. befehlen,

dich zu beschützen, wohin du auch gehst.

12Auf ihren Händen werden sie dich tragen,

damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.

13Über Löwen und Kobras91,13 Kobra: Tödliche Giftschlange. Im Alten Orient ist das Schreiten über gefährliche Tiere ein Bild für die Herrschaft von Göttern und Königen. wirst du hinwegschreiten.

Junglöwen und Giftschlangen wirst du zertreten.

14»Weil er mit Liebe an mir hängt, will ich91,14 ich: Hier spricht Gott. ihn retten!

Ich beschütze ihn, weil er meinen Namen kennt.

15Wenn er mich ruft, antworte ich ihm.

Ich bin für ihn da, wenn ihm Gefahr droht.

Ich reiße ihn heraus und sorge dafür,

dass er wieder zu Ansehen kommt.

16Ich werde ihm ein langes Leben schenken.

Meine heilvolle Zukunft soll er sehen.«